Geb. am 4. Nov. 1784 zu Grünberg im Großherzogthum Hessen, seit 1819 Professor der Philologie an der Universität Bonn.Hervorragender Alterthumsforscher; vorzüglich berühmt durch seine Schriften über die griechische Tragödie, hauptsächlich über die Aeschyleische Trilogie. — Siehe diese Briefchen.
Geb. am 4. Nov. 1784 zu Grünberg im Großherzogthum Hessen, seit 1819 Professor der Philologie an der Universität Bonn.
Hervorragender Alterthumsforscher; vorzüglich berühmt durch seine Schriften über die griechische Tragödie, hauptsächlich über die Aeschyleische Trilogie. — Siehe diese Briefchen.
Bonn.
Einige Unterhaltungen über Griechische Tragödie mögen mir zur Einleitung dienen, um Ihnen eine lange philologische Diatribe über den Ajax zu überreichen. Die Unterhaltungen alle und die kleinen Wanderungen, an denen ich damals das Vergnügen hatte, Theil zu nehmen, und die Vorlesungen sind mir so lebhaft in der Erinnerung geblieben, daß ich immer sehr beklagt habe, den Wunsch und Vorsatz, den ich damals hatte, Dresden bald zu besuchen, nicht ausführen zu können. Vielleicht geschieht es nun bald; denn einmal muß ich doch Dresden kennen lernen und Sie wieder sehen, Verehrtester. Von den liebsten Freunden hoffe ich, bey ihrer Rückkehr, zu hören, daß Sie sich wohl befinden und in der gewohnten Thätigkeit, wovon ich seither so manchen Beweis sah, heiter leben.
Mit wahrer Verehrung und Anhänglichkeit
der IhrigeF. G. Welcker.
der Ihrige
F. G. Welcker.
Bonn, 19. Apr. 1840.
Die späte Zusendung meiner Griechischen Tragödien an den gütigsten Gönner meiner Arbeiten der Art, dem ich vor Allen sie zu überreichen mich getrieben fühle, würde sträflich seyn, läge das Sträfliche nicht in der Saumseligkeit, das Buch nicht zu vollenden. So weit als es jetzt ist, war es vor meiner Reise nach Dresden vor einem Jahr, und der Rest des Manuscripts sollte gleich nach der Rückkehr abgedruckt werden. Unterbrechungen sind schlimm, und von einer Zeit zur andernwurde die Wiederaufnahme des Drucks verschoben, so daß der Verleger längst den fertigen Theil ausgegeben hat und ich einen dritten, vorher nicht beabsichtigten Abtheilungstitel setzen muß. Der Wunsch allein, Ihnen ein Ganzes vorzulegen, Hochverehrter, damit Sie vielleicht an dessen Einrichtung ein Gefallen fänden, was Sie im Einzelnen, zum Theil auch nach der Natur der Sachen, am häufigsten vermissen könnten, ist Ursache meines Zögerns gewesen. Doch alles muß sein Ziel finden, und ich hoffe, daß der Schluß nicht zu lang auf diese Theile nachfolgen wird, um die Beurtheilung der Absicht des ganzen Unternehmens noch zeitig genug zu ergänzen. Darf ich auf einige Stücke besonders aufmerksam machen, so nenne ich Peleus, Triptolemos, Tereus, Thamyris von Sophokles, Andromeda, Sthenelos, Kresphontes von Euripides.
Löbells neuliche Reise hat den Gedanken, indem ich oft mich wiege, recht rege in mir gemacht, wie glücklich ich seyn würde, recht viele Abendstunden in Ihrer mich auf allen Seiten ergreifenden Unterhaltung zubringen zu können.
Mit der reinsten Verehrung und Anhänglichkeit empfiehlt sich Ihrem freundlich geneigten Andenken
F. G. Welcker.
F. G. Welcker.
Den Beyschluß für die Stadtpost wollen Sie entschuldigen.