1852
6. Januar 1852.
Lieber Marx!
Hoffentlich wirst Duby this time[1]von Deinen Leiden vollkommen hergestellt sein, und ebenso hoffe ich, daß Deine Frau mir nicht länger wegen descoup d’état[2]zürnen wird, der Dich für zwei Tage in so tiefe Melancholie versenkte. Jedenfalls bitte ich, sie und Deine Kinder bestens von mir zu grüßen.
Ich werde für nächsten Freitagsteamer einen Artikel für Weydemeyer zurecht machen, und hoffe von Dir irgendeineactualité[3]für die Tribune zu erhalten, die ich sofort übersetzen werde. Bei dem Blatte hat man sich wahrhaftig nicht anzustrengen. Barnum stolziert in seinen Spalten in Lebensgröße herum, und das Englisch ist grauenhaft – sonst hat es indes auch einige gute Eigenschaften, die unsereline[4]übrigens nichts angehen. Kannst Du es mir bis Donnerstag – selbst mit der zweiten Post – herbesorgen, so hast Du die Übersetzung in London zeitig für Samstagsteamer,id estmit der zweiten, am Freitag dort ankommenden Post. Nächste Woche werden dann die Artikel über Deutschland aufgenommen und sollen rasch vollendet werden.
Die Plattheit, mit der die Österreicher den Louis Napoleon nachmachen und sofort ihre Konstitution auch abschaffen, ist doch sehr arg. Jetzt wird es einen schönen Tanz in Preußen setzen – es ist kein Zweifel, daß Preußen von Österreich verraten und verkauft ist, und wenn es nicht auch die Konstitution abschafft, sehr leicht von einer russisch-österreichisch-französischen Allianz ekrasiert [zertreten] werden kann.
1851 hat die englische Baumwollindustrie wöchentlich 32 000 Ballen konsumiert, gegen 29 000 Ballen 1850. Das ganze Surplus, und bedeutend mehr, ist nach Ostindien und China gegangen; die Überführung dieser zwei Märkte und der Home Trade[5]nähren jetzt Manchester fast allein, da nach dem Kontinent sehr wenig geht. Daskannnicht lange mehr dauern. Die Sache treibt sich hier sehr auf die Spitze, und, zum Beispiel, daß die Baumwollpreise angesichts einer unerhört großen Ernte in vollem Steigen begriffen sind, bloß in Erwartung eines noch größeren Konsums, ist doch schon bezeichnend genug.
Von Weerth hatte ich heute ein paar Zeilen aus Bradford – er erkundigt sich wegen des Hanebuch [Hamburger] Lüders, der an ihn geschrieben hat. Kannst Du mir etwas mitteilen, ob und wiefern er sich bei den dortigen Intrigen beteiligt hat, so soll’s mir angenehm sein und wird vielleicht nützlich werden. Sonst hier nichts Neues,business with us slack,[6]Nebel und Rauch die Masse.
Dein F. E.
[1]Nunmehr, jetzt.
[2]Staatsstreich.
[3]Tagesfrage.
[4]Abteilung, Fragengebiet.
[5]Inlandsgeschäft.
[6]Geschäftsgang bei uns matt.
[Undatiert, Anfang Januar 1852.]
Lieber Herr Engels!
Wie können Sie glauben, daß ichIhnenwegen der kleinen Kneiperei gezürnt hätte – es tat mir sehr leid, Sie vor Ihrer Abreise nicht mehr zu sehen, wo Sie sich dann selbst am besten überzeugt hätten, daß ich nur mit meinem hohen Herrn etwas schmollte. Übrigens haben solche Extraszenen ganz heilsame Folgen; diesmal muß sich aber derpèreMarx bei seiner nächtlichen philosophischen Wanderung sehr stark erkältet haben, denn er wurde ernsthaft krank und liegt bis jetzt noch ruhig danieder. Vielleicht wird es ihm heute möglich werden, etwas aufzustehen und sich an die Artikel für Amerika zu machen. Ich glaube aber, daß er noch nicht so weit hergestellt ist, wie er meint. Er phantasierte während drei Nächten und war sehr schlimm. Er läßt Sie bitten, Weerth zu grüßen, ihm zu sagen, daß er recht ärgerlich über ihn wäre, daß er bei Übersendung von Reinhardts Brief aus Paris nur zwei Worte mitgeschrieben, und daß er vor allem seine Pflichten als alter Redakteur der Neuen Rheinischen erfüllen und irgendeine Ware auf Lager nach Amerika spedieren solle. Was den Hanebuch betrifft, so sagt jetzt derpèreMarx wörtlich was folgt:
„Stets kanonenvoll, mit seinem insinuanten Wesen gegen Damen renommierend, meinend, damit die Fußtritte vonBar-Besen[1]erhalten zu haben; von Anfang an auf das geräuschvollste auf Straßen und Gassen, Parlours, Omnibus, Halfpenny-Steamboats das englische Publikum provozierend, sich an den großen Debatten zwischen Kinkel und Ruge zu beteiligen; jeden Deutschen bei den Ohren hinschleppend nach Cranbourne Hotel, einer der wichtigtuendsten Schreier des Emigrationsklubs, also auch seinen Bärengeifer über die kleine Winkelkirche der Neuen Rheinischen Zeitung ausfatzend. Weerth soll ihm antworten, wenn er dessen Protektion verlangt, er möge suchen, in einen der sieben von Kinkel zu errichtendenMinisterien einen Posten zu finden, was ihm bei seinen großen Verdiensten um die große einige Revolutionspartei und bei seinem Einfluß auf die beiden Kinkelschen Hofschriftsteller Meyen und Oppenheim nicht schwer fallen dürfte. Überhaupt soll Weerth, wenn jetzt einer der Geister sich an ihn wendet, [ihnen] sie merken lassen, daß er auch zu der ‚kleinen unverbesserlichen Sonderkirche‘ der Neuen Rheinischen Zeitung gehört, wie Meyen nach Amerika hingeschrieben.“ So weit mein hoher Patient Knackrüge.
Gestern kam ein sehr netter Brief von Cluß aus Washington, woraus das Treiben Kinkels von neuem hervorgeht. Leider kann ich ihn hier nicht beilegen, da Freiligrath ihn gestern mitgenommen. Morgen werden wir ihn schicken. Teilen Sie ihn auch Weerth stellenweise mit.
Es wird Sie wohl auch interessieren zu hören, daß Ihr ehemaliger Chef, General Willich, von der niedrigen Flüchtlingschaft eine Tracht Prügel bezogen, da diese den Unterschied zwischen sich und den höheren Flüchtlingen nicht [hat] begreifen können und die Art der Verwaltung der großen Revolutionsgelder im Interesse der großen Männer nicht gutheißen. Aus Cluß’ Brief geht noch hervor, daß Kinkel die Mystifikation Willichs und den Brief Schramms benutzt hat, um ihre Verbindungen mit Köln in Amerika zu beweisen. Es wird bald Zeit, mit der wirklichen Geschichte hervorzurücken. Der Kinkel scheint auch in Amerika verbreitet zu haben, daß Marx’ Partei Lasterpreise aussetzt, um nicht Moralhelden zu werden. Der Musch läßt Frederic herzlich grüßen. Die Mädchen sind schon in der Schule. Sie erinnern sich vielleicht, daß Pieper dem Jungen seine hübsche Brieftasche zum Geschenk gemacht hatte. Gestern drohte er, sie ihm wieder abzunehmen und ihm an deren Stelle etwas anderes zu kaufen. Heute morgen versteckt der Junge die Tasche und sagt eben: „Mohr, jetzt habe ich sie gut versteckelt, und wenn der Pieper sie haben will, dann sage ich, ich habe sie einem armen Mann geschenkt.“ Der Filou!
Adieu!
Herzliche Grüße Jenny Marx.
[1]Schanktisch-Kellnerinnen.
Manchester, 14. Januar 1852.
Liebe Frau Marx!
Ich hätte Ihren angenehmen Brief längst beantwortet, wenn ich nicht durch eine Masse Geschichten daran total verhindert worden wäre – namentlich durch die Anwesenheit meines Schwagers, den ich während einerWoche zu amüsieren hatte, was hier in Manchester gewiß keine Kleinigkeit ist. An Arbeiten war während dieser Zeit natürlich nicht zu denken, und erst jetzt kann ich anfangen, mich zu besinnen, was bis nächsten Freitagsteamer geleistet werden kann. Heute oder morgen abend wird jedenfalls etwas für die Tribune fertig gemacht, und auch Vater Weydemeyer wird nicht leer ausgehen. Inzwischen höre und sehe ich von diesem nichts – hoffentlich ist bei Ihnen heute ein Brief von ihm eingesprungen, der uns die Aussichten fürs neue Jahr meldet, da die mit gestrigem Steamer eingetroffenen Briefe gerade bis zum 1. Januar gehen.
Ich hoffe, daß derpater familiassich inzwischen von seinem Straf- und Schmerzenslager erhoben haben wird, und wünsche nur, daß er über der Bibliothek nicht ganz die Tribune vergißt. Die Nachrichten über Ehren-Lüders sind Weerth sofort mitgeteilt worden, sowie das Nötige über Kinkel. –
Inliegend den Brief von Cluß zurück. Der Kerl ist ein unbezahlbarer Agent. Wenn die Geschichte mit der Willichschen Mystifikation auskommt, das wird ein heiteres Hallo setzen. Dies Faktum beweist nur, daß Kinkel in Beziehung auf uns in Amerika sehr häufig und sehr unangenehm interpelliert worden ist, und daß wir unter den dortigen Demokraten auch einenset[1]von Anhängern haben, die auf uns schwören, wie die anderen auf Kinkel oder Heinzen oder Hecker, keiner weiß warum; es werden das Anhänger seinà laMagnus Groß, Wilhelmi usw., Leute, die nur eines kurzen Zusammenseins mit uns bedürften, um über uns und sich eines Besseren aufgeklärt zu werden und in den allgemeinen Schafstall zurückzukehren, wohin sie gehören.
Der Louis Napoleon wird doch täglich amüsanter. Während noch immer nicht eine einzige jener großen Maßregeln zur Vernichtung des Pauperismus usw. das Tageslicht erblicken kann, bringt das Männchen es fertig, das ganze Philisterium der Welt durch Maßregeln aufzuhetzen, die bloß die momentane Konsolidierung seiner Autorität sichern sollen. Kein nichtfranzösisches Blatt wagt mehr für ihn aufzutreten, selbst der Sun und die Kölnische schweigen, und nur der Lumpaziuskorrespondent des Globe deponiert noch täglich seine Gemeinheiten in dem ihm dazu bewilligten Winkel. Dazu hat Louis Napoleon schon alle Welt argwöhnisch gemacht, ganz Europa hallt wider von Krieg und Kriegsgeschrei, und selbst die friedfertige Daily News mußnolens volensinden Ruf nachnational defences[2]einstimmen. Der Kerl fängt nachgerade an, neben der einen, seit dem 2. Dezember zumeist hervorgetretenen Seite seines Charakters, demgambler,[3]auch die zweite zu entwickeln, die des verrückten Prätendenten, der sich für einen prädestinierten Welterlöser hält und auf seinen Stern schwört. Und als die Zeit erfüllet war, da sandte Gott den Neffen, auf daß er erlöse alle Welt aus der Knechtschaft des Teufels und aus der Hölle des Sozialismus. Glücklicherweise kommt das Parlament bald zusammen, und das gibt immer etwas Abwechslung im politischen Humbug.
Viele Grüße an Marx und die Kleinen
von Ihrem F. Engels.
[1]Satz, Stamm.
[2]Nationale Verteidigungsmaßnahmen.
[3]Glücksspieler.
28 Deanstreet, Soho, 20. Januar 1852.
Lieber Engels!
Seit gestern bin ich erst wieder aufgestanden und seit heute schreibe ich erst wieder.
In Frankreichles choses vont à merveille.[1]Und ich hoffe, daßla belle Francediese Schule nicht zu oberflächlich durchmachen wird, sondern eine längere Klasse bestehen muß. Krieg, einigemonths[2]früher oder später, scheint mir unvermeidlich.Nous avons eu le Napoléon de la paix.[3]Louis kann den Louis Philippeby no means[4]nachmachen.Et alors?[5]
Du weißt, daß die Kölner nicht vor die Assisen gestellt sind, unter dem Vorwand, die Sache sei so schwierig, daß die Untersuchung von neuem beginnen müsse.
Madier war eben hier und beweist mirde la manière la plus crapaude,[6]daß die Frenchmen zum Frühstück London nehmen und in fünf Stunden alle Küsten von England überfallen können. Man hat zu vielpitié[7]mit den armen Teufeln, um nicht zu schweigen,quand ils déraisonnent.[8]
Schreibe bald.
Dein K. M.
Was machtle commerce?
[1]Verlaufen die Dinge wundervoll.
[2]Monate.
[3]Wir haben den Friedensnapoleon gehabt.
[4]Unter keinen Umständen.
[5]Und dann?
[6]Mit den gesindelhaftesten (das heißt flachrevolutionären) Argumenten.
[7]Mitleid.
[8]Wenn sie Blödsinn schwatzen.
22. Januar 1852.
Lieber Marx!
Inliegend der siebente Artikel für die Tribune. Der achte usw. wird morgen abend gemacht werden, heute werde ich etwas für Weydemeyer fertig machen. Ich behalte mir für Weydemeyer zunächst England vor, da ich mich nicht entschließen kann, deutsche Zeitungen zu lesen und etwas über Deutschland zu machen. Könntest Du Lupus, der hoffentlich auch wieder flott auf den Beinen ist, nicht bewegen, etwas „aus dem Reiche“ zu liefern? – Weerth wird nächste Woche etwas für Weydemeyer schaffen, diese Woche kann er nicht. Übermorgen hoffe ich ihn hier zu sehen, und vielleicht kommt er in acht bis vierzehn Tagen nach London, da es ihm wieder vor lauter Ungeduld wie heiße Kohlen unterm Hintern brennt.
Da gestern der Pacific von New York eingesprungen ist, so könnte es sein, daß ich morgen die versprochenen Nummern von Weydemeyer erhielte – doch rechne ich nicht darauf, da er vielleicht den englischen Postdampfer abgewartet hat. Er muß übrigens weniger schicken, 50 Nummern ist zu viel und wird wahrscheinlich ein Heidengeld kosten; und wem sollten wir die alle schicken? Ich will sehen, was die Kosten sind, und im Notfall, wenn er nicht durch Paketversendungsagenturen die Sache wohlfeiler einrichten kann, so reichen 10 Exemplare vollkommen aus; denn aufAbonnentenin Europa kann er doch nicht rechnen. Vielleicht ein paar in London, sonst doch nur etwa in Hamburg. Dazu gehörte auch eine Agentur, und die würde sich nicht bezahlen. – Hoffentlich schickst Du mir jetzt auch bald einen Artikel für die Tribune zum Übersetzen.
Jones schrieb an mich und verlangt Beiträge. Ich werde mein Bestes tun und hab’s ihm versprochen. Bei alledem geht mir ein Stück freie Zeit zum Ochsen nach dem anderen fort, und das ist schlimm. Ich muß sehen, wie ich mich einrichte und das Kontor prelle. Jones schrieb von einer Gemeinheit von Harney gegen ihn, und von 15 Pfund, um die er geprellt sei, worüber Du mir Näheres sagen könntest – was ist das? Er war natürlichvery busy[1]und schrieb sehr in abgebrochenen Sätzen und Ausrufungszeichen. –
Daß der brave Louis Napoleon Krieg anfangen muß, ist sonnenklar, und wenn er sich mit Rußland verständigen kann, so wird er wohl mit England anbinden. Es hätte das seine guten und seine schlimmen Seiten. Die Einbildung der Franzosen, sie könnten in fünf Stunden London undEngland erobern, ist sehr ungefährlich. Was sie jetzt allerdings können, sind plötzliche Piratenüberfälle mit 20 000, höchstens 30 000 Mann, die aber nirgends viel ausrichten könnten. Brighton ist die einzige ernstlich bedrohte Stadt; Southampton usw. sind mehr als durch alle Befestigungen durch ihre Lage in tiefen Buchten, die nur zur Flutzeit und nur mit lokalen Lootsen zu befahren sind, sichergestellt. Der höchste Effort, den eine französische Landung zustande bringen könnte, wäre die Zerstörung von Woolwich; aber selbst dann müßten sie sich verdammt hüten, nach London zu gehen. Für jede ernsthafte Invasion müßte der ganze Kontinent zusammen den Engländern wenigstensa years notice[2]geben, und sechs Monate reichen hin, um England in Verteidigungszustand gegen jeden Angriff zu setzen. Der gegenwärtige Alarm ist absichtlich übertrieben, und die Whigs helfen bestens dazu. Laß die Engländer ein Dutzend Linienschiffe und Steamer zurückrufen, ein zweites Dutzend von jeder Sorte, die halbfertig in den Häfen liegen, ausrüsten, 25 000 Mann mehr Truppen halten, freiwillige Jägerbataillons mit Miniéschen Büchsen organisieren und dazu etwas Miliz und etwas Exerzitium für dieyeomanry,[3]und sie sind vorderhand sicher. Der Alarm ist aber sehr gut, die Regierung hatte die Geschichte wirklich famos verkommen lassen, und das wird aufhören; und dann, wenn es zu etwas kommt, sind sie so gerüstet, daß sie jeden Landungsversuch zurückweisen und sofort Revanche nehmen können.
Sonst sehe ich nur zwei Chancen für Louis Napoleon, wie er Krieg anfangen will: 1. gegen Österreich, das heißt gegen die ganze heilige Allianz, oder 2. gegen Preußen, wenn dies von Rußland und Österreich fallen gelassen wird. Indes dies letztere ist sehr zweifelhaft, und ob er mit der heiligen Allianz anbindet, fragt sich sehr. Piemont, die Schweiz und Belgien werden ihm, sei es von England, sei es von der heiligen Allianz, nicht überlassen. Die Sache wird so schön vertuckt, daß schließlich der pure Zufall entscheiden muß.
Und à l’intérieur,[4]welche famose Entwicklung! Die Mordversuche werden schon ganz alltäglich und die Maßregeln immer schöner. Flöge doch endlich der Herr de Morny, der noch etwas den Tugendhelden spielt, und konfiszierte der Edle doch das Vermögen der Orleans!
Man kann einem Gouvernement Blanqui nicht besser vorarbeiten, wie dieser Esel tut.
Dein F. E.
[1]Sehr beschäftigt.
[2]Ein Jahr Voranzeige.
[3]Landmiliz.
[4]Im Innern.
28 Deanstreet, 24. Januar 1852.
Lieber Frederic!
Ich schreibe nur wenige Zeilen, da eben ein Brief von Bermbach aus Köln ankommt, von dem ich wünschte, daß Du ihn noch morgen erhieltest. Es ist nun unumgänglich, daß Du erstens über die Kölnische Angelegenheit einen Briefto the editor of the Times[1]mir schickst, nebst ein paar Zeilen, die ich vorherschicke demcorpus delicti. Zweitens daß Du in Deinem eigenen Namen an die Daily News dasselbe tust, obgleich natürlich das eigentlichecorpus delicti, das heißt die Insertion selbst, mit „a Prussian“[2]oder dergleichen unterschrieben wird. Ich glaube, daß an die Times der „Doktor“ und an die Daily News der Manchester „Merchant“ besser tun,id estmehr Chancen der Aufnahme finden wird. Nenne die Leute bei ihren Titeln: Dr. Becker, Dr. (!) Bürgers, Dr. Daniels, Dr. Klein, Dr. Jacobi, Otto (ein in Deutschland wissenschaftlich renommierter Chemiker), Röser und Nothjung. Dieser kölnische Anklagesenat ist dasnec plus ultravon Feigheit. Übrigens sind die Richter nach dem neuen Disziplinargesetz auch nicht mehr „unabsetzbar“, wenigstens nur nominell.
Dein Artikel für Dana ist famos.
Ich habepoorWeydemeyer natürlich seit Deiner Anwesenheit nur noch einen Artikel schicken können. Die Hämorrhoiden haben mich diesmal mehr angegriffen als die französische Revolution. Ich will sehen, was ich die nächste Woche fertig bringe. Auf die Bibliothek zu gehen, erlauben die hinteren Verhältnisse noch nicht. Die Konfiskation der orleanischen gestohlenen und erbettelten Güter! Abtritt Foulds! Persigny! Bravo!Ça marche.[3]
Merkwürdig ist es, wiearmy, navy, colonies, fortifications and the whole administration[4]verfault ist unter diesem sonderbaren aristokratischen Cliquenregime, das die englischen Bourgeois seit 1688 an der Spitze der Exekutivgewalt traditionell mitgeschleppt haben. Nach dem englischen Überheben und liberalen Geheul unter Kossuths Ägide, nach den kosmopolitisch-philanthropisch-kommerzialen Friedenshymnen während der Exhibition, kurz nach dieser Periode der bürgerlichen Selbstüberhebung, ist es erquicklich, wenn die Canaillen jetzt finden, daß nichtetwas, sondern alles im Staate Dänemark faul ist. Und dann sehen die Herren auch gar zu bequem den kontinentalen Kämpfen zu.
Salut!
Dein K. M.
Die zwei einliegenden Briefe, wenigstens den von Cluß, schicke umgehend zurück.
[1]An den Redakteur der Times.
[2]Ein Preuße.
[3]Die Sache marschiert.
[4]Heer, Flotte, Kolonien, Befestigungen und die ganze Verwaltung.
Manchester, 28. Januar 1852.
Lieber Marx!
Inliegend das Ding für die Times. Du schreibst dabei ganz einfach:Sir, I do believe the publication of the scandalous facts contained in the annexed letter will contribute to throw some lights upon the state of things on the Continent. – The correctness of these facts I guarantee, etc.[1]Namen und Adresse.
Meins an die Daily News geht heute abend mit der zweiten Post ab; besorgst Du die Sache also gleich, so kommen beide Briefe fast gleichzeitig in den respektiven Offices an und können in der Freitagsnummer stehen. Gib aber den Briefin Charing Croß auf; bei den Nebenoffices ist zu viel Verzug.
Die beiden Briefe von Cluß und Bermbach inliegend zurück. An Deinem Brief vom Samstag wieder das Siegel in miserablem Zustand; es erfolgt inliegend. Wie verhält es sich damit?
Ich unterzeichne in den Daily News einfach:A German Merchant.[2]
Schreibe bald
Deinem F. E.
[Auf der Rückseite steht in Englisch folgender Brief, der hier sofort in Übersetzung gegeben wird:]
„An den Redakteur der Times!Mein Herr! Die Vernichtung der letzten Reste einer unabhängigen Presse auf dem Festland hat es zur Ehrenpflicht der englischen Presse gemacht, jeden Akt der Ungesetzlichkeit und Unterdrückung in diesem Teil Europas zur Kenntnis zu nehmen. Erlauben Sie mir daher, eine Tatsache vor die Öffentlichkeit zu bringen, die beweist, daß die Richter in Preußen durchaus auf einer Stufe stehen mit den politischen Handlangern Louis Napoleons. Sie wissen, welch wertvolles Regierungsmittel eine wohlangefertigte Verschwörung bilden kann, wenn sie im geeigneten Moment aufgetischt wird. Die preußische Regierung brauchte eine solche Verschwörung zu Anfang des vorigen Jahres, um ihr Parlament gefügig zu machen. Demgemäß wurden eine Anzahl Leute verhaftet und die Polizei in ganz Deutschland in Bewegung gesetzt.Aber es ward nichts gefunden, und schließlich wurden nur einige wenige Personen unter dem Vorwand in Köln in Haft behalten, daß sie die Führer einer weitverbreiteten revolutionären Organisation seien. Es sind dies hauptsächlich Dr. Becker und Dr. Bürgers, zwei Herren von der Presse, Dr. Daniels, Dr. Jacobi und Dr. Klein, praktizierende Ärzte, von denen zwei die herben Pflichten von Armenärzten mit Ehren erfüllt hatten, und Herr Otto, Leiter eines großen chemischen Unternehmens und in seinem Lande wegen seiner Leistungen in der Wissenschaft der Chemie wohl bekannt. Da indes kein Beweis gegen sie erbracht war, wurde ihre Freilassung jeden Tag erwartet. Während sie jedoch noch im Gefängnis waren, wurde das ‚Disziplinargesetz‘ verkündet, das die Regierung in den Stand setzt, sich vermittels eines sehr kurzen und leichten Verfahrens jedes lästigen richterlichen Beamten zu entledigen. Die Wirkung dieses Gesetzes auf das bis dahin langsam und schleppend sich hinziehende Verfahren gegen die obengenannten Herren war eine fast unmittelbare. Nicht nur wurden sie in Sonderhaft gehalten, wurde ihnen jeder selbst schriftliche Verkehr miteinander oder ihren Angehörigen [Freunden] verweigert und wurden sie der Bücher und Schreibmaterialien, Dinge, die in Preußen dem gemeinsten Verbrecher vor der Verurteilung bewilligt werden, versagt, es nahm das Gerichtsverfahren überhaupt einen völlig anderen Charakter an. DieRatskammer(Sie wissen, wir werden in Köln nach demCode Napoléonabgeurteilt) ward sofort bereit gefunden, zu erklären, daß Anlaß zu einer Anklage vorliege, und die Sache kam vor den Anklagesenat, ein Kollegium von Richtern, das die Funktionen einer englischen Großen Jury versieht. Aus das ohnegleichen dastehende Erkenntnis dieses Kollegiums bitte ich besonders Ihre Aufmerksamkeit lenken zu dürfen. In diesem Erkenntnis findet sich wörtlich übersetzt folgende außerordentliche Stelle: ‚In Erwägung, daß kein zuverlässiges Beweismaterial erbracht worden ist und daß daher kein Anklagefall festgestellt ist,liegt kein Grund vor, die Anklage aufrechtzuerhalten(die notwendige Folgerung ist, werden Sie annehmen, daß die Angeschuldigten in Freiheit zu setzen sind? Ganz und gar nicht), – sind sämtliche Protokolle und Urkunden dem Untersuchungsrichter zur erneuten Untersuchung zurückzugeben.‘ Das heißt also, daß nach zehnmonatiger Haft, während welcher Zeit weder der Eifer der Polizei noch der Scharfblick des Staatsanwaltes den Schatten einer Anklage zustande bringen konnten, das ganze Verfahren von Anfang an aufs neue beginnen soll, um vielleicht nach einem zweiten Jahre Untersuchungen ein drittes Mal dem Untersuchungsrichter überwiesen zu werden. Diese offenbare Verletzung des Gesetzes wird durch folgendes erklärt: Die Regierung bereitet gerade jetzt die Schaffung eines Staatsgerichtshofs vor, der aus dem servilsten Material zusammensetzt werden soll. Da ihr eine Niederlage vor den Geschworenen sicher wäre, muß die Regierung die Schlußverhandlung dieser Sache verschleppen, bis sie vor den neuen Gerichtshof kommen kann, der natürlich der Krone jede, den Verhafteten aber keinerlei Garantie bietet. Würde es nicht sehr viel ehrenvoller für die preußische Regierung sein, über die Angeklagten von vornherein durch königliches Dekret Spruch zu verhängen, wie dies Louis Napoleon getan hat? Ich bin, mein Herr, Ihr sehr ergebener Diener.Ein Preuße.“
„An den Redakteur der Times!
Mein Herr! Die Vernichtung der letzten Reste einer unabhängigen Presse auf dem Festland hat es zur Ehrenpflicht der englischen Presse gemacht, jeden Akt der Ungesetzlichkeit und Unterdrückung in diesem Teil Europas zur Kenntnis zu nehmen. Erlauben Sie mir daher, eine Tatsache vor die Öffentlichkeit zu bringen, die beweist, daß die Richter in Preußen durchaus auf einer Stufe stehen mit den politischen Handlangern Louis Napoleons. Sie wissen, welch wertvolles Regierungsmittel eine wohlangefertigte Verschwörung bilden kann, wenn sie im geeigneten Moment aufgetischt wird. Die preußische Regierung brauchte eine solche Verschwörung zu Anfang des vorigen Jahres, um ihr Parlament gefügig zu machen. Demgemäß wurden eine Anzahl Leute verhaftet und die Polizei in ganz Deutschland in Bewegung gesetzt.Aber es ward nichts gefunden, und schließlich wurden nur einige wenige Personen unter dem Vorwand in Köln in Haft behalten, daß sie die Führer einer weitverbreiteten revolutionären Organisation seien. Es sind dies hauptsächlich Dr. Becker und Dr. Bürgers, zwei Herren von der Presse, Dr. Daniels, Dr. Jacobi und Dr. Klein, praktizierende Ärzte, von denen zwei die herben Pflichten von Armenärzten mit Ehren erfüllt hatten, und Herr Otto, Leiter eines großen chemischen Unternehmens und in seinem Lande wegen seiner Leistungen in der Wissenschaft der Chemie wohl bekannt. Da indes kein Beweis gegen sie erbracht war, wurde ihre Freilassung jeden Tag erwartet. Während sie jedoch noch im Gefängnis waren, wurde das ‚Disziplinargesetz‘ verkündet, das die Regierung in den Stand setzt, sich vermittels eines sehr kurzen und leichten Verfahrens jedes lästigen richterlichen Beamten zu entledigen. Die Wirkung dieses Gesetzes auf das bis dahin langsam und schleppend sich hinziehende Verfahren gegen die obengenannten Herren war eine fast unmittelbare. Nicht nur wurden sie in Sonderhaft gehalten, wurde ihnen jeder selbst schriftliche Verkehr miteinander oder ihren Angehörigen [Freunden] verweigert und wurden sie der Bücher und Schreibmaterialien, Dinge, die in Preußen dem gemeinsten Verbrecher vor der Verurteilung bewilligt werden, versagt, es nahm das Gerichtsverfahren überhaupt einen völlig anderen Charakter an. DieRatskammer(Sie wissen, wir werden in Köln nach demCode Napoléonabgeurteilt) ward sofort bereit gefunden, zu erklären, daß Anlaß zu einer Anklage vorliege, und die Sache kam vor den Anklagesenat, ein Kollegium von Richtern, das die Funktionen einer englischen Großen Jury versieht. Aus das ohnegleichen dastehende Erkenntnis dieses Kollegiums bitte ich besonders Ihre Aufmerksamkeit lenken zu dürfen. In diesem Erkenntnis findet sich wörtlich übersetzt folgende außerordentliche Stelle: ‚In Erwägung, daß kein zuverlässiges Beweismaterial erbracht worden ist und daß daher kein Anklagefall festgestellt ist,liegt kein Grund vor, die Anklage aufrechtzuerhalten(die notwendige Folgerung ist, werden Sie annehmen, daß die Angeschuldigten in Freiheit zu setzen sind? Ganz und gar nicht), – sind sämtliche Protokolle und Urkunden dem Untersuchungsrichter zur erneuten Untersuchung zurückzugeben.‘ Das heißt also, daß nach zehnmonatiger Haft, während welcher Zeit weder der Eifer der Polizei noch der Scharfblick des Staatsanwaltes den Schatten einer Anklage zustande bringen konnten, das ganze Verfahren von Anfang an aufs neue beginnen soll, um vielleicht nach einem zweiten Jahre Untersuchungen ein drittes Mal dem Untersuchungsrichter überwiesen zu werden. Diese offenbare Verletzung des Gesetzes wird durch folgendes erklärt: Die Regierung bereitet gerade jetzt die Schaffung eines Staatsgerichtshofs vor, der aus dem servilsten Material zusammensetzt werden soll. Da ihr eine Niederlage vor den Geschworenen sicher wäre, muß die Regierung die Schlußverhandlung dieser Sache verschleppen, bis sie vor den neuen Gerichtshof kommen kann, der natürlich der Krone jede, den Verhafteten aber keinerlei Garantie bietet. Würde es nicht sehr viel ehrenvoller für die preußische Regierung sein, über die Angeklagten von vornherein durch königliches Dekret Spruch zu verhängen, wie dies Louis Napoleon getan hat? Ich bin, mein Herr, Ihr sehr ergebener Diener.
Ein Preuße.“
[1]Mein Herr! Ich hoffe, die Bekanntgabe der im beifolgenden Brief aufgeführten skandalösen Tatsachen wird etwas dazu beitragen, die gegenwärtigen Zustände auf dem Festland zu beleuchten. Für die Richtigkeit der Angaben verbürge ich mich.
[2]Ein deutscher Kaufmann.
Manchester, 29. Januar 1852.
Lieber Marx!
Es ist ärgerlich, daß man sich auf das Geschehen von Nichts verlassen kann, was man nicht selbst tut. Durch die Dummheit unseresAusläufers ist mein Brief an die Daily News gestern nicht abgegangen; jetzt ist es zu spät. Ich kann ihn also nur zurückhalten, bis ich sehe, ob die morgige oder Samstags-Times den Deinigen hat. Wo nicht, geht er sofort ab. In der Zwischenzeit eine Konsideration:[1]WäreFreiligrathnicht der wahre Mann für die Daily News? Ich könnte, wenn er dorthin schriebe, die Weekly Preß und den Sun versuchen. Wir zwei sind schon einmal bei der Daily News abgefahren.
Inliegend ein weiterer Artikel für Dana. Vielleicht läßt er sich, nach dem Ende der polnischen Geschichten, halbieren – besser indes wär’s, er bliebe zusammen. Teilst Du ihn, so kannst Du beide Hälften doch mit demselben Steamer schicken, da vor morgen über acht Tage kein weiterer Steamer ist. Ich will sehen, daß ich jetzt ziemlich rasch vorgehe,say[sage] zwei Artikel pro Woche, um das Subjekt zu Ende zu bringen. Es wird doch 15 bis 16 Artikel werden, im ganzen.
Von Weydemeyer keine Nummern erhalten, auch keinen Brief. Das wundert mich. Ich werde ihm heute abend wieder einen Artikel zurechtmachen. –
Dein F. E.
[1]Erwägung.
2. Februar 1852.
Lieber Marx!
Erinnerst Du Dich eines FlüchtlingsRichteraus Torgau (preußisch Sachsen), Sattler und Tapezierer – der früher in London war? Dieser Mensch, den ich mich erinnere in London gesehen zu haben – groß, blond, Flüchtlingsmanieren –, kommt plötzlich hier zu mir, angeblich von Barmen zurückkehrend, wo er eine Zeitlang ohne Papiere gearbeitet haben will, und bringt Grüße von Hühnerbein usw. usw. Ich kann mich absolut nicht auf ihn besinnen, außer daß ich ihn gesehen habe. Unsere Flüchtlingsregister und Pfänders oder Rings gutes Gedächtnis werden jedenfalls etwas Näheres über ihn besagen. Ich habe eine gewisse Ahnung, daß der Kerl einer von der Willichschen Clique ist – in dem Falle schmeiße ich ihn sofort heraus.
Wegen der Geschichte der Kölner kann ich bis jetzt in der Times nichts entdecken. Ich warte nur Antwort von Dir ab, um sofort,s’il y a lieu,[1]an die Daily News zu schreiben. Der amerikanische Steamer ist herein, aber zu meiner großen Verwunderung kein Brief von Weydemeyer,auch keine Nummern, wenigstens bis jetzt. Möglich indes, daß dies auch morgen noch kommt.
Dein F. E.
Sage Pieper, ich würde ihm seine 2 Pfund dieser Tage schicken, da der neue Monat angebrochen ist.
[1]Wenn es am Platze ist.
28 Deanstreet, Soho, 4. Februar 1852.
Lieber Engels!
Weerth ist heute morgen nach Holland abgereist. Wohin er sich von da begeben wird? Ich weiß es nicht, und Weerth vielleicht auch nicht. Er war, wie immer, höchst zerfallen mit seinem Schicksal, und was das unsere angeht, so schien ihm nur das eine unbequem daran, daß wir in London sitzen mußten statt in Cadix, in Saragossa oder an einem anderen verwünschten spanischen Platze. Denn seit Weerth wieder in Yorkshire gelebt hat, erklärt er, daß er in Spanien seine schönste Zeit erlebt hat. Er behauptet, daß er das englische Klima nicht vertragen kann und wird das holländische daher wohl sehr komfortabel finden. Wünschen wir ihmle bon voyageundattendons,[1]ob er sein Wort halten und an Weydemeyer denken wird.
Ich hatte der Times vorigen Donnerstag,il y a donc presque une semaine,[2]den „letter to the Editor“[3]zugeschickt. Es scheint, daß dieses Blatt jetzt, wo es aus der Polemik gegen Bonaparte ein Metier macht, Preußen zu schonen für nötig hält. Du mußt Dich also an die Daily News wenden. Mißlingt auch das, was ich nicht glaube, so bleibt der Spectator.Il est presque sur.[4]
Gestern schickt mir G. J. Harney die erste Nummer seines wiedererstandenen und etwas vergrößerten Friend of the people[5]zu. Wenn er sich darum acht Monate aus der Welt zurückgezogen und in dem tiefsinnigen Schottland vergraben hatte – dochun seul passage suffira pour te faire goûter cette fruit délicieuse:
„Justice – Immuable, Universal – Eternal
proclaims the sublime principle which will be, at once, our guiding star, the rule of our conduct, and the test etc.“En voilà assez![6]Den Bonaparte aber hat er hinlänglich gestraft, indem er ihn „Louis the Base“[7]nennt.
Ich weiß nicht, ob der Exdear mir das Blättchen zugeschickt hat, um uns Mitleid abzunötigen, oder ob er aus Malice gegen uns noch platter demokratisch geworden ist, als wir es für möglich gehalten hätten. Übrigens neben der Plattheit und derJustice immuablefinden sich die schamlosen Kunststücke destrading demagogue.[8]Gegen Jones – durch denspirit of freedom,[9]den Spouter Massey, Sekretär der Schneiderassoziation in Castlestreet, läßt er eine Apologie der Assoziationen im allgemeinen und derAmalgamated Societyim besonderen bringen, die sich durch viele Nummern abzuspinnen droht. Und Rhadamantus Harney hatte Jones selbst gesagt, daß erau fondseiner Ansicht über die Assoziationen ist. Gleichzeitig zeigt er an: „Kossuths Reception and Progress in America“, obgleich er in einem Briefe an Jones Kossuth als Humbug bezeichnet hat. So sind die Herren von dem „sublime principle“.Je ne sais que c’est que des principes, sinon des règles qu’on prescrit aux autres pour soi.[10]Harney hat sich eine Zeitlang zurückgezogen, den Jones mit seinemtempérament fougueux[11]in die Suppe der Popularität spucken lassen, um sie selbst zu essen. Aber, wenn er vielleicht dem Jones schadet, er selbst wird zu nichts kommen. Der Kerl ist vollständig gebrochen als Schriftsteller, und wie mir Lupus sagt, der ihn in Jonesstreet speechmachen hörte, auch als Redner, vor allem aber als Mensch. In dieser Chartistenagitation ist O’Connorverrücktgeworden (hast Du seine jüngste Szene vor Gericht gelesen?), Harney abgeschmackt und Jones bankrott.Voilà le dernier but de la vie dans tous les mouvements populaires.[12]
Ein Franzose namens Massol hat mich besucht. Kurze Zeit Mitarbeiter an der Réforme unter Lammenais. Früher unter dencivilisateurs,[13]die sich Mehemed Ali aus Gallien verschrieben hatte. Er ist einer von den wenigenhommes d’esprit,[14]die man unter den Franzosen noch findet. Nach ihm ist Sassonoffs Aufenthalt in Paris (das dieser jetzt übrigens verlassen muß) durchaus erklärt durch einen sehr soliden falschen Paß und durch Verbindungen mit einigenfemmes galantes,die in den höchsten Kreiseninfluencehaben. Massol wird Dir gefallen. Außerdem habe ichles citoyensVallières (alter Barbésist und Barrikadenoffizier), Bianchi und Sabatier gesehen. Letzterer sehr fein, aberen généralnicht über dem Durchschnittsniveau.
Dronke ist, wie ich höre, in Savoyen.
Sei so gut – vergiß es aber nicht –, mir die Tribunes zu schicken. Johnson, der Freund Freiligraths, wünscht die Artikel über Germany zu lesen.
Was die Handelsgeschichte angeht, so werde ich nicht mehr klug daraus. Bald scheint die Krise vor der Tür zu stehen, die City niedergeschlagen, bald wieder alles obenauf. Ich weiß, daß das alles der Katastrophe keinen Eintrag tut. Aber um die aktuelle Bewegung zu verfolgen, dazu ist London in diesem Augenblick nicht der Ort.
Salut!
Dein K. M.
Mit dem Siegel, das ist sehr verdächtig. Schicke mirdas jetzige, das ich genau in Augenschein genommen, zurück.
[1]Gute Reise und warten wir ab.
[2]Also fast vor einer Woche.
[3]Brief an den Redakteur.
[4]Es ist beinahe sicher.
[5]Volksfreund.
[6]Ein einziger Satz wird hinreichen, Dir einen Geschmack von dieser delikaten Frucht zu geben: „Unerschütterliche, universelle – ewige Gerechtigkeit, darin ist das erhabene Prinzip ausgedrückt, das gleichzeitig der Leitstern, die Richtschnur unseres Handelns wie der Prüfstein usw.“ Das genügt.
[7]Louis den Niedrigen.
[8]Geschäftsdemagogen.
[9]Geist der Freiheit.
[10]„Erhabenen Prinzip“. Ich weiß nicht, was Prinzipien sind außer Regeln, die man anderen für sich vorschreibt.
[11]Stürmischen Temperament.
[12]Das ist der letzte Lebenszweck in allen Volksbewegungen.
[13]Zivilisierer [Erzieher].
[14]Leute mit Grips.
28 Deanstreet, Soho, Freitag, 6. Februar 1852.
Lieber Engels!
Soeben erhalte ich Deinen Aufsatz.
Ich schreibe Dir nur drei Zeilen, da die Zeit drängt wegen des Abganges der Post nach Amerika und ich erst später ausgehen kann, um mich über den „Richter“ zu erkundigen.
Es ist mir allerdings lieb, wenn Du die 3 Pfundmireinstweilen durch Postorder zuschicktest. Ich erhalte die nächste Wochesome money[1]und werde dann dem Pieper die 2 Pfund in Deinem Namen zustellen. Mir ist es aber wichtig, sieanfangsder Woche zu haben, was ihm gleichgültig sein kann, da er einstweilen noch wohlversorgt ist.
Dein K. M.
[1]Etliches Geld.
17. Februar 1852.
Lieber Marx!
Du wirst wütend über mich sein, daß ich so kurz angebunden bin, aber der Teufel soll mich holen, wenn ich vor lauter Arbeit und Commerce weiß, wo mir der Kopf steht.Voici les faits:[1]1. Charles ist nach Deutschland und hat mir nicht nur seinen ganzen Stock Arbeit,sondern noch ein hübsches Restchen der mit dem Jahresschluß verknüpften Restantarbeiten hinterlassen; 2. die Bilanz vom vorigen Jahre bringt meinem Altenpositiven Verlust, was ihm zwar sehr gesund ist, was aber mir dafür eine heillose Masse Geschichten, Kalkulationen, Arbeiten usw. an den Hals bringt; 3. einer der Ermens hat den Kontrakt gekündigt, und die Intrigen und Korrespondenzen, die sich daran knüpfen, kannst Du Dir denken. Genug: Heute abend sitze ich bis 8 Uhr auf dem Kontor, und statt Dir ausführlicher schreiben zu können, muß ich noch einen Brief nachher an meinen Alten schreiben und ihn vor 12 Uhr nachts aufs Postoffice tragen; morgen abend muß ich für Jones etwas machen, und übermorgen will ich sehen, daß ich für die Tribune einen Artikel fertig bringe. An freie Zeit vor 7 bis 8 Uhr abends ist jetzt vorderhand nicht zu denken, und das schlimmste ist, daß ich jetzt für einige Zeit dem elenden Handel meine ganze Aufmerksamkeit widmen muß, sonst geht hier alles schief und mein Alter stoppt mir diesupplies.[2]
Die 2 Pfund wirst Du erhalten haben. Laß bald von Dir hören, selbst wenn ich nicht die Muße finden sollte, Deinen letzten Brief ausführlich zu beantworten.
Nach der heutigen Daily News wird Louis Napoleon ja Kaspar Hauser exhumieren und sich vermittels seiner Tante Stephanie als Thronerben von Baden melden.Voilà de grandes nouvelles pour le citoyen Seiler dont l’étoile va se lever incessamment.[3]Könnt ihr den großen Historiker des K. H. [Kaspar Hauser] nicht dahin bringen, daß er an Louis Napoleon schreibt und ihm seine wichtigen Quellen in dieser Geschichte anbietet?Il y a là de quoi faire un grand coup.[4]
Dein F. E.
Wie kommt’s nur, daß Weydemeyer nichts von sich hören läßt? Bringt morgen früh der Dampfer Arctic keinen Brief, so gebe ich’s auf, es muß was los sein. Seit dem 5. Januar hat er, soviel ich weiß, nicht geschrieben, wenigstens habe ich nichts gehört.
[1]Dies die Tatsachen.
[2]Zufuhren.
[3]Das sind großartige Nachrichten für den Bürger Seiler, dessen Stern unverzüglich aufsteigen wird.
[4]Das ist Stoff für einen großen Streich.
28 Deanstreet, Soho, 18. Februar 1852.
[Marx an Engels, ohne Anrede.]
Ich werde DirSonnabendausführlich schreiben. Heute nur wenige Zeilen.
Ich habe das Geld, das mir von Haus versprochen ist, noch nicht erhalten, also Deine 2 Pfund dem Pieper noch nicht zustellen können, ihm aber gesagt, ich hätte einige Zeilen von Dir erhalten, worin Du mir anzeigtest, daß ich Geld für ihn von Dir zugeschickt bekommen würde. Hoffentlich kann ich diese Woche noch zahlen.
Wenn Deine Zeit so sehr in Anspruch genommen ist, tust Du sicher besser, für Dana als für Jones zu schreiben. Aus dem einliegenden Briefe von Weydemeyer siehst Du noch mehr, wie nötig es ist, diese Artikel nicht zu unterbrechen. Jetzt gilt es, die Angriffe auf die Frankfurter Linke zu verdoppeln in der Tribune, speziell wenn Du auf den „Märzverein“ kommst. Ich schicke Dir heute zur Aushilfe Bauers Buch, worin sich wenigstens einige Fakta finden.
Ich ersuche Dich wiederholt, mir die Nummern der Tribune umgehend zu schicken, da Johnson der einzige Engländer ist, an den ich michin extremis– und ich schwebe immer am Rande – wenden kann. Vergiß dies diesmal nicht.
Wie kommt es, daß W[eydemeyer]keinenDeiner Artikel empfangen hat? Du mußt eine Untersuchung darüber anstellen.
Dein K. M.
Manchester, 19. Februar 1852.
Lieber Marx!
Trotz der größten Mühe bin ich – da ich Deinen Brief erst heute morgen erhielt – bis jetzt – 11 Uhr abends – nicht mit dem Artikel für Dana fertig geworden. Den Bauer hab’ ich erhalten – kommt sehr zu gut. Du wirst dafür, mag die Geschichte gehen wie sie will, für nächsten Dienstagsteamer zwei Artikel für D[ana] erhalten. Tu mir nur den Gefallen und schließe, da Deine Briefe an Weydemeyer kommen und meine nicht, sofort den inliegenden Zettel an Weydemeyer ein und spediere ihn. Es ist das eine kuriose Geschichte. Auch zwei Briefe oder drei an meinen Alten scheinen nicht angekommen zu sein.Cela n’est pas clair.[1]
Sage Jones, daß ich ihm für nächste Woche etwas besorgen werde, oder schreibe ihm ein Billett des Inhalts. Der Teufel weiß, woher mir jetzt auf einmal alle Abhaltungen auf den Hals kommen, daß ich nichts anfangen kann. Aber Samstag und Sonntag werde ich mich einschließen, und dann hoffe ich etwas fertigzubringen.
Warum schickt Weydemeyer nicht den Simonschen Artikel mit, damit wir selbst zusehen können? Wir würden mit einem bissigen Gegenartikel dem Dana schon beweisen, daß nichts dabei herauskommt, wenn er Sachen gegen uns nimmt.
Dein F. E.
Schreibe mir doch einmal genau die Adresse, unter der Du an Weydemeyer geschrieben hast.
[1]Die Sache ist nicht klar.
23. Februar 1852.
Dear Frederic!
Ich muß Dich noch einmal um die Tribune treten, da ich täglich von Johnson getreten werde. Was Du an Papieren etwa von Weydemeyer erhalten, bitte ich mir auch zuzusenden. Deine Adresse an Weydemeyer war vollständig richtig.
Apropos. Der Straubinger Richter ist nach Pfänders Aussage eine Kreatur von Willich. [VergleicheBrief 140.]
E. Jones hat Deine Korrespondenz, natürlich ohne Dich zu nennen, furchtbar reklamenhaft angekündigt. Durch die Konkurrenz Harneys, der, der Teufel weiß woher, Geld aufgetrieben hat und großeAnnoncenwagendurch die City spazieren läßt mit der Aufschrift: „Read the Friend of the People“,[1]dessen Blatt in allen Sozialistenshops ausgehangen und angeboten wird – ist er zu dieser Marktschreierei gezwungen.
Ich werde die Nummer der Tribune, worin Herr Simon renommiert, auftreiben und Dir verschaffen .... Bonaparte hat umsonst für diese Esel gelebt. Sie glauben immer noch an das „allgemeine Wahlrecht“ und sind bloß mit dem armseligen Kalkül beschäftigt, wie sie ihre elenden Personalitäten abermals dem deutschen Volke oktroyieren sollen. Wie der kleine eitle Patron zu der Tribune geraten, ist mir sehr erklärlich.Le citoyen Froebel aura été l’homme intermédiaire.[2]Er hängt seit lange mit Dana zusammen.
Einliegend ein Brief von Reinhardt, worin hübsche Cancans.[3]
Russell ist auf possierliche Weise gestürzt. Ich wünsche nichts mehr, als daß Derby ans Ruder kommt. Du hast während dieser kurzen Session gesehen, wie elend die Manchestermänner sind, wenn dieforce des choses[4]sie nicht treibt. Ich verdenke es den Burschen nicht. Jedeweitere demokratische Eroberung, wie zum Beispiel die Ballot, ist eine Konzession, die sie den Arbeitern natürlich nuren cas d’urgence[5]machen.
Gestern sprach ich einen französischen Merchant, der eben von Paris ankam. Das Geschäft miserabel. Und weißt Du, was der Esel sagt?Bonaparte fait pire que la république. Les affaires allaient mieux.[6]Es ist ein wahres Glück, daß die französischen Bourgeois stets ihr Gouvernement für die Handelskrisen verantwortlich machen. Bonaparte ist wahrscheinlich auch an der Arbeitslosigkeit in New York und an den Bankrotten in London schuld.
Ewerbeck hat mir 12 Exemplare seines dickleibigen Werkes: „L’Allemagne et les Allemands“ geschickt. Eins für Dich. So etwas ist noch nie gesehen und gehört worden. Der historische Teil, derab ovo[7]anfängt, ist eine Kopie veralteter Schulkompendien .... Dazu ein Stilà pouffer de rire.[8]Zum Beispiel: wie aus den Drachenzähnen Jasons Krieger erwuchsen, so – liegen sich die deutschen Stämme beständig in den Haaren.Romulus Augustulus était un jeune homme doux et agréable,[9]und die Deutschen sind seit drei Jahrhunderten gewohnt, sich von ihren Nachbarndes bêtes[10]genannt zu hören.
Hast Du die albern-infame Rede Mazzinis gelesen?
Dein K. M.
[1]Lest den Friend of the People [Volksfreund]!
[2]Der Bürger Fröbel wird der Vermittler gewesen sein.
[3]Klatschereien.
[4]Gewalt der Dinge.
[5]Im Notfall.
[6]Bonaparte wirkt schlimmer als die Republik. Die Geschäfte gingen [vorher] besser.
[7]Vom Ei [Uranfang] an.
[8]Um vor Lachen zu platzen.
[9]Romulus Augustulus war ein sanfter und einnehmender Jüngling.
[10]Viehe, das heißt Dummköpfe.
28 Deanstreet, Soho, 27. Februar 1852.
Lieber Engels!
Ich sehe, daß ich das vorige Mal den Brief von Reinhardt vergessen habe. Den Artikel an Dana geschickt, von dem ich noch keine Antwort habe auf meine Forderung, mir in London ein Haus anzuweisen. Meine Alte hat trotz ihres Versprechens noch nichts von sich hören lassen. Auf Briefe an Bekannte in Deutschland habe ich bisher ebensowenig eine Antwort erhalten. Seit einer Woche habe ich den angenehmen Punkt erreicht, wo ich aus Mangel an den im Pfandhaus untergebrachten Röcken nicht mehr ausgehe und aus Mangel an Kredit kein Fleisch mehr essen kann ...
Ich schreibe heute nicht ausführlich, da ich mit dem Diktieren eines Artikels für Weydemeyer und der Expedition und Korrektur der übrigen Beiträge für ihn beschäftigt bin.
In der Augsburger [Allgemeinen] Zeitung habe ich gesehen, durch Seilers Handlangerdienst, daß Herr Stirner eine „Geschichte der Konterrevolution“ herausgegeben hat. Er wird beweisen, daß die Revolution unterging, weil sie „die Heilige“ war, und die Konterrevolution siegte, weil sie „egoistisch“ sich verhielt.
Am 25. Februar feierten die Franzosen ein Februarbankett oder vielmehr ein trockenes Meeting mit Zubehör von Tee und Sandwiches. Ich und Frau waren eingeladen. Das übrige Publikum hatte Zutritt für einen Frank. Da ich weder hingehen konnte noch wollte, schickte ich meine Frau mit einemfrenchmanhin. Ledru-Rollin, Pyat, Thoré, Martin Bernard usw., kurz, die ganze melinistische [?] Clique, von der die Sache ausgegangen war, erschien nicht, weil das Entree zum Besten der Flüchtlinge ihr zu gemein war. Louis Blanc hatte auch abgeschrieben. Es war nur die unterste Hefe der Emigration da, die sich zum großen Teil blanquistisch nennt. Nachdem aber der kleine, falsche Korse, der sich in irgend einem Parlour in der Nähe aufhielt, nachdem ihm seine Spione die Abwesenheit Ledru-Rollins und Ko. versichert, erschien, und bei dem gänzlichen Mangel an Talent und Autorität, wurde der kokette stahlblaue Frack mitrapturous applause[1]aufgenommen. Seine Rede, nach deren Abhaltung er sich sofort entfernte, brachte seine Feinde zum Entzücken. Riß sie hin. Besiegte sie. Und was sagtethat little man,[2]dieser Johnny Russell des Sozialismus? Man wundere sich hier im Ausland über die sonderbaren Ereignisse in Frankreich; er glaube fester denn je an den Sternde la patrie. Und warum?Je veux, sagte er,vous expliquer le mouvement historique etc.[3]Nämlich im Leben aller großen Militärs, zum Beispiel von Frederic le Grand, von Napoleon le Grand, finden sichdes grandes victoires et des grands revers. Eh bien! la France est unenation militaire.Sie hat ihreélansund ihrecatastrophes.Quod erat demonstrandum.[4]Was es wollte, hat es noch immer fertig gebracht, 1789 die Feudalität, 1830 die Könige verjagt. Wen wolltees 1848 stürzen? Du meinst vielleicht die Bourgeoisie. Beileibe nicht.La misère, la hideuse misère.[5]Folgt nun ein sozialistischer Tränenstrom über die Misere.La misère, ce n’est pas quelque chose de fixe, quelque chose de saisissable,[6]aber dennoch wird die französische Nation in der neuen Revolution die Misere besiegen und dannla mère ne détruira pas de ses propres mains le fruit de ses entrailles, la petite fille de sept ans ne se „groupera“ plus sous la machine,[7]und was dergleichen Eseleien mehr sind. Dabei verschwendete er in seiner Rede drei ganze Witze. Er nannte Bonaparte 1.un aventurier, 2.un bâtardund 3.le singe de son oncle.[8]Die letztere Neuigkeit versetzte die Anwesenden in wahre St. Veitstänze.Qu’en dis-tu?[9]Es ist, um an dencrapaudszu verzweifeln. Ihre Geschichte im großen ist epigrammatisch, ein wahres dramatisches Kunstwerk, aber die Kerls!Mon dieu!Herrn Blancs Einfall erinnert mich an einen Witz, den mir Massol mitteilte. Bonaparte ist nach zwölf abends regelmäßig betrunken, in der Gesellschaft dermâles und femmelettes,[10]die er in seinen Orgien um sich versammelt. Er flucht und schwört dann. Eine der Damen seiner Bekanntschaft entschuldigt ihn mit den Worten:Mais c’est un militaire!![11]