Chapter 2

Man fährt sich vorüber, man nicket, man grüßtMit dem Taschentuch aus der Karosse;Man hätte sich gerne geherzt und geküßt,Doch jagen von hinnen die Rosse.

Kaum trafen wir uns auf derselben Station,Herzliebster Prinz Alexander,Da bläst schon zur Abfahrt der PostillonUnd bläst uns schon auseinander.

Wahrhaftig

Wenn der Frühling kommt mit dem Sonnenschein,Dann knospen und blühen die Blümlein auf;Wenn der Mond beginnt seinen Strahlenlauf,Dann schwimmen die Sternlein hintendrein;Wenn der Sänger zwei süße Äuglein sieht,Dann quellen ihm Lieder aus tiefem Gemüt; —Doch Lieder und Sterne und Blümelein,Und Äuglein und Mondglanz und Sonnenschein,Wie sehr das Zeug auch gefällt,So macht's doch noch lang keine Welt.

Sonette

An A. W. v. Schlegel

Im Reifrockputz, mit Blumen reich verzieret,Schönpflästerchen auf den geschminkten Wangen,Mit Schnabelschuhn, mit Stickerein behangen,Mit Turmfrisur, und wespengleich geschnüret:So war die Aftermuse ausstaffieret,Als sie einst kam, dich liebend zu umfangen.Du bist ihr aber aus dem Weg gegangen,Und irrtest fort, von dunkeln Trieb geführet.Da fandest du ein Schloß in alter Wildnis,Und drinnen lag, wie'n holdes Marmorbildnis,Die schönste Maid in Zauberschlaf versunken.Doch wich der Zauber bald, bei deinem GrußeAufwachte lächelnd Deutschlands echte Muse,Und sank in deine Arme liebestrunken.

An meine Mutter, B. Heine, geborene von Geldern

Ich bin's gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,Ich würde nicht die Augen niederschlagen.Doch, liebe Mutter, offen will ich's sagen:Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,In deiner selig süßen, trauten NäheErgreift mich oft ein demutvolles Zagen.Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,Und blitzend sich zum Himmelslichte schwingetQuält mich Erinnerung, daß ich verübetSo manche Tat, die dir das Herz betrübet?Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?

Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen,Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende,Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände,Um liebevoll die Liebe zu umfassen.Die Liebe suchte ich auf allen Gassen,Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände,Und bettelte um gringe Liebesspende —Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen.Und immer irrte ich nach Liebe, immerNach Liebe, doch die Liebe fand ich nimmer,Und kehrte um nach Hause, krank und trübe.Doch da bist du entgegen mir gekommen,Und ach! was da in deinem Aug geschwommen,Das war die süße, langgesuchte Liebe.

An H.S.

Wie ich dein Büchlein hastig aufgeschlagen,Da grüßen mir entgegen viel vertraute,Viel goldne Bilder, die ich weiland schauteIm Knabentraum und in den Kindertagen.Ich sehe wieder stolz gen Himmel ragenDen frommen Dom, den deutscher Glaube baute,Ich hör der Glocken und der Orgel Laute,Dazwischen klingts wie süße Liebesklagen.Wohl seh ich auch, wie sie den Dom umklettern,Die flinken Zwerglein, die sich dort erfrechenDas hübsche Blum- und Schnitzwerk abzubrechen.Doch mag man immerhin die Eich entblätternUnd sie des grünen Schmuckes rings berauben —Kommt neuer Lenz, wird sie sich neu belauben.

Fresko-Sonette an Christian S.

Ich tanz nicht mit, ich räuchre nicht den Klötzen,Die außen goldig sind, inwendig Sand;Ich schlag nicht ein, reicht mir ein Bub die Hand,Der heimlich mir den Namen will zerfetzen.Ich beug mich nicht vor jenen hübschen Metzen,Die schamlos prunken mit der eignen Schand;Ich zieh nicht mit, wenn sich der Pöbel spanntVor Siegeswagen seiner eiteln Götzen.Ich weiß es wohl, die Eiche muß erliegen,Derweil das Rohr am Bach, durch schwankes Biegen,In Wind und Wetter stehn bleibt, nach wie vor.Doch sprich, wie weit bringts wohl am End solch Rohr?Welch Glück! als ein Spazierstock dients, dem Stutzer,Als Kleiderklopfer dients dem Stiefelputzer.

Gib her die Larv, ich will mich jetzt maskierenIn einen Lumpenkerl, damit Halunken,Die prächtig in Charaktermasken prunken,Nicht wähnen, Ich sei einer von den Ihren.Gib her gemeine Worte und Manieren,Ich zeige mich in Pöbelart versunken,Verleugne all die schönen Geistesfunken,Womit jetzt fade Schlingel kokettieren.So tanz ich auf dem großen Maskenballe,Umschwärmt von deutschen Rittern, Mönchen, Kön'gen,Von Harlekin gegrüßt, erkannt von wen'gen.Mit ihrem Holzschwert prügeln sie mich alle.Das ist der Spaß. Denn wollt ich mich entmummen,So müßte all das Galgenpack verstummen.

Ich lache ob den abgeschmackten Laffen,Die mich anglotzen mit den Bocksgesichtern;Ich lache ob den Füchsen, die so nüchternUnd hämisch mich beschnüffeln und begaffen.Ich lache ob den hochgelahrten Affen,Die sich aufblähn zu stolzen Geistesrichtern;Ich lache ob den feigen Bösewichtern,Die mich bedrohn mit giftgetränkten Waffen.Denn wenn des Glückes hübsche SiebensachenUns von des Schicksals Händen sind zerbrochen,Und so zu unsern Füßen hingeschmissen;Und wenn das Herz im Leibe ist zerrissen,Zerrissen, und zerschnitten, und zerstochen —Dann bleibt uns doch das schöne gelle Lachen.

Im Hirn spukt mir ein Märchen wunderfein,Und in dem Märchen klingt ein feines Lied,Und in dem Liede lebt und webt und blühtEin wunderschönes, zartes Mägdelein.Und in dem Mägdelein wohnt ein Herzchen klein,Doch in dem Herzchen keine Liebe glüht;In dieses lieblos frostige GemütKam Hochmut nur und Übermut hinein.Hörst du, wie mir im Kopf das Märchen klinget?Und wie das Liedchen summet ernst und schaurig?Und wie das Mägdelein kichert, leise, leise?Ich fürchte nur, daß mir der Kopf zerspringet —Und, ach! da wär's doch gar entsetzlich traurig,Käm der Verstand mir aus dem alten Gleise.

In stiller, wehmutweicher AbendstundeUmklingen mich die längst verschollnen Lieder,Und Tränen fließen von der Wange nieder,Und Blut entquillt der alten Herzenswunde.Und wie in eines Zauberspiegels GrundeSeh ich das Bildnis meiner Liebsten wieder;Sie sitzt am Arbeitstisch, im roten Mieder,Und Stille herrscht in ihrer selgen Runde.Doch plötzlich springt sie auf vom Stuhl und schneidetVon ihrem Haupt die schönste aller Locken,Und gibt sie mir — vor Freud bin ich erschrocken!Mephisto hat die Freude mir verleidet.Er spann ein festes Seil von jenen Haaren,Und schleift mich dran herum seit vielen Jahren.

"Als ich vor einem Jahr dich wiederblickte,Küßtest du mich nicht in der Willkommstund."So sprach ich, und der Liebsten roter MundDen schönsten Kuß auf meine Lippen drückte.Und lächelnd süß ein Myrtenreis sie pflückteVom Myrtenstrauche, der am Fenster stund:"Nimm hin, und pflanz dies Reis in frischen Grund,Und stell ein Glas darauf", sprach sie und nickte. —Schon lang ists her. Es starb das Reis im Topf.Sie selbst hab ich seit Jahren nicht gesehn;Doch brennt der Kuß mir immer noch im Kopf.Und aus der Ferne triebs mich jüngst zum Ort,Wo Liebchen wohnt. Vorm Hause blieb ich stehnDie ganze Nacht, ging erst am Morgen fort.

Hüt dich, mein Freund, vor grimmen Teufelsfratzen,Doch schlimmer sind die sanften Engelsfrätzchen.Ein solches bot mir einst ein süßes Schmätzchen,Doch wie ich kam, da fühlt ich scharfe Tatzen.Hüt dich, mein Freund, vor schwarzen, alten Katzen,Doch schlimmer sind die weißen, jungen Kätzchen.Ein solches macht ich einst zu meinem Schätzchen,Doch tät mein Schätzchen mir das Herz zerkratzen.O süßes Frätzchen, wundersüßes Mädchen!Wie konnte mich dein klares Äuglein täuschen?Wie konnt dein Pfötchen mir das Herz zerfleischen?O meines Kätzchens wunderzartes Pfötchen!Könnt ich dich an die glühnden Lippen pressen,Und könnt mein Herz verbluten unterdessen!

Du sahst mich oft im Kampf mit jenen SchlingelnGeschminkten Katzen und bebrillten Pudeln,Die mir den blanken Namen gern besudelnUnd mich so gerne ins Verderben züngeln.Du sahest oft, wie mich Pedanten hudeln,Wie Schellenkappenträger mich umklingeln,Wie giftge Schlangen um mein Herz sich ringeln;Du sahst mein Blut aus tausend Wunden sprudeln.Du aber standest fest gleich einem Turme;Ein Leuchtturm war dein Kopf mir in dem Sturme,Dein treues Herz war mir ein guter Hafen.Wohl wogt um jenen Hafen wilde Brandung,Nur wen'ge Schiff erringen dort die Landung;Doch ist man dort, so kann man sicher schlafen.

Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht;Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben,Doch kann ich's nicht; am Boden muß ich kleben,Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht.Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht,Mein schönes Lieb, allüberall umschweben,In ihrem selig süßen Hauche leben —Doch kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht.Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließenMein heißes Blut, ich fühle mich ermatten,Und vor den Augen wird's mir trüb und trüber.Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüberNach jenem Nebelreich, wo stille SchattenMit weichen Armen liebend mich umschließen.

Lyrisches Intermezzo 1822-1823

Prolog

Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm,Mit hohlen, schneeweißen Wangen;Er schwankte und schlenderte schlotternd herum,In dumpfen Träumen befangen.Er war so hölzern, so täppisch, so links,Die Blümlein und Mägdlein die kicherten rings,Wenn er stolpernd vorbeigegangen.

Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus;Er hatt sich vor Menschen verkrochen.Da streckte er sehnend die Arme aus,Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.Kam aber die Mitternachtsstunde heran,Ein seltsames Singen und Klingen begann —An die Türe da hört er es pochen.

Da kommt seine Liebste geschlichen herein,Im rauschenden Wellenschaumkleide.Sie blüht und glüht, wie ein Röselein,Ihr Schleier ist eitel Geschmeide.Goldlocken umspielen die schlanke Gestalt,Die Äuglein grüßen mit süßer Gewalt —In die Arme sinken sich beide.

Der Ritter umschlingt sie mit Liebesmacht,Der Hölzerne steht jetzt in Feuer,Der Blasse errötet, der Träumer erwacht,Der Blöde wird freier und freier.Sie aber, sie hat ihn gar schalkhaft geneckt,Sie hat ihm ganz leise den Kopf bedecktMit dem weißen, demantenen Schleier.

In einen kristallenen WasserpalastIst plötzlich gezaubert der Ritter.Er staunt, und die Augen erblinden ihm fastVor alle dem Glanz und Geflitter.Doch hält ihn die Nixe umarmet gar traut,Der Ritter ist Bräutgam, die Nixe ist Braut;Ihre Jungfraun spielen die Zither.

Sie spielen und singen, und singen so schön,Und heben zum Tanze die Füße;Dem Ritter, dem wollen die Sinne vergehn,Und fester umschließt er die Süße —Da löschen auf einmal die Lichter aus,Der Ritter sitzt wieder ganz einsam zu Haus,In dem düstern Poetenstübchen.

Im wunderschönen Monat Mai,Als alle Knospen sprangen,Da ist in meinem HerzenDie Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,Als alle Vögel sangen,Da hab ich ihr gestandenMein Sehnen und Verlangen.

Aus meinen Tränen sprießenViel blühende Blumen hervor,Und meine Seufzer werdenEin Nachtigallenchor.

Und wenn du mich lieb hast, KindchenSchenk ich dir die Blumen all,Und vor deinem Fenster soll klingenDas Lied der Nachtigall.

Die Rose, die Lilie, die Taube, die Sonne,Die liebt ich einst alle in Liebeswonne.Ich lieb sie nicht mehr, ich liebe alleineDie Kleine, die Feine, die Reine, die Eine;Sie selber, aller Liebe Bronne,Ist Rose und Lilie und Taube und Sonne.

Wenn ich in deine Augen seh,So schwindet all mein Leid und Weh;Doch wenn ich küsse deinen Mund,So werd ich ganz und gar gesund.

Wenn ich mich lehn an deine Brust.Kommts über mich wie Himmelslust;Doch wenn du sprichst: Ich liebe dich!So muß ich weinen bitterlich.

Dein Angesicht so lieb und schön,Das hab ich jüngst im Traum gesehn,Es ist so mild und engelgleich,Und doch so bleich, so schmerzenbleich.

Und nur die Lippen, die sind rot;Bald aber küßt sie bleich der Tod.Erlöschen wird das Himmelslicht,Das aus den frommen Augen bricht.

Lehn deine Wang an meine Wang,Dann fließen die Tränen zusammen;Und an mein Herz drück fest dein Herz,Dann schlagen zusammen die Flammen!

Und wenn in die große Flamme fließtDer Strom von unsern Tränen,Und wenn dich mein Arm gewaltig umschließt —Sterb ich vor Liebessehnen!

Ich will meine Seele tauchenIn den Kelch der Lilie hinein;Die Lilie soll klingend hauchenEin Lied von der Liebsten mein.

Das Lied soll schauern und beben,Wie der Kuß von ihrem Mund,Den sie mir einst gegebenIn wunderbar süßer Stund.

Es stehen unbeweglichDie Sterne in der Höh,Viel tausend Jahr, und schauenSich an mit Liebesweh.

Sie sprechen eine Sprache,Die ist so reich, so schön;Doch keiner der PhilologenKann diese Sprache verstehn.

Ich aber hab sie gelernet,Und ich vergesse sie nicht;Mir diente als GrammatikDer Herzallerliebsten Gesicht.

Auf Flügeln des Gesanges,Herzliebchen, trag ich dich fort,Fort nach den Fluren des Ganges,Dort weiß ich den schönsten Ort.

Dort liegt ein rotblühender GartenIm stillen Mondenschein;Die Lotosblumen erwartenIhr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosenUnd schaun nach den Sternen empor;Heimlich erzählen die RosenSich duftende Märchen ins Ohr.

Es hüpfen herbei und lauschenDie frommen, klugen Gazelln;Und in der Ferne rauschenDes heiligen Stromes Welln.

Dort wollen wir niedersinkenUnter dem Palmenbaum,Und Liebe und Ruhe trinken,Und träumen seligen Traum.

Die Lotosblume ängstigtSich vor der Sonne Pracht,Und mit gesenktem HaupteErwartet sie träumend die Nacht.

Der Mond, der ist ihr Buhle,Er weckt sie mit seinem Licht,Und ihm entschleiert sie freundlichIhr frommes Blumengesicht.

Sie blüht und glüht und leuchtet,Und starret stumm in die Höh;Sie duftet und weinet und zittertVor Liebe und Liebesweh.

Im Rhein, im schönen Strome,Da spiegelt sich in den Welln,Mit seinem großen Dome,Das große, heilige Köln.

Im Dom da steht ein Bildnis,Auf goldenem Leder gemalt;In meines Lebens WildnisHat's freundlich hineingestrahlt.

Es schweben Blumen und EngleinUm unsre liebe Frau;Die Augen, die Lippen, die Wänglein,Die gleichen der Liebsten genau.

Du liebst mich nicht, du liebst mich nicht,Das kümmert mich gar wenig;Schau ich dir nur ins Angesicht,So bin ich froh wie 'n König.

Du hassest, hassest mich sogar,So spricht dein rotes Mündchen;Reich mir es nur zum Küssen dar,So tröst ich mich, mein Kindchen.

O schwöre nicht und küsse nur,Ich glaube keinem Weiberschwur!Dein Wort ist süß, doch süßer istDer Kuß, den ich dir abgeküßt!Den hab ich, und dran glaub ich auch,Das Wort ist eitel Dunst und Hauch.

O schwöre, Liebchen, immerfort,Ich glaube dir aufs bloße Wort!An deinen Busen sink ich hin,Und glaube, daß ich selig bin;Ich glaube, Liebchen, ewiglich,Und noch viel länger liebst du mich.

Auf meiner Herzliebsten ÄugeleinMach ich die schönsten Kanzonen.Auf meiner Herzliebsten Mündchen kleinMach ich die besten Terzinen.Auf meiner Herzliebsten WängeleinMach ich die herrlichsten Stanzen.Und wenn meine Liebste ein Herzchen hätt,Ich machte darauf ein hübsches Sonett.

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind,Wird täglich abgeschmackter!Sie spricht von dir, mein schönes Kind,Du hast keinen guten Charakter.

Die Welt ist dumm, die Welt ist blind.Und dich wird sie immer verkennen;Sie weiß nicht, wie süß deine Küsse sind,Und wie sie beseligend brennen.

Liebste, sollst mir heute sagen:Bist du nicht ein Traumgebild,Wie's in schwülen SommertagenAus dem Hirn des Dichters quillt?

Aber nein, ein solches Mündchen,Solcher Augen Zauberlicht,Solch ein liebes, süßes Kindchen,Das erschafft der Dichter nicht.

Basilisken und Vampire,Lindenwürm und Ungeheur,Solche schlimme Fabeltiere,Die erschafft des Dichters Feur.

Aber dich und deine Tücke,Und dein holdes Angesicht,Und die falschen frommen Blicke —Das erschafft der Dichter nicht.

Wie die WellenschaumgeboreneStrahlt mein Lieb in Schönheitsglanz,Denn sie ist das auserkoreneBräutchen eines fremden Manns.

Herz, mein Herz, du vielgeduldiges,Grolle nicht ob dem Verrat;Trag es, trag es, und entschuldig es,Was die holde Törin tat.

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht.Ewig verlornes Lieb! ich grolle nicht.Wie du auch strahlst in Diamantenpracht,Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht.

Das weiß ich längst. Ich sah dich ja im Traum,Und sah die Nacht in deines Herzens Raum,Und sah die Schlang, die dir am Herzen frißt, —Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist.

Ja, du bist elend, und ich grolle nicht; —Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!Bis uns der Tod das kranke Herze bricht,Mein Lieb, wir sollen beide elend sein!

Wohl seh ich Spott, der deinen Mund umschwebt,Und seh dein Auge blitzen trotziglich,Und seh den Stolz, der deinen Busen hebt, —Und elend bist du doch, elend wie ich.

Unsichtbar zuckt auch Schmerz um deinen Mund,Verborgne Träne trübt des Auges Schein,Der stolze Busen hegt geheime Wund —Mein Lieb, wir sollen beide elend sein.

Das ist ein Flöten und Geigen,Trompeten schmettern drein;Da tanzt den HochzeitreigenDie Herzallerliebste mein.

Das ist ein Klingen und DröhnenVon Pauken und Schalmein;Dazwischen schluchzen und stöhnenDie guten Engelein.

So hast du ganz und gar vergessen,Daß ich so lang dein Herz besessenDein Herzchen so süß und so falsch und so klein,Es kann nirgend was Süßres und Falscheres sein.

So hast du die Lieb und das Leid vergessen,Die das Herz mir täten zusammenpressen.Ich weiß nicht, war Liebe größer als Leid?Ich weiß nur, sie waren groß alle beid!

Und wüßtens, die Blumen, die kleinen,Wie tief verwundet mein Herz,Sie würden mit mir weinen,Zu heilen meinen Schmerz.

Und wüßtens die Nachtigallen,Wie ich so traurig und krank,Sie ließen fröhlich erschallenErquickenden Gesang.

Und wüßten sie mein Wehe,Die goldnen Sternelein,Sie kämen aus ihrer Höhe,Und sprächen Trost mir ein.

Die alle könnens nicht wissen,Nur Eine kennt meinen Schmerz:Sie hat ja selbst zerrissen,Zerrissen mir das Herz.

Warum sind denn die Rosen so blaß,O sprich, mein Lieb, warum?Warum sind denn im grünen GrasDie blauen Veilchen so stumm?

Warum singt denn mit so kläglichem LautDie Lerche in der Luft?Warum steigt denn aus dem BalsamkrautHervor ein Leichenduft?

Warum scheint denn die Sonn auf die AuSo kalt und verdrießlich herab?Warum ist denn die Erde so grauUnd öde wie ein Grab?

Warum bin ich selbst so krank und so trüb,Mein liebes Liebchen, sprich?O sprich, mein herzallerliebstes Lieb,Warum verließest du mich?

Sie haben dir viel erzählet,Und haben viel geklagt;Doch was meine Seele gequälet,Das haben sie nicht gesagt.

Sie machten ein großes WesenUnd schüttelten kläglich das Haupt;Sie nannten mich den Bösen,Und du hast alles geglaubt.

Jedoch das Allerschlimmste,Das haben sie nicht gewußt;Das Schlimmste und das Dümmste,Das trug ich geheim in der Brust.

Die Linde blühte, die Nachtigall sang,Die Sonne lachte mit freundlicher Lust;Da küßtest du mich, und dein Arm mich umschlang,Da preßtest du mich an die schwellende Brust.

Die Blätter fielen, der Rabe schrie hohl,Die Sonne grüßte verdrossenen Blicks;Da sagten wir frostig einander: "Lebwohl!"Da knickstest du höflich den höflichsten Knicks.

Wir haben viel füreinander gefühlt,Und dennoch uns gar vortrefflich vertragen.Wir haben oft "Mann und Frau" gespielt,Und dennoch uns nicht gerauft und geschlagenWir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,Und zärtlich uns geküßt und geherzt.Wir haben am Ende, aus kindischer Lust,"Verstecken" gespielt in Wäldern und Gründen,Und haben uns so zu verstecken gewußt,Daß wir uns nimmermehr wiederfinden.

Du bliebest mir treu am längsten,Und hast dich für mich verwendetUnd hast mir Trost gespendetIn meinen Nöten und Ängsten.

Du gabest mir Trank und SpeiseUnd hast mir Geld geborget,Und hast mich mit Wäsche versorget,Und mit dem Paß für die Reise.

Mein Liebchen! daß Gott dich behüte,Noch lange, vor Hitz und vor Kälte,Und daß er dir nimmer vergelteDie mir erwiesene Güte!

Die Erde war so lange geizig,Da kam der Mai, und sie ward spendabel,Und alles lacht, und jauchzt, und freut sich,Ich aber bin nicht zu lachen kapabel.

Die Blumen sprießen, die Glöcklein schallen.Die Vögel sprechen wie in der Fabel;Mir aber will das Gespräch nicht gefallen,Ich finde alles miserabel.

Das Menschenvolk mich ennuyieret,Sogar der Freund, der sonst passabel; —Das kömmt, weil man Madame titulieretMein süßes Liebchen, so süß und aimabel.

Und als ich so lange, so lange gesäumt,In fremden Landen geschwärmt und geträumt:Da ward meiner Liebsten zu lang die Zeit,Und sie nähete sich ein Hochzeitskleid,Und hat mit zärtlichen Armen umschlungen,Als Bräutgam, den dümmsten der dummen Jungen.

Mein Liebchen ist so schön und mild,Noch schwebt mir vor ihr süßes Bild;Die Veilchenaugen, die Rosenwänglein,Die glühen und blühen, jahraus, jahrein.Daß ich von solchem Lieb konnt weichen,War der dümmste von meinen dummen Streichen

Die blauen Veilchen der Äugelein,Die roten Rosen der Wängelein,Die weißen Lilien der Händchen klein,Die blühen und blühen noch immerfort,Und nur das Herzchen ist verdorrt.

Die Welt ist so schön und der Himmel so blau,Und die Lüfte die wehen so lind und so lau,Und die Blumen winken auf blühender Au,Und funkeln und glitzern im Morgentau,Und die Menschen jubeln, wohin ich schau, —Und doch möcht ich im Grabe liegen,Und mich an ein totes Liebchen schmiegen.

Mein süßes Lieb, wenn du im Grab,Im dunklen Grab wirst liegen,Dann will ich steigen zu dir hinab,Und will mich an dich schmiegen.

Ich küsse, umschlinge und presse dich wildDu Stille, du Kalte, du Bleiche!Ich jauchze, ich zittre, ich weine mild,Ich werde selber zur Leiche.

Die Toten stehn auf, die Mitternacht ruft,Sie tanzen im luftigen Schwarme;Wir beide bleiben in der Gruft,Ich liege in deinem Arme.

Die Toten stehn auf, der Tag des GerichtsRuft sie zu Qual und Vergnügen;Wir beide bekümmern uns um nichts,Und bleiben umschlungen liegen.

Ein Fichtenbaum steht einsamIm Norden auf kahler Höh.Ihn schläfert; mit weißer DeckeUmhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,Die, fern im Morgenland,Einsam und schweigend trauertAuf brennender Felsenwand.

(Der Kopf spricht:)

Ach, wenn ich nur der Schemel wär.Worauf der Liebsten Füße ruhn!Und stampfte sie mich noch so sehr,Ich wollte doch nicht klagen tun.

(Das Herz spricht:)

Ach, wenn ich nur das Kißchen wär,Wo sie die Nadeln steckt hinein!Und stäche sie mich noch so sehr,Ich wollte mich der Stiche freun.

(Das Lied spricht:)

Ach, wär ich nur das Stück Papier,Das sie als Papillote braucht!Ich wollte heimlich flüstern ihrIns Ohr, was in mir lebt und haucht.

Seit die Liebste war entfernt,Hatt ich's Lachen ganz verlernt.Schlechten Witz riß mancher Wicht,Aber lachen konnt ich nicht.

Seit ich sie verloren hab,Schafft ich auch das Weinen ab;Fast vor Weh das Herz mir bricht,Aber weinen kann ich nicht.

Aus meinen großen SchmerzenMach ich die kleinen Lieder;Die heben ihr klingend GefiederUnd flattern nach ihrem Herzen.

Sie fanden den Weg zu Trauten,Doch kommen sie wieder und klagen,Und klagen, und wollen nicht sagen,Was sie im Herzen schauten.

Philister im SonntagsröckleinSpazieren durch Wald und Flur;Sie jauchzen, sie hüpfen wie Böcklein,Begrüßen die schöne Natur.

Betrachten mit blinzelnden Augen,Wie alles romantisch blüht;Mit langen Ohren saugenSie ein der Spatzen Lied.

Ich aber verhänge die FensterDes Zimmers mit schwarzem Tuch;Es machen mir meine GespensterSogar einen Tagesbesuch.

Die alte Liebe erscheinet,Sie stieg aus dem Totenreich,Sie setzt sich zu mir und weinet,Und macht das Herz mir weich.

Manch Bild vergessener ZeitenSteigt auf aus seinem Grab,Und zeigt, wie in deiner NäheIch einst gelebet hab.

Am Tage schwankte ich träumendDurch alle Straßen herum;Die Leute verwundert mich ansahn,Ich war so traurig und stumm.

Des Nachts da war es besser,Da waren die Straßen leer;Ich und mein Schatten selbander,Wir wandelten schweigend einher.

Mit widerhallendem FußtrittWandelt ich über die Brück;Der Mond brach aus den Wolken,Und grüßte mit ernstem Blick.

Stehn blieb ich vor deinem HauseUnd starrte in die Höh,Und starrte nach deinem Fenster —Das Herz tat mir so weh.

Ich weiß, du hast aus dem FensterGar oft herabgesehn,Und sahst mich im MondenlichteWie eine Säule stehn.

Ein Jüngling liebt ein Mädchen,Die hat einen andern erwählt;Der andre liebt eine andre,Und hat sich mit dieser vermählt.

Das Mädchen heiratet aus ÄrgerDen ersten besten Mann,Der ihr in den Weg gelaufen;Der Jüngling ist übel dran.

Es ist eine alte Geschichte,Doch bleibt sie immer neu;Und wem sie just passieret,Dem bricht das Herz entzwei.

Hör ich das Liedchen klingen,Das einst die Liebste sang,So will mir die Brust zerspringenVor wildem Schmerzendrang.

Es treibt mich ein dunkles SehnenHinauf zur Waldeshöh,Dort löst sich auf in TränenMein übergroßes Weh.

Mir träumte von einem Königskind,Mit nassen, blassen Wangen;Wir saßen unter der grünen Lind,Und hielten uns liebumfangen.

"Ich will nicht deines Vaters Thron,Und nicht sein Zepter von Golde,Ich will nicht seine demantene Kron,Ich will dich selber, du Holde!"

Das kann nicht sein, sprach sie zu mir,Ich liege ja im Grabe,Und nur des Nachts komm ich zu dir,Weil ich so lieb dich habe.

Mein Liebchen, wir saßen beisammen,Traulich im leichten Kahn.Die Nacht war still, und wir schwammenAuf weiter Wasserbahn.

Die Geisterinsel, die schöne,Lag dämmrig im Mondenglanz;Dort klangen liebe Töne,Und wogte der Nebeltanz.

Dort klang es lieb und lieber,Und wogt' es hin und her;Wir aber schwammen vorüber,Trostlos auf weitem Meer.

Aus alten Märchen winkt esHervor mit weißer Hand,Da singt es und da klingt esVon einem Zauberland:

Wo große Blumen schmachtenIm goldnen Abendlicht,Und zärtlich sich betrachtenMit bräutlichem Gesicht; —

Wo alle Bäume sprechenUnd singen, wie ein Chor,Und laute Quellen brechenWie Tanzmusik hervor;—

Und Liebesweisen tönen,Wie du sie nie gehört,Bis wundersüßes SehnenDich wundersüß betört!

Ach, könnt ich dorthin kommen,Und dort mein Herz erfreun,Und aller Qual entnommen,Und frei und selig sein!

Ach! jenes Land der Wonne,Das seh ich oft im Traum;Doch kommt die Morgensonne,Zerfließt's wie eitel Schaum.

Ich hab dich geliebet und liebe dich noch!Und fiele die Welt zusammen,Aus ihren Trümmern stiegen dochHervor meiner Liebe Flammen.

Am leuchtenden SommermorgenGeh ich im Garten herum.Es flüstern und sprechen die Blumen,Ich aber, ich wandle stumm.

Es flüstern und sprechen die Blumen,Und schaun mitleidig mich an:Sei unserer Schwester nicht böse,Du trauriger, blasser Mann!

Es leuchtet meine Liebe,In ihrer dunkeln Pracht,Wie'n Märchen traurig und trübe,Erzählt in der Sommernacht.

"Im Zaubergarten wallenZwei Buhlen, stumm und allein;Es singen die Nachtigallen,Es flimmert der Mondenschein.

"Die Jungfrau steht still wie ein Bildnis,Der Ritter vor ihr kniet.Da kommt der Riese der Wildnis,Die bange Jungfrau flieht.

"Der Ritter sinkt blutend zur Erde,Es stolpert der Riese nach Haus —"Wenn ich begraben werde,Dann ist das Märchen aus.

Sie haben mich gequälet,Geärgert blau und blaß.Die einen mit ihrer Liebe,Die andern mit ihrem Haß.

Sie haben das Brot mir vergiftet,Sie gossen mir Gift ins Glas,Die einen mit ihrer Liebe,Die andern mit ihrem Haß.

Doch sie, die mich am meistenGequält, geärgert, betrübt,Die hat mich nie gehassetUnd hat mich nie geliebt.

Es liegt der heiße SommerAuf deinen Wängelein;Es liegt der Winter, der kalte,In deinem Herzchen klein.

Das wird sich bei dir ändern,Du Vielgeliebte mein!Der Winter wird auf den Wangen,Der Sommer im Herzen sein.

Wenn zwei voneinander scheiden,So geben sie sich die HändUnd fangen an zu weinen,Und seufzen ohne End.

Wir haben nicht geweinet,Wir seufzten nicht Weh und Ach!Die Tränen und die Seufzer,Die kamen hintennach.

Sie saßen und tranken am Teetisch,Und sprachen von Liebe viel.Die Herren die waren ästhetisch,Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß sein platonisch,Der dürre Hofrat sprach.Die Hofrätin lächelt ironisch,Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:Die Liebe sei nicht zu roh,Sie schadet sonst der Gesundheit.Das Fräulein lispelt: Wie so?

Die Gräfin spricht wehmütig:Die Liebe ist eine Passion!Und präsentieret gütigDie Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;Mein Liebchen, da hast du gefehlt.Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,Von deiner Liebe erzählt.

Vergiftet sind meine Lieder; —Wie könnt es anders sein?Du hast mir ja Gift gegossenIns blühende Leben hinein.

Vergiftet sind meine Lieder; —Wie könnt es anders sein?Ich trage im Herzen viel Schlangen,Und dich, Geliebte mein.

Mir träumte wieder der alte Traum:Es war eine Nacht im Maie,Wir saßen unter dem Lindenbaum,Und schwuren uns ewige Treue.

Das war ein Schwören und Schwören aufs neu,Ein Kichern, ein Kosen, ein Küssen;Daß ich gedenk des Schwures sei,Hast du in die Hand mich gebissen.

O Liebchen mit den Äuglein klar!O Liebchen schön und bissig!Das Schwören in der Ordnung war,Das Beißen war überflüssig.

Ich steh auf des Berges Spitze,Und werde sentimental."Wenn ich ein Vöglein wäre!"Seufz ich viel tausendmal.

Wenn ich eine Schwalbe wäre,So flög ich zu dir, mein Kind,Und baute mir mein Nestchen,Wo deine Fenster sind.

Wenn ich eine Nachtigall wäre,So flög ich zu dir, mein Kind,Und sänge dir nachts meine LiederHerab von der grünen Lind.

Wenn ich ein Gimpel wäre,So flög ich gleich an dein Herz;Du bist ja hold den Gimpeln,Und heilest Gimpelschmerz.

Mein Wagen rollet langsamDurch lustiges Waldesgrün,Durch blumige Täler, die zaubrischIm Sonnenglanze blühn.

Ich sitze und sinne und träume,Und denk an die Liebste mein;Da grüßen drei SchattengestaltenKopfnickend zum Wagen herein.

Sie hüpfen und schneiden Gesichter,So spöttisch und doch so scheu,Und quirlen wie Nebel zusammen,Und kichern und huschen vorbei.

Ich hab im Traum geweinet,Mir träumte, du lägest im Grab.Ich wachte auf, und die TräneFloß noch von der Wange herab.

Ich hab im Traum geweinet,Mir träumt', du verließest mich.Ich wachte auf, und ich weinteNoch lange bitterlich.

Ich hab im Traum geweinet,Mir träumte, du bliebest mir gut.Ich wachte auf, und noch immerStrömt meine Tränenflut.

Allnächtlich im Traume seh ich dich,Und sehe dich freundlich grüßen,Und lautaufweinend stürz ich michZu deinen süßen Füßen.

Du siehst mich an wehmütiglich,Und schüttelst das blonde Köpfchen;Aus deinen Augen schleichen sichDie Perlentränentröpfchen.

Du sagst mir heimlich ein leises Wort,Und gibst mir den Strauß von Zypressen.Ich wache auf, und der Strauß ist fort,Und das Wort hab ich vergessen.

Das ist ein Brausen und Heulen,Herbstnacht und Regen und Wind;Wo mag wohl jetzo weilenMein armes, banges Kind?

Ich seh sie am Fenster lehnen,Im einsamen Kämmerlein;Das Auge gefüllt mit Tränen,Starrt sie in die Nacht hinein.

Der Herbstwind rüttelt die Bäume,Die Nacht ist feucht und kalt;Gehüllt im grauen Mantel,Reite ich einsam im Wald.

Und wie ich reite, so reitenMir die Gedanken voraus;Sie tragen mich leicht und luftigNach meiner Liebsten Haus.

Die Hunde bellen, die DienerErscheinen mit Kerzengeflirr;Die Wendeltreppe stürm ichHinauf mit Sporengeklirr.

Im leuchtenden Teppichgemache,Da ist es so duftig und warm,Da harret meiner die Holde —Ich fliege in ihren Arm.

Es säuselt der Wind in den BlätternEs spricht der Eichenbaum:Was willst du, törichter Reiter,Mit deinem törichten Traum?

Es fällt ein Stern herunterAus seiner funkelnden Höh!Das ist der Stern der Liebe,Den ich dort fallen seh.

Es fallen vom ApfelbaumeDer Blüten und Blätter viel!Es kommen die neckenden LüfteUnd treiben damit ihr Spiel.

Es singt der Schwan im Weiher,Und rudert auf und ab,Und immer leiser singend,Taucht er ins Flutengrab.

Es ist so still und dunkel!Verweht ist Blatt und Blüt,Der Stern ist knisternd zerstoben,Verklungen das Schwanenlied.

Der Traumgott bracht mich in ein Riesenschloß,Wo schwüler Zauberduft und Lichterschimmer,Und bunte Menschenwoge sich ergoßDurch labyrinthisch vielverschlungne Zimmer.Die Ausgangspforte sucht der bleiche Troß,Mit Händeringen und mit Angstgewimmer.Jungfraun und Ritter ragen aus der Menge,Ich selbst bin fortgezogen im Gedränge.

Doch plötzlich steh ich ganz allein, und sehUnd staun, wie schnell die Menge konnt verschwinden,Und wandre fort allein, und eil, und gehDurch die Gemächer, die sich seltsam winden.Mein Fuß wird Blei, im Herzen Angst und Weh,Verzweifl ich fast den Ausgang je zu finden.Da komm ich endlich an das letzte Tor;Ich will hinaus — o Gott, wer steht davor!

Es war die Liebste, die am Tore stand,Schmerz um die Lippen, Sorge auf der Stirne.Ich soll zurückgehn, winkt sie mit der Hand;Ich weiß nicht, ob sie warne oder zürne.Doch aus den Augen bricht ein süßer Brand,Der mir durchzuckt das Herz und das Gehirne.Wie sie mich ansah, streng und wunderlich,Und doch so liebevoll, erwachte ich.

Die Mitternacht war kalt und stumm;Ich irrte klagend im Wald herum.Ich habe die Bäum aus dem Schlaf gerüttelt;Sie haben mitleidig die Köpfe geschüttelt.

Am Kreuzweg wird begrabenWer selber sich brachte um;Dort wächst eine blaue Blume,Die Armesünderblum.

Am Kreuzweg stand ich und seufzte;Die Nacht war kalt und stumm.Im Mondschein bewegte sich langsamDie Armesünderblum.

Wo ich bin, mich rings umdunkeltFinsternis, so dumpf und dicht,Seit mir nicht mehr leuchtend funkelt,Liebste, deiner Augen Licht.

Mir erloschen ist der süßenLiebessterne goldne Pracht,Abgrund gähnt zu meinen Füßen —Nimm mich auf, uralte Nacht!

Nacht lag auf meinen Augen,Blei lag auf meinem Mund,Mit starrem Hirn und HerzenLag ich im Grabesgrund.

Wie lang, kann ich nicht sagen,Daß ich geschlafen hab;Ich wachte auf und hörte,Wie's pochte an mein Grab.

"Willst du nicht aufstehn, Heinrich?Der ewge Tag bricht an,Die Toten sind erstanden,Die ewge Lust begann."

Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Bin ja noch immer blind;Durch Weinen meine AugenGänzlich erloschen sind.

"Ich will dir küssen, Heinrich,Vom Auge fort die Nacht;Die Engel sollst du schauen,Und auch des Himmels Pracht."

Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Noch blutets immerfort,Wo du ins Herz mich stachestMit einem spitzgen Wort.

"Ganz leise leg ich, Heinrich,Dir meine Hand aufs Herz;Dann wird es nicht mehr bluten,Geheilt ist all sein Schmerz."

Mein Lieb, ich kann nicht aufstehn,Es blutet auch mein Haupt;Hab ja hineingeschossen,Als du mir wurdest geraubt.

"Mit meinen Locken, Heinrich,Stopf ich des Hauptes Wund,Und dräng zurück den Blutstrom,Und mache dein Haupt gesund."

Es bat so sanft, so lieblich,Ich könnt nicht widerstehn;Ich wollte mich erhebenUnd zu der Liebsten gehn.

Da brachen auf die Wunden,Da stürzt' mit wilder MachtAus Kopf und Brust der Blutstrom,Und sieh! — ich bin erwacht.

Die alten, bösen Lieder,Die Träume schlimm und arg,Die laßt uns jetzt begraben,Holt einen großen Sarg.

Hinein leg ich gar manches,Doch sag ich noch nicht was;Der Sarg muß sein noch größerWie's Heidelberger Faß.

Und holt eine Totenbahre,Von Brettern fest und dick:Auch muß sie sein noch längerAls wie zu Mainz die Brück.

Und holt mir auch zwölf Riesen,Die müssen noch stärker seinAls wie der heilge ChristophIm Dom zu Köln am Rhein.

Die sollen den Sarg forttragenUnd senken ins Meer hinab,Denn solchem großen SargeGebührt ein großes Grab.

Wißt ihr, warum der Sarg wohlSo groß und schwer mag sein?Ich legt auch meine LiebeUnd meinen Schmerz hinein.

Die Heimkehr 1823-1824

In mein gar zu dunkles LebenStrahlte einst ein süßes Bild;Nun das süße Bild erblichen,Bin ich gänzlich nachtumhüllt.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln,Wird beklommen ihr Gemüt,Und um ihre Angst zu bannen,Singen sie ein lautes Lied.

Ich, ein tolles Kind, ich singeJetzo in der Dunkelheit;Klingt das Lied auch nicht ergötzlich,Hats mich doch von Angst befreit.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,Daß ich so traurig bin;Ein Märchen aus alten Zeiten,Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,Und ruhig fließt der Rhein;Der Gipfel des Berges funkeltIm Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzetDort oben wunderbar,Ihr goldnes Geschmeide blitzet,Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme,Und singt ein Lied dabei;Das hat eine wundersame,Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen SchiffeErgreift es mit wildem Weh;Er schaut nicht die Felsenriffe,Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingenAm Ende Schiffer und Kahn;Und das hat mit ihrem SingenDie Lore-Lei getan.

Mein Herz, mein Herz ist traurig,Doch lustig leuchtet der Mai;Ich stehe, gelehnt an der Linde,Hoch auf der alten Bastei.

Da drunten fließt der blaueStadtgraben in stiller Ruh;Ein Knabe fährt im Kahne,Und angelt und pfeift dazu.

Jenseits erheben sich freundlich,In winziger, bunter Gestalt,Lusthäuser, und Gärten, und Menschen.Und Ochsen, und Wiesen, und Wald.

Die Mägde bleichen Wäsche,Und springen im Gras herum;Das Mühlrad stäubt Diamanten,Ich höre sein fernes Gesumm.

Am alten grauen TurmeEin Schilderhäuschen steht;Ein rotgeröckter BurscheDort auf und nieder geht.

Er spielt mit seiner Flinte,Die funkelt im Sonnenrot,Er präsentiert und schultert —Ich wollt, er schösse mich tot.

Im Walde wandl ich und weine,Die Drossel sitzt in der Höh;Sie springt und singt gar feine:Warum ist dir so weh?

"Die Schwalben, deine Schwestern,Die könnens dir sagen, mein Kind;Sie wohnten in klugen Nestern,Wo Liebchens Fenster sind."

Die Nacht ist feucht und stürmisch,Der Himmel sternenleer;Im Wald, unter rauschenden Bäumen,Wandle ich schweigend einher.

Es flimmert fern ein LichtchenAus dem einsamen Jägerhaus;Es soll mich nicht hin verlocken,Dort sieht es verdrießlich aus.

Die blinde Großmutter sitzt jaIm ledernen Lehnstuhl dort,Unheimlich und starr, wie ein Steinbild,Und spricht kein einziges Wort.

Fluchend geht auf und niederDes Försters rotköpfiger Sohn,Und wirft an die Wand die Büchse,Und lacht vor Wut und Hohn.

Die schöne Spinnerin weinetUnd feuchtet mit Tränen den Flachs;Wimmernd zu ihren FüßenSchmiegt sich des Vaters Dachs.

Als ich, auf der Reise, zufälligDer Liebsten Familie fand,Schwesterchen, Vater und Mutter,Sie haben mich freudig erkannt.

Sie fragten nach meinem Befinden,Und sagten selber sogleich:Ich hätte mich gar nicht verändert,Nur mein Gesicht sei bleich.

Ich fragte nach Muhmen und Basen,Nach manchem langweilgen Geselln,Und nach dem kleinen HündchenMit seinem sanften Belln.

Auch nach der vermählten GeliebtenFragte ich nebenbei;Und freundlich gab man zur Antwort:Daß sie in den Wochen sei.

Und freundlich gratuliert ich,Und lispelte liebevoll:Daß man sie von mir recht herzlichViel tausendmal grüßen soll.

Schwesterchen rief dazwischen:Das Hündchen, sanft und klein,Ist groß und toll geworden,Und ward ertränkt, im Rhein.

Die Kleine gleicht der Geliebten,Besonders wenn sie lacht;Sie hat dieselben Augen,Die mich so elend gemacht.

Wir saßen am Fischerhause,Und schauten nach der See;Die Abendnebel kamen,Und stiegen in die Höh.

Im Leuchtturm wurden die LichterAllmählich angesteckt,Und in der weiten FerneWard noch ein Schiff entdeckt.

Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch,Vom Seemann, und wie er lebtUnd zwischen Himmel und Wasser,Und Angst und Freude schwebt.

Wir sprachen von fernen Küsten,Vom Süden und vom Nord,Und von den seltsamen VölkernUnd seltsamen Sitten dort.

Am Ganges duftets und leuchtets,Und Riesenbäume blühn,Und schöne, stille MenschenVor Lotosblumen knien.

In Lappland sind schmutzige Leute,Plattköpfig, breitmäulig und klein;Sie kauern ums Feuer, und backenSich Fische, und quäken und schrein.

Die Mädchen horchten ernsthaft,Und endlich sprach niemand mehr;Das Schiff war nicht mehr sichtbar,Es dunkelte gar zu sehr.

Du schönes Fischermädchen,Treibe den Kahn ans Land;Komm zu mir und setze dich nieder,Wir kosen Hand in Hand.

Leg an mein Herz dein Köpfchen,Und fürchte dich nicht zu sehr,Vertraust du dich doch sorglosTäglich dem wilden Meer.

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,Hat Sturm und Ebb und Flut,Und manche schöne PerleIn seiner Tiefe ruht.

Der Mond ist aufgegangenUnd überstrahlt die Welln;Ich halte mein Liebchen umfangen,Und unsre Herzen schwelln.

Im Arm des holden KindesRuh ich allein am Strand; —Was horchst du beim Rauschen des Windes?Was zuckt deine weiße Hand?

"Das ist kein Rauschen des Windes,Das ist der Seejungfern Gesang,Und meine Schwestern sind es,Die einst das Meer verschlang."

Der Wind zieht seine Hosen an,Die weißen Wasserhosen!Er peitscht die Wellen, so stark er kannDie heulen und brausen und tosen.

Aus dunkler Höh, mit wilder Macht,Die Regengüsse träufen;Es ist, als wollt die alte NachtDas alte Meer ersäufen.

An den Mastbaum klammert die Möwe sichMit heiserem Schrillen und Schreien;Sie flattert und will gar ängstiglichEin Unglück prophezeien.

Der Sturm spielt auf zum Tanze,Er pfeift und saust und brüllt;Heisa! wie springt das Schifflein!Die Nacht ist lustig und wild.

Ein lebendes WassergebirgeBildet die tosende See;Hier gähnt ein schwarzer Abgrund,Dort türmt es sich weiß in die Höh.

Ein Fluchen, Erbrechen und BetenSchallt aus der Kajüte heraus;Ich halte mich fest am MastbaumUnd wünsche: wär ich zu Haus.

Der Abend kommt gezogen,Der Nebel bedeckt die See;Geheimnisvoll rauschen die Wogen,Da steigt es weiß in die Höh.

Die Meerfrau steigt aus den Wellen,Und setzt sich zu mir an den Strand;Die weißen Brüste quellenHervor aus dem Schleiergewand.

Sie drückt mich und sie preßt mich,Und tut mir fast ein Weh; —Du drückst ja viel zu fest mich,Du schöne Wasserfee!

"Ich preß dich in meinen ArmenUnd drücke dich mit Gewalt;Ich will bei dir erwarmen,Der Abend ist gar zu kalt."

Der Mond schaut immer blasserAus dämmriger Wolkenhöh; —Dein Auge wird trüber und nasser,Du schöne Wasserfee!

"Es wird nicht trüber und nasser,Mein Aug ist naß und trüb,Weil, als ich stieg aus dem Wasser,Ein Tropfen im Auge blieb."

Die Möwen schrillen kläglich,Es grollt und brandet die See; —Dein Herz pocht wild beweglich,Du schöne Wasserfee!

"Mein Herz pocht wild beweglich,Es pocht beweglich wild,Weil ich dich liebe unsäglich,Du liebes Menschenbild!"

Wenn ich an deinem HauseDes Morgens vorüber geh,So freuts mich, du liebe Kleine,Wenn ich dich am Fenster seh.

Mit deinen schwarzbraunen AugenSiehst du mich forschend an:Wer bist du, und was fehlt dir,Du fremder, kranker Mann?

"Ich bin ein deutscher Dichter,Bekannt im deutschen Land;Nennt man die besten Namen,Wird auch der meine genannt.

"Und was mir fehlt, du Kleine,Fehlt manchem im deutschen Land!Nennt man die schlimmsten SchmerzenSo wird auch der meine genannt."

Das Meer erglänzte weit hinaus,Im letzten Abendscheine;Wir saßen am einsamen FischerhausWir saßen stumm und alleine.

Der Nebel stieg, das Wasser schwollDie Möwe flog hin und wieder;Aus deinen Augen, liebevoll,Fielen die Tränen nieder.

Ich sah sie fallen auf deine Hand,Ich bin aufs Knie gesunken;Ich hab von deiner weißen HandDie Tränen fortgetrunken.

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,Die Seele stirbt vor Sehnen; —Mich hat das unglückselige WeibVergiftet mit ihren Tränen.

Da droben auf jenem Berge,Da steht ein feines Schloß,Da wohnen drei schöne Fräulein,Von denen ich Liebe genoß.

Sonnabend küßte mich Jette,Und Sonntag die Julia,Und Montag die Kunigunde,Die hat mich erdrückt beinah.

Doch Dienstag war eine FeteBei meinen drei Fräulein im Schloß;Die Nachbarschafts-Herren und Damen,Die kamen zu Wagen und Roß.

Ich aber war nicht geladen,Und das habt ihr dumm gemacht!Die zischelnden Muhmen und Basen,Die merktens und haben gelacht.

Am fernen HorizonteErscheint, wie ein Nebelbild,Die Stadt mit ihren Türmen,In Abenddämmrung gehüllt.

Ein feuchter Windzug kräuseltDie graue Wasserbahn;Mit traurigem Takte rudertDer Schiffer in meinem Kahn.

Die Sonne hebt sich noch einmalLeuchtend vom Boden empor,Und zeigt mir jene Stelle,Wo ich das Liebste verlor.

Sei mir gegrüßt, du große,Geheimnisvolle Stadt,Die einst in ihrem SchoßeMein Liebchen umschlossen hat.

Sagt an, ihr Türme und Tore,Wo ist die Liebste mein?Euch hab ich sie anvertrauet,Ihr solltet mir Bürge sein.

Unschuldig sind die Türme,Sie konnten nicht von der Stell,Als Liebchen mit Koffern und SchachtelnDie Stadt verlassen so schnell.

Die Tore jedoch, die ließenMein Liebchen entwischen gar still;Ein Tor ist immer willig,Wenn eine Törin will.

So wandl ich wieder den alten Weg,Die wohlbekannten Gassen;Ich komme vor meiner Liebsten Haus,Das steht so leer und verlassen.

Die Straßen sind doch gar zu eng!Das Pflaster ist unerträglich!Die Häuser fallen mir auf den Kopf,Ich eile soviel als möglich!

Ich trat in jene Hallen,Wo sie mir Treue versprochen;Wo einst ihre Tränen gefallen,Sind Schlangen hervorgekrochen.

Still ist die Nacht, es ruhen die Gassen,In diesem Hause wohnte mein Schatz;Sie hat schon längst die Stadt verlassen,Doch steht noch das Haus auf demselben Platz.

Da steht auch ein Mensch und starrt in die Höhe.Und ringt die Hände vor Schmerzensgewalt;Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe —Der Mond zeigt mir meine eigne Gestalt.

Du Doppelgänger! du bleicher Geselle!Was äffst du nach mein Liebesleid,Das mich gequält auf dieser Stelle,So manche Nacht, in alter Zeit?

Wie kannst du ruhig schlafen,Und weißt, ich lebe noch?Der alte Zorn kommt wieder,Und dann zerbrech ich mein Joch.

Kennst du das alte Liedchen:Wie einst ein toter KnabUm Mitternacht die GeliebteZu sich geholt ins Grab?

Glaub mir, du wunderschönes,Du wunderholdes Kind,Ich lebe und bin noch stärkerAls alle Toten sind!

"Die Jungfrau schläft in der Kammer,Der Mond schaut zitternd hinein;Da draußen singt es und klingt es,Wie Walzermelodein.

Ich will mal schaun aus dem Fenster,Wer drunten stört meine Ruh.Da steht ein Totengerippe,Und fiedelt und singt dazu:

Hast einst mir den Tanz versprochen,Und hast gebrochen dein Wort,Und heut ist Ball auf dem Kirchhof,Komm mit, wir tanzen dort.


Back to IndexNext