Chapter 9

168.Sottisier, Nr. 89.

169.Sottisier, Nr. 91.

Der Schwank von demEinfältigen, der den für einen gewissen Fall erhaltenen Befehl bei einem andern Anlaß, der ein andres Benehmen erfordern würde, buchstäblich befolgt, existiert, auch auf Nasreddin übertragen, noch in einer deutlichern Form; wie Kúnos in der Einleitung zuNaszreddin hodsa tréfáiS. 26 bemerkt, hat nach tatarischen Quellen Iwanitzky ein »Reiseerlebnis« des Hodschas ins Russische übersetzt, und dieses folge hier nach dem ungarischen Texte:

Es geschah einmal, daß Nasreddin auf seinen Wegen Totengräbern begegnete, und die begrüßte er mit dem Gruße: »Friede sei mit euch!« Die Totengräber prügelten ihn weidlich durch, weil er nicht so hätte grüßen sollen, sondern beide Hände erheben und für den Frieden der Toten bitten. Der Hodscha merkte sich das und ging weiter.

Er traf eine Menge Leute, die singend und tanzend an ihm vorüberzogen. Kaum hatte er die bemerkt, so erhob er beide Hände und begann das Totengebet. Sie prügelten ihn ebenso, weil man eine Hochzeitsgesellschaft nicht mit diesem Gebete empfangen, sondern mit ihnen springen und tanzen solle. Auch das merkte sich der Hodscha.

Auf seinen weitern Wegen begegnete er einem Jäger, der gerade einem Hasen auf der Spur war. Er begann zu springen und zu tanzen, und verscheuchte mit diesem Lärme den Hasen. Der Jäger fiel über ihn her und prügelte ihn mit dem Gewehrkolben durch, weil er nicht auf den Fußspitzen gegangen sei, bald geduckt und bald aufrecht. Auch das merkte er sich.

Sein Weg führte ihn bei Hirten vorüber, die eine zahlreiche Schafherde vor sich hertrieben. Da duckte er sich bald, bald ging er aufrecht; darob erschraken die Schafe so, daß sie nach hundert Richtungen auseinanderliefen, und auch dafür mußte er büßen.

Vgl. dazu Bebel, I. Buch, Nr. 26 und 27 samt den I, S. 128 gegebenen Nachweisungen, hauptsächlich Boltes Noten zu Frey, Nr. 1, a, S. 212 ff., fernerArchiv für slavische Philologie, XXII, S. 309. Ähnliche Darstellungen, die wohl zu unterscheiden sind von denen, wo es sich einfach um dumme Streiche eines Sohnes oder Ehemannes handelt, sind noch: P. Sébillot,Littérature orale de la Haute-Bretagne, Paris, 1881, S. 92 ff. und 102 ff., derselbe,Littérature orale d’Auvergne, Paris, 1898, S. 84 ff., Clouston,Noodles, S. 123 ff. (auch zum folgenden), Jacobs,English Fairy Tales, S. 152 ff.:Lazy Jack, und S. 249 und Böhm,Lettische Schwänke, S. 52 ff., Nr. 32 und teilweise S. 54 ff., Nr. 33.

Oft bezieht sich der mißverstandene Befehl auf die Worte derAnsprache oder die Begrüßung, wie z. B. in dem von Pitrè III, S. 362 ff. als Nr. 7 seiner Giufàgeschichten mitgeteilten Schwänke (Monnier, S. 13 ff.), zu dessen Anfange die unten als Nr. 435 gebrachte Hiohàerzählung eine Parallele bildet; dazu vergleiche Köhler, I, S. 87 ff. und 50, Boltes Noten zu Montanus,Gartengesellschaft, Nr. 50, S. 602, Rittershaus, S. 429 ff. undArchiv für slavische Philologie, XXII, S. 304 und 309. An weitern Versionen seien angegeben Merkens, I, S. 124 ff., Nr. 131, Wilhelm Busch,Ut ôler Welt, München, 1910, S. 35 ff., Nr. 16, L. Léger,Recueil de contes populaires slaves, Paris, 1882, S. 231 ff., H. Carnoy,Littérature orale de la Picardie, Paris, 1883, S. 186 ff., Bladé,Contes populaires de la Gascogne, III, S. 137 ff., Louis Dart,De mal en pis »Comme Tribuet«, Conte Champenoisin derRTP, XI, S. 321 ff., eine nordfranzösische Erzählung,Jean l’innocent, mitgeteilt von Ed. Edmond ebendort, XX, S. 94 ff., Denis Bressan,Contes populaires de La Bresse, Nr. 3, ebendort, XXIII, S. 350 ff., Jacobs,More English Fairy Tales, London, 1894, S. 195 ff. und 242, ein japanischer Schwank,Der dumme Tempo, erzählt von Iguchi imGlobus, 69, Nr. 3, abgedruckt bei Aug. Seidel,Anthologie aus der asiatischen Volkslitteratur, Weimar, 1898, S. 44 ff. und J. Hinton Knowles,Folk-Tales of Kashmir, London, 1888, S. 189 ff.

170.Sottisier, Nr. 93.

Ein ähnlicher Schwank aus Bosnien, ebenfalls von Nasreddin, wird in derAnthropophyteia, IV, S. 385 ff. erzählt; eine Parallele dazu, aber nicht von Nasreddin, steht bei Roda Roda, S. 40 ff. Eine andere Version, deren Anfang an den von Nr. 262 erinnert, steht in der serbischen Ausgabe, S. 182 ff.:

Einmal ging der Hodscha Nasreddin mit dem Sultan auf die Jagd; alle hatten Falken mit, nur Nasreddin eine Krähe. Im Felde angelangt, ließen alle ihre Falken steigen, und auch Nasreddin ließ seine Krähe aus. Die ging auf einen Stier nieder, und den band Nasreddin sofort an den Hörnern an und führte ihn mit sich, als ob der Stier jetzt ihm gehören würde, weil ihn seine Krähe erjagt habe. Aber der Besitzer wollte ihm den Stier nicht lassen; obwohl ihm der Sultan selber sagte, daß er ihn ihm lassen solle, ging er zum Kadi und klagte wider Nasreddin.

Als Nasreddin davon hörte, lief er schnell zum Kadi und versprach ihm ein Geschenk, wenn ihm der Stier nach seinem Spruche zufalle. Der Kadi sagte es zu, und als beide Streitteile vor Gericht kamen, der Besitzer sowohl, als auch der Hodscha Nasreddin, sagte er: »Die Krähe des Hodschas hat den Stier erjagt, und was einer erjagt, das ist sein«; und damit ließ er den Besitzer des Stiers hinauswerfen.

Am nächsten Tage nahm der Hodscha einen Topf und füllte ihn fast bis zum Rande mit Stiermist, darüber legte er ein Kohlblatt und auf dieses gab er ein wenig Butter; und diesen Topf schickte er dem Kadi als Geschenk. Der Kadi kam des Nachts nach Hause und sagte, weil er gerade Lust auf Butter hatte, seiner Frau, sie solle ihm den Topf bringen. Die Frau brachte ihn und er nahm einen Löffel, fuhr damit in die Mitte hinein und kostete. Aber er riß den Löffel sofort wieder aus dem Munde und rief: »Pfui Teufel!« Dann sah er nach, was es sei. Er ärgerte sich grimmig und ließ Nasreddin rufen; und er sagte voller Zorn zu ihm: »Womit hast du mich gefüttert, du niederträchtiger Kerl?« »Du hast dich selber gefüttert, erhabener Kadi,« antwortete der Hodscha; »aus dem Topfe hast du schon gegessen, als du das Urteil gesprochen hast. Wie könnte denn eine Krähe einen Stier erjagen?« Und damit ging er.

171.Sottisier, Nr. 94; Serbisch, S. 25 ff.; Pann, S. 332.

Krauss,Zigeunerhumor, S. 47 ff.

172.Sottisier, Nr. 95; Serbisch, S. 149 ff.

Ebenso Gladwin,Persian Moonshee, II, S. 19 ff., Nr. 50 und Krauss,Zigeunerhumor, S. 48 ff.; sehr nahe stehn auch die Novellen 3 und 4 in ArientisPorrettane, zit. Ausg., Bl. 8bff. und 10aff. und der auf der einen beruhende Schwank in derArcadia in Brenta, S. 170 ff. Vgl. auch Montanus,Gartengesellschaft, Nr. 19 (die Nachweise Boltes S. 597).

173.Sottisier, Nr. 96; Serbisch, S. 40 (»Küß ihn zweimal; ich werde ihn halten, damit er nicht ausreißen kann«).

Vgl. eine Stelle imKitab al ikd al faridvon Abdirabbihi, die Basset in derRTP, XVII, S. 94 übersetzt hat; dort ist die Anspielung auf den 49. Vers der 5. Sure des Korans deutlicher ausgedrückt.

174.Sottisier, Nr. 98.

175.Sottisier, Nr. 101; Serbisch, S. 180 ff. (Schluß geändert).

176.Sottisier, Nr. 103.

177.Sottisier, Nr. 105; vgl. oben Nr. 16.

178.Sottisier, Nr. 107.

179.Sottisier, Nr. 109.

Es gibt eine große Zahl Geschichten von Nasreddin, die alle denselben Eingang, aber eine verschiedene Pointe haben: Tewfik, Nr. 56 (=Tréfái, Nr. 165 [statt 166] und Serbisch, S. 21), Nouri, S. 163 ff. (= Kroatisch, S. 74 ff.) und Serbisch, S. 45; die beste ist jedoch die folgende (Serbisch, S. 127):

Eines Tages hatte der Hodscha Nasreddin so viel getrunken, daß er sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, und er schlief ein. Als er ganz matt erwachte, wollte er vors Haus gehn, konnte aber die Treppe nicht finden und fiel in ein Loch; dort blieb er liegen. Sein Weib kam gelaufen und fragte ihn, ob er noch lebe; er antwortete: »Laß mir die Popin rufen.«

Sie meinte, er sei nicht recht bei Sinnen, und lief um einen Arzt. Als der Arzt kam, ließ ihn sich der Hodscha gar nicht nahe kommen, sondern fragte ihn, kaum daß er ihn sah: »Bist du schon jemals über eine Treppe gefallen?«

»Noch nie,« antwortete der Arzt.

»Dann kannst du mir auch nicht helfen,« sagte Nasreddin; »geh zum Teufel! Und du, Weib, laß mir sofort die Popin rufen; die hat ihren Popen schon öfter von dieser Krankheit geheilt.«

180.Sottisier, Nr. 110; anders Tewfik, Nr. 29,Tréfái, Nr. 153 (statt 154) und Serbisch, S. 35.

181.Sottisier, Nr. 113.

182.Sottisier, Nr. 114.

Fourberies, S. 46.

183.Sottisier, Nr. 115.

184.Sottisier, Nr. 116.

185.Sottisier, Nr. 117.

186.Sottisier, Nr. 119.

187.Sottisier, Nr. 120. Galland, S. 15 ff.

188.Sottisier, Nr. 121.

Fourberies, S. 46 und 186.

Ähnliche Geschichten stehn bei Sachau,Fellichi-Dialekt von Mosul, S. 67 und bei Lidzbarski,Neu-aramäische Handschriften, S. 152 ff. Lidzbarski weist u. a. eine Parallele bei ibn Arabschah,Fakihat al hulafanach; vgl. dazu Chauvin, II, S. 204 ff. und 214. Eine Version aus al Abschihi,Mustatraf121hat Basset in derRTP, XIII, S. 483 übersetzt. Siehe ferner Chauvin, V, S. 160, Note und Kuka, S. 162, Nr. 31.

189.Sottisier, Nr. 122.

190.Sottisier, Nr. 123.

Köhler, I, S. 506 ff.;Fourberies, S. 47.

Eine ältere122Version dieser Erzählung steht in demLatifeh namehdes 1531 verstorbenen Türken Lamii; sie ist bei Cardonne,Melanges de Littérature Orientale, Paris, 1770, II, S. 82 übersetzt (Versuche der Orientalischen Litteratur, Breslau, 1771, S. 222 ff.). Eine noch ältere ist uns in der 65. Facetie Arlottos (I, S. 151 ff. und 221 ff.) bekannt. Hans Sachs hat den Stoff zweimal behandelt: am 5. Mai 1550 als MeistergesangDer schneider mit dem paner, dann am 21. Juli 1563, mit einer andern Erzählung verbunden, als Spruchgedicht Derschneider mit dem panier(Schwänke, V, S. 74 ff. und II, S. 472 ff.); die jüngere Fassung ist breiter ausgeführt als die ältere.

A. L. Stiefel hat in denHans Sachs-Forschungen, Nürnberg, 1894, S. 80 ff. als Quelle Hans Sachsens die Facetie Arlottos bezeichnet; dies wohl nur in Unkenntnis der Abhandlung CloustonsThe Tailor’s Dreamin denPopular Tales and Fictions, II, S. 79 ff. Dort wird nämlich unter anderm die humoristische Schilderung eines Turniers zwischen einem Schneider und einem Schuster angeführt, die den 1520 verstorbenen schottischen Dichter William Dunbar zum Verfasser hat; und das Banner des Schneiders wird also beschrieben:

His banner borne was him before,Wherein were clouts a hunder score,Ilk ane of divers hue;And all stolen out of sundry webs; —For while the sea flood fills and ebbs,Tailyors will never be true.

His banner borne was him before,Wherein were clouts a hunder score,Ilk ane of divers hue;And all stolen out of sundry webs; —For while the sea flood fills and ebbs,Tailyors will never be true.

His banner borne was him before,Wherein were clouts a hunder score,Ilk ane of divers hue;And all stolen out of sundry webs; —For while the sea flood fills and ebbs,Tailyors will never be true.

His banner borne was him before,

Wherein were clouts a hunder score,

Ilk ane of divers hue;

And all stolen out of sundry webs; —

For while the sea flood fills and ebbs,

Tailyors will never be true.

Wenn nun auch Clouston von der falschen Annahme ausgeht, die Facetien Arlottos seien erst 1520 zum ersten Male in Druck erschienen, so scheint mir doch das Resultat seines Schlusses richtig, daß nämlich die Verse Dunbars auf ein altes Mönchsexempel zurückgehn, und dies um so mehr, als wir bei der Untersuchung von Arlottos Quellen gesehn haben, daß bei Arlotto eine ganze Reihe von Predigtmärlein bearbeitet ist. Dieses Märlein kann dann auch in letzter Instanz die Quelle Hans Sachsens gewesen sein, und diese Lösung ist sicherlich befriedigender als die Annahme Stiefels, wonach Hans Sachs an der Facetie Arlottos ziemlich viel geändert haben müßte.

Ein Gedicht von John Harrington († 1612),Of a Precise Tailorist ausThe most Elegant and Wittie Epigrams, London, 1633 bei Ashton, S. 32 ff. und Clouston, a. a. O., S. 80 ff. abgedruckt. Weitere Nachweise geben Bolte bei Frey, S. 256, Note und Chauvin, III, S. 38; einige stehn auch bei Hans Sachs, V, S. 74. Eine moderne italiänische Version findet sich bei J. Nieri,Racconti popolari lucchesi, Castelnuovo di Garfagnana, 1891, S. 157 ff., Nr. 43;Patron Bandiera.

191.Sottisier, Nr. 124.

192.Sottisier, Nr. 125; Mardrus, S. 107.

193.Sottisier, Nr. 126.

Köhler, I, S. 506;Fourberies, S. 47.

Die Geschichte ist so ziemlich identisch mit der 132. Facetie Poggios:De Judaeo mortuo assumpto ignoranter in cibum per Florentinum, die Seb. Brant inEsopi appologi, Basileae, 1501, Bl. D_{6}bff. bearbeitet hat; vgl. dazu Hans Sachs,Schwänke, II, S. 540 ff. (auch S. XXIII und IV, S. 493 ff.) Fast ebenso wie imSottisierwird imNuzhat al udaba(Basset in derRTP, XV, S. 671) erzählt.

194.Sottisier, Nr. 127.

195.Sottisier, Nr. 128; Mardrus, S. 104 ff.

196.Sottisier, Nr. 130.

197.Sottisier, Nr. 131.

ImNuzhat al udabafindet sich folgende Schnurre (Basset in derRTP, XV, S. 286):

Man erzählt von einem Manne, der sich für einen Propheten ausgab; zu dem sagte einer seiner Freunde, der einäugig war: »Was ist das Zeichen deines Prophetentums? was sind deine Wunder?« »Mein Wunder ist dieses: du bist einäugig; ich will dir auf der Stelle das gesunde Auge herausnehmen und den Herrn bitten, auf daß du sehest.« Der andere antwortete: »Ich glaube, daß du ein Prophet bist.«

Al Abschihi erzählt imMustatraf(Basset in derRTP, XIII, S. 490 ff.):

Zur Zeit al Mamuns123gab sich ein Mann für einen Propheten aus, und zwar wollte er Abraham sein, der Freund Gottes. Der Chalif sagte zu ihm: »Abraham hat Wunder und Zeichen getan.« »Was für Zeichen?« »Man zündete ein Feuer an für ihn, und sie warfen ihn hinein; aber die Flamme ward ihm eine Kühlung und eine Segnung124: wir wollen für dich einen Scheiterhaufen anzünden und dich hineinstürzen; wenn es dir so geht wie ihm, werden wir an dich glauben.« »Ich möchte lieber etwas leichteres.« »Die Zeichen von Moses?« »Was sind das für Zeichen?« »Er warf seinen Stab hin, und der wurde zur Schlange125, er schlug das Meer, und es teilte sich126, und er steckte seine Hand in den Busen, und sie war weiß127.« »Das ist noch schwerer für mich als das erste Zeichen.« »Die Zeichen von Jesus?« »Was sind die?« »Die Toten zu erwecken128.« »Du sagst das richtige: ich will dem Kadi Jachja ibn Aktani den Kopf abschlagen und werde ihn dir im Augenblicke wieder zum Leben erwecken.« Da schrie der Kadi: »Ich bin der erste, der an dich glaubt.«

Als älteste Version zitiert aber Basset an der zuletzt genannten Stelle dasKitab al ikd al faridvon Abdirabbihi. Andere Parallelen stehn bei Clouston,Flowers, S. 35 ff. (Saadi), Gladwin,The Persian Moonshee, II, S. 16, Nr. 37 und Galland, S. 20; vgl. auch zu der Erzählung Abschihis Roda Roda, S. 40.

198.Sottisier, Nr. 132.

199.Sottisier, Nr. 133.

200.Sottisier, Nr. 134.

Vgl. die 51. Facetie Arlottos (I, S. 130 ff.).

201.Sottisier, Nr. 135.

Von dieser Geschichte gilt wohl dasselbe, was Bolte bei Hans Sachs, III, S. XI von dem MeistergesangeDie leren geltseck(ebendort, S. 369 ff.) sagt, daß sie nämlich in letzter Instanz auf die 412. Fabel Aesops: Φιλάργυρος zurückgeht; vgl. dazu nochAesopi Phrygis et aliorum fabulae, Venetiis, 1539, Bl. 97a:Auarus, Camerarius,Fabulae aesopicae, Lipsiae, 1570, S. 106:Avarus, schließlich auch die 194. Novelle Sacchettis und weiter Clouston,Popular Tales und Fictions, I, S. 61 ff.

202.Sottisier, Nr. 136.

203.Sottisier, Nr. 137. Anders: Buadem, Nr. 44; Serbisch, S. 65 ff.; Kroatisch, S. 40.

Galland, S. 24 ff.

204.Sottisier, Nr. 138; Buadem, Nr. 74; Serbisch, S. 77; Kroatisch, S. 48.

Die Geschichte findet sich schon in DschamisBäharistan(Der Frühlingsgartenvon Mewlana Abdurrhaman Dschami. Aus dem Persischen übertragen von O. M. Frh. v. Schlechta-Wssehrd, Wien, 1846, S. 86 ff.); danach steht sie bei Cardonne, I, S. 119 (deutsch, S. 69). Auf derselben Quelle beruht wohl auch Gladwin,The Persian Moonshee, S. 18, Nr. 40.

205.Sottisier, Nr. 139.

206.Sottisier, Nr. 140.

Vgl. die 105. Facetie Arlottos (II, S. 75).

207.Sottisier, Nr. 141.

208.Sottisier, Nr. 142.

209.Sottisier, Nr. 143. Vgl. dazu Tewfik, Nr. 2;Tréfái, Nr. 147; Griechisch, Nr. 159; Serbisch, S. 46.

210.Sottisier, Nr. 144.

211.Sottisier, Nr. 146. Mit Nasreddin als traurigem Helden: Nouri, S. 181 ff.; Serbisch, S. 147 ff.; Kroatisch, S. 181 ff.

Zu der Version desSottisierstimmt die dritte der drei Geschichten, die Julien Dumoret aus einem türkischen Buche: »Nasser eddin khodjah«, für dessen Verfasser er Nasreddin hält, imJournal asiatique, XIII, S. 488 übersetzt hat129; während der Eingang verschieden ist, sind die drei Ratschläge des Geistlichen und der des Trägers so wie imSottisier. Anders ist der dritte Rat des Geizhalses (»Wenn dir einer sagt, es gebe noch einen Lastträger, der dümmer wäre als du, so glaube es nicht«) in einer Erzählung desHadikat al afrahvon asch Schirwani, die Basset in derRTP, XIV, S. 216 übersetzt hat; diese wieder ist fast identisch mit der 485. derLaughable Storiesvon Bar-Hebraeus (Budge, S. 126 ff.), die die älteste Fassung darstellen dürfte. Ihr stehn die drei obengenannten Versionen, deren Held Nasreddin ist, und eine persische Geschichte bei Kuka, S. 167 ff. sehr nahe. Deutsch ist der Schwank bearbeitet von Roda Roda, S. 212 ff.

Entfernter stehn ein Schwank bei Clouston,Flowers, S. 105 ff. und das 43. Kapitel imWegkürzervon Montanus; vgl. Boltes Nachweisungen S. 581 und Chauvin, VIII, S. 139 (Parodien zu Nr. 136).

212.Sottisier, Nr. 147.

213.Sottisier, Nr. 148.

Köhler, I, S. 507;Fourberies, S. 49.

S. Arlotto, II, S. 64 ff. und 226 ff.

214.Sottisier, Nr. 149.

Galland, S. 22.

215.Sottisier, Nr. 150.

216.Sottisier, Nr. 151; Tewfik, Nr. 16; Kroatisch, S. 7 ff.

Horn, S. 69 (Zakani);Tréfái, S. 19.

217.Sottisier, Nr. 152.

Galland, S. 26 ff.; Hammer,Rosenöl, II, S. 78 ff., Nr. 44; Clouston,Flowers, S. 109 ff.; Roda Roda, S. 214 ff.

218.Sottisier, Nr. 153; Tewfik, Nr. 20;Tréfái, Nr. 151; Serbisch, S. 35.

219.Sottisier, Nr. 154.

Fourberies, S. 50; zu den dortigen Nachweisungen zu dem Motive von demDämon (Menschen) als Reittiernoch Chauvin, VII, S. 23 ff.

220.Sottisier, Nr. 155.

221.Sottisier, Nr. 156.

222.Sottisier, Nr. 157.

Vgl. zu diesem Schwanke den folgenden, den J. F. Campbell in denPopular Tales of the West Highlands, II, S. 398 erzählt:

He (the Assynt man) once took his child to be baptized; the minister said he doubted if he were fit to hold the child for baptism.

»Oh, to be sure I am, thought it was as heavy as a stirk.«

This answer shewing little wit, the minister asked him how many commandments there were.

»Twenty,« he said boldly.

»Oh, that will never do; go back and learn your questions« (Shorter Catechism).

Half way home he met a man.

»How many commandments will there be? There must be thirty, for the minister was not content with twenty.«

He was set to rights on this point, and turning back (it was winter), he thought the clergyman would not refuse him this time etc. etc.

Eine weitere Parallele steht bei Ilg, II, S. 91 ff., Nr. 131.

223.Sottisier, Nr. 158.

224.Sottisier, Nr. 159.

225.Sottisier, Nr. 160.

226.Sottisier, Nr. 161.

227.Sottisier, Nr. 162.

Galland, S. 14.

228.Sottisier, Nr. 164.

229.Sottisier, Nr. 165; Buadem, Nr. 5; Serbisch, S. 53; Kroatisch, S. 31.

Eine hübsche Parallele zu dieser Schnurre steht in MendozasLazarillo de Tormes, trat. III (Biblioteca des autores españoles, III, S. 86 ff.):

O señor, dije yo, acuda aquí, que nos traen un muerto. ¿Cómo asi? respondió él. Aqui arriba le encontré, y venia diciendo su mujer: marido y señor mio, ¿adónde os llevan? ¿A la casa lóbrega y oscura? á la casa triste y desdichada? á la casa donde nunca comen ni beben? Acá, señor nos le traen.

Auf demLazarilloberuht Casalicchio, c. I, d. 9, a. 2, S. 161 ff. und vielleicht auch in letzter Instanz die sizilianische VolkserzählungLu Cavaleri Assicca-frittuliimArchivio, III, S. 93 ff. Näher der Fassung imSottisiersteht der 49. Schwank bei Swynnerton, S. 300.

Eine entferntere Variante bieten Zincgref-Weidner, II, S. 53 und dasExilium melancholiae, A, Nr. 48, S. 15:

Ein armer Bürger zu Elverfeld, mit Kindern beladen, ward gefragt, wie es in seinem Hauß stünde? gab seine Armuth durch diese höffliche Antwort verblümter weise zu verstehen: Es gienge wie im Himmel. Gefragt: Wie so? Antwortet er: Im Himmel isset und trinckt man nicht.

230.Sottisier, Nr. 166.

231.Sottisier, Nr. 167.

Ein Gegenstück dazu stellt die 105. Facetie imPhilogelos, S. 26 dar:

Φιλάργυρος ἐρωτώμενος διὰ τί ἄλλο οὐδὲν εἰ μὴ μόνον ἐλαίας ἐσθίει, ἔπη· ἵνα τὸ μὲν ἔξωθεν ἀντὶ ὄψου ἔχω, τὸ δὲ ὀστοῦν ἀντὶ ξύλου· φαγὼν δέ, εἰς τὴν ἑαυτοῦ κεφαλὴν σπογγισάμενος, λουτροῦ οὐκ ἐπιδέομαι.

232.Sottisier, Nr. 168.

Zu dem Motive von demBettler bei dem Gatten seiner ehemaligen Frauist die Literatur zusammengestellt von Basset,Zenatia, S. 107 ff. undRTP, XXII, S. 221 ff. und von Chauvin, II, S. 174, Nr. 16 und VIII, S. 180, Nr. 212.

233.Sottisier, Nr. 169.

Galland, S. 29 ff.

234.Sottisier, Nr. 170.

Galland, S. 191;Fourberies, S. 52.

Nick, I, S. 152; Roda Roda, S. 70 (verdorben).

235.Sottisier, Nr. 172.

236.Sottisier, Nr. 173; Pharaon, S. 177 ff.

Eine ausführliche Studie hat dem Stoffe Köhler (II, S. 594 ff.) gewidmet; dazu vgl. meine Nachträge bei Morlini, S. 309 und Rittershaus, S. 366 ff.

237.Sottisier, Nr. 174; Tewfik, Nr. 61; Nouri, S. 85 ff.; Griechisch, Nr. 2; Serbisch, S. 117 ff. und 16 ff.; Kroatisch, S. 19 ff.

Köhler, I, S. 507;Fourberies, S. 52 ff.

Über das Motiv derSchweigwettehandelt ein Aufsatz von Clouston,The silent couple, in denPopular Tales und Fictions, II, S. 15 ff.; Clouston betrachtet als Quelle der unzähligen, diesen Stoff behandelnden Geschichten eine tamulische Erzählung, die französisch bei J. A. Dubois,La Pantcha-tantraetc., Paris, 1826, S. 363 ff. steht und von der er imBook of Noodles, S. 171 ff. eineÜbertragung gibt. Der Inhalt ist, soweit er uns hier angeht, kurz der:VierBrahmanen werden auf der Landstraße von einem Soldaten gegrüßt. Es entspinnt sich ein Streit unter ihnen, wem von ihnen eigentlich der Gruß gegolten habe, und schließlich laufen sie dem Soldaten nach, um ihn darüber zu befragen; der Soldat antwortet ihnen, sein Gruß gehöre dem größten Narren unter ihnen. Nun beschließen sie, diese neuerliche Frage, wer nämlich von ihnen der größte Narr sei, dem Gerichte von Dharmapuri vorzulegen, und dieses trägt ihnen zur leichtern Entscheidung auf, daß jeder ein bemerkenswertes Erlebnis erzähle, um seinen Anspruch auf die Würde des größten Narren zu rechtfertigen. Der dritte Brahmane erzählt dann die Geschichte, wie er mit seinem Weibe gewettet habe, wer es am längsten aushalten werde, zu schweigen usw.

Eine merkwürdige Übereinstimmung mit der Geschichte der vier Brahmanen bieten zwei süditaliänische Überlieferungen, wo sichdreiDummköpfe streiten, wem von ihnen ein Gruß zukomme: die eine stammt aus Neapel und ist von V. della Scala im I. Jahrgange desGiambattista Basileunter dem Titel’O cunto d’ ’o soluto d’ ’e tre cafuneveröffentlicht, die andere steht als Nr. 6 unter den von G. Amalfi gesammeltenXII facezie e motti raccolti in Piano di SorrentoimArchivio, XXI, S. 360 ff.130; in beiden Fällen entspricht die Erzählung des dritten Bewerbers um den Dummheitspreis der des dritten Brahmanen131. An die Stelle des fiktiven Gutes, des Grußes, tritt in der 1. Novelle der 8. Nacht in StraparolasPiacevoli nottiein wirkliches und zwar ein Kleinod, das von drei Findern dem gehören soll, der der faulste ist; die Erzählung des dritten bringt dann die Schweigwette.

Obwohl das Motiv von demWettstreite der drei Faulenungeheuer verbreitet ist132, kommt doch dieSchweigwette in den bekannten Versionen nirgends sonst vor als bei Straparola; in der Form einer selbständigen Erzählung begegnet sie jedoch außerordentlich häufig. Siehe darüber Pitrè, III, S. 326 ff. und IV, S. 443, Crane, S. 284 ff. und 378, Clouston,Noodles, S. 107 ff., Landes,Contes et légendes annamites, S. 317, Rua a. a. O., Basset in derRTP, XII, S. 412 und XV, S. 283 ff., Amalfi a. a. O., Bolte,Das Danziger Theater im 16. und 17. Jahrhundert, Hamburg, 1895, S. 226 ff., Köhler, II, S. 576 ff., Lidzbarski, S. 179 und 184, dazu Bolte in derZ. f. vgl. Littg., N. F., XIII, S. 234, Brie,Eulenspiegel in England, Berlin, 1903, S. 118, Chauvin, VIII, S. 132 und Dähnhardt,Natursagen, Leipzig, 1907 ff., I, S. 233 ff.

238.Sottisier, Nr. 176.

Vgl. die bei Bolte zu Montanus, S. 578 ff. und bei G. Rua,Novelle del »Mambriano« del Cieco da Ferrara, Torino, 1888, S. 56 ff. angegebenen Schwänke, die ein deutliches Bild geben, wie beliebt derartige Erzählungen bei unsern Altvordern waren. Zu der 39. Novelle imGrand parangon des nouvelles nouvellesvon Nicolas de Troyes, Paris, 1869, S. 148 ff.:D’une fille qui ne vouloit point avoir de mary qui eust genitoires, die Rua zitiert, wäre auf das GedichtVon dem striegeleinin den von A. v. Keller herausgegebenenErzählungen aus altdeutschen Handschriften, Stuttgart, 1855, S. 412 ff. zu verweisen gewesen.

Zu der in Diarbekr üblichen Redewendung vgl. folgende Stelle in der 103. Facetie Poggios, zu der die harmlose Erklärung des SprichwortsAlla barbabei Seb. Pauli, S. 268 ff. nicht recht stimmen will: Est communis loquendi modus, cum quis ventris crepitum edidit, ut circumstantes:Ad barbam ejus, qui nihil cuiquam debet, dicant.

239.Sottisier, Nr. 177.

240.Sottisier, Nr. 178; Buadem, Nr. 94; Kuka, S. 213 ff.; Serbisch, S. 84 ff.; Kroatisch, S. 57.

Eine Variante steht in der serbischen Ausgabe S. 47 ff.:

Einmal wollte der Hodscha Nasreddin einen kleinen Tümpel überspringen. Er nahm einen Anlauf und sprang, kam aber nicht hinüber, sondern fiel mitten in den Tümpel. »O Jugend, schon bist du vorüber!« seufzte er und sah sich um. Und als er bemerkte, daß niemand in der Nähe war, fuhr er fort: »Übrigens habe ich auch in meiner Jugend nie besonders gut springen können.«

241.Sottisier, Nr. 179.

242.Sottisier, Nr. 180; Mardrus, S. 110. Vgl. auch oben Nr. 3.

243.Sottisier, Nr. 181; Mardrus, S. 110 ff.

244.Sottisier, Nr. 182; Mardrus, S. 111 (bei der Übertragung benutzt).

245.Sottisier, Nr. 183; Mardrus, S. 112 ff.

246.Sottisier, Nr. 185.

Dasselbe Motiv kehrt wieder bei Domenichi, 1562, S. 11 ff. (1581, S. 14), imDemocritus ridens, S. 220 ff. (Übersetzung nach Domenichi), in derArcadia in Brenta, S. 114 ff. (wieder nach Domenichi) und inJacke of Dovers Quest of Inquirie, bei Hazlitt, II, S. 342:The Foole of Winchester(eine Bearbeitung des ersten Teils der Facetie Domenichis).

247.Sottisier, Nr. 186.

248.Sottisier, Nr. 187; Mardrus, S. 115 ff.

249.Sottisier, Nr. 188.

250.Sottisier, Nr. 189.

Fourberies, S. 54.

251.Sottisier, Nr. 192; Mardrus, S. 113 ff.

252.Sottisier, Nr. 193.

253.Sottisier, Nr. 194.

254.Sottisier, Nr. 195.

255.Sottisier, Nr. 197.

256.Sottisier, Nr. 198; Mardrus, S. 114.

257.Sottisier, Nr. 199.

258.Sottisier, Nr. 200.

259.Sottisier, Nr. 201. Vgl. oben Nr. 63.

260.Sottisier, Nr. 202.

261.Sottisier, Nr. 203; Pann, S. 339 ff. Vgl. auch Nr. 290.

Köhler, I, S. 506; Gazeau, S. 199 ff.;Fourberies, S. 55.

Die älteste Darstellung der Geschichte von demvermeintlich verlorenen Eselbietet wohl Bar-Hebraeus, der (Budge, S. 145 ff., Nr. 569) folgendermaßen erzählt:

Another simpleton, who was a servant, had ten asses which he hired to certain people, and when they came back to their places he took his asses and counted them, (and found them to be) ten. Then he mounted one of them and rode some distance and came back, and as he was going away he counted those that were before him, and found them (to be) nine; and he was angry, an alighted and counted them over again, and found them (to be) ten. And he mounted an ass again, and counted the others and found them (to be) nine; thereupon he dismounted and counted (them), and found them (to be) ten. Then he said, »Verily there is a devil with me, for whenever I mount an ass I lose one of them; therefore I must not ride lest I lose one altogether.«

Die älteste abendländische Bearbeitung ist die 55. Facetie Poggios:Fabula Mancini, auf der wieder eine türkische des 16. Jahrhunderts beruht, nämlich die 97. derFables turques, trad. p. J. A. Decourdemanche, Paris, 1882, S. 199 ff.:Le muletier et sa femme. Weiter gehören indiese Verzweigung: Brant,Esopi appologi, Bl. D2aff.; Hans Sachs, IV, S. 70 ff.; Schumann,Nachtbüchlein, Nr. 24 (mit Boltes Nachweisungen ebendort, S. 402 ff. und hinterFreys Gartengesellschaft, S. 282); Montanus,Gartengesellschaft, Nr. 70 (Boltes Nachweise, S. 610 ff.);Tales and Quicke Answeres, Nr. 60 bei Hazlitt, I, S. 80 ff.; Lehmann,Exilium melancholiae, E, Nr. 91, S. 127;Das kurtzweilige Leben von Clement Marott(1. Ausg. 1660), o. O., 1663, S. 55 ff.; Prym und Socin,Tûr ’Abdîn, II, S. 183 ff.; Krauss,Zigeunerhumor, S. 202; Roda Roda, S. 209. Eine Anspielung auf die Geschichte bringt der Schluß des 5. Kap. im 11. Buche desDon Quixote.

Nahe verwandt mit dieser Schnurre ist die, wo sich eine Gesellschaft von Einfaltspinseln, oft nachdem sie ein meistens wirkliches, manchmal auch nur eingebildetes Wasser durchwatet hat, zählt, ob noch alle da sind, und wo derZählende stets sich selber mitzuzählen vergißt; dazu vgl. das erste Abenteuer Guru Paramártans (Österley in derZ. f. vgl. Littg., I, S. 50 ff. und 55 ff.), das 10. Kapitel derMery Tales of the Mad Men of Gotham(Hazlitt, III, S. 12 ff. und Jacobs,More English Fairy Tales, S. 209 ff.), ferner Campbell, II, S. 391 ff., v. d. Hagen,Narrenbuch, S. 478 ff., Clouston,Noodles, S. 28 ff. und 32 ff. und Swynnerton, S. 436 ff.

Bisweilen wird die Zahl dadurch festgestellt, daß die Dummköpfe ihre Nasen in einen Sandhaufen stecken und dann diese Löcher zählen: Müllenhoff, S. 94 ff., Nr. 111 = Merkens, I, S. 54 ff., Nr. 70; Kopisch,Histörchen von den Büsumernin denGesammelten Werken, Berlin, 1856, I, S. 280;Am Ur-Quell, II, S. 192; Köhler, I, S. 112 ff.; Böhm,Lettische Schwänke, Nr. 35, S. 58 ff., dazu S. 119. An die Stelle des Sandhaufens tritt ein Kuhfladen oder etwas noch unappetitlicheres bei Birlinger,Volksthümliches aus Schwaben, Freiburg, 1861 ff., I, S. 437 und 461 = Merkens, I, Nr. 7 und 16; De Colleville et de Zeppelin,Légendes danoises, Nr. 44 in derRTP, VIII, S. 388 ff.; L. Brueyre in einer Erzählung aus Languedoc in derRTP, I, S. 335; Ispirescu, S. 105 (Magazin, XCVI, S. 613); Ch. Beauquier,Blason populaire de la Franche-Comtéin derRTP, XI, S. 650. Durch die Weglegung der Mützen geschieht die Zählung bei J. H. Knowles,Folk-Tales of Kashmir, S. 322 ff.

Sehr nahe verwandt ist das Motiv von denverwechselten Füßen, manchmal auch Armen: Waldis,Esopus, IV, Nr. 90, v. 50 ff.;Zimmerische Chronik, I, S. 315;Lalenbuch, Kap. 29, S. 118 ff. (v. d. Hagen,Narrenbuch, S. 163 ff.); Jacobs,More Celtic Fairy Tales, London, 1894, S. 104 ff.; Campbell, II, S. 391 ff. und 401 ff.; Bladé,Contes populaires de la Gascogne, III, S. 136; Georgeakis et Pineau,Le Folk-lore de Lesbos, S. 116. Das aus denNugae doctae Gaudentii Jocosi, Solisbaci, 1713, S. 66 inAm Ur-Quell, IV, S. 181 abgedruckte StückPedes baculo percussiist wörtlich exzerpiert aus MelandersJocoseria, I, Nr. 75:De Fatuis quibusdam(Lichae, 1604, S. 71; deutsche Ausgabe Lich, 1605, S. 48, Nr. 50), wo als Quelle angegeben wird: Musculus inExplicatione Psalmi 9, pag. 92; gemeint sind damit jedenfalls dieEnarrationes in totum Psalterium et in Esaiam, die zuerst 1551 in Basel erschienen sind. Hieher gehört schließlich auch Rückerts GedichtDie Tanzfuhre(Werke, II, S. 57). Vgl. weiter Boltes Nachweisungen zu Schumann, Nr. 8, S. 391 und bei Frey, S. 279, ferner Keller,Schwaben, S. 144. Bei Knoop,Volkssagen, Erzählungenusw.aus dem östlichen Hinterpommern, Posen, 1885, S. 47, Nr. 90 = Merkens, III, S. 33 ff., Nr. 49 ist in den Schwank auch das Motiv von derlebenden Ketteverwoben; s. dazu oben S. 242.

262.Sottisier, Nr. 204.

Eine serbische Variante haben wir oben zu Nr. 170 mitgeteilt; eine andere, die weniger Interesse bietet, steht in der serbischen Ausgabe S. 156 ff.

263.Sottisier, Nr. 205.

Vgl. U. Jahn,Schwänke und Schnurren aus Bauern Mund, Berlin, 1890, S. 106 ff.

264.Sottisier, Nr. 206; Mardrus, S. 117.

Anthropophyteia, I, S. 94 ff.

265.Sottisier, Nr. 207; Mardrus, S. 114. Außerdem steht die Schnurre zum Schlusse der Nr. 74 des Volksbuches, anstatt deren obenSottisier, Nr. 244 wiedergegeben ist; ebensoTréfái, Nr. 74 (und S. 27 ff.) und Griechisch, Nr. 106.

266.Sottisier, Nr. 208.

267.Sottisier, Nr. 209.

268.Sottisier, Nr. 210.

269.Sottisier, Nr. 211.

270.Sottisier, Nr. 212.

271.Sottisier, Nr. 213.

272.Sottisier, Nr. 214.

273.Sottisier, Nr. 215.

274.Sottisier, Nr. 216; Ethé, S. 250 ff.; Nouri, S. 29 ff.

275.Sottisier, Nr. 217.

276.Sottisier, Nr. 218; Mardrus, S. 115.

Köhler, I, S. 506;Fourberies, S. 56 ff.

Die Verbreitung dieses Schwankes ist so oft behandelt worden, daß es wohl überflüssig ist, hier noch einmal darauf einzugehn; bemerkt sei nur, daß er auch in Indien im Volksmunde lebt (Swynnerton, S. 273).

277.Sottisier, Nr. 219;Anthropophytheia, V, S. 327 ff.133

Dem Motive von demFleischverkaufe an die Hundewerden wir unten bei Nr. 412 noch einmal begegnen; festgestellt sei hier nur, daß es in der Form, die in diesem Schwanke vorliegt, eigentlich nur eine Variante zu dem unten zur Nr. 407 behandelten Motive ist. Ähnliches wird bei Haltrich, S. 226 ff. erzählt.

Eigentümlich ist eine arabische Überlieferung aus Algier, die bei Pharaon, S. 174 ff. erzählt wird:Si Dschehawird von seiner Mutter auf den Markt geschickt, um einen Hammel zu kaufen; er soll aber einen wählen, der nicht mehr gehn kann. Anstatt nun einen zukaufen, bei dem das wegen seines Fetts zutrifft, bringt er einen heim, der vor Schwäche nicht mehr gehn kann. Dscheha schlachtet ihn und breitet die Fleischstücke auf einem Brette aus. Als es Nacht wird, ohne daß sich jemand um ihn und seine Ware gekümmert hätte, verkauft er sie an eine schwarze Hündin, der er sagt, er werde wegen der Bezahlung mit ihr zu ihrem Herrn gehn. Er verfolgt auch die Hündin und stürzt hinter ihr in ein Haus mit dem Rufe: »Gebt mir mein Geld!« Die Herrin dieses Hauses ist eben mit einem Nachbar mitten in einer galanten Unterhaltung, und dieser Nachbar wirft Si Dscheha, den er für einen Gläubiger der Dame hält, seine Börse zu. Kaum hat Dscheha das Geld genommen, als die schwarze Sklavin der Dame meldet, daß ihr Gatte heimkommt. Nun muß sich der Geliebte unten, Si Dscheha oben in dem Bette verstecken. Der Gatte teilt seiner Frau mit, daß er verreisen müsse, und sagt, die Hände zum Himmel erhebend: »Ich empfehle dich dem da oben.« Da hebt Si Dscheha den Vorhang und ruft: »Herr, ich habe mit deiner Frau nichts zu schaffen; empfiehl sie lieber dem unten: ich bin nur um mein Geld hergekommen.« Damit entflieht er in der allgemeinen Verwirrung.134

Ganz auffallend stimmt mit dieser Geschichte die 30. Novelle Morlinis überein; ja sogar der Zug von dem Fleischverkaufe an einen Hund ist rudimentär erhalten. Den Übergang zu einer Erzählung inTausend und einer Nacht(übertragen von Henning, XXIII, S. 222 ff.) stellt die unten als Nr. 386 wiedergegebene Geschichte aus Tunis dar.

278.Sottisier, Nr. 220; sehr ähnlich Serbisch, S. 108.

Vgl. Nr. 43 und Nr. 299.

279.Sottisier, Nr. 221.

280.Sottisier, Nr. 222; vgl. die als Nr. 428 mitgeteilte Giufágeschichte samt den Anmerkungen dazu.

Köhler, I, S. 507;Fourberies, S. 57 ff.

Weitere Nachweise findet man bei Chauvin, II, S. 118, Nr. 99 und 100, bei Rittershaus, S. 349 ff. (dazu S. 357), imArchiv für slavische Philologie, XXIX, S. 451 und bei Wesselski,Die Novellen Morlinis, S. 278 ff. Dazu sind noch zu nennen Dschelaleddin Rumi,Mesnewi, zit. Ausg. S. 85 ff.; E. B. Cowell,The Jâtaka or stories of the Buddha’s former births, Cambridge, 1895 ff., I, S. 116 ff.:Makasa-Jâtakaund S. 117 ff.;Rohinî-Jâtaka; Chavanne,Fables et contes de l’Inde, S. 91, Nr. 4 und S. 92 ff., Nr. 5; Swynnerton, S. 437; Aurbacher,Volksbüchlein, II, S. 141 ff.; Roda Roda, S. 158 ff.

281.Sottisier, Nr. 223.

DasHeimschicken von Tieren oder Dingenist ein in den Volksüberlieferungen außerordentlich häufiger Zug: Um einen Dreifuß handelt es sich in den folgenden Versionen:Mery Tales of the Mad Men of Gotham, Nr. 5 (Hazlitt, III, S. 8; Clouston,Noodles, S. 36 ff.); Montanus,Gartengesellschaft, Nr. 4 (Noten, S. 591); Cosquin,Contes populaires de Lorraine, Paris, 1886, II, S. 178 und 179 ff.; Sébillot,Littérature orale de la Haute-Bretagne, Paris, 1881, S. 98; Derselbe,Contes de la Haute-Bretagne, Nr. 13;Jean le Fouin derRTP, XI, S. 439 ff.; L. Morin,Contes Troyens, Nr. 2;Jean-Bête, ebendort, S. 460 ff.; Carnoy,Littérature orale de la Picardie, S. 179 ff. Um Käse:Mad Men of Gotham, Nr. 4 (Hazlitt, III, S. 6 ff.; Jacobs,More English Fairy Tales, S. 206 ff.; Clouston,Noodles, S. 34 ff.); Campbell, II, S. 399, Nr. 8; Grimm,KHM, Nr. 59. Um ein Spinnrad: Campbell, II, S. 398 ff. Um ein Schwein: Sébillot,Littérature orale de la Haute-Bretagne, S. 92 und 98. Um ein Kalb: Grimm,KHM, Nr. 61. Bei Pitrè,Novelle popolari toscane, S. 188 schickt Giucca Mehl mit dem Winde heim. Verwandt ist auch eine Schnurre derContes du Sieur Gaulard, S. 223 ff., wo ein Diener ein Pferd als Wegweiser erhält.

Ein Gegenstück zu dem Schlusse dieser Facetie, der identisch ist mit der Nr. 61, bietet der als Nr. 490 mitgeteilte Schwank, wo Nasreddin dem Esel, auf dem er reitet, eine Last abnimmt und sich selber auflädt, damit sie der Esel nicht zu tragen brauche.

282.Sottisier, Nr. 224.

Vgl. Nr. 142; Basset,Loqmân berbère, S. 80 ff.; Chauvin, III, S. 31, Nr. 17.

Bronner,Schelmen-Büchlein, S. 29 ff.

283.Sottisier, Nr. 225.

284.Sottisier, Nr. 226.

285.Sottisier, Nr. 228;Nawadir, S. 15 (hier ist Dschoha der leidende Teil).

Fourberies, S. 59; den dort zitierten Schwank aus demMustatrafvon al Abschihi hat Basset in derRTP, XIII, S. 478 übertragen.

286.Sottisier, Nr. 231.

287.Sottisier, Nr. 232.

288.Sottisier, Nr. 233.

Vgl. Nr. 38.

289.Sottisier, Nr. 234.

290.Sottisier, Nr. 236.

Vgl. Nr. 261.

291.Sottisier, Nr. 238.

292.Sottisier, Nr. 239.

Anthropophytheia, I, S. 179 ff.

293.Sottisier, Nr. 242.

Fourberies, S. 60 ff.

294.Sottisier, Nr. 246.

295.Sottisier, Nr. 248.

296.Sottisier, Nr. 249.

297.Sottisier, Nr. 250.

298.Sottisier, Nr. 253; vgl. Buadem, Nr. 167.

-Das sich nicht erkennen wegen einer äußerlichen Veränderung-, ein Zug, auf den schon oben in der Anmerkung zu Nr. 43 einigermaßen eingegangen worden ist, findet sich schon imPhilogelos, S. 17 ff., Nr. 56 in einer Darstellung, die dem in Rede stehenden Schwanke auffallend ähnelt:

Σχολαστικὸς καὶ φαλακρὸς καὶ κουρεὺς συνοδεύοντες καὶ ἔν τινι ἐρημιᾳ μείναντες, συνέθεντο πρὸς τέσσαρας ὥρας ἀγρυπνῆσαι καὶ τὰ σκεύη ἕκαστος τηρῆσαι. ὡς δὲ ἔλαχε τῷ κουρεῖ πρώτῳ φυλάξαι, μετεωρισθῆναι θέλων τὸν σχολαστικὸν καθεύδοντα ἔξυρε καὶ τῶν ὡρῶν πληρωθεισῶν διύπνισεν. ὁ δὲ σχολαστικὸς ψήχων ὡς ἀπὸ ὕπνου τὴν κεφαλὴν καὶ εὑρὼν ἑαυτὸν ψιλόν, μέγα κάθαρμα, φησίν, ὁ κουρεύς· πλανηθεὶς γὰρ ἀντ’ ἐμοῦ τὸν φαλακρὸν ἐξύπνισεν

Eine moderne Variante dieser Facetie steht bei Merkens, S. 129 ff., Nr. 138.

Eine Schnurre von dem Narren Lobelin, der sich im neuen Kleide nicht kennt, habe ich imMönchslatein, S. 193, Nr. 152 nach derMensa philosophicaübersetzt.

Wichtig ist ein englisches Kinderlied von einer Frau, die sich nicht mehr kennt, als ihr im Schlafe die Röcke abgeschnitten worden sind (Jacobs,More English Fairy Tales, S. 59 ff.;Lawkamercymeund die Noten auf S. 226; Campbell, II, S. 397;Archivio, IX, S. 437 ff.); hierzu vergleiche man den Schluß der Nr. 34 und 59 der GrimmschenKHM, Haltrich, S. 252 ff., Asbjörnsen,Fairy Tales from the Far North, transl. by H. L. Braekstad, London, 1897, S. 69 ff., Franco,Rose e spine, Monteleone, 1889, S. VIII (zit. imArchivio, IX, S. 118 ff.), Rittershaus, S. 354,Archiv für slavische Philologie, XIX, S. 256 und XXI, S. 283 ff. und Böhm,Lettische Schwänke, S. 14 ff., Nr. 15 mit den Nachweisungen auf S. 112. Interessant ist noch eine Notiz von Loys Brueyre in derRTP, II, S. 297, die den Zusammenhang einer Farce des Palais Royal mit der 14. derFacéties normandesvon V. Brunet:Le Sourdin et le nègre(RTP, II, S. 213) und damit auch mit unserm Stoffe überhaupt feststellt.

Verwandt ist das in Rede stehende Motiv mit dem Zuge, daß einem Einfaltspinsel eingeredet wird, er sei ein anderer, das wieder dem Motiv von dem Dummkopf nahe steht, der zu dem Glauben, er sei tot, gebracht wird,worüber schon zur Genüge gehandelt worden ist. Potenziert ist der erstgenannte Zug, dessen bekannteste Bearbeitung dieNovella del Grasso legnajuoloist, in derTrinuziaFirenzuolas, wo der »dottore sciocco« Messer Rovina am Schlusse der 1. Szene des 5. Aktes seine Erlebnisse also zusammenfaßt (Opere, Milano, 1802, V, S. 92):

I’ vo’ veder, se da me a me i’ mi sapessi ritrovare: i’ ero Messer Rovina, e fu’ per diventar un altro: poi mi vestì a uso di donna, e non diventai donna; ch’ i’ pisciai pur come gli uomini: poi fu’ preso co’ panni del Golpe, e non diventai Golpe; che s’ i’ fussi diventato, i birri m’ arebbon ritenuto: andai dipoi in piazza e trovai il Dormi, e non fu più Messer Rovina: e’ bisogno adunque ch’ i’ mi perdessi per la via.

299.Sottisier, Nr. 254.

Vgl. Pauli,Schimpf und Ernst, Nr. 97, S. 74 und 484; Arlotto, Fac. 54, I, S. 133 und 213 ff.

300.Sottisier, Nr. 256; vgl. Nr. 302.

301.Sottisier, Nr. 257.

302.Sottisier, Nr. 261; vgl. Nr. 300.

303.Sottisier, Nr. 263.

304.Sottisier, Nr. 265.

305.Sottisier, Nr. 269.

Köhler, I, S. 507;Fourberies, S. 63.


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