Ich habe Hymnen, die ich schweige.Es gibt ein Aufgerichtetsein,darin ich meine Sinne neige:du siehst mich groß, und ich bin klein.Du kannst mich dunkel unterscheidenvon jenen Dingen, welche knien;sie sind wie Herden, und sie weiden,ich bin der Hirt am Hang der Heiden,vor welchem sie zu Abend ziehn.Dann komm ich hinter ihnen herund höre dumpf die dunklen Brücken,und in dem Rauch von ihren Rückenverbirgt sich meine Wiederkehr.
Ich habe Hymnen, die ich schweige.Es gibt ein Aufgerichtetsein,darin ich meine Sinne neige:du siehst mich groß, und ich bin klein.Du kannst mich dunkel unterscheidenvon jenen Dingen, welche knien;sie sind wie Herden, und sie weiden,ich bin der Hirt am Hang der Heiden,vor welchem sie zu Abend ziehn.Dann komm ich hinter ihnen herund höre dumpf die dunklen Brücken,und in dem Rauch von ihren Rückenverbirgt sich meine Wiederkehr.
Gott, wie begreif ich deine Stunde,als du, daß sie im Raum sich runde,die Stimme vor dich hingestellt;dir war das Nichts wie eine Wunde,da kühltest du sie mit der Welt.Jetzt heilt es leise unter uns.Denn die Vergangenheiten trankendie vielen Fieber aus dem Kranken,wir fühlen schon in sanftem Schwankenden ruhigen Puls des Hintergrunds.Wir liegen lindernd auf dem Nichts,und wir verhüllen alle Risse;du aber wächst ins Ungewisseim Schatten deines Angesichts.
Gott, wie begreif ich deine Stunde,als du, daß sie im Raum sich runde,die Stimme vor dich hingestellt;dir war das Nichts wie eine Wunde,da kühltest du sie mit der Welt.Jetzt heilt es leise unter uns.
Denn die Vergangenheiten trankendie vielen Fieber aus dem Kranken,wir fühlen schon in sanftem Schwankenden ruhigen Puls des Hintergrunds.
Wir liegen lindernd auf dem Nichts,und wir verhüllen alle Risse;du aber wächst ins Ungewisseim Schatten deines Angesichts.
Alle, die ihre Hände regennicht in der Zeit, der armen Stadt,alle, die sie an Leises legen,an eine Stelle, fern den Wegen,die kaum noch einen Namen hat, –sprechen dich aus, du Alltagssegen,und sagen sanft auf einem Blatt:Es gibt im Grunde nur Gebete,so sind die Hände uns geweiht,daß sie nichts schufen, was nicht flehte;ob einer malte oder mähte,schon aus dem Ringen der Geräteentfaltete sich Frömmigkeit.Die Zeit ist eine vielgestalte.Wir hören manchmal von der Zeitund tun das Ewige und Alte;wir wissen, daß uns Gott umwalltegroß wie ein Bart und wie ein Kleid.Wir sind wie Adern im Basaltein Gottes harter Herrlichkeit.
Alle, die ihre Hände regennicht in der Zeit, der armen Stadt,alle, die sie an Leises legen,an eine Stelle, fern den Wegen,die kaum noch einen Namen hat, –sprechen dich aus, du Alltagssegen,und sagen sanft auf einem Blatt:
Es gibt im Grunde nur Gebete,so sind die Hände uns geweiht,daß sie nichts schufen, was nicht flehte;ob einer malte oder mähte,schon aus dem Ringen der Geräteentfaltete sich Frömmigkeit.
Die Zeit ist eine vielgestalte.Wir hören manchmal von der Zeitund tun das Ewige und Alte;wir wissen, daß uns Gott umwalltegroß wie ein Bart und wie ein Kleid.Wir sind wie Adern im Basaltein Gottes harter Herrlichkeit.
Der Name ist uns wie ein Lichthart an die Stirn gestellt.Da senkte sich mein Angesichtvor diesem zeitigen Gerichtund sah (von dem es seither spricht)dich, großes dunkelndes Gewichtan mir und an der Welt.Du bogst mich langsam aus der Zeit,in die ich schwankend stieg;ich neigte mich nach leisem Streit:jetzt dauert deine Dunkelheitum deinen sanften Sieg.Jetzt hast du mich und weißt nicht wen,denn deine breiten Sinne sehnnur, daß ich dunkel ward.Du hältst mich seltsam zartund horchst, wie meine Hände gehndurch deinen alten Bart.
Der Name ist uns wie ein Lichthart an die Stirn gestellt.Da senkte sich mein Angesichtvor diesem zeitigen Gerichtund sah (von dem es seither spricht)dich, großes dunkelndes Gewichtan mir und an der Welt.
Du bogst mich langsam aus der Zeit,in die ich schwankend stieg;ich neigte mich nach leisem Streit:jetzt dauert deine Dunkelheitum deinen sanften Sieg.
Jetzt hast du mich und weißt nicht wen,denn deine breiten Sinne sehnnur, daß ich dunkel ward.Du hältst mich seltsam zartund horchst, wie meine Hände gehndurch deinen alten Bart.
Dein allererstes Wort war: Licht:da ward die Zeit. Dann schwiegst du lange.Dein zweites Wort ward Mensch und bange(wir dunkeln noch in seinem Klange),und wieder sinnt dein Angesicht.Ich aber will dein drittes nicht.Ich bete nachts oft: Sei der Stumme,der wachsend in Gebärden bleibtund den der Geist im Traume treibt,daß er des Schweigens schwere Summein Stirnen und Gebirge schreibt.Sei du die Zuflucht vor dem Zorne,der das Unsagbare verstieß.Es wurde Nacht im Paradies:sei du der Hüter mit dem Horne,und man erzählt nur, daß er blies.
Dein allererstes Wort war: Licht:da ward die Zeit. Dann schwiegst du lange.Dein zweites Wort ward Mensch und bange(wir dunkeln noch in seinem Klange),und wieder sinnt dein Angesicht.
Ich aber will dein drittes nicht.Ich bete nachts oft: Sei der Stumme,der wachsend in Gebärden bleibtund den der Geist im Traume treibt,daß er des Schweigens schwere Summein Stirnen und Gebirge schreibt.
Sei du die Zuflucht vor dem Zorne,der das Unsagbare verstieß.Es wurde Nacht im Paradies:sei du der Hüter mit dem Horne,und man erzählt nur, daß er blies.
Du kommst und gehst. Die Türen fallenviel sanfter zu, fast ohne Wehn.Du bist der Leiseste von allen,die durch die leisen Häuser gehn.Man kann sich so an dich gewöhnen,daß man nicht aus dem Buche schaut,wenn seine Bilder sich verschönen,von deinem Schatten überblaut;weil dich die Dinge immer tönennur einmal leis und einmal laut.Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,verteilt sich deine Allgestalt;du gehst wie lauter lichte Rehe,und ich bin dunkel und bin Wald.Du bist ein Rad, an dem ich stehe:von deinen vielen dunklen Achsenwird immer wieder eine schwerund dreht sich näher zu mir her,und meine willigen Werke wachsenvon Wiederkehr zu Wiederkehr.
Du kommst und gehst. Die Türen fallenviel sanfter zu, fast ohne Wehn.Du bist der Leiseste von allen,die durch die leisen Häuser gehn.
Man kann sich so an dich gewöhnen,daß man nicht aus dem Buche schaut,wenn seine Bilder sich verschönen,von deinem Schatten überblaut;weil dich die Dinge immer tönennur einmal leis und einmal laut.
Oft wenn ich dich in Sinnen sehe,verteilt sich deine Allgestalt;du gehst wie lauter lichte Rehe,und ich bin dunkel und bin Wald.
Du bist ein Rad, an dem ich stehe:von deinen vielen dunklen Achsenwird immer wieder eine schwerund dreht sich näher zu mir her,und meine willigen Werke wachsenvon Wiederkehr zu Wiederkehr.
Du bist der Tiefste, welcher ragte,der Taucher und der Türme Neid.Du bist der Sanfte, der sich sagte,und doch: wenn dich ein Feiger fragte,so schwelgtest du in Schweigsamkeit.Du bist der Wald der Widersprüche.Ich darf dich wiegen wie ein Kind,und doch vollziehn sich deine Flüche,die über Völkern furchtbar sind.Dir ward das erste Buch geschrieben,das erste Bild versuchte dich,du warst im Leiden und im Lieben,dein Ernst war wie aus Erz getriebenauf jeder Stirn, die mit den siebenerfüllten Tagen dich verglich.Du gingst in Tausenden verloren,und alle Opfer wurden kalt;bis du in hohen Kirchenchorendich rührtest hinter goldnen Toren;und eine Bangnis, die geboren,umgürtete dich mit Gestalt.
Du bist der Tiefste, welcher ragte,der Taucher und der Türme Neid.Du bist der Sanfte, der sich sagte,und doch: wenn dich ein Feiger fragte,so schwelgtest du in Schweigsamkeit.
Du bist der Wald der Widersprüche.Ich darf dich wiegen wie ein Kind,und doch vollziehn sich deine Flüche,die über Völkern furchtbar sind.
Dir ward das erste Buch geschrieben,das erste Bild versuchte dich,du warst im Leiden und im Lieben,dein Ernst war wie aus Erz getriebenauf jeder Stirn, die mit den siebenerfüllten Tagen dich verglich.
Du gingst in Tausenden verloren,und alle Opfer wurden kalt;bis du in hohen Kirchenchorendich rührtest hinter goldnen Toren;und eine Bangnis, die geboren,umgürtete dich mit Gestalt.
Ich weiß: Du bist der Rätselhafte,um den die Zeit in Zögern stand.O wie so schön ich dich erschafftein einer Stunde, die mich straffte,in einer Hoffart meiner Hand.Ich zeichnete viel ziere Risse,behorchte alle Hindernisse, –dann wurden mir die Pläne krank:es wirrten sich wie Dorngerankdie Linien und die Ovale,bis tief in mir mit einem Maleaus einem Griff ins Ungewissedie frommste aller Formen sprang.Ich kann mein Werk nicht überschaunund fühle doch: es steht vollendet.Aber, die Augen abgewendet,will ich es immer wieder baun.
Ich weiß: Du bist der Rätselhafte,um den die Zeit in Zögern stand.O wie so schön ich dich erschafftein einer Stunde, die mich straffte,in einer Hoffart meiner Hand.
Ich zeichnete viel ziere Risse,behorchte alle Hindernisse, –dann wurden mir die Pläne krank:es wirrten sich wie Dorngerankdie Linien und die Ovale,bis tief in mir mit einem Maleaus einem Griff ins Ungewissedie frommste aller Formen sprang.
Ich kann mein Werk nicht überschaunund fühle doch: es steht vollendet.Aber, die Augen abgewendet,will ich es immer wieder baun.
So ist mein Tagwerk, über demmein Schatten liegt wie eine Schale.Und bin ich auch wie Laub und Lehm,sooft ich bete oder male,ist Sonntag, und ich bin im Taleein jubelndes Jerusalem.Ich bin die stolze Stadt des Herrnund sage ihn mit hundert Zungen;in mir ist Davids Dank verklungen:ich lag in Harfendämmerungenund atmete den Abendstern.Nach Aufgang gehen meine Gassen.Und bin ich lang vom Volk verlassen,so ist’s: damit ich größer bin.Ich höre jeden in mir schreitenund breite meine Einsamkeitenvon Anbeginn zu Anbeginn.
So ist mein Tagwerk, über demmein Schatten liegt wie eine Schale.Und bin ich auch wie Laub und Lehm,sooft ich bete oder male,ist Sonntag, und ich bin im Taleein jubelndes Jerusalem.
Ich bin die stolze Stadt des Herrnund sage ihn mit hundert Zungen;in mir ist Davids Dank verklungen:ich lag in Harfendämmerungenund atmete den Abendstern.
Nach Aufgang gehen meine Gassen.Und bin ich lang vom Volk verlassen,so ist’s: damit ich größer bin.
Ich höre jeden in mir schreitenund breite meine Einsamkeitenvon Anbeginn zu Anbeginn.
Ihr vielen unbestürmten Städte,habt ihr euch nie den Feind ersehnt?O daß er euch belagert hätteein langes schwankendes Jahrzehnt.Bis ihr ihn trostlos und in Trauern,bis daß ihr hungernd ihn ertrugt;er liegt wie Landschaft vor den Mauern,denn also weiß er auszudauernum jene, die er heimgesucht.Schaut aus vom Rande eurer Dächer:da lagert er und wird nicht mattund wird nicht weniger und schwächerund schickt nicht Droher und Versprecherund Überreder in die Stadt.Er ist der große Mauerbrecher,der eine stumme Arbeit hat.
Ihr vielen unbestürmten Städte,habt ihr euch nie den Feind ersehnt?O daß er euch belagert hätteein langes schwankendes Jahrzehnt.
Bis ihr ihn trostlos und in Trauern,bis daß ihr hungernd ihn ertrugt;er liegt wie Landschaft vor den Mauern,denn also weiß er auszudauernum jene, die er heimgesucht.
Schaut aus vom Rande eurer Dächer:da lagert er und wird nicht mattund wird nicht weniger und schwächerund schickt nicht Droher und Versprecherund Überreder in die Stadt.
Er ist der große Mauerbrecher,der eine stumme Arbeit hat.
Ich komme aus meinen Schwingen heim,mit denen ich mich verlor.Ich war Gesang, und Gott, der Reim,rauscht noch in meinem Ohr.Ich werde wieder still und schlicht,und meine Stimme steht;es senkte sich mein Angesichtzu besserem Gebet.Den andern war ich wie ein Wind,da ich sie rüttelnd rief.Weit war ich, wo die Engel sind,hoch, wo das Licht in nichts zerrinnt –Gott aber dunkelt tief.Die Engel sind das letzte Wehnan seines Wipfels Saum;daß sie aus seinen Ästen gehn,ist ihnen wie ein Traum.Sie glauben dort dem Lichte mehrals Gottes schwarzer Kraft,es flüchtete sich Luziferin ihre Nachbarschaft.Er ist der Fürst im Land des Lichts,und seine Stirne stehtso steil am großen Glanz des Nichts,daß er, versengten Angesichts,nach Finsternissen fleht.Er ist der helle Gott der Zeit,zu dem sie laut erwacht,und weil er oft in Schmerzen schreitund oft in Schmerzen lacht,glaubt sie an seine Seligkeitund hangt an seiner Macht.Die Zeit ist wie ein welker Randan einem Buchenblatt.Sie ist das glänzende Gewand,das Gott verworfen hat,als Er, der immer Tiefe war,ermüdete des Flugsund sich verbarg vor jedem Jahr,bis ihm sein wurzelhaftes Haardurch alle Dinge wuchs.
Ich komme aus meinen Schwingen heim,mit denen ich mich verlor.Ich war Gesang, und Gott, der Reim,rauscht noch in meinem Ohr.
Ich werde wieder still und schlicht,und meine Stimme steht;es senkte sich mein Angesichtzu besserem Gebet.Den andern war ich wie ein Wind,da ich sie rüttelnd rief.Weit war ich, wo die Engel sind,hoch, wo das Licht in nichts zerrinnt –Gott aber dunkelt tief.
Die Engel sind das letzte Wehnan seines Wipfels Saum;daß sie aus seinen Ästen gehn,ist ihnen wie ein Traum.Sie glauben dort dem Lichte mehrals Gottes schwarzer Kraft,es flüchtete sich Luziferin ihre Nachbarschaft.
Er ist der Fürst im Land des Lichts,und seine Stirne stehtso steil am großen Glanz des Nichts,daß er, versengten Angesichts,nach Finsternissen fleht.Er ist der helle Gott der Zeit,zu dem sie laut erwacht,und weil er oft in Schmerzen schreitund oft in Schmerzen lacht,glaubt sie an seine Seligkeitund hangt an seiner Macht.
Die Zeit ist wie ein welker Randan einem Buchenblatt.Sie ist das glänzende Gewand,das Gott verworfen hat,als Er, der immer Tiefe war,ermüdete des Flugsund sich verbarg vor jedem Jahr,bis ihm sein wurzelhaftes Haardurch alle Dinge wuchs.
Du wirst nur mit der Tat erfaßt,mit Händen nur erhellt;ein jeder Sinn ist nur ein Gastund sehnt sich aus der Welt.Ersonnen ist ein jeder Sinn,man fühlt den feinen Saum darinund daß ihn einer spann:Du aber kommst und gibst dich hinund fällst den Flüchtling an.Ich will nicht wissen, wo du bist,sprich mir aus überall.Dein williger Evangelistverzeichnet alles und vergißtzu schauen nach dem Schall.Ich geh doch immer auf dich zumit meinem ganzen Gehn;denn wer bin ich und wer bist du,wenn wir uns nicht verstehn?
Du wirst nur mit der Tat erfaßt,mit Händen nur erhellt;ein jeder Sinn ist nur ein Gastund sehnt sich aus der Welt.
Ersonnen ist ein jeder Sinn,man fühlt den feinen Saum darinund daß ihn einer spann:Du aber kommst und gibst dich hinund fällst den Flüchtling an.
Ich will nicht wissen, wo du bist,sprich mir aus überall.Dein williger Evangelistverzeichnet alles und vergißtzu schauen nach dem Schall.
Ich geh doch immer auf dich zumit meinem ganzen Gehn;denn wer bin ich und wer bist du,wenn wir uns nicht verstehn?
Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haarwie aller alten Zaren Sterbestunde.Die Macht entfremdete nur meinem Munde,doch meine Reiche, die ich schweigend runde,versammeln sich in meinem Hintergrundeund meine Sinne sind noch Gossudar.Für sie ist beten immer noch: erbauen,aus allen Maßen bauen, daß das Grauenfast wie die Größe wird und schön, –und: jedes Hinknien und Vertrauen(daß es die andern nicht beschauen)mit vielen goldenen und blauenund bunten Kuppeln überhöhn.Denn was sind Kirchen und sind Klösterin ihrem Steigen und Erstehnals Harfen, tönende Vertröster,durch die die Hände Halberlöstervor Königen und Jungfraun gehn.
Mein Leben hat das gleiche Kleid und Haarwie aller alten Zaren Sterbestunde.Die Macht entfremdete nur meinem Munde,doch meine Reiche, die ich schweigend runde,versammeln sich in meinem Hintergrundeund meine Sinne sind noch Gossudar.
Für sie ist beten immer noch: erbauen,aus allen Maßen bauen, daß das Grauenfast wie die Größe wird und schön, –und: jedes Hinknien und Vertrauen(daß es die andern nicht beschauen)mit vielen goldenen und blauenund bunten Kuppeln überhöhn.
Denn was sind Kirchen und sind Klösterin ihrem Steigen und Erstehnals Harfen, tönende Vertröster,durch die die Hände Halberlöstervor Königen und Jungfraun gehn.
Und Gott befiehlt mir, daß ich schriebe:Den Königen sei Grausamkeit.Sie ist der Engel vor der Liebe,und ohne diesen Bogen bliebemir keine Brücke in die Zeit.Und Gott befiehlt mir, daß ich male:Die Zeit ist mir mein tiefstes Weh,so legte ich in ihre Schale:das wache Weib, die Wundenmale,den reichen Tod (daß er sie zahle),der Städte bange Bacchanale,den Wahnsinn und die Könige.Und Gott befiehlt mir, daß ich baue:Denn König bin ich von der Zeit.Dir aber bin ich nur der graueMitwisser deiner Einsamkeit.Und bin das Auge mit der Braue ...Das über meine Schulter schauevon Ewigkeit zu Ewigkeit.
Und Gott befiehlt mir, daß ich schriebe:
Den Königen sei Grausamkeit.Sie ist der Engel vor der Liebe,und ohne diesen Bogen bliebemir keine Brücke in die Zeit.
Und Gott befiehlt mir, daß ich male:
Die Zeit ist mir mein tiefstes Weh,so legte ich in ihre Schale:das wache Weib, die Wundenmale,den reichen Tod (daß er sie zahle),der Städte bange Bacchanale,den Wahnsinn und die Könige.
Und Gott befiehlt mir, daß ich baue:
Denn König bin ich von der Zeit.Dir aber bin ich nur der graueMitwisser deiner Einsamkeit.Und bin das Auge mit der Braue ...
Das über meine Schulter schauevon Ewigkeit zu Ewigkeit.
Es tauchten tausend Theologenin deines Namens alte Nacht.Jungfrauen sind zu dir erwacht,und Jünglinge in Silber zogenund schimmerten in dir, du Schlacht.In deinen langen Bogengängenbegegneten die Dichter sichund waren Könige von Klängenund mild und tief und meisterlich.Du bist die sanfte Abendstunde,die alle Dichter ähnlich macht;du drängst dich dunkel in die Munde,und im Gefühl von einem Fundeumgibt ein jeder dich mit Pracht.Dich heben hunderttausend Harfenwie Schwingen aus der Schweigsamkeit.Und deine alten Winde warfenzu allen Dingen und Bedarfenden Hauch von deiner Herrlichkeit.
Es tauchten tausend Theologenin deines Namens alte Nacht.Jungfrauen sind zu dir erwacht,und Jünglinge in Silber zogenund schimmerten in dir, du Schlacht.
In deinen langen Bogengängenbegegneten die Dichter sichund waren Könige von Klängenund mild und tief und meisterlich.
Du bist die sanfte Abendstunde,die alle Dichter ähnlich macht;du drängst dich dunkel in die Munde,und im Gefühl von einem Fundeumgibt ein jeder dich mit Pracht.
Dich heben hunderttausend Harfenwie Schwingen aus der Schweigsamkeit.Und deine alten Winde warfenzu allen Dingen und Bedarfenden Hauch von deiner Herrlichkeit.
Die Dichter haben dich verstreut(es ging ein Sturm durch alles Stammeln),ich aber will dich wieder sammelnin dem Gefäß, das dich erfreut.Ich wanderte in vielem Winde;da triebst du tausendmal darin.Ich bringe alles, was ich finde:als Becher brauchte dich der Blinde,sehr tief verbarg dich das Gesinde,der Bettler aber hielt dich hin;und manchmal war bei einem Kindeein großes Stück von deinem Sinn.Du siehst, daß ich ein Sucher bin.Einer, der hinter seinen Händenverborgen geht und wie ein Hirt;(mögst du den Blick, der ihn beirrt,den Blick der Fremden von ihm wenden.)Einer, der träumt, dich zu vollendenund: daß er sich vollenden wird.
Die Dichter haben dich verstreut(es ging ein Sturm durch alles Stammeln),ich aber will dich wieder sammelnin dem Gefäß, das dich erfreut.
Ich wanderte in vielem Winde;da triebst du tausendmal darin.Ich bringe alles, was ich finde:als Becher brauchte dich der Blinde,sehr tief verbarg dich das Gesinde,der Bettler aber hielt dich hin;und manchmal war bei einem Kindeein großes Stück von deinem Sinn.
Du siehst, daß ich ein Sucher bin.
Einer, der hinter seinen Händenverborgen geht und wie ein Hirt;(mögst du den Blick, der ihn beirrt,den Blick der Fremden von ihm wenden.)Einer, der träumt, dich zu vollendenund: daß er sich vollenden wird.
Selten ist die Sonne im Sobór.Die Wände wachsen aus Gestalten,und durch die Jungfraun und die Altendrängt sich, wie Flügel im Entfalten,das goldene, das Kaiser-Tor.An seinem Säulenrand verlordie Wand sich hinter den Ikonen;und, die im stillen Silber wohnen,die Steine steigen wie ein Chorund fallen wieder in die Kronenund schweigen schöner als zuvor.Und über sie, wie Nächte blau,von Angesichte blaß,schwebt, die dich freuete, die Frau:die Pförtnerin, der Morgentau,die dich umblüht wie eine Auund ohne Unterlaß.Die Kuppel ist voll deines Sohnsund bindet rund den Bau.Willst du geruhen deines Throns,den ich in Schauern schau.
Selten ist die Sonne im Sobór.Die Wände wachsen aus Gestalten,und durch die Jungfraun und die Altendrängt sich, wie Flügel im Entfalten,das goldene, das Kaiser-Tor.
An seinem Säulenrand verlordie Wand sich hinter den Ikonen;und, die im stillen Silber wohnen,die Steine steigen wie ein Chorund fallen wieder in die Kronenund schweigen schöner als zuvor.
Und über sie, wie Nächte blau,von Angesichte blaß,schwebt, die dich freuete, die Frau:die Pförtnerin, der Morgentau,die dich umblüht wie eine Auund ohne Unterlaß.
Die Kuppel ist voll deines Sohnsund bindet rund den Bau.
Willst du geruhen deines Throns,den ich in Schauern schau.
Da trat ich als ein Pilger einund fühlte voller Qualan meiner Stirne dich, du Stein.Mit Lichtern, sieben an der Zahl,umstellte ich dein dunkles Seinund sah in jedem Bilde deinbräunliches Muttermal.Da stand ich, wo die Bettler stehn,die schlecht und hager sind:aus ihrem Auf- und Niederwehnbegriff ich dich, du Wind.Ich sah den Bauer, überjahrt,bärtig wie Joachim,und daraus, wie er dunkel ward,von lauter Ähnlichen umschart,empfand ich dich wie nie so zartso ohne Wort geoffenbartin allen und in ihm.Du läßt der Zeit den Lauf,und dir ist niemals Ruh darin:der Bauer findet deinen Sinnund hebt ihn auf und wirft ihn hinund hebt ihn wieder auf.
Da trat ich als ein Pilger einund fühlte voller Qualan meiner Stirne dich, du Stein.Mit Lichtern, sieben an der Zahl,umstellte ich dein dunkles Seinund sah in jedem Bilde deinbräunliches Muttermal.
Da stand ich, wo die Bettler stehn,die schlecht und hager sind:aus ihrem Auf- und Niederwehnbegriff ich dich, du Wind.Ich sah den Bauer, überjahrt,bärtig wie Joachim,und daraus, wie er dunkel ward,von lauter Ähnlichen umschart,empfand ich dich wie nie so zartso ohne Wort geoffenbartin allen und in ihm.
Du läßt der Zeit den Lauf,und dir ist niemals Ruh darin:der Bauer findet deinen Sinnund hebt ihn auf und wirft ihn hinund hebt ihn wieder auf.
Wie der Wächter in den Weingeländenseine Hütte hat und wacht,bin ich Hütte, Herr, in deinen Händenund bin Nacht, o Herr, von deiner Nacht.Weinberg, Weide, alter Apfelgarten,Acker, der kein Frühjahr überschlägt,Feigenbaum, der auch im marmorhartenGrunde hundert Früchte trägt:Duft geht aus aus deinen runden Zweigen.Und du fragst nicht, ob ich wachsam sei;furchtlos, aufgelöst in Säften, steigendeine Tiefen still an mir vorbei.
Wie der Wächter in den Weingeländenseine Hütte hat und wacht,bin ich Hütte, Herr, in deinen Händenund bin Nacht, o Herr, von deiner Nacht.
Weinberg, Weide, alter Apfelgarten,Acker, der kein Frühjahr überschlägt,Feigenbaum, der auch im marmorhartenGrunde hundert Früchte trägt:
Duft geht aus aus deinen runden Zweigen.Und du fragst nicht, ob ich wachsam sei;furchtlos, aufgelöst in Säften, steigendeine Tiefen still an mir vorbei.
Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.Aber die Worte, eh jeder beginnt,diese wolkigen Worte sind:Von deinen Sinnen hinausgesandt,geh bis an deiner Sehnsucht Rand;gib mir Gewand.Hinter den Dingen wachse als Brand,daß ihre Schatten ausgespanntimmer mich ganz bedecken.Laß dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.Man muß nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.Laß dich von mir nicht trennen.Nah ist das Land,das sie das Leben nennen.Du wirst es erkennenan seinem Ernste.Gib mir die Hand.
Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.Aber die Worte, eh jeder beginnt,diese wolkigen Worte sind:
Von deinen Sinnen hinausgesandt,geh bis an deiner Sehnsucht Rand;gib mir Gewand.
Hinter den Dingen wachse als Brand,daß ihre Schatten ausgespanntimmer mich ganz bedecken.
Laß dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.Man muß nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.Laß dich von mir nicht trennen.Nah ist das Land,das sie das Leben nennen.
Du wirst es erkennenan seinem Ernste.
Gib mir die Hand.
Ich war bei den ältesten Mönchen, den Malern und Mythenmeldern,die schrieben ruhig Geschichten und zeichneten Runen des Ruhms.Und ich seh dich in meinen Gesichten mit Winden, Wassern und Wäldernrauschend am Rande des Christentums,du Land, nicht zu lichten.Ich will dich erzählen, ich will dich beschaun und beschreiben,nicht mit Bol und mit Gold, nur mit Tinte aus Apfelbaumrinden;ich kann auch mit Perlen dich nicht an die Blätter binden,und das zitterndste Bild, das mir meine Sinne erfinden,du würdest es blind durch dein einfaches Sein übertreiben.So will ich die Dinge in dir nur bescheiden und schlichthin benamen,will die Könige nennen, die ältesten, woher sie kamen,und will ihre Taten und Schlachten berichten am Rand meiner Seiten.Denn du bist der Boden. Dir sind nur wie Sommer die Zeiten,und du denkst an die nahen nicht anders als an die entferntenund ob sie dich tiefer besamen und besser bebauen lernten:du fühlst dich nur leise berührt von den ähnlichen Erntenund hörst weder Säer noch Schnitter, die über dich schreiten.
Ich war bei den ältesten Mönchen, den Malern und Mythenmeldern,die schrieben ruhig Geschichten und zeichneten Runen des Ruhms.Und ich seh dich in meinen Gesichten mit Winden, Wassern und Wäldernrauschend am Rande des Christentums,du Land, nicht zu lichten.
Ich will dich erzählen, ich will dich beschaun und beschreiben,nicht mit Bol und mit Gold, nur mit Tinte aus Apfelbaumrinden;ich kann auch mit Perlen dich nicht an die Blätter binden,und das zitterndste Bild, das mir meine Sinne erfinden,du würdest es blind durch dein einfaches Sein übertreiben.
So will ich die Dinge in dir nur bescheiden und schlichthin benamen,will die Könige nennen, die ältesten, woher sie kamen,und will ihre Taten und Schlachten berichten am Rand meiner Seiten.Denn du bist der Boden. Dir sind nur wie Sommer die Zeiten,und du denkst an die nahen nicht anders als an die entferntenund ob sie dich tiefer besamen und besser bebauen lernten:du fühlst dich nur leise berührt von den ähnlichen Erntenund hörst weder Säer noch Schnitter, die über dich schreiten.
Du dunkelnder Grund, geduldig erträgst du die Mauern.Und vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den Städten zu dauernund gewährst noch zwei Stunden den Kirchen und einsamen Klösternund lässest fünf Stunden noch Mühsal allen Erlösternund siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des Bauern –:Eh du wieder Wald wirst und Wasser und wachsende Wildnisin der Stunde der unerfaßlichen Angst,da du dein unvollendetes Bildnisvon allen Dingen zurückverlangst.Gib mir noch eine kleine Weile Zeit: ich will die Dinge so wie keiner lieben,bis sie dir alle würdig sind und weit.Ich will nur sieben Tage, sieben,auf die sich keiner noch geschrieben,sieben Seiten Einsamkeit.Wem du das Buch gibst, welches die umfaßt,der wird gebückt über den Blättern bleiben.Es sei denn, daß du ihn in Händen hast,um selbst zu schreiben.
Du dunkelnder Grund, geduldig erträgst du die Mauern.Und vielleicht erlaubst du noch eine Stunde den Städten zu dauernund gewährst noch zwei Stunden den Kirchen und einsamen Klösternund lässest fünf Stunden noch Mühsal allen Erlösternund siehst noch sieben Stunden das Tagwerk des Bauern –:
Eh du wieder Wald wirst und Wasser und wachsende Wildnisin der Stunde der unerfaßlichen Angst,da du dein unvollendetes Bildnisvon allen Dingen zurückverlangst.
Gib mir noch eine kleine Weile Zeit: ich will die Dinge so wie keiner lieben,bis sie dir alle würdig sind und weit.Ich will nur sieben Tage, sieben,auf die sich keiner noch geschrieben,sieben Seiten Einsamkeit.
Wem du das Buch gibst, welches die umfaßt,der wird gebückt über den Blättern bleiben.Es sei denn, daß du ihn in Händen hast,um selbst zu schreiben.
So bin ich nur als Kind erwacht,so sicher im Vertraun,nach jeder Angst und jeder Nachtdich wieder anzuschaun.Ich weiß, sooft mein Denken mißt,wie tief, wie lang, wie weit –:du aber bist und bist und bist,umzittert von der Zeit.Mir ist, als wär ich jetzt zugleichKind, Knab und Mann und mehr.Ich fühle nur, der Ring ist reichdurch seine Wiederkehr.Ich danke dir, du tiefe Kraft,die immer leiser mit mir schafftwie hinter vielen Wänden;jetzt ward mir erst der Werktag schlichtund wie ein heiliges Gesichtzu meinen dunklen Händen.
So bin ich nur als Kind erwacht,so sicher im Vertraun,nach jeder Angst und jeder Nachtdich wieder anzuschaun.Ich weiß, sooft mein Denken mißt,wie tief, wie lang, wie weit –:du aber bist und bist und bist,umzittert von der Zeit.
Mir ist, als wär ich jetzt zugleichKind, Knab und Mann und mehr.Ich fühle nur, der Ring ist reichdurch seine Wiederkehr.
Ich danke dir, du tiefe Kraft,die immer leiser mit mir schafftwie hinter vielen Wänden;jetzt ward mir erst der Werktag schlichtund wie ein heiliges Gesichtzu meinen dunklen Händen.
Daß ich nicht war vor einer Weile,weißt du davon? Und du sagst nein.Da fühl ich, wenn ich nur nicht eile,so kann ich nie vergangen sein.Ich bin ja mehr als Traum im Traume.Nur was sich sehnt nach einem Saume,ist wie ein Tag und wie ein Ton;es drängt sich fremd durch deine Hände,daß es die viele Freiheit fände,und traurig lassen sie davon.So blieb das Dunkel dir allein,und, wachsend in die leere Lichte,erhob sich eine Weltgeschichteaus immer blinderem Gestein.Ist einer noch, der daran baut?Die Massen wollen wieder Massen,die Steine sind wie losgelassen,und keiner ist von dir behauen.
Daß ich nicht war vor einer Weile,weißt du davon? Und du sagst nein.Da fühl ich, wenn ich nur nicht eile,so kann ich nie vergangen sein.
Ich bin ja mehr als Traum im Traume.Nur was sich sehnt nach einem Saume,ist wie ein Tag und wie ein Ton;es drängt sich fremd durch deine Hände,daß es die viele Freiheit fände,und traurig lassen sie davon.
So blieb das Dunkel dir allein,und, wachsend in die leere Lichte,erhob sich eine Weltgeschichteaus immer blinderem Gestein.Ist einer noch, der daran baut?Die Massen wollen wieder Massen,die Steine sind wie losgelassen,
und keiner ist von dir behauen.
Es lärmt das Licht im Wipfel deines Baumesund macht dir alle Dinge bunt und eitel,sie finden dich erst, wenn der Tag verglomm.Die Dämmerung, die Zärtlichkeit des Raumes,legt tausend Hände über tausend Scheitel,und unter ihnen wird das Fremde fromm.Du willst die Welt nicht anders an dich haltenals so, mit dieser sanftesten Gebärde.Aus ihren Himmeln greifst du dir die Erdeund fühlst sie unter deines Mantels Falten.Du hast so eine leise Art zu sein.Und jene, die dir laute Namen weihn,sind schon vergessen deiner Nachbarschaft.Von deinen Händen, die sich bergig heben,steigt, unsern Sinnen das Gesetz zu geben,mit dunkler Stirne deine stumme Kraft.
Es lärmt das Licht im Wipfel deines Baumesund macht dir alle Dinge bunt und eitel,sie finden dich erst, wenn der Tag verglomm.Die Dämmerung, die Zärtlichkeit des Raumes,legt tausend Hände über tausend Scheitel,und unter ihnen wird das Fremde fromm.
Du willst die Welt nicht anders an dich haltenals so, mit dieser sanftesten Gebärde.Aus ihren Himmeln greifst du dir die Erdeund fühlst sie unter deines Mantels Falten.
Du hast so eine leise Art zu sein.Und jene, die dir laute Namen weihn,sind schon vergessen deiner Nachbarschaft.Von deinen Händen, die sich bergig heben,steigt, unsern Sinnen das Gesetz zu geben,mit dunkler Stirne deine stumme Kraft.
Du Williger, und deine Gnade kamimmer in alle ältesten Gebärden.Wenn einer die Hände zusammenflicht,so daß sie zahmund um ein kleines Dunkel sind –:auf einmal fühlt er dich in ihnen werden,und wie im Windesenkt sich sein Gesichtin Scham.Und da versucht er, auf dem Stein zu liegenund aufzustehn, wie er bei andern sieht,und seine Mühe ist, dich einzuwiegenaus Angst, daß er dein Wachsein schon verriet.Denn wer dich fühlt, kann sich mit dir nicht brüsten;er ist erschrocken, bang um dich und fliehtvor allen Fremden, die dich merken müßten:du bist das Wunder in den Wüsten,das Ausgewanderten geschieht.
Du Williger, und deine Gnade kamimmer in alle ältesten Gebärden.Wenn einer die Hände zusammenflicht,so daß sie zahmund um ein kleines Dunkel sind –:auf einmal fühlt er dich in ihnen werden,und wie im Windesenkt sich sein Gesichtin Scham.Und da versucht er, auf dem Stein zu liegenund aufzustehn, wie er bei andern sieht,und seine Mühe ist, dich einzuwiegenaus Angst, daß er dein Wachsein schon verriet.
Denn wer dich fühlt, kann sich mit dir nicht brüsten;er ist erschrocken, bang um dich und fliehtvor allen Fremden, die dich merken müßten:
du bist das Wunder in den Wüsten,das Ausgewanderten geschieht.
Eine Stunde vom Rande des Tages,und das Land ist zu allem bereit.Was du sehnst, meine Seele, sag es:Sei Heide und, Heide, sei weit.Habe alte, alte Kurgane,wachsend und kaum erkannt,wenn es Mond wird über das plane,langvergangene Land.Gestalte dich, Stille. Gestaltedie Dinge (es ist ihre Kindheit,sie werden dir willig sein).Sei Heide, sei Heide, sei Heide,dann kommt vielleicht auch der Alte,den ich kaum von der Nacht unterscheide,und bringt seine riesige Blindheitin mein horchendes Haus herein.Ich seh ihn sitzen und sinnen,nicht über mich hinaus;für ihn ist alles innen,Himmel und Heide und Haus.Nur die Lieder sind ihm verloren,die er nie mehr beginnt;aus vielen tausend Ohrentrank sie die Zeit und der Wind;aus den Ohren der Toren.
Eine Stunde vom Rande des Tages,und das Land ist zu allem bereit.Was du sehnst, meine Seele, sag es:
Sei Heide und, Heide, sei weit.Habe alte, alte Kurgane,wachsend und kaum erkannt,wenn es Mond wird über das plane,langvergangene Land.Gestalte dich, Stille. Gestaltedie Dinge (es ist ihre Kindheit,sie werden dir willig sein).Sei Heide, sei Heide, sei Heide,dann kommt vielleicht auch der Alte,den ich kaum von der Nacht unterscheide,und bringt seine riesige Blindheitin mein horchendes Haus herein.
Ich seh ihn sitzen und sinnen,nicht über mich hinaus;für ihn ist alles innen,Himmel und Heide und Haus.Nur die Lieder sind ihm verloren,die er nie mehr beginnt;aus vielen tausend Ohrentrank sie die Zeit und der Wind;aus den Ohren der Toren.
Und dennoch: mir geschieht,als ob ich ein jedes Liedtief in mir ihm ersparte.Er schweigt hinterm bebenden Barte,er möchte sich wiedergewinnenaus seinen Melodien.Da komm ich zu seinen Knien:und seine Lieder rinnenrauschend zurück in ihn.
Und dennoch: mir geschieht,als ob ich ein jedes Liedtief in mir ihm ersparte.
Er schweigt hinterm bebenden Barte,er möchte sich wiedergewinnenaus seinen Melodien.Da komm ich zu seinen Knien:
und seine Lieder rinnenrauschend zurück in ihn.
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –du hast ihn wachsen sehn; –die Bäume flüchten. Ihre Fluchtschafft reitende Alleen.Da weißt du, der, vor dem sie fliehn,ist der, zu dem du gehst,und deine Sinne singen ihn,wenn du am Fenster stehst.Des Sommers Wochen standen still,es stieg der Bäume Blut;jetzt fühlst du, daß es fallen willin den, der alles tut.Du glaubtest schon erkannt die Kraft,als du die Frucht erfaßt,jetzt wird sie wieder rätselhaft,und du bist wieder Gast.Der Sommer war so wie dein Haus,drin weißt du alles stehn –jetzt mußt du in dein Herz hinauswie in die Ebene gehn.Die große Einsamkeit beginnt,die Tage werden taub,aus deinen Sinnen nimmt der Winddie Welt wie welkes Laub.Durch ihre leeren Zweige siehtder Himmel, den du hast;sei Erde jetzt und Abendliedund Land, darauf er paßt.Demütig sei jetzt wie ein Ding,zu Wirklichkeit gereift, –daß Der, von dem die Kunde ging,dich fühlt, wenn er dich greift.
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –du hast ihn wachsen sehn; –die Bäume flüchten. Ihre Fluchtschafft reitende Alleen.Da weißt du, der, vor dem sie fliehn,ist der, zu dem du gehst,und deine Sinne singen ihn,wenn du am Fenster stehst.
Des Sommers Wochen standen still,es stieg der Bäume Blut;jetzt fühlst du, daß es fallen willin den, der alles tut.Du glaubtest schon erkannt die Kraft,als du die Frucht erfaßt,jetzt wird sie wieder rätselhaft,und du bist wieder Gast.
Der Sommer war so wie dein Haus,drin weißt du alles stehn –jetzt mußt du in dein Herz hinauswie in die Ebene gehn.Die große Einsamkeit beginnt,die Tage werden taub,aus deinen Sinnen nimmt der Winddie Welt wie welkes Laub.
Durch ihre leeren Zweige siehtder Himmel, den du hast;sei Erde jetzt und Abendliedund Land, darauf er paßt.Demütig sei jetzt wie ein Ding,zu Wirklichkeit gereift, –daß Der, von dem die Kunde ging,dich fühlt, wenn er dich greift.
Ich bete wieder, du Erlauchter,du hörst mich wieder durch den Wind,weil meine Tiefen nie gebrauchterrauschender Worte mächtig sind.Ich war zerstreut; an Widersacherin Stücken war verteilt mein Ich.O Gott, mich lachten alle Lacher,und alle Trinker tranken mich.In Höfen hab ich mich gesammeltaus Abfall und aus altem Glas,mit halbem Mund dich angestammelt,dich, Ewiger aus Ebenmaß.Wie hob ich meine halben Händezu dir in namenlosem Flehn,daß ich die Augen wiederfände,mit denen ich dich angesehn.Ich war ein Haus nach einem Brand,darin nur Mörder manchmal schlafen,eh ihre hungerigen Strafensie weiterjagen in das Land;ich war wie eine Stadt am Meer,wenn eine Seuche sie bedrängte,die sich wie eine Leiche schwerden Kindern an die Hände hängte.Ich war mir fremd wie irgendwerund wußte nur von ihm, daß ereinst meine junge Mutter kränkte,als sie mich trug,und daß ihr Herz, das eingeengte,sehr schmerzhaft an mein Keimen schlug.Jetzt bin ich wieder aufgebautaus allen Stücken meiner Schandeund sehne mich nach einem Bande,nach einem einigen Verstande,der mich wie ein Ding überschaut, –nach deines Herzens großen Händen –(o kämen sie doch auf mich zu)ich zähle mich, mein Gott, und du,du hast das Recht, mich zu verschwenden.
Ich bete wieder, du Erlauchter,du hörst mich wieder durch den Wind,weil meine Tiefen nie gebrauchterrauschender Worte mächtig sind.
Ich war zerstreut; an Widersacherin Stücken war verteilt mein Ich.O Gott, mich lachten alle Lacher,und alle Trinker tranken mich.
In Höfen hab ich mich gesammeltaus Abfall und aus altem Glas,mit halbem Mund dich angestammelt,dich, Ewiger aus Ebenmaß.Wie hob ich meine halben Händezu dir in namenlosem Flehn,daß ich die Augen wiederfände,mit denen ich dich angesehn.
Ich war ein Haus nach einem Brand,darin nur Mörder manchmal schlafen,eh ihre hungerigen Strafensie weiterjagen in das Land;ich war wie eine Stadt am Meer,wenn eine Seuche sie bedrängte,die sich wie eine Leiche schwerden Kindern an die Hände hängte.
Ich war mir fremd wie irgendwerund wußte nur von ihm, daß ereinst meine junge Mutter kränkte,als sie mich trug,und daß ihr Herz, das eingeengte,sehr schmerzhaft an mein Keimen schlug.
Jetzt bin ich wieder aufgebautaus allen Stücken meiner Schandeund sehne mich nach einem Bande,nach einem einigen Verstande,der mich wie ein Ding überschaut, –nach deines Herzens großen Händen –(o kämen sie doch auf mich zu)ich zähle mich, mein Gott, und du,du hast das Recht, mich zu verschwenden.
Ich bin derselbe noch, der knietevor dir im mönchischen Gewand:der tiefe, dienende Levite,den du erfüllt, der dich erfand.Die Stimme einer stillen Zelle,an der die Welt vorüberweht, –und du bist immer noch die Welle,die über alle Dinge geht.Es ist nichts andres. Nur ein Meer,aus dem die Länder manchmal steigen.Es ist nichts andres denn ein Schweigenvon schönen Engeln und von Geigen,und der Verschwiegene ist der,zu dem sich alle Dinge neigenvon seiner Stärke Strahlen schwer.Bist du denn alles, – ich der Eine,der sich ergibt und sich empört?Bin ich denn nicht das Allgemeine,bin ich nicht Alles, wenn ich weine,und du der Eine, der es hört?Hörst du denn etwas neben mir?Sind da noch Stimmen außer meiner?Ist da ein Sturm? Auch ich bin einer,und meine Wälder winken dir.Ist da ein Lied, ein krankes, kleines,das dich am Micherhören stört, –auch ich bin eines, höre meines,das einsam ist und unerhört.Ich bin derselbe noch, der bangedich manchmal fragte, wer du seist.Nach jedem Sonnenuntergangebin ich verwundet und verwaist,ein blasser allem Abgelösterund ein Verschmähter jeder Schar,und alle Dinge stehn wie Klöster,in denen ich gefangen war.Dann brauch ich dich, du Eingeweihter,du sanfter Nachbar jeder Not,du meines Leidens leiser Zweiter,du Gott, dann brauch ich dich wie Brot.Du weißt vielleicht nicht, wie die Nächtefür Menschen, die nicht schlafen, sind:da sind sie alle Ungerechte,der Greis, die Jungfrau und das Kind.Sie fahren auf wie totgesagt,von schwarzen Dingen nah umgeben,und ihre weißen Hände bebenverwoben in ein wildes Leben,wie Hunde in ein Bild der Jagd.Vergangenes steht noch bevor,und in der Zukunft liegen Leichen,ein Mann im Mantel pocht am Tor,und mit dem Auge und dem Ohrist noch kein erstes Morgenzeichen,kein Hahnruf ist noch zu erreichen.Die Nacht ist wie ein großes Haus.Und mit der Angst der wunden Händereißen sie Türen in die Wände, –dann kommen Gänge ohne Ende,und nirgends ist ein Tor hinaus.Und so, mein Gott, ist jede Nacht;immer sind welche aufgewacht,die gehn und gehn und dich nicht finden.Hörst du sie mit dem Schritt von Blindendas Dunkel treten?Auf Treppen, die sich niederwinden,hörst du sie beten?Hörst du sie fallen auf den schwarzen Steinen?Du mußt sie weinen hören; denn sie weinen.Ich suche dich, weil sie vorübergehnan meiner Tür. Ich kann sie beinah sehn.Wen soll ich rufen, wenn nicht den,der dunkel ist und nächtiger als Nacht,den Einzigen, der ohne Lampe wachtund doch nicht bangt; den Tiefen, den das Lichtnoch nicht verwöhnt hat und von dem ich weiß,weil er mit Bäumen aus der Erde brichtund weil er leisals Duft in mein gesenktes Angesichtaus Erde steigt.
Ich bin derselbe noch, der knietevor dir im mönchischen Gewand:der tiefe, dienende Levite,den du erfüllt, der dich erfand.Die Stimme einer stillen Zelle,an der die Welt vorüberweht, –und du bist immer noch die Welle,die über alle Dinge geht.
Es ist nichts andres. Nur ein Meer,aus dem die Länder manchmal steigen.Es ist nichts andres denn ein Schweigenvon schönen Engeln und von Geigen,und der Verschwiegene ist der,zu dem sich alle Dinge neigenvon seiner Stärke Strahlen schwer.
Bist du denn alles, – ich der Eine,der sich ergibt und sich empört?Bin ich denn nicht das Allgemeine,bin ich nicht Alles, wenn ich weine,und du der Eine, der es hört?Hörst du denn etwas neben mir?Sind da noch Stimmen außer meiner?Ist da ein Sturm? Auch ich bin einer,und meine Wälder winken dir.
Ist da ein Lied, ein krankes, kleines,das dich am Micherhören stört, –auch ich bin eines, höre meines,das einsam ist und unerhört.
Ich bin derselbe noch, der bangedich manchmal fragte, wer du seist.Nach jedem Sonnenuntergangebin ich verwundet und verwaist,ein blasser allem Abgelösterund ein Verschmähter jeder Schar,und alle Dinge stehn wie Klöster,in denen ich gefangen war.Dann brauch ich dich, du Eingeweihter,du sanfter Nachbar jeder Not,du meines Leidens leiser Zweiter,du Gott, dann brauch ich dich wie Brot.Du weißt vielleicht nicht, wie die Nächtefür Menschen, die nicht schlafen, sind:da sind sie alle Ungerechte,der Greis, die Jungfrau und das Kind.Sie fahren auf wie totgesagt,von schwarzen Dingen nah umgeben,und ihre weißen Hände bebenverwoben in ein wildes Leben,wie Hunde in ein Bild der Jagd.Vergangenes steht noch bevor,und in der Zukunft liegen Leichen,ein Mann im Mantel pocht am Tor,und mit dem Auge und dem Ohrist noch kein erstes Morgenzeichen,kein Hahnruf ist noch zu erreichen.Die Nacht ist wie ein großes Haus.Und mit der Angst der wunden Händereißen sie Türen in die Wände, –dann kommen Gänge ohne Ende,und nirgends ist ein Tor hinaus.
Und so, mein Gott, ist jede Nacht;immer sind welche aufgewacht,die gehn und gehn und dich nicht finden.Hörst du sie mit dem Schritt von Blindendas Dunkel treten?Auf Treppen, die sich niederwinden,hörst du sie beten?Hörst du sie fallen auf den schwarzen Steinen?Du mußt sie weinen hören; denn sie weinen.Ich suche dich, weil sie vorübergehnan meiner Tür. Ich kann sie beinah sehn.Wen soll ich rufen, wenn nicht den,der dunkel ist und nächtiger als Nacht,den Einzigen, der ohne Lampe wachtund doch nicht bangt; den Tiefen, den das Lichtnoch nicht verwöhnt hat und von dem ich weiß,weil er mit Bäumen aus der Erde brichtund weil er leisals Duft in mein gesenktes Angesichtaus Erde steigt.