Chapter 25

„Und weiter sprach der Esel:Da ist auch der Gemeinderat von Wesel.Wenn ich nicht wär ein Eselein,So möchte ich wohl Gemeinderat von Wesel sein“ –

„Und weiter sprach der Esel:Da ist auch der Gemeinderat von Wesel.Wenn ich nicht wär ein Eselein,So möchte ich wohl Gemeinderat von Wesel sein“ –

„Und weiter sprach der Esel:Da ist auch der Gemeinderat von Wesel.Wenn ich nicht wär ein Eselein,So möchte ich wohl Gemeinderat von Wesel sein“ –

„Und weiter sprach der Esel:

Da ist auch der Gemeinderat von Wesel.

Wenn ich nicht wär ein Eselein,

So möchte ich wohl Gemeinderat von Wesel sein“ –

In solchen witzigen Reimen bepißt die Kreuzzeitung jetzt der Reihe nach sämtliche konstitutionelle Koryphäen, und die Kerle lassen sich das ruhig gefallen. Es ist aber den Hunden recht, die die besten Artikel der Neuen Rheinischen Zeitung als „gemeine Schimpfereien“ verschrien, daßsie jetzt auf ihren eigenen feigen Buckel den Unterschied angefuchtelt bekommen. Sie werden sich zurücksehnen nach den hiergegen unendlich attischen Verhöhnungen der Neuen Rheinischen Zeitung.

Aus der Geschichte mit Fickler werde ich nicht recht klug. Warum lief Lupus auch gleich zu Fickler hin und ließ nicht erst den Liebknecht sondieren,puisque celui-ci n’aurait compromis que lui-même?[5]Es sieht aus, als habe man Fickler keilen wollen. Und dann, nachdem er dagewesen, war der Brief von Lupus zu sackgrob. Entweder war der Fickler überhaupt nicht der Mühe wert, oder – nachdem in der Unterhaltung selbst von Fickler und Goegg Ruge als eine Art Lumen schon hingestellt war, reichte es hin, daß man mit ihm abbrach, ohne gerade ganz grob mit ihm zu brechen. Es war ein gemeiner Streich von Fickler,c’est clair.[6]Indes mußte man nicht dergleichen von süddeutschen Biedermännern von vornherein als möglich voraussetzen? Und er hatte ja aus seinem Respekt vor Ruge kein Geheimnis gemacht. Die Zudringlichkeit des Ruge ist freilich namenlos. Aber gerade diese ewig neuen Variationen sind Beweis genug, daß keine auch nur im geringsten ziehen will, und daß das „comité allemand“,[7]an das Mazzini seine Römerbriefe schreibt, noch immer nur im Kopfe von Ruge existiert.

Sorge ja dafür, daß Weerth hierherkommt, und schreibe bald wieder.

Dein F. E.

[1]Roh, ungeschlacht.

[2]Wirklich, es war gar nicht möglich, es nicht zu verstehen.

[3]Es muß durch das rote Meer gegangen werden.

[4]Rote Schrecken.

[5]Da der nur sich allein bloßgestellt hätte.

[6]Das ist klar.

[7]Deutsches Komitee.

[Undatiert.] 28 Deanstreet, Soho, [Mitte] Juli 1851.

Lieber Engels!

Sei so gut und gib den einliegenden Brief an Schulz sofort auf die Post in Manchester.

Du erhältst einliegend den Brief Freiligraths an Ruge, den ich zurückzuschicken bitte, und den Brief von Bermbach an mich. Auch einen Brief von Miquel.

Ein gewisser „Ulmer“, Schuster, war bei den letzten Haussuchungen aus Köln entflohen. Er gab einem Straubinger bei „Schärttner“ einen Brief an seine Verwandten mit. Dieser Straubinger wurde sofort mit den Briefen an der holländischen Grenze abgefaßt. Kompromittiert sind dadurch nur die Leute, die ihn befreit haben. So gut ist die Polizei im Schärttnerschen Lokal organisiert.

Weydemeyer hat sich über die Grenze gemacht. Wir erwarten ihn hier.

Die elenden Heinzen-Ruge lassen sich allerlei dummen Klatsch über die Kölner Vorfälle, angeblich aus Deutschland, schreiben. Der ganze falsche Inhalt zeigt, daß sie ihre eigenen Korrespondenten sind.

Laß bald von Dir hören.

Dein K. M.

P. S.Es fällt mir eben ein, daß es besser ist, wenn Du selbst den Brief an Bermbach schickst. Nämlich auswendig: Louis Schulz, 2 Schildergasse, Köln. Inwendig den verschlossenen Brief an Bermbach. Du richtest es natürlich so ein, daß man keine inwendige Adresse sieht, und machst den Brief kaufmännisch zu.

[Undatiert. Offenbar zweite Hälfte Juli 1851.]

Lieber Marx!

Inliegend die Dokumente zurück. Der Brief von Miquel gefällt mir. Der Kerl denkt wenigstens und würde gewiß sehr gut werden, wenn er einige Zeit ins Ausland käme. Seine Befürchtungen wegen der nachteiligen Einwirkung unseres jetzt publizierten Aktenstücks auf die Demokraten sind für seine Gegend gewiß sehr richtig; diese niedersächsische, naturwüchsige Mittelbauerndemokratie, der die Kölnische Zeitung neulich in den Hintern kroch und ihr die Allianz anbot, ist aber auch danach und steht weit unter der spießbürgerlichen Demokratie der größeren Städte, von der sie doch beherrscht wird. Und diese kleinbürgerliche Normaldemokratie, obwohl schwer pikiert offenbar durch dies Aktenstück, ist selbst viel zu geklemmt und gedrückt, als daß sie nicht, mit der großen Bourgeoisie, viel eher auf die Notwendigkeit despasser par la mer rouge[1]käme. Die Kerle werden sich mehr und mehr in die Notwendigkeit einer momentanen terroristischen Herrschaft des Proletariats ergeben – das kann ja doch nicht von langer Dauer sein, denn der positive Inhalt des Aktenstücks ist ja so unsinnig, daß von permanenter Herrschaft solcher Leute und endlicher Durchführung solcher Prinzipien keine Rede sein kann! Dagegen der hannoverische große und Mittelbauer, der nichts hat als seinen Boden, dessen Haus, Hof und Scheune usw. usw. bei dem vorauszusehenden Ruin aller Assekuranzkompanien allen Gefahren ausgesetzt sind, der ohnehin seit Ernst August alle Süßigkeiten des gesetzlichen Widerstandes durchgekostet hat – dieser deutschesturdy yeoman[2]wird sich hüten, eher als er muß ins rote Meer zu gehen.

Nach Beckers Brief wäre Haupt der Verräter – was ich nicht glauben kann. Die Geschichte müßte übrigens jedenfalls ergründet werden. Verdächtig kann allerdings scheinen, daß, soviel ich weiß, Haupt noch auf freien Füßen ist. An eine Reise nach Hamburg von Göttingen oder Köln aus wird nicht zu denken sein. Was und wann man aus den Prozeßakten oder Verhandlungen darüber für Aufklärung erhält, ist nicht zu sagen.S’il y a trahison,[3]darf man es nicht vergessen, und ein Exempel bei passender Gelegenheit wäre sehr gut.

Ich hoffe, Daniels wird bald freigelassen,après tout c’est la seule tête politique, qu’il y ait dans Cologne,[4]und er würde trotz aller polizeilichen Überwachung doch imstande sein, die Geschichte im rechten Geleise zu erhalten.

Um noch einmal auf den Effekt unseres Aktenstücks auf die Demokraten zurückzukommen: Miquel sollte doch bedenken, daß wir die Herren fortwährend und ununterbrochen in Schriften verfolgt haben, die mehr oder weniger doch Parteimanifeste waren. Woher also nun das Geschrei über ein Programm, das bloß das schon längst Gedruckte in sehr ruhiger und besonders ganz unpersönlicher Weise resümiert? Hatten uns unsere kontinentalen Jünger denn verleugnet, hatten sie sich tiefer, als die Parteipolitik und Parteiehre zuließen, mit den Demokraten eingelassen? Wenn die Demokraten eben aus Gegensatzlosigkeit so revolutionär schrien, wer machte sie gegensatzlos, doch nicht wir, sondern höchstens die deutschen Kommunisten in Deutschland. Da scheint allerdings der Haken zu liegen. Jeder irgendwie intelligente Demokrat mußte von vornherein wissen, was er von unserer Partei zu erwarten hatte – das Aktenstück konnte ihm nicht viel Neues bringen. Alliierten sie sichpro temporemit den Kommunisten, so waren sie über Bedingung und Dauer der Allianz vollständig instruiert, und es kann bloß hannoverischen Mittelbauern und Advokaten eingefallen sein zu glauben, die Kommunisten hätten sich seit 1850 von den Prinzipien und der Politik der Neuen Rheinischen Zeitung bekehrt. Waldeck und Jacoby haben sich das gewiß nie träumen lassen. In jedem Falle werden alle derartigen Veröffentlichungen auf die Dauer weder gegen „die Natur der Dinge“ noch gegen „den Begriff des Verhältnisses“, um mit Stirner zu sprechen, etwas ausrichten, und die demokratische Schreierei und Wühlhuberei wird bald wieder in voller Blüte stehen und mit den Kommunisten Hand in Hand gehen. Und daß unsdie Kerle denlendemain[5]der Bewegung doch schlechte Streiche spielen werden, wissen wir längst und wird durch keine Diplomatie verhindert.

Dagegen, daß sich überall, wie ich voraussetzte, kleine kommunistische Cliquen auf Grundlage des Manifestes bilden, hat mich sehr gefreut. Das fehlte uns gerade bei der Schwachheit des bisherigen Generalstabs. Die Soldaten finden sich von selbst, wenn die Verhältnisse so weit sind, aber die Aussicht auf einen Generalstab, der nicht aus Straubingerelementen besteht und größere Auswahl zuläßt als der bisherige von 25 Mann, die irgendwelche Bildung besitzen, ist sehr angenehm. Gut wäre eine allgemeine Empfehlung, überall unter den Kommis Propaganda zu machen. Für den Fall, daß man eine Verwaltung organisieren müßte, sind die Kerls unentbehrlich – sie sind ans Schanzen und an übersichtliche Buchführung gewöhnt, und der Commerce ist die einzig praktische Schule für brauchbare Bureauschreiber. Unsere Juristen usw. taugen dazu nicht. Kommis für die Buchführung und Komptabilität, talentvolle Studierte für Redaktion von Depeschen, Briefen, Aktenstücken,voilà ce qu’il faut.[6]Mit 6 Kommis organisiere ich einen Verwaltungzweig tausendmal einfacher, übersichtlicher und praktischer als mit 60 Regierungsräten und Kameralisten. Diese letzteren können ja nicht einmal leserlich schreiben und versauen einem alle Bücher, so daß kein Teufel draus klug wird. Da man doch mehr und mehr gezwungen wird, auf diese Eventualität sich einzurichten, so wäre die Sache nicht ohne Wichtigkeit. Ohnehin sind diese Kommis an anhaltende mechanische Tätigkeit gewöhnt, weniger anspruchsvoll, leichter vom Bummeln abzubekommen und bei Unbrauchbarkeit leichter zu beseitigen.

Der Brief nach Köln ist fort – sehr schön besorgt; wenn der nicht richtig ankommt, weiß ich’s nicht. Sonst ist die Adresse von Schulz nicht sehr empfehlenswert – Ex-Cogerant!

[1]Das rote Meer passieren.

[2]Handfester Freisasse.

[3]Wenn Verrat vorliegt.

[4]Schließlich ist er der einzige politische Kopf in Köln.

[5]Der folgende Tag.

[6]Das ist’s, was wir brauchen.

30. Juli 1851.

Lieber Marx!

Ich wundere mich, seit vierzehn Tagen nichts von Dir gehört zu haben.

Unsere Voraussetzung in der letzten Revue wegen der enormen Ausdehnung der ozeanischen Dampfschiffahrt hat sich schon jetzt bestätigt. Abgesehen von einzelnen kleinen Linien gehen jetzt schon zwei höchst wichtige neue große Linien: 1. die Schraubenschiffe von Liverpool nach Philadelphia,alle vierzehn Tage vier Schiffe auf der Linie; 2. die Dampfer zwischen Liverpool, Rio de Janeiro und Valparaiso usw. usw., alle sieben Wochen vier Schiffe auf der Linie. Dazu kommen in ein bis zwei Monaten die regelmäßigen Überlandfahrten nach Kalifornien – New York, nach San Juan, von dort per Steamer nach dem Nicaraguasee, über Land nach Leon, von da direkt nach San Franzisko – in Gang, die Reise nach Kalifornien wenigstens acht Tage abgekürzt.

Nächsten Monat kommt ein Zug in Gang zwischen London und Aberdeen, 550 englische Meilen oder 8 Breitegrade, in einem Tage.

Von Leeds nach London und zurück fährt man jetzt für 5 Schillinge auf einer, für 4 Schillinge und 6 Pence auf einer anderen Eisenbahn. Nächsten Samstag sollen auch hier die Fahrten herabgesetzt werden. Wenn sie ebenso niedrig kommen, gehe ich wenigstens alle vierzehn Tage einmal nach London.

Wenn in den nächsten sechs Wochen nichts Besonderes passiert, so wird die Baumwollernte dieses Jahr 3 000 000 Ballen oder 1200 Millionen Pfund bis 1350 Millionen Pfund stark.Jamais on n’a vu la plante aussi florissante.[1]Dazu Symptome eines abnehmenden Geschäftes: Ostindien ist überladen und schreit nach Stoppage der Einfuhr in Baumwollwaren, der hiesige Markt für Garn und Gewebe noch immer derangiert durch die schwankenden Baumwollpreise – wenn der Crash[2]im Markt mit einer solchen Riesenernte zusammentrifft, so wird er heiter. Peter Ermen macht schon jetzt in die Hosen, wenn er daran denkt, und der kleine Laubfrosch ist ein ganz gutes Barometer.

Voilàein industrielles Potpourri für heute.

Dein F. E.

[1]Nie hat man die Pflanze so blühen gesehen.

[2]Krach.

28 Soho, Deanstreet, 31. Juli 1851.

Lieber Engels!

Soeben bekomme ich Deinen Brief, der sehr angenehme Aussichten zur Handelskrise eröffnet.

Ich habe seit ungefähr 14 Tagen nichts geschrieben, weil ich die Zeit, die ich nicht auf der Bibliothek zubringe, wie ein Hund gehetzt war, und so trotz des besten Willens immer wieder vom Schreiben abkam.

Nachdem mich die beiden Bamberger, Vater und Sohn, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat hingezogen mit dem Versprechen, mir einen Wechsel zu diskontieren, nachdem ich endlich zu diesem Zwecke verflossenenMontag mir die beiden Bursche bestellt und schon diestamped paper[1]mitgebracht, eröffnet mir der Junge, daß der Alte, der auch da war, nicht könne usw. – – –

Übrigens glaubst Du mir ohne weitere Beteuerung, daß ich meiner Situation verdammt müde bin. Ich habe nach Amerika geschrieben, ob es möglich ist, von hier aus eine Korrespondenz zusammen mit Lupus für ein paar Dutzend Journale zu machen, denn es istimpossible,[2]so fortzuleben.

Was die Unterhandlungen mit Ebner in Frankfurt angeht, so schreibt er, daß Cotta wahrscheinlich meine Ökonomie – deren Plan ich hingeschickt – nehmen wird, und daß, wenn nicht, er einen anderen Buchhändler auftreiben wird. Ich wäre längst auf der Bibliothek fertig. Aber die Unterbrechungen und Störungen sind zu groß, und zu Haus, wo alles unterm Belagerungszustand steht und Tränenbäche mich ganze Nächte lang ennuyieren[3]und wütend machen, kann ich natürlich nicht viel tun. Meine Frau tut mir leid. Auf sie fällt der Hauptdruck, undau fond[4]hat sie recht.Il faut que l’industrie soit plus productive que le mariage.[5]Trotz alledem erinnerst Du Dich, daß ich von Naturtrès peu endurant[6]bin und sogarquelque peu dur,[7]so daß von Zeit zu Zeit mein Gleichmut verloren geht.

Julius ist vor einer Woche ungefähr begraben worden. Ich war bei der Bestattung zugegen. Der edle Kinkel hielt eine Jammerpredigt über das Grab. Julius war der einzige in der Emigration, der studierte und mehr und mehr vom Idealismus auf unser Gebiet herübertrat.

Der edle Dulon befindet sich hier.

Heinzen und Ruge fahren fort, in der New Yorker Schnellpost gegen die Kommunisten und uns speziell zu poltern. Das Zeug ist aber so kreuzdumm, daß es unmöglich ist, anders darauf einzugehen, als bei gelegener Zeit einmal aus Ruges Machwerken das Komischste zusammenzustellen und den Deutschen zu offenbaren, von wem sie jetzt,malgré eux[8]regiert werden.

Hast Du vielleicht die neueste Schrift von Proudhon gelesen?

Weydemeyer hat mir von Frankfurt geschrieben. Karstens [Leßner] sitzt in Mainz. Er hatte einen vergeblichen Fluchtversuch gemacht.

Vale faveque.

Dein K. M.

Du wirst übrigens sehr wohltun, wenn Du womöglich mit Namensunterschrift einen Aufsatz für Jones machst. Er geht fort in seinem Blatte, er lernt.Ce n’est pas un Harney.[9]DieNotes to the People[10]kommen daher auf, während der Friend of the People kaputt geht.

[1]Gestempeltes Papier.

[2]Unmöglich.

[3]Langweilen, quälen.

[4]Im Grunde.

[5]Die Erwerbstätigkeit muß wirklich produktiver sein als die Ehe.

[6]Sehr wenig geduldig.

[7]Ein wenig hart.

[8]Ohne es zu wollen.

[9]Der ist kein Harney.

[10]Notizen für das Volk [Titel einer damals von Ernest Jones herausgegebenen Wochenschrift].

Undatiert. [Anfang August] 1851.

Lieber Marx!

Inliegend die zweite Hälfte der Fünfpfundnote.

Weydemeyer will also nach Amerika und sehen, daß er die New Yorker Arbeiterzeitung, die Fenner v. Fenneberg jetzt hat, in seine Hände bekommt. Kann er sich in New York halten, so ist er uns dort jedenfalls nützlicher als in London, wo derembarras[1]nur vermehrt würde. Ein solider Bursche wie er hat uns in New York gerade gefehlt, und am Ende ist New York auch nicht aus der Welt, und bei Weydemeyer ist man sicher, daß erle cas échéant[2]doch gleich bei der Hand ist.

Der Plan mit der lithographischen Korrespondenz ist ganz gut. Nur müßt Ihr das Dings ganz geheim halten – der kleine Bamberger und andere, einmal die Idee gegeben, würden Euch sofort das Prävenire spielen. Ich würde an Deiner Stelle das Ding, sobald die ersten Einrichtungen getroffen, in den deutsch-amerikanischen Blättern annoncieren lassen, und zwar selbst als Direktor mich unterzeichnen, um das Ding ziehen zu machen. Geht das Ding so auf Deine Verantwortlichkeit und glaubst Du, daß es irgendwie nützlich sei, mich als Mitarbeiter zu nennen, so steht Dir das natürlich frei. Willst Du Deinen Namen indes aus dem Geschäfte heraushalten, wofür ich die Notwendigkeit durchaus nicht einsehe,car enfin,[3]warum solltest Du nicht auch das Recht haben, eine industrielle Firma zu bilden und die Neue Rheinische Zeitung lithographiert fortzusetzen – so müßte Lupus die Firma bilden. Weydemeyer könnte Euch in New York hierfür vom größten Nutzen sein, besonders bei Eintreibung der Gelder, was die Hauptsache ist. Ich bin überzeugt, das Ding wird enorm ziehen, und die vielen amerikanischen Korrespondenten in London usw. werden es sehr bald fühlen.

Was ist das für eine neue Schrift von Proudhon, von der Du sprichst?

Ich werde dem Jones einen Artikel mit meiner Unterschrift machen, ich wollte nur, Jones schickte mir ein möglichst vollständiges Exemplar seiner „Notes“, das hier nicht aufzutreiben ist. Wie ist seine Adresse, ich habe sie vergessen.

Auch von Amerika lauten die Berichte über das Baumwollwarengeschäft schlecht. Die Märkte sindoverstocked,[4]und die Yankees selbst fabrizieren für den jetzigen Stand des Marktes zu viel.

Schreibe bald wieder, ich ennuyiere mich hier tödlich.

Dein F. E.

NB.Halte Deine Papiere nur immer gut aus dem Hause, ich werde seit einiger Zeit hier sehr scharf beobachtet und kann keinen Schritt tun, ohne zwei bis drei Informers [Spitzel] an den Fersen zu haben. Herr Bunsen wird die Gelegenheit nicht haben unbenutzt passieren lassen, um der englischen Regierung neue und wichtige Aufschlüsse über unsere Gefährlichkeit zu geben.

[1]Verlegenheit.

[2]Im Bedarfsfall.

[3]Denn schließlich.

[4]Überfüllt.

28 Deanstreet, Soho, 8. August 1851.

Lieber Engels!

Du entschuldigst, daß ich nicht früher geschrieben und Dir gleichzeitig den Empfang der 5 Pfund angezeigt. Diepressure from without[1]war diese Woche so stark, daß ich nicht zum Schreiben kam. Vor dem Herauswerfen aus dem Hause habe ich mich einstweilen durch Zeichnung einer Bill [Wechsel] an den Landlord gesichert.

Die New Yorker Tribune hat mich und Freiligrath gegen Honorar zum Mitarbeiten aufgefordert. Sie ist das verbreitetste Journal in Nordamerika. Wenn es Dir möglich ist, mir einen englisch geschriebenen Artikel über diedeutschenVerhältnisse bisFreitag morgen(15. August) zu liefern, so wäre das ein famoser Anfang.

Der rote Wolff ist wieder „Irländer“ geworden.

Nun zurIdée générale de la Révolution au XIX siècle par P. J. Proudhon.[2]Als ich Dir das erste Mal über das Buch schrieb, hatte ich bloß Auszüge – oft noch verfälscht – daraus gelesen. Jetztkann ich Dir das σχελετὸν[3]schicken. Vorläufig. Das Buch enthält gut geschriebene Ausfälle gegen Rousseau, Robespierre, Montagne usw. Die Macht des wahren Verlaufs, um mit dem unsterblichen Ruge zu reden, produziert sich wie folgt:

I.Étude.Die Reaktion hat die Revolution erst zur Entwicklung gebracht.

II.Étude. Y-a-t-il raison suffisante de la Révolution au XIX siècle?[4]Die Revolution von 1789 hat das alte Regime gestürzt. Sie hat aber vergessen, die neue Gesellschaft oder die Gesellschaft neu zu machen. Sie dachte nur an diepolitique, statt an dieéconomie politique.[5]Gegenwärtig herrscht „Anarchie des forces économiques“,[6]daher „Tendance de la société à la misère“.[7]Dies zeigt sich in der Teilung der Arbeit, Maschinerie, Konkurrenz, Kreditwesen. Wachstum von Pauperismus und Verbrechen. Ferner: derStaat[l’état] ist immer mehrgrand,[8]mit allen Attributen des Absoluten versehen worden, immer gewachsen an Selbständigkeit und Macht. Wachsen der Staatsschuld. Der Staat verteidigt den Reichtum gegen das Elend. Korruption. Der Staat unterjocht die Gesellschaft. Es existiert Notwendigkeit für eine neue Revolution. Die Aufgabe der Revolution besteht darin,à changer, à redresser la mauvaise tendance de la société.[9]An die Gesellschaft selbst darf man nicht rühren. Vonreconstitution arbitraire[10]kann bei ihr nicht die Rede sein.

III.Étude. Du Principe d’Association.Die Assoziation ist eindogme, aber keineforce économique.[11]Die Assoziation ist nichts Organisches und Produktives wie die Teilung der Arbeit, Handel, Austausch usw. Man muß die Assoziation nicht verwechseln mit derforce collective.La force collective est un acte impersonnel, l’association un engagement volontaire. L’association est de sa nature stérile, nuisible même, car elle est une entrave à la liberté du travailleur.[12]Man hat demcontrat de sociétéeine Kraft zugeschrieben, die nur der Teilung der Arbeit, dem Austausch, derforce collectivegehört.Wenn man Assoziationen stiftet, um große Werke auszuführen, so verdankt man diese nicht demPrinzipder Assoziation, sondern ihrenMitteln. Man unterwirft sich der Assoziation nur, wenn manune indemnité suffisante[13]darin findet. Nur für denassocié faibleoderparesseuxist dieassociation productive d’utilité.[14]Sie istsolidarité, responsabilité commune[15]Dritten gegenüber. Die Assoziation ist überhaupt nur anwendbardans des conditions spéciales, dépendantes de ses moyens.[16]L’association, formée en vue du lien de famille et de la loi du dévouement, et en dehors de toute considération économique extérieure – l’association pour elle même, est un acte de pure religion, un lien surnaturel, sans valeur positive, un mythe.[17]Man muß die Assoziation nicht verwechseln mit denrapports nouveaux que se propose de développer la réciprocité entre les producteurs et les consommateurs. L’association met de niveau les contractants, subordonne leur liberté au devoir social, les dépersonnalise.[18]

IV.Étude. Du Principe d’Autorité.Dieidée gouvernementale naquit des moeurs de famille et de l’expérience domestique.[19]Die Demokratie ist derdernier terme der évolution gouvernementale.[20]Der Idee desgouvernementstellt sich die descontratentgegen. Das wahre revolutionäre Motto ist:plus de gouvernement!Dieautorité absolue[21]ist bald gezwungen, sich selbst zu negieren und zu beschränken in denloisundinstitutions.[22]Unzählig, wie die Interessen, nun die Gesetzgebung, die sie äußerlich bestimmt. Sie verläuft sich in die schlechte Unendlichkeit. Das Gesetz eine Fessel, die man mir von außen aufdrängt.Konstitutionelle Monarchie.Zwitterunsinn.Suffrage universel.[23]Dieintuition divinatoire de la multitude[24]ist Unsinn.Qu’ai je besoin de mandataires, pas plus que de représentants![25]Wahl,vote,[26]selbst einstimmig, entscheiden nichts. Nach demsuffrage universelwäre Bonaparte der wahre Mann usw.La démocratie pure ou le gouvernement direct[27]– Erfindung von Rittinghausen, Considérant, Ledru-Rollin –aboutit à l’impossible et à l’absurde.[28]In dieser auf die Spitze getriebenen Staatsidee tritt ihrnonsense[29]hervor.

V.Étude. Liquidation sociale. 1. Banque nationale.[30]Die Liquidation der Bank von Frankreich wird dekretiert. Sie wird nicht zur Staatsbank erklärt, nein zum „établissement d’utilité publique“.[31]Der Zins wird reduziert auf1/2oder1/4Prozent.

2.Staatsschuld.Durch die erste Maßregel ist dencapitaux particuliersdieindustrie de l’escompte[32]genommen, sie strömen auf die Börse, der Staat zahlt nur mehr1/2oder1/4Prozent, und damit hört das Interesse am Interesse auf. Statt Zins zahlt der Staatannuités,[33]das heißt er zahlt in jährlichen Quoten das ihm gepumpte Kapital zurück. Oder mit anderen Worten Dekret, daß die Zinsen, die der Staat für die Schuld zahlt, ihnen gerechnet werden alsdéduction du principal, à titre d’annuités.[34]

3.Dettes hypothécaires. Obligations simples.„Les intérêts de toutes créances, hypothécaires, chirographaires, actions de commandite, sont fixes à1/4oder1/2Prozent.Les remboursements ne pourront être exigés que par annuités. L’annuité pour toutes les sommes au-dessous de 2000 frcs. sera de 10 pour-cent; pour les sommes au-dessous de 2000, 5 pour-cent. Pour faciliter le remboursement des créances et suppléer à la fonction des anciens prêteurs, une division des Bureaux de la banque nationale d’escompte deviendra Banque foncière: le maximum de ses avances sera, par année, de 500 millions.“[35]

4.Propriété immobilière: Bâtiments.[36]Dekret: „Tout payement fait à titre de loyer sera porté enà compte de la propriété, celle-ci estimée au vingtuple du prix de location. Tout acquittement de terme vaudra au locataire part proportionnelle et indivise dans la maison par lui habitée, et dans la totalité des constructions exploitées à loyer et servant à la demeure des citoyens. La propriété ainsi remboursée passera à fur et au mesure au droit de l’administration communale, qui, par le fait du remboursement, pendra hypothèque et privilège du premier ordre, au nom de la masse des locataires, et leur garantira à tous, à perpétuité, le domicile, au prix de revient de bâtiment. Les communes pourront traiter de gré à gré avec les propriétaires, pour la liquidation et le remboursement immédiat des propriétés louées. Dans ce cas, et afin de faire jouir la génération présente de la réduction des prix de loyer, les dites communes pourront opérer immédiatement une diminution sur le loyer des maisons pour lesquelles elles auront traité, de manière que l’amortissement en soit opéré seulement en trente ans. Pour les réparations, l’agencement et l’entretien des édifices, comme pour les constructions nouvelles, les communes traiteront avec les Compagnie maçonnes ou associations d’ouvriers en bâtiment, d’après les principes et les règles du nouveau contrat social. Les propriétaires, occupant seuls leurs propres maisons, en conserveront la propriété aussi longtemps qu’ils le jugeront utile à leurs intérêts.“[37]

5.Propriété foncière.„Tout payement de redevance pour l’exploitation d’un immeuble acquerra au fermier une part de propriété dans l’immeuble, et lui vaudra hypothèque. La propriété, intégralement remboursée, relèvera immédiatement de la commune, laquelle succédera à l’ancien propriétaire et partagera avec le fermier la nue propriété et le produit net. Les communes pourront traiter de gré à gré avec les propriétaires qui le désireront, pour le rachat des restes et le remboursement immédiat des propriétés. Dans ce cas il sera pourvu, à la diligence des communes, à l’installation des cultivateurs et à la délimitation des possessions, en ayant soin de compenser autant que possible l’étendue superficiaire avec la qualité du fonds, et de proportionner la redevance au produit. Aussitôt que la propriété foncière aura été intégralement remboursée, toutes les communes de la république devront s’entendre pour égaliser entre elles les différences de qualité des terrains, ainsi que les accidents de la culture. La part de redevance à laquelle elles ont droit sur les fractions de leurs territoires respectifs, servira à cette compensation et assurance générale. A partir de la même époque, les ouvriers propriétaires qui, faisant valoir par eux même leurs propriétés, auront conservé leur titre, seront assimilés aux nouveaux, soumis à la même redevance et investis des mêmes droits, de manière que le hasard des localités et des successions ne favorise personne, et que les conditions de culture soient pour tous égales. L’impôt foncier sera aboli. La police agricole est dévolue aux conseils municipaux.“[38]

VI.Étude. Organisation des forces économiques. 1. Crédit.[39]Die oben angeführtebanque nationalemit ihren Suktursalen. Entziehung nach und nach von Gold und Silber aus der Zirkulation. Substitution von Papier.Quant aucrédit personnel, c’est dans les compagnies ouvrières et les sociétés agricoles et industrielles qu’il doit trouver son exercice.[40]

2.Propriété.Lies in dem oben zitierten „propriété foncière“.[41]Unter den obigen Bedingungen kann man,sans la moindre inquiétude, permettre au propriétaire de vendre, transmettre, aliéner, faire circuler à volonté la propriété. Avec les facilités du remboursement par annuités, la valeur de l’immeuble peut être indéfiniment partagée, échangée, subir toutes les mutations imaginables, sans que l’immeuble soit entamé jamais. Le travail agricole repousse la forme sociétaire.[42]

3.Division du travail, forces collectives, machines. Compagnies ouvrières.Toute industrie, exploitation ou entreprise, qui par sa nature exige l’emploi combiné d’un grand nombre d’ouvriers de spécialités différentes, est destinée à devenir le foyer d’une société ou compagnie de travailleurs. Mais là où le produit peut s’obtenir sans un concours de facultés spéciales, par l’action d’un individu ou d’une famille, il n’y a pas lieu à l’association.[43]Also keineassociationsin den kleinen Ateliers, beim Handwerk, Schusterei, Schneiderei usw., Marchands usw. Assoziation in dergroßen Industrie. Hier also diecompagnies ouvrières. Tout individu employé dans l’association a un droit indivis dans la propriété de la compagnie; il a le droit d’en remplir successivement toutes les fonctions; son éducation, son instruction et son apprentissage doivent être dirigés de telle sorte, qu’en lui faisant supporter sa part des corvées répugnantes et pénibles, ils lui fassent parcourir une série de travaux et de connaissances, et lui assurent, à l’époque de la maturité, une aptitude encyclopédique et un revenu suffisant; les fonctions sont électives et les règlements soumis à l’adoption des associés; le salaire est proportionné à la nature de la fonction, à l’importance du talent, à l’étendue de la responsabilité; tout associé participe aux bénéfices comme aux charges de la compagnie, dans la proportion de ses services; chacun est libre de quitter à volonté l’association, de faire régler son compte et liquider ses droits, et réciproquement la compagnie maîtresse de s’adjoindre toujours de nouveaux membres.[44]Dies die Lösungdes deux problèmes: Celui de la force collective, et celui de la division du travail.[45]... In der Übergangsperiode sind die Fabrikanten usw. die Leiter dieser Ateliers.

4.Constitution de la valeur: organisation du bon marché.[46]Abzuhelfen dercherté du marchandise[47]und demarbitraire du prix.[48]Derjuste prixreprésente avec exactitude: a) le montant des frais de production, d’après la moyenne officielle des libres producteurs; b) le salaire du commerçant, ou l’indemnité de l’avantage dont le vendeur se prive en se dessaisissant de la chose.[49]Um den Marchand hierzu zu bewegen, muß ihm nun Garantie gegeben werden. Sie kannexister de plusieurs manières: soit que les consommateurs qui veulent jouir du juste prix, et qui sont en même temps producteurs, s’obligent à leur tour envers le marchand à lui livrer à des conditions égales leurs propres produits, comme cela se pratique entre les différentes associations ouvrières parisiennes; soit que les dits consommateurs se contentent d’assurer au débitant une prime ou bien encore une vente assez considérable pour lui assurer un revenu.[50]Zum Beispiel der Staat,au nom des intérêts que provisoirement il représente, les départements et communes, au nom de leurs habitants respectifs, voulant assurer à tous le juste prix et la bonne qualité des produits et services, offrent de garantir aux entrepreneurs qui offriront les conditions les plus avantageuses, soit un intérêt pour les capitaux et le matériel engagé dans leurs entreprises, soit un traitement fixe, soit, s’il y a lieu, une masse suffisante de commandes. Les soumissionnaires s’obligeront, en retour, à fournir les produits et services pour lesquels ils s’engagent, à toute réquisition des consommateurs. Toute latitude réservée, du reste, à la concurrence. Ils devront indiquer les éléments de leurs prix, le mode des livraisons, la durée de leurs engagements, leurs moyens d’exécution. Les soumissions déposées, sans cachet, dans les délais prescrits, seront ensuite ouverteset publiées, huit jours, quinze jours, un mois, trois mois, selon l’importance des traités, avant l’adjudication. A l’expiration de chaque engagement il sera procédé à de nouvelles enchères.[51]

5.Commerce extérieur.[52]Sobald der Zins sinkt, muß manabaisser les tarifs,[53]und wenn er unterdrückt ist oder auf1/4bis1/2Prozent steht, die Douanen abschaffen.

VII.Étude. Dissolution du gouvernement dans l’organisme économique.La société sans l’autorité. Élimination des cultes, Justice, Administration, Police, Instruction publique, Guerre, Marine etc.,[54]alles mit respektiven Stirnerschen Phrasen.

Schreibe mir ausführlicher, was Du von diesem Rezept denkst.

Salut! Dein K. M.

[1]Druck von außen, das heißt die äußeren Umstände.

[2]„Allgemeine Idee der Revolution im neunzehnten Jahrhundert“ von P. J. Proudhon.

[3]Gerippe.

[4]II. Studie. Gibt es einen hinreichenden Grund für die Revolution im neunzehnten Jahrhundert?

[5]Politische Ökonomie, Volkswirtschaft.

[6]Anarchie der ökonomischen Kräfte.

[7]Tendenz der Gesellschaft zur Verelendung.

[8]Groß.

[9]Die schlechte Tendenz der Gesellschaft ändern, ins Rechte setzen.

[10]Willkürliche Umgestaltung.

[11]Ökonomische Kraft [oder Potenz].

[12]Kollektivkraft. Die Kollektivkraft ist eine unpersönliche Äußerung, die Assoziation eine freiwillige Bindung. Die Assoziation ist ihrer Natur nach unfruchtbar, ja schädlich, denn sie ist eine Beeinträchtigung der Freiheit des Arbeiters.

[13]Eine genügende Entschädigung.

[14][Dem] schwachen oder faulen Teilhaber ist die Assoziation nutzbringend.

[15]Gemeinsame Solidarität und Verantwortlichkeit.

[16]Unter besonderen Bedingungen, die von ihren Mitteln abhängen.

[17]Die in Hinblick auf das Familienband und das Gesetz der Aufopferung, außerhalb jeder wirtschaftlichen Erwägung gegründete Assoziation – die um ihrer selbst willen [gegründete] Assoziation ist eine rein religiöse Schöpfung, ein übernatürliches Band ohne positiven Wert, eine Mythe.

[18]Neue Beziehungen, welche die Gegenseitigkeit zwischen den Produzenten und den Konsumenten zu entwickeln vorhat. Die Assoziation nivelliert die Vertragschließenden, sie ordnet deren Freiheit der sozialen Verpflichtung auf und beraubt sie ihrer Persönlichkeit.

[19]IV. Studie über das Autoritätsprinzip. Die Idee der Regierung entstammt den Gewohnheiten des Familienlebens und den Erfahrungen des Haushalts.

[20]Das letzte Wort der Entwicklung der Regierung.

[21]Keine Regierung mehr! [Die] absolute Gewalt.

[22]Gesetze und Einrichtungen.

[23]Allgemeines Stimmrecht.

[24]Prophetische Eingebung der Menge.

[25]Was habe ich Mandatgeber nötig? [ich brauche sie] ebensowenig wie Vertreter.

[26]Abstimmung.

[27]Die reine Demokratie oder die direkte Regierung.

[28]Läuft auf Unmöglichkeit und Widersinn hinaus.

[29]Wahnsinn.

[30]V. Studie. Die Liquidation der Gesellschaft. 1. Die Nationalbank.

[31]Gemeinnütziges Institut.

[32]Den Einzelkapitalen [das] Gewerbe des Diskontierens ...

[33]Annuitäten, Jahresabzahlungen.

[34]Abzug vom Hauptbetrag als Jahreszahlungen.

[35]Hypothekenschulden. Einfache Schulden. „Die Zinsen aller hypothekarischen, schlechthin handschriftlichen Schuldscheine und Kommanditanteile werden auf1/4oder1/2Prozent festgesetzt. Abzahlungen können nur in Gestalt von regelmäßigen Jahresraten gefordert werden. Die Jahresabzahlung für alle Summen unter 2000 Franken wird 10 Prozent, für alle Summen über 2000 Franken 5 Prozent sein. Um die Abzahlung der Schuldscheine zu erleichtern und die Funktion der einstigen Geldverleiher zu ersetzen, wird eine Abteilung der Bureaus der nationalen Diskontobank Bodenkreditbank: das Maximum ihrer Vorschüsse wird jährlich 500 Millionen betragen.“

[36]Unbewegliches Eigentum: Gebäude.

[37]„Jede als Miete geleistete Zahlung wird in Abschlagszahlung auf das betreffende Eigentum abgeändert, welches auf das Zwanzigfache des Mietpreises abgeschätzt wird. Jede Terminzahlung hat für den Mieter die Geltung eines proportionellen, unteilbaren Anteils an dem von ihm bewohnten Hause und der Gesamtheit der zu Vermietungszwecken benutzten und dem Wohnbedürfnis der Staatsbürger dienenden Gebäude. Das auf diese Weise abgezahlte Eigentum wird im entsprechenden Maße als Gerechtsame der kommunalen Verwaltung übertragen, die auf Grund der Abzahlung im Namen der Masse der Mieter Hypothek und erstes Vorrecht nimmt und ihnen allen für immer die Wohnung zum Kostenpreis des Gebäudes garantiert. Die Gemeinden können nach Belieben mit den Eigentümern behufs sofortiger Liquidation und Zurückzahlung der vermieteten Besitzungen verhandeln. In diesem Fall und um der gegenwärtigen Generation die Herabsetzung der Mietpreise zuteil werden zu lassen, können die betreffenden Gemeinden eine sofortige Herabsetzung der Miete der Häuser, in bezug auf die sie abgeschlossen haben, in der Weise eintreten lassen, daß die Tilgung erst in 30 Jahren abläuft. Für die Reparaturen, den Betrieb und die Unterhaltung der Gebäude, sowie für die Errichtung neuer Gebäude werden die Gemeinden mit den Maurergesellschaften oder Bauarbeitergenossenschaften gemäß den Prinzipien und Regeln des neuen sozialen Vertrags verhandeln. Die Eigentümer, die ihre Häuser selbst bewohnen, behalten das Eigentum so lange, wie sie das in ihrem Interesse betrachten.“

[38]Bodeneigentum. „Jede Bezahlung von Bodenzins für die Ausnutzung eines Grundstücks erwirbt dem Pächter einen Eigentumsanteil am Grundstück und bedeutet für ihn eine Hypothek. Das völlig abgezahlte Bodeneigentum untersteht sofort der Gemeinde, die an die Stelle des vormaligen Eigentümers tritt und mit dem Pächter das formale Eigentumsrecht und den Reinertrag teilt. Die Gemeinden können nach Bedarf und Belieben mit den Eigentümern, welche dies wünschen, für den Rückkauf der Reststücke und die sofortige Abzahlung der Grundstücke verhandeln. In diesem Falle wird auf Antrag der Gemeinden für die Ansiedlung von Landbauern und die Abgrenzung gesorgt werden, wobei man sehen wird, soviel als möglich einen Ausgleich zwischen Umfang und Güte der Grundstücke zu treffen und die Bodenzinsgebühr dem Ertrag anzupassen. Sobald das Grundeigentum vollständig abgezahlt sein wird, werden sich alle Gemeinden der Republik zu dem Zweck ins Einvernehmen setzen, alle Verschiedenheiten in der Güte der Bodenstücke sowie die Zufälle der Bodenbewirtung untereinander auszugleichen. Der Teil des Bodenzinses, auf den sie von den Stücken, die auf ihrem Gebiet liegen, Anspruch haben, wird für diesen Ausgleich und die allgemeine Versicherung benutzt werden. Von diesem Zeitpunkt an werden die landbesitzenden Arbeiter, die infolge eigener Bewirtung ihrer Grundstücke ihren Eigentumstitel bewahrt haben, den neuen [Bedingungen] angepaßt, demselben Bodenzins unterworfen und mit denselben Rechten ausgestattet werden, so daß der Zufall der Lokalität und der Erbschaften niemand begünstigt und die Wirtschaftsbedingungen für alle gleich sind. Die Grundsteuer wird abgeschafft, die Politik der Bodenbewirtung ist auf die Gemeinderäte übergegangen.“

[39]VI. Studie. Organisation der ökonomischen Kräfte. 1. Kredit.

[40]Was den Personalkredit anbetrifft, so wird er in den Arbeiterkompanien und den landwirtschaftlichen und gewerblichen Gesellschaften seinen Betrieb finden.

[41]„Bodeneigentum.“

[42]Ohne die geringste Befürchtung den Eigentümern erlauben, ihr Eigentum nach Belieben zu verkaufen, zu übertragen, zu veräußern, in Umlauf zu setzen. Dank den Erleichterungen der Abzahlung in Annuitäten kann der Wert von Immobilien endlos geteilt und ausgetauscht sowie allen denkbaren Formveränderungen unterzogen werden, ohne daß vom Gegenstand selbst etwas abgeteilt wird. Die landwirtschaftliche Arbeit widerstrebt der Form der Sozietät.

[43]Arbeitsteilung, Kollektivkräfte, Maschinen. Arbeiterkompanien. Jede Industrie, Unternehmung oder Bewirtung, die von Natur die vereinte Beschäftigung einer großen Zahl von Arbeitern verschiedener Spezialitäten erfordert, ist dazu bestimmt, die Stätte einer Arbeitergesellschaft oder Kompanie zu werden. Dort aber, wo das Produkt ohne das Zusammenwirken verschiedener Spezialitäten, durch die Tätigkeit eines Individuums oder einer Familie erzielt werden kann, hat die Assoziation keine Stätte.

[44]Arbeiterkompanien. Jedes in einer Assoziation beschäftigte Individuum hat ein unteilbares Recht am Eigentum der Kompanie; es hat das Recht, nacheinander alle Ämter derselben zu versehen; seine Erziehung, sein Unterricht und seine Anlernung müssen so gestaltet werden, daß sie es seinen Anteil an den widerwärtigen und schweren Frondiensten leisten lassen, es eine Reihe von Arbeiten und Kenntnissen erlernen machen und ihm zur Zeit der Reife eine enzyklopädische Fähigkeit und ein ausreichendes Einkommen sichern; die Ämter unterliegen Wahlen und die [Dienst- usw.] Ordnungen sind der Annahme durch die Genossenschafter unterstellt; der Lohn wird im Verhältnis gesetzt zur Natur des Amtes, zur Wichtigkeit der Begabung und zur Größe der Verantwortung; jeder Genossenschafter wird an den Gewinsten und den Lasten der Kompanie im Verhältnis seiner Dienstleistung beteiligt; jedem steht es frei, seine Rechnung abzuschließen und seine Ansprüche zu liquidieren, und die Kompanie ihrerseits hat das Recht, zu jeder Zeit neue Mitglieder aufzunehmen.

[45]Zwei Probleme: das der Kollektivkraft und das der Arbeitsteilung.

[46]Konstituierung [Feststellung] des Wertes: Organisation des billigen Marktes.

[47]Verteuerung der Waren.

[48]Willkürliche Bestimmung des Preises.

[49]Der gerechte Preis stellt mit Genauigkeit dar: a. den Betrag der Produktionskosten gemäß dem amtlich ermittelten Durchschnitt der freien Produzenten; b. den Lohn des Händlers oder die Entschädigung für den Vorteil, dessen sich der Verkäufer durch die Fortgabe des betreffenden Artikels beraubt.

[50]Auf verschiedene Weise bestehen: sei es, daß die Konsumenten, die den gerechten Preis genießen wollen und zugleich Produzenten sind, sich ihrerseits gegenüber dem Händler verpflichten, ihm ihre Produkte zu den gleichen Bedingungen zu liefern, wie das die verschiedenen Pariser Arbeitergenossenschaften üben; sei es, daß die betreffenden Konsumenten sich damit begnügen, dem Verschleißer eine Prämie oder noch besser einen Absatz zu verbürgen, der groß genug ist, ihm ein Einkommen zu sichern.

[51]Im Namen der Interessenten, die er vorläufig vertritt, die Departements und Gemeinden im Namen ihrer betreffenden Einwohner erklären sich, um allen den gerechten Preis und die gute Qualität der Produkte und Dienste zu sichern, bereit, den Unternehmern, welche die vorteilhaftesten Bedingungen bieten, entweder einen Zins für die in ihren Unternehmungen verwendeten Kapitale und Materialien, oder ein festes Gehalt, oder, wo dies angeht, eine genügende Menge von Aufträgen zu verbürgen. Die Bewerber wiederum machen sich anheischig, die Produkte und Dienste, zu denen sie sich verpflichten, nach allen Anforderungen der Konsumenten zu liefern. Übrigens bleibt der Konkurrenz alle Bewegungsfreiheit vorbehalten. Sie müssen die Grundbestandteile ihrer Preise, die Art der Ablieferung, die Dauer ihrer Verpflichtungen, ihre Mittel der Ausführung angeben. Die Angebote werden unversiegelt innerhalb der vorgeschriebenen Fristeneingereicht, dann je nach der Wichtigkeit des Kontraktes acht Tage, vierzehn Tage, einen Monat, drei Monate vor der Zusprechung geöffnet und veröffentlicht. Nach Ablauf jedes Vertrags wird zu neuen Ausschreibungen geschritten.


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