Chapter 87

[279]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. II, S. 81.[280]Dulaurea. a. O. Bd. V, S. 285; S. 307–310.[281]Wie richtigde Sadebeobachtet hat, wenn er in der „Justine“ (I, 5) die Onanie als ein Linderungsmittel von Schmerzen bezeichnet, beweisen die Ausführungen von Dr.Havelock Ellisin seinem neuesten Werke „Geschlechtstrieb und Schamgefühl.“ Leipzig 1900. S. 272 ff., wo er über mehrere Fälle von Masturbation zur Beseitigung von Schmerzen berichtet.[282]„L’espion anglais.“ Bd. X, S. 271–272.[283]La Mettrie„L’art de jouir.“ A Cythère 1751. S. 131.[284]„La chronique scandaleuse.“ Bd. II, S. 167.[285]S. A. Tissot„De l’onanisme, ou dissertation sur les maladies produites par la masturbation.“ Lausanne 1760.[286]H. Rohleder„Die Masturbation.“ Berlin 1899. S. 19.[287]Garniera. a. O. S. 432 berichtet, dassHallereine Clitoris von 7 Zoll Länge gesehen habe, ja dass Phantasten sogar eine von einem — Fuss Länge gesehen haben wollen![288]Die Franzosen bezeichnen mit dem Worte „Sodomie“ unsere Paederastie, während wir bekanntlich unter „Sodomie“ die Unzucht zwischen Mensch und Tier verstehen.[289]„Ma conversion.“ London 1783. S. 165–168[290]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. X, Lettre IX „Confession d’une jeune fille.“ S. 179–208; Lettre XI „Suite de la confession d’une jeune fille.“ S. 248–275; Lettre XIV „Suite et fin de la confession d’une jeune fille“.[291]Wir finden in den Werken über Psychopathia sexualis denSpiegelnirgends erwähnt, der nach unserer Ansicht oft sehr viel Unheil anrichtet.[292]Hier bediente sichSapho— sagteMairobert— wie auch später eines viel obscöneren Ausdrucks.[293]a. a. O. S. 190.[294]Hier sieht man wieder deutlich, wie der Marquisde Sadenach der Wirklichkeit gearbeitet hat. Dieses Reinigen der orificia corporis durch junge Mädchen kommt in seinen Romanen unzählige Male vor.[295]Hierzu machtMairobertfolgende interessante Anmerkung: „Il y a grande apparence, que cette statue et le globe sont creux et remplisd’un air plus léger que celui de l’atmosphère du salon, en sorte qu’ils sont dans un parfait équilibre. Voila comme d’habiles physiciens présents à ce récit expliquèrent ce prodige qui tient beaucoup du roman. Ils citent même l’ouvrage d’un pèreJoseph Galien, dominicain, ancien professeur de philosophie et de théologie dans l’université d’Avignon qui en 1755 a publié ‚L’art de naviger dans les airs‘ établi sur des principes de physique et de géométrie.“ BeiE. Gerland„Geschichte der Physik“. Leipzig 1892. S. 199, finden wir diesenGalienals Vorläufer derMontgolfiernicht erwähnt, sondern nur den PaterGuzmanin Lissabon.[296]Ueber den Chevalier d’Eon siehe weiter unten.[297]Gemeint ist das berühmte Werk vonNicolaus Venette(1633–1698) „De la genération de l’homme, ou tableau de l’amour conjugal“. Amsterdam 1688 unter dem PseudonymSalionci; später unter wahrem Namen zahlreiche Neuauflagen.[298]Hierbei wurde ein Vers des KardinalsBerniserwähnt. — Der KardinalBerniskommt auch beiSadevor.[299]Diese DarstellungMairobert’sist nicht ganz richtig. Ursprünglich war das Gedichtaltfranzösisch, vonJean de Nevizanverfasst.Franciscus Cornigerübertrug es dann ins Lateinische. Später entstanden zahlreiche französische Nachübersetzungen z. B. vonJ. Blanchon. Man findet diese Versionen in dem pikanten Buche von Cl. Fr. X. Mercier „Eloge du sein des femmes“ Nouvelle édition. Brüssel 1879. Kapitel II, S. 35 ff. —Baylehat im Artikel „Hélène“ seines berühmten Wörterbuchs nur die ersten sechs Verse zitiert, dem Scharfsinn des Lesers das Erraten der übrigen überlassend. EinedeutscheundspanischeVersion siehe im „Eros“. Stuttgart 1849. Bd. I, S. 231–234. Vergleiche ferner die Aufzählung dieser 30 Schönheiten in dem alten Werke „Geneanthropeia Jo. Benedicti Sinibaldi Archiatri et Professoris Romani.“ Rom 1642 col. 147. Auch die Aloysia Sigaea kennt dieselben.[300]Kenner — und deren soll es nicht wenige geben — brauchen wir wohl kaum auf die vortrefflichen ästhetischen Werke vonE. W. v. Brücke„Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt“ Wien 1891, undC. H. Stratz„Die Schönheit des weiblichen Körpers.“ 7. Auflage. Stuttgart 1900 hinzuweisen.[301]„Apologie de la secte Anandryne ou Exhortation à une jeune tribade par Mlle de Raucourt, prononcée le 23. mars 1778“. „L’espion anglais.“ X, 208–228. Hier gilt die Rede zwar einer Mlle Aurore. Doch ist anzunehmen, dass dieRaucourtimmer dieselben Gedanken vorbrachte.[302]Auch diese Schilderung ist wieder ein Beweis für unsere Ansicht von demallmählichen Erworbenwerdender Homosexualität. Mangewöhntsich an den neuen Reiz, der allmählichunentbehrlichwird. Man beachte, dass dieses Bekenntnis aus dem Munde einerechtenAnhängerin des amor lesbicus kommt, die nicht etwa temporäre Tribade war.[303]Poulet-Malassishat in seiner Ausgabe dieser Abschnitte des „Espion Anglais“ („Anandria, ou Confession de mademoiselle Sapho“ Lesbos [Brüssel] 1866) den Schlüssel zu diesen Namen gegeben. „Furiel“ ist Mmede Fleury, „Urbsrex“ ist die Herzogin vonVilleroy; „Terracenès“ ist die Marquisede Senecterreund „Téchul“ ist die Marquisede Luchet.[304]Dass der Marquisde Sadestets Gelegenheit nimmt, seine Helden, besondersvorden Orgien mit einer grossen Redeüberdieselben paradieren zu lassen, haben wir schon öfter hervorgehoben.[305]„Eros“ Bd. II. S. 413.[306]Fr. C.Forberggiebt eine kurze lateinische Darstellung dieser Feier und berichtet, dass inLondonam Ende des vorigen Jahrhunderts eine ähnliche Secte existiert habe. („Antonii Panormitae Hermaphroditus“ Coburg 1824 S. 365–366.)[307]Françoise Clairien, genanntSaucerotte, genanntRaucourt, geboren zu Dombasle in Lothringen am 29. November 1753, starb in Paris am 15. Januar 1815. Sie erschien zum ersten Male am 23. September 1772 auf der Bühne als „Dido“.[308]„Le livre moderne“ herausgegeben vonOctave Uzanne, Paris 1891 Bd. IV S. 245–247.[309]„La chronique scandaleuse“ Paris 1789. Bd. III. S. 32 und 280.[310]Charles Geneviève Louis Auguste André Thimothée d’Eon de Beaumontgeb. 1728 zu Tonnerre in Burgund, gestorben 1810 in London.[311]d’Eonstellt allerdings die Sache so dar, als obBeaumarchaisvon ihm zum Besten gehalten sei und wirklich an seine weibliche Natur geglaubt habe.[312]d’Eonwollte hier einschalten: „als das Geschlecht der Dame durchZeugen, Aerzte, Matronenund rechtsförmliche Urkunden erwiesen erscheint“, ein Zusatz, denBeaumarchaistilgte.[313]Die ganze Darstellung der „Affaire d’Eon“ nach A.Bettelheim„Beaumarchais“, Frankfurt a. M. 1876. S. 356–370.[314]J.Casanovaa. a. O. Bd. V, S. 87. Ueber den Aufenthalt des Chevalierd’Eonin England vgl. den dritten Band dieser Studien („Das Geschlechtsleben in England“, Bd. II, Cap. 7), sowie die Schrift von H.Vizetelly„The true story of the Chevalier d’Eon“, London 1895.[315]H.Ellisu. J. A.Symonds„Das conträre Geschlechtsgefühl“ Leipzig 1896. S. 186.[316]„Bougre“ kommt von „Bulgar“, da man der Sekte der Bulgaren die erste Einführung des Lasters in Frankreich zuschrieb.[317]„Erotica Biblion“ Cap. Kadhésh. Amsterdam 1890 (Neudruck) S. 114.[318]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘“ Berlin 1898 Bd. I. S. 460.[319]Vgl.Bussy-Rabutin„Histoire amoureuse des Gaules“ EditionAuguste PoitevinParis 1858 Bd. II S. 254–261.[320]H.Ellisu. J. A.Symondsa. a. O. S. 127.[321]A.Moll„Die konträre Sexualempfindung“ 2. Auflage Berlin 1893 S. 68.[322]F. C.Forberga, a. O. S. 164.[323]„Eros“ I, S. 602. — Die „Hermaphroditen“ waren ein Paederasten-Club, wie aus der Schrift „Description de l’Isle des Hermaphrodites“ Köln 1724 hervorgeht. Vergl. ferner bezüglich der Verbreitung der Paederastie im 18. Jahrhundert die „Anecdotes pour servir à l’Histoire Sécrète des Ebugors“. Medoso MMMCCCXXXIII.[324]A.Schmidta. a. O. Bd. II S. 87–88.[325]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 460. Diese Schrift enthält 6 Capitel: I. Des filles de joie; II. Des Sodomites; III. De la Bestialité; IV. De l’Inceste; V. Du Gamahuchage; VI. De quelques autres abus qui nuisent à la population.[326]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘.“ I, S. 499.[327]Angesichts der Vorgänge im Potsdamer Waisenhause und anderer kultur-historischer Thatsachen erscheint diese Meinung des Marquisde Sadeetwas sonderbar.[328]W. M.Cooper„Der Flagellantismus und die Flagellanten“. Deutsch von H.Dohrn. Dresden 1899. S. 102–108.[329]R. v.Krafft-Ebing„Neue Forschungen auf dem Gebiete der Psychopathia sexualis.“ 2. Auflage. Stuttgart 1891. S. 35–36. — Vergl. auch P. J.Moebius„J. J.Rousseau’sKrankengeschichte“. Leipzig 1889. Und K. G. Lenz, Ueber Rousseaus Verbindung mit Weibern. 2. Aufl. Berlin 1906. p. 8 ff.[330]P.Fraxia. a. O. S. XLIV.[331]P.Fraxia. a. O. S. XLIV-XLV. Dort findet sich auch eine Abbildung dieses merkwürdigen „Berkley Horse“.[332]Vgl. „Studien“ Bd. III. Das Geschlechtsleben in England. Zweiter Teil. Kap. 6.[333]G.Abricossoffa. a. O. S. 70. — Dass der Aderlass eineModesachebei Aerzten und Laien war, bemerkt Dr. P.Hamonic(„La Chirurgie et la Médecine d’autrefois“ Paris 1900 S. 90–91): „Le XVIIIe siècle a marqué l’apogée de la saignée. Jamais la phlébotomie n’a autant prévalu en chirurgie et en médecine. On pratiquait cette opération dans les circonstances les plus diverses. On en avait fait une panacée qui guérissait tout. Elle était plus répandue que la purgation. Bien des gens se faisaient saigner préventiment pour éviter des maladies qu’ils n’avaient pas, d’autres par habitude; il en était même qui n’obéissaient qu’à la mode.“[334]„Gazette médicale de Paris“ vom 21. Juli 1849 S. 560.[335]Ein uraltes Mittelder Perserist das Gummi von Ferula Asa foetida (Stinkasant, Teufelsdreck), welches „beim Beischlafe zum höchsten Genusse verhilft, wenn man den Penis damit einreibt.“ (R.Kobert„Historische Studien aus dem pharmakologischen Institut in Dorpat“. Halle. 1893. Bd. III S. 188).[336]Ueber das Opium als sexuelles Stimulans urteilt man heute anders. L.Lewinbemerkt darüber: „Durch einmalige oder nur kurze Zeit gereichte mittlere Opiummengen soll dieGeschlechtstätigkeiterhöht werden. Diese Angabe muss insofern als unrichtig angesehen werden, als wohl während des Opiumrausches dem Opiumraucher eine Reihe von wollüstigen Bildern in der abnorm erregten, ungeordneten und wirren Sinnesthätigkeit auftauchen können, dass aber die dadurch hervorgerufenen Erectionen schnell vorübergehen und hiermit wohl nicht eine erhöhte Libido sexualis oder Potentia coeundi verbunden ist. Zu bemerken ist freilich, dass von Opiophagen eine erhebliche Steigerung der geschlechtlichen Funktionen in der ersten Zeit des Opiumgebrauches angegeben wird. Dieselbe macht später einer Impotenz Platz.“ (Artikel „Opium“ inEulenburg’s„Real-Encyklopädie der gesamten Heilkunde“. Wien und Leipzig 1898 Bd. XVII S. 625.) — In einem der folgenden Bände dieser Studien gedenken wir über die Aphrodisiaca incultur-undsittengeschichtlicherBeziehung zu handeln.[337]C.Binz„Vorlesungen über Pharmakologie“ 2. Auflage. Berlin 1891 S. 690.[338]„Eros“ Bd. I. S. 41–42.[339]R.Kobert„Lehrbuch der Pharmakotherapie“. 1897. S. 488.[340]Dulaurea. a. O. Bd. V. S. 434.[341]Casanovaa. a. O. S. 137.[342]L.Waldenburgund C. E.Simon,„Handbuch der allgemeinen und speziellen Arzneiverordnungslehre“ 7. Auflage. Berlin 1870 S. 177. Viele Männer epilirten sich am ganzen Körper (H.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“ Wien 1893 S. 28.) — Vgl. Stern, Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei. Berlin 1903. Bd. 2, p. 132.[343]„La chronique scandaleuse“. Paris 1791. Bd. I, S. 139.[344]F.Hering„Kosmetik nach Heinrich de Mondeville“. Inauguraldissertation. Berlin 1898. S. 17–18. (Unter der Aegide von J.Pagel).[345]Nach J.Hyrtl„Handbuch der topographischen Anatomie“ 7. Auflage. Wien 1882 Bd. II, S. 191 sprechen auchAvicennaundCornelius Agrippavon Mitteln, deren Gebrauch ein zerstörtes Hymen reproduzieren soll. In unseren kulturhistorischen Studien über die Aphrodisiaca werden wir diese interessante Frage weiter verfolgen.[346]Weitere Mitteilungen über die Restauration der Virginität findet man im zweiten Bande dieser Studien: das Geschlechtsleben in England. Bd. 1, S. 370–377.[347]P.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“. Wien 1893 S. 27.[348]„Eros“ II. S. 261.[349]H.Paschkisa. a. O. S. 23.[350]H.Plossund M.Bartels„Das Weib in der Natur- und Völkerkunde“ 6. Auflage. Leipzig 1899. Bd. I, S. 750.[351]„Les bordels de Paris“. Paris 1790. S. 17. — „Höre Hortense“, sagt der Graf inMirabeaus„Ma conversion“ (S. 175 ff.) zu einer Dirne, „Ich habe von Dir einen Tripper bekommen. Das ist ja eine Regel. Ich beklage mich nicht darüber. Denn es ist ‚le bonbon du métier‘.“[352]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226. Dass die Ansteckung auf diesem Wege erfolgen kann, bestätigt auch R.Bergh, der selbst einen solchen Fall beobachtet hat. („Ueber Ansteckung und Ansteckungswege bei Syphilis“, Hamburg und Leipzig 1888. S. 21.)[353]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 227. — Eine höchst witzige Anecdote über eine Madame D**. erzählt die „chron. scand.“ (IV, S. 10): „On disait à un souper que Madame D**. avait lapetitevérole (Blattern). Je n’en suis pas étonné, répondit quelqu’un, je l’ai toujours connue très modeste.“ —Grandevérole ist nämlich Syphilis.[354]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 340 und S. 44.[355]„L’espion anglais“. Bd. VI, S. 217–235. „Historique du spécifique du Docteur Guilbert de Préval“.[356]Es war eine Auflösung von Sublimat in Kalkwasser. (Chr. Girtanner„Abhandlung über die Venerische Krankheit“ Göttingen 1789 Bd. III, S. 782.)[357]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 229.[358]J. K.Proksch„Geschichte der venerischen Krankheiten“ Bonn 1895 Bd. II, S. 509; J.Schrank„Die Prostitution in Wien.“ Bd. I, S. 237. Wien 1886.[359]Parent-Duchateleta. a. O. Bd. II, S. 230.[360]Girtannera. a. O. Bd. III, S. 781.[361]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48 ff. — Die Litteratur über die „AffaireGuilbert de Préval“ beiGirtannera. a. O. S. 782 und J. K. Proksch „Die Litteratur über die venerischen Krankheiten“. Bonn 1889. Bd. I, S. 473. — Als Kuriosum möge hierLinguet’s„Cacomonade, histoire politique et morale“ Köln 1769 erwähnt werden, eine Paraphrase vonVoltaire’sbekannter cynischer Anecdote über den Ursprung der Syphilis im 4. Kap. des „Candide“.[362]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226.[363]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48.[364]J. K.Prokscha. a. O. S. 50.[365]Prokscha. a. O. S. 50–51. „Unter 48 Condomen der verschiedensten Grösse, die ich mir von Verschleissern und ohne eine Auswahl zu meinen Experimenten anschaffte, fand ich keinen einzigen, welchen ich als schlecht gemacht und unsicher bezeichnen könnte. Die meisten Condome liessen sich mittelst einer Compressionsluftpumpe bis an das Vierfache des Volums, welches sie im Zustande der Contraction hatten, ausdehnen, ehe sie mit einem starken Knalle platzten; kein einziger Condom barst, wenn ich die Ausdehnung seines Umfanges nur bis auf das Dreifache trieb, was ich an allen durch genaue Messungen sicher stellte. Bemerkenswert war bei diesen Versuchen der Umstand, dass die Condome nach einer stärkeren Ausdehnung knapp vor der Stelle abrissen, wo ich sie mittelst eines Bändchens an die Compressions-Luftpumpe befestigt hatte. Wäre es mir also möglich gewesen, die Condome auf eine Weise zu befestigen, die es zugelassen hätte, die ganzen Condome zu erweitern, so würde ich gewiss noch bedeutendere Ausdehnungen erzielt haben.“ Auch rasche und ungleichmässige Ausdehnungen ergaben dasselbe Resultat wodurch nachProkschsichergestellt ist, dass, wenn „die Condome aus Kautschuk im unversehrten Zustande verkauft werden, sie durch den Beischlaf unmöglich zerrissen werden können, auch wenn sie noch so ungeschickt angelegt und gebraucht werden, und dass sie selbst bei ihrer stärksten Ausdehnung impermeabel bleiben. Damit sind die gewichtigsten Einwände, welche gegen die Schutzfähigkeit der Condome bis nun gethan wurden, widerlegt.“[366]J. A.Dulaurehat in seinem grossen Werke „Des divinités génératrices ou du culte du Phallus chez les Anciens et Modernes“ Nouv. édit. Paris 1885 eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Phalluscultus gegeben. — Wertvolle Beiträge dazu auch bei J.Rosenbaum„Geschichte der Lustseuche im Altertume“. 7. Auflage. Berlin 1904. S. 59–70.[367]Dr.Iwan Bloch. „Kannten die Alten die Contagiosität venerischer Krankheiten?“ Deutsche med. Wochenschr. 1899 No. 5, teilt eine interessante Stelle aus den kürzlich wieder aufgefundenen Mimiamben des hellenistischen DichtersHerondasmit. In dem Mimiambus „Die beiden Freundinnen“ oder „Das vertrauliche Gespräch“ handelt es sich um einen Lederphallus, den die Frauen der Insel Kos unter einander zur Befriedigung ihrer Lüste benutzen, welche Unsitte damals selbst unter den ehrbaren Bürgerinnen ganz verbreitet war, wie aus dem Gespräche zweier Freundinnen hervorgeht. — Die BehauptungBloch’s, dass die Syphilis im Altertums nicht existiert habe, scheint uns noch entschieden weiterer Beweise bedürftig zu sein.[368]Selbst dieses Instrument wurde zu einer Satire gegen das Königtum missbraucht, in der Schrift „Le Godmiché Royal“ Paris 1790.[369]W.Heinsein seiner Uebersetzung des „Petronius. Begebenheiten des Enkolp.“ Neue Ausgabe. Leipzig 1898. Bd. I, S. 70.[370]Garniera. a. O. S. 378.[371]Derselbe Autor erzählt a. a. O. S. 125, dass die Chinesen auch diese Wollustapparate schon erfunden hatten, bevor sie mit Europäern in Berührung kamen, und dass man heute in Tient-sin künstliche männliche Glieder in „natürlichen Farben“ verkauft, sowie Bilder, welche Frauen darstellen, wie sie von „Tröstern“ Gebrauch machen. Selbst auf Porzellan wurden derartige Szenen gemalt. — Wir selbst haben in letzter Zeit mehrfach im Besitz von jungen Kaufleuten eine hektographierte Zeichnung gesehen, auf der dieser Apparat in Form einer grossen Maschine dargestellt war, die von einer Frau zum Zwecke der sexuellen Befriedigung in Bewegung gesetzt wird. So ähnlich wird man sichSade’s„automatische Godmichés“ zu denken haben. — „Analuma, eigentlich die Gesellschaft der unverheirateten jungen Damen, ist ein sinnig-euphemistisch-verschämter Ausdruck für den Penis.“ (B.Friedländer„Notizen über Samoa“. Zeitschr. für Ethnologie. 1899. S. 31).[372]Garniera. a. O. S. 373.[373]Paul Lacroix„XVIIIe Siècle. Institutions, Usages et Costumes.“ Paris 1875. S. 389.[374]Paul Lacroixa. a. O. S. 390.[375]ib. S. 388.[376]Paul Lacroixa. a. O. S. 11.[377]Brillat-Savarin„Physiologie des Geschmacks“, übersetzt vonCarl Vogt. 2. Aufl. Braunschweig 1866. S. 269.[378]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 263.[379]ib. S. 269.[380]ib. S. 56.[381]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 224 ff.[382]J. F.Reichardta. a. O. Bd. III. S. 77–78.[383]„Aline et Valcour“ Brüssel 1883 Bd. II, S. 293.[384]Es ist eine interessante Frage, ob die Kleptomanie vornehmer Damen nicht mitsexuellen Perversitätenzusammenhängt, wie wir vermuten, nach den blossen Schilderungen, dieSadevon derWollustdes Diebstahls entwirft. Der FallLombroso’s, in dem ein 15jähriges Mädchen stets während derMenstruationvon Kleptomanie ergriffen wurde, spricht auch dafür. („Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte“ Hamburg 1894. S. 527.)[385]A.Bettelheima. a. O. S. 615. — Wie diese Geldgier den moralischen und physischen Menschen corrumpiert, schildert unübertrefflich A.Schüle„Handbuch der Geisteskrankheiten“ 2. Auflage. Leipzig 1880. S. 194.[386]G.Keben„Die Prostitution und ihre Beziehungen zur modernen realistischen Litteratur“. Zürich 1892 S. 52 führt ein bemerkenswertes Wort vonAvé-Lallemantan: „Mehrere Räuber verfluchten auf dem Schaffot die Bordelle als die Ursache ihres Unglücks.“[387]A.Schmidta a. O. Bd. II, S. 33–36.[388]A.Schmidta. a. O. II, S 39–43.[389]A.Schmidta. a. O. II, 51.[390]A.Schmidta. a. O. Bd. II, S. 56. —Schmidtmacht darauf aufmerksam, dass die einmal erweckten verbrecherischen Neigungen sich in einem Teile der französischen und besonders der Pariser Bevölkerung forterbten und daher in jedem späteren, die Bande der bürgerlichen Ordnung lockernden Zeitpunkt mit Unwiderstehlichkeit und Heftigkeit wieder hervorbrachen.[391]G.Hermanna. a. O. S. 111.[392]A.Kohut„Berühmte und berüchtigte Giftmischerinnen“. Berlin 1893. S. 55–65.[393]Ueberraschend ähnlich (wenn auch natürlich in anderem Sinne) heisst es bei W. v.Bechterew„Suggestion und ihre soziale Bedeutung“ Leipzig 1899, S. 82 von der Suggestion überhaupt: „Es kann nicht zweifelhaft sein, dasssuggestive Mikrobenin gewissen Fällen gleich verderbenbringend wirken müssen wie physische Infektion... Der ‚psychische Bacillus‘ der Suggestion kann je nach seinem inneren Gehalt segenbringende, aber auch schädliche und verheerende Wirkungen entfalten.“[394]„L’espion anglais“. Bd. VI. London 1783. S. 1–15. („Exécution de Desrues et son histoire“.)

[279]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. II, S. 81.[280]Dulaurea. a. O. Bd. V, S. 285; S. 307–310.[281]Wie richtigde Sadebeobachtet hat, wenn er in der „Justine“ (I, 5) die Onanie als ein Linderungsmittel von Schmerzen bezeichnet, beweisen die Ausführungen von Dr.Havelock Ellisin seinem neuesten Werke „Geschlechtstrieb und Schamgefühl.“ Leipzig 1900. S. 272 ff., wo er über mehrere Fälle von Masturbation zur Beseitigung von Schmerzen berichtet.[282]„L’espion anglais.“ Bd. X, S. 271–272.[283]La Mettrie„L’art de jouir.“ A Cythère 1751. S. 131.[284]„La chronique scandaleuse.“ Bd. II, S. 167.[285]S. A. Tissot„De l’onanisme, ou dissertation sur les maladies produites par la masturbation.“ Lausanne 1760.[286]H. Rohleder„Die Masturbation.“ Berlin 1899. S. 19.[287]Garniera. a. O. S. 432 berichtet, dassHallereine Clitoris von 7 Zoll Länge gesehen habe, ja dass Phantasten sogar eine von einem — Fuss Länge gesehen haben wollen![288]Die Franzosen bezeichnen mit dem Worte „Sodomie“ unsere Paederastie, während wir bekanntlich unter „Sodomie“ die Unzucht zwischen Mensch und Tier verstehen.[289]„Ma conversion.“ London 1783. S. 165–168[290]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. X, Lettre IX „Confession d’une jeune fille.“ S. 179–208; Lettre XI „Suite de la confession d’une jeune fille.“ S. 248–275; Lettre XIV „Suite et fin de la confession d’une jeune fille“.[291]Wir finden in den Werken über Psychopathia sexualis denSpiegelnirgends erwähnt, der nach unserer Ansicht oft sehr viel Unheil anrichtet.[292]Hier bediente sichSapho— sagteMairobert— wie auch später eines viel obscöneren Ausdrucks.[293]a. a. O. S. 190.[294]Hier sieht man wieder deutlich, wie der Marquisde Sadenach der Wirklichkeit gearbeitet hat. Dieses Reinigen der orificia corporis durch junge Mädchen kommt in seinen Romanen unzählige Male vor.[295]Hierzu machtMairobertfolgende interessante Anmerkung: „Il y a grande apparence, que cette statue et le globe sont creux et remplisd’un air plus léger que celui de l’atmosphère du salon, en sorte qu’ils sont dans un parfait équilibre. Voila comme d’habiles physiciens présents à ce récit expliquèrent ce prodige qui tient beaucoup du roman. Ils citent même l’ouvrage d’un pèreJoseph Galien, dominicain, ancien professeur de philosophie et de théologie dans l’université d’Avignon qui en 1755 a publié ‚L’art de naviger dans les airs‘ établi sur des principes de physique et de géométrie.“ BeiE. Gerland„Geschichte der Physik“. Leipzig 1892. S. 199, finden wir diesenGalienals Vorläufer derMontgolfiernicht erwähnt, sondern nur den PaterGuzmanin Lissabon.[296]Ueber den Chevalier d’Eon siehe weiter unten.[297]Gemeint ist das berühmte Werk vonNicolaus Venette(1633–1698) „De la genération de l’homme, ou tableau de l’amour conjugal“. Amsterdam 1688 unter dem PseudonymSalionci; später unter wahrem Namen zahlreiche Neuauflagen.[298]Hierbei wurde ein Vers des KardinalsBerniserwähnt. — Der KardinalBerniskommt auch beiSadevor.[299]Diese DarstellungMairobert’sist nicht ganz richtig. Ursprünglich war das Gedichtaltfranzösisch, vonJean de Nevizanverfasst.Franciscus Cornigerübertrug es dann ins Lateinische. Später entstanden zahlreiche französische Nachübersetzungen z. B. vonJ. Blanchon. Man findet diese Versionen in dem pikanten Buche von Cl. Fr. X. Mercier „Eloge du sein des femmes“ Nouvelle édition. Brüssel 1879. Kapitel II, S. 35 ff. —Baylehat im Artikel „Hélène“ seines berühmten Wörterbuchs nur die ersten sechs Verse zitiert, dem Scharfsinn des Lesers das Erraten der übrigen überlassend. EinedeutscheundspanischeVersion siehe im „Eros“. Stuttgart 1849. Bd. I, S. 231–234. Vergleiche ferner die Aufzählung dieser 30 Schönheiten in dem alten Werke „Geneanthropeia Jo. Benedicti Sinibaldi Archiatri et Professoris Romani.“ Rom 1642 col. 147. Auch die Aloysia Sigaea kennt dieselben.[300]Kenner — und deren soll es nicht wenige geben — brauchen wir wohl kaum auf die vortrefflichen ästhetischen Werke vonE. W. v. Brücke„Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt“ Wien 1891, undC. H. Stratz„Die Schönheit des weiblichen Körpers.“ 7. Auflage. Stuttgart 1900 hinzuweisen.[301]„Apologie de la secte Anandryne ou Exhortation à une jeune tribade par Mlle de Raucourt, prononcée le 23. mars 1778“. „L’espion anglais.“ X, 208–228. Hier gilt die Rede zwar einer Mlle Aurore. Doch ist anzunehmen, dass dieRaucourtimmer dieselben Gedanken vorbrachte.[302]Auch diese Schilderung ist wieder ein Beweis für unsere Ansicht von demallmählichen Erworbenwerdender Homosexualität. Mangewöhntsich an den neuen Reiz, der allmählichunentbehrlichwird. Man beachte, dass dieses Bekenntnis aus dem Munde einerechtenAnhängerin des amor lesbicus kommt, die nicht etwa temporäre Tribade war.[303]Poulet-Malassishat in seiner Ausgabe dieser Abschnitte des „Espion Anglais“ („Anandria, ou Confession de mademoiselle Sapho“ Lesbos [Brüssel] 1866) den Schlüssel zu diesen Namen gegeben. „Furiel“ ist Mmede Fleury, „Urbsrex“ ist die Herzogin vonVilleroy; „Terracenès“ ist die Marquisede Senecterreund „Téchul“ ist die Marquisede Luchet.[304]Dass der Marquisde Sadestets Gelegenheit nimmt, seine Helden, besondersvorden Orgien mit einer grossen Redeüberdieselben paradieren zu lassen, haben wir schon öfter hervorgehoben.[305]„Eros“ Bd. II. S. 413.[306]Fr. C.Forberggiebt eine kurze lateinische Darstellung dieser Feier und berichtet, dass inLondonam Ende des vorigen Jahrhunderts eine ähnliche Secte existiert habe. („Antonii Panormitae Hermaphroditus“ Coburg 1824 S. 365–366.)[307]Françoise Clairien, genanntSaucerotte, genanntRaucourt, geboren zu Dombasle in Lothringen am 29. November 1753, starb in Paris am 15. Januar 1815. Sie erschien zum ersten Male am 23. September 1772 auf der Bühne als „Dido“.[308]„Le livre moderne“ herausgegeben vonOctave Uzanne, Paris 1891 Bd. IV S. 245–247.[309]„La chronique scandaleuse“ Paris 1789. Bd. III. S. 32 und 280.[310]Charles Geneviève Louis Auguste André Thimothée d’Eon de Beaumontgeb. 1728 zu Tonnerre in Burgund, gestorben 1810 in London.[311]d’Eonstellt allerdings die Sache so dar, als obBeaumarchaisvon ihm zum Besten gehalten sei und wirklich an seine weibliche Natur geglaubt habe.[312]d’Eonwollte hier einschalten: „als das Geschlecht der Dame durchZeugen, Aerzte, Matronenund rechtsförmliche Urkunden erwiesen erscheint“, ein Zusatz, denBeaumarchaistilgte.[313]Die ganze Darstellung der „Affaire d’Eon“ nach A.Bettelheim„Beaumarchais“, Frankfurt a. M. 1876. S. 356–370.[314]J.Casanovaa. a. O. Bd. V, S. 87. Ueber den Aufenthalt des Chevalierd’Eonin England vgl. den dritten Band dieser Studien („Das Geschlechtsleben in England“, Bd. II, Cap. 7), sowie die Schrift von H.Vizetelly„The true story of the Chevalier d’Eon“, London 1895.[315]H.Ellisu. J. A.Symonds„Das conträre Geschlechtsgefühl“ Leipzig 1896. S. 186.[316]„Bougre“ kommt von „Bulgar“, da man der Sekte der Bulgaren die erste Einführung des Lasters in Frankreich zuschrieb.[317]„Erotica Biblion“ Cap. Kadhésh. Amsterdam 1890 (Neudruck) S. 114.[318]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘“ Berlin 1898 Bd. I. S. 460.[319]Vgl.Bussy-Rabutin„Histoire amoureuse des Gaules“ EditionAuguste PoitevinParis 1858 Bd. II S. 254–261.[320]H.Ellisu. J. A.Symondsa. a. O. S. 127.[321]A.Moll„Die konträre Sexualempfindung“ 2. Auflage Berlin 1893 S. 68.[322]F. C.Forberga, a. O. S. 164.[323]„Eros“ I, S. 602. — Die „Hermaphroditen“ waren ein Paederasten-Club, wie aus der Schrift „Description de l’Isle des Hermaphrodites“ Köln 1724 hervorgeht. Vergl. ferner bezüglich der Verbreitung der Paederastie im 18. Jahrhundert die „Anecdotes pour servir à l’Histoire Sécrète des Ebugors“. Medoso MMMCCCXXXIII.[324]A.Schmidta. a. O. Bd. II S. 87–88.[325]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 460. Diese Schrift enthält 6 Capitel: I. Des filles de joie; II. Des Sodomites; III. De la Bestialité; IV. De l’Inceste; V. Du Gamahuchage; VI. De quelques autres abus qui nuisent à la population.[326]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘.“ I, S. 499.[327]Angesichts der Vorgänge im Potsdamer Waisenhause und anderer kultur-historischer Thatsachen erscheint diese Meinung des Marquisde Sadeetwas sonderbar.[328]W. M.Cooper„Der Flagellantismus und die Flagellanten“. Deutsch von H.Dohrn. Dresden 1899. S. 102–108.[329]R. v.Krafft-Ebing„Neue Forschungen auf dem Gebiete der Psychopathia sexualis.“ 2. Auflage. Stuttgart 1891. S. 35–36. — Vergl. auch P. J.Moebius„J. J.Rousseau’sKrankengeschichte“. Leipzig 1889. Und K. G. Lenz, Ueber Rousseaus Verbindung mit Weibern. 2. Aufl. Berlin 1906. p. 8 ff.[330]P.Fraxia. a. O. S. XLIV.[331]P.Fraxia. a. O. S. XLIV-XLV. Dort findet sich auch eine Abbildung dieses merkwürdigen „Berkley Horse“.[332]Vgl. „Studien“ Bd. III. Das Geschlechtsleben in England. Zweiter Teil. Kap. 6.[333]G.Abricossoffa. a. O. S. 70. — Dass der Aderlass eineModesachebei Aerzten und Laien war, bemerkt Dr. P.Hamonic(„La Chirurgie et la Médecine d’autrefois“ Paris 1900 S. 90–91): „Le XVIIIe siècle a marqué l’apogée de la saignée. Jamais la phlébotomie n’a autant prévalu en chirurgie et en médecine. On pratiquait cette opération dans les circonstances les plus diverses. On en avait fait une panacée qui guérissait tout. Elle était plus répandue que la purgation. Bien des gens se faisaient saigner préventiment pour éviter des maladies qu’ils n’avaient pas, d’autres par habitude; il en était même qui n’obéissaient qu’à la mode.“[334]„Gazette médicale de Paris“ vom 21. Juli 1849 S. 560.[335]Ein uraltes Mittelder Perserist das Gummi von Ferula Asa foetida (Stinkasant, Teufelsdreck), welches „beim Beischlafe zum höchsten Genusse verhilft, wenn man den Penis damit einreibt.“ (R.Kobert„Historische Studien aus dem pharmakologischen Institut in Dorpat“. Halle. 1893. Bd. III S. 188).[336]Ueber das Opium als sexuelles Stimulans urteilt man heute anders. L.Lewinbemerkt darüber: „Durch einmalige oder nur kurze Zeit gereichte mittlere Opiummengen soll dieGeschlechtstätigkeiterhöht werden. Diese Angabe muss insofern als unrichtig angesehen werden, als wohl während des Opiumrausches dem Opiumraucher eine Reihe von wollüstigen Bildern in der abnorm erregten, ungeordneten und wirren Sinnesthätigkeit auftauchen können, dass aber die dadurch hervorgerufenen Erectionen schnell vorübergehen und hiermit wohl nicht eine erhöhte Libido sexualis oder Potentia coeundi verbunden ist. Zu bemerken ist freilich, dass von Opiophagen eine erhebliche Steigerung der geschlechtlichen Funktionen in der ersten Zeit des Opiumgebrauches angegeben wird. Dieselbe macht später einer Impotenz Platz.“ (Artikel „Opium“ inEulenburg’s„Real-Encyklopädie der gesamten Heilkunde“. Wien und Leipzig 1898 Bd. XVII S. 625.) — In einem der folgenden Bände dieser Studien gedenken wir über die Aphrodisiaca incultur-undsittengeschichtlicherBeziehung zu handeln.[337]C.Binz„Vorlesungen über Pharmakologie“ 2. Auflage. Berlin 1891 S. 690.[338]„Eros“ Bd. I. S. 41–42.[339]R.Kobert„Lehrbuch der Pharmakotherapie“. 1897. S. 488.[340]Dulaurea. a. O. Bd. V. S. 434.[341]Casanovaa. a. O. S. 137.[342]L.Waldenburgund C. E.Simon,„Handbuch der allgemeinen und speziellen Arzneiverordnungslehre“ 7. Auflage. Berlin 1870 S. 177. Viele Männer epilirten sich am ganzen Körper (H.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“ Wien 1893 S. 28.) — Vgl. Stern, Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei. Berlin 1903. Bd. 2, p. 132.[343]„La chronique scandaleuse“. Paris 1791. Bd. I, S. 139.[344]F.Hering„Kosmetik nach Heinrich de Mondeville“. Inauguraldissertation. Berlin 1898. S. 17–18. (Unter der Aegide von J.Pagel).[345]Nach J.Hyrtl„Handbuch der topographischen Anatomie“ 7. Auflage. Wien 1882 Bd. II, S. 191 sprechen auchAvicennaundCornelius Agrippavon Mitteln, deren Gebrauch ein zerstörtes Hymen reproduzieren soll. In unseren kulturhistorischen Studien über die Aphrodisiaca werden wir diese interessante Frage weiter verfolgen.[346]Weitere Mitteilungen über die Restauration der Virginität findet man im zweiten Bande dieser Studien: das Geschlechtsleben in England. Bd. 1, S. 370–377.[347]P.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“. Wien 1893 S. 27.[348]„Eros“ II. S. 261.[349]H.Paschkisa. a. O. S. 23.[350]H.Plossund M.Bartels„Das Weib in der Natur- und Völkerkunde“ 6. Auflage. Leipzig 1899. Bd. I, S. 750.[351]„Les bordels de Paris“. Paris 1790. S. 17. — „Höre Hortense“, sagt der Graf inMirabeaus„Ma conversion“ (S. 175 ff.) zu einer Dirne, „Ich habe von Dir einen Tripper bekommen. Das ist ja eine Regel. Ich beklage mich nicht darüber. Denn es ist ‚le bonbon du métier‘.“[352]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226. Dass die Ansteckung auf diesem Wege erfolgen kann, bestätigt auch R.Bergh, der selbst einen solchen Fall beobachtet hat. („Ueber Ansteckung und Ansteckungswege bei Syphilis“, Hamburg und Leipzig 1888. S. 21.)[353]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 227. — Eine höchst witzige Anecdote über eine Madame D**. erzählt die „chron. scand.“ (IV, S. 10): „On disait à un souper que Madame D**. avait lapetitevérole (Blattern). Je n’en suis pas étonné, répondit quelqu’un, je l’ai toujours connue très modeste.“ —Grandevérole ist nämlich Syphilis.[354]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 340 und S. 44.[355]„L’espion anglais“. Bd. VI, S. 217–235. „Historique du spécifique du Docteur Guilbert de Préval“.[356]Es war eine Auflösung von Sublimat in Kalkwasser. (Chr. Girtanner„Abhandlung über die Venerische Krankheit“ Göttingen 1789 Bd. III, S. 782.)[357]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 229.[358]J. K.Proksch„Geschichte der venerischen Krankheiten“ Bonn 1895 Bd. II, S. 509; J.Schrank„Die Prostitution in Wien.“ Bd. I, S. 237. Wien 1886.[359]Parent-Duchateleta. a. O. Bd. II, S. 230.[360]Girtannera. a. O. Bd. III, S. 781.[361]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48 ff. — Die Litteratur über die „AffaireGuilbert de Préval“ beiGirtannera. a. O. S. 782 und J. K. Proksch „Die Litteratur über die venerischen Krankheiten“. Bonn 1889. Bd. I, S. 473. — Als Kuriosum möge hierLinguet’s„Cacomonade, histoire politique et morale“ Köln 1769 erwähnt werden, eine Paraphrase vonVoltaire’sbekannter cynischer Anecdote über den Ursprung der Syphilis im 4. Kap. des „Candide“.[362]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226.[363]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48.[364]J. K.Prokscha. a. O. S. 50.[365]Prokscha. a. O. S. 50–51. „Unter 48 Condomen der verschiedensten Grösse, die ich mir von Verschleissern und ohne eine Auswahl zu meinen Experimenten anschaffte, fand ich keinen einzigen, welchen ich als schlecht gemacht und unsicher bezeichnen könnte. Die meisten Condome liessen sich mittelst einer Compressionsluftpumpe bis an das Vierfache des Volums, welches sie im Zustande der Contraction hatten, ausdehnen, ehe sie mit einem starken Knalle platzten; kein einziger Condom barst, wenn ich die Ausdehnung seines Umfanges nur bis auf das Dreifache trieb, was ich an allen durch genaue Messungen sicher stellte. Bemerkenswert war bei diesen Versuchen der Umstand, dass die Condome nach einer stärkeren Ausdehnung knapp vor der Stelle abrissen, wo ich sie mittelst eines Bändchens an die Compressions-Luftpumpe befestigt hatte. Wäre es mir also möglich gewesen, die Condome auf eine Weise zu befestigen, die es zugelassen hätte, die ganzen Condome zu erweitern, so würde ich gewiss noch bedeutendere Ausdehnungen erzielt haben.“ Auch rasche und ungleichmässige Ausdehnungen ergaben dasselbe Resultat wodurch nachProkschsichergestellt ist, dass, wenn „die Condome aus Kautschuk im unversehrten Zustande verkauft werden, sie durch den Beischlaf unmöglich zerrissen werden können, auch wenn sie noch so ungeschickt angelegt und gebraucht werden, und dass sie selbst bei ihrer stärksten Ausdehnung impermeabel bleiben. Damit sind die gewichtigsten Einwände, welche gegen die Schutzfähigkeit der Condome bis nun gethan wurden, widerlegt.“[366]J. A.Dulaurehat in seinem grossen Werke „Des divinités génératrices ou du culte du Phallus chez les Anciens et Modernes“ Nouv. édit. Paris 1885 eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Phalluscultus gegeben. — Wertvolle Beiträge dazu auch bei J.Rosenbaum„Geschichte der Lustseuche im Altertume“. 7. Auflage. Berlin 1904. S. 59–70.[367]Dr.Iwan Bloch. „Kannten die Alten die Contagiosität venerischer Krankheiten?“ Deutsche med. Wochenschr. 1899 No. 5, teilt eine interessante Stelle aus den kürzlich wieder aufgefundenen Mimiamben des hellenistischen DichtersHerondasmit. In dem Mimiambus „Die beiden Freundinnen“ oder „Das vertrauliche Gespräch“ handelt es sich um einen Lederphallus, den die Frauen der Insel Kos unter einander zur Befriedigung ihrer Lüste benutzen, welche Unsitte damals selbst unter den ehrbaren Bürgerinnen ganz verbreitet war, wie aus dem Gespräche zweier Freundinnen hervorgeht. — Die BehauptungBloch’s, dass die Syphilis im Altertums nicht existiert habe, scheint uns noch entschieden weiterer Beweise bedürftig zu sein.[368]Selbst dieses Instrument wurde zu einer Satire gegen das Königtum missbraucht, in der Schrift „Le Godmiché Royal“ Paris 1790.[369]W.Heinsein seiner Uebersetzung des „Petronius. Begebenheiten des Enkolp.“ Neue Ausgabe. Leipzig 1898. Bd. I, S. 70.[370]Garniera. a. O. S. 378.[371]Derselbe Autor erzählt a. a. O. S. 125, dass die Chinesen auch diese Wollustapparate schon erfunden hatten, bevor sie mit Europäern in Berührung kamen, und dass man heute in Tient-sin künstliche männliche Glieder in „natürlichen Farben“ verkauft, sowie Bilder, welche Frauen darstellen, wie sie von „Tröstern“ Gebrauch machen. Selbst auf Porzellan wurden derartige Szenen gemalt. — Wir selbst haben in letzter Zeit mehrfach im Besitz von jungen Kaufleuten eine hektographierte Zeichnung gesehen, auf der dieser Apparat in Form einer grossen Maschine dargestellt war, die von einer Frau zum Zwecke der sexuellen Befriedigung in Bewegung gesetzt wird. So ähnlich wird man sichSade’s„automatische Godmichés“ zu denken haben. — „Analuma, eigentlich die Gesellschaft der unverheirateten jungen Damen, ist ein sinnig-euphemistisch-verschämter Ausdruck für den Penis.“ (B.Friedländer„Notizen über Samoa“. Zeitschr. für Ethnologie. 1899. S. 31).[372]Garniera. a. O. S. 373.[373]Paul Lacroix„XVIIIe Siècle. Institutions, Usages et Costumes.“ Paris 1875. S. 389.[374]Paul Lacroixa. a. O. S. 390.[375]ib. S. 388.[376]Paul Lacroixa. a. O. S. 11.[377]Brillat-Savarin„Physiologie des Geschmacks“, übersetzt vonCarl Vogt. 2. Aufl. Braunschweig 1866. S. 269.[378]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 263.[379]ib. S. 269.[380]ib. S. 56.[381]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 224 ff.[382]J. F.Reichardta. a. O. Bd. III. S. 77–78.[383]„Aline et Valcour“ Brüssel 1883 Bd. II, S. 293.[384]Es ist eine interessante Frage, ob die Kleptomanie vornehmer Damen nicht mitsexuellen Perversitätenzusammenhängt, wie wir vermuten, nach den blossen Schilderungen, dieSadevon derWollustdes Diebstahls entwirft. Der FallLombroso’s, in dem ein 15jähriges Mädchen stets während derMenstruationvon Kleptomanie ergriffen wurde, spricht auch dafür. („Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte“ Hamburg 1894. S. 527.)[385]A.Bettelheima. a. O. S. 615. — Wie diese Geldgier den moralischen und physischen Menschen corrumpiert, schildert unübertrefflich A.Schüle„Handbuch der Geisteskrankheiten“ 2. Auflage. Leipzig 1880. S. 194.[386]G.Keben„Die Prostitution und ihre Beziehungen zur modernen realistischen Litteratur“. Zürich 1892 S. 52 führt ein bemerkenswertes Wort vonAvé-Lallemantan: „Mehrere Räuber verfluchten auf dem Schaffot die Bordelle als die Ursache ihres Unglücks.“[387]A.Schmidta a. O. Bd. II, S. 33–36.[388]A.Schmidta. a. O. II, S 39–43.[389]A.Schmidta. a. O. II, 51.[390]A.Schmidta. a. O. Bd. II, S. 56. —Schmidtmacht darauf aufmerksam, dass die einmal erweckten verbrecherischen Neigungen sich in einem Teile der französischen und besonders der Pariser Bevölkerung forterbten und daher in jedem späteren, die Bande der bürgerlichen Ordnung lockernden Zeitpunkt mit Unwiderstehlichkeit und Heftigkeit wieder hervorbrachen.[391]G.Hermanna. a. O. S. 111.[392]A.Kohut„Berühmte und berüchtigte Giftmischerinnen“. Berlin 1893. S. 55–65.[393]Ueberraschend ähnlich (wenn auch natürlich in anderem Sinne) heisst es bei W. v.Bechterew„Suggestion und ihre soziale Bedeutung“ Leipzig 1899, S. 82 von der Suggestion überhaupt: „Es kann nicht zweifelhaft sein, dasssuggestive Mikrobenin gewissen Fällen gleich verderbenbringend wirken müssen wie physische Infektion... Der ‚psychische Bacillus‘ der Suggestion kann je nach seinem inneren Gehalt segenbringende, aber auch schädliche und verheerende Wirkungen entfalten.“[394]„L’espion anglais“. Bd. VI. London 1783. S. 1–15. („Exécution de Desrues et son histoire“.)

[279]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. II, S. 81.

[279]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. II, S. 81.

[280]Dulaurea. a. O. Bd. V, S. 285; S. 307–310.

[280]Dulaurea. a. O. Bd. V, S. 285; S. 307–310.

[281]Wie richtigde Sadebeobachtet hat, wenn er in der „Justine“ (I, 5) die Onanie als ein Linderungsmittel von Schmerzen bezeichnet, beweisen die Ausführungen von Dr.Havelock Ellisin seinem neuesten Werke „Geschlechtstrieb und Schamgefühl.“ Leipzig 1900. S. 272 ff., wo er über mehrere Fälle von Masturbation zur Beseitigung von Schmerzen berichtet.

[281]Wie richtigde Sadebeobachtet hat, wenn er in der „Justine“ (I, 5) die Onanie als ein Linderungsmittel von Schmerzen bezeichnet, beweisen die Ausführungen von Dr.Havelock Ellisin seinem neuesten Werke „Geschlechtstrieb und Schamgefühl.“ Leipzig 1900. S. 272 ff., wo er über mehrere Fälle von Masturbation zur Beseitigung von Schmerzen berichtet.

[282]„L’espion anglais.“ Bd. X, S. 271–272.

[282]„L’espion anglais.“ Bd. X, S. 271–272.

[283]La Mettrie„L’art de jouir.“ A Cythère 1751. S. 131.

[283]La Mettrie„L’art de jouir.“ A Cythère 1751. S. 131.

[284]„La chronique scandaleuse.“ Bd. II, S. 167.

[284]„La chronique scandaleuse.“ Bd. II, S. 167.

[285]S. A. Tissot„De l’onanisme, ou dissertation sur les maladies produites par la masturbation.“ Lausanne 1760.

[285]S. A. Tissot„De l’onanisme, ou dissertation sur les maladies produites par la masturbation.“ Lausanne 1760.

[286]H. Rohleder„Die Masturbation.“ Berlin 1899. S. 19.

[286]H. Rohleder„Die Masturbation.“ Berlin 1899. S. 19.

[287]Garniera. a. O. S. 432 berichtet, dassHallereine Clitoris von 7 Zoll Länge gesehen habe, ja dass Phantasten sogar eine von einem — Fuss Länge gesehen haben wollen!

[287]Garniera. a. O. S. 432 berichtet, dassHallereine Clitoris von 7 Zoll Länge gesehen habe, ja dass Phantasten sogar eine von einem — Fuss Länge gesehen haben wollen!

[288]Die Franzosen bezeichnen mit dem Worte „Sodomie“ unsere Paederastie, während wir bekanntlich unter „Sodomie“ die Unzucht zwischen Mensch und Tier verstehen.

[288]Die Franzosen bezeichnen mit dem Worte „Sodomie“ unsere Paederastie, während wir bekanntlich unter „Sodomie“ die Unzucht zwischen Mensch und Tier verstehen.

[289]„Ma conversion.“ London 1783. S. 165–168

[289]„Ma conversion.“ London 1783. S. 165–168

[290]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. X, Lettre IX „Confession d’une jeune fille.“ S. 179–208; Lettre XI „Suite de la confession d’une jeune fille.“ S. 248–275; Lettre XIV „Suite et fin de la confession d’une jeune fille“.

[290]„L’espion anglais.“ London 1784. Bd. X, Lettre IX „Confession d’une jeune fille.“ S. 179–208; Lettre XI „Suite de la confession d’une jeune fille.“ S. 248–275; Lettre XIV „Suite et fin de la confession d’une jeune fille“.

[291]Wir finden in den Werken über Psychopathia sexualis denSpiegelnirgends erwähnt, der nach unserer Ansicht oft sehr viel Unheil anrichtet.

[291]Wir finden in den Werken über Psychopathia sexualis denSpiegelnirgends erwähnt, der nach unserer Ansicht oft sehr viel Unheil anrichtet.

[292]Hier bediente sichSapho— sagteMairobert— wie auch später eines viel obscöneren Ausdrucks.

[292]Hier bediente sichSapho— sagteMairobert— wie auch später eines viel obscöneren Ausdrucks.

[293]a. a. O. S. 190.

[293]a. a. O. S. 190.

[294]Hier sieht man wieder deutlich, wie der Marquisde Sadenach der Wirklichkeit gearbeitet hat. Dieses Reinigen der orificia corporis durch junge Mädchen kommt in seinen Romanen unzählige Male vor.

[294]Hier sieht man wieder deutlich, wie der Marquisde Sadenach der Wirklichkeit gearbeitet hat. Dieses Reinigen der orificia corporis durch junge Mädchen kommt in seinen Romanen unzählige Male vor.

[295]Hierzu machtMairobertfolgende interessante Anmerkung: „Il y a grande apparence, que cette statue et le globe sont creux et remplisd’un air plus léger que celui de l’atmosphère du salon, en sorte qu’ils sont dans un parfait équilibre. Voila comme d’habiles physiciens présents à ce récit expliquèrent ce prodige qui tient beaucoup du roman. Ils citent même l’ouvrage d’un pèreJoseph Galien, dominicain, ancien professeur de philosophie et de théologie dans l’université d’Avignon qui en 1755 a publié ‚L’art de naviger dans les airs‘ établi sur des principes de physique et de géométrie.“ BeiE. Gerland„Geschichte der Physik“. Leipzig 1892. S. 199, finden wir diesenGalienals Vorläufer derMontgolfiernicht erwähnt, sondern nur den PaterGuzmanin Lissabon.

[295]Hierzu machtMairobertfolgende interessante Anmerkung: „Il y a grande apparence, que cette statue et le globe sont creux et remplisd’un air plus léger que celui de l’atmosphère du salon, en sorte qu’ils sont dans un parfait équilibre. Voila comme d’habiles physiciens présents à ce récit expliquèrent ce prodige qui tient beaucoup du roman. Ils citent même l’ouvrage d’un pèreJoseph Galien, dominicain, ancien professeur de philosophie et de théologie dans l’université d’Avignon qui en 1755 a publié ‚L’art de naviger dans les airs‘ établi sur des principes de physique et de géométrie.“ BeiE. Gerland„Geschichte der Physik“. Leipzig 1892. S. 199, finden wir diesenGalienals Vorläufer derMontgolfiernicht erwähnt, sondern nur den PaterGuzmanin Lissabon.

[296]Ueber den Chevalier d’Eon siehe weiter unten.

[296]Ueber den Chevalier d’Eon siehe weiter unten.

[297]Gemeint ist das berühmte Werk vonNicolaus Venette(1633–1698) „De la genération de l’homme, ou tableau de l’amour conjugal“. Amsterdam 1688 unter dem PseudonymSalionci; später unter wahrem Namen zahlreiche Neuauflagen.

[297]Gemeint ist das berühmte Werk vonNicolaus Venette(1633–1698) „De la genération de l’homme, ou tableau de l’amour conjugal“. Amsterdam 1688 unter dem PseudonymSalionci; später unter wahrem Namen zahlreiche Neuauflagen.

[298]Hierbei wurde ein Vers des KardinalsBerniserwähnt. — Der KardinalBerniskommt auch beiSadevor.

[298]Hierbei wurde ein Vers des KardinalsBerniserwähnt. — Der KardinalBerniskommt auch beiSadevor.

[299]Diese DarstellungMairobert’sist nicht ganz richtig. Ursprünglich war das Gedichtaltfranzösisch, vonJean de Nevizanverfasst.Franciscus Cornigerübertrug es dann ins Lateinische. Später entstanden zahlreiche französische Nachübersetzungen z. B. vonJ. Blanchon. Man findet diese Versionen in dem pikanten Buche von Cl. Fr. X. Mercier „Eloge du sein des femmes“ Nouvelle édition. Brüssel 1879. Kapitel II, S. 35 ff. —Baylehat im Artikel „Hélène“ seines berühmten Wörterbuchs nur die ersten sechs Verse zitiert, dem Scharfsinn des Lesers das Erraten der übrigen überlassend. EinedeutscheundspanischeVersion siehe im „Eros“. Stuttgart 1849. Bd. I, S. 231–234. Vergleiche ferner die Aufzählung dieser 30 Schönheiten in dem alten Werke „Geneanthropeia Jo. Benedicti Sinibaldi Archiatri et Professoris Romani.“ Rom 1642 col. 147. Auch die Aloysia Sigaea kennt dieselben.

[299]Diese DarstellungMairobert’sist nicht ganz richtig. Ursprünglich war das Gedichtaltfranzösisch, vonJean de Nevizanverfasst.Franciscus Cornigerübertrug es dann ins Lateinische. Später entstanden zahlreiche französische Nachübersetzungen z. B. vonJ. Blanchon. Man findet diese Versionen in dem pikanten Buche von Cl. Fr. X. Mercier „Eloge du sein des femmes“ Nouvelle édition. Brüssel 1879. Kapitel II, S. 35 ff. —Baylehat im Artikel „Hélène“ seines berühmten Wörterbuchs nur die ersten sechs Verse zitiert, dem Scharfsinn des Lesers das Erraten der übrigen überlassend. EinedeutscheundspanischeVersion siehe im „Eros“. Stuttgart 1849. Bd. I, S. 231–234. Vergleiche ferner die Aufzählung dieser 30 Schönheiten in dem alten Werke „Geneanthropeia Jo. Benedicti Sinibaldi Archiatri et Professoris Romani.“ Rom 1642 col. 147. Auch die Aloysia Sigaea kennt dieselben.

[300]Kenner — und deren soll es nicht wenige geben — brauchen wir wohl kaum auf die vortrefflichen ästhetischen Werke vonE. W. v. Brücke„Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt“ Wien 1891, undC. H. Stratz„Die Schönheit des weiblichen Körpers.“ 7. Auflage. Stuttgart 1900 hinzuweisen.

[300]Kenner — und deren soll es nicht wenige geben — brauchen wir wohl kaum auf die vortrefflichen ästhetischen Werke vonE. W. v. Brücke„Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt“ Wien 1891, undC. H. Stratz„Die Schönheit des weiblichen Körpers.“ 7. Auflage. Stuttgart 1900 hinzuweisen.

[301]„Apologie de la secte Anandryne ou Exhortation à une jeune tribade par Mlle de Raucourt, prononcée le 23. mars 1778“. „L’espion anglais.“ X, 208–228. Hier gilt die Rede zwar einer Mlle Aurore. Doch ist anzunehmen, dass dieRaucourtimmer dieselben Gedanken vorbrachte.

[301]„Apologie de la secte Anandryne ou Exhortation à une jeune tribade par Mlle de Raucourt, prononcée le 23. mars 1778“. „L’espion anglais.“ X, 208–228. Hier gilt die Rede zwar einer Mlle Aurore. Doch ist anzunehmen, dass dieRaucourtimmer dieselben Gedanken vorbrachte.

[302]Auch diese Schilderung ist wieder ein Beweis für unsere Ansicht von demallmählichen Erworbenwerdender Homosexualität. Mangewöhntsich an den neuen Reiz, der allmählichunentbehrlichwird. Man beachte, dass dieses Bekenntnis aus dem Munde einerechtenAnhängerin des amor lesbicus kommt, die nicht etwa temporäre Tribade war.

[302]Auch diese Schilderung ist wieder ein Beweis für unsere Ansicht von demallmählichen Erworbenwerdender Homosexualität. Mangewöhntsich an den neuen Reiz, der allmählichunentbehrlichwird. Man beachte, dass dieses Bekenntnis aus dem Munde einerechtenAnhängerin des amor lesbicus kommt, die nicht etwa temporäre Tribade war.

[303]Poulet-Malassishat in seiner Ausgabe dieser Abschnitte des „Espion Anglais“ („Anandria, ou Confession de mademoiselle Sapho“ Lesbos [Brüssel] 1866) den Schlüssel zu diesen Namen gegeben. „Furiel“ ist Mmede Fleury, „Urbsrex“ ist die Herzogin vonVilleroy; „Terracenès“ ist die Marquisede Senecterreund „Téchul“ ist die Marquisede Luchet.

[303]Poulet-Malassishat in seiner Ausgabe dieser Abschnitte des „Espion Anglais“ („Anandria, ou Confession de mademoiselle Sapho“ Lesbos [Brüssel] 1866) den Schlüssel zu diesen Namen gegeben. „Furiel“ ist Mmede Fleury, „Urbsrex“ ist die Herzogin vonVilleroy; „Terracenès“ ist die Marquisede Senecterreund „Téchul“ ist die Marquisede Luchet.

[304]Dass der Marquisde Sadestets Gelegenheit nimmt, seine Helden, besondersvorden Orgien mit einer grossen Redeüberdieselben paradieren zu lassen, haben wir schon öfter hervorgehoben.

[304]Dass der Marquisde Sadestets Gelegenheit nimmt, seine Helden, besondersvorden Orgien mit einer grossen Redeüberdieselben paradieren zu lassen, haben wir schon öfter hervorgehoben.

[305]„Eros“ Bd. II. S. 413.

[305]„Eros“ Bd. II. S. 413.

[306]Fr. C.Forberggiebt eine kurze lateinische Darstellung dieser Feier und berichtet, dass inLondonam Ende des vorigen Jahrhunderts eine ähnliche Secte existiert habe. („Antonii Panormitae Hermaphroditus“ Coburg 1824 S. 365–366.)

[306]Fr. C.Forberggiebt eine kurze lateinische Darstellung dieser Feier und berichtet, dass inLondonam Ende des vorigen Jahrhunderts eine ähnliche Secte existiert habe. („Antonii Panormitae Hermaphroditus“ Coburg 1824 S. 365–366.)

[307]Françoise Clairien, genanntSaucerotte, genanntRaucourt, geboren zu Dombasle in Lothringen am 29. November 1753, starb in Paris am 15. Januar 1815. Sie erschien zum ersten Male am 23. September 1772 auf der Bühne als „Dido“.

[307]Françoise Clairien, genanntSaucerotte, genanntRaucourt, geboren zu Dombasle in Lothringen am 29. November 1753, starb in Paris am 15. Januar 1815. Sie erschien zum ersten Male am 23. September 1772 auf der Bühne als „Dido“.

[308]„Le livre moderne“ herausgegeben vonOctave Uzanne, Paris 1891 Bd. IV S. 245–247.

[308]„Le livre moderne“ herausgegeben vonOctave Uzanne, Paris 1891 Bd. IV S. 245–247.

[309]„La chronique scandaleuse“ Paris 1789. Bd. III. S. 32 und 280.

[309]„La chronique scandaleuse“ Paris 1789. Bd. III. S. 32 und 280.

[310]Charles Geneviève Louis Auguste André Thimothée d’Eon de Beaumontgeb. 1728 zu Tonnerre in Burgund, gestorben 1810 in London.

[310]Charles Geneviève Louis Auguste André Thimothée d’Eon de Beaumontgeb. 1728 zu Tonnerre in Burgund, gestorben 1810 in London.

[311]d’Eonstellt allerdings die Sache so dar, als obBeaumarchaisvon ihm zum Besten gehalten sei und wirklich an seine weibliche Natur geglaubt habe.

[311]d’Eonstellt allerdings die Sache so dar, als obBeaumarchaisvon ihm zum Besten gehalten sei und wirklich an seine weibliche Natur geglaubt habe.

[312]d’Eonwollte hier einschalten: „als das Geschlecht der Dame durchZeugen, Aerzte, Matronenund rechtsförmliche Urkunden erwiesen erscheint“, ein Zusatz, denBeaumarchaistilgte.

[312]d’Eonwollte hier einschalten: „als das Geschlecht der Dame durchZeugen, Aerzte, Matronenund rechtsförmliche Urkunden erwiesen erscheint“, ein Zusatz, denBeaumarchaistilgte.

[313]Die ganze Darstellung der „Affaire d’Eon“ nach A.Bettelheim„Beaumarchais“, Frankfurt a. M. 1876. S. 356–370.

[313]Die ganze Darstellung der „Affaire d’Eon“ nach A.Bettelheim„Beaumarchais“, Frankfurt a. M. 1876. S. 356–370.

[314]J.Casanovaa. a. O. Bd. V, S. 87. Ueber den Aufenthalt des Chevalierd’Eonin England vgl. den dritten Band dieser Studien („Das Geschlechtsleben in England“, Bd. II, Cap. 7), sowie die Schrift von H.Vizetelly„The true story of the Chevalier d’Eon“, London 1895.

[314]J.Casanovaa. a. O. Bd. V, S. 87. Ueber den Aufenthalt des Chevalierd’Eonin England vgl. den dritten Band dieser Studien („Das Geschlechtsleben in England“, Bd. II, Cap. 7), sowie die Schrift von H.Vizetelly„The true story of the Chevalier d’Eon“, London 1895.

[315]H.Ellisu. J. A.Symonds„Das conträre Geschlechtsgefühl“ Leipzig 1896. S. 186.

[315]H.Ellisu. J. A.Symonds„Das conträre Geschlechtsgefühl“ Leipzig 1896. S. 186.

[316]„Bougre“ kommt von „Bulgar“, da man der Sekte der Bulgaren die erste Einführung des Lasters in Frankreich zuschrieb.

[316]„Bougre“ kommt von „Bulgar“, da man der Sekte der Bulgaren die erste Einführung des Lasters in Frankreich zuschrieb.

[317]„Erotica Biblion“ Cap. Kadhésh. Amsterdam 1890 (Neudruck) S. 114.

[317]„Erotica Biblion“ Cap. Kadhésh. Amsterdam 1890 (Neudruck) S. 114.

[318]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘“ Berlin 1898 Bd. I. S. 460.

[318]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘“ Berlin 1898 Bd. I. S. 460.

[319]Vgl.Bussy-Rabutin„Histoire amoureuse des Gaules“ EditionAuguste PoitevinParis 1858 Bd. II S. 254–261.

[319]Vgl.Bussy-Rabutin„Histoire amoureuse des Gaules“ EditionAuguste PoitevinParis 1858 Bd. II S. 254–261.

[320]H.Ellisu. J. A.Symondsa. a. O. S. 127.

[320]H.Ellisu. J. A.Symondsa. a. O. S. 127.

[321]A.Moll„Die konträre Sexualempfindung“ 2. Auflage Berlin 1893 S. 68.

[321]A.Moll„Die konträre Sexualempfindung“ 2. Auflage Berlin 1893 S. 68.

[322]F. C.Forberga, a. O. S. 164.

[322]F. C.Forberga, a. O. S. 164.

[323]„Eros“ I, S. 602. — Die „Hermaphroditen“ waren ein Paederasten-Club, wie aus der Schrift „Description de l’Isle des Hermaphrodites“ Köln 1724 hervorgeht. Vergl. ferner bezüglich der Verbreitung der Paederastie im 18. Jahrhundert die „Anecdotes pour servir à l’Histoire Sécrète des Ebugors“. Medoso MMMCCCXXXIII.

[323]„Eros“ I, S. 602. — Die „Hermaphroditen“ waren ein Paederasten-Club, wie aus der Schrift „Description de l’Isle des Hermaphrodites“ Köln 1724 hervorgeht. Vergl. ferner bezüglich der Verbreitung der Paederastie im 18. Jahrhundert die „Anecdotes pour servir à l’Histoire Sécrète des Ebugors“. Medoso MMMCCCXXXIII.

[324]A.Schmidta. a. O. Bd. II S. 87–88.

[324]A.Schmidta. a. O. Bd. II S. 87–88.

[325]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 460. Diese Schrift enthält 6 Capitel: I. Des filles de joie; II. Des Sodomites; III. De la Bestialité; IV. De l’Inceste; V. Du Gamahuchage; VI. De quelques autres abus qui nuisent à la population.

[325]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 460. Diese Schrift enthält 6 Capitel: I. Des filles de joie; II. Des Sodomites; III. De la Bestialité; IV. De l’Inceste; V. Du Gamahuchage; VI. De quelques autres abus qui nuisent à la population.

[326]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘.“ I, S. 499.

[326]A.Moll„Untersuchungen über die ‚Libido sexualis‘.“ I, S. 499.

[327]Angesichts der Vorgänge im Potsdamer Waisenhause und anderer kultur-historischer Thatsachen erscheint diese Meinung des Marquisde Sadeetwas sonderbar.

[327]Angesichts der Vorgänge im Potsdamer Waisenhause und anderer kultur-historischer Thatsachen erscheint diese Meinung des Marquisde Sadeetwas sonderbar.

[328]W. M.Cooper„Der Flagellantismus und die Flagellanten“. Deutsch von H.Dohrn. Dresden 1899. S. 102–108.

[328]W. M.Cooper„Der Flagellantismus und die Flagellanten“. Deutsch von H.Dohrn. Dresden 1899. S. 102–108.

[329]R. v.Krafft-Ebing„Neue Forschungen auf dem Gebiete der Psychopathia sexualis.“ 2. Auflage. Stuttgart 1891. S. 35–36. — Vergl. auch P. J.Moebius„J. J.Rousseau’sKrankengeschichte“. Leipzig 1889. Und K. G. Lenz, Ueber Rousseaus Verbindung mit Weibern. 2. Aufl. Berlin 1906. p. 8 ff.

[329]R. v.Krafft-Ebing„Neue Forschungen auf dem Gebiete der Psychopathia sexualis.“ 2. Auflage. Stuttgart 1891. S. 35–36. — Vergl. auch P. J.Moebius„J. J.Rousseau’sKrankengeschichte“. Leipzig 1889. Und K. G. Lenz, Ueber Rousseaus Verbindung mit Weibern. 2. Aufl. Berlin 1906. p. 8 ff.

[330]P.Fraxia. a. O. S. XLIV.

[330]P.Fraxia. a. O. S. XLIV.

[331]P.Fraxia. a. O. S. XLIV-XLV. Dort findet sich auch eine Abbildung dieses merkwürdigen „Berkley Horse“.

[331]P.Fraxia. a. O. S. XLIV-XLV. Dort findet sich auch eine Abbildung dieses merkwürdigen „Berkley Horse“.

[332]Vgl. „Studien“ Bd. III. Das Geschlechtsleben in England. Zweiter Teil. Kap. 6.

[332]Vgl. „Studien“ Bd. III. Das Geschlechtsleben in England. Zweiter Teil. Kap. 6.

[333]G.Abricossoffa. a. O. S. 70. — Dass der Aderlass eineModesachebei Aerzten und Laien war, bemerkt Dr. P.Hamonic(„La Chirurgie et la Médecine d’autrefois“ Paris 1900 S. 90–91): „Le XVIIIe siècle a marqué l’apogée de la saignée. Jamais la phlébotomie n’a autant prévalu en chirurgie et en médecine. On pratiquait cette opération dans les circonstances les plus diverses. On en avait fait une panacée qui guérissait tout. Elle était plus répandue que la purgation. Bien des gens se faisaient saigner préventiment pour éviter des maladies qu’ils n’avaient pas, d’autres par habitude; il en était même qui n’obéissaient qu’à la mode.“

[333]G.Abricossoffa. a. O. S. 70. — Dass der Aderlass eineModesachebei Aerzten und Laien war, bemerkt Dr. P.Hamonic(„La Chirurgie et la Médecine d’autrefois“ Paris 1900 S. 90–91): „Le XVIIIe siècle a marqué l’apogée de la saignée. Jamais la phlébotomie n’a autant prévalu en chirurgie et en médecine. On pratiquait cette opération dans les circonstances les plus diverses. On en avait fait une panacée qui guérissait tout. Elle était plus répandue que la purgation. Bien des gens se faisaient saigner préventiment pour éviter des maladies qu’ils n’avaient pas, d’autres par habitude; il en était même qui n’obéissaient qu’à la mode.“

[334]„Gazette médicale de Paris“ vom 21. Juli 1849 S. 560.

[334]„Gazette médicale de Paris“ vom 21. Juli 1849 S. 560.

[335]Ein uraltes Mittelder Perserist das Gummi von Ferula Asa foetida (Stinkasant, Teufelsdreck), welches „beim Beischlafe zum höchsten Genusse verhilft, wenn man den Penis damit einreibt.“ (R.Kobert„Historische Studien aus dem pharmakologischen Institut in Dorpat“. Halle. 1893. Bd. III S. 188).

[335]Ein uraltes Mittelder Perserist das Gummi von Ferula Asa foetida (Stinkasant, Teufelsdreck), welches „beim Beischlafe zum höchsten Genusse verhilft, wenn man den Penis damit einreibt.“ (R.Kobert„Historische Studien aus dem pharmakologischen Institut in Dorpat“. Halle. 1893. Bd. III S. 188).

[336]Ueber das Opium als sexuelles Stimulans urteilt man heute anders. L.Lewinbemerkt darüber: „Durch einmalige oder nur kurze Zeit gereichte mittlere Opiummengen soll dieGeschlechtstätigkeiterhöht werden. Diese Angabe muss insofern als unrichtig angesehen werden, als wohl während des Opiumrausches dem Opiumraucher eine Reihe von wollüstigen Bildern in der abnorm erregten, ungeordneten und wirren Sinnesthätigkeit auftauchen können, dass aber die dadurch hervorgerufenen Erectionen schnell vorübergehen und hiermit wohl nicht eine erhöhte Libido sexualis oder Potentia coeundi verbunden ist. Zu bemerken ist freilich, dass von Opiophagen eine erhebliche Steigerung der geschlechtlichen Funktionen in der ersten Zeit des Opiumgebrauches angegeben wird. Dieselbe macht später einer Impotenz Platz.“ (Artikel „Opium“ inEulenburg’s„Real-Encyklopädie der gesamten Heilkunde“. Wien und Leipzig 1898 Bd. XVII S. 625.) — In einem der folgenden Bände dieser Studien gedenken wir über die Aphrodisiaca incultur-undsittengeschichtlicherBeziehung zu handeln.

[336]Ueber das Opium als sexuelles Stimulans urteilt man heute anders. L.Lewinbemerkt darüber: „Durch einmalige oder nur kurze Zeit gereichte mittlere Opiummengen soll dieGeschlechtstätigkeiterhöht werden. Diese Angabe muss insofern als unrichtig angesehen werden, als wohl während des Opiumrausches dem Opiumraucher eine Reihe von wollüstigen Bildern in der abnorm erregten, ungeordneten und wirren Sinnesthätigkeit auftauchen können, dass aber die dadurch hervorgerufenen Erectionen schnell vorübergehen und hiermit wohl nicht eine erhöhte Libido sexualis oder Potentia coeundi verbunden ist. Zu bemerken ist freilich, dass von Opiophagen eine erhebliche Steigerung der geschlechtlichen Funktionen in der ersten Zeit des Opiumgebrauches angegeben wird. Dieselbe macht später einer Impotenz Platz.“ (Artikel „Opium“ inEulenburg’s„Real-Encyklopädie der gesamten Heilkunde“. Wien und Leipzig 1898 Bd. XVII S. 625.) — In einem der folgenden Bände dieser Studien gedenken wir über die Aphrodisiaca incultur-undsittengeschichtlicherBeziehung zu handeln.

[337]C.Binz„Vorlesungen über Pharmakologie“ 2. Auflage. Berlin 1891 S. 690.

[337]C.Binz„Vorlesungen über Pharmakologie“ 2. Auflage. Berlin 1891 S. 690.

[338]„Eros“ Bd. I. S. 41–42.

[338]„Eros“ Bd. I. S. 41–42.

[339]R.Kobert„Lehrbuch der Pharmakotherapie“. 1897. S. 488.

[339]R.Kobert„Lehrbuch der Pharmakotherapie“. 1897. S. 488.

[340]Dulaurea. a. O. Bd. V. S. 434.

[340]Dulaurea. a. O. Bd. V. S. 434.

[341]Casanovaa. a. O. S. 137.

[341]Casanovaa. a. O. S. 137.

[342]L.Waldenburgund C. E.Simon,„Handbuch der allgemeinen und speziellen Arzneiverordnungslehre“ 7. Auflage. Berlin 1870 S. 177. Viele Männer epilirten sich am ganzen Körper (H.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“ Wien 1893 S. 28.) — Vgl. Stern, Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei. Berlin 1903. Bd. 2, p. 132.

[342]L.Waldenburgund C. E.Simon,„Handbuch der allgemeinen und speziellen Arzneiverordnungslehre“ 7. Auflage. Berlin 1870 S. 177. Viele Männer epilirten sich am ganzen Körper (H.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“ Wien 1893 S. 28.) — Vgl. Stern, Medizin, Aberglaube und Geschlechtsleben in der Türkei. Berlin 1903. Bd. 2, p. 132.

[343]„La chronique scandaleuse“. Paris 1791. Bd. I, S. 139.

[343]„La chronique scandaleuse“. Paris 1791. Bd. I, S. 139.

[344]F.Hering„Kosmetik nach Heinrich de Mondeville“. Inauguraldissertation. Berlin 1898. S. 17–18. (Unter der Aegide von J.Pagel).

[344]F.Hering„Kosmetik nach Heinrich de Mondeville“. Inauguraldissertation. Berlin 1898. S. 17–18. (Unter der Aegide von J.Pagel).

[345]Nach J.Hyrtl„Handbuch der topographischen Anatomie“ 7. Auflage. Wien 1882 Bd. II, S. 191 sprechen auchAvicennaundCornelius Agrippavon Mitteln, deren Gebrauch ein zerstörtes Hymen reproduzieren soll. In unseren kulturhistorischen Studien über die Aphrodisiaca werden wir diese interessante Frage weiter verfolgen.

[345]Nach J.Hyrtl„Handbuch der topographischen Anatomie“ 7. Auflage. Wien 1882 Bd. II, S. 191 sprechen auchAvicennaundCornelius Agrippavon Mitteln, deren Gebrauch ein zerstörtes Hymen reproduzieren soll. In unseren kulturhistorischen Studien über die Aphrodisiaca werden wir diese interessante Frage weiter verfolgen.

[346]Weitere Mitteilungen über die Restauration der Virginität findet man im zweiten Bande dieser Studien: das Geschlechtsleben in England. Bd. 1, S. 370–377.

[346]Weitere Mitteilungen über die Restauration der Virginität findet man im zweiten Bande dieser Studien: das Geschlechtsleben in England. Bd. 1, S. 370–377.

[347]P.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“. Wien 1893 S. 27.

[347]P.Paschkis„Kosmetik für Aerzte“. Wien 1893 S. 27.

[348]„Eros“ II. S. 261.

[348]„Eros“ II. S. 261.

[349]H.Paschkisa. a. O. S. 23.

[349]H.Paschkisa. a. O. S. 23.

[350]H.Plossund M.Bartels„Das Weib in der Natur- und Völkerkunde“ 6. Auflage. Leipzig 1899. Bd. I, S. 750.

[350]H.Plossund M.Bartels„Das Weib in der Natur- und Völkerkunde“ 6. Auflage. Leipzig 1899. Bd. I, S. 750.

[351]„Les bordels de Paris“. Paris 1790. S. 17. — „Höre Hortense“, sagt der Graf inMirabeaus„Ma conversion“ (S. 175 ff.) zu einer Dirne, „Ich habe von Dir einen Tripper bekommen. Das ist ja eine Regel. Ich beklage mich nicht darüber. Denn es ist ‚le bonbon du métier‘.“

[351]„Les bordels de Paris“. Paris 1790. S. 17. — „Höre Hortense“, sagt der Graf inMirabeaus„Ma conversion“ (S. 175 ff.) zu einer Dirne, „Ich habe von Dir einen Tripper bekommen. Das ist ja eine Regel. Ich beklage mich nicht darüber. Denn es ist ‚le bonbon du métier‘.“

[352]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226. Dass die Ansteckung auf diesem Wege erfolgen kann, bestätigt auch R.Bergh, der selbst einen solchen Fall beobachtet hat. („Ueber Ansteckung und Ansteckungswege bei Syphilis“, Hamburg und Leipzig 1888. S. 21.)

[352]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226. Dass die Ansteckung auf diesem Wege erfolgen kann, bestätigt auch R.Bergh, der selbst einen solchen Fall beobachtet hat. („Ueber Ansteckung und Ansteckungswege bei Syphilis“, Hamburg und Leipzig 1888. S. 21.)

[353]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 227. — Eine höchst witzige Anecdote über eine Madame D**. erzählt die „chron. scand.“ (IV, S. 10): „On disait à un souper que Madame D**. avait lapetitevérole (Blattern). Je n’en suis pas étonné, répondit quelqu’un, je l’ai toujours connue très modeste.“ —Grandevérole ist nämlich Syphilis.

[353]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 227. — Eine höchst witzige Anecdote über eine Madame D**. erzählt die „chron. scand.“ (IV, S. 10): „On disait à un souper que Madame D**. avait lapetitevérole (Blattern). Je n’en suis pas étonné, répondit quelqu’un, je l’ai toujours connue très modeste.“ —Grandevérole ist nämlich Syphilis.

[354]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 340 und S. 44.

[354]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 340 und S. 44.

[355]„L’espion anglais“. Bd. VI, S. 217–235. „Historique du spécifique du Docteur Guilbert de Préval“.

[355]„L’espion anglais“. Bd. VI, S. 217–235. „Historique du spécifique du Docteur Guilbert de Préval“.

[356]Es war eine Auflösung von Sublimat in Kalkwasser. (Chr. Girtanner„Abhandlung über die Venerische Krankheit“ Göttingen 1789 Bd. III, S. 782.)

[356]Es war eine Auflösung von Sublimat in Kalkwasser. (Chr. Girtanner„Abhandlung über die Venerische Krankheit“ Göttingen 1789 Bd. III, S. 782.)

[357]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 229.

[357]Parent-Duchateleta. a. O. II, S. 229.

[358]J. K.Proksch„Geschichte der venerischen Krankheiten“ Bonn 1895 Bd. II, S. 509; J.Schrank„Die Prostitution in Wien.“ Bd. I, S. 237. Wien 1886.

[358]J. K.Proksch„Geschichte der venerischen Krankheiten“ Bonn 1895 Bd. II, S. 509; J.Schrank„Die Prostitution in Wien.“ Bd. I, S. 237. Wien 1886.

[359]Parent-Duchateleta. a. O. Bd. II, S. 230.

[359]Parent-Duchateleta. a. O. Bd. II, S. 230.

[360]Girtannera. a. O. Bd. III, S. 781.

[360]Girtannera. a. O. Bd. III, S. 781.

[361]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48 ff. — Die Litteratur über die „AffaireGuilbert de Préval“ beiGirtannera. a. O. S. 782 und J. K. Proksch „Die Litteratur über die venerischen Krankheiten“. Bonn 1889. Bd. I, S. 473. — Als Kuriosum möge hierLinguet’s„Cacomonade, histoire politique et morale“ Köln 1769 erwähnt werden, eine Paraphrase vonVoltaire’sbekannter cynischer Anecdote über den Ursprung der Syphilis im 4. Kap. des „Candide“.

[361]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48 ff. — Die Litteratur über die „AffaireGuilbert de Préval“ beiGirtannera. a. O. S. 782 und J. K. Proksch „Die Litteratur über die venerischen Krankheiten“. Bonn 1889. Bd. I, S. 473. — Als Kuriosum möge hierLinguet’s„Cacomonade, histoire politique et morale“ Köln 1769 erwähnt werden, eine Paraphrase vonVoltaire’sbekannter cynischer Anecdote über den Ursprung der Syphilis im 4. Kap. des „Candide“.

[362]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226.

[362]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 226.

[363]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48.

[363]J. K.Proksch„Die Vorbauung der venerischen Krankheiten“. Wien 1872. S. 48.

[364]J. K.Prokscha. a. O. S. 50.

[364]J. K.Prokscha. a. O. S. 50.

[365]Prokscha. a. O. S. 50–51. „Unter 48 Condomen der verschiedensten Grösse, die ich mir von Verschleissern und ohne eine Auswahl zu meinen Experimenten anschaffte, fand ich keinen einzigen, welchen ich als schlecht gemacht und unsicher bezeichnen könnte. Die meisten Condome liessen sich mittelst einer Compressionsluftpumpe bis an das Vierfache des Volums, welches sie im Zustande der Contraction hatten, ausdehnen, ehe sie mit einem starken Knalle platzten; kein einziger Condom barst, wenn ich die Ausdehnung seines Umfanges nur bis auf das Dreifache trieb, was ich an allen durch genaue Messungen sicher stellte. Bemerkenswert war bei diesen Versuchen der Umstand, dass die Condome nach einer stärkeren Ausdehnung knapp vor der Stelle abrissen, wo ich sie mittelst eines Bändchens an die Compressions-Luftpumpe befestigt hatte. Wäre es mir also möglich gewesen, die Condome auf eine Weise zu befestigen, die es zugelassen hätte, die ganzen Condome zu erweitern, so würde ich gewiss noch bedeutendere Ausdehnungen erzielt haben.“ Auch rasche und ungleichmässige Ausdehnungen ergaben dasselbe Resultat wodurch nachProkschsichergestellt ist, dass, wenn „die Condome aus Kautschuk im unversehrten Zustande verkauft werden, sie durch den Beischlaf unmöglich zerrissen werden können, auch wenn sie noch so ungeschickt angelegt und gebraucht werden, und dass sie selbst bei ihrer stärksten Ausdehnung impermeabel bleiben. Damit sind die gewichtigsten Einwände, welche gegen die Schutzfähigkeit der Condome bis nun gethan wurden, widerlegt.“

[365]Prokscha. a. O. S. 50–51. „Unter 48 Condomen der verschiedensten Grösse, die ich mir von Verschleissern und ohne eine Auswahl zu meinen Experimenten anschaffte, fand ich keinen einzigen, welchen ich als schlecht gemacht und unsicher bezeichnen könnte. Die meisten Condome liessen sich mittelst einer Compressionsluftpumpe bis an das Vierfache des Volums, welches sie im Zustande der Contraction hatten, ausdehnen, ehe sie mit einem starken Knalle platzten; kein einziger Condom barst, wenn ich die Ausdehnung seines Umfanges nur bis auf das Dreifache trieb, was ich an allen durch genaue Messungen sicher stellte. Bemerkenswert war bei diesen Versuchen der Umstand, dass die Condome nach einer stärkeren Ausdehnung knapp vor der Stelle abrissen, wo ich sie mittelst eines Bändchens an die Compressions-Luftpumpe befestigt hatte. Wäre es mir also möglich gewesen, die Condome auf eine Weise zu befestigen, die es zugelassen hätte, die ganzen Condome zu erweitern, so würde ich gewiss noch bedeutendere Ausdehnungen erzielt haben.“ Auch rasche und ungleichmässige Ausdehnungen ergaben dasselbe Resultat wodurch nachProkschsichergestellt ist, dass, wenn „die Condome aus Kautschuk im unversehrten Zustande verkauft werden, sie durch den Beischlaf unmöglich zerrissen werden können, auch wenn sie noch so ungeschickt angelegt und gebraucht werden, und dass sie selbst bei ihrer stärksten Ausdehnung impermeabel bleiben. Damit sind die gewichtigsten Einwände, welche gegen die Schutzfähigkeit der Condome bis nun gethan wurden, widerlegt.“

[366]J. A.Dulaurehat in seinem grossen Werke „Des divinités génératrices ou du culte du Phallus chez les Anciens et Modernes“ Nouv. édit. Paris 1885 eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Phalluscultus gegeben. — Wertvolle Beiträge dazu auch bei J.Rosenbaum„Geschichte der Lustseuche im Altertume“. 7. Auflage. Berlin 1904. S. 59–70.

[366]J. A.Dulaurehat in seinem grossen Werke „Des divinités génératrices ou du culte du Phallus chez les Anciens et Modernes“ Nouv. édit. Paris 1885 eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Phalluscultus gegeben. — Wertvolle Beiträge dazu auch bei J.Rosenbaum„Geschichte der Lustseuche im Altertume“. 7. Auflage. Berlin 1904. S. 59–70.

[367]Dr.Iwan Bloch. „Kannten die Alten die Contagiosität venerischer Krankheiten?“ Deutsche med. Wochenschr. 1899 No. 5, teilt eine interessante Stelle aus den kürzlich wieder aufgefundenen Mimiamben des hellenistischen DichtersHerondasmit. In dem Mimiambus „Die beiden Freundinnen“ oder „Das vertrauliche Gespräch“ handelt es sich um einen Lederphallus, den die Frauen der Insel Kos unter einander zur Befriedigung ihrer Lüste benutzen, welche Unsitte damals selbst unter den ehrbaren Bürgerinnen ganz verbreitet war, wie aus dem Gespräche zweier Freundinnen hervorgeht. — Die BehauptungBloch’s, dass die Syphilis im Altertums nicht existiert habe, scheint uns noch entschieden weiterer Beweise bedürftig zu sein.

[367]Dr.Iwan Bloch. „Kannten die Alten die Contagiosität venerischer Krankheiten?“ Deutsche med. Wochenschr. 1899 No. 5, teilt eine interessante Stelle aus den kürzlich wieder aufgefundenen Mimiamben des hellenistischen DichtersHerondasmit. In dem Mimiambus „Die beiden Freundinnen“ oder „Das vertrauliche Gespräch“ handelt es sich um einen Lederphallus, den die Frauen der Insel Kos unter einander zur Befriedigung ihrer Lüste benutzen, welche Unsitte damals selbst unter den ehrbaren Bürgerinnen ganz verbreitet war, wie aus dem Gespräche zweier Freundinnen hervorgeht. — Die BehauptungBloch’s, dass die Syphilis im Altertums nicht existiert habe, scheint uns noch entschieden weiterer Beweise bedürftig zu sein.

[368]Selbst dieses Instrument wurde zu einer Satire gegen das Königtum missbraucht, in der Schrift „Le Godmiché Royal“ Paris 1790.

[368]Selbst dieses Instrument wurde zu einer Satire gegen das Königtum missbraucht, in der Schrift „Le Godmiché Royal“ Paris 1790.

[369]W.Heinsein seiner Uebersetzung des „Petronius. Begebenheiten des Enkolp.“ Neue Ausgabe. Leipzig 1898. Bd. I, S. 70.

[369]W.Heinsein seiner Uebersetzung des „Petronius. Begebenheiten des Enkolp.“ Neue Ausgabe. Leipzig 1898. Bd. I, S. 70.

[370]Garniera. a. O. S. 378.

[370]Garniera. a. O. S. 378.

[371]Derselbe Autor erzählt a. a. O. S. 125, dass die Chinesen auch diese Wollustapparate schon erfunden hatten, bevor sie mit Europäern in Berührung kamen, und dass man heute in Tient-sin künstliche männliche Glieder in „natürlichen Farben“ verkauft, sowie Bilder, welche Frauen darstellen, wie sie von „Tröstern“ Gebrauch machen. Selbst auf Porzellan wurden derartige Szenen gemalt. — Wir selbst haben in letzter Zeit mehrfach im Besitz von jungen Kaufleuten eine hektographierte Zeichnung gesehen, auf der dieser Apparat in Form einer grossen Maschine dargestellt war, die von einer Frau zum Zwecke der sexuellen Befriedigung in Bewegung gesetzt wird. So ähnlich wird man sichSade’s„automatische Godmichés“ zu denken haben. — „Analuma, eigentlich die Gesellschaft der unverheirateten jungen Damen, ist ein sinnig-euphemistisch-verschämter Ausdruck für den Penis.“ (B.Friedländer„Notizen über Samoa“. Zeitschr. für Ethnologie. 1899. S. 31).

[371]Derselbe Autor erzählt a. a. O. S. 125, dass die Chinesen auch diese Wollustapparate schon erfunden hatten, bevor sie mit Europäern in Berührung kamen, und dass man heute in Tient-sin künstliche männliche Glieder in „natürlichen Farben“ verkauft, sowie Bilder, welche Frauen darstellen, wie sie von „Tröstern“ Gebrauch machen. Selbst auf Porzellan wurden derartige Szenen gemalt. — Wir selbst haben in letzter Zeit mehrfach im Besitz von jungen Kaufleuten eine hektographierte Zeichnung gesehen, auf der dieser Apparat in Form einer grossen Maschine dargestellt war, die von einer Frau zum Zwecke der sexuellen Befriedigung in Bewegung gesetzt wird. So ähnlich wird man sichSade’s„automatische Godmichés“ zu denken haben. — „Analuma, eigentlich die Gesellschaft der unverheirateten jungen Damen, ist ein sinnig-euphemistisch-verschämter Ausdruck für den Penis.“ (B.Friedländer„Notizen über Samoa“. Zeitschr. für Ethnologie. 1899. S. 31).

[372]Garniera. a. O. S. 373.

[372]Garniera. a. O. S. 373.

[373]Paul Lacroix„XVIIIe Siècle. Institutions, Usages et Costumes.“ Paris 1875. S. 389.

[373]Paul Lacroix„XVIIIe Siècle. Institutions, Usages et Costumes.“ Paris 1875. S. 389.

[374]Paul Lacroixa. a. O. S. 390.

[374]Paul Lacroixa. a. O. S. 390.

[375]ib. S. 388.

[375]ib. S. 388.

[376]Paul Lacroixa. a. O. S. 11.

[376]Paul Lacroixa. a. O. S. 11.

[377]Brillat-Savarin„Physiologie des Geschmacks“, übersetzt vonCarl Vogt. 2. Aufl. Braunschweig 1866. S. 269.

[377]Brillat-Savarin„Physiologie des Geschmacks“, übersetzt vonCarl Vogt. 2. Aufl. Braunschweig 1866. S. 269.

[378]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 263.

[378]P. L.Jacob, Bibliophile a. a. O. S. 263.

[379]ib. S. 269.

[379]ib. S. 269.

[380]ib. S. 56.

[380]ib. S. 56.

[381]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 224 ff.

[381]Casanovaa. a. O. Bd. XI, S. 224 ff.

[382]J. F.Reichardta. a. O. Bd. III. S. 77–78.

[382]J. F.Reichardta. a. O. Bd. III. S. 77–78.

[383]„Aline et Valcour“ Brüssel 1883 Bd. II, S. 293.

[383]„Aline et Valcour“ Brüssel 1883 Bd. II, S. 293.

[384]Es ist eine interessante Frage, ob die Kleptomanie vornehmer Damen nicht mitsexuellen Perversitätenzusammenhängt, wie wir vermuten, nach den blossen Schilderungen, dieSadevon derWollustdes Diebstahls entwirft. Der FallLombroso’s, in dem ein 15jähriges Mädchen stets während derMenstruationvon Kleptomanie ergriffen wurde, spricht auch dafür. („Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte“ Hamburg 1894. S. 527.)

[384]Es ist eine interessante Frage, ob die Kleptomanie vornehmer Damen nicht mitsexuellen Perversitätenzusammenhängt, wie wir vermuten, nach den blossen Schilderungen, dieSadevon derWollustdes Diebstahls entwirft. Der FallLombroso’s, in dem ein 15jähriges Mädchen stets während derMenstruationvon Kleptomanie ergriffen wurde, spricht auch dafür. („Das Weib als Verbrecherin und Prostituirte“ Hamburg 1894. S. 527.)

[385]A.Bettelheima. a. O. S. 615. — Wie diese Geldgier den moralischen und physischen Menschen corrumpiert, schildert unübertrefflich A.Schüle„Handbuch der Geisteskrankheiten“ 2. Auflage. Leipzig 1880. S. 194.

[385]A.Bettelheima. a. O. S. 615. — Wie diese Geldgier den moralischen und physischen Menschen corrumpiert, schildert unübertrefflich A.Schüle„Handbuch der Geisteskrankheiten“ 2. Auflage. Leipzig 1880. S. 194.

[386]G.Keben„Die Prostitution und ihre Beziehungen zur modernen realistischen Litteratur“. Zürich 1892 S. 52 führt ein bemerkenswertes Wort vonAvé-Lallemantan: „Mehrere Räuber verfluchten auf dem Schaffot die Bordelle als die Ursache ihres Unglücks.“

[386]G.Keben„Die Prostitution und ihre Beziehungen zur modernen realistischen Litteratur“. Zürich 1892 S. 52 führt ein bemerkenswertes Wort vonAvé-Lallemantan: „Mehrere Räuber verfluchten auf dem Schaffot die Bordelle als die Ursache ihres Unglücks.“

[387]A.Schmidta a. O. Bd. II, S. 33–36.

[387]A.Schmidta a. O. Bd. II, S. 33–36.

[388]A.Schmidta. a. O. II, S 39–43.

[388]A.Schmidta. a. O. II, S 39–43.

[389]A.Schmidta. a. O. II, 51.

[389]A.Schmidta. a. O. II, 51.

[390]A.Schmidta. a. O. Bd. II, S. 56. —Schmidtmacht darauf aufmerksam, dass die einmal erweckten verbrecherischen Neigungen sich in einem Teile der französischen und besonders der Pariser Bevölkerung forterbten und daher in jedem späteren, die Bande der bürgerlichen Ordnung lockernden Zeitpunkt mit Unwiderstehlichkeit und Heftigkeit wieder hervorbrachen.

[390]A.Schmidta. a. O. Bd. II, S. 56. —Schmidtmacht darauf aufmerksam, dass die einmal erweckten verbrecherischen Neigungen sich in einem Teile der französischen und besonders der Pariser Bevölkerung forterbten und daher in jedem späteren, die Bande der bürgerlichen Ordnung lockernden Zeitpunkt mit Unwiderstehlichkeit und Heftigkeit wieder hervorbrachen.

[391]G.Hermanna. a. O. S. 111.

[391]G.Hermanna. a. O. S. 111.

[392]A.Kohut„Berühmte und berüchtigte Giftmischerinnen“. Berlin 1893. S. 55–65.

[392]A.Kohut„Berühmte und berüchtigte Giftmischerinnen“. Berlin 1893. S. 55–65.

[393]Ueberraschend ähnlich (wenn auch natürlich in anderem Sinne) heisst es bei W. v.Bechterew„Suggestion und ihre soziale Bedeutung“ Leipzig 1899, S. 82 von der Suggestion überhaupt: „Es kann nicht zweifelhaft sein, dasssuggestive Mikrobenin gewissen Fällen gleich verderbenbringend wirken müssen wie physische Infektion... Der ‚psychische Bacillus‘ der Suggestion kann je nach seinem inneren Gehalt segenbringende, aber auch schädliche und verheerende Wirkungen entfalten.“

[393]Ueberraschend ähnlich (wenn auch natürlich in anderem Sinne) heisst es bei W. v.Bechterew„Suggestion und ihre soziale Bedeutung“ Leipzig 1899, S. 82 von der Suggestion überhaupt: „Es kann nicht zweifelhaft sein, dasssuggestive Mikrobenin gewissen Fällen gleich verderbenbringend wirken müssen wie physische Infektion... Der ‚psychische Bacillus‘ der Suggestion kann je nach seinem inneren Gehalt segenbringende, aber auch schädliche und verheerende Wirkungen entfalten.“

[394]„L’espion anglais“. Bd. VI. London 1783. S. 1–15. („Exécution de Desrues et son histoire“.)

[394]„L’espion anglais“. Bd. VI. London 1783. S. 1–15. („Exécution de Desrues et son histoire“.)


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