Vorwort.

Vorwort.

Friedrich Engels, der treue Arbeits- und Kampfgenosse von Karl Marx, hat die beiden Unterzeichneten zu Erben seines literarischen Nachlasses sowie des Briefwechsels zwischen ihm und Karl Marx eingesetzt. Wir übergeben diesen Briefwechsel, der sich über ungefähr vier Jahrzehnte erstreckt, nunmehr der Öffentlichkeit. Er wird in den vorliegenden Bänden bis auf Unwesentliches und Intimitäten, die für weitere Kreise kein Interesse haben, unverkürzt zum Abdruck gebracht.

Die Unterzeichneten sind überzeugt, daß der Inhalt dieses Briefwechsels für die spätere Geschichtschreibung sehr wertvolles Material in reicher Fülle bietet. Von diesem Gedanken geleitet, können sie nur wünschen, daß die Ausgabe die lebhafteste Aufmerksamkeit sowohl der leitenden Parteikreise wie der Gelehrtenwelt finde.

Vor allem hat die sozialistisch denkende Welt Anspruch, ein unverfälschtes Bild von dem Werdegang, dem Fühlen und Denken der beiden Männer zu erhalten, die als die Begründer des modernen wissenschaftlichen Sozialismus angesehen werden müssen und die für ihn als die Sache des Proletariats ihre ganze Persönlichkeit einsetzten.

Was uns die Briefe hierüber mitteilen, liefert zugleich neue, in vielem selbst Freunde der Verfasser überraschende Beweise dafür, wie sehr Marx und Engels in all ihrem Tun untrennbare Persönlichkeiten waren, deren hingebendes Zusammenwirken während Jahrzehnten es allein ermöglichte, daß jene wissenschaftlichen Leistungen vollbracht wurden, die nachher als reife Frucht unter der Autorschaft von Karl Marx der Öffentlichkeit übergeben wurden.

Der Leser begegnet in diesem Briefwechsel einem Freundschaftsverhältnis, wie es vielleicht in der Geschichte der Menschheit einzig dasteht und sicher nicht übertroffen worden ist. Man darf nach Kenntnisnahme dieses Briefwechsels ferner aussprechen, daß der größte Teil der schöpferischen Arbeiten und wissenschaftlichen Entdeckungen eines Karl Marx ohne die unermüdliche, nie versagende Mithilfe geistiger und finanzieller Natur von Friedrich Engels schwerlich das Tageslicht erblickt haben würden. Und mancherlei Veröffentlichungen,die bis heute auf das Konto von Karl Marx gingen, sehen wir dem Eingreifen von Friedrich Engels geschuldet, der dem fast unausgesetzt an schweren Nöten aller Art leidenden Freunde allezeit in hingebender Bereitwilligkeit zu Hilfe kam, aber der Öffentlichkeit gegenüber sich bescheiden im Hintergrund hielt.

Als Vertrauensmann der Frau Laura Lafargue, die als literarische Erbin von Marx ihre Genehmigung zur Veröffentlichung eines Teils des Briefwechsels zu geben hatte, ist Franz Mehring an der Redaktion beteiligt gewesen. Auch hat uns N. Rjasanoff durch seine große Sachkunde wertvolle Dienste geleistet, wofür wir ihm an dieser Stelle unseren Dank aussprechen.

Schöneberg bei Berlin.

A. Bebel. Ed. Bernstein.


Back to IndexNext