Mendelssohn-Bartholdy, Felix.

Geb. am 3. Februar 1809 zu Hamburg, gestorben zu Leipzig am 4. November 1847.Von einem Manne, der sich mit unvergänglichen Ton-Dichtungen die Seelen der Weisesten, Edelsten und Besten seiner Zeitgenossen zu eigen gemacht; der jetzt im brieflichen Nachlaß auch durch inhaltschweresWort Geister und Herzen neu für sich erweckte; von einem solchen Manne ist jedes Zettelchen, worauf seine Handschrift ruht, ein glücklicher Fund. Die nachstehenden drei Zuschriften scheinen auf den ersten Anblick nur geschäftliche zu sein. Für seine treuen Anhänger möchten sie mehr bedeuten, und namentlich die erste derselben kann als schöner Belag gelten, wie ernst und tief er seine Kunst betrachtete; wie heilig ihm gewesen, was vielen anderen Komponisten nur Mittel zu Nebenzwecken ist.

Geb. am 3. Februar 1809 zu Hamburg, gestorben zu Leipzig am 4. November 1847.

Von einem Manne, der sich mit unvergänglichen Ton-Dichtungen die Seelen der Weisesten, Edelsten und Besten seiner Zeitgenossen zu eigen gemacht; der jetzt im brieflichen Nachlaß auch durch inhaltschweresWort Geister und Herzen neu für sich erweckte; von einem solchen Manne ist jedes Zettelchen, worauf seine Handschrift ruht, ein glücklicher Fund. Die nachstehenden drei Zuschriften scheinen auf den ersten Anblick nur geschäftliche zu sein. Für seine treuen Anhänger möchten sie mehr bedeuten, und namentlich die erste derselben kann als schöner Belag gelten, wie ernst und tief er seine Kunst betrachtete; wie heilig ihm gewesen, was vielen anderen Komponisten nur Mittel zu Nebenzwecken ist.

Berlin, 15. October 1842.

Euer Hochwohlgeboren

übersende hierbei mit bestem Danke die Übersetzung der Medea des Euripides, welche ich, Ihrem Wunsche gemäß, in der Idee einer künftigen Aufführung und namentlich einer musikalischen Behandlung der Chöre durchgelesen und wohl bedacht habe. Zu meinem Bedauern bin ich aber von Neuem zu dem Resultat gekommen, welches ich Ihnen schon mündlich anzudeuten die Ehre hatte; die Schwierigkeiten einer Darstellung dieses Stückes scheinen mir so groß, namentlich in Hinsicht der Chöre, daß ich mir die genügende Lösung dieser Aufgabe nicht zutraue, und die Composition daher nicht übernehmen kann.

Erlauben Sie mir zugleich die Versicherung, daß es mir hier wie überall die größte Freude machen würde, wenn ich mit meiner Musik zur Ausführung Ihrer Pläne nach Kräften mit beitragen könnte, und daß ich mir herzlich eine Gelegenheit wünsche, Ihnen dies durch die That, nicht blos durch Worte darzuthun.

Mit vollkommner Hochachtung

Euer HochwohlgeborenergebensterFelix Mendelssohn-Bartholdi.

Euer Hochwohlgeboren

ergebenster

Felix Mendelssohn-Bartholdi.

Bad SodenimTaunus, den 18ten July 1845.

Hochgeehrtester Herr Geheime Rath!

Haben Sie tausend Dank für Ihre freundlichen Zeilen vom 8ten, die ich erst gestern von einer kleinen Reise zurückkehrend empfing und nun zu beantworten eile. Hr. v. Küstner hat die Partitur meiner Musik zum Ödipus bereits in Händen, und ohne Zweifel wird für das Ausschreiben derselben und für die weiteren Vorbereitungen Sorge getragen, so daß meine persönliche Gegenwart nur zu den eigentlichen Musikproben erforderlich sein wird. Da nun Se. Majestät der König, wie Sie mir sagen, das Ende dieses oder den Anfang des nächsten Monats zur Aufführung festgesetzt hat, so habe ich mich darauf eingerichtet, gegen Mitte August, also 3 Wochen vorher, in Berlin einzutreffen, und von meiner Seite wird also kein Hinderniß dem Königl. Befehle entgegenstehen. Sehr dankbar würde ich nun aber Ihnen, verehrtester Herr Geheime Rath sein, wenn Sie mit den Vorbereitungen für die Tragödie selbst und die darin mitwirkenden Schauspieler denselben Termin festhalten, und auch Hrn. von Küstner wo möglich dahin bestimmen wollten die Aufführung nicht länger, als bis zur angegebenen Zeit zu verzögern. Der König kommt, wie mir Herr von Massow schrieb, injedem Fallgegen Ende August wieder nachSans-Souci, geht aber früh im September zu den Manoeuvres und kommt dann erst gegen Ende September zurück. Würde nun die Aufführung verschoben, so müßte sie auch gleich bis Ende September ausgesetzt bleiben, wodurch ich in eine sehr große Verlegenheit geriethe, da es mir sehr schwer, wenn nicht unmöglich sein wird, zu Ende September in Berlin zu sein, während ich mich, wie gesagt, auf die jetzt bestimmte Zeit nun schon eingerichtet habe. Daher bitte ich Sie recht inständig und dringend,verehrtester Herr Geheimerath, mit den Vorbereitungen der Schauspieler &c.sogleichHand ans Werk zu legen, und auch Hrn. von Küstner zu möglichst energischen Vorbereitungsmaßregeln zu bestimmen, damit wenigstens von unsrer Seite die Zeit, welche Se. Majestät der König bestimmt hat, eingehalten werden kann. Sie erweisen mir persönlich noch einen sehr großen Gefallen dadurch.

Wie freue ich mich nun, Sie von Angesicht wiederzusehen und Ihnen den Dank für so viele große und schöne Genüsse, die ich Ihnen verdanke, und all meine Freude daran — abermals zu verschweigen! Denn mit dem Aussprechen davon ist es nicht gethan, und mir gelingt es immer am wenigsten damit. Aber hoffentlich treffe ich Sie in gestärkter Gesundheit und unveränderter geistiger Fröhlichkeit und Kraft! Stets Ihr ergebner

Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Leipzig, d. 4. Sept. 1845.

Hochgeehrter Herr Geheime Rath!

Meinen schönsten Dank für Ihre so eben erhaltnen geehrten Zeilen. Zu den eigentlichen Clavier-Proben ist ja wohl meine Gegenwart nicht mehr nothwendig, da ich mich bei meiner vorigen Reise mit dem Herrn M. D. Elsler sowie mit den Chorsängern über Tempo und Vortrag meiner Chöre bereits ausführlich verständigt habe, und also erst bei den Scenen-Proben, sobald die Musik vollständig memorirt ist, wieder einzutreten wünschen würde. Sollten Sie inzwischen über die Zeit der Aufführung (die nach Ihrer wie nach der Mittheilung des Comités noch immer ganz unbestimmt ist) etwas Näheres erfahren, so würde ich Sie bitten, mir es sogleich durch ein Paar Zeilen mitzutheilen, da ich mindestens 10–12 Tage vor der Aufführung dort sein und ebensovielProben halten möchte. Hoffentlich werden ja nicht gerade die Tage zwischen dem 20sten und 30sten d. M. bestimmt werden, die einzige Zeit des ganzen Jahres, in der es mir schwer oder unmöglich wäre, persönlich bei der Aufführung zugegen zu sein.

Mit vollkommenster Hochachtung stets

Ihr ergebensterFelix Mendelssohn-Bartholdy.

Ihr ergebenster

Felix Mendelssohn-Bartholdy.


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