Von einem französischen Einbande, 16. Jahrh.3. Der Renaissanceband in Italien und Frankreich.
Von einem französischen Einbande, 16. Jahrh.
Von einem französischen Einbande, 16. Jahrh.
Der Umschwung, der im 14. und 15. Jahrhundert in dem gesamten Kulturleben des italienischen Volkes eintrat und den wir uns gewöhnt haben mit dem Worte Renaissance zu bezeichnen, führte bekanntlich die bildenden Künste zu einer glänzenden Entwickelung, deren Höhepunkt die Namen Raffael und Michelangelo bezeichnen. Auch die sog. technischen Künste blieben nicht unberührt von dem Geiste der Renaissance, der der Phantasie den freien Flug verlieh, die künstlerischen Kräfte entfesselte und im Volke selbst die Freude an der schönen Form weckte und wach erhielt.
Überall, wo die Zierkunst anknüpfen konnte an antike Vorbilder, die dem Schoße der Erde entrissen oder aus der Vergessenheit hervorgezogen worden waren, ließ sie sich den Vorteil nicht entgehen und suchte in freier Nachbildung der »klassischen« Formen etwas Neues zu schaffen, das den Anschauungen, dem Formgefühl und den Bedürfnissen des lebenden Geschlechtes entsprach.
Für den Bucheinband oder sagen wir für die Lederdecke des gedruckten Buches gab es selbstverständlich keine antiken Vorbilder, also auch keine Renaissance im gewöhnlichen Sinne des Wortes. Indes war das Verlangen, das äußere Gewand des Buches mit Zierformen zu beleben, unabweisbar. Die unbehilfliche, für das Auge fast reizlose Technik des Blinddrucks jener Zeit genügte dem Schönheitssinne der Italiener nicht, und so griffen sie mit Begier nach den Mustern, die ihnen der Osten entgegenbrachte.
Das Verdienst, den vergoldeten Lederband mit Pappdeckelkern auf europäischen Boden verpflanzt zu haben, gebührt nachgewiesenermaßen dem großen Drucker und VerlegerAldus Manutiusin Venedig, der von 1449 bis 1515 lebte, sowie dessen Söhnen und Geschäftsnachfolgern. An seinen Namen knüpft sich der Aufschwung des Buchdrucks in Italien, ja seine mit Erfolg gekrönten Bemühungen,schöne Typen auch in mäßiger Größe herzustellen, haben weit über die Grenzen Italiens hinaus fruchtbringend gewirkt. Die »Aldinen«, die Drucke, die aus der Offizin der Aldi hervorgegangen sind, gehören bekanntermaßen zu den typographischen Kostbarkeiten, die heutzutage nicht selten mit Gold aufgewogen werden.
Persische und maurische Einbände waren in Venedig, das mit den Handelsplätzen an allen Küsten des Mittelmeers einen lebhaften Warenaustausch unterhielt, zweifellos schon vor der Einführung der Buchdruckerkunst bekannt und geschätzt. Ja die Vermutung, daß Arbeiter aus dem Orient, Mauren, vielleicht auch Griechen für Herstellung von Einbänden schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts in Venedig beschäftigt waren, hat vieles für sich und wird hauptsächlich gestützt durch vier venetianische Drucke vom Jahre 1477, die sich im Museum zuGothabefinden. Drei dieser Bände sind mit jenen fein gemusterten, durchbrochenen Ledereinsätzen ornamentiert, wie wir oben (S. 196) kennen gelernt haben; zur Blindpressung aber sind an den Ecken der Borde römische Kaisermünzen verwendet, was darauf schließen läßt, daß die Decken nicht in der Levante, sondern in Venedig, möglicherweise von griechischen, bei der Eroberung Konstantinopels durch die Türken ausgewanderten Handwerkern hergestellt wurden.
Wie dem auch sei, jedenfalls hat erst die Betriebsamkeit des Aldus und seiner Söhne die Reform in der Buchbinderei herbeigeführt, die, anknüpfend an die Grundzüge des orientalischen Geschmacks, der Handvergoldung mit Bogenlinien und kleinen Stempeln die Bahn brach. Die Anregung dazu mag ihnen wohl von Nicolaus Jenson, ihrem Vorgänger, überkommen sein, denn dieser ist der Drucker der vorerwähnten gothaischen Bände und nahm 1479 den Andrea Torresano d’Asola in sein Geschäft als Gesellschafter auf, dessen Tochter sich mit Aldus Manutius (d. ä.) 1500 verheiratete.
Der ältere Aldus sowohl wie seine Söhne unterhielten den regsten Verkehr mit der wissenschaftlichen Welt Italiens und standen in den engsten Beziehungen zu den fürstlichen und fürstlich gesinnten Bücherliebhabern ihrer Zeit. Es darf mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß auch die prachtvollen Lederbände, in denen einzelne Aldinische Drucke unter Nennung des Bestellers, bez. ersten Besitzers auf uns gekommen sind, der von den Verlegern unterhaltenen Werkstatt oder den von ihnen herangebildeten und beschäftigten Werkleuten ihren Ursprung verdanken.
Fig. 144. Majoliband mit Goldstempeldruck und farbiger Bemalung. Leipzig, Kunstgewerbemuseum.
Fig. 144. Majoliband mit Goldstempeldruck und farbiger Bemalung. Leipzig, Kunstgewerbemuseum.
Die frühesten noch erhaltenen Renaissancebände sind namenlos, sofern es sich um die Verfertiger handelt; dafür sind sie benannt worden nach den Namen der Bibliophilen, in deren Bücherei sie zuerst vereinigt waren:Thomas Majoli,Demetrio Canevariund vor allenJean Grolier. Von dem Erstgenannten ist kaum mehr als der Name bekannt, nicht einmal seine Lebenszeit läßt sichgenau bestimmen; nur aus den Büchern, deren Decke seinen Namen in der kleinen Inschrift: THO. MAJOLI ET AMICORUM, trägt, läßt sich abnehmen, daß er in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gelebt hat und ein älterer Zeitgenosse des Jean Grolier war. Der letzte unter den noch erhaltenen Majolibänden trägt die Jahreszahl 1553. Eine nicht unbegründete Vermutung bringt Thomas Majoli in ein verwandtschaftliches Verhältnis zu einem Michele Majoli, einem bekannten Kunstsammler, der möglicherweise sein Vater oder Oheim gewesen ist. Sicherer ist die Annahme, daß Majoli mit Grolier in freundschaftlichem Verkehre stand. Jedenfalls beschäftigten beide ein und dieselbe Werkstatt, wie aus der dekorativen Verwandtschaft der Majoli- mit frühen Grolierbänden hervorgeht. Einen weiteren Beleg bietet ein Band in derBrunet’schen Sammlung, auf dessen Decke das Merkzeichen Majolis angebracht ist, während das Titelblatt den Eigentumsstempel Groliers zeigt.
Fig. 144a. Rücken von Fig. 144.
Fig. 144a. Rücken von Fig. 144.
Das Charakteristische an diesen frühen italienischen Einbanddecken ist das feine, in großen, meist zur Spirale gebogenen Zügen gehaltene Rankenwerk mit angesetzten Blättern und Blüten, welches den größten Teil der Fläche überspinnt, von der nur ein schmaler Rand der gewöhnlich ziemlich einfach gehaltenen Umrahmung vorbehalten ist. Der mittlere Teil der Fläche bleibt dabei frei für ein Wappen oder eine Inschrift (Titel). Zu dem Rankenwerk tritt später auch noch Band- oder Riemenwerk, das sich in regelmäßigen Zügen durcheinander schlingt und entweder mit Lackfarben bemalt oder durch aufgelegte Lederstreifen (Mosaik) hergestellt ist. Das Mittelfeld ist in der Regel nur linear eingefaßt, bez. aus dem Linien- und Bandnetz ausgespart. Indes kommt auch bereits die Kartusche vor, und zwar in einer schon auf plastische Wirkung ausgehenden Zeichnung. Ein solches fest umrissenes Mittelschild mit Rollwerk zeichnetz. B.den trefflich erhaltenen Majoliband (32: 21 cm groß) aus, der in dem Kunstgewerbemuseum zu Leipzig aufbewahrt wird und eins der frühesten mit Holzschnitten ausgestatteten Druckwerke italienischen Ursprungs, die Hypnerotomachia des Polyphilus (Venedig 1499) umschließt(Fig. 144). Das Leder hat einen bräunlichen Ton. Ranken, Blätter und die kleinen Arabesken in der Umrahmung sind mit Gold gedruckt, die hellen Flächen der Kartusche, des Bandwerksu. s. w.waren ursprünglich versilbert; außerdem ist noch rote und grüne Bemalung zur Erhöhung des reichen Eindrucks verwendet, so in den Feldern des Rahmens, wo Grün mit Rot wechselt, und an einigen anderen Stellen. Die Inschrift findet sich auf dem kleinen Schildchen des unteren Rollwerks. In dem Spiegel der Kartusche erscheint das französische Wappenschild, vermutlich eine spätere Zugabe, wenn nicht etwa Majoli den Band Heinrich II. von Frankreich verehrt hat, auf dessen Namen das zweifache H im Mittelfelde deutet. Der Rücken des Bandes zeigt fünf Bünde und sechs Felder, von denen das untere und obere ein silbernes Bandornament haben und das untere sich durch eine schlankere Form auszeichnet.[3]
Fig. 145. Maureske Füllung von einem italienischen Einbande. Düsseldorf.
Fig. 145. Maureske Füllung von einem italienischen Einbande. Düsseldorf.
Rückenschilder mit Titel waren zu jener Zeit, wie wir hier einschaltend bemerken, noch nicht üblich. Die Bücher wurden immer nochliegendaufbewahrt und der Inhalt des Bandes gewöhnlich auf einem an dem nach vorn gerichteten Schnitt angebrachten losen Schildchen angegeben oder auf den Schnitt geschrieben.
Die flache (nicht modellierte) Zeichnung der Blätter und Blüten, die entweder mit Vollstempeln oder mit schraffierten Stempeln (fers azurés) gedruckt wurden, ist mit der natürlichen Erscheinung nur noch schwach verwandt: die stilisierte Form läßt die Urform nurselten mit Sicherheit erkennen. Einzelne Motive sind ohne weiteres von den orientalischen Vorbildern herübergenommen, so namentlich die schilfartig zugespitzten und die mit der Spitze in Hakenform sich biegenden Blätter, die in den sog. Mauresken (im maurischen Sinne entwickelten Füllungsmustern) von deutschen und italienischen Ornamentisten mit Vorliebe nachgebildet, auch mannigfach umgestaltet wurden. (Vergl. die KopfleistenS. 204und186sowieFig. 145.)
Über den Lebenslauf Groliers sind wir ziemlich genau unterrichtet. Er wurde 1479 in Lyon geboren, lebte von 1510 bis gegen 1530 in Mailand als Schatzmeister des französischen Heeres in Italien. Später hielt er sich in Rom als französischer Gesandter beim päpstlichen Stuhle auf (1534), kehrte dann nach Frankreich zurück und ließ sich in Paris nieder, wo er in seinem Hause, dem sog. Hôtel de Lyon, eine reiche Büchersammlung, an 3000 Bände stark, anlegte, von der heutzutage noch etwa 350 Stück in verschiedenen Bibliotheken, öffentlichen wie privaten, nachweisbar sind. Er starb daselbst im Jahre 1565. Es ist zwar nicht mit Bestimmtheit nachgewiesen, aber doch sehr wahrscheinlich, daß Grolier aus Italien Buchbinder und Vergolder nach Paris zog, oder aber daß Franz I., der so viele Künstler und Kunsthandwerker aus Florenz, Mailand und anderen italienischen Städten nach Frankreich kommen ließ, diesen Zuzug auf Groliers Betreiben veranlaßte. Jedenfalls war Grolier in litterarischen Dingen der Ratgeber des Königs ebenso wie seiner nächsten Nachfolger, Heinrichs II. und Karls IX., deren Bücherbesitz durch die im Genre Grolier gehaltenen Einbände ausgezeichnet ist.
Fig. 146. Früher Grolierband mit Vollstempelverzierung und aus Stempeln gebildeter Borde. Sammlung Dutuit. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 146. Früher Grolierband mit Vollstempelverzierung und aus Stempeln gebildeter Borde. Sammlung Dutuit. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 147. Decke eines für Heinrich II. gebundenen Buches. Farbiges Riemenwerk mit Bogen- und Stempeldruck. Gedruckt 1560. (Nach Techener.)
Fig. 147. Decke eines für Heinrich II. gebundenen Buches. Farbiges Riemenwerk mit Bogen- und Stempeldruck. Gedruckt 1560. (Nach Techener.)
Dies Genre Grolier zeigt übrigens keineswegs eine uniforme Schablone, sondern vielfache Variationen. Die frühesten Bände, die die Bezeichnung JO. GROLIERII ET AMICORUM tragen und auf jeden Fall noch auf italienischem Boden entstanden sind, zeigen eine schlichte Linien-, auch wohl gemusterte Rollendruckumrahmung und einen nur dürftig mit wenigen Vollstempeln[4]und linearem Ornament bedeckten Spiegel (Fig. 146). Bei anderen Bänden schlingt sich aufgelegtes oder bemaltes, mit Gold gerändertes Riemenwerk in geraden und gebogenen Zügen durcheinander (entrelacs) und Bogenlinien mit angesetzten Blüten und Blättern dienen zur Lückenfüllung. Dieser Richtung gehören die in Abbildung wiedergegebenen Decken (Fig. 147und148) an, ebenso die inFig. 149wiedergegebene, nur daß beiFig. 148das Linien- und Blattwerk zur Deckung des Grundes fehlt. Wiederum andere haben eine lineare Zeichnung, die gegen die Mitte hin sich zu einer Kartusche mit punktiertem Grunde gestaltet (Fig. 150). Die Verzierung ist bis auf das Wappen in der Mitte mit dem Drachen darunter ganz durch Bogendruck hergestellt,eine Manier, die große Geschicklichkeit in dem Ansetzen der Bogenlinien erfordert, namentlich wenn der eine Bogen nach rechts, der andere nach links gezogen ist. Dieser Schwierigkeit suchte man durch die sog.Leerstempel(fers à filet) abzuhelfen, bei denen der Umriß der Blattform nicht mehr aus einzelnen Stückchen gebildet zu werden brauchte (Fig. 151.) Mit Hilfe dieser Leerstempel konnte man auch eine weniger breit angelegte Ornamentierung erzielen, als es bei ausschließlicher Anwendung von Bogenlinien der Fall war.
Fig. 148a. Rücken zu Fig. 148b.
Fig. 148a. Rücken zu Fig. 148b.
In einem wesentlichen Punkte von den Majoli- und Grolier-Decken abweichend erscheint eine Gruppe von Einbänden, die sich an den Namen des Malers und FormschneidersGeoffroy Toryvon Bourges knüpft, eines ungemein vielseitigen Geschäftsmanns, der auch Drucker und Verleger war und wahrscheinlich die bei seinen Einbänden verwendeten Stempel selbst anfertigte, bez. in seinen Werkstätten anfertigen ließ. Die Tory-Einbände zeigen nämlich ein von unten aufsteigendes, von der Mittellinie sich nach den Seiten entwickelndes Ornament, in welchem ein Krug mit ausgebrochenem Rande das Merkzeichen des Ursprungs ist. Tory stand mit Grolier in geschäftlichen Beziehungen, ging aber, wie man sieht, bei der Deckenverzierung seine eigenen Wege (Fig. 152).
Die Anwendung der Leerstempel neben den schraffierten Stempeln, oft in Verbindung mit farbigem Bandwerk oder mit Linien auf getippeltem Grunde ist auch in der Folgezeit bei den für Heinrich II. angefertigten Bänden bemerkbar. Die inFig. 153wiedergegebene Decke, bei der die ineinander geschlungenen beiden C in den Ecken und die ebenso ineinander greifenden beiden M auf der Mitte der seitlichen Ränder auf die Besitzerin, Catharina von Medici, die Gemahlin Heinrichs II., deuten, zeigt ein sehr lockeres Gefüge in der Zusammensetzung der Ornamente und eine ungenügende Füllung der Fläche. Wesentlich geschmackvoller erscheint eine inFig. 154wiedergegebene Decke, welche in der Mitte und in den Eckfeldern ein auf Heinrich II. und seine Gattin bezügliches Monogramm hat und sich durch ein kreisrundes Mittelfeld mit einem von einem Spruchbande umzogenen Kranze von Rebenzweigen auszeichnet.
Fig. 148b. Decke eines italienischen Einbandes. 16. Jahrh., 2. Hälfte. Im Besitz des Fürsten Fugger-Babenhausen.
Fig. 148b. Decke eines italienischen Einbandes. 16. Jahrh., 2. Hälfte. Im Besitz des Fürsten Fugger-Babenhausen.
Fig. 149. Decke mit farbigem Riemenwerk, gefertigt für St. Maure. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 149. Decke mit farbigem Riemenwerk, gefertigt für St. Maure. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 150. Decke mit Kartusche ohne Füllstempel, für Franz I. (Brunet.)
Fig. 150. Decke mit Kartusche ohne Füllstempel, für Franz I. (Brunet.)
Verwandter Art ist die Verzierung eines Bandes in Querformat, die wir inFig. 155nach Techener wiedergeben. Die beiden Monogramme im Mittelfelde werden auf Heinrich II. und seine Geliebte, Diana von Poitiers, gedeutet; indes kann das D auch ebenso gut die Bedeutung von »Deux« haben. Der zum Teil auf der Abbildung sichtbare Rücken ist bereits ohne Bünde hergestellt, aber noch nach der Bundteilung gefeldert, während der Band unterFig. 153auf die Bünde gar keine Rücksicht nimmt; ein langes Schildornament, dem Mittelschilde der Decke in der Zeichnung verwandt, deckt die Flächenicht völlig, Kopf- und Schwanzende lassen das Kapital in einem abschließenden Nahtornament anklingen.
Wir erwähnten oben des DemetrioCanevari, eines Bücherliebhabers, von welchem ebenso wie von Majoli wenig mehr als der Name bekannt ist. Er war nach einer unbestimmten Überlieferung Leibarzt des Papstes Urbans VIII., und wird vermutlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts seine Büchersammlung angelegt haben. Die Verzierung der mit seinem Namen oder seinem Bibliothekszeichen bezeichneten Bände ist eine ziemlich einfache; die Ornamente sind mit Linien- und Vollstempeln gedruckt. Es scheint übrigens, als habe Canevari manche Bücher in bereits fertigen Einbänden gekauft — die Bücher kamen zu seiner Zeit allgemein gebunden in den Handel — und diese nur mit seinem Bibliothekszeichen versehen, welches einen Apollo mit dem Zweigespann am Fuße des Parnaß darstellt, augenscheinlich in Nachbildung einer antiken Kamee.[5]Diese Vermutung wird durch einen Canevari im Museum zu Frankfurt a./M. bestätigt, bei dem unter dem aufgepreßten Signet sich noch deutlich ein kleinerer Stempel mit orientalischen Motiven erkennen läßt. Eigentümlich ist allen Canevaribänden, die dem Verfasser dieses Buches zu Gesicht gekommen, ein fehlerhafter Stempel, wie sich aus dem Vergleich von a und b inFig. 157ergibt; bei b fehlt die Spirale des rechtsseitigen Gegenstücks am Rücken des nach oben gebogenen Teiles.
Fig. 151. Italienische Leerstempel.
Fig. 151. Italienische Leerstempel.
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts traten in deritalienischenBuchbinderei eine Reihe neuer Stempelformen auf, die zwar die Arbeit bequemer machten, aber auch die Kunstfertigkeit verringern halfen, die vordem mit wenig Werkzeugen die verschiedenartigsten Flachmuster hervorzubringen im Stande war. Die Formen der Stempel werden krauser (Fig. 157a) oder nehmen die Gestalt von Vasen und Urnen an. Auch die Groteske, von der Wanddekoration herübergenommen, findet sich auf Buchdecken ein. Außer den in der gewöhnlichen Weise hergestellten Decken kommen zu jener Zeit auchEinbände mit durchbrochener Lederarbeit nach persischem Muster vor, andere wieder mit einem in die Mitte eingelegten Miniaturgemälde.
Fig. 152. Einbanddecke von Geoffroy Tory. (Sammlung Didot, Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 152. Einbanddecke von Geoffroy Tory. (Sammlung Didot, Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 153. Decke für Katharina von Medici, mit schraffierten Stempeln und Bogen gedruckt. Um 1556. (Nach Techener.)
Fig. 153. Decke für Katharina von Medici, mit schraffierten Stempeln und Bogen gedruckt. Um 1556. (Nach Techener.)
Im 17. Jahrhundert übernimmt Frankreich die Führung in der künstlerischen Behandlung der Buchdecke und die übrigen Länder Europas fügen sich mehr oder weniger den von Paris ausgehenden dekorativen Neuerungen. Das erklärt sich leicht aus der politischenMachtentfaltung des französischen Königtums und aus dem damit zusammenhängenden glänzenden Hofleben. Die Könige fühlen sichverpflichtet, jeden edlen Luxus zu fördern, und die Großen des Reiches folgen dem Beispiele der Herrscher.
Fig. 154. Decke mit Leerstempeldruck und farbigem Riemenwerk, gebunden für Heinrich II. und Katharina von Medici. Folio. 1557. Paris, Nationalbibliothek. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 154. Decke mit Leerstempeldruck und farbigem Riemenwerk, gebunden für Heinrich II. und Katharina von Medici. Folio. 1557. Paris, Nationalbibliothek. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 155. Einband mit dem Monogramm Heinrichs II. und der Diana von Poitiers. Um 1560. (Nach Techener.)
Fig. 155. Einband mit dem Monogramm Heinrichs II. und der Diana von Poitiers. Um 1560. (Nach Techener.)
Fig. 156. Canevari-Einband. Sammlung Didot. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 156. Canevari-Einband. Sammlung Didot. (Gaz. des Beaux-Arts.)
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts sehen wir in Frankreich wie in Deutschland und England das durch Plattendruck hergestellte Mittelstück nebst Eckstücken in Aufnahme kommen, das, in sich geschlossen, nicht mehr, wie bei den der Grolier-Richtung angehörigen Bänden, aus dem gesamten Zierwerk herauswächst, sondern, wie auchdie Eckstücke, einen festen Umriß hat, mit dem es sich gegen die übrige Fläche abgrenzt. Die Art der Musterung erinnert an Metallätzung oder eingelegte Arbeit; in der Mitte ist gewöhnlich ein Schriftfeld von ovaler Form ausgespart (Fig. 158). Bisweilen nimmt dies Mittelstück auch die Gestalt der Kartusche an. Indes hält die alte Weise, mit Riemenverschlingungen und Rankenwerk die ganze Fläche zu mustern, noch lange stand. Eine Decke dieser Art, bei der die Mitte mit Vollstempeln bedruckt ist, während im übrigen ziemlich schwere schraffierte Stempel verwendet sind, zeigtFig. 159. Charakteristisch an dieser und verwandten Decken ist die aus dem Riemenwerk nach oben und unten herauswachsende Palmette.
Fig. 157. Stempelabdrücke von Canevaribänden.
Fig. 157. Stempelabdrücke von Canevaribänden.
Fig. 157a. Stempelabdrücke von einem italienischen Einbande, Ende des 16. Jahrh. Museum zu Crefeld.
Fig. 157a. Stempelabdrücke von einem italienischen Einbande, Ende des 16. Jahrh. Museum zu Crefeld.
Fig. 158. Mittelstück von einem französischen Einbande. Um 1570. (Nach Gruel.)
Fig. 158. Mittelstück von einem französischen Einbande. Um 1570. (Nach Gruel.)
Fig. 159. Französische Decke mit Linien- und Stempelvergoldung. Um 1585. Im Besitz des Herrn Chalabre. (Nach Cundall.)
Fig. 159. Französische Decke mit Linien- und Stempelvergoldung. Um 1585. Im Besitz des Herrn Chalabre. (Nach Cundall.)
Fig. 160. Italienischer Einband mit Lorbeerzweigen. Ende des 16. Jahrh. Kl.-Folio. Düsseldorf.
Fig. 160. Italienischer Einband mit Lorbeerzweigen. Ende des 16. Jahrh. Kl.-Folio. Düsseldorf.
Fig. 161. Einband aus der Büchersammlung von De Thou. Um 1600. (Nach Cundall.)
Fig. 161. Einband aus der Büchersammlung von De Thou. Um 1600. (Nach Cundall.)
Als neue Ziermotive erscheinen im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts dieLorbeerzweige, die zur Füllung der von dem Riemenornament umzogenen oder freigelassenen Stellen dienen, und dieSpiralschnecke, im Französischen »fanfare« genannt. Unsere Abbildung (Fig. 160) zeigt die Fanfare auf der Decke eines Einbandes, der für den Bibliothekar König Heinrichs III., Jacques Augustede Thou, gefertigt wurde. An die Namen de Thous, dessen gleichnamiger Sohn die Bücherliebhaberei des Vaters erbte, und NicolasEves[6]der seit 1573 den Titel eines Relieur du roi führt, knüpft sich diese Art der Deckenverzierung, in der ein naturalistischer Zug, das unregelmäßig gestaltete, sich der Naturform nähernde Rankenfüllwerk, unverkennbar ist. (Fig. 161.) Noch mehr tritt derselbe hervor in der zierlichen Musterung von kleinen Einbänden, die, abgesehen von wenigen einfassenden Linien, ganz mit Laubkränzen, Blumenzweigen, Blümchen und Blättchen bedeckt sind und die, wie es scheint, von demjüngeren Evezuerst angefertigt wurden (Fig. 162). Der hier abgebildete Band führt bereits den Titel auf dem Rücken, dessen breite Fläche ganz so wie die Decken gemustert ist. Der Grundsatz der geometrischen Teilung der Fläche und der allseitig symmetrischen Entwickelung des Ornaments, der bisher fürdie Verzierung der Decken maßgebend war, ist bei dieser neuen Art der Musterung vollständig verlassen.
Fig. 162. Französischer Einband mit Kranz- und Blumenfüllung, mit den Wappen der Margarete v. Valois. Anfang des 17. Jahrh. (Nach Techener.)
Fig. 162. Französischer Einband mit Kranz- und Blumenfüllung, mit den Wappen der Margarete v. Valois. Anfang des 17. Jahrh. (Nach Techener.)
Fig. 163. Französischer Einband mit Streumuster, gefertigt für Anne de Bretagne. Anfang des 17. Jahrh. (Nach Cundall.)
Fig. 163. Französischer Einband mit Streumuster, gefertigt für Anne de Bretagne. Anfang des 17. Jahrh. (Nach Cundall.)
Diese blumige Zierweise mit ihren niedlichen Formen erscheint in der verschiedensten Anordnung auf Einbänden, die für die SchwesterHeinrichs III., spätere Gemahlin Heinrichs IV., Margarete von Valois, angefertigt sind, und nach ihr wird die Gattung alsMargaretenbandbezeichnet. Zu derselben Zeit treten auch die mit kleinen Motiven,Blümchen, Lilien, Kronen und dergl., »überstreuten« (semés-) Decken auf.
Unser Beispiel (Fig. 163) zeigt eine schräge Füllung der Ecken, die ebenfalls sehr zierlich gemustert ist, und ein ebenso gehaltenes Mittelstück, das gewissermaßen in der überstreuten Fläche schwimmt.Die Anordnung greift, wie man sieht, wieder zurück auf das persisch-maurische Schema.
Fig. 164. Einband mit Punktstempeldruck von Florimond Badier. Paris 1641. Roter Maroquin. (Nach Gruel.)
Fig. 164. Einband mit Punktstempeldruck von Florimond Badier. Paris 1641. Roter Maroquin. (Nach Gruel.)
Fig. 165. Punkt-Stempel (pointillés). 17. Jahrhundert.
Fig. 165. Punkt-Stempel (pointillés). 17. Jahrhundert.
Fig. 166. Teil einer Einbanddecke von Le Gascon. 17. Jahrhundert. Museum zu Düsseldorf.
Fig. 166. Teil einer Einbanddecke von Le Gascon. 17. Jahrhundert. Museum zu Düsseldorf.
Fig. 167. Stempelformen vom Anfang des 17. Jahrh.
Fig. 167. Stempelformen vom Anfang des 17. Jahrh.
Fig. 168. Spitzenstempel. 17. Jahrhundert.
Fig. 168. Spitzenstempel. 17. Jahrhundert.
VonitalienischenBänden aus jener Zeit geben wir (Fig. 160) ein Beispiel, in welchem die Art der Majolibände freilich in ziemlich steifer und harter Formbehandlung mit dem Eve’schen Zweigmotiv in eine nicht sonderlich organische Verbindung gebracht ist. Die Arbeitan diesem Einbande ist an sich eine vortreffliche. Die Felder sind in gelb, braun und schwarz auf rotem Grunde ausgelegt, die Blätter des Gezweigs, wie immer bei dieser Art der Verzierung, einzeln angedruckt.
Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts erreicht der französische Einband die Höhe der technischen Vollendung, welche den deutschen Einband schon vorher auszeichnete. Der äußere Schmuck des Buches dehnt sich fernerhin auch auf den Schnitt aus, dessen vergoldete Fläche mit den Punzen gemustert oder auch bemalt wird. Einen Schritt weiter that man noch mit der »Doublure«, der Verzierung der Innenseite beider Deckel durch Linien- und Stempelvergoldung, auch hier dem orientalischen Vorbilde folgend.
Fig. 169. Deutsche (a), französische (b) und italienische (c) Schneckenstempel.
Fig. 169. Deutsche (a), französische (b) und italienische (c) Schneckenstempel.
Fig. 170. Borde mit einem Spitzenstempel gedruckt. 17. Jahrh.
Fig. 170. Borde mit einem Spitzenstempel gedruckt. 17. Jahrh.
Fig. 171. Italienischer Einband mit Spitzen- und Fächerverzierung. 1645. Kunstgewerbemuseum zu Köln.
Fig. 171. Italienischer Einband mit Spitzen- und Fächerverzierung. 1645. Kunstgewerbemuseum zu Köln.
Das Schicksal des französischen Einbandes bestimmte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts der vielgenannte MeisterLe Gascon, von dessen Lebensschicksalen keine sichere Kunde auf die Nachwelt gekommen ist. Es gibt auch keinen Einband, der mit dem Namen Le Gascon gezeichnet wäre, ein Umstand, der französischen Forschern zu der Vermutung Anlaß gegeben hat, Le Gascon sei nur der populäreBeiname eines unbekannten Meisters, vielleicht desFlorimond Badiergewesen, dessen Name sich auf einer Anzahl Einbänden findet, die dem Genre Le Gascon verwandt sind. Von andern wird diese Annahme wegen der spätern Lebenszeit Badiers bestritten, von dessen Arbeiten wir ein Beispiel (Fig. 164) mitteilen. Auf Le Gascon werden eine Reihe neuer Stempel zurückgeführt, deren Motive vorzugsweise den Spitzenmustern, zum Teil aber auch der Goldschmiedetechnik entlehnt sind. Seine punktierten Stempel (Fig. 165) für Spiralenz. B.lassen ihr Vorbild in Buchbeschlägen vom Anfang des 16. Jahrhunderts erkennen; ein derartiges Vorbild ist in dem Mittelstück eines im Museum zu Düsseldorf bewahrten Missale nachweisbar. Le Gascon war der erste, der seinen Einbänden ein doppeltes farbiges Vorsatz gab. Die Lederspiegel der Innenseite bestehen in den meisten Fällen aus grauem Leder, das mit denselben Stempeln, die für die Verzierung der Außenseite verwendet waren, vergoldet wurde.
Fig. 172. Von einem Einbande von Dérome. 18. Jahrh.
Fig. 172. Von einem Einbande von Dérome. 18. Jahrh.
Die Grundzüge der Musterung, welche Le Gascon beobachtete, sind nicht immer dieselben. Was allen seinen Arbeiten gemeinsam ist, sind die ungemein zarten, punktierten (pointillés) Stempel, die bald als Ansätze an das Bandwerk erscheinen, bald in Spiralwindungen mit feinen Auswüchsen die Zwischenräume, die das Bandwerk frei läßt, wie mit einem Filigrangewebe überspinnen. (Fig. 166.) Die zu Eckverzierungen oder zur Bezeichnung der Mitte eines umrahmten Feldes dienenden Stempel haben eine rautenähnliche Grundform (Fig. 167) mit mehr oder weniger deutlicher Betonung des Oben und Unten, der Wurzel und der Spitze.
In der Folgezeit kommt das Spitzenmotiv im Anschluß an die damalige Mode und Vorliebe für diesen Kleiderschmuck immer mehr zur Herrschaft. (Fig. 168–170.) Auf Rollen eingeschnitten, vergröbert es sich indes zusehends, wie denn überhaupt seit den Tagen Le Gascons, dessen Lebenszeit kaum einige Jahre über die Regierung Ludwigs XIII. hinausgeht, ein Rückgang in der Buchbinderei Frankreichs sich bemerkbar macht.
Fig. 173. Einband mit farbiger Auflage von Padeloup. 18. Jahrh. (Nach Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 173. Einband mit farbiger Auflage von Padeloup. 18. Jahrh. (Nach Gaz. des Beaux-Arts.)
Die Verzierung mit feingliederigen Stempeln führte die Bezeichnung »à petits fers«, die zusammengesetzten Spitzenborden hießen »à dentelle«. Außerdem fand auch die Musterung à l’éventail, diefächerartige Verzierung, in Frankreich Eingang, die zu jener Zeit vorzugsweise in Deutschland zur Entwickelung kam und gern die ganze Buchfläche überwucherte. In Frankreich war man mit dieser Zierweise sparsamer und begnügte sich ebenso wie in Italien meistens nur Ecken und Mitte, jene mit einer Viertel-, diese mit einer vollen, fächerartig gebildeten Rosette zu bedrucken. Zur Verlängerung der Fächerstrahlen wurden dann noch kleine Spitzenstempel hier und da angesetzt. Einen im einzelnen wie in der Gesamtanordnung des Zierwerks besonders schönen Band der Art mit einem bischöflichen Wappen geben wir inFig. 171wieder.
Fig. 174. Französischer Mosaikband. Um 1710. (Nach Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 174. Französischer Mosaikband. Um 1710. (Nach Gaz. des Beaux-Arts.)
Fig. 175. Silberplattierter Einband. Um 1750. Stuttgart, Gewerbemuseum.
Fig. 175. Silberplattierter Einband. Um 1750. Stuttgart, Gewerbemuseum.
Im 18. Jahrhundert begegnen wir noch einigen Berühmtheiten in der französischen Buchbinderei.DéromeundPadeloupsind vielgenannte Namen von Buchbinderfamilien, auch die NamenDubuissonundThouveninhaben noch guten Klang bei den Bücherliebhabern unserer Zeit. Es kommen neue Stempelformenauf und neue Zusammenstellungen der alten und neuen Zierstücke und Stückchen, aber es wird nichts von durchgreifender Bedeutung mehr geschaffen. Von den Versuchen Déromes, einen originellen Zug in das Spitzenornament zu bringen, mag unsere Abbildung (Fig. 172) einen Begriff geben; von den Mitteln, mit denen Padeloup die Brillantschmuckformen auf die Buchdecke zu übertragen und mit farbiger Mosaik zu wirken wußte, gibtFig. 173eine annähernde Vorstellung. Die an den Rändern als »Kante« hinlaufende Spitzenbordebildet im 18. Jahrhundert häufig den einzigen Schmuck der Decke, deren mittlere Fläche wie bei dem Spiegel der Innenseiten schmucklos sind.
Was das 18. Jahrhundert der Buchbinderei an neuen Dekorationsmitteln brachte, war eine Fülle von verschiedenartigen Vorsatzpapieren mit unbegrenzten (Tapeten-) Mustern. Sonderbarerweise findet sich das unbegrenzte Muster auch auf den Decken ein, und zwar als »Mosaik«,d. h.in aufgelegter Arbeit, ein Zeichen für die völlige Ermattung des Stilgefühls. (Fig. 174.) An Stelle des Leders wird mehr und mehrSeidemit Stickerei und Flitterwerk als Überzug der Decke verwendet.
Das graziöse und kapriziöse Formenwesen des Rokoko, das vom Stuck sich auf alle Gebiete des Kunsthandwerks übertrug, ist an der Buchbinderei nahezu spurlos vorübergegangen. Nur bei dem mit Silber plattierten Einbänden macht es sich und zwar in sehr ausgesprochener Weise (Fig. 175) geltend.