Das Weihnachtsmahl.

Das Weihnachtsmahl.

Weihnachtsmorgen.

Weihnachtsmorgen.

Gute Gewissen und gute Mägen sind für den Weihnachtsabend so sehr notwendig, um pro primo, alles gut schmecken zu lassen, und pro secundo, damit der Magen alles vertragen kann.

All’ diese Herrlichkeit wird zunächst von den alten Männern und den Gören in Augenschein genommen. Dann erscheinen Johann, Johanna und Sanna, alle drei kerzengrade und mit feierlichem Ausdruck. Aber Johann trägt seine Geige unter dem Arm, und Johanna hat einen ganz, ganz kleinen Schelmenblick im Auge.

Wenn alles in der Küche fertig ist, kommen die drei Dienstmädchen, Anna, Tilda und Martina herein, Nürnberger Puppen gleichend, so adrett und aufgeputzt, frisch gestärkt und gebügelt, die gesunden, fröhlichen, tüchtigen, ehrlichen Mädels! ... Na, und da, sieh mal an, da kommt der kleine Bäckström mit seiner Alten. Sie strahlen wie ein paar Kerzen bei der Weihnachtsmesse. Ja, die besitzen Liebe und Zufriedenheit! Zuletzt kommt Tekla, eigensinnig am Schürzenzipfel kauend und schüchtern lächelnd.

Jetzt sagt Karin: — Bitte seid so gut! und Suzanne und Lisbeth reichen das Brot herum. Bald darauf klirren Messer und Gabeln, die Männer räuspern sich, aus irgend einer angenehmen Veranlassung, und Johanna bringt die Mädchen zum Erröten und Lachen.

Nach einer Stunde ruht ein Schimmer von Zufriedenheit auf allen Zügen, man hat das Bewußtsein, daß man seine Sache gut gemacht hat, ohne Unordnung und Betrug. Und dann kommt der Kaffee mit Bretzeln und Schürzkuchen. Und dann wird geknixt und treu drückt man sich die Hände.

Johann aber stimmt die Geige: Der Reigen geht durch die ganze Hütte, in jeden Winkel hinein, hinauf und hinunter über alle Treppen, zuletzt im Kreis um die alten Greise herum.

Die lächeln zufrieden und geehrt.


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