[1]Überlegene Mensch.
[2]Befangenheit.
[3]Beiseiteschiebung.
[4]Ohne sich zu gebaren, als merke er es.
[5]Weltsprache geradezu gefunden.
[6]Erläuterungen der asiatischen Poesie.
[7]Über Liebespoesie.
[8]Ein persischer Titel.
[9]In Ruhestand getretenen.
28 Deanstreet, 14. Juni 1853.
Lieber Frederic!
Ich komme – durch allerlei Geschäftliches und Häusliches verhindert – erst jetzt dazu, Dir auf Deine beiden Briefe zu antworten und Dir den Empfang des amerikanischen Geldes (an Freiligrath abgeliefert) wie desRestes des amerikanischen Tribunegeldes anzuzeigen. Wenn Du und Charles in solchen Geschäftsverbindungen mit dem „Vermittler“ standet, so hast Du mir zulieb Dir jedenfalls einen Streich gespielt. – –
Dem Pieper habe ich Deine Nachrichtnichtmitgeteilt aus folgendem Grunde: seit ungefähr acht bis zehn Tagen wurde Pieper immer mehr Ruine, so daß ich ihn endlich ernstlich zur Rede stellte über seinen Gesundheitszustand. Es kam dann heraus, daß seine Krankheit immer schlimmer wurde unter der Hand seines englischen Quacksalbers. Ich forderte ihn auf, direkt mit mir nach demBartholomäushospitalzu gehen – die Klinik von London, wo die ersten und berühmtesten Ärzte öffentlich und gratis fungieren. Ein alter Hippokrates, nach Besichtigung desCorpus delicti, sagte ihm: „You have been a fool“,[1]nachdem er ihn über die bisherigetreatment[2]examiniert hatte, und erklärte ihm zugleich, daß er in drei Monaten „down“[3]sein werde, wenn er ihm nun nicht exakt, Wort für Wort, folge. Die neue Behandlung erwies gleich ihre Trefflichkeit, und in zwei Wochen ist der Mannsainundsauf.[4]Der Kasus war zu ernsthaft, um Störung in die Geschichte hereinzubringen. Übrigens hat Freiligrath eine Stelle für Pieper in Aussicht. Wird das zu Wasser, so werde ich es Dir berichten.
Rumpf, unser fideler Schneider, sitzt jetzt imNarrenhaus. Vor ungefähr fünf Monaten heiratetele malheureux, um sich aus bürgerlicher Klemme herauszuziehen, einealteFrau, wurde übertrieben solid, entsagte allen Spirituosis und arbeitete wie ein Pferd. Vor einer Woche ungefähr gab er sich wieder ans Trinken, läßt mich vor ein paar Tagen rufen, eröffnete mir, daß er ein Mittel erfunden habe, die ganze Welt glücklich zu machen; ich solle sein Minister sein usw. Seit gestern befindet er sich im Asylum. Es ist schade um den Kerl.
Rugeläßt im Leader, der übrigens ein reines Bürgerblatt geworden ist, ankündigen, daß er Vorlesungen über die deutsche Philosophie in London halten wird. Zugleich läßt er sich natürlich ausposaunen: „Was den Stil angehe, so setze das deutsche Volk nur einen Mann neben ihn – Lessing.“ In demselben Leader läßt der RusseHerzenseine sämtlichen Werke anzeigen mit der Bemerkung, daß er in Verbindung mit dem polnischen Komitee eine russisch-polnische Propagandadruckerei hier in London errichten wird.
Aus einem der einliegenden Briefe von Cluß ersiehst Du, welcher Art der Hauptschlag ist, womit Herr Willich droht. Er bezieht sich auf die 20 Pfund, die ich vom Flüchtlingskomiteeliehzur Zeit, wo ich gepfändet wurde, weil meine Wirtin in Chelsea ihrem Landlord nicht gezahlt, obgleich ich sie gezahlt hatte, und die ich in den nötigeninstalments[5]bis auf den letztenFarthing[6]zurückgezahlthabe. Du mußt mir nun sagen, welche Taktik zu befolgen. Wenn der brave Willich mich damit zu töten meint, ist er zu sehr „bonhomme“.
Carey, der amerikanische Nationalökonom, hat ein neues Buch herausgegeben: „Slavery at home and abroad“.[7]Unter „Slavery“ hier alle Formen der Knechtschaft,wageslavery[8]usw. verstanden. Er hat mir sein Buch zugeschickt und mich wiederholt (aus der Tribune) zitiert, bald als „a recent english writer“,[9]bald als „correspondent of the New York Tribune“. Ich habe Dir früher gesagt, daß in den bisher erschienenen Werken des Mannes die „Harmonie“ der ökonomischen Grundlagen des Bürgertums entwickelt und alles „mischief“[10]aus überflüssiger Einmischung des Staates hergeleitet war. Der Staat war seinebête noire.[11]Jetzt pfeift er aus einem anderen Loch. An allem Bösen ist schuld die zentralisierende Wirkung der großen Industrie. Aber an dieser zentralisierenden Wirkung ist wieder England schuld, das sich zumworkshop[12]der Welt macht und alle anderen Länder auf brutale und von der Manufaktur losgerissene Agrikultur zurückwirft. Für die Sünden Englands ist dann wieder verantwortlich die Theorie von Ricardo-Malthus und speziell Ricardos Theorie von der Grundrente. Die notwendige Konsequenz sowohl der Ricardoschen Theorie wie der industriellen Zentralisation würde der Kommunismus sein. Und um allem diesen zu entgehen, der Zentralisation die Lokalisation und die auf das ganze Land zerstreute Union von Fabrik und Agrikultur gegenüberzustellen, wird schließlich empfohlen von unserem Ultrafreetrader –Schutzzölle.Um den Wirkungen der bürgerlichen Industrie, für die er England verantwortlich macht, zu entgehen, nimmt er als echter Yankee dazu seine Zuflucht, diese Entwicklung in Amerika selbst künstlich zu beschleunigen. Im übrigen wirft ihn sein Gegensatz gegen England insismondischesLob der Kleinbürgerei in der Schweiz, Deutschland, China usw. hinein. Derselbe Kerl, der früherFrankreich wegen seiner Ähnlichkeit mit China zu verhöhnen gewohnt war. Das einzig positiv Interessante in dem Buche ist die Vergleichung der früheren englischen Negersklaverei in Jamaika usw. und der Negersklaverei in den Vereinigten Staaten. Er zeigt nach, wie die Hauptstöcke der Neger in Jamaika usw. immer aus frisch importiertenbarbariansbestand, da unter der englischen Behandlung die Neger nicht nur ihre Population nicht aufrechterhielten, sondern auch der jährliche Import zu zwei Dritteln immer weggefressen wurde, während die jetzige Negergeneration in Amerika einheimisches Produkt, mehr oder minder yankisiert, Englisch sprechend und darum emanzipationsfähig wird.
Die Tribune posaunt natürlich Careys Buch mit vollen Backen aus. Beide haben allerdings das Gemeinsame, daß sie unter der Form von sismondisch-philanthropisch-sozialistischem Antiindustrialismus die schutzzöllnerische, das heißt die industrielle Bourgeoisie in Amerika vertreten. Das ist auch das Geheimnis, warum die Tribune, trotz aller ihrer „isms“ und sozialistischen Flausen, „leading Journal“[13]in den Vereinigten Staaten sein kann.
Dein Artikel über die Schweiz war natürlich ein direkter Sackschlag auf die „Leader“[14]der Tribune (gegen Zentralisation usw.) undihrenCarey. Ich habe diesen versteckten Krieg fortgesetzt in einem ersten Artikel über Indien, worin die Vernichtung der heimischen Industrie durch England alsrevolutionärdargestellt wird. Das wird ihnen sehrshocking[15]sein. Übrigens war die Gesamtwirtschaft der Briten in Indien säuisch und ist es bis auf diesen Tag.
Was den stationären Charakter dieses Teiles von Asien trotz aller zwecklosen Bewegung in der politischen Oberfläche vollständig erklärt, sind die zwei sich wechselseitig unterstützenden Umstände: 1. Diepublic works[16]Sache der Zentralregierung; 2. neben derselben das ganze Reich, die paar größeren Städte abgerechnet, aufgelöst invillages(Dorfgemeinden), die eine vollständig diskrete Organisation besaßen und eine kleine Welt für sich bildeten.
Diese idyllischen Republiken, die bloß dieGrenzen ihrer Villageeifersüchtig gegen das benachbarte Village bewachen, existieren noch ziemlich perfekt in den erst kürzlich den Engländern zugekommenennorthwestern parts of India.[17]Ich glaube, daß man sich kaum solidere Grundlage für den asiatischen Despotismus in Stagnation denken kann. Undso sehr die Engländer das Land irlandisiert haben, das Aufbrechen dieser stereotypen Urformen war dieconditio sine qua non[18]für Europäisierung. Dertaxgatherer[19]allein war nicht der Mann, das fertigzubringen. Die Vernichtung der uralten Industrie gehörte dazu, die diesen Villages denSelfsupporting-Charakter[20]raubte.
In Bali, Insel an der Ostküste von Java, noch vollständig neben der Hindureligion auch diese Hinduorganisation, deren Spuren, wie die von Hindueinfluß, auf ganz Java übrigens zu entdecken. Was dieEigentumsfragebetrifft, so bildet sie eine großeStreitfragebei den englischen Schriftstellern über Indien. In den kupierten Gebirgsterrains südlich vom Krischna scheint allerdings Eigentum an Grund und Boden existiert zu haben. In Java dagegen, bemerkt Sir Stamford Raffles, der ehemaligeenglischeGovernor von Java, in seiner „History of Java“, auf der ganzen Oberfläche des Landes,„where rent to any considerable amount“ was obtainable,[21][ist] dersovereign[22]absoluter Landlord. Jedenfalls scheinen in ganz Asien die Mahommetans die „Eigentumslosigkeit in Land“ nicht prinzipiell festgestellt zu haben.
Über die oben zitierten Villages bemerke ich noch, daß sie schon bei Menu figurieren und die ganze Organisation bei ihm darauf ruht: 10 stehen unter einem höheren Kollektor, 100 dann, und dann 1000.
Schreibe mir bald.
Dein K. M.
[1]Sie sind ein Narr gewesen.
[2]Behandlung.
[3]Unten [zugrunde gerichtet].
[4]Gesund [und] heil.
[5]Abzahlungen.
[6]Heller.
[7]Sklaverei daheim und im Ausland.
[8]Lohnsklaverei.
[9]Ein neuerer englischer Schriftsteller.
[10]Unheil.
[11]Schwarzes [Grusel-]Tier.
[12]Werkstätte.
[13]Führendes Blatt.
[14]Leitartikel.
[15]Anstößig, peinlich.
[16]Öffentlichen Anlagen [Wasserwerke usw.].
[17]Nordwestprovinzen Indiens.
[18]Unerläßliche Bedingung.
[19]Steuereinnehmer.
[20]Charakter der völligen Selbstversorgung.
[21]Wo Bodenzins von irgendwelchem Belang herauszuschlagen war.
[22]Oberste Herrscher.
28 Deanstreet, 29. Juni 1853.
Lieber Engels!
Ich bin plötzlich überfallen worden von meiner Schwester und ihrem Vermählten, der als Großkrämer nach dem Kap der guten Hoffnung von hier absegelt. Dies, zusammen mit der Korrespondenz für die Tribune und einigem Unrat, der in Amerika zu adjustieren war, nahm meine Zeit sehr in Anspruch. Morgen, denke ich, segelt das Ehepaar ab. Wie ich von Imandt höre, wird Deine Mutter in London erwartet, woraus der Schluß zu ziehen, daß Du ebenfalls bald einspringen wirst.
Einliegend Lassalles Anweisung für die Versendung der Exemplare nach Deutschland. Meine Frau wird die Expedition nach Manchester vornehmen. Ich hoffe, daß Ihr dann die Sache in Manchester besorgenwerdet. Hast Du nichts von Jones gesehen, der in Eurer Gegend spukt und in Halifax ein Monstermeeting zustande gebracht haben soll?
Zu meinem Erstaunen bekam ich vorigen Mittwoch einen sehr verdrießlichen Brief von Cluß, worin er mir mitteilt, daß ihm geschrieben wurde, Pieper habe ihn bei Schläger – ihn und Arnold – als „untergeordnete Agenten“ hingestellt, sich dagegen als den Mann, der die Nachrichten „aus erster Quelle“ bringe usw. Zum Glück ist an der ganzen Geschichtekein wahres Wort, sondern bloßer Versuch der Partei Willich, Anneke, Weitling und Komp., Zwietracht in unseren eigenen Reihen zu säen und speziell „den sehr unangenehmen Cluß“ neutral zu machen. Die nötigen Aufklärungen sind natürlich sofort übers Wasser besorgt worden. Ich finde den ersten Brief von Cluß nicht, lege aber den zweiten bei.
Als ich nach Manchester abreiste, pumpte ich 2 Pfund bei dem biedern Bamberger. Der Kerl schickt mir grobe Mahnzettel, sogar Drohungen.Mais nous verrons.[1]Bis Freitag habe ich für 20 Pfund Sterling nach New York zu ziehen. Fragt sich aber wieder, wie.
Einliegend dasNec plus ultra[2]der Heinzenschen blutdürstig gewordenen Feigheit und Abneigung gegen die „gewöhnliche Kriegführung“.
Mit dem „Schweizer Artikel“ war ein Irrtum meinerseits, da Dana die Sendung in zwei Teile gespalten, aber beide unter meinem Namen drucken ließ.
Nun für das nächste Mal. Eben kamen Frau Schwester und Herr Schwager. Meine Schwester ist sehr korpulent, und die Passage durch den Äquator wird ihr verdammt Schweiß kommen [kosten].
Dein K. M.
[1]Aber wir werden sehen.
[2]Nicht zu übertreffende.
28 Deanstreet, 8. Juli 1853.
Lieber Engels!
Überbringer dieser Zeilen, Dr. Jacobi, einer von dem „Kölner Kommunistenprozeß“. Ich weiß nicht, ob Du krank bist oder bös, oder beschäftigt, oder sonst was, da Du keine Lebenszeichen von Dir gibst.
Ich habe gestern 24 Pfund auf A. Dana gezogen bei Spielmann in Lombardstreet, der mich in fünf Wochen, sobald Wechsel zurück, zahlen wird. In der Zwischenzeit habe ich wieder sehr schlimme Periode durchzumachen, um so mehr, als verschiedene wertvolle Sachen im Pfandhaus erneuert werden müssen, wenn sie nicht verfallen sollen, und dies natürlich nicht möglich istdans un moment,[1]wo selbst die Mittelpour leschoses les plus nécessaires[2]fehlen. Indes, ich bin jetzt an den Dreck gewöhnt und an die Verhältnisse, die er mit sich bringt. Jedenfalls wirst Du mir schreiben, warum Du nicht schreibst. Ich hoffeat all events,[3]daß Du nicht krank bist.
Dein K. M.
[1]In einem Zeitpunkt.
[2]Für die notwendigsten Dinge.
[3]Auf alle Fälle.
Manchester, Samstag, 9. Juli 1853.
Lieber Marx!
Letzte Nacht um vier Uhr weckt mich die alte Hausfrau aus dem Schlafe, es sei ein Gentleman da, der mich sprechen wolle. Ich rapple mich empor und finde an der Türe ein Männchen mit einem Cab, einem kolossalen Koffer und Reisesack, der mir sagt, sein Name sei Jacobi und Du und Pieper hättet ihn mir geschickt. Marx und Pieper! dachte ich, wer zum Henker ist dieser Jacobi, ist er ein unehelicher Sohn vom Königsberger oder was, und endlich zieht das Männchen Deinen Brief aus der Tasche, ziemlich verdutzt, nicht gleich mit offenen Armen unbekannterweise aufgenommen zu sein – worüber mir dann einfällt, was Dein Brief bestätigte, daß es der Kommunistenprozeß-Jacobi sei, an den mein Herz nicht dachte, da ich ihn in preußischen Kaschotten längst gut untergebracht glaubte.Que faire?[1]Ich nehme ihn nebst Zubehör also herein, plauderte schlaftrunken eine halbe Stunde mit ihm und ließ ihn sich dann auf mein Sofa legen, denn das Haus istcrammed full[2]von Leuten. Glücklicherweise ist mein Alter bis morgen aus der Stadt, und so nahm ich mir den Herrn Parteimärtyrer gleich heute morgen beim Kragen, mietete ihm eine Wohnung und verbot ihm, sich bei mir sehen zu lassen, bis die Abreise meines Alten das Interdikt aufhebe.
Dies kriegisch-westfälische Verfahren, die Tölpelei, nach achttägigem Aufenthalt in London einen Zug zu wählen, der mitten in der Nacht ankommt, nahm mich wenig für den Mann ein. Weitere Verhandlungen haben den Mann in meinen Augen etwas, aber nicht sehr, gehoben. Er will sich bei Borchardt mit Briefen von DirundKinkel (beinahe so gut wie MarxundPieper) präsentieren, dem kleinen Heckscher ohne weiteres und ohne Introduktion auf die Bude stürzen, wo er dann erwartet, daß dieser ihm gleich alle Aufschlüsse über seinen Trade geben und aus Freude über den neuen „wissenschaftlichen“ Umgang seinem neuen Konkurrenten die halbe Praxis abtreten wird – und was dergleichen Biedermannsgedanken mehrsind. Die Dummheit, zu Kinkel zu gehen, schadet ihm mehr als sie ihm nützt. Kinkel gibt ihm Brief – nicht an Herrn, sondern anFrauSchunck, eine Unverschämtheit und ein direkter grober Bruch der englischen Etikette .... Außerdem ist Monsieur Jacobi,à ce qu’il me parait,[3]nicht der Mann, sein Glück hier zu machen.
Sobald mein Herr Alter fort ist, schicke ich Dir einiges Geld. Früher kann ich nicht gut etwas nehmen, da ich jeden Tag riskiere, daß er einmal mein Konto nachliest, was allein schon heitere Erörterungen geben wird, die ich lieber schriftlich abmache.
Die Idee, ich schriebe nicht, weil ich „bös“ sei, hat mich lachen gemacht.De quoi donc?[4]
Grüße Deine Frau und Kinder und halte den Dreck wenigstens aus, bis ich wieder freie Hand habe – hoffentlich binnen acht Tagen.
Dein F. E.
[1]Was tun?
[2]Gepfropft voll.
[3]Wie es mir scheint.
[4]Worüber denn?
28 Deanstreet, 18. Juli 1853.
Lieber Engels!
Ich erhielt vorgestern Brief von Lassalle, der nun im ungewissen ist, an Unterschlagung von Briefen usw. glaubt. Es wäre gut gewesen, wenn Du mir angezeigt, ob das Paket an ihn abgegangen oder nicht. Lassalle ist noch der einzige, der mit London zu korrespondieren wagt, und so muß verhütet werden, ihm die Sache zu verleiden. Ich bitte Dich also, mir anzuzeigen, wie es mit dem Paket steht. Die Frage der Versendung desselben hat noch die zweite Wichtigkeit für mich, daß die Epoche derreturns[1]davon abhängt.
Meine Frau hat mit letzter Post einen sehr freundlichen und kulanten Brief von A. Dana erhalten, worin er anzeigt, daß es ihm unmöglich, ein Haus in London anzugeben.At all instances[2]werden die von mir gezogenen Wechsel prompt honoriert werden. Er schreibt, daß meine Artikel „highly valued by the proprietors of the Tribune and the public“,[3]und schreibtkeineGrenze vor für das Quantum der Sendungen.
In der Debatte über dieadvertisement duty[4]– ich glaube vor ungefähr zwei Wochen – hielt Herr Bright eine große Eloge auf die New York Tribune und gab eine Analyse von einer Nummer derselben, worin gerade mein Artikel über das Budget stand. Darüber sagte er:„From Great Britain there is an elaborate disquisition on the Right Honorable Gentleman’s budget doing him justice in some parts, but not in others and doing certainly, as far as the Manchesterschool was concerned, no justice whatever.“[5]
Mit Jacobi mußt Du Dich nicht abschrecken lassen durch die Unbeholfenheit und Weltunkenntnis eines 23jährigen Jünglings aus dem Regierungsbezirk Minden, der zwei Jahre im Käfig saß. Es ist tüchtiger Fonds hinter ihm. Ich habe seine Doktordissertation gelesen und war „much pleased with it“.[6]
Dein K. M.
Jones hat bedeutende Meetings gehalten, die selbst die Aufmerksamkeit der Bourgeoisblätter erregen.
[1]Eingänge, Zahlungen.
[2]In allen Fällen.
[3]Von den Eigentümern der Tribune und dem Publikum sehr geschätzt [werden].
[4]Inseratensteuer.
[5]Aus Großbritannien ist da eine sorgfältige Untersuchung des Budgets des sehr ehrenwerten Herrn [Schatzkanzler], die ihm in einigen Punkten gerecht wird, in anderen aber nicht, und die, soweit die Manchesterschule in Betracht kommt, ihr sicherlich in keiner Weise gerecht wird.
[6]Sehr befriedigt von ihr.
28 Deanstreet, 18. August 1853.
Lieber Engels!
Lupus wirdwahrscheinlicheine gute Stelle in Liverpool bekommen. In diesem Falle wird er über Manchester reisen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß er sein Gehalt erst am Ende des Vierteljahrs ausgezahlt erhielte. Er erwartet dann allerdings einige Gesamthilfe von Dir und Strohn. Ist letzterer retourniert?
Der Stänker Dronke schreibt natürlich sehr wichtigtuende Briefe in alle Welt, zum Beispiel an Imandt, „daß er Anstalten getroffen zur Übersiedlung nach Amerika“.Entre nous,[1]es scheint mir, daß der kleine Ladenhüter, um sich in wohlfeiler Weise wichtig zu machen, dem Lupus zu verstehen gegeben hat, daß er statt Deiner die Sache in die Hand genommen hat. Wenigstens glaube ich,on the part of Wolff[2]eine gewisse Spannung gegen Manchester wahrzunehmen. Daß Dronke ein lebendigercancan[3]ist,no doubt about that, experto crede etc.[4]Piepermußt Du durchaus umgehend wenigstens so viel schicken, daß er sich Rock und Hose schaffen kann. Wie er jetzt abgerissen ist, ist es ihm unmöglich, selbst günstige Chancen, die sich ihm bieten, zu benutzen. Er ist unpräsentabel geworden. Zudem hast Du ihm die Sache beiDeiner Abreise versprochen. Er hält sich brav in seinem Pech. Indes hat alles eine Grenze.
[Ich habe] besonders Unglück in Geldnegoziationen. Ich habe jetzt für 42 Pfund Sterling (zwei Wechsel) auf Amerika laufen und kann dabei nicht über 42 Farthing kommandieren, obgleich ich nicht nur für mich, sondern auch für Pieper die Subsistenzmittel schaffen muß. Den ersten Wechsel von 24 Pfund Sterling gab ich Herrn Spielmann, er sagte, ich solle in fünf Wochen wiederkommen. Jetzt sind es schon sieben. Dabei verliere ich durch dieses elende Laufen nach der City immer gerade Montag und Donnerstag, das heißt beide Tage, wo ich die Korrespondenzen für Dienstag und Freitag vorbereiten müßte. Spielmann schickt mich immer zurück mit der jüdisch-genäselten Bemerkung: „Kaine Nootiz da.“ Wegen solcher kleinen Summen schrieben seine Korrespondenten nur gelegentlich. Wenn ich das Geld gleich gebraucht hätte, so hätte ich ihm im voraus sagen müssen, daß ich dasPortofür einen besonderen Brief zahlen wolle usw. Dadurch bin ich nun nicht nur in täglicher Klemme, sondern meine Frau, die auf das exakte Eintreffen gerechnet, hatte den verschiedenen Gläubigern Termine angesetzt, und nun stürmen die Hunde das Haus. Ich schreibe unterdes wie der Teufel drauf los. Es wäre sehr gut, wenn Du mir irgend einen Artikel dazwischen schicktest oder zwei, damit ich Zeit erhielte, wieder etwas Besseres auszuarbeiten. Dreiviertel der Zeit geht hier mit den Pennyläufereien fort.
Heise ist jetzt hier, persönlich gar kein übler Kerl. Herr Kossuth macht sich jetzt lächerlich als Korrespondent der Daily New York Times. Vier Briefe von D. Urquhart über die orientalische Frage im Advertiser enthielten trotz seiner Marotten manches Interessante. Gegen Joneswe strike[5]seit zwei Wochen.
Dein K. M.
[1]Unter uns.
[2]Von seiten Wolffs.
[3]Klatschbase.
[4]Kein Zweifel darüber, glaube dem, der es praktisch erfahren hat.
[5]Streiken wir.
28 Deanstreet, 28. August 1853.
Lieber Engels!
Einliegend ein Brief von Weydemeyer, einige von Cluß, eine Erklärung von Herrn Willich, ein Brief von Mazzini an Mr. Mott (Abolitionist) in Amerika. Deinen Aufsatz habe ich in zwei Partien benutzt und umgeschrieben in zwei Aufsätze, die ich nach New York geschickt, indem meine Frau den Sekretär abgab. – –
W. Wolff hat an seinen Vertrauten Rings geschrieben. Er werde bis Ende Oktober in Manchester versuchen. Wenn sich bis dahin nichts finde, abreisen. Er lebe einstweilen auf fremde Tasche Great D[ucie] Street Nummer so und so.
Ich wünschte, über die Sache mit Herrn Dronke ins klare zu kommen. –
Les choses marchent merveilleusement.[1]In Frankreich wird das einen entsetzlichen Krach geben, wenn die ganze finanzielle Schwindelei zusammenbricht.
Jacobi hat einen melancholisch stilisierten Artikel über den Untergang der Erde in der Reform.
Laß diese Zeilen nicht in falsche Hände fallen.
Dein K. M.
Apropos. Vorgestern erhielt ich ein paar Zeilen von Blind. Er wird von seiner demokratischen Vornehmheit sich wieder bequemen müssen, auf die Messer- und Gabelfrage herabzusteigen. Er hat seinen Prozeß verloren, und einstweilen ist das ganze Vermögen seiner Frau mit Beschlag belegt. So hören alle Subsidien auf. Es tut mir leid für ihn, trotz der abgeschmackten Manieren, die er zu adoptieren für gut hielt.
Hast Du die Geschichte im Morning Advertiser von wegen Bakunins verfolgt? Urquhart brachte, daran anbindend, einen Artikel, worin er Bakunin verdächtigt, erstens, weil era Russian,[2]und zweitens, weil er „a Revolutionist“ sei, die Behauptung aufstellt, es gäbe keine ehrlichen Revolutionäre unter den Russen, ihre demokratisch sein sollende Schriftstellerei (Hieb auf Herzen und denpolisson[3]Golowine) beweise gar nichts, und schließlich den kontinentalen Revolutionären erklärt, sie seien ebensolche Verräter wie die Regierungen, wenn sie Russen in ihr Vertrauen zuließen. Die Russen, scheint es, schicken dann denEnglishman(Richards) ins Feuer, der eine Pique gegen Urquhart hat, weil dieser, von wegen Anciennitätsansprüchen, ihm die Thema „Paris“ (?) und „Türkei“ im Morning Advertiser abgenommen hat. Richards erklärt, es sei ebensopreposterous,[4]den Bakunin für einenspy[5]zu erklären, als den Palmerstonto impeach for being bribed by Russia,[6]bezieht sich auf dietestimonia[7]von Ruge, mir, lobt HerzensIdées révolutionnaires[8]usw. Gestern tritt dann wieder ein Trabant von Urquhart, A. B., auf, erklärt,er kenne sämtliche Schriften der „jeune Russie“,[9]sie bewiesen die Richtigkeit von Herzens Ansicht, Panslawismus usw.
Jedenfalls werdenles intrigants russes[10]merken, daß es nicht so leicht ist, hier – wie bei der pauvren französischen Demokratie – sich mausig zu machen, „influence“[11]zu gewinnen und als eine Art Aristokratie in der revolutionären Emigration sich zu gebaren. Hier setzt es harte Püffe. Was haben die Esel nun dem Bakunin genützt? Daß er ernsthaft öffentlich angeklagt wird und daß sie selbst eins aufs Maul erhalten.
[1]Die Dinge gehen wunderbar vorwärts.
[2]Ein Russe.
[3]Lümmel.
[4]Albern.
[5]Spion.
[6]Zu beschuldigen, er sei von Rußland bestochen.
[7]Zeugenaussagen.
[8]„Revolutionäre Ideen“ [Schrift Herzens].
[9]Junges Rußland.
[10]Russische Intriganten.
[11]Einfluß.
28 Deanstreet, Soho, 2. September 1853.
Lieber Engels!
Ich habe Dir lange nicht geschrieben, selbst nicht den Empfang der 5 Pfund Sterling (wovon 2,10 an Pieper und 1,10 an Lupus ausgezahlt), weil ich in einer unbeschreibbaren Suppemy timeundmy energies[1]konsumieren muß. Am 7. Juli hatte ich dem Spielmann meinen Wechsel gegeben. Am 31. August erklärt mir der Bursche – nachdem ich siebenmal zu ihm gelaufen war –, daß der Wechsel verloren gegangen sei, daß ich ihm eine Sekunda ausstellen müsse usw. Ich hatte mich also wochenlang durchgeschleppt, indem ich bis auf dasletzte Stückversetzt habe, und hatte alle Gläubiger auf den 3. September wiederbestellt, seitdem ich sie von Juli an hingehalten. Da ich keine Ressourcen habe außer der Einnahme von der Tribune, begreifst Du meine Situation, und wie ich weder Zeit noch Lust zum Korrespondieren haben kann.
Dem Jacobi, wenn er noch da ist, sage, daß ich seinetwegen [an] Weydemeyer usw. geschrieben habe.
Weswegen ich Dir heute schreibe, ist folgendes:
Du liest, soviel ich weiß, den Morning Advertiser nicht. Dieses Blatt der „united victuallers“[2]brachte von einem „foreign correspondent“[3](HerrGolowine, denke ich) eine Apologie auf Bakunin. Ein Anonymus, F. M., verdächtigt darauf in demselben Morning Advertiser den Bakunin als russischen Spion, sagt, daß es ihm jetzt sehr gut gehe usw. Antwort darauf vonGolowineundHerzen, die dabei bemerken, daß schon einmal in einem „German paper“[4]1848 dieselbe Verleumdung vorgebrachtworden sei und daß daspaper „had even ventured to appeal to the testimony of George Sand“.[5]
Vorvorgestern kommt Dr. Arnold Ruge und sagt, dieses deutsche Blatt sei „die Neue Rheinische Gazette, deren Editor, Dr. Marx, ebenso überzeugt gewesen sei von der Unwahrheit dieser Verleumdungen als jeder andere Demokrat“.
In dem Morning Advertiser von gestern mache ich eine Erklärung folgenden Inhalts:
Messrs. [unlesbar] Golowine und Herzen hättenchosen to connect theNeue Rheinische Gazetteedited by me in 1848 and 1849[6]mit ihrer Polemik mit F. M. über Bakunin usw.Now, I care nothing about the insinuations of Messrs. Herzen and Golowine.[7]Aber usw. usw. „permit me to state the facts of the case“.[8]Folgt die Aufzählung der Facta:
„daß wir am 5. Juli 1848 Pariser Briefe erhielten, einen vom Havas-Bureau, den anderen von einempolish refugee[9](so nenne ich den Ewerbeck), beidestating,[10]daß George Sand Briefe besitze, die den Bakunin kompromittieren,as being lately entered into relations with the Russian government;[11]
„daß wir am 6. Juli diesen Brief, nicht des Havas-Bureau, sondern unseres Pariser Korrespondenten abdruckten;
„daß Bakunin in der Neuen Oder-Zeitung antwortete,vorunserer Korrespondenz seien ähnliche Gerüchte in Breslau zirkuliert worden; sie gingen aus von den russischen Gesandtschaften, und daß er sie nicht besser widerlegen könne als durch einen Appell an George Sand;
„daß am 3. August Koscielski der Rheinischen Zeitung den Brief von George Sand an ihren Editor brachte, der am selben Tage gedruckt wurde mit den folgenden einleitenden Worten: (folgen die Worte der Neuen Rheinischen Zeitung);
„daß ich Ende August durch Berlin passierte, Bakunin sah und meine alte Freundschaft mit ihm erneuerte;
„daß 15. (oder Ende) Oktober die Rheinische Zeitung Bakunin verteidigte gegen das preußische Ministerium, das ihn auswies;
„daß im Februar (1849) die Rheinische Zeitung einenleading[12]Artikel über Bakunin brachte, beginnend mit den Worten: Bakunin ist unser Freund! usw.;
„daß ich in der New Yorker Tribune Bakuninpaid the tribute due to him for his participation in our movements etc.“[13]
Meine Erklärung schließt mit den Worten:
„As to F. M. proceeding as he does from the fixed idea that continental revolutions are fostering the secret plans of Russia, he must, if to pretend to anything like consistency, condemn not only Bakunin but every continental Revolutionist, as a russian agent. In his eyes Revolution itself is a russian agent. Why not Bakunin?“[14]
Nun in derheutigenNummer wagt sich der Lump Golowine nicht zu nennen, sondern unter dem Titel „from a foreign Correspondent“[15]bringt der Morning Advertiser das Folgende von ihm:
How to write History.(From a foreign Correspondent.)[16]
Bakunin is a Russian agent – Bakunin is not a Russian agent. Bakunin died in the prison of Schluesselburg, after having endured much ill treatment – Bakunin is not dead: he still lives. He is made a soldier, and sent to the Caucasus – no, he is not made a soldier: he remains detained in the citadel of St. Peter and St. Paul. Such are the contradictory news which the press has given in turn, concerning Michael Bakunin. In these days of extensive publicity we only arrive at the true by affirming the false; but, has it at least been proved that Bakunin has not been in the military pay of Russia?
There are people who do not know that humanity makes men mutually responsible – that in extricating Germany from the influence which Russia exercises over it, were-actupon the latter country, and plunge itanewinto its despotism, until it becomesvulnerable to revolution. Such people it would be idle to attempt to persuade that Bakunin is one of the purest and most generous representatives of progressive cosmopolitism.
„Calumniate, calumniate,“ says aFrenchproverb, „and something will always remain.“ The calumny against Bakunin, countenanced in 1848 by one of his friends, has been reproduced in 1853 by an unknown person. „One is never betrayed but by one’s own connexion“ says another proverb; „and it is better to deal with a wise enemy than with a stupid friend.“ The Conservative journals have not become the organ of the calumny insinuated against Bakunin. A friendly journal undertook that care.
Revolutionary feeling must be but slightly developed when it can be forgotten, as M. Marx has forgotten, that Bakunin is not of the stuff of which police-spies are made. Why, at least, did he not, as is the custom of the English papers, why did he not simply publish the letter of the Polish refugee which denounced Bakunin? He would have retained the regret of seeing his name associated with a false accusation.“[17]–
Ich denke dem Kerl folgendes (siehe unten) zu antworten, was Du mirumgehend(bis Montag, wenn möglich) stilisiert zurückschicken mußt.
Zugleich fragt es sich, ob nicht auch Du und Dronke eine Erklärung machen wollt als Editors der Neuen Rheinischen Gazette, Clique gegen Clique. Auf der anderen Seite stehen nur Ruge, Herzen, Golowine. Letzteren nannte Bakunin selbst „un polisson“.[18]1843 und 1844 einer der eifrigsten Bewunderer von Nikolas wurde er Demokrat, weil erglaubte, verdächtig geworden zu sein, und nicht nach Rußland zurückzukehren wagte. In letzterem besteht sein ganzer Heroismus.
Ich für meinen Teil würde also der Substanz nach folgende Erklärung vorschlagen:
„It is better to deal with a wise enemy, than with a stupid friend“ Bakunin would have exclaimed if he was ever to read the letter of the „foreign“ Sancho Pansa who, in your Saturday’s paper, indulges in his proverbial commonplaces.
Is he not a „stupid friend“ who reproaches me withnothaving done by what doing I would have according to himself „retainedthe regret of seeing my name associated with a false accusation“?
Is he not a „stupid friend“ who is astonished of what every schoolboy knows that truth is established by controversy and that historical facts are to be extricated from contradictory statements?
When the Neue Rheinische Gazette brought the Paris letter Bakunin was at liberty. If he was right to be satisfied with the public explanations of the Neue Rheinische Gazette in 1848 is it not a „stupid friend“ who pretends to find fault with them in 1853? If he was wrong in renewing his intimate relations with the Editor of the Neue Rheinische Gazette is it not „stupid“ on the part of a pretended friend to reveal his weakness to the public?
Is he not a „stupid friend“ who thinks necessary to „plunge Russia anew in its despotism“ as if she had ever emerged from it?
Is he not a „stupid friend“ who calls the latin proverb „calumniare audacter“ a french proverb?
Is he not a „stupid friend“ who cannot understand why the Conservative Journals did not like topublishthe calumnies which weresecretlyspread against Bakunin throughout Germany while the most revolutionary paper of Germany was obliged to publish them?
Is he not a „stupid friend“ who ignores that „revolutionary feeling“ at its highest pitch made the „lois des suspects“ and beheaded the Dantons and the Desmoulins and the Anacharsis Cloots?
Is he not a „stupid friend“ who dared not accuse the Morning Advertiser for having inserted the letter of F. M. while Bakunin is incarcerated at St. Petersburg at the same time accusing the Neue Rheinische Gazette for having inserted a similar letter in 1848 when Bakunin was free and not yet reduced to the misery of being defended by a „stupid friend“?
Is he not a „stupid friend“ who makes the name of Bakunin a pretext for calumniating the friends of Bakunin while he is cautiously withholding his own name?[19]
Also bald Antwort. Die Sache pressiert.
Dein K. M.
[1]Meine Zeit [und] meine Kräfte.
[2]Vereinigten Wirte.
[3]Ausländischen Korrespondenten.
[4]Deutsche Zeitung.
[5]Zeitung „hat sich sogar herausgenommen, das Zeugnis von George Sand anzurufen“.
[6]Beliebt, die von mir 1848 und 1849 herausgegebene „Neue Rheinische Zeitung“ in Verbindung zu dringen mit ...
[7]Nun machte ich mir nichts aus den Unterstellungen der Herren Herzen und Golowine.
[8]Erlauben Sie mir, den Sachverhalt dieser Angelegenheit festzustellen.
[9]Polnischen Flüchtling.
[10]Behauptend.
[11]Er sei neuerdings mit der russischen Regierung in Verbindung getreten.
[12]Leit-[Artikel].
[13]Den ihm für seine Beteiligung an unseren Kämpfen zukommenden Tribut erstattet habe.
[14]Wenn F. M. wie er es tut, von der fixen Idee ausgeht, daß festländische Revolutionen die geheimen Pläne Rußlands fördern, so muß er, sofern er auf so etwas wie Konsequenz Anspruch erheben will, nicht nur Bakunin, sondern jeden festländischen Revolutionär als einen russischen Agenten verurteilen. In seinen Augen ist die Revolution selbst ein russischer Agent. Warum soll Bakunin es nicht sein?
[15]Von einem ausländischen Korrespondenten.
[16]Wie man Geschichte schreiben soll.(Von einem ausländischen Korrespondenten.)
[17]„Bakunin ist ein russischer Agent – Bakunin ist kein russischer Agent. Bakunin starb im Kerker von Schlüsselburg, nachdem er viel schlechte Behandlung erlitten – Bakunin ist nicht tot, er lebt noch. Man hat ihn zum Soldaten gemacht und nach dem Kaukasus geschickt – nein, er ist nicht zum Soldaten gemacht worden, er bleibt in der Zitadelle von Sankt Peter und Sankt Paul interniert. Das sind die widersprechenden Nachrichten, welche die Presse abwechselnd über Michael Bakunin gebracht hat. In diesen Tagen ausgedehnter Publizität kommen wir nur dadurch auf die Wahrheit, daß wir das Falsche behaupten; ist es aber wenigstens bewiesen worden, daß Bakunin nicht russischer Militärspion war?
Es gibt Leute, die nicht wissen, daß die Menschheit die Menschen voneinander abhängig macht – daß, indem wir Deutschland von dem Einfluß befreien, den Rußland über es ausübt, wir auf das letztere Landre-agierenund esvon neuemin den Despotismus untertauchen, bis es von der Revolution getroffen werden kann. Solche Leute wird man vergeblich zu überzeugen versuchen, daß Bakunin einer der reinsten und hochherzigsten Vertreter des fortschrittlichen Kosmopolitismus ist.
‚Verleumdet, verleumdet,‘ sagt ein französisches Sprichwort, ‚und etwas wird immer zurückbleiben.‘ Die Verleumdung Bakunins, die 1848 von einem seiner Freunde weitergegeben wurde, ist 1853 von einem Unbekannten wieder aufgetischt worden. ‚Man wird immer nur von seinen eigenen Leuten verraten,‘ sagt ein anderes Sprichwort, ‚und es ist besser, mit einem klugen Feind, als mit einem dummen Freund zu tun zu haben.‘ Konservative Blätter sind nicht das Organ der gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdung geworden. Ein befreundetes Blatt übernahm diese Ausgabe.
Das revolutionäre Empfinden muß nur wenig entwickelt sein, wenn vergessen werden kann, was Mr. Marx vergessen hat, daß Bakunin nicht aus dem Stoff gemacht ist, aus dem man Polizeispione macht. Warum hat er nicht wenigstens, wie dies Gepflogenheit der englischen Blätter ist, einfach den Brief des polnischen Flüchtlings veröffentlicht, der Bakunin denunzierte? Er würde das Bedauern zurückbehalten haben, daß er seinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verknüpft sah.“
[18]Einen Lümmel.
[19]„Es ist besser, man hat mit einem klugen Feind als mit einem dummen Freund zu tun“, würde Bakunin ausgerufen haben, wenn er jemals den Brief des „ausländischen“ Sancho Pansa zu Gesicht bekäme, der in Ihrer Sonnabendausgabe sich in seinen sprichwörtlichen Gemeinplätzen ergeht.
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der mir einen Vorwurf daraus macht, dasnichtgetan zu haben, wodurch ich nach ihm „das Bedauernzurückbehaltenhätte, meinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verbunden zu sehen“?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich über etwas wundert, was jeder Schuljunge weiß, nämlich daß die Wahrheit durch Polemik festgestellt wird und daß historische Tatsachen durch widersprechende Behauptungen ermittelt werden?
Als die Neue Rheinische Zeitung den Pariser Brief brachte, war Bakunin auf freien Füßen. Wenn er 1848 recht tat, mit den öffentlichen Erklärungen der Neuen Rheinischen Zeitung zufrieden zu sein, ist der nicht ein „dummer Freund“, der 1853 an ihnen Fehl findet? Wenn er unrecht tat, sein Freundschaftsverhältnis mit dem Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung zu erneuern, ist es nicht „dumm“ von einem angeblichen Freund, seine Schwäche dem Publikum zu enthüllen?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der es für nötig findet, „Rußland aufs neue in den Despotismus unterzutauchen“, als ob es je aus ihm herausgekommen wäre?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der das lateinische Sprichwort „calumniare audacter“ [verleumde keck] ein französisches Sprichwort nennt?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht begreifen kann, warum konservative Blätter dieheimlichüberall in Deutschland gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdungen [Verdächtigungen] nichtveröffentlichenmochten, während das revolutionärste Blatt Deutschlands verpflichtet war, sie zu veröffentlichen? Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht weiß, daß das „revolutionäre Empfinden“ in seiner höchsten Steigerung die „Gesetze über die Verdächtigen“ schuf und die Danton, die Desmoulins, die Anacharsis Cloots köpfte?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich nicht getraute, den Morning Advertiser dafür anzuklagen, daß er den Brief von F. M. veröffentlichte, während Bakunin in St. Petersburg eingekerkert sitzt, und zur selben Zeit die Neue Rheinische Zeitung anklagt, einen ähnlichen Brief 1848 veröffentlicht zu haben, als Bakunin frei und nicht in die bedauernswürdige Lage versetzt war, von einem „dummen Freund“ verteidigt zu werden?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der den Namen Bakunins zum Vorwand nimmt, Bakunins Freunde zu verleumden, während er vorsichtig seinen eigenen Namen für sich behält?
28 Deanstreet, 7. September 1853.
Dear Frederic!
Allerdings kam Dein Brief zu spät. Ich hatte den Dreck kondensiert, mit Entfernung von unnötigem Pathos nunmehr zurechtgefeilt, dem liebenswürdigen Organ der vereinigten „licensed victuallers“[1]zugesandt am Montag. Nicht inseriert. Zugleich aber brachte dies höchst konsequente Blatt einen kurzenletter„From a native Correspondent“[2](soll D. Urquhart sein) in die Montagsnummer, worin sein eigenerForeign-Correspondent[3]ziemlich klar als „Russian Agent“ abgedeckelt und Bakunin selbst nicht gerade heilig gesprochen wird. Der Morning Advertiser schlug meine Replik wahrscheinlich ab, weil sie nicht so konfus geschrieben war wie die des „Native“ [Inländers]. Jetzt erscheint die Sache inPeoples Paper.
Es war ein reinerlapsus linguae[4]– alte Gewohnheit –, wenn ich Herrn Dronke im Briefe an Dich erwähnte.
Der brave Kleine hat so wacker gestänkert, daß 1. Lupus mir nie, obgleich ich längst durch Dich instruiert, ein Wort von seiner Abreise sprach; 2. daß derselbe Lupus immer mit großem Hinterhalt von Dir spricht; 3. daß ich gestern abend eine Szene hatte, die unglaublich ist ....
Man kann das Privilegium des alten Polterers in Anspruch nehmen. Aber man muß es nicht mißbrauchen. Ich liege auch nicht [auf] Rosen, und es ist mir seine bürgerliche Klemme gar keine Entschädigung.