Geboren zu Breslau am 21. Nov. 1768, gestorben in Berlin am 12. Febr. 1834.Reden über die Religion (1799.) — Monologe (1800.) — Predigten, sieben Sammlungen (1801 bis 1833.) — Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre (1803.) — Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche, 2 Bde. (1821–22.) —Die drei kurzen Briefchen geben in ihrer lakonischen Gedrungenheit, welche eben nur ausspricht, was sie sagen will, dieses dann bestimmt und klar, ein Bild des außerordentlichen Mannes, wie er sich im geselligen Umgange zeigte. Daß diese seine Kürze nicht immer ohne Schärfe blieb, und daß er mit wenig Worten zu treffen pflege, verhehlten auch die wärmsten Freunde nicht, wenngleich sie andrerseits die Milde seines Gemüthes nicht innig genug rühmen konnten. Er war fast eben so gefürchtet als geliebt. Wie denn wohl auch in seinen sublimen Kanzelreden philosophirende Dialektik bisweilen von sanft-herrnhuterischer Mystik durchweht wurde. Und gerade dieser Dualismus machte ihn zum Lieblingsprediger wahrhaft gebildeter, denkender und fühlender Hörer.Daß aber auch Er, dem es an Skepsis — namentlich Tieck gegenüber! — durchaus nicht mangelte, sieben volle Jahre brauchte, um den frommen Glauben an Vollendung der „Cevennen“ aufzugeben, ist fast rührend.
Geboren zu Breslau am 21. Nov. 1768, gestorben in Berlin am 12. Febr. 1834.
Reden über die Religion (1799.) — Monologe (1800.) — Predigten, sieben Sammlungen (1801 bis 1833.) — Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre (1803.) — Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche, 2 Bde. (1821–22.) —
Die drei kurzen Briefchen geben in ihrer lakonischen Gedrungenheit, welche eben nur ausspricht, was sie sagen will, dieses dann bestimmt und klar, ein Bild des außerordentlichen Mannes, wie er sich im geselligen Umgange zeigte. Daß diese seine Kürze nicht immer ohne Schärfe blieb, und daß er mit wenig Worten zu treffen pflege, verhehlten auch die wärmsten Freunde nicht, wenngleich sie andrerseits die Milde seines Gemüthes nicht innig genug rühmen konnten. Er war fast eben so gefürchtet als geliebt. Wie denn wohl auch in seinen sublimen Kanzelreden philosophirende Dialektik bisweilen von sanft-herrnhuterischer Mystik durchweht wurde. Und gerade dieser Dualismus machte ihn zum Lieblingsprediger wahrhaft gebildeter, denkender und fühlender Hörer.
Daß aber auch Er, dem es an Skepsis — namentlich Tieck gegenüber! — durchaus nicht mangelte, sieben volle Jahre brauchte, um den frommen Glauben an Vollendung der „Cevennen“ aufzugeben, ist fast rührend.
Von der InselRügen, 2/9. 24.
Lieber Freund!in der Ungewißheit über den Postenlauf von dieser entlegenen Gegend aus und auch über dieModificationen, die Schedens[22]Plan mag erlitten haben, wende ich mich wegen der Einlage an Sie mit der Bitte um gütige Abgabe, wenn Schedens noch in Dresden sind, oder noch dahin zurückkehren. Im entgegengesetzten Fall übernehmen Sie wol die Mühe, Berlin darauf zu setzen und den Brief dorthin zu senden.
Gute Gesundheit und viel Freude. Vor allen Dingen abermachen Sie die Cevennen fertig.
Schleiermacher.
Schleiermacher.
Berlin, 14ten Jul. 30.
Ich kann dem Ueberbringer dieses, meinem Sohn Ehrenfried v. Willich nichts angenehmeres wünschen als daß er Sie noch in Dresden finde, und Sie werden es der väterlichen Liebe verzeihen, wenn ich ihn Ihnen zusende. Meinen Dank bin ich Ihnen noch schuldig für die Bekanntschaft Ihres medicinischen Freundes. Leider war nur während der kurzen Zeit seines Hierseins ein solcher baulicher Unfug in unserer Wohnung, daß wir gar keine Fremde bei uns sehn konnten.
Ueber unsere Freunde und besonders den Verstorbenen[23]spräch ich gern mit Ihnen. Aus andern Aeußerungen war es mir so erschienen, als habe er sich in der letzten Zeit vom Katholizismus wieder mehr abgewendet und zu der indischen Weisheit hin, die er in seinem Buche so wenig günstig behandelthatte. Es gehört zum consequenten Philosophiren auch eine gewisse Stärke des Charakters und diese mag ihm wohl am meisten gefehlt haben. Wenn ich in diesem Jahr noch eine Reise machen kann, so denke ich auf ein Paar Wochen nach Paris zu gehen, und das führt mich leider nicht zu Ihnen.
Meine besten Grüße an die Ihrigen und an unsere Freundin Alberti, wenn sie noch bei Ihnen ist.
Schleiermacher.
Schleiermacher.
Berlin, d. 9ten Mai 1831.
Diesmal lieber Freund ist es ein Amerikaner, den ich Ihnen zusende Mr. Walter-Haven; aber ich weiß wirklich nicht mehr aus welchem Staat. Er hat sich hier schon sehr degourdirt, und Sie werden gewiß auch Ihren Beitrag dazu geben, dies gute Werk an ihm zu fördern. Wenn nur Jeder, den ich Ihnen schicke, zugleich ein Executor wäre für dieCevennen!aber leider habe ich nun alle Hoffnung aufgegeben.
Mir ist die Reise, auf der wir uns zuletzt sahen, nicht sonderlich bekommen. Ich fand noch in Basel die Brechruhr, und habe mich mit der lezten Hälfte davon den ganzen Winter gequält. Jetzt endlich bin ich ganz frei von allen Nachwehn. Mögen Sie besseres rühmen können. Empfehlen Sie mich allen Ihrigen auf das beste.
Schleiermacher.
Schleiermacher.