Über die Lebensverhältnisse dieses Gelehrten wissen wir leider nichts Näheres zu sagen. Von seinem gediegenen Wirken geben die beiden Briefe das beste Zeugniß. Während er in Berlin verweilte, schien Kränklichkeit häufig den Arbeitsfleiß des tüchtigen Mannes zu hemmen, und aufmunternder Förderung dürfte er sich eben auch nicht besonders erfreut haben. Die Übertragung, welche er vomLeargeliefert, ist ein vorzügliches Werk, dessen praktische Brauchbarkeit wir durch selbst eingeübte Darstellung schätzen lernten. Einem so gründlichen, nach Wahrheit ringenden Kenner Shakespeare’s sind die, vielleicht allzu harten, Urtheile, die er einer etwas übereilten Bearbeitung des „Caesar“ entgegenstellt, gern zu verzeihen; wenn wir auch einzugestehen wagen, daß uns die im vierten und fünften Akte jener Tragödie angebrachten Berliner Kürzungen nicht so tadelnswerth erscheinen, wie Kaufmann sie findet. Denn ableugnen wollen, daß mit Caesars Ermordung, und mit den Reden des Brutus und Antonius, die dramatische Wirkung abnimmt — das heißt der Erfahrung widersprechen; in welchem Widerspruche sich allerdings viele Theoretiker ausnehmend gefallen.
Über die Lebensverhältnisse dieses Gelehrten wissen wir leider nichts Näheres zu sagen. Von seinem gediegenen Wirken geben die beiden Briefe das beste Zeugniß. Während er in Berlin verweilte, schien Kränklichkeit häufig den Arbeitsfleiß des tüchtigen Mannes zu hemmen, und aufmunternder Förderung dürfte er sich eben auch nicht besonders erfreut haben. Die Übertragung, welche er vomLeargeliefert, ist ein vorzügliches Werk, dessen praktische Brauchbarkeit wir durch selbst eingeübte Darstellung schätzen lernten. Einem so gründlichen, nach Wahrheit ringenden Kenner Shakespeare’s sind die, vielleicht allzu harten, Urtheile, die er einer etwas übereilten Bearbeitung des „Caesar“ entgegenstellt, gern zu verzeihen; wenn wir auch einzugestehen wagen, daß uns die im vierten und fünften Akte jener Tragödie angebrachten Berliner Kürzungen nicht so tadelnswerth erscheinen, wie Kaufmann sie findet. Denn ableugnen wollen, daß mit Caesars Ermordung, und mit den Reden des Brutus und Antonius, die dramatische Wirkung abnimmt — das heißt der Erfahrung widersprechen; in welchem Widerspruche sich allerdings viele Theoretiker ausnehmend gefallen.
Berlin, d. 4ten Juli 1829.
Hochgeehrtester Herr!
Mit der innigsten Freude habe ich die Bemerkungen gelesen und immer wieder gelesen, die Ew. Wohlgeboren dieGüte hatten, meiner Übersetzung des Macbeth beizufügen. Ihre Theilnahme an meinen Bestrebungen, die Bemühungen, deren Sie meine Arbeit gewürdigt, so wie Ihre gütige Beurtheilung derselben, zeigen mir, daß Sie meine Richtung im Ganzen nicht mißbilligen, und diese freudige Überzeugung ermuthigt mich zu neuem Eifer. Es war mir daher schmerzlich, Ihnen nicht sogleich bei Empfang des Manuscripts, den herzlichen Dank, von dem ich mich durchdrungen fühlte, sagen zu können, aber eine hartnäckige Krankheit, die mich kaum verlaßen hat, hielt mich Anfangs, und später der Wunsch, Ihnen durch die That zu zeigen, wie ich Ihre Anweisungen beherzigt habe, bis jetzt davon ab. Wenn ich gleich nur zu gut fühle, daß es mir unmöglich wird, jetzt schon die hohen Anforderungen, die Sie (und gewiß auch ich selbst) an einen Übersetzer des großen Dichters machen, überall zu befriedigen, so kann ich doch schon jetzt bemerken, welchen wohlthätigen Einfluß, das immer wiederholte Streben nach diesem Ziel auf meine Arbeit übt. Aus der beiliegenden Probe des König Lear, die in den letzten Tagen ganz umgearbeitet wurde, werden Sie, gewiß mit Freude, bemerken, daß Ihre Saat nicht ganz auf unfruchtbaren Boden gefallen ist, daß dieselbe im Ganzen, der, wegen ihrer Worttreue gerühmten Voßischen Übersetzung von 1819, in dieser Hinsicht nicht nachsteht, und zuweilen noch wörtlicher ist, ohne der Sprache jene Gewalt anzuthun, die dem Voßischen Shakspeare so sehr schadet. Ich halte es für die erste Pflicht des Übersetzers, den Sinn, die Intention im Ganzen, die Totalwirkung einer Stelle, namentlich ihr eigenthümliches Leben in Sprache und Rhythmus wiederzugeben, und erst für eine zweite, dies soweit es die Natur unserer Sprache zuläßt, mit denselben Worten und Stellungen zu thun, wie sie das Original hat; und bin der Meinung, daß man sogar unermüdet streben müsse, beides zu erreichen, daß aber im Collisionsfalle die letztere Rücksicht derersteren weichen müsse. Es kann, wenn ich hier von Nachahmung des Rhythmus im Ganzen rede, natürlich nicht meine Ansicht sein, daß man sclavisch Alles nachahmen müsse; denn es giebt natürlich eine Menge Stellen, wo auf den bestimmten Rhythmus kein großes Gewicht gelegt werden kann, wo ein anderer ebendieselbe Wirkung hervorbringt, und der eben gewählte mehr aus der Beschaffenheit der Sprache, als aus dem Gegenstand oder einer besondern Intention des Dichters hervorgeht. Noch weniger aber konnte mich bei der Arbeit die schülerhafte Befolgung eines hergebrachten Versschemas verleiten, an die Stelle einer genialen Unregelmäßigkeit des Originals, die oft so höchst wirksam ist, jene nüchterne Regelmäßigkeit treten zu lassen: Denn bei Shakspeare wie bei jedem wahren Dichter entschiedet nur der Gegenstand über die Form, er gibt sich gleichsam von selbst dasjenige Gewand, das ihm am besten paßt; Gebrauch der Prose und des Verses im Allgemeinen sowohl, als die Behandlung jeder dieser Formen insbesondere folgt lediglich jener höheren Rücksicht, dem Character des Sprechenden, dem Inhalt seiner Rede, der Situation, der Gemüthsstimmung; und grade dieses innige Verwachsen der Form mit ihrem Gegenstand zeichnet neben so vielem Andern den großen Dichter vor Allen aus, und muß vorzüglich vom Übersetzer nachzuahmen gesucht werden. Es hat mich daher sehr gewundert, daß Schiller die ganze erste Scene des 5ten Actes im Macbeth, die für das Erwähnte den augenscheinlichsten Beweis giebt, dadurch ihrer Wahrheit beraubt hat, daß er sie in regelmäßigen Jamben wiedergab. Dies, wie manches Andere machte mich glauben, daß er wohl nur der prosaischen Übersetzung gefolgt ist, und dieselbe für den Gebrauch der Bühne eingerichtet und versifizirt habe, ohne dabei das Original genau zu vergleichen. Denn sonst hätte er gewiß gefühlt, wie sehr hier die mannichfaltig wechselnde Form motivirt ist, wie die leichte Conversationsprose der denAct beginnenden Reden des Arztes und der Kammerfrau durch den Gegenstand bedingt sind, wie sich aber auch dieselbe, wenn der Arzt aus den Erforschungen des Zustands der Nachtwandlerin allgemeine Bemerkungen zieht, hebt, und mehr rhythmischen Klang erhält, und namentlich, welchen Contrast hierzu die Reden der Lady Macbeth bilden. In unruhigen, abgebrochenen, heftig hervorstürzenden Lauten, einzeln rhythmisch, aber zerrissen, wie ihr Gemüth, und scheinbar ohne Verbindung wie im Traum, malt sich ihre ganze Seelenqual; dann wieder dazwischen die ruhig beobachtenden Bemerkungen und Fragen des Arztes, und die theils gewählteren Antworten der mehr in das wahre Geheimniß eingeweihten Kammerfrau, und endlich die rein rhythmische Schlußstelle der Lady Macbeth, wo ihre Seele durch deneinenGegenstand des Königmords ganz in Anspruch genommen ist, und ihre Rede zusammenhängend wird, und nach ihrem Weggehen die allgemeinen Betrachtungen des Arztes, wegen des gehobenen Gegenstandes in Versen und in vollem Reim schließend. Das ist kein Zufall, und noch weniger, wie vielleicht manche der Hrn. Editoren glauben, „an extreme negligence in numbers.“ Nein das ist die Freiheit des Genius, der mit dem Kunstwerk zugleich seine Regel schafft. — Es bedarf übrigens nicht so auffallender Stellen, um das Gesagte zu beweisen, die Belege sind im ganzen Shakspeare zerstreut, oder vielmehr der ganze Shakspeare ist nureinBeleg dazu. Sie verzeihen mir gewiß diese Ausführung, da Sie ihr Motiv wohl durchschaut haben. Aus meinem unfertigen Manuscript konnten Sie zwar sehen, was mir gelungen war, und was nicht; aber nicht, wonach ich strebte, und selbst viele der Mängel, die Sie mir in diesem Manuscript anmerkten, waren in meinem eignen Manuscript, das ich zurückhielt, schon verbessert, und sehr leid war mirs, diese Besserungen wegen der schnellen Abreise des Hrn. Professor von Raumer nicht beschreiben zu können. Ihren Rath,mich mit Shakspeares Zeitgenossen bekannt zu machen, habe ich sogleich befolgt, während meiner Krankheit den größten Theil der in der „Continuation of Dodsley’s old plays VI. vol. L. 1816“ enthaltenden Stücke von Marlowe, Lyly, Marston, Decker, Chappmann u. A. gelesen und daraus manches Schätzbare für den Shakspeare gelernt und mir gesammelt. Jetzt studire ich Ben Jonson in der trefflichen Gifford’schen Ausgabe, und werde mit diesen Studien immer fortfahren, da ich sehe, wie nothwendig sie sind. Ich hätte dies gewiß schon früher gethan, wären mir nicht in Potsdam alle diese Werke, so wie überhaupt auch für den Shakspeare aller kritische Apparat abgegangen. Ich konnte dort bei meiner Übersetzung nur die Fleischersche Ausgabe benutzen, da ich leider keine andere besaß; was also dieselbe an schlechten Lesearten und Emendationen in ihrem Text hat, das ging in meine Übersetzung über, nicht aus eigner Wahl, und weil ich den Editoren zu sehr vertraute, (denn die ertappt man ja, wie ich mich schon aus früheren Studien überzeugt hatte, überall auf Verkehrtheiten,) sondern weil mir die Lesearten der alten Ausgaben fehlten, und mir also nichts übrig blieb, als meiner Ausgabe zu folgen. Ich hatte mir jedoch die Vergleichung der alten Ausgaben und die Erforschung des Urtextes, sowie die Abänderung meiner Übersetzung nach diesem Resultat bis zu meiner Ankunft in Berlin vorbehalten, und habe mir nun die Varianten der ersten Folio von 1623 von Macbeth und Lear schon gesammelt. Die andern alten Ausgaben jedoch konnte ich nicht bekommen, und auch in den neuern englischen Ausgaben, die ich bis jetzt verglichen, fand ich keine vollständige Angabe der Varianten. Die meisten derselben haben gar keine, und auch diejenigen, die welche haben, sind mehr bedacht, die gewählte Leseart zu vertheidigen, als dem Leser zur eignen Wahl und Beurtheilung einen vollständigen Apparat zu geben. Die Baseler Ausgabe scheint mir noch die vollständigste, aber auch hier vermisse ich die Angabe der abweichenden Versabtheilung, und selbst, wo ich sie verglichen habe, oft die Angabe der Lesearten der Folio. Es würde mir höchst erfreulich sein, wenn Sie mir hierin Ihren gütigen Rath ertheilen wollten. Ihr durch Herrn von Raumer mir mitgetheiltes Anerbieten, auch meine übrigen Übersetzungen Ihrer Durchsicht und Beurtheilung würdigen zu wollen, war mir die liebste Kunde, die ich seit lange erhielt, und nicht weniger war ich und mein Verleger darüber erfreut, daß Sie auch zu meinen Stücken in der Ausgabe Ihre Erläuterungen geben wollen. Mein sehnlichster Wunsch wäre, Ihnen auf irgend eine Weise bei dieser Arbeit Dienste leisten zu können; ist dies der Fall, so bitte ich, mich die Art und Weise wissen zu lassen, und verspreche im Voraus, daß es an meinem Eifer nicht fehlen soll. Wenn es mir irgend möglich wird, so bin ich gesonnen, im Laufe dieses Sommers einige Wochen in Dresden zuzubringen, um aus Ihren mündlichen Mittheilungen einen größeren Nutzen für die Sache, die mein Heiligstes ist, zu ziehen. Schließlich bitte ich Sie, mir ferner Ihre Theilnahme zu schenken, und verbleibe Ihnen zu innigem Dank verpflichtet, hochachtungsvoll
Ew. WohlgeborenergebensterKaufmann.
Ew. Wohlgeboren
ergebenster
Kaufmann.
Berlin, d. 31ten März 1830.
Verehrter Freund und Gönner!
Was müssen Sie von mir denken, daß ich all’ die Liebe und Freundschaft, die Sie mir geschenkt, die überaus gütige Aufnahme, die ich bei Ihnen fand, Ihre Theilnahme undBelehrung, all’ die herrlichen Stunden, die ich Ihrer großen Güte verdanke, so sehr vergessen konnte, Sie zwei Monate auf einen Brief warten zu lassen, und, wie ich nun durch Becker erfahren, Sie durch die verzögerte Übersendung der versprochenen Manuscripte förmlich in Verlegenheit zu setzen. Bei mir selbst kann ich das durch nichts verantworten, aber in Ihren Augen hoffe ich durch ein offenes Bekenntniß Gnade zu finden. Gleich nach meiner Rückkehr machte ich mich mit dem erhöhten Eifer, den mir mein Aufenthalt bei Ihnen eingeflößt, über den Macbeth her, mit dem festen Entschluß, ihn Ihnen zur versprochenen Zeit einzusenden. Aber da häuften sich Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten. Ich fand wieder recht, wie viel schwerer es ist, etwas umzuarbeiten und auszufeilen, als es neu zu übersetzen, und je strenger meine Anforderungen an mich in Bezug auf das Einzelne des Ausdrucks und die Eigenheiten des im Macbeth herrschenden Tones waren, desto schwerer wurde es mir, sie mit der Abrundung und Vollendung des Ganzen, und namentlich mit den Eigenheiten der Rhythmen zu verbinden; was ich auf der einen Seite besserte, verschlimmerte ich auf der andern, und konnte mir’s nie zu Dank machen. Ich verzweifelte fast, als ich die mir gesetzte Zeit verstreichen sah, und noch mit dem ersten Act nicht in’s Reine kommen konnte; und doch durfte ich auch wieder die Sache nicht leicht nehmen, da ich mir fest vorgenommen hatte, nicht eher mit der Arbeit wieder vor Ihren Augen zu erscheinen, bis daß ich das mir Möglichste daran gethan. So entstand in mir ein doppeltes Gewissen, eins, das mich zur Eile trieb, und ein anderes, das mich beim Zaudern hielt; mit leeren Händen wollt’ ich auch nicht kommen, und so schwieg ich lieber ganz. Wenn aber mein Zögern dennoch strafbar ist, so hab ichs gewiß durch das quälende Gefühl, Ihnen zu mißfallen, genugsam gebüßt; und wenn das noch nicht genügt, so bitte ich, ein bedeutendes Opfer, das ich durchmein Zögern meiner Pietät gegen unsern großen Dichter gebracht, mit in die Schale zu legen, und dann werden Sie mir gewiß verzeihen. Es war doch gewiß für einen jungen, ungenannten Schriftsteller der stärkste Antrieb zur Eile, wenn er dadurch hoffen konnte, in ganz kurzer Zeit unter den Auspicien seines verehrten Meisters seine Arbeit auf die Bühne gebracht, und sich selbst so gleichsam eingeführt zu sehen. Das alles gab ich dran, um meine Übersetzung auch nur einiger Maßen dem Original näher zu bringen, und die Aufschlüsse, die Sie mir gegeben, daran nach Kräften zu realisiren; wie wenig mir das auch gelungen ist, so werden Sie doch den guten Willen daran erkennen, und sich gewiß darüber freuen. Das andre Stück, die Nebenbuhler, habe ich vor mehreren Jahren schon übersetzt und hatte damals keine Absicht damit, als mich im dialogischen Ausdruck zu üben, woher ich es denn mit der Wörtlichkeit eben nicht genau nahm; können Sie indeß, so wie es ist, irgend Gebrauch davon machen, so steht es gern zu Diensten. Beide Stücke übergebe ich ganz Ihrer freien Disposition, daraus und damit zu machen, was Sie gut finden; und ich hoffe bald die Freude zu erleben, durch Ihre gütige Mitwirkung eines der Stücke auf der dortigen Bühne zu sehen. Hier werde ich mit Hoffnungen und glatten Worten gefüttert, und der König Lear bleibt unaufgeführt, während man alles mögliche Schlechte zusammensucht, um nur was Neues zu bringen. Der F.’sche Julius Cäsar ist auch zweimal über die Bühne gegangen, das zweite Mal bei sehr leerem Hause, und wird, da ihm die Recensenten sehr die Zähne weisen und vor der dritten Aufführung nicht beißen dürfen, wohl nicht wieder gegeben werden. Sie kennen glaub ich das Machwerk schon, sonst könnt ich Ihnen viel von der Lächerlichkeit und Frivolität dieser Bearbeitung erzählen, bei der man nicht weiß, ob man die Leichtfertigkeit der Auslassungen oder die freche Selbstgefälligkeit der höchsteignen Zusätze und Änderungenmehr bewundern soll. In einem eignen Aufsatz hat dieser Herr darzuthun gesucht: da doch Cäsar einmal der Held des Stückes sei, so höre mit seinem Tod das Interesse auf, und die Abkürzung der letzten Acte, bei denen es überhaupt dem Shakspeare auf ein Paar Scenen nicht angekommen, werde nothwendig. Der sauere mürrische Casca und der politische beredte Decius sind eine Person geworden, und um die Widersprüche zu versöhnen, läßt der Bearbeiter an der bekannten Stelle des Brutus: „Was für ein plumper Bursch ist dies geworden,“ den Cassius antworten: „ja, doch wenns gilt, so weiß er auch zu reden“ u. s. w. und dann überredet Casca den Cäsar aufs Capitol zu kommen. In der bekannten Rede läßt er den Anton ungefähr Folgendes sagen: „Er
überwand an jenem Tag dieParther,Und damals wars, als er das große Wort,„„Ich kam, ich sah, ich siegte““ heimgesandt,“ u. s. w.
überwand an jenem Tag dieParther,Und damals wars, als er das große Wort,„„Ich kam, ich sah, ich siegte““ heimgesandt,“ u. s. w.
überwand an jenem Tag dieParther,Und damals wars, als er das große Wort,„„Ich kam, ich sah, ich siegte““ heimgesandt,“ u. s. w.
überwand an jenem Tag dieParther,
Und damals wars, als er das große Wort,
„„Ich kam, ich sah, ich siegte““ heimgesandt,“ u. s. w.
Doch genug — Sie sehen, der Neid spricht aus mir.
Becker ist gestern Abend zum ersten Male im Opernhause, bei vollem Hause, als Fiesco aufgetreten, und hat eine sehr gute Aufnahme gefunden. Anfangs zwar opponirte das Publicum, (das gern gleich vorn herein weiß, wie es mit seinen Helden dran ist, und keine Halbheit, kein zweideutiges Betragen an ihnen leiden mag) dem Beifall Einiger, die es wagten, die fingirte Rolle zu beklatschen; dafür entschädigte es ihn aber auch nach Erzählung der Fabel bei den Worten: „aber es war der Löwe“ mit desto rauschenderem Beifall, und wiederholte denselben ungewöhnlich oft und allgemein bis zum Schluß, wo der Gast gerufen und mit lebhaftem Beifall empfangen wurde. Sein feines Spiel und die Grazie seiner Bewegungen, mit einem Wort das Vornehme, das er ausdrückt wird allgemein anerkannt. Noch muß ich Ihnen melden, daß als ich nach meiner Rückkehr nach Dresden den Herrn Grafen v. Redern besuchte, und ihm Ihre Grüße überbrachte, ersonst noch Aufträge von Ihnen an ihn zu erwarten schien, und mich danach fragte, überhaupt so genaue Kundschaft, als ich sie eben geben konnte, von Ihrem Wirken bei der dortigen Bühne und den sichtbaren Früchten desselben bei mir einzog, und darauf lebhaft den Wunsch aussprach, Sie hier bei der Bühne angestellt zu sehen. Obgleich er mir Stillschweigen auferlegte, so kann ichs Ihnen doch nicht verschweigen.
Nehmen Sie schließlich nochmals meinen herzlichsten Dank für all die Liebe und Freundschaft und all die unvergeßlichen Stunden, die ich in Ihrem Kreise verlebt; haben Sie die Güte, mich der Frau Gemahlin und werthen Familie, der Frau Gräfin von Finkenstein und den übrigen Freunden, zu empfehlen, und leben Sie recht wohl.
HochachtungsvollIhr ergebensterKaufmann.
Hochachtungsvoll
Ihr ergebenster
Kaufmann.
Die beiden Manuscripte schickte ich mit der fahrenden Post.
Nochmals bitte ich, mir mein Schweigen zu verzeihen, und, wenn auch nur mit einer Zeile mich deßhalb zu beruhigen. Nach Wien und München habe ich ebenfalls den Macbeth abgeschickt.