Julius, Nik. Henrich.

Geb. den 3. Oktober 1783 in Altona. Daß dieser menschenfreundliche Mann sein thätiges Dasein dem Gefängnißwesen gewidmet, und von der preuß. Regierung auf jede Weise gefördert, unendlich viel zur Aufklärung und Verbesserung in jenen düsteren Regionen irdischen selbstverschuldeten (und darum desto traurigeren) Elendes gethan, ist allbekannt und dankbar gewürdiget. Minder bekannt dürften im Allgemeinen seine Bestrebungen schönwissenschaftlicher Art auf litterar-historischem Grund und Boden geblieben seyn. Er hat auch eine vortreffliche Übersetzung geliefert, des Buches: „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien;“ ein Werk des Amerikaners Ticknor, von welchem letzteren wir unter T. einen Brief an Tieck bringen.

Geb. den 3. Oktober 1783 in Altona. Daß dieser menschenfreundliche Mann sein thätiges Dasein dem Gefängnißwesen gewidmet, und von der preuß. Regierung auf jede Weise gefördert, unendlich viel zur Aufklärung und Verbesserung in jenen düsteren Regionen irdischen selbstverschuldeten (und darum desto traurigeren) Elendes gethan, ist allbekannt und dankbar gewürdiget. Minder bekannt dürften im Allgemeinen seine Bestrebungen schönwissenschaftlicher Art auf litterar-historischem Grund und Boden geblieben seyn. Er hat auch eine vortreffliche Übersetzung geliefert, des Buches: „Geschichte der schönen Litteratur in Spanien;“ ein Werk des Amerikaners Ticknor, von welchem letzteren wir unter T. einen Brief an Tieck bringen.

Berlin, 25. Febr. 1834.

Verehrtester Herr Hofrath!

Dem im umgekehrten Verhältnisse mit seiner Dauer stehenden unvergleichlichen Genusse, den mir vorigen Herbst Ihre so lang ersehntepersönlicheBekanntschaft gewährthat, möchte es, wie ich wünsche, Ihre Güte zuschreiben, wenn ich meinen liebsten Freunden ein Gleiches verschaffen will.

Aus diesem Gesichtspunkte wollen Sie es auch freundlichst erlauben, daß ich durch diese Zeilen Lord Cantelupe (Sohn des Grafen v. Delaware) und Hrn. Wordsworth (Neffen von Wm. Wordsworth, dem englischen, meines Bedünkens Tiek am nächsten tretenden Dichter) bei Ihnen einführe. Die Bekanntschaft dieser Herrn, welche 4–6 Wochen in Dresden zu bleiben gedenken, wird Ihnen hoffentlich nicht unerfreulich seyn.

Nun ersuche ich Sie noch um die Erlaubniß, Ihnen in meinem und zahlreicher Freunde Nahmen, für den unbeschreiblichen Genuß zu danken, den Sie uns durch Ihren Camoens gewährt haben. So wie durch ein wunderbares, und wahrlich nicht zufälliges Zusammentreffen, der Untergang Don Sebastians und seines Heeres den düstren Hintergrund bilden mußte, auf dem die Verklärung der Lusiaden desto herrlicher hervorleuchtet, so der schreckliche Bruder- und Bürgerkrieg an den Gestaden des Tejo und Mondego, während durch Sie in Deutschland diese Apotheose des so wenig gekannten Dichters, unvergänglich für unser Volk, und hoffentlich auch für fremde Nationen, heraufsteigt.

Portugall,wennes nach den Zuckungen, in welchen die pyrenäische Halbinsel und deren edle und ritterliche Bewohner ein bisher ungekanntes Daseyn zu führen beginnen, noch in Zukunft ein solches giebt, wird, wenn auch erst nach Menschenaltern, dem deutschen Dichter danken, der es erkannte und verherrlichte, als es sich selbst aufzugeben begann. — —

Das Herz blutet mir, wenn ich an die Ströme des edelsten castilischen und portugiesischen Blutes denke, die aus diesen von begeistertem Leben durchrollten Adern, fließen werden,wenn die leichtsinnigen, tückisch das Holz zum ungeheuren Brande herbeitragenden Buben, schon längst wieder bald diesem, bald jenem, monarchischen oder republikanischen, stets aber ihrer Eitelkeit und Genußsucht fröhnenden Trugbilde, nachgejagt haben werden.

Doch ich werde bitter, das soll man aber nie seyn, am allerwenigsten Angesichts des Dichters, der Freude und Liebe um sich verbreitend, und alle welche sein geflügeltes Wort erreicht, beseeligend, auch nichts als Freude, Liebe und Seeligkeit um und an sich sehen sollte.

Leben Sie wohl, und sein Sie so glücklich, wie Sie es verdienen.

Ihr dankbarer BewundererJulius Dr.

Ihr dankbarer Bewunderer

Julius Dr.


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