Chapter 33

[6]Aussehen, Anblick.

[7]Waren.

[8]Übervölkerung in Höhe von 5000 [Menschen] die Woche.

Dienstag, 7. September 1852.

Lieber Marx!

Die Übersetzung von Pieper macht mir viel Mühe. Der Anfang ist gerade sehr schwer zu übersetzen undl’aimable[1]Kandidat P. hat seinem scharmanten Leichtsinn die Zügel vollständig schießen lassen. Womöglich erhältst Du sie Donnerstag.

Hier ist mit Pindar ein Roman vorgegangen .... Pindars Abwesenheit gibt mir mehr Zeit, ich treibe das Russische jetzt mehrcon amore sine ira et studio,[2]und kann schon etwas. Militaria sind augenblicklichat a discount.[3]Kontorarbeiten sehr belebt.

Sobald ich irgend kann, das heißt in ein paar Tagen, schicke ich Dir zwei Pfund, das ist alles, was ich für den Monat loseisen kann.

Dein F. E.

[1]Der liebenswürdige.

[2]Gemächlich ohne Hast und Eifer.

[3]Unter dem Preise [das heißt zurückgestellt].

22. September 1852.

Lieber Marx!

Vorgestern schickte ich Dir die Übersetzung und Post Office Ordre für ein Pfund. Anfang Oktober folgen noch ein paar Pfund – also in neun bis zehn Tagen. Ich schickte Dir gern mehr auf einen Haufen, weil das, selbst bei gleicher Summe im ganzen, doch den Vorteil hat, daß Du für die Verwendung planmäßiger verfahren kannst. Aber meine Geldzustände sind momentan selbst in Konfusion, so daß ich nie genau weiß, wieviel ich im Monat brauchen werde, und daher die Pfunde einzeln flott werden, wo denn nichts Besseres zu tun ist, als sie Dir gleich zu schicken. Im nächsten Monat werde ich mir das Ding kaufmännisch ordnen und dann bald imstande sein, Überschläge zu machen.

Aus beiliegendem Memorandum wirst Du sehen, daß P[ieper] manche ziemlich grobe Schnitzer gemacht – die Grammatikalia und Donatschnitzer habe ich natürlich nicht aufgezählt,cela n’aurait jamais fini.[1]

Einzelne Stellen sind übrigens fast unübersetzbar. Übrigens wäre es gut, wenn der Buchhändler gerade dasletzteKapitel auch sähe, das wird ihm bedeutend mehr imponieren; wie wär’s, wenn P[ieper] das übersetzte und Du es mir gleich schicktest; ich hab’s mir darauf angesehen und bin schon etwas präpariert, so daß es rasch gehen würde. Sollte die Sache sich jetzt nicht drucken lassen, so muß die Übersetzung doch fertig gemacht werden; der Kerl wird bald Kaiser und dann ist wieder eine famose Zeit, wo ein Postskriptum gemacht werden könnte.

Ich gehe sogleich nach Hause und mache den Artikel für die Tribune fertig, so daß er mit der zweiten Post abgeht und Du ihn noch per morgenden Steamer abschicken kannst. Wie sieht’s mit einem neuen englischen Artikel für Dana aus?

Hoffentlich hat der Brandy Deine Frau wieder auf die Beine gebracht – grüße sie und Deine Kinder sowie Dronke und Lupus bestens.

Dein F. E.

Der Brief von Massol mit dem Artikel für Dana per zweite Post – ich habe ihn nicht hier.

[1]Es hätte kein Ende genommen.

28 Deanstreet, London, 8. September 1852.

Lieber Engels!

Dein Brief heute kam in eine sehr aufgeregte Atmosphäre.

Meine Frau ist krank, Jennychen ist krank, Lenchen hat eine Art Nervenfieber. Den Doktor kann und konnte ich nicht rufen, weil ich kein Geld für Medizin habe. Seit acht bis zehn Tagen habe ich diefamilymit Brot und Kartoffeln durchgefüttert, von denen es noch fraglich ist, ob ich sie heute auftreiben kann. Diese Diät war natürlich nicht förderlich bei den jetzigen klimatischen Verhältnissen.

Artikel für Dana schrieb ich nicht, weil ich nicht den Penny hatte, um Zeitungen lesen zu gehen. Sobald Du übrigens Nr. 19 geschickt hast, werde ich in einem Briefe meine Ansicht über 20, die Zusammenfassung der Jetztsauerei schreiben.

Als ich bei Dir war und Du mir gesagt hattest, mir bis Ende August eine etwas größere Summe beschaffen zu können, schrieb ich das meiner Frau zur Beruhigung. Dein Brief von vor drei bis vier Wochen deutete an, daß nicht viele Aussicht sei, läßt indes noch einige. So hatte ich bis Anfang September alle Gläubiger, denen, wie Du weißt, immer nur kleine Fragmente abgezahlt werden, hingeschoben. Jetzt ist der Sturm allgemein.

Ich habe alles versucht, aber umsonst. Erst bringt mich Weydemeyer um 15 Pfund. Ich schreibe nach Deutschland an Streit (weil der in der Schweiz an Dronke geschrieben hatte). Er antwortet nicht einmal. Ich wende mich an Brockhaus und biete ihm Artikel für die Gegenwart von unverfänglichem Inhalt. Er schlägt in einem sehr höflichen Briefe ab. Endlich laufe ich in der letzten Woche den ganzen Tag mit einem Engländer herum, der mir den Diskonto für die Wechsel auf Dana verschaffen wollte.Pour le roi de Prusse.[1]

Das Beste und Wünschenswerteste, was passieren könnte, wäre, wenn mich die Landlady zum Haus hinauswürfe. Ich wäre dann wenigstens die Summe von 22 Pfund quitt. Aber so viel Gefälligkeit ist ihr kaum zuzutrauen. Dazu Bäcker, Milchmann, Teekerl,greengrocer,[2]alte Metzgerschuld noch. Wie soll ich mit all dem Teufelsdreck fertig werden? Endlich, in den letzten acht bis zehn Tagen, habe ich einige Schilling und Pence, was mir das Fatalste ist, aber es war nötig, um nicht zu verrecken, von Arbeitern gepumpt.

Du wirst aus meinen Briefen ersehen haben, daß ich die Erbärmlichkeiten wie gewöhnlich, wenn ich selbst darin stecke und nur nicht von weitem davon höre, mit großer Indifferenz durchwate. Indesque faire?[3]Mein Haus ist ein Lazarett, und die Krise wird so störend, daß sie mich zwingt, ihr meine allerhöchste Aufmerksamkeit zu schenken.Que faire?

Unterdessen ist Herr Goegg wieder auf der Lustfahrt nach Amerika,steamer first class.[4]Herr Proudhon hat einige 100 000 Franken für seinen Anti-Napoleon eingesteckt und Vater Massol ist so großmütig, mir dasminer,fouiller[5]usw. zu überlassen.Je le remercie bien.[6]

Dein K. M.

[1]Für den König von Preußen [das heißt umsonst].

[2]Gemüsehändler.

[3]Was tun?

[4]Per Dampfer in der ersten Klasse.

[5]Unterwühlen, durchwühlen usw.

[6]Ich danke ihm bestens.

28 Deanstreet, 9. September 1852.

Lieber Engels!

Die 4 Pfund Sperlinge erhalten. Ich habe an meine Alte wieder geschrieben und denke, daß das wenigstens etwas helfen wird.

Außerdem habe ich heute noch einen Versuch gemacht, von dem ich hoffe, daß er endlich doch glücken wird, um das Geld auf Dana zu erhalten, denn es ist mir brennend auf den Nägeln,et je n’ai pas à perdre du temps.[1]

Eben war der Doktor da und hat für die ganzefamily,excepté moi,[2]Rezepte verschrieben. Mit meiner Frau geht es besser, am schlechtesten mit Laurachen. –

Anliegend ein Memoire von Paris, das dort einem Freund von mir in die Hand gefallen, der es mir abschriftlich zugeschickt und das ich wieder für das Manchester Archiv abgeschrieben.

Dein K. M.

[1]Und ich habe keine Zeit zu verlieren.

[2]Familie, ich ausgenommen.

14. September 1852.

Lieber Marx!

Der Pieper hat mir geschrieben undumgehendeRücksendung der korrigierten Übersetzung gewünscht.Cela me convenait bien,[1]ich hatte Leibschmerzen und war zu aller Arbeit untauglich. Sage ihm, wenn er auf seine Briefe Antwort von mir haben will, so soll er wenigstens seine Adresse dabei schreiben; Pieper, Esq., ist in London so bekannt nicht, selbst seitdem er Kommisà25 Schilling die Woche ist. Im übrigen soll er nur mit der Übersetzung fortfahren, sich aber etwas mehr Mühe geben oder, wenn das nicht geht, wenigstens bei schweren Stellen Platz lassen, ich will sie dann ausfüllen, das ist immer besser, als Blödsinn [wie Pieper] aus Leichtsinn machen. Er schrieb mir übrigens bloß unter dem Vorwand, nicht zu wissen, ob ich ihn überhaupt für kapabel halte, das Ding zu machen. Er soll ein ausführliches Register über die Hauptfehler mit Glossen haben. – Heute und morgen abend denke ich das Ding fertig zu machen, da ich besser bin.

Im übrigen schrieb er mir getreulichst als Echo alles, was er in Deinem Hause gehört hatte, und was ich natürlich schon wußte. –

Hoffentlich ist Dir die Diskontierungsgeschichte endlich gelungen und geht es in Deinem Hause etwas besser. Ich sinne jetzt auf einen neuen Plan, einige Pfund zu sparen; wenn er gelingt, denke ich bis Anfang nächsten Monats – also in zirka 14 bis 16 Tagen – Dir wieder etwas schicken zu können. Es hängt teilweise davon ab, ob mein Schwager hierherkommt und wann.

Inliegend zwei Wische von Weydemeyer, Du kannst mir das Lithographierte gelegentlich fürs Archiv zurückschicken. DasMémoire[2]von Häfner ist interessant, aber offenbar für uns geschrieben –c’est une pétition.[3]

Grüße Deine Frau und Kinder bestens.

Dein F. E.

Du wirst mit Vergnügen sehen, daß Heinzen auf dem letzten Loche pfeift.

[1]Das paßte mir sehr.

[2]Denkschrift.

[3]Es ist eine Bittschrift.

28 Deanstreet, London, 18. September 1852.

Lieber Engels!

Wenn Du noch einige Tage mit dem Rücksenden der Übersetzung zögerst, so ist die Möglichkeit, sie unterzubringen, aber auch total klatsch. Die Beschäftigung mit Bonaparte hatte wieder ihren Klimax und fängt jetzt, wie alles in London, an, von neuen Thematen verdrängt zu werden.

Das Diskontogeschäft, nach dem mich ein Citylümmel,nommé[1]Pönisch, acht Tage an der Nase herumgezogen, ist nichts. Ich habe daher gestern an Dana geschrieben. Ich habe ihm zugleich gesagt, daßon Germany[2]nur noch zwei Artikel kommen, 19 und 20. Sobald Du mir 19 geschickt, werde ich meine Ansichten über 20, den Schluß und weiteres schreiben. In ein paar Tagen wird auch die Zollvereinsgeschichte entschieden sein, ohne die 20 nicht abzuschließen ist.

Meine Frau ist körperlich mehr herunter als je, das heißt reine Schwäche. Seit drei Tagen trinkt sie auf Befehl des Doktors alle Stunden einen Löffel Brandy. Übrigens ist es insoweit besser, als sie seit heute wenigstens wieder auf ist. Sie lag acht Tage. Laurachen ist Rekonvaleszent, die anderenall right. Ausführlich schreiben kann ich erst nächste Woche. Diese ist mit verfehlten Geschäftsläufereien und sehr eklichem Krakeelcum creditoribus[3]hingegangen.

Dein K. M.

Mit meinem Briefe nächste Woche schicke ich auch die Aktenstücke zurück. Schicke mir die Briefe Massol wieder.

[1]Namens.

[2]Über Deutschland.

[3]Mit den Gläubigern.

20. September 1852.

Lieber Marx!

Ich wußte nicht, daß Du mit der Übersetzung so pressiert bist, ich ließ die Sache etwas hingehen, weil ich, wie gesagt, nicht wohl war und dann, weil Pieper so sehr zudrängte, um ihn etwas zu ärgern. Ich gab mich indes gleich gestern dran, und wäre auch fertig geworden, wäre nicht gegen 2 Uhr mittags der ältliche Herr Schily in mein Zimmer getreten, der in Liverpool mit einem angeblichen Sodapatent eine Fabrik anlegen will, die 400 bis 500 Prozent reinen Gewinn bringen soll und je nach Umständen 41/2Millionen Taler pro Jahr abwerfen kann. Diesen abenteuerlichen Plan wollte er mit mir durchsprechen – er war drauf und dran, sich mit einigen Tausend Talern, die ihm sein Bruder verschaffen will, in diesen Schwindel einzulassen. –

Ich hatte natürlich die Verpflichtung, den edlen Schily bekneipt zu machen –il n’y avait pas moyen à y échapper.[1]Als er etwas bekneipt wurde und ich mit einem dritten Deutschen, Vetter von Charles, debattierte, schrie er in einem fort, obwohl sehr gutmütig: Glauben Sie das ja nicht, der Engels glaubt an nix, an gar nix glaubt der Engels,die Kerls von der Neuen Rheinischen Zeitung glauben alle nix, kein Mensch kann aus ihnen klug werden. Gar nix glaubt der Engels! Ich sagte ihm natürlich, die Kerls von der Neuen Rheinischen Zeitung fänden dagegen nicht die geringste Schwierigkeit, aus seinesgleichen sofort klug zu werden. Heute morgen ist der Brave unter biederem Händedruck wieder nach Liverpool gesegelt, und heute abend wird die Übersetzung fertig gemacht. Die Sache hält mich aber furchtbar auf, da ich alle etwas schwierigen Stellen ohne Ausnahme neu übersetzen muß – Pieper hilft sich da jedesmal durch buchstäbliche Übersetzung, wobei reiner Unsinn entsteht. Einzelne Stellen sind übrigens fast unmöglich zu übersetzen.

Ich will indes alles aufbieten, heute abend fertig zu werden, so daß Du sie morgen erhältst.

Dein F. E.

Wenn irgend möglich schicke ich Dir dieser Tage noch ein Pfund.

[1]Dem war nicht zu entgehen.

28 Deanstreet, 23. September 1852.

Lieber Engels!

Erhalten 1 Pfund und die verbesserte Übersetzung. Mit letzterer hast Du Dir zu viel Mühe gegeben. Wenn die Sache geht (der Erfolg wird von dieser Nr. 5 abhängen), so mußt Du es leichter nehmen: ich meine, Redeblumen und Geschichten, die nicht nötig sind, laufen lassen, wenn sie schwierig zu übersetzen.

Weerthist hier seit Sonntag. Er wird Sonnabend nach Manchester abgehen und dort drei bis vier Wochen bleiben, dann nach Westindien usw. verschwinden.

Einliegend:

1. Brief von Cluß.

2. Zwei Auszüge aus den von der Karlsruher Zeitung zuerst publizierten, dann von der Augsburger Allgemeinen Zeitung usw. abgedruckten Enthüllungen über die Emigration, für den Fall, daß Du nicht selbst die Sachen gesehen hast.

Dr. Piali (in Paris) schreibt mir unter anderem: „Kossuth will im Oktober losschlagen. Kiß hat Kossuth von hier aus allerlei Zusicherungen gemacht, die vielleicht in das Fabelreich gehören, doch bei der Fabelhaftigkeit der hiesigen Zustände auch möglich sind. Kossuth soll von Bonaparte ein eigenhändiges Schreiben erhalten haben, nach Paris zu kommen. Dieses Schreiben soll in wortgetreuer Kopie in allen ungarischen Komitatenzirkulieren. Alles ist in Ungarn auf einen Gewaltschlag von Kossuth vorbereitet. Selbst k. k. Beamte sind mit in dem großen Komplott ....“

Was die Kossuthgeschichte angeht, so ist es wohl möglich, daß Bonaparte ihm Fallen stellt, um sich bei Österreich beliebt zu machen.

Der acht Mann starke Volksverein (aus dem Ruge nach dem Weydemeyerschen Brief an Dich mit bekannter Virtuosität drei Ausschüsse gebildet hat) zieht jetzt (unter anderem Ronge und Tralles) in der City herum, unter dem Vorwand, zugleich eine „freie Gemeinde“ zu stiften. Was Teufel hat der Deutsch-Katholik Ronge mit „freien Gemeinden“ zu schaffen?

Was sagst Du zu den Ovationen, die Bonaparte in den Provinzen erhält? Die Franzosen blamieren sich doch schmählich .... Der Zollverein scheint mir seinem sicheren Untergang nahe zu sein. Das österreichische Bankerutt weiß immer noch fertig zu werden mit der preußischen Prosperität.

Dana hat, wie ich gesehen, den Artikel genommen. Die Staatszeitung (New York) bringt schon einen deutschen Auszug daraus.

Den 4. Oktober sollen also jetzt unsere „Leut“ vorkommen. Bürgers gesteht alles, wenigstens soweit es ihn betrifft. Seinem Beruf gemäß wird er sich „prinzipiell“ verteidigen. Während der Untersuchung hat er ein 30 Bogen langes Memorandum über das „Wesen des Kommunismus“ zu Protokoll gegeben.Hony soit qui mal y pense.[1]Daniels soll sich ziemlich wohl befinden. Der Ankläger wird beginnen von den St.-Simonisten an; Advokat Schneider, um ihn zu schlagen, beginnt von Babeuf. Man wird von Glück sagen können, wenn keiner zurückgeht auf die Inkas oder Lykurg. –

Ad vocemJones. Obgleich ich mich persönlich seiner nicht zu beloben habe, habe ich – er überrannte mich wieder, dail y avait crise[2]– ihm beigestanden, wie unser ganzes Korps in der letzten Woche. Die anderen Kerls hatten zwei bis drei Meetings zusammenberufen, wo beschlossen werden sollte „that this meeting is of opinion, that no confidence can be placed in the success of any democratic movement which Mr. Ernest Jones is connected therewith“.[3]Siehave been beaten,[4]und das gehörig. Die Esel suchten ihn erst durch Geldlumpereienzu blamieren. Damit mißglückten sie. Dann griffen sie ihn an, daß Gegner zu (?) ihm halten, weil er „unfriendlyfeelings amongst the different classes“[5]heraufagitiere. Nämlich Harney-Holyoake, Hunt vom „Leader“, Newton (der Kooperative)et tutti quanti[6]haben sich verbündet zur Stiftung einer „National Party“. Diese National Party willgeneral suffrage, but not Chartism.[7]Alter Witz. Aber vor Eröffnung ihres Feldzugs sollte Jonesbe crushed.[8]Sie haben sichrather[9]verrechnet. Er hat sein Blatt um 1 Penny erhöht, ohne einen Abonnenten zu verlieren.

Dein K. M.

[1]Hundsfott, wer schlecht darüber denkt.

[2]Eine Krise vorlag.

[3]Daß diese Versammlung der Meinung ist, daß in den Erfolg keiner demokratischen Bewegung, mit der Mr. Jones verbunden ist, Vertrauen gesetzt werden kann.

[4]Sind geschlagen worden.

[5]Unfreundliche Gefühle zwischen verschiedenen Klassen.

[6]Und alle gleicher Art.

[7]Allgemeines Stimmrecht, aber nicht den Chartismus.

[8]Zermalmt werden.

[9]Ziemlich.

24. September 1852.

Lieber Marx!

Inliegend das Kuvert Deines heute erhaltenen Briefes zurück, mit dem ein, übrigens mißlungener Erbrechungsversuch gemacht worden zu sein scheint.

Die Übersetzung und der Massolsche Brief gingen gestern abend per zweite Post ab.

Sehr nett ist die Schilderung von Cluß über den Empfang Kinkels usw. bei den Deutsch-Yankees, die Kerls sind in den Alleghanies akkurat dieselben wie im Schwarzwald und im Taunus.

Die Crapauds machen sich gut. Die Arbeiter scheinenaprès tout[1]über der momentanenprosperityund der Aussicht auf diegloire de l’empire[2]rein verbürgerlicht zu sein. Es wird eine harte Züchtigung durch Krisen bedürfen, wenn siebaldwieder zu etwas kapabel werden sollen. Wird die nächste Krise gelind, so kann Bonaparte sich durchschiffen. Aber sie sieht aus, als wollte sie verflucht ernsthaft werden. Keine Krise schlimmer, als wo die Überspekulation sich in der Produktion langsam entwickelt und daher soviel Jahre zur Entwicklung ihrer Resultate gebraucht, wie im Produkten- und Effektenhandel Monate. Und mit dem alten Wellington ist nicht nur dercommon sense[3]von Altengland, Old England selbst in seinem einzigen überlebenden Repräsentant begraben. Was bleibt, sindsporting characters[4]ohnesuite[5]wie Derby und jüdische Schwindler wie D’Israeli – die gerade solche Karikaturen der altenTories sind, wie Monsieur Bonaparte von seinem Onkel. Es wird hier schön werden, wenn die Krise kommt, und es ist nur zu wünschen, daß sie sich noch etwas hinzieht, um ein ebenso chronischer Zustand mit akuten Episoden zu werden wie 1837/42. In einer Emeute übrigens war der alte Wellington, nach allem, was man von ihm weiß, ein ganz formidabler Militärchef – der Kerl ochste alles, studierte alle militärischen Schriften mit großem Eifer und kannte die Sache ganz gut. Er hätte auch nicht vor extremen Mitteln geschaudert.

Der Kölner Prozeß wird schrecklich ennuyant werden nach Deinen Mitteilungen. Der unglückliche Heinrich mit seiner prinzipiellen Verteidigung! Er wird die Verlesung seiner dreißig Bogen verlangen, und wenn sie ihm bewilligt wird, ist erperdu.[6]Die Jury verzeiht ihm nie, daß er sie so gelangweilt. Übrigens hat das öffentliche Ministerium Pech. Haupt ist also nach Brasilien, der anonyme Schneidergesell war damals auch verschwunden und wird schwerlich wieder erschienen sein, und jetzt muß ihm gar der Polizeirat verrecken, wegen dessen Krankheit im Juli die Geschichte vertagt wurde. Aber was wird so viel Glück wert sein, wenn Heinrich die Sache vom philosophischen Standpunkt aus beleuchtet! – –

Dein F. E.

[1]Nach alledem.

[2]Ruhm des Kaiserreichs.

[3]Gesunder Menschenverstand.

[4]Dilettanten.

[5]Gefolge.

[6]Verloren.

28 Deanstreet, London, 28. September 1852.

Lieber Engels!

Du hast längere Zeit keinen Brief von mir erhalten. Hauptsache ist Weerth, der die Abende, die ich sonst mit Schreiben zubringe,plus ou moins[1]mit Beschlag belegte. Und zwar zu meiner nicht übergroßen Freude. Du weißt, daß ich Weerth sehr gern habe,mais[2]es ist peinlich, wenn man bis an den Hals im Drecke sitzt, sich einen so feinen Gentleman gegenüber zu haben,auquel il faut cacher les parties trop honteuses.[3]Solch ein Verhältnis bringt doppeltegêne[4]hervor, und ich hoffe, daß er morgen nach Manchester abreist und mich, wenn er wiederkommt, in Verhältnissen findet, wo ich wiederfranchement[5]mit ihm verkehren kann. Ich denke übrigens, daß er, abgesehen den leidenden Zustand meiner Frau, mir nicht tiefer in die Karten gesehen hat.

Einliegend der Auszug eines Briefes von Barthélemy an Willich. B. hat diesen Brief einem Franzosen, namens Durand, zur Besorgungan Willich mitgegeben ....Que penses-tu de ce[6]braven Barthélemy, „auquel il est impossible de se résigner à laisser Bonaparte jouir paisiblement de son triomphe“?[7]Zittre Byzantium! Was den angeblichen Brief von Blanqui betrifft, so scheint mir dieses eine melodramatische Lüge des düstern Barthélemy. Denn was meldet er von Blanqui? Daß die Lage derprisonniers de Belle Isle estbien triste.[8]Wenn Blanqui ihm weiter nichts zu enthüllen hatte, täte er jedenfalls besser, seinelibri tristium[9]für sich zu behalten. Übrigens geht aus dem ganzen Briefe des B. hervor, daß er vollständig von der französischen Emigration und von den Gesellschaften in Frankreich getrennt ist.

Damit Du Dich „ein bißchen auf den welthistorischen Standpunkt stellen“ kannst, schicke ich Dir einliegend Augsburger Allgemeinen Artikel von dem Spion Mayr, der hier in London sogar von den Busenfreunden Willich und Schapper zum „Haus hinausgeschmissen“ wurde.

Ich habe Dir doch schon geschrieben, daß Herzen hier ist und gegen Herwegh Memoires umherschickt ....

An einem Artikel oder selbst bloß zum Entwurf für den deutschen Schlußartikel konnte ich noch nicht arbeiten. Das Hin- und Herschreiben und Familiengeschichten absorbierten mich so sehr, daß ich seit drei Wochen nicht auf der Bibliothek war, was ich zugleich tat, um meine Frau während dieser ihr so fatalen Zeit aufrecht zu erhalten.

Apropos! Es istpositiv, daß die Konspiration der Orleanisten täglich an Aktivität, Umfang und Chancen zunimmt. Die Herren haben sich koalisiert mit Cavaignac, Charras, Lamoricière, Bedeau. Unter denaides de camp de L. Bonaparte[10]sind drei gekauft, das heißt bedeutende Summen für sie sind deponiert auf der Bank of England. Mit den reinen Republikanern ist folgender Kontrakt geschlossen.Erstens: Bildung einer provisorischen Regierung, nur ausGeneralenbestehend.Zweitens: Cavaignac erhält Marseille, Lamoricière Lyon, Charras Paris, Bedeau Straßburg als Garantie.Drittens: Das Volk wird aufgefordert von der provisorischen Regierung, in seinen Urwahlen zu entscheiden, ob es die Konstitution von 1830 will mit der Dynastie Orleans oder die Konstitution von 1848 mit einem Präsidenten. Im letzteren Falle wirdsich Joinville als Kandidat präsentieren. Jud Fould steht fortwährend mit den Orleans in Verbindung. Monat März ist provisorisch bestimmt zur Ausführung des Unternehmens, wobei Bonaparte im Notfall ermordet werden soll von seinenaides de camp.[11]Man will aber, daß Bonaparte erst Kaiser sei und sich noch weiter abgenutzt habe.

Aus einem Briefe Pialis ersehe ich, daß der Lord Palmerston einer italienischen flüchtigen Aristokratin in einer Privataudienz in London allerlei Tröstliches über Italien gesagt hat und ebenso sich selbst die „tröstliche“ Perspektive stellt, in weniger als Jahresfrist englischer „Premierminister“ zu sein. Was alte Leute doch dem Lügen ergeben sind und dervanité![12]Übrigens sprach sich Herr Piali wenigstens in einem Punkte rund aus. Lombardei-Venedig müsse sich sofort im Falle einer Insurrektion an Piemont anschließen. Die Duselei mit einer „italienischen Republik“ müsse man „der Zukunft“ überlassen.

Dein K. M.

An dem vorigen Briefkuvert, das Du mir zurückgeschickt, war allerdings der Versuch gemacht, ihn zu erbrechen. Offenbar aber ungeschickt und resultatlos.

[1]Mehr ober weniger.

[2]Aber.

[3]Vor dem man die gar zu beschämenden Dinge verheimlichen muß.

[4]Gezwungenheit, peinliches Zurückhalten.

[5]Offen und frei.

[6]Was meinst Du zu diesem.

[7]Dem es unmöglich ist, sich darein zu ergeben, Bonaparte seinen Triumph in Frieden genießen zu lassen.

[8]Gefangenen von Belle Isle sehr trist ist.

[9]Klagebriefe [Titel einer Gedichtsammlung des römischen Dichters Ovid].

[10]Flügeladjutanten Louis Bonapartes.

[11]Flügeladjutanten.

[12]Eitelkeit.

48 Great Ducie Street, 4. Oktober 1852.

Lieber Marx!

Inliegend 2 Pfund 10 Schilling. Die 10 Schilling gib dem Dronke, der ein sehr wertvolles slawisches Buch für mich aufgetrieben hat – was er dem Kerl vom Preise abdingt, ist seine Kommission für die Entdeckung;puisqu’il est commerçant, il faut le traiter selon les principes du commerce.[1]Laß ihn aber gleich hingehen und das Buch per Post in einfacher Bande, wie eine Zeitung, mit 6 Stamps, wenn unter, mit 12 Stamps, wenn über 1 Pfund Gewicht, an mich abschicken. Notabene, wenn eseinBand ist; sonst [kostet es] für jeden Band 6 Stamps, und dann geht es besser per Pickford & Co. oder Carver & Co. unfrankiert ab, in einem Paket. Könnt Ihr Carver & Co.s Bureau auftreiben (sie heißen dort, glaube ich, Chaplin, Horne & Carver oder Chaplin, Horne & Co.), so geht es am besten mit denen, an Friedrich Engelscare ofErmen & Engels – sie sind unserecarriers.[2]Es ist dies auch immer der beste Weg, mir Pakete zukommen zu lassen.

Sobald ich meinen Weg für diesen Monat etwas klarer vor mir sehe, erhältst Du mehr.

Weerth ist in Bradford. Er kommt erst in acht Tagen.

Damit mir das Buch nicht zum Teufel geht, schreibe ich gleichzeitig an Dronke.

Dein F. E.

[1]Da er Geschäftsmann ist, muß man ihn nach den Regeln des Geschäftes behandeln.

[2]Spediteure.

14. Oktober 1852.

Lieber Marx!

Es ist physisch unmöglich, Dir den ganzen Artikel zu übersetzen. Heute morgen erhielt ich ihn. Den ganzen Tag auf dem Kontor beschäftigt, daß ich nicht wußte, wo mir der Kopf stand. Heute abend 7 bis 8 Uhr Tee getrunken und das Ding eben durchgelesen. Dann ans Übersetzen. Jetzt –1/212 Uhr – soweit wie ich’s Dir schicke, bis zum natürlichen Absatz des Artikels. Um 12 Uhr muß er auf der Post sein. Du siehst, Du bekommst, was irgend geleistet werden kann.

Der Rest wird sofort übersetzt – nächste Woche schickst Du ihn entwederviaSouthampton oder am Freitag. Mache inzwischen Deinen weiteren Artikel nur fertig, ein Teil kann vielleicht schon Freitag gehen, wo nicht, den folgenden Dienstag, wo wieder ein Yankeesteamer ist. Also das hat nichts zu sagen. Sorge nur, daß ich das Manuskriptfrüherhalte, ich erwarte Weerth jeden Tag und muß dann doch suchen, mich mit der Zeit einzurichten, denn am Tage bin ich im Commerce mehr wie vollauf beschäftigt.

Grüße Deine Frau und Kinder, Dronke, Lupus, Freiligrath.

Dein F. E.

Gib acht, die Kölner kommen doch nicht los, der Präsident ist ein Hund, wie hat er den Bürgers schikaniert.

16. Oktober 1852.

Lieber Marx!

Wie die Sache jetzt eingeleitet ist, kann’s gar nicht fehlen. Der Brief von Stieber ist eine Entdeckung, die mehr wert ist als alle australischen Goldgruben. Welches Glück, daß dermalheureuxNothjung diese alten Neue Rheinische Zeitungspapiere aufgehoben und damals nach London geschickt hat! Ich hoffe nur, das Ding kommt an, denn so etwas zu unterschlagen, würde selbst der Oberprokurator für kein Verbrechen halten.Du hättest diesen Brief besser nicht mit dem Auftrag des Registerns geschickt, sondern sonstwie. Zwischen Frankfurt und Köln kann immer noch ein Pech passieren, und wenn auch die Kopie schon viel beweist, so ist das Original doch zu wichtig. Jemand mußte es selbst oder per Expreß nach Köln bringen. Indes ich hoffe, es geht gut.

Auch die anderen Dokumente sind sehr schön, und wir werden jetzt einen Hallo schlagen, der kolossal ist.

Der Sicherheit halber schickte ich gestern einen Brief an v. Hontheim, der in Amsterdam auf die Post gelegt wird, und worin ich ihm in Auszug den Inhalt Deines für Schneider bestimmten Briefes und die Nichtankunft des von Schneider an Dronke adressierten Briefes mitteilte. Also vier Abschriften und ein Auszug.

Auf einem anderen Wege werde ich heute noch eine Kopie des Stieberschen Briefes nach Köln befördern, ebenso Ausschnitte, enthaltend den Artikel im Freitags-Advertiser, und die Erklärungen im Samstags-Advertiser nach der Rheinprovinz befördern, überhaupt Notizen über die Polizeiverbrechen unter die Bourgeois schleudern.

Nun folgende Vorschläge:

1. Bei dem höchst zweideutigen und stellenweise von uns jetzt zu erweisenden unzweideutigen Charakter der einzigen gravierenden Zeugnisse ist Dein Zeugnis und das von Lupus, Pieper usw., wenn eseidlichabgelegt undbeglaubigtwird, sehr wichtig. Das öffentliche Ministerium mag sagen, was es will, das schadet nichts – die Geschworenen halten uns und die Angeklagten doch für Gentlemen. Nun ist aber nichts einfacher, als daß zwei oder drei von Euch sich zum Windham begeben und dort diejenigen auf London Bezug habenden Sachenbeschwören, die Ihr alle wißt. Also zum Beispiel

a. daß gar keinH.Liebknecht existiert, sondern nur einW.Liebknecht, soweit Ihr wißt, und Ihr nie einen H. Liebknecht gekannt habt;

b. daß die Frau Daniels Dir nie geschrieben;

c. daß Ihr außer den Mittwochzusammenkünften nicht auch etwa in einem anderen Lokal an einem Donnerstag andere Zusammenkünfte gehabt und

d. daß Ihr die in den Protokollen von Hirsch enthaltenen Aussagen von Reden, Vorträgen usw., die Ihr gehalten haben sollt, fürutterly untrue[1]erklärt;

e. daß der Zettel, der bei dem roten Katechismus beigelegen, und den das öffentliche Ministerium als in Deiner Handschrift abgefaßt ansieht, nicht von Dir herrührt – und was sonst noch aus den letzten Verhandlungen und ersten Aussagen Stiebers als unwahr und der Widerlegung wert erscheint.

Dies alles, vor Windham beschworen, wird dieser als gewöhnliches Affidavit ausfertigen – Ihr könnt’s gleich englisch im Konzept mitbringen – und Ihr bittet ihn, es einem Policeman zu geben, der mit Euch zum preußischen Konsul Hebeler in die City geht, diesermußdie Unterschrift von Windham legalisieren,sonst verliert er sein Exequatur. Dies in zwei Kopien so ausgefertigt, kann dann nach Köln gehen und wird seinen Effekt nicht verfehlen. Ich halte dies für höchst wichtig, da damitallelegalen Formen befolgt sind und das Ding ein gerichtlicher Akt ist. Sollte Hebeler trotzdem die Unterschrift weigern, so geht Ihr zum ersten bestenNotary public, der legalisieren wird (letzteres ist ein Weg, der in einem ähnlichen Falle meinem Alten von der Behörde in Preußen angegeben worden).

2. Einige Leute aus dem Stechanschen Arbeiterverein, Komiteemitglieder usw., könnten ebenfalls, nicht mit kleinen Zettelchen, sondern mit ganzen Seiten oder möglichst großen Stücken der Hirschschen Handschrift vor den Magistrat gehen undbeschwören, daß dies die Handschrift des Hirsch ist.Cela vaut infiniment mieux[2]als bloße unbeglaubigte Ausschnitte.

Wir werden Euch Montag wieder einiges Geld zugehen lassen, damit Ihr deswegen nicht in Verlegenheit kommt.Deineidliches Zeugnis könnte erst ganz zuletzt abgehen – das hat seine guten Seiten; nur muß man sorgen, daß alles hinkommt, ehe die Zeugenverhöre geschlossen sind.

Vergiß nicht, mir sobald wie möglich einige sichere Adressen zukommen zu lassen.

Die Aussage von Stechan wegen der Fälschung muß ebenfalls vor einem Magistrat beschworen werden.Cela pourra avoir de brillants résultats.[3]– –

Str[ohn] ist wieder in Bradford, etwas krank, und kommt Mittwoch oder Donnerstag her. Ich schreibe ihm heute und instruiere ihn so weit, daß Du, wenn Du ihm Sachen schickst, auf geschickte, nicht mitmeinenWegen kollidierende Besorgung rechnen kannst. Die Hauptsache ist, daß alle kaufmännischen Adressen jede nureinmalbenutzt wird.

Wir müssen es dahin bringen, daß man künftig nicht mehr vonDiebereien, sondern vonStiebereienspricht.

Da ist ja auch der Advokatanwalt Schürmann unter den Verteidigern. Auch dessen Adresse kann für Einlagen benutzt werden. Schneider ist wirklich zu gefährlich. – –

Werden die Kölner, was ich aber für fast unmöglich halte, wenn wir fortfahren, alle Mittel aufzubieten, um alle Informationen und Aktenstücke herüberzubefördern, doch verdonnert, so müssen wir unbedingt etwas schreiben. Wo nicht, glaube ich, würde es den Effekt der Regierungsniederlage nur abschwächen. Indes kommt’s auch dann noch darauf an. Vor allen Dingen muß von allen Aktenstücken, Affidavits usw. genaue Kopie behalten werden, mit allen Legalisationen usw., denn diese Dinge machen dann eine Reihepièces justificatives.[4]

Dronke hat mich um 10 Schilling gebeten, da er krank und im Pech ist. Wenn das nächste Geld ankommt, also Dienstag, gib sie ihm oder etwas mehr.

Die Adressen schickst Du mir am besten per Pickford oder Carver.

Grüße alle und schreibe bald

Deinem F. E.

Wir führen hier genau Register über alle abgehenden Dokumente, Datum, Beförderungsweg usw.

[1]Gänzlich unwahr.

[2]Das ist viel mehr wert.

[3]Das kann glänzende Wirkungen haben.

[4]Beweisstücke.

Manchester, 18. Oktober 1852.

Lieber Marx!

Hierbei der Rest des neulichen Artikels. Gestern auch den folgenden erhalten. Das heute gesandte Stück kannst Du gleichviaLiverpool per United States Mail Steamer abschicken, am Mittwoch morgen segelt der Pacific. Am Freitag wirst Du wieder etwas erhalten.

Mache doch die Artikel nicht mehr so lang. Mehr als eine bis anderthalb Spalten kann Dana gar nichtwünschen, es wird zu viel für eine Nummer. Diesen neuen Artikel werde ich wieder spalten müssen, doch geht es sehr schwer, und ich weiß noch nicht wo. Fünf bis sieben Seiten von der Handschrift Deiner Frau sindvollkommen genug, und gibst Du mehr in einem Artikel, so wird Dana Dir nicht einmal dafür dankbar sein.

Bürgers, Röser und vielleicht Otto, sowie Nothjung scheinen mir so ziemlich geliefert. Gegen Daniels, Becker, Jacobi scheint gar nichts vorzuliegen,und so hoffe ich, daß diese wenigstens freikommen. Becker hat sich mit großer Unverschämtheit herausgearbeitet. Je mehr diese aber diskulpiert[1]werden, mit desto größerem Eifer, glaube ich, wird sich Gerichtshof und Jury auf die Kompromittierten werfen, die beleidigte Bourgeoisie und der beleidigte Staat wollen ihre Opfer haben.

An den Siegeln aller Briefe, die ich von Dir erhalte, ist mit heißem Eisen herumgearbeitet, doch, soweit ich beurteilen kann,pour le roi de prusse.[2]Das an der Enveloppe sitzende Gummi verhindert das Eindringen.

Weerth ist hier, hat mir das Paket gebracht und läßt Euch alle grüßen. Das Szemeresche Manuskript über Kossuth ist weit besser als das über Görgey – dem Kossuth ist er gewachsen. Die Pieperschen Übersetzungen habe ich noch nicht ansehen können, ich bin zu sehr auf dem Kontor beschäftigt und abends manchmal matt wie ein Hund.

Beste Grüße an Deine Frau.

Dein F. E.

[1]Entlastet.

[2]Für den König von Preußen, umsonst.

[Wahrscheinlich 22. Oktober 1852.]

Lieber Marx!

Wenn Du in Zukunft präzis auf Zusendung der Artikel für Dana rechnen willst, so mußt Du Dich hüten, mir gerade auf den speziellen Donnerstag Abend ... zuzuschicken.

Wir sind also jetzt von Staats und sogar Polizei wegen als „intelligente“ Leute anerkannt,teste[1]Stieber. Eine schöne Geschichte. Wie der dumme Stieber die Kerls für seinen eigenen Mouchard Cherval verantwortlich zu machen sucht. Weißt Du etwas über die Gründe der Verhaftung von Kothes und Bermbach? Gerade diese beiden – das ist ominös. Den Haupt werden wir aber züchtigen. Weerth wird erfahren, wo er in Südamerika ist, und wenn er hinkommt, ihn demaskieren. Dazu ist es nötig, daß man sich die Kölnische Zeitung oder ein anderes Blatt verschafft, worin seine Aussagen stehen. Könnt Ihr das nicht besorgen? Bietet alles auf; es wäre zu schön, den Schuft die Macht der Neuen Rheinischen Zeitung bis nach Brasilien fühlen zu lassen.

Dieser Tage mehr, sowie auch Übersetzungen.

Dein F. E.

[1]Bezeugt von.

28 Deanstreet, Soho, 25. Oktober 1852.

Lieber Engels!

Wegen unserer Korrespondenz müssen wir andere Maßregeln treffen. Es ist positiv, daß wir einenMitleserim Ministerium Derby haben. Zudem stellt sich, wenigstens versuchsweise, wieder eine Schutzwache (abends) vor mein Haus. Ich kann Dir also absolut nichts schreiben, wovon ich nicht ratsam halte, daß es die preußische Regierung in diesem Augenblick erfährt.

Dana benimmt sich sehr kommun gegen mich. Ich habe ihm vor ungefähr sechs Wochen geschrieben und ihm genau gesagt, wie es bei mir steht, und daß ich das Geld für die abgesandten Artikelumgehendhaben muß. Er hat die Artikel regelmäßig abgedruckt, aber das Geld noch nicht geschickt. Ich muß natürlich demungeachtet exakt fortfahren. Sonst bin ich doch am Ende wieder der Bestrafte.

Nun hatte ich schon vor fünf Wochen den Landlord mit dieser Aussicht auf Amerika beschwichtigt. Heute kommt der Kerl her und machte derhousekeeperin[1]und mir einen scheußlichen Skandal. Er zog sich heute – da ich zuletzt zurultima ratio, nämlich zur Grobheit meine Zuflucht nahm – mit der Drohung zurück, wenn ich ihm diese Woche nicht Geld schaffe, werde er mich auf die Straße werfen, vorher aber noch einenbroker[2]mir in das Zimmer setzen.

Von Cluß sind vor vier bis fünf Tagen 130 Exemplare des Brumaire angekommen. Ich konnte sie aber nicht von der Douane nehmen bis jetzt, da ich 10 Schilling 9 Pence bei dieser Gelegenheit entrichten muß.

Kothes und Bermbach sind verhaftet worden, weil ich letzterem durch ersteren eine zur Verteidigung nötige Arbeit, die etwas voluminös war (trotz dünnem Papier und kleiner Perlschrift), zugeschickt hatte. Die Regierung glaubte einen famosen Fang getan zu haben. Aberjeune[3]Sädt, bei näherer Ansicht, beschwor sicher Himmel und Hölle, um die Sache niederzuschlagen, denn das Aktenstück enthielt sonderbarestrictures[4]über das Talent usw. des jungen Sädt und konnte, den Juries mitgeteilt, nur zur Freisprechung deraccusés[5]beitragen.

In der „Neuen Preußischen Zeitung“ ist „G. Weerth“ als Mitglied der Zentralbehörde in Köln angeführt, und zwar wird dies zitiert aus dem Anklageakt.

Dein K. M.

Sobald der Prozeß vorüber ist, er mag nun ausfallen, wie er will, müssen wir beide einen oder zwei Druckbogen „An das Publikum zur Aufklärung“ drucken lassen. Ein günstigerer Moment, zur Nationen large[6]zu sprechen, kommt nicht wieder. Zudem dürfen wir den Schein des Ridicule nicht dulden, den selbst die moralische Würde und szientifische Tiefe des sanften Heinrich unfähig sind zu zerstreuen.

Cherval hat selbst an den Londoner Deutschen Arbeiterverein geschrieben, er sei „Spion, aber im edlen Sinne des Cooperschen Spions“. Ich habe auf sicherem Wege einem der Advokaten die nötigen Aufklärungen zukommen lassen.

Wegen der oben angeregten Publikation über den „Kölner Prozeß“ muß sich jetzt schon umgesehen werden. Mir schiene das beste, wenn Du an Campe schriebst, er solle Dir einensoliden Kommissionärnennen, im Falle er selbst zu ängstlich sei. Da Du ein zahlungsfähiger Mann bist, kann dem Kommissionär gesagt werden, er erhalte das Geld zum Beispiel in drei Monaten (auf Wechsel), wenn er in der Zwischenzeit sich nicht (was sicher) schon aus dem Verkauf bezahlt gemacht. Übrigens können die Druckkosten für eine solche Lumperei höchstens auf 25 Taler kommen.

Vale! und überlege die Sache. Schweigen können wir nicht, und wenn wir nicht zur Zeit für die Druckgelegenheit sorgen, kommen wir wieder nicht im rechten Augenblick.

[1]Vizewirtin [die das Haus für den Eigentümer – „Landlord“ – zu verwalten hat].

[2]Auspfänder.

[3]Jung.

[4]Kritische Sätze.

[5]Angeklagten.

[6]Im weiten Sinne.

Manchester, 27. Oktober 1852.

Lieber Marx!

Ich hatte, als ich gestern schrieb, die Stiebersche Aussage nur sehr flüchtig gelesen, und daher war ich heute sehr heiter überrascht, als Dein Aktenstück der Sache eine Wendung gab, die michjetztnicht mehr an der FreisprechungallerAngeklagten verzweifeln läßt.En effet,[1]die Blamage des Stieber ist komplett. Die Sache ist hier nochmals von mir abgeschrieben und auf zwei verschiedenen, sehr guten Wegen nach Köln abgegangen; auch habe ich, was schon in London hätte geschehen sollen, die zwei Zettel mit Hirschs Handschrift an das Original angesiegelt und dabei diesen Umstand mit meiner Unterschrift dokumentiert, so daß sie im schlimmsten Falle nicht ohne Unterschlagung des Ganzenunterschlagen werden können. Ich habe nun noch einige Wege zur Verbindung mit Köln entdeckt, und obwohl diese ersten beiden (die aber nicht wiederholt werden können) eine Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent bieten, daß die Sachen richtig und denselben Tag bei Schneider eintreffen, so wäre es doch gut, wenn ich noch ein drittes, vonDir beglaubigtesExemplar mitneuenHirschschen Handschriftproben erhielte, um dies noch auf anderem Wege hinzubefördern. Übrigenskönnendie Pr[eußen] dies Ding nicht unterschlagen, das hätte Kriminalfolgen für die Beteiligten.

Dein Brief heute an mich war erbrochen, da die vier Zipfel der Enveloppe nicht alle vom Siegel gut gefaßt waren. Ob der an St[rohn] auch, ist schwer zu sagen, da die Firma das äußere Kuvert erbrochen. Doch war dies Aufbrechen so leicht vor sich gegangen, daß ich fast schließen muß, auch hier sei man schon früher dran gewesen. Also taugt auch die Steinthal-Adresse nichts mehr. Schreibe an unseren alten James Belfield, Golden Lion, Deansgate, Manchester, inwendig Kuvert „F. E.“, weiter nichts. Bei sehr wichtigen und gefährlichen Sachen mache es wie ich jetzt: ein Paket beliebigen Inhalts, worin Dein Brief liegt, per Pickford & Co. an mein Haus, und abwechselnd per Chaplin, Horne & Carver an mich, Adresse Ermen & Engels unfrankiert. Das ist ganz sicher. Laß aber die Adressen namentlich per Post abwechselnd mit verschiedenen Handschriften schreiben und laß die Pakete per Spediteur nicht immer durch denselben und von demselben Orte ins Office tragen. Dann ist letzterer Weg ganz sicher. Gib mir dann entweder eine sichere Adresse nach London auf diesem Wege an oder laß irgend jemand, dessen Hauswirt nicht argwöhnisch, einen falschen Namen annehmenà laWilliams, oder sage mir, ob Lupus noch 4 Broadstreet, Dr[onke] noch im Model Lodging House und wo sonst unsere zuverlässigen Leute wohnen, damit ich die Adresse wechseln kann.

Alle diese Mittel abwechselnd in Tätigkeit gesetzt, werden uns genügende Sicherheit verschaffen. Dazu schreibe, damit’s nicht auffällt, gleichgültige Briefe per Post direkt, wie ich auch tun werde.

Das Kopieren des Aktenstücks hat mich so in Anspruch genommen, daß ich wirklich nicht weiß, ob ich wegen Dana und Freitagsteamer mein Wort invollemSinne halten kann.Etwaskommt jedenfalls. Bedenke, daß mir an gewisser Stelle die schönsten Knospen treiben und mich stellenweise am Sitzen verhindern;il faut que cela finisse.[2]

Die Erklärung des alten Justizrats Müller wird dem Stieber schon den Hintern mit Grundeis gehen machen wegen seiner Originalprotokolle. Aus ihr geht auch hervor, daß die Juristen dort überhaupt sehr wütend sein müssen wegen der Polizeiinfamien, die der Stieber mit ganz altpreußischer Unkenntnis des rheinischen Gesetzes, Gerichtsverfahrens und der rheinischen öffentlichen Meinung so unverschämt, und wie ein Kind über seine Pfiffigkeit sich freuend, an die große Glocke hängt.C’est de bon augure.[3]

Es ist schön: die Polizei stiehlt, fälscht, erbricht Pulte, schwört falsche Eide, zeugt falsch, und zu allem dem behauptet sie das Privilegium zu haben gegenüber den Kommunisten, diehors la société[4]stehen! Dies und die Manier, wie die Polizei, in ihrer schuftigsten Gestalt, alle Funktionen des öffentlichen Ministeriums übernimmt, den Sädt in den Hintergrund drängt, unbeglaubigte Zettel, bloße Gerüchte, Rapporte, Hörensagen als wirkliche gerichtlich erwiesene Sachen, als Beweise vorbringt –c’est trop fort![5]Das muß doch wirken.

Dein F. E.

[1]In der Tat.


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