Geboren am 21. Juni 1798 zu Waldenburg in Schlesien. — Lebt seit 1825 in Stuttgardt. — Streckverse (1823.) — Geschichte der Deutschen, 3 Bde. (1824, 25.) — Die deutsche Litteratur, 2 Bde. (1828.) — Rübezahl, Märchen (1830.) — Furore, Roman, 3 Bde. (1851.) — Geschichte Europa’s &c. 2 Bde. (1853.) — Deutsche Dichtung von der ältesten bis auf die neueste Zeit, 3 Bde. (1859.) — Die letzten 120 Jahre der Weltgeschichte, 6 Bde. (1860.) — u. s. w. Unzählige kritische u. a. Abhandlungen, Aufsätze, Journal-Artikel. —Es erweckt ein eignes, angenehmes Gefühl, den nach so manchen Richtungen hin feindselig-herben Schriftsteller, als Tieck’s aufrichtigen, warmen Verehrer, auch in persönlicher Beziehung liebevoll und mild zu finden.
Geboren am 21. Juni 1798 zu Waldenburg in Schlesien. — Lebt seit 1825 in Stuttgardt. — Streckverse (1823.) — Geschichte der Deutschen, 3 Bde. (1824, 25.) — Die deutsche Litteratur, 2 Bde. (1828.) — Rübezahl, Märchen (1830.) — Furore, Roman, 3 Bde. (1851.) — Geschichte Europa’s &c. 2 Bde. (1853.) — Deutsche Dichtung von der ältesten bis auf die neueste Zeit, 3 Bde. (1859.) — Die letzten 120 Jahre der Weltgeschichte, 6 Bde. (1860.) — u. s. w. Unzählige kritische u. a. Abhandlungen, Aufsätze, Journal-Artikel. —
Es erweckt ein eignes, angenehmes Gefühl, den nach so manchen Richtungen hin feindselig-herben Schriftsteller, als Tieck’s aufrichtigen, warmen Verehrer, auch in persönlicher Beziehung liebevoll und mild zu finden.
Stuttg., d. 1. Juli 1828.
Verehrtester Herr!
Leider hat mich Ihr so angenehmer Brief in einem Wirrwarr von Geschäften angetroffen, aus dem ich mich nur schwer werde herauswickeln können. Wenn es mir aber nur irgend möglich ist, so komme ich noch am Ende dieser Woche nach Baden, um Ihnen meine Aufwartung zu machen.
Sie beschämen mich durch Ihr freundschaftliches Zuvorkommen. Es war längst mein Wunsch, den Mann kennen zu lernen, den ich unter allen unsren Dichtern, wie Sie wissen, am meisten liebe. Allein ich wollte Ihnen nicht beschwerlich fallen; ich begnügte mich, Sie im Stillen zu verehren, bis mein Buch über die Literatur mich veranlaßte und verpflichtete, Ihnen öffentlich meine Huldigung darzubringen.
In der Hoffnung, Sie bald zu sprechen, enthalte ich mich, hier Materien zu berühren, die nicht leicht in einem Briefe zu erschöpfen sind. Ich bemerke Ihnen nur in Beantwortung Ihrer Fragen, daß ich Ihre Vorrede zur Felsenburg und zu Lenz gelesen habe; ferner daß der frühere Aufsatz in den Europ. Blätternüber Sienicht von mir, sondern von Follen herrührt, während allerdings alle andern dort erschienenen kritischen Aufsätze über Goethe &c. von mir sind. WasN...[8]betrifft, so ist derselbe vor etwa 2 Monaten nach Amerika ausgewandert. Durch Arbeitsscheu und Verlogenheit verdarb er sich vollends allen Credit und um einer noch schlimmern Zukunft im Vaterlande zu entgehn, hat er sich mit der Aussicht auf ein Viceviat in den V. Staaten über Meer schicken lassen.
Ich eile, alle Anstalten zu treffen, um Sie noch in Baden besuchen zu können. Wenn es mir wider Erwarten durchaus unmöglich werden sollte, abzukommen, so werde ich Sie doch ganz gewiß hier auf Ihrer Rückreise sehn, und Sie werden mich in jedem Fall hier antreffen. — Meine Hochachtung, meine Liebe bedarf keiner neuen Versicherung. Ewig
IhrergebnerMenzel.
Ihr
ergebner
Menzel.
P. S.Die Addresse Ihres Briefes giebt mir einen Titel, welcher mir nicht zukommt. Ich bitte mich vom Hofrath zum simplen Doctor zu degradiren.
Stuttgart, d. 24. Sept. 1823.
Verehrtester Herr und Freund!
Ich erlaube mir, Ihnen im Überbringer dieses Briefes den ältesten Sohn desDr.Schott zu empfehlen, dessen Familie Sie hier kennen gelernt haben. Er reist nach Berlin, wo er als Theologe Schleyermachers Unterricht benutzen will.
Herr von Cotta wird Ihnen bereits geschrieben haben, daß er auf die Bedingungen, welche Sie so gütig waren, mir zurückzulassen, eingegangen ist, und nun bitte ich Sie, theuerster Herr Hofrath, wenn Sie sich von Ihrer Reise erholt haben, lassen Sie uns nicht die letzten seyn, an welche Sie denken werden.
Sie haben hier einen ungemein lieblichen Geruch zurückgelassen. Ihre persönliche Erscheinung hat bey denen, welche Sie längst um Ihrer Schriften willen liebten, einen Enthusiasmus erzeugt, der über dem Dichter sogar seine Werke vergaß. Kann ich Ihnen,ohne zu täppisch zu werden, auch den schönen Eindruck schildern, den Sie auf mich gemacht haben? Ihre Liebenswürdigkeit, Ihre Ruhe, Ihre Klarheit hat mich in der innersten Seele erquickt, und wenn Sie mich auch in Bezug auf andre Dichter nicht bekehrt haben, so hat doch meine Liebe zu Ihnen so viel mehr an Lebhaftigkeit gewonnen, als es Ihnen gehn würde, wenn Shakespeare selbst Sie einmal bey der Zeichnung seines Bildes überraschte. Sie selbst sind Schuld, daß ich weniger als je zu Goethes Fahnen schwören kann. Je mehr Sie mir zeigen wollen, daß ich auch an Goethe lieben müsse, was ich an Ihnen liebe, desto schärfer unterscheid ich Sie beyde.
Mehr als dieser Goethesche Streit liegt es mir auf dem Herzen, daß Sie, wie es mir wenigstens schien, einigemalEmpfindlichkeit gegen die pöbelhaften Angriffe blicken ließen, die man auf Sie gemacht hat und macht. Ihnen wäre wahrlich auch der kleinste Ärger darüber weniger zu verzeihen, als jenen die ärgste Verruchtheit selbst. Sie stehen so hoch, und wenn es Sie so liebenswürdig macht, daß Sie es nicht ganz zu wissen scheinen, so fühlen Sie es wenigstens in dem Augenblick, wo sich andre so tief erniedrigen, Sie beschimpfen zu wollen.
Jakob Böhme ist durch die Schuld des saumseligen Verlegers noch immer nicht angefangen. Sobald der erste Band gedruckt ist, werden Sie ihn erhalten. Ich denke diesen Winter auch fleißig an meiner Ästhetik zu arbeiten, und bitte Sie im Voraus, daß Sie mir erlauben, Ihnen dieselbe dediciren und das Manuscript vor dem Abdruck zusenden zu dürfen, da mir an Ihrem Urtheil sehr viel liegt.
Ihren Mittheilungen für das Morgenblatt, und besonders auch für das Literaturblatt seh ich mit der größten Begierde entgegen. Es wäre mir äußerst erwünscht, wenn die belletristische Kritik in diesem Blatte mehr gehoben würde. Wissen Sie niemand, der noch dafür tauglich wäre? Ich muß dafür sorgen, daß Ihr Name nicht gar zu vereinzelt steht, daß hinter dem Mond auch einige Sterne sich sammeln. Die Dresdner Morgenzeitung war im Ganzen eine zu schlechte Folie für Ihre Edelsteine. Ich wünschte sehr, das Literaturblatt möchte Ihrer würdiger seyn.
Indem ich Ihnen die erfurchtsvollsten und herzlichsten Grüße meiner Frau und aller meiner Freunde ausrichte, bitte ich Sie zugleich, mich der Frau Gräfin und Ihrer liebenswürdigen Tochter aufs angelegentlichste zu empfehlen. Mit unwandelbarer Ergebenheit
IhrMenzel.
Ihr
Menzel.
N. B.Die spanischen Bücher und ein aus Straßburg gekommenes Paket hab ich wenige Tage nach Ihrer Abreise von hier durch die Frankhsche Buchhandlung an Ihre Addresse in Dresden abgehn lassen.
Stuttg., d. 6ten Aug. 1829.
Verehrtester Herr Hofrath!
Ist es mir erlaubt, bescheiden bey Ihnen anzuklopfen und mich Ihrem gütigen Andenken zu empfehlen, indem ich Ihnen schüchtern mein neues poetisches Product überreiche? Da Sie mein letztes Schreiben unbeantwortet gelassen und auch unsern Wünschen in Betreff des Morgen- und Literatur-Blattes nicht entsprochen haben, muß ich fürchten, Ihnen als ein lästiger Mahner zu erscheinen. Allein so schmerzlich mir auch Ihr Stillschweigen gewesen ist, unterstehe ich mich doch, was Ihnen gefällt, nicht einmal zu glossiren, geschweige übel zu nehmen. Die Liebe und Ehrfurcht, die ich für Sie hege, würden sehr verdunkelt werden, wenn sie Ihnen im mindesten lästig fielen.
Ich setze daher auch voraus, daß Sie nur in dem Falle meinen Brief beantworten werden, wenn Ihnen das dramatische Mährchen, das er begleitet, einer Berücksichtigung würdig scheint. In diesem Falle bitte ich Sie, mir Ihre Meinung darüber zu sagen und mir einen Wink zu geben, der auf meine künftigen poetischen Bestrebungen wohlthätigen Einfluß üben kann. Im entgegengesetzten Fall werde ich in Ihrem Stillschweigen die Verurtheilung meines poetischen Talentes lesen und mich nicht darüber beklagen, da ich es selbst schon seit geraumer Zeit verurtheilt hatte, und eigentlich nicht weiß, wie ich auf den Einfall gerathen bin, dieses Mährchen zu schreiben.
Ich bitte mich der Frau Gräfin und Fräulein Dorotheen angelegentlichst zu empfehlen und bleibe mit unwandelbarer Liebe und Verehrung
IhrergebensterMenzel.
Ihr
ergebenster
Menzel.
Stuttgart, 25. Sept. 1835.
Verehrtester Herr und Freund!
Im Auftrage des Vereins, der das Denkmal Schillers besorgt, soll ich Sie dringend bitten, uns ein kleines Blatt von Ihrer Hand für das Album Schillers zu schicken. Der gedruckte Plan liegt bey. Der König von Bayern und eine große Menge der ausgezeichnetsten Gelehrten und Dichter haben uns bereits Blätter geschickt. Ihrem Herzen wäre es angemessen, es wäre höchst edel, würde einen sehr guten Eindruck machen, und Ihnen aufs neue viele Freunde machen, wenn Sie sich der Aufforderung nicht entzögen, auch ein Blatt in den Denkstein Schillers niederzulegen. Ich bitte sehr darum.
Neuerdings haben sich wieder junge ungezogene Leute aufgethan in einem gegen Sie sehr feindseligen Geist. Ich werde diese Menschen mit aller mir zu Gebot stehenden Energie bekämpfen und sowohl in meinem Literaturblatt, als in der zweiten Auflage meiner „Deutschen Literatur,“ an der jetzt gedruckt wird, Ihre Sache kräftig vertreten.
In der alten, nie wankenden Liebe
IhrergebensterMenzel.
Ihr
ergebenster
Menzel.
Stuttg., 4. Oct. 1838.
Verehrtester Herr und Freund!
Herr von Bülow wird Ihnen gesagt haben, daß ich durch die lange Abwesenheit des durch den Tod seiner Frau tief erschütterten Herrn von Cotta außer Stand gesetzt war, Ihnen früher seine Entschließung zu melden. Er ist endlich zurückgekehrt und hat mir gesagt, er habe bereits an Herrn von Bülow geschrieben. Ich hoffe demnach, daß diese Angelegenheit in Richtigkeit gebracht werden wird. In Bezug auf das, was Sie mir noch besonders aufgetragen, hat mich Cotta gebeten, Ihnen zu antworten: Er sey mit dem größten Vergnügen bereit in jedwede buchhändlerische Unternehmung mit Ihnen einzutreten, entsinne sich aber nicht, daß Sie ihm desfalls schon irgend einenbestimmtenVorschlag gemacht hätten. Es wird also nur von Ihnen abhängen, das Nähere mit ihm zu besprechen. Wenn Sie nicht nach einer andern Seite hin verpflichtet sind, so würde Ihren sämmtlichen Werken wohl keine Firma besser anstehen, als die von Cotta.
Wenn Ihnen der Himmel nicht vergönnen sollte, die ganze und völlige Gesundheit wiederzuerlangen, so wollen wir ihn wenigstens bitten, Sie bey der bisherigen Dauerbarkeit, Fülle des Organs und herrlichen Jugend und Klarheit des Geistes zu erhalten, die Ihren Krankheitszustand fast beneidenswürdig macht. Ich wünsche sehr, einmal wieder in Ihr helles und tiefes Auge blicken zu können. Hoffentlich sehn wir Sie einmal wieder in Baden. Vielleicht unternehme ich endlich nach zwanzig Jahren wieder einmal eine Reise nach Norddeutschland und besuche Sie.
Uhland, Reinbeck, Hartmann, Schott, meine Frau, alle Ihre hiesigen Freunde empfehlen sich Ihnen aufs angelegentlichste. Uhland ist eben hier beym Landtag. Schwab aber ist schonseit einem Jahre aufs Land gezogen und lebt als Pfarrer gar idyllisch. Mit den herzlichsten Wünschen für Ihr Wohl und mit der Bitte, mich den Ihrigen ehrerbietigst empfehlen zu wollen
Ihrtreu ergebnerMenzel.
Ihr
treu ergebner
Menzel.
Stuttg., 27. Dez. 1839.
Verehrtester Herr und Freund!
Wir hoffen auf die in der Anlage bezeichnete Art und Weise seltene Sachen zum Druck zu befördern, für welche sich schwerlich ein Verleger finden würde. Wir wünschen besonders die höhere Aristokratie dafür zu interessiren. An Sie, als den Freund und tiefen Kenner altdeutscher und altromanischer Poesie geht nun die Bitte, uns mit Rath und That zu unterstützen und uns auf Manches aufmerksam zu machen, was des Abdrucks würdig wäre. Auch schmeicheln wir uns, Sie werden, wenn Ihnen unser Unternehmen gefällt, die höhern Kreise, in denen Sie walten, dafür interessiren.
Wir haben unter Anderm im Sinn, einige altspanische Romane abdrucken zu lassen. Was halten Sie davon?
Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und den herzlichsten Empfehlungen an die Theuern, die Ihnen angehören
IhrergebensterMenzel.
Ihr
ergebenster
Menzel.