1847
Freitag, 15. Januar 1847.
Lieber Marx!
Ich hätte Dir schon eher geschrieben, wenn nicht Bernays mich bis jetzt hätte sitzen lassen. Der verfluchte Börnstein, bei dem ich mich nämlich unter anderem auch wegen Deines Herkommens erkundigte, war nie zu treffen, und so übertrug ich die Sache dem Bernays, der mir schon Montag einen Brief für Dich in die Stadt bringen wollte. Statt dessen erhalte ich gestern abend spät den inliegenden Wisch, den der faule Kerl vorgestern abend in Sarcelles gesudelt, und die darin enthaltenen Aufklärungen sind wahrhaftig nicht derart, daß sie ein fünf- bis sechstägiges Studium erfordert hätten. Aber so ist der Kerl. Ich werde übrigens den Börnstein selbst sprechen, denn mir genügt diese Aufklärung keineswegs und, aufrichtig gesagt, ich glaube keinem Menschen weniger aufs Wort als dem Bernays. Der Mensch brüllt mir seit nunmehr sechs Monaten die Ohren voll, Du könntest jeden Tag mit Sack und Pack kommen, und wenn’s zum Klappen kommt, macht er eine lange Historie von einem Paß. Als ob Du einen Paß brauchtest! An der Grenze fragt kein Mensch danach, auch Moses ist, ohne gefragt zu werden, hergekommen, ebensogut wie ich, und wenn Du bei mir wohnst, so möchte ich doch wissen, wer danach fragen sollte. Höchstens ein belgischerPasseport pour L’Intérieur[1]zur etwaigen Legitimierung, oder das bekannte Sendschreiben Herrn Leopolds:Cabinet du Roi[2]– das ist für alle Fälle hinreichend. Heine ist ganz derselben Meinung, und sowie ich den Börnstein attrappieren kann, werde ich ihn deshalb befragen.
Der Bernays hatte auch die Geschichte mit dem Tolstoi ausspekuliert oder sich vielmehr von Börnstein aufbinden lassen, denn der Börnsteinbindet ihm auf, was er will.
Wegen Deines Herkommens also werde ich den Börnstein nochmals fragen; Heine, wie gesagt, behauptet, Du könntest dreist kommen. Oder willst Du zur französischen Ge[sandtschaft] gehen und Dir auf Grund Deines preußischen Auswanderungsscheines einen Paß fordern?
Es war mir sehr lieb, daß Du mir Mosen ankündigtest. Der Edle kam zu mir, traf mich nicht, ich schrieb ihm, er solle mir ein Rendezvous geben. Gestern fand solches statt. Der Mann hat sich sehr verändert.Jugendliche Locken umwallen sein Haupt, ein zierliches Bärtchen gibt dem scharfen Kinn einige Grazie, eine jungfräuliche Röte überflog seine Wangen, aberla grandeur déchue se peignait dans ses beaux yeux,[3]und eine befremdliche Bescheidenheit war über ihn gekommen. Ich habe mir hier in Paris einen sehr unverschämten Ton angewöhnt, denn Klimpern gehört zum Handwerk, und man richtet mit selbigem manches bei Frauenzimmern aus. Aber dies genotzüchtigte Exterieur des ehemals so welterschütternden Überfliegers Heß hätte mich fast entwaffnet. Die Heldentaten der wahren Sozialisten, seiner Jünger (wovon unten) und sein eigener unveränderter Kern gaben mir aber wieder Mut. Genug, er ist von mir so kalt und spöttisch behandelt worden, daß erkeineLust haben wird wiederzukommen.
Der Bremer [Buchhändler] ist jedenfalls dem Schweizer vorzuziehen. Ich kann dem Schweizer nicht schreiben, 1. weil ich seine Adresse vergessen habe, 2. weil ich dem Kerl kein niedrigeres Honorar pro Bogen vor[schlagen] will, als Du dem Bremer vorschlägst. [Lücke] ... also Deine Vorschläge für den Bremer und zugleich die Adresse des Kerls. Er hat dem Bernays seine schlechte Rothschild-Broschüre gut bezahlt, aber den Pütt[mann] geprellt: für ihn gedruckt, aber unter dem Vorwand, seine Fonds engagiert zu haben, die Zahlung des Honorars ins Unendliche hinausgeschoben.
Sehr schön, daß Du französisch gegen Proudhon schreibst. Die Broschüre ist hoffentlich schon fertig geschrieben bei Ankunft dieses. Daß Dumeinetwegenaus unserer Publikation antizipieren kannst, was Du willst, versteht sich von selbst. Daß Pr[oudhon]s Assoziation auf Brays Plan herausläuft, glaube ich ebenfalls. Ich hatte den guten Bray ganz vergessen.
Du hast vielleicht in der Trierschen Zeitung von der Neuen Leipziger Soz[ialistischen] Zeitschrift gelesen, betitelt „Veilchen“, Blätter für dieharmlosemoderne Kritik!! worin Herr Semmig als Sarastro brüllt: In diesen heiligen Hallen kennt man die Rache nicht, in diesen heiligen Mauern darf kein Verräter lauern, dann wandelt er an Freu-eu-eu-eundeshand, vergnügt und froh ins bessere Land – aber er hat leider keinen Baß dazu, wie weiland Reichel. Sarastro-Semmig opfert hier den drei Gottheiten: 1. Heß – 2. Stirner – 3. Ruge – alles in einem At[em]. Erstere beide haben die Tiefen der Wissenschaft ... [Lücke]. Dies Blättchen oder Veilchen ist das Tollste, was ich je gelesen habe. Eine solche stille und zugleich unverschämte Verrücktheit ist nur in Sachsen möglich. Könntenwir doch das Kapitel über den wahren Sozialismus noch einmal machen, jetzt, wo sie sich nach allen Seiten entwickelt haben, wo sich die westfälische Schule, die sächsische Schule, die Berliner Schule usw. usw. nebst den einsamen Sternen Püttmann usw. besonders konstituiert haben. Man könnte sie nach den Sternbildern des Himmels einteilen. Püttmann der große und Semmig der kleine Bär oder Püttmann der Stier, und die Plejaden seine acht Kinder. Hörner verdient er, wenn er sie nicht hat, ohnehin. Grün, der Wassermann usw. Apropos Grün. Ich werde den Artikel über Grüns Goethe umarbeiten, auf einen halben bis drei Viertel Bogen reduzieren und ihn für unsere Publikation zurechtmachen,wenn’sDir recht ist, worüber Du mir bald schreiben sollst. Das Buch ist zu charakteristisch. Grün preist allePhilistereienGoethes alsmenschlich, er macht den Frankfurter undBeamtenGoethe zum „wahren Menschen“, während er alles Kolossale und Geniale übergeht oder gar bespuckt. Dergestalt, daß dies Buch den glänzendsten Beweis liefert, daßder Mensch=der deutsche Kleinbürger. Dies hatte ich nur angedeutet, könnte es aber ausführen und den Rest des Artikels ziemlich streichen, da er für unser Ding nicht paßt. Was meinst Du?
Dein Engels.
[1]Inlandspaß.
[2]Kabinett des Königs.
[3]Die gefallene Größe malte sich in seinen schönen Augen.
Dienstag, 9. März 1847.
Lieber Marx!
Das inliegende Broschürli wurde mir heute morgen von Junge überbracht; Ewerbeck habe es vor einigen Tagen zu ihnen gebracht. Ich sah mir das Ding an und erklärte, es sei von Mosi, und setzte dem Junge dies Punkt für Punkt auseinander. Heute abend sah ich Ewerbeck, er gestand, es gebracht zu haben, und nachdem ich das Ding gehörig heruntergerissen, kommt heraus, daß er selbst, Ewerbeck, der Verfasser des sauberen Machwerkes ist. Er hat es, wie er behauptet, in den ersten Monaten meiner Anwesenheit hier verfaßt. Der erste Rausch, in den ihn die von mir mitgeteilten Neuigkeiten versetzten, hat ihn dazu begeistert. So sind diese Jungens. Während er den Heß auslachte, der sich mit fremden Federn schmückt, die ihm nicht stehen, und den Straubingern verbot, dem Grün zuzustecken, was ich ihnen vortrug, damit der es nicht ebenso mache, setzt er sich hin und treibt es – in der besten Absicht der Welt, wie immer – um kein Haar besser. Moses und Grün hätten die Sachen nicht mehr verhunzt als dieser volkstümliche ...... Doktor. Ich habe ihnnatürlich erst etwas verhöhnt und ihm schließlich verboten, je wieder solches Zeug zu laxieren. Aber das sitzt dem Volke in den Knochen. Die vorige Woche setze ich mich hin und schreibe aus Unsinn eine anonym herauszugebende Broschüre über die Lola Montez. Samstag las ich ihm einiges daraus vor, und heute abend erzählt er mir mit gewöhnlicher Bonhommie, daß ihn dies zu einer ähnlichen Produktion inspiriert habe, die er bereits den nächsten Tag über denselben Gegenstand gemacht und dem Mäurer für seine Inkognitozeitschrift (sie erscheint wirklich ganz im geheimen und nur für die Redaktion unter Zensur von Madame Mäurer, die bereits ein Gedicht von Heine gestrichen) eingehändigt. Er teile mir dies jetzt schon mit, um seine Ehrlichkeit zu salvieren und um kein Plagiat zu begehen! Dies neue Meisterstück dieses erpichten und verpichten Schriftstellers wird natürlich eine Übersetzung meines Witzes in solenn-überschwenglichen Stilum sein. Dies letztere Probestück kurzen Gedärmes ist zwar im übrigen wurst, zeigt aber doch, wie dringend nötig es ist, daß entweder Dein Buch oder unsere Manuskripte so rasch wie möglich erscheinen. Die Kerle tragen sich alle mit dem Kummer, daß so famose Ideen dem Volke solange verborgen bleiben, und wissen am Ende kein anderes Mittel, sich diesen Stein vom Herzen zu wälzen, als daß sie selbst so viel davon aus ihrem Darme pressen, als siepassablementverdaut zu haben meinen. Lasse den Bremer also nicht fahren. Wenn er nicht antwortet, schreibe nochmals. Akzeptiere das möglichst Geringe, im Notfall. Diese Manuskripte verlieren mit jedem Monat, den sie auf Lager zubringen, 5 bis 10 Franken pro Bogen anexchangeable value.[1]Noch ein paar Monate,la diète prussienne en discutera, la querelle bien entamée à Berlin,[2]und der Bauer und Stirner sind nicht mehr zu 10 Franken pro Bogen verkäuflich. Bei einer solchen Gelegenheitsschrift kommt man allmählich auf einen Punkt, wo hohes Honorar als Forderung des schriftstellerischenpoint d’honneur[3]ganz beiseite gesetzt werden muß.
Die Konstitutionsbroschüre bekommst Du baldmöglichst. Ich werde sie auf einzelne Blätter schreiben, damit Du einlegen und weglassen kannst. Wenn Aussicht da ist, daß Vogler einiges zahlt, so frage ihn, ob er den Lola-Montez-Witz – zirka anderthalb bis zwei Bogen – nehmen will, brauchst aber nicht zu sagen, daß das Ding von mir herrührt.Antworte mir umgehend darüber, sonst versuche ich in Bellevue. Du wirst in Débats oder Constitutionnel gelesen haben, daß Schufterle Schlepfer in Herisau vom großen Rat wegen württembergischer Klagen außerstande gesetzt ist, weiter revolutionäres Zeug zu drucken, er selbst hat es in Briefen hierher bestätigt und sich alle Zusendungenverbeten. Also Grund mehr, an dem Bremer zu halten. Ist es gar nichts mit dem, so bleibt nur die „Verlagsbuchhandlung“ in Bellevue bei Konstanz.Au reste, wenn das Unterbringen unserer Manuskripte mit dem Unterbringen Deines Buches kollidiert, so foutiere [schleudere] in Teufels Namen die Manuskripte in eine Ecke, denn es ist viel wichtiger, daß Dein Buch erscheint. Wir beide beißen doch bei unseren Arbeiten darin nicht viel heraus.
Du hast vielleicht in der gestrigen (Montags) Kölner Zeitung einen biedermännischen Artikel über Martin du Nords Skandalgeschichte gelesen. Dieser Artikel ist von Bernays – er macht von Zeit zu Zeit die Börnsteinsche Korrespondenz.
Die hiesige Polizei ist jetzt sehr bösartig. Es scheint, sie wollen mit aller Gewalt eine Emeute oder eine massenhafte Konspiration gelegentlich der Hungersnot herausbeißen. Erst streuen sie allerlei Druckschriften aus und heftenplacats incendiaires[4]an, und jetzt haben sie gar Brandstiftungsmaschinen gemacht und ausgestreut, die aber nichtangesteckt waren, damit der Épicier die ganze Größe der teuflischen Bosheit erkennen könne. Dazu haben sie die schöne Geschichte mit dencommunistes matérialistes[5]angefangen, eine Masse Kerls verhaftet, von denen A den B, B den C, C den D kennt usw., und nun auf Grund dieser Bekanntschaft und einiger Zeugenbehauptungen die ganze Masse unter sich meist unbekannte Kerle in eine „Bande“ verwandelt. Der Prozeß dieser „Bande“ wird bald vorkommen, und wenn zu diesem neuen System die altecomplicité morale[6]hinzukommt, so kann man jedes beliebige Individuum mit der größten Leichtigkeit verurteilen.Cela sent son Hébert.[7]Auf diese Art ist nichts leichter, als auch denpère[8]Cabet ohne weiteres zu verdonnern.
Komme doch, wenn es irgend möglich, im April einmal hierher. Bis zum 7. April ziehe ich aus – ich weiß noch nicht, wohin –, und habeum dieselbe Zeit auch einiges Geld. Wir könnten dann einige Zeit höchst fidel zusammen verkneipen. Da die Polizei jetzt allerdings eklig ist (außer dem Sachsen, von dem ich schrieb, war auch mein alter Gegner Eisermann geschaßt, beide sind hier geblieben, vergleiche K. Grün in der Kölner Zeitung), so ist es allerdings am besten, daß man den Rat des Börnstein befolgt. Versuche beim französischen Gesandten, auf Deine AuswanderungeinenPaß zu kriegen; wenn das nicht geht, dann wollen wir sehen, was hier auszurichten ist – es gibt wohl noch einen konservativen Deputierten, der sich durch die sechste Hand rühren läßt. Du mußt platterdings mal wieder aus dem ennuyanten Brüssel weg und nach Paris, und das Verlangen, etwas mit Dir zu kneipen, ist auch meinerseits sehr groß. Entwedermauvais sujet[9]oder Schulmeister, das ist alles, was man hier sein kann;mauvais sujetunter liederlichen Stricken, undcela vous va fort mal quand vous n’avez pas d’argent,[10]oder Schulmeister von Ewerbeck, Bernays und Konsorten. Oder sich von den Chefs der französischen Radikalen weise Ratschläge geben lassen, die man nachher noch gegen die anderen Esel verteidigen muß, damit sie nicht gar zu stolz in ihrer schwammigen Deutschheit sich brüsten. Hätte ich 5000 Franken Renten, ich täte nichts als arbeiten und mich mit den Weibern amüsieren. Wenn die Französinnen nicht wären, wäre das Leben überhaupt nicht der Mühe wert.
Hast Du Louis Blancs [Geschichte der französischen] Revolution gesehen? Ein tolles Gemisch richtiger Ahnungen und grenzenloser Verrücktheiten. Ich habe erst die Hälfte des ersten Bandes in Sarcelles gelesen.Ça fait un drôle d’effet.[11]Kaum hat er einen durch eine nette Anschauung überrascht, so poltert er einem gleich den furchtbarsten Wahnsinn über den Kopf. Aber der Louis Blanc hat eine ganz gute Nase und ist auf gar keiner üblen Spur, trotz allem Wahnsinn. Er bringt es aber doch nicht weiter, als er jetzt schon ist – „ein Zauber bleit ihn nieder“, die Ideologie.
Kennst Du Ach. de Vaulabelle,Chute de l’Empire, Histoire des deux Restaurations?,[12]im vorigen Jahre erschienen, Republikaner vom National und in der Art der Geschichtschreibung der alten Schule –vorThierry, Mignet usw. – angehörend. Grenzenloser Mangel an Einsichtin die ordinärsten Verhältnisse – selbst der Capefigue in seinen „Cent Jours“[13]ist darin unendlich besser –, aber interessant wegen der bourbonischen und alliierten Schmutzereien, die er alle zusammenzählt, und wegen ziemlich genauer Darstellung und Kritik derfacta[14], solange seine nationalen und politischen Interessen ihn nicht stören. Im ganzen jedoch langweilig geschrieben, eben wegen Mangel alles Überblicks. Der National ist ein schlechter Historiker, und Vaulabelle soll Marrastsamicus[15]sein.
Moses ist ganz verschollen. Bei den „Ouvriers“[16], mit denen ich nicht umgehe, verspricht er Vorlesungen zu halten, gibt sich für Grüns Gegner und meinen Intimus aus! Gott weiß und Moses desgleichen, daß ich ihn bei unserer zweiten und letzten Entrevue am Passage Vivienne mit offenem Maule stehen ließ – – –. Seitdem ist er mir nur noch ammardi gras[17]begegnet, wo er sein lebensmüdes Ich durch den fürchterlichsten Regen und die ödeste Langeweile nach der Börse zu schleifte. Wir erkannten uns nicht einmal.
Den Brief an Bakunin werde ich besorgen, sobald ich seiner Adresse sicher bin – bis jetzt ist es nochchanceux.[18]
Apropos, schreibe doch an den Ewerbeck wegen des Broschürlis und verhöhne ihn etwas, er hält demütigstambas posaderas[19]dar und wünscht Hiebe drauf zu besehen – Du kennst das.
Also schreibe bald und besorge das, daß Du herkommst.
Dein F. E.
[1]Marktwert.
[2]Die Diskussion im [vereinigten] preußischen Landtag beginnt, der Streit in Berlin gehörig im Gange ....
[3]Ehrensache.
[4]Brandplakate.
[5]Materialistische Kommunisten. (Gruppe extrem radikaler Kommunisten.)
[6]Moralische Mitschuld.
[7]Das riecht ganz nach Hébert.
[8]Vater [beziehungsweise der Alte].
[9]Liederliches Subjekt.
[10]Das steht euch sehr schlecht, wenn ihr kein Geld habt.
[11]Das macht einen komischen Eindruck.
[12][Der] Sturz des Kaiserreichs, [die] Geschichte zweier Restaurationen.
[13]Die hundert Tage. [Baptiste Honoré Capefigue war ein politisierender Historiker und Romandichter.]
[14]Tatsachen.
[15]Freund.
[16]Arbeiter [beziehungsweise Handwerker].
[17]Fastnacht.
[18]Vom Zufall abhängig.
[19]Beide Hinterbacken.
15. Mai 1847.
Lieber Engels!
Du weißt, daß Vogler seit Anfang Mai in Aachen arretiert ist. Das hat für einstweilen den Druck der von Dir hergeschickten Broschüre unmöglich gemacht. Das erste Drittel derselben hat mir sehr gut gefallen. An den zwei anderen muß jedenfalls geändert werden. Mehr speziell das nächstemal über diesen Punkt.
Einlege ich den Abdruck Deiner Karikatur. Ich hatte sie der Brüsseler Zeitung zugeschickt.
Was den wirklich ekelhaften Artikel des Grün und Konsorten in der Trierschen Zeitung angeht, so ist es zwar jetzt zu spät; ursprünglichaber hättest Du gut getan, in zwei Zeilen eine Gegenerklärung in demselben Schundblatt zu erlassen.
Nach London kann ich nicht. Die Geldmittel gestatten es nicht. Wolff[1]werden wir aber hoffentlich hinbringen. Und dann wird’s genügen, daß ihr beide da seid.
Ich kann Dir nicht mehr schreiben. Vor ungefähr zwölf Tagen ließ mir der Breyer zuAder, aber statt an demlinken, amrechtenArm. Da ich fortarbeitete, als sei nichts vorgefallen, eiterte die Wunde, statt zu vernarben. Die Sache hätte gefährlich werden und mir den Arm kosten können. Jetzt ist’s so gut wie geheilt. Aber der Arm noch schwach. Darf nicht angestrengt werden.
Dein Marx.
[1]Wilhelm Wolff, auch „Lupus“, „Kasematten“- oder „Parlaments-Wolff“ genannt.
[Aus Brüssel.] Dienstag, 28. September 1847.
Lieber Marx!
Es ist hier dieser Tage eine höchst kuriose Geschichte vorgekommen. Sämtliche mit uns und unserem Auftreten unzufriedenen Elemente unter den hiesigen Deutschen haben nämlich eine Koalition gebildet, um Dich, mich und überhaupt die Kommunisten zu stürzen und dem Arbeiterverein eine Konkurrenz zu machen.Bornstedtist im höchsten Grade malkontent; die von Otterberg ausgegangene, von Sandkuhl überbrachte und bestärkte, von Crüger und Moras benutzte Redensart, wir benutzten ihn, Bornstedt, bloß, hat ihn gegen uns alle wütend gemacht; Moras und Crüger, die da herumjammern, sie würden von uns von oben herab behandelt, haben ihn noch mehr aufgehetzt.Seilerist ärgerlich wegen der ihm widerfahrenen unverzeihlichen Vernachlässigung bei Gründung des Arbeitervereins und wegen des guten Fortganges des Vereins, der allen seinen Prophezeiungen widerspricht.Heilbergsucht für die ihm zuteil gewordenen und noch tagtäglich werdenden Grobheiten eine eklatante, wenn auch unblutige Rache. Bornstedt schäumt ebenfalls, daß er sich vermittels der geschenkten Bücher und Karten nicht die Stellung eines einflußreichen Demokraten, die Ehrenmitgliedschaft und Aufstellung seiner Büste im Verein erkaufen konnte, sondern daß im Gegenteil sein Setzer morgen abend über ihn wie über einen ganz gewöhnlichen Menschen abstimmen lassen wird. Es ärgert ihn auch, daß er, der aristokratischehomme d’esprit[1], bei den Arbeitern viel weniger Gelegenheit findet, sich zu mokieren, als er sich versprochen hatte. Dann ist Moras ärgerlich, daß er die Brüsseler Zeitung nicht für Heinzen gewonnen.Enfin[2], alle diese heterogenen Elemente vereinigten sich zu einem Coup, der uns sämtlich zu einer sekundären Rolle gegenüber Imbert und den belgischen Demokraten herabdrücken und eine viel großartigere, universellere Gesellschaft ins Leben rufen sollte als unseren lumpigen Arbeiterverein. Sämtliche Herren brannten danach, auch einmal in irgend etwas die Initiative zu haben, und die feigen Canaillen hatten dazu den Moment Deiner Abwesenheit für ausgezeichnet passend gefunden. Sie hatten sich aber schändlich verrechnet.
Sie beschlossen also ganz im stillen, ein kosmopolitisch-demokratisches Souper zu arrangieren und dort ganz unvorbereitet eine Gesellschaftà la fraternal Democrats[3]nebst Arbeitermeetings usw. usw. zu proponieren. Sie bildeten eine Art Komitee, wozu siepro formaden ihnen ganz unschädlichen Imbert zuzogen. Nach allerlei vagen Gerüchten erfuhr ich erst Sonntag abend im Verein von Bornstedt etwas Positives darüber, und Montag war schon das Essen. Details waren aus Bornstedt nicht herauszuziehen, außer daß Jottrand, General Mellinet, Adolf Bartels, Kats usw. usw. hinkommen würden, Polen, Italiener usw. Obwohl ich von der ganzen Koalition nichts ahnte (erst Montag morgen erfuhr ich, daß Bornstedt etwas pikiert sei und Moras und Crüger jammerten und intrigierten; von Seiler und Heilberg ahnte ich nichts), so kam mir die Sache doch verdächtig vor. Hingehen mußte man aber wegen der Belgier und um in dem kleinen Brüssel nichts Demokratisches geschehen zu lassen, wobei wir nicht beteiligt seien. Aber für eine Partei mußte gesorgt werden. Wallau und ich brachten also die Sache vor, unterstützten sie stark, und gleich fanden sich an die dreißig, die hingehen wollten. Am Montag morgen sagte mir Lupus, außer demprésident d’honneur[4], dem alten Mellinet, und dem wirklichen Präsident Jottrand müßten sie zwei Vizepräsidenten haben, von denen einer Imbert, der andere ein Deutscher, womöglich ein Arbeiter. Wallau sei leider unmöglich, weil er kein französisch spreche. So habe ihm Bornstedt gesagt. Er, Lupus, habe geantwortet, dann müsse ich es werden. Ich sagte dem Lupus nun, er solle es sein, aber er wollte absolut nicht.Ich wollte es auch nicht, weil ich so schrecklich jung aussehe, aber am Ende dachte ich, es sei doch für alle Vorkommenheiten am besten, wenn ich es akzeptierte.
Wir kommen abends hin. Bornstedt tat sehr unwissend, als ob noch nichts arrangiert, bloß die Beamten (toujours à l’exception de l’Allemagne[5]) und einige inskribierte Redner, von denen ich außer Crüger und Moras keinen Namen erfahren konnte; er drückte sich jeden Augenblick wegen Arrangierung des Lokals, lief zu diesem und jenem, mogelte, intrigierte, fuchsschwänzelte aus Leibeskräften. Ich sah indes noch kein Symptom von besonderer Intrige, das stellte sich erst später heraus. Wir waren im Estaminet Liégeois, Place du Palais de justice. Als es zur Beamtenwahl kam, schlug Bornstedt gegen alle Absprache Wallau vor. Dieser ließ sich durch Wolff (Lupus) ablehnen und mich vorschlagen, was auch mit Glanz durchging. Hiermit war die ganze Intrige auseinandergefallen und vereitelt. Jetzt verloren sie mehr oder weniger die Besinnung und verrieten sich. Nach Imbert, der diemartyrs de la liberté[6]leben ließ, brachte ich einen französischen Toastau souvenir de la Révolution de 1792[7]und nachträglichesanniversaire du 1er Vendémiaire an I de la République[8]aus. Nach mir hielt Crüger eine lächerliche Rede, in der er stecken blieb und sein Manuskript hervorziehen mußte. Dann Moras, der eine Pauke ablas, in der es sich fast nur von seiner Wenigkeit handelte. Beide deutsch. Ihre Toaste waren so konfus, daß ich sie gar nicht mehr weiß. Dann Pellerin flämisch, Advokat Spilthoorn von Gent französischau peuple anglais,[9]dann zu meinem größten Erstaunen die buckelige Spinne Heilberg mit einer langen schulmeisterlichen abgeschmackten französischen Rede, worin er erstens sich als Redakteur des Atelier Démocratique in die Brust warf; zweitens erklärte, Er, Maximus Heilberg, verfolge seit mehreren Monaten –mais cela doit se dire en français: L’association des ouvriers belges, voilà le but que Je poursuis depuis quelques mois (c. à d. depuis le moment où J’ai daigné prendre connaissance du dernier chapitre de la Misère de la philosophie).[10]Also Er und nicht Kats und dieanderen Belgier. „Nous entrerons dans la carrière quand nos aînés n’y seront plus“[11]usw. usw. Er wird das vollbringen, was Kats und Jottrand nicht konnten; drittens vorschlug, einefraternelle democracy[12]zu stiften und die Meetings zu reorganisieren; viertens das erwählte Bureau mit der Organisation beider zu beauftragen. – Also welche Konfusion! Erstens die kosmopolitische Geschichte mit belgischen Meetings über belgische Angelegenheiten zusammenzuwerfen, und zweitens diesen Vorschlag, statt ihn ganz fallen zu lassen, weil ihnen doch alles verbrockt, dem bestehenden Bureau zu übertragen! Und wenn er dachte, ich ginge weg, mußte er nicht wissen, daß gar nicht daran zu denken war, irgend jemand anders ins Bureau zu bringen als Dich? Aber der Schafskopf hatte seine Rede mal fertig geschrieben, und seine Eitelkeit erlaubte ihm nicht, etwas fallen zu lassen, wobei er die Initiative in irgend etwas ergreifen konnte. Die Geschichte ging natürlich durch, und bei dem zwar sehrfactice[äußerlich] gewordenen, aber doch lauten Enthusiasmus war nicht daran zu denken, den konfusen Vorschlag besser zu arrangieren. Dann sprach A. Bartels (Jules war nicht da), und dann verlangte Wallau das Wort. Wie groß aber war mein Erstaunen, als plötzlich Bornstedt vorsprang und mit großem Eifer das Wort für Seiler als früher schon eingeschriebenen Redner verlangte. Seiler erhielt es und hielt eine unendliche lange, schwatzhafte, alberne, lächerlich abgeschmackte, wirklich blamable Rede (französisch), worin er von denpouvoirs législatif, administratif et exécutif[13]schauderhaften Unsinn sprach, den Demokraten allerhand weise Ratschläge gab (wie auch Heilberg, der von Instruktion undquestion de l’enseignement[14]die wunderbarsten Dinge gefaselt), worin Seiler ferner sichen grand homme[15]posierte, von demokratischen Gesellschaften sprach,auxquelles j’ai participé etque j’ai peut-être même dirigées(littéralement)[16]und schließlich auch richtig sein edles Bureau mit dendernières nouvelles arrivées de Paris[17]usw. hereinbrachte. Kurz, es war scheußlich. Nachher sprachen noch mehrere, ein schwyzer Esel, Pellerin, Kats (sehr gut) usw. usw., und um 10 Uhr schloß Jottrand (der sich zu Tode schämte für die Deutschen) die Sitzung. Plötzlich reklamierte Heilberg Schweigen und annoncierte: die Rede vonWeerth auf demfree trade[18]Kongreß erscheine morgen in dem Supplement des Atelier,qui se vendra séparément!!![19]Auch hat der Zalewski noch etwas gegreintsur l’union de cette malheureuse Pologne et de cette grande, noble et poétique Allemagne – enfin,[20]alle gingen sehr ruhig, aber sehr malkontent nach Hause.
Donnerstag, 30. September. Seit obiges geschrieben, ist allerlei Neues vorgefallen und mancherlei entschieden. Am Dienstag morgen, wo mir die ganze Intrige klar war, lief ich herum und konterkarrierte; noch in der Nacht um 2 Uhr lief ich zu Lupus aufs Bureau: ob Bornstedt nicht im Arbeiterverein auszuballottieren sei? Mittwoch überall herumgelaufen, aber alle meinten, wir setzten es nicht durch. Ich kam Mittwoch abend in den Verein, Bornstedt war schon da, er war zweideutig; endlich brachte Thomis die neue Zeitung, mein Artikel gegen Heinzen, den ich Montag schon zu ihm und, als er (mittags 2 Uhr) nicht da war, in die Druckerei gebracht,stand nicht drin. Ich frug ihn, er sagte, es sei kein Platz gewesen. Ich erinnerte an das, was Du mit ihm abgesprochen. Er leugnete das; ich wartete, bis Wallau da war, der mir sagte, Platz genug sei dagewesen, aber am Dienstag habe Bornstedt den Artikel aus der Druckereiholen lassenund nicht wieder geschickt. Ich ging zu Bornstedt und erzählte ihm das sehr grob. Er suchte sich herauszulügen. Ich kam wieder auf die Absprache, die er, bis auf ganz allgemeines Geschwätz, wieder leugnete. Ich sagte ihm einige Grobheiten – Crüger, Gigot, Imbert usw. usw. saßen dabei – und frug: Wollen Sie den Artikel am Sonntag geben,oui ou non?[21]– Darüber müssen wir erst sprechen. – Ich spreche mit Ihnen darüber gar nicht. Damit ließ ich ihn sitzen. Die Sitzung begann. Bornstedt stützte seinen Kopf auf seinen Ellenbogen und sah mich mit merkwürdiger Siegesgewißheit an. Ich sah ihn wieder an und wartete. Auf trat Herr Thomis, der, wie Du weißt, das Wort verlangt hatte. Er zog eine geschriebene Rede aus der Tasche und las eine Reihe der sonderbarsten Ausfälle gegen unser Scheingefecht ab. Eine Zeitlang ging das fort, aber alscela ne finissait pas,[22]entstand allgemeines Murren, eine Masse verlangten das Wort, und Wallau rief Thomis zur Ordnung. Dieser, Thomis, las dann sechs verrückte Worte über die Frage und trat ab.Dann trat Heß auf und verteidigte uns ganz gut. Dann Junge. Dann der Pariser Wolff[23], der zwar dreimal stecken blieb, aber sehr applaudiert wurde. Dann noch mehrere. Wolff hatte verraten, daß wir bloßpro formaopponiert. Ich mußte also auftreten. Ich sprach –à la grande déconfiture de Bornstedt,[24]der geglaubt hatte, ich wäre zu sehr mit persönlichem Krakeel beschäftigt – ich sprach also über die revolutionäre Seite des Schutzsystems, den pp. Thomis natürlich gänzlich ignorierend, und schlug eine neue Frage vor. Angenommen. – Pause. – Bornstedt, durch meine Heftigkeit ihm gegenüber, durch Thomis’ gänzliches Abfallen (il y avait du Bornstedt dans son discours[25]) und durch die Heftigkeit, mit der ich schließlich noch gesprochen, sehr erschüttert, Bornstedt kam zu mir: Aber liebes Kind, Sie sind aber schrecklich leidenschaftlich usw. Kurz, ich sollte den Artikel unterschreiben. – Nein. – Dann sollten wir uns wenigstens über eine kurze Redaktionseinleitung verständigen. –Bien, à demain à onze heure au Café Suisse.[26]– Dann kam die Aufnahme von Bornstedt, Crüger und Wolff. Heß stand zuerst auf und richtete zwei Fragen an Bornstedt wegen der Montagsversammlung. Bornstedt log sich heraus, und Heß war schwach genug, sich fürsatisfaitzu erklären. Junge packte Bornstedt persönlich, wegen seines Auftretens in der Gesellschaft und weil er den Sandkuhl unter falschem Namen eingeführt. Fischer trat sehr energisch gegen Bornstedt auf, ohne alle Verabredung, aber sehr gut. So noch mehrere. Kurz, der siegestrunkene Herr v. Bornstedt mußte förmlich zwischen den Arbeitern Spießruten laufen. Er wurde schändlich mißhandelt und war so geschlagen – er, der natürlich durch seine Büchergeschenke komplett eingekauft zu sein glaubte –, daß er nur ausweichend schwach, konzedierend antworten konnte – trotzdem daß Wallau fanatisch für ihn war, miserabel präsidierte und ihn jeden Augenblick die Redner unterbrechen ließ. Noch stand alles zweifelhaft, als Wallau die Vorgeschlagenen abtreten ließ und zur Abstimmung brachte. Crüger, von mir alshöchst unschuldigerMensch vorgeschlagen,der der Gesellschaft nicht schaden kann, und von Wolffpurement et simplement[27]unterstützt, ging durch. Bei Bornstedt trat Wallauin einer langen heftigen Rede für ihn auf. Jetzt trat ich auf, setzte die ganze Intrige, soweit die Gesellschaft dabei beteiligt war, auseinander, vernichtete die Evasionen [Ausflüchte] des Bornstedt eine durch die andere und erklärte schließlich: Der Bornstedt hat gegen uns intrigiert, uns Konkurrenz machen wollen, aber wir haben gesiegt, und darum können wir ihn jetzt in der Gesellschaft zulassen. Während der Rede – es war die beste, die ich je gehalten – wurde ich sehr häufig durch Applaus unterbrochen, namentlich als ich sagte: diese Herren glaubten noch, alles gewonnen zu haben, weil ich, ihr Vizepräsident, weggehe, aber sie dachten nicht daran, daß einer unter uns ist, dem der Platz von Rechts wegen gebührt, einer, der allein die deutschen Demokraten hier in Brüssel vertreten kann, und das ist Marx – da wurde fürchterlich applaudiert. Genug, nach mir sprach keiner mehr, und so wurde dem Bornstedt nicht die Ehre angetan, ihn herauszuschmeißen. Er stand vor der Tür und hörte alles an. Ich hätte es lieber gesagt, wo er noch im Saale gegenwärtig war,mais il n’y avait pas moyen,[28]weil ich mich für den letzten Coup aufsparen mußte und Wallau die Diskussion abbrach. Aber er, wie Wolff und Crüger, hat jedes Wort gehört. Ihm gegenüber wurde Wolff fast glänzend adoptiert. – Genug, in der gestrigen Sitzung hat Bornstedt, Crüger usw. einen solchen Schimpf erlitten, daß sie honorigerweise gar nicht in die Gesellschaft kommen können und für lange Zeit genug haben. Aber sie werden doch kommen; der unverschämte Bornstedt ist durch unsere noch größere Frechheit, durch das gänzliche Fehlschlagen aller seiner Kalkulationen, durch unsere Leidenschaftlichkeit socaduc[hinfällig] geworden, daß er nichts mehr kann als in Brüssel herumlaufen und seine Schande überall herumjammern,le dernier degré de l’abaissement.[29]Er kam wütend in den Saal zurück, aber ohnmächtig, und als ich nun von der Gesellschaft Abschied nahm und mit allen nur möglichen Ehren entlassen wurde, ging er schäumend weg. Während der Diskussion über ihn war Bürgers gegenwärtig, der seit vorgestern abend hier ist. – Unsere Arbeiter haben sich bei der ganzen Sacheganz famosbenommen; die geschenkten 26 Bücher und 27 Landkarten wurden mit keinem Worte erwähnt, Bornstedt wurde von ihnen mit der größten Kälte und Rücksichtslosigkeit behandelt, und als ich sprach und zur Konklusion kam, hatte ich es in meiner Hand, ihn mit enormer Majorität durchfallen zu lassen. Das gibt selbst Wallau zu. Aber wir habenihn schlimmer behandelt, wir haben ihn mit Schimpf und Schande aufgenommen.
Auf die Gesellschaft hat die Sache einen ausgezeichneten Eindruck gemacht; zum erstenmal haben sie eine Rolle gespielt, ein Meeting, trotz aller Intrigen, beherrscht, und einen Kerl, der sich ihnen gegenüber eine Position machen wollte, in seine Schranken zurückgewiesen. Nur einige Kommis usw. usw. sind malkontent, die Masse ist enthusiastisch für uns. Sie haben gefühlt, was sie sind, wenn sie assoziiert sind.
Heute morgen ging ich aufs Café Suisse, und wer nicht kam, war Bornstedt. Aber Weerth und Seiler begegneten mir, sie hatten den Bornstedt eben gesprochen, und Seiler war die Unterwürfigkeit und Insinuation selbst. Ich ließ ihn natürlich links liegen. Die gestrige Sitzung war übrigens so dramatisch, sie arrangierte und steigerte sich so famos, daß der Pariser Wolff aus reinem ästhetischen Gefühl darüber momentan zum Parteimann geworden ist. Heute war ich auch bei A. Bartels und erklärte ihm, daß die deutsche Gesellschaft für nichts verantwortlich sei, was am Montag vorgefallen, daß Crüger, Bornstedt, Moras, Seiler, Heilberg usw. usw. nicht einmal Mitglieder waren, und daß die ganzeà l’insu[30]der deutschen Gesellschaft veranstaltete Geschichte vielmehr die Errichtung einer Konkurrenz gegen sie bezweckte. Ein Brief gleichen Inhaltes, von allen Komiteemitgliedern unterzeichnet, geht morgen ebenfalls an Jottrand ab. Zu Imbert gehe ich morgen mit Lupus. Ferner habe ich folgendes an Jottrand wegen der durch meine Abreise leer werdenden Stelle im Organisationskomitee der Brüsselerfraternal Democrats[31]geschrieben:
„Monsieur! Obligé de quitter Bruxelles pour quelque mois, je me trouve dans l’impossibilité de remplir les fonctions dont la réunion du 27 de ce mois a bien voulu m’investir. – Je vous prie donc d’appeler un démocrate allemand résident à Bruxelles à assister aux travaux de la commission chargée d’organiser une société démocratique universelle. – Je me permettrai de vous proposer celui parmi les démocrates allemands des Bruxelles, que la réunion, s’il avait pu y assister, aurait nommé à la charge qu’en son absence on m’a fait l’honneur de me conférer. Je parle de Mr. Marx qui dans mon intime conviction a le droit le plus fondé de représenter à la commission la démocratie allemande. Ce ne serait donc pasMr. Marx qui m’y remplacerait, c’était plutôt moi qui à la réunion ai remplacé Mr. Marx. Agréez etc.“[32]
Ich hatte nämlich vorher schon mit Jottrand abgesprochen, daß ich ihm meine Abreise schriftlich anzeigen und Dich in die Kommission vorschlagen würde. Jottrand ist auch verreist und kommt in vierzehn Tagen wieder. Wird nichts aus der ganzen Geschichte, was ich glaube, so ist es Heilbergs Vorschlag, der durchfällt: wird was draus, so sind wir es, die die Sache zustande gebracht haben. Jedenfalls haben wir das gewonnen, daß Du und nach Dir ich als Repräsentanten der deutschen Demokraten in Brüssel anerkannt sind und sonst die ganze Intrige schrecklich in den Dreck gefallen ist.
Heute abend war Gemeindesitzung. Ich präsidierte. Mit Ausnahme Wallaus, der sich übrigens bekehren ließ und dessen gestriges Auftreten allerdings diverse Entschuldigungsgründe findet, die ich ihm auch zugute kommen ließ; mit dieser Ausnahme also war der Enthusiasmus über die Geschichte mit Bornstedt einstimmig. Die Kerls fangen an sich zu fühlen. Sie sind endlich einmal als Gesellschaft, als Macht gegenüber anderen Leuten aufgetreten, und daß alles so famos flott ging, daß sie so komplett gesiegt haben, macht sie ungeheuer stolz. Junge schwimmt im siebenten Himmel, Riedel weiß sich vor Freude nicht zu lassen, selbst der kleine Ohnemus triumphiert wie einfighting cock.[33]Übrigens wiederhole ich, daß diese Geschichte der Gesellschaft nach innen und nach außen einen famosen Aufschwung gegeben hat und ferner geben wird. Kerle, die sonst das Maul nicht auftun, haben den Bornstedt attackiert. Und selbst die Intrige hat uns geholfen: erstens hat Bornstedt überall verbreitet, die deutsche demokratische Arbeitergesellschaft habe das Meeting gemacht, und zweitens haben wir das alles desavouiert,und durch beides ist die Gesellschaft bei den belgischen Demokraten überall ins Gespräch gekommen und gilt als eine höchst bedeutende,plus ou moins[34]mysteriöse Macht.
La démocratie allemande devient très forte à Bruxelles,[35]sagte Bartels heute morgen.
Übrigens kommst Du auch in den Brief des Komitees an Jottrand. Gigot wird zeichnen: Sekretär während der Abwesenheit von Marx.
Mach’ nun Deine Geldgeschichten so rasch wie möglich ab und komm’ wieder her. Mir brennt’s unter den Füßen; ich möchte fort und muß erst den Verlauf dieser Intrigen abwarten. Ich kann jetzt absolut nicht fort. Je eher Du also kommst, desto besser. Nur regle zuerst Deine Geldgeschichten. Ich bleibe jedenfalls so lange auf meinem Posten wie irgend möglich.Si c’est possible,[36]bis Du kommst. Aber eben deswegen ist’s wünschenswert, daß Du bald kommst.
Dein Engels.
[1]Mann von Geist.
[2]Schließlich, kurz.
[3]Nach Art der brüderlichen Demokraten [Chartistengruppe].
[4]Ehrenpräsident.
[5]Immer mit Ausnahme der Deutschen.
[6]Märtyrer der Freiheit.
[7]Auf das Andenken der Revolution von 1792.
[8]Jahrestag des 1. Vendémiaire des Jahres I der [ersten französischen] Republik.
[9]Auf das englische Volk.
[10]Aber das muß auf französisch gesagt werden: Die Assoziation der belgischen Arbeiter, das ist das Ziel, das ich seit mehreren Monaten verfolge (das heißt seit dem Augenblick, wo ich geruht habe, vom letzten Kapitel des [Marxschen] Elends der Philosophie Notiz zu nehmen).
[11]Wir werden in die vorderen Reihen treten, wenn unsere Alten nicht mehr [dort] sein werden.
[12]Brüderliche Demokratie.
[13]Gesetzgeberische, verwaltende und vollziehende Gewalten.
[14]Unterrichtsfrage.
[15]Als großer Mann.
[16]Deren Mitglied ich war und die ich vielleicht sogar geleitet habe (wörtlich).
[17]Letzten Nachrichten von Paris.
[18]Freihandels-.
[19]Die gesondert verkauft werden wird.
[20]Über das Band zwischen diesem unglücklichen Polen und diesem großen, edlen und poetischen Deutschland – kurz.
[21]Ja oder nein.
[22]Als das kein Ende nahm.
[23]Der Pariser Wolff ist Ferdinand Wolff, später Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung, gewöhnlich der „rote Wolff“ genannt, zum Unterschied von Lupus, dem „Kasematten“- oder „Parlaments-Wolff“.
[24]Zur großen Verblüffung Bornstedts.
[25]Aus seiner Rede hörte man Bornstedt heraus.
[26]Gut, morgen um 11 Uhr im Café Suisse.
[27]Schlechthin und einfach.
[28]Aber dazu fehlte die Möglichkeit.
[29]Die letzte Stufe der Demütigung.
[30]Ohne Wissen.
[31]Verbrüderte Demokraten.
[32]„Mein Herr! Genötigt, Brüssel auf einige Monate zu verlassen, sehe ich mich außerstande, die Funktionen zu erfüllen, welche die Versammlung vom 27. dieses Monats mir zu übertragen die Freundlichkeit hatte. Ich bitte Sie daher, einen in Brüssel wohnhaften deutschen Demokraten zur Teilnahme an den Arbeiten der mit der Organisierung eines internationalen demokratischen Bundes beauftragten Kommission zu berufen. Ich erlaube mir, Ihnen dafür denjenigen deutschen Demokraten Brüssels vorzuschlagen, den die Versammlung, wenn er ihr hätte beiwohnen können, zu dem Amte gewählt hätte, mit dessen Übertragung man in seiner Abwesenheit mich beehrte. Ich meine Herrn Marx, der nach meiner innersten Überzeugung den größten Anspruch darauf hat, die deutsche Demokratie in der Kommission zu vertreten. Es wäre daher nicht Herr Marx, der in ihr an meine Stelle treten würde, sondern ich war es vielmehr, der in der Versammlung Herrn Marx vertrat. Genehmigen Sie usw. usw.“
[33]Kampfhahn.
[34]Mehr oder weniger.
[35]Die deutsche Demokratie wird sehr stark in Brüssel.
[36]Wenn es möglich ist.
[Undatiert. Etwa 10. November 1847.]
Lieber Bartholomäus!
Ich kann Dir erst heute schreiben, weil ich erst heute den kleinen Louis Blanc – nach erschrecklichen Kämpfen mit der Portierfrau – zu sehen bekam. Das Resultat meiner langen Unterredung mit ihm ist, daß der kleine Mann zu allem bereit ist. Er war die Höflichkeit und Freundschaftlichkeit selbst und scheint nichts dringender zu wünschen, als mit uns in die engste Verbindung zu treten. Auch das französisch-nationale Protektionswesen hat er gar nicht an sich. Ich hatte ihm geschrieben, ich käme mitmandat formel[1]der Londoner, Brüsseler und Rheinischen Demokratie zu ihm, ebenso alschartist agent.[2]Er erkundigte sich genau nach allem; ich schilderte ihm den Stand unserer Partei als äußerst brillant, sprach von der Schweiz, Jacoby, den Badensern als Alliierten usw. – Du seiest der Chef:vous pouvez regarder M. Marx comme le chef de notre parti (i. e. de la fraction la plus avancée de la démocratie allemande, que je représentais vis-à-vis de lui) et son récent livre contre M. Proudhon comme notre programme.[3]Dies nahm er sich sehrad notam. Dann versprach er mir schließlich, sich über Dein Buch in der Réforme zu prononcieren [äußern]. Er erzählte mir eine Masse Zeugs über dasmouvement souterrain,[4]das jetzt bei den Arbeitern vor sich gehe; die Arbeiter hätten seineorganisation du travail[5]in 3000 Exemplaren wohlfeil gedruckt und nach vierzehn Tagen sei eine neue Auflage von 3000 Exemplaren nötig geworden – er sagte, die Arbeiter seien revolutionärer als je, aber hätten gelernt ihre Zeit abwarten, keine Emeuten, nur große Schläge mitgewissemErfolg zu machen usw. Übrigens scheint er sich auch in Beziehung auf die Arbeiter das Protegieren abgewöhnt zu haben.Quand je vois des choses comme ce nouveau programme de M. de Lamartine, cela me fait rire! Pour bien juger de l’état actuel de la société française, il faut être dans une position qui vous permet de voir un peu de tout, d’aller le matin chez un ministre, l’après-dîner chez un négociant, et le soir chez un ouvrier.[6]Die kommende Revolution werde ganz anders und viel durchgreifender sein als alle früheren, und es sei reinebêtise[7], fortwährend bloß gegen Könige usw. zu brüllen. Schließlich war er sehr artig und ganz kordial. Du siehst, mit dem Mann istall right, il a les meilleures dispositions du monde.[8]Von Dir sprach er mit großer Teilnahme; es tat ihm leid, daß Ihr etwasfroidement[9]voneinander gegangen seid usw. Eine besondere Vorliebe hat er noch immer für eine in Paris herauszugebende deutscheundfranzösische Revue. Vielleicht später zu benutzen. – Über Ruge, nach dem er frug, setzte ich ihm einen Floh ins Ohr;il s’est fait le panégyriste de la Diète prussienne, et cela même après que la diète s’était séparée sans résultat. – Donc il a fait un pas en arrière?[10]Jawohl. – MitpèreFlocon bin ich ebenfalls im besten Zuge. Bei diesem binich erst als Engländer aufgetreten und frug im Namen Harneys, warum er den Star so ignoriere. Ja, sagte er, es täte ihm leid, er spräche gar zu gern davon, nur sei kein Mensch auf der Redaktion, der englisch verstehe! Ich bot mich an, ihm wöchentlich einen Artikel zu machen, akzeptiertde grand coeur.[11]Als ich ihm sagte, ich sei Korrespondent des Star, wurde er ganz gerührt. Wenn das so fortgeht, so haben wir in vier Wochen diese ganze Richtung gewonnen. Flocon will von mir einen Aufsatz über den Chartismus für Privatgebrauch haben, er weiß nicht die blasseste Laus davon. Ich werde gleich zu ihm gehen und ihn weiter in unsere Netze verstricken. Ich werde ihm sagen, das Atelier mache mir Avancen (was wahr ist, ich gehe noch heute abend hin), und ich werde sie ausschlagen, wenn er sich anständig benehme. Das wird sein biederes Herz rühren. – Bin ich erst hier etwas weiter und im französisch Schreiben etwas geübter, so geht’s auf die Revue Indépendante los.
Ich vergaß ganz, den Louis Blanc zu fragen, warum er Deinen Artikel vom Kongreß nicht aufgenommen. Ich werde ihm das nächstens vorrücken, wenn er zu mir kommt. Übrigens zweifle ich, ob er Dein Buchüberhaupt erhaltenhat. Er wußte sich dessen heute gar nicht zu besinnen. Auch vor meiner Abreise sprach ersehr unbestimmtdavon. Ich erfahre das in ein paar Tagen. Hat er’s nicht, so gebe ich ihm mein Exemplar. –
Denke Dir, der kleine Bernays, der hier herumläuft und den „Märtyrer“ spielt, den von aller Welt Verratenen, „der aller Welt geholfen hat, mit Geld oder gutem Rat“ (littéralement[12]), diese Bestie hata horse and gig,[13]ein Schimmelchen und ein Kabriolett! Natürlich Börnstein hat’s, aber das ist wurst. Derselbe Kerl, der heute sich als gedrückten, geldlosen Märtyrer hinstellt, renommiert morgen damit, daß er der einzige sei,der Geld zu verdienen wisse. Er hat 21 Bogen! über die Affäre Praslin gekaut, die in der Schweiz erscheinen. Der Kern der Sache ist der, daß nichtla duchesse, sondernle duc[14]der Märtyrer ist!! Auf seine Renommagen mit dem Märtyrtum habe ich ihm durch eine Mahnung wegen alter, mir schuldiger 60 Franken antworten lassen. Er wird vollständig Industrieller und prahlt damit. Übrigens ist er wahnsinnig. – Ewerbeck selbst schäumt wider ihn. – Cabet habe ich noch nicht gesehen. Er freut sich, wie es scheint, daß erwegkommt. Er merkt, daß die Sachen hier anfangen bröcklig und mürb zu werden. Flocon will losschlagen, Louis Blanc nicht; das ist ganz richtig, obwohl Louis Blanc auch in allerlei Geschichten trempiert [mitmacht] und sich im voraus freut über die plötzliche Aufschüttelung der Bourgeoisie aus ihrer Sicherheit bei der plötzlich hereinbrechenden Revolution. – –
Ich bin beipèreFlocon gewesen. Der brave Mann war die Kordialität selbst, und meine biedermännische Ehrlichkeit, mit der ich ihm meine Geschichte mit dem Atelier erzählte, trieb ihm fast die Tränen in die Augen. Ich kam vom Atelier auf den National zu sprechen:Lorsque à Bruxelles nous discutions la question à quelle fraction de la démocratie française on s’adresserait, nous étions unanimement d’accord que dès le premier abord on se mettrait en rapport avec la Réforme; car à l’étranger il existe de fortes et de bien fondées préventions contre le National. D’abord les préjugés nationaux de cette feuille empêchent tout rapprochement– „oui oui, c’est vrai“, sagte Flocon, „et ceci était même la raison pour laquelle la Réforme fut fondée; nous avons déclaré dès le premier jour que nous ne voulons pas de conquêtes“ –et puis, fuhr ich fort,si je peux en croire mes prédécesseurs, car moi je n’ai jamais été au National, ces messieurs se donnent toujours l’air de vouloir protéger les étrangers, ce qui au reste est parfaitement d’accord avec leurs préjugés nationaux; et nous autres, nous n’avons pas besoin de leur protection, nous ne voulons pas de protecteurs, nous voulons des alliés.– „Ah oui, mais c’est tout à fait différent avec nous, nous n’y pensons pas.“ –C’est vrai, aussi n’ai-je qu’à me louer des procédés de Messieurs de la Réforme.[15]Aber wie das geholfen hat, daß ich dem kleinen Blancunsere Geschichten ins Gedächtnis zurückgerufen. Deine Kongreßrede hatte er,à ce qu’il paraît,[16]ganz verschmissen gehabt; heute hat er sie gleich hervorgesucht und an Flocon geschickt mit einem sehr dringenden Billett, sie gleich abzudrucken. Ich explizierte dem Flocon das Ding; der Mensch begriff dascur, quomodo, quando[17]nicht, weil der Blanc sie ihm ohne alle weitere Erklärung geschickt. Flocon bedauerte sehr, daß die Sache schon so alt geworden sei; er seiparfaitement d’accord[18]damit, aber jetzt sei es zu spät. Doch wolle er sehen, ob er’s nicht in einem Artikel unterbringen könne. Er wolle sein möglichstes tun.
Der Artikel über Lamartines fromme Wünsche in der Réforme ist von Louis Blanc, wie Du gesehen haben wirst. Er ist nicht übel, in jeder Beziehung tausendmal besser als der ewige Flocon. Er würde den Lamartine gewiß sehr derb angreifen, wenn er nicht jetzt gerade sein Konkurrent wäre.
Du siehst, die Leute sind so gut disponiert, wie man nur wünschen kann. Ich stehe mit ihnen schon jetzt zehnmal besser, als Ewerbeck je mit ihnen stand. Diesem werde ich jetzt gänzlich verbieten, zu schreiben für die Réforme. Er mag sich an den National schmeißen und dort Venedey und Komp. Konkurrenz machen; da ist er unschädlich und bekommt doch nichts gedruckt.
Nachher war ich noch auf dem Atelier. Ich habe eine Berichtigung wegen eines Artikels der vorigen Nummer über englische Arbeiter hingebracht, die auch hereinkommt. Die Leute waren sehr artig; ich erzählte ihnenun tas d’anecdotes[19]über englische Arbeiter usw. Sie forderten mich dringend auf, mitzuarbeiten, was ich aber nur im Notfall tun werde. Denke Dir, derrédacteur en chefmeinte, es wäre wohl gut, wenn die englischen Arbeiter eine Adresse an die französischen erließen, sie auffordernd, derlibre-échange-Bewegung[20]entgegenzutreten und dentravail national[21]aufzustecken!Quel héroïque dévouement![22]Damit fiel er aber selbst bei seinen eigenen Leuten durch.