Chapter 11

Do nu diss so gesprochen was,Lastersak sprach: Triefnas,Wiss, daz ist die peyicht gemäin,10Und wilt du peychten joch alläinDeinem priester all dein sünd,So tuo, sam ich dir han gechünt,Und sag ym sünderleich da peyDein missetât und wie ym sey15Äigenleich mit ganczer rewUnd secz dir für mit rechter trewDie puoss ze tuon an widerstellenUnd fürbas nicht mer sunden wellen.Tuost daz alles sament nicht,20So wiss, dein peychten ist ein wicht;Du wirst verschuldent gottes zornUnd sam eins juden sel verlorn.Dar umb, vil lieber junger mein,Daz du vil säilich müssist sein!25Gedench vil eben, wie die weltIst geleich dem räysgezelt,Daz man da ruchet alle tagNoch ganz und sich bleiben mag.Sey ist ein ellend ane laugen,30Dar umb scholl du dich ir glaubenUnd trachten häym ze paradeis,So pist du gerecht und dar zuo weis.Gedench auch, wie die weltleich erWütet, sam daz wilde mer,35Auf und nider und hin und herUnd nimpt ein ausganch sam daz gswer.Wo ist der weis her Salamon?Mit seiner schoni Absolon?Samson mit der grossen kraft?40Des hohen Alexanders macht?Aristotel mit seinr list?Seu sind verswunden sam ein mistUnd ist in nichcz auf erd beliben,Dan ir namen ungeswigen;26bDaz hilft seu an den selen chlein,Sein sey nicht an sunden räyn.Dar umb, so acht des lobes nicht,Daz dir zuo sälden chläin geschicht!5Gedench, daz got dich hat geschaffenZe einem menschen, nicht zum affen,Ze christan, nicht ze einem häyden,Ze einem gesunten und beschäiden.Des scholt ym danchen fleissechleich,10Die weil du lepst auf ertreich,Und hüten dich vor missetat.Und sunderleich, daz ist mein rat,Fleuch daz unrechtvertig guot,Wan dir kain büsse wirser tuot15An deinem lesten ende,Dann wider geben behende.Gedenk auch, wie her komen istUnser herr Jhesu CristIn eim so strengen orden!20Er ist zuo menschen wordenUnd hat derlitten turst und hunger,Frost im winter, hicz im sumer.Er hat geprediget und gelertMit arbayt hie sein tag verzert.25Pluotes swaiss hat er geswizzet,Won er sein marter vor hin wisst.Er ist geschlagen und gevangen,Genegelt, sam ein deup derhangen,An dem chrücz ist er verdorben30Jämerleichen und derstorben.Sich, daz was ym alles väilUmb anders nicht, dann unser häil,Won er den sünder von dem todErlösen wolt mit sölher not.35Dar umb so bitt in sünderbar,Daz er dich schirme durch daz jarUnd helfe so mit seiner begir,Daz dicz nicht werd verlorn an dir.Gedench zuo lesten, daz du pist40Nicht anders, dann ein fauler mistAn deinem leib, daz siehst du wol,Won du pist gesmaks und ayters vol.Dar umb so scholt nicht gar umb sust26cDein schonen sel mit bosem lustEwencleichen gar verderbenUnd sey irs schepfers reychs enterben.Wiss, daz du von ertreich pist,5Ze ertreich wirst in chläiner frist.Dar umb so acht pey gesunthäit,Daz du ze sterben seist berait!Won nichcz ist gewisser todes schlund,Nichcz ungewisser seiner stund,10Er schleicht da her vil sicherleich,Im ist der arm recht sam der reich,Er lat sich uber niempt derparmenUnd schleicht den reichen sam den armen.Wer mag sich dann vor ym behalten?15Er niempt die jungen mit den alten.Im ist der chrump recht sam der schlet,Es kumpt ym alles sampt recht.Dein sel enphil, sam ich dir sag,Nicht einem, der dich liebe hab20Durch leybes oder guotes wegen,Sunder lass den deiner phlegen,Der die seinen liebe hat.Doch so ist der obrest rat:Tuo wol pey dem leben dein,25Wilt du gottes chindel sein!Do nu die red ein end gewan,Fro Leugafruo her fürher kamUnd sprach: Ich han mir oft gehört,Der den leib mit vasten stört,30Pey dem weleibt die sele nicht;Dar umb so tuo, sam man da spricht:Halt dich eben an dem leib,Wilt, daz dir die sele beleib,Und voll ze stunden, gelaub es mir,35Hast du muot ze weiben dir.Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,Der der erczney so vil chan.Sag dem jungen gancz und eben,Waz ym guot sey zuo dem leben,40Daz er gesünt und frisch weleib,Starch und gerürich lange zeit.Straubel antwürt, sam ein gesell.26dNiemant reit sich gern in dhell,Sprach er, wisst ich pin ein man,Der sich nicht wol betragen chan,Dann mit leuten ungesünten,5Mit geschlagnen und gewunten;Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,Wie du scholt beleiben gesunt.Die chunst die wurd mir gar enwichtUnd auch mein appentech zu nicht.10Bertschi sprach: Du pists ein knecht,Dem der phenning füget recht.Nu se hin, alter haller drei!Und sag mir ganczleich, wie ym sey.Da mit der arczt ze sinnen kam15Und huob sein taidinch also an:Chain erczney die ward nie so guot,Sam sich gehalten in der huot;Vor ze wenich und ze vilDie gsunthäyt masse haben wil.20Sünderleich scholt du geruochenDir ein guten luft ze suochen,Der ym hab ein claren gestalt,Nicht ze heisse, noch ze kalt;Und ist der winde gar ze scharff,25Da wider man der klaider bdarffVon seiden dick und wol gemacht,Von leyn und pauwull manigslacht.Der luft ist auch den schlaffen guot,Dar umb der mensch vil unrecht tuot,30Der ym schlaffet an der stat,Da kain luft hin komen mag.Ob du aber wonent pistPey der erd, die temphich ist,Daz büsse dir ze winterzeit35Mit clarem feur, daz hicze geit!Des sumers so tuo auf die tür,Daz die feuchteu kum hin fürUnd der luft her wider in.Dar zuo schol gesträuwet sein40Mit chraut die chamer sunder wol,Daz nicht sey mösich, wassers vol.27Daz ander ist der gesünthait guot:Die übung, die der mensch tuot.Dar umb so wiss, daz gefüget speisWil einer haben, spricht der weis,5Der im chlainen arbait hat;Hin wider umb man geit den rat,Grosseu speis er haben wil,Der sich da übt und arbayt vil.So wiss auch, daz dir vor dem essen10Ist besser gangen, dan gesessen,Und doch nicht auf die mudi gar,Daz macht dich uberflussen bar.Nach dem essen macht du stenOder dich enwenig dergen,15Daz ist dir guot ze aller frist,Bis daz die speis geseczet ist.Daz drit, daz die nataur wil haben,Ist daz twahen und daz paden.Hie so scholt du mercken pey,20Daz man da vindet zwayerlayPeder nach der gmainen sag,Swaysspad und auch wasserpad.Swaysspad daz sey dir beräyt,Hast du uberflüssichait25Zwüschen flaysch und auch der haut.Wasserpad mit edelm chrawt,Daz lawich sey und nicht ze hayss,Macht dich schön und dar zuo fäyss.Und halt dich allweg da pey warm,30Ist daz dich dein leib derparm.In der wuchen ze dem mäystenEinest scholt daz twahen läystenDeinem haubt, so tuost du wol,Und ze dem minsten tzwahen schol35Der mensch sein haubt an widersprechtIn einem mänat, daz ist recht.Die fusse nach der lere meinSchüllent oft geraingo seinMit lawen wasser sunder wol,40Und alles wäschen geschehen schol,So der mensche nüchter ist.27bDes driten stuks beschaiden pist.Zuom vierden mal scholt wissen daz,Daz die speis dir fuget bas,So der hunger mit dir vicht,5Dann dehayner andern gschicht.Doch so fülle dich nicht satt,Lasse der speis ein läreu statIn dem magen umbe daz,Daz er gedewen müg dest bas.10Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,So solt dus wol und endleich keuwen.Manich tracht dir laide schafft,Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.Und wilt du ir geraten nicht,15So nim vil schier daz ander gerichtAuf daz erst an underlass.In den essen hab die mass,Das daz gröbist sey daz erstUnd daz zertist nim ze lest,20Es sey dann ops vil lind getan,Daz schol man geben vor hin an,Sam kerssen, feygen, weinper.Nach dem tisch, so ist mein ler,Daz man der herter frucht hertrag,25Die die speise truk hin ab,Daz sind phersich, pyeren guotUnd anders, daz daz selbig tuot.Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,Geb man uns ze allen tischen.30Daz fünft ist, daz man haben muossTrinken zuo des turstes buoss.Wiss, den rechten turst ich mäyn,Der den gesuntten chumpt alläinNach dem essen und nicht vor35Von hicze in des magens tor.Wie schol aver sein daz gtranch?Trun mit fuoge, nit ze lang,In dem sumer weiss und clarOder rosenleicht, nicht swar.40Des winters lat sich trinken basStarker wein und rot im glas,Und ist er liepleich wol gesmak,So fügt es recht in deinen sak.27cGelaub auch, daz ein neuwer wein,Der lauter ist und dar zuo vein,Ist vil besser, dann der alt.Sey dir dann der mag ze kalt,5So trink enwenk des morgens fruoHohen wein, daz ghört dar zuo!Doch huet dich, wilt du gsunt sein,Mit fleiss vor allem gmachten wein.Des sechsten ist uns allen not,10Daz ist der schlaff, den uns gepottDie nataur ze ruowen wol.Doch pist du geäczet vol,So volg dem schlaff nit sam ein vich,Ob er joch chomen ist an dich.15Du scholtz mit kurczweil ubergen,Sitzen, tretten oder sten,Bis daz dich zur andern stundDer schlaff begreiff, so ist gesuntZe schlaffen, ruwechleichen gar,20Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.Dar nach tracht dir auf ze sten,Ze dem stuole dich zdergen!Lâss daz wasser von dir rinnen!Huostens scholt du auch beginnen.25Rüspel ser und wasch dich drat!Wirff aus allen unflat!Strayl dirs haubt und chrecz die pain,Dar zuo mach die oren rayn!Ob dir aver pey dem tag30Voll des sumers schlaffens bhag,So leg dich nider sorgen frey,Da es aller frischest seyUnd dar zuo vinster, sam die nacht,Ungeschucht und wol bedacht!35Dar zuo schol man wissen daz:Daz haubt schol sein gedeket basIn dem schlaff, dann in dem wachen.So schol man sich des ersten machenNur auf die rechten seiten;40So lobt man dhaine zeitenZe schlaffen auf dem ruggen, soHangt daz haubet in daz stro.Auf dem pauch mag einr geligen,Ist ym der magen chalt gedigen.27dDaz sibend, daz dir füget wol,Ist ein hercz mit fröden vol,Da leit der gsunthäit gar vil an.Dar umb so schol ein iecleich man5Sich hüten gar vor ungemuotUnd zorn, der ym daz pluot verpruot.Unmuot dert, der zorn derpertUnd machent fläisch und pain ze hert.Doch ist klainer zorn wol guot,10So er dem man derkükt daz pluot.Daz feur kümpt auch zuo disem eben,Won es geyt fröd und steurt daz leben.Doch so ker dich gen ym nicht!Es ist zum antlücz gar ein wicht.15Und wirst du gar von ym ze warm,Es macht dich an den chreften arm.Ze lesten wiss daz eins von mir!Waz der man von herczen girGerne singt, daz ist sein gesank,20Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,Willkleich isst, daz ist sein speis;Dar umb so saget uns der weis,Wollust und gewonhaitFalschent kunst und gerethikäit25Und verkerent die nataur,Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,Ein gepaur der wirt ein edelman,Der sich dar nach gewenen chan.Richteinschand die merket eben,30Daz Straub ym wolt ein ende geben,Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,Dann daz ein münche mocht gefromen.Der chnecht wil unser muomen habenUnd sich mit diser welt betragen,35Dar umb so ziment seiner jugentGuot gepard und ander tugend.Ubelgsmach des nam sich anUnd sprach: Ein uberweiser manDer spricht, er künn ein faulen schlehen40Und lat sich pitten und auch flehenUmb ein wörtel oder zway.Des aht ich alles nicht ein äy28Und sag dir, sam ich mich versich.Der bessere kün, der trett für mich.Lern und hörr, was ich chan singen!Tugend ist vor allen dingen.5Niemant sälig wesen mag,Ane tugent, ist mein sag.So geyt alläyn dem adel chraft,Den sein tugend edel macht.So wil sey anders von dir nicht,10Dann guoten willen, sam sey spricht;Won der ym gerne tugend schaft,Der ist yeso tugenthaft.Doch scheint sey an dem reichen bas,Won ein sprüchwort saget daz,15Dem der seckel steket vol,Den hört man gern und gelaubt ym wol.Dannocht hab dir daz von mir:Hast du tugend vil in dir,Und ist dir joch der pautel lär,20Er wirt dir vol und dar zuo swär.Hie so scholt du wissen pey,Waz die obrest tugend sey.Sich, es ist ein muoter altVon tag ze tag ye bas gestalt;25Tochtren hat sey schoner vier.Merch, die nemn ich dir so schier.Die erste die haisset die weishäyt,Die ander ist die gerechtikait,Die sterke und die massichäit30Sein dir auch für zwo geräit.Nu dar gedenk, wie gar behendSind die hohen tugend gnempt!Daz frümpt dir dannocht alz ein wichtHörst ir gpott und lere nicht,35So get dir hören nit ze handenUnd daz lesen unverstanden.Waz hulfft dann daz funden golt,Ob man es nicht behalten wolt?Dar umb, mein lieber sun, vil gern,40Was die tugend singin, lern!Hörr und merk und behalt ir gepotIr ler dar zuo an allen spot!28bDaz sag ich nach enander dirUnd wiss des ersten daz von mir:Die weisshait ist ein erczetugentUnd leret uns mit ir vermugent5Derkennen, was ist bös und guot,Daz kain andreu tugent tuot.Sey ist die erst nach rechter sag,Won niemant tugend gehaben magAn die weisshäit, gelaub es mir!10Dar zuo so wil ich sagen dir:Die weisshäit macht ein täyl geleichDes menschen got von hymelreich,Vil me, dann ander tugent zwo.Dar zuo so spricht die ler also:15Her Salomon ym ausderweltHat die weishäit und gezeltFür reichen schacz und langes leben.Dar umb so hat ym got gegebenMit der weishait alles guot,20Won daz volget weisem muot.Bey der swar verkauft man swein,Den menschen nach den wizzen sein.Hier nach scholt du wissen schier,Die weishäit hat der diernen vier:25Die erst gedenknüss ist genant,Peu der gepeut sey dir ze hantVier gepott, die scholt du behalten,Von in nimer dich geschalten.Daz ist, du scholt gedenchen eben30An der bösen menschen leben,Wie hart es oft geendet hat,Und hüten dich vor missetat.Gedenk hin wider an daz leben,Daz den guoten ist gegeben,35Wie es mit sälden nimpt ein ende,Und dich ze rainen werken wende!Gedenk, waz man dir schuldik sey!Gedenk auch, waz du scholt da pey,Daz du gehaben mügst daz dein,40Dem andern geben auch daz sein.Die ander haisset versichtikait.Pey der gepott sei dir beräitViereu, die man lernen scholUnd den zuo volgen sunder wol.28cDaz ist besich, wer ist der man,Der mit dir wil ze schaffen han,Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,Die chaffent pech für augstain.5Besich ein dinch, daz dich an trift,Von welher sach es sey gestift,Waz auch dar us müg werden,Wilt du bhentkleich nit verderben.Besich, an welher stat du gest,10Ligest, siczest oder stest!Und wo die schelke habent gewalt,Da lass dich selten werden alt!Besich, in welhem zeit du pist,Dar zuo, wie daz weter ist,15Daz du deinen mantel gswindMugest keren gen dem wind!Die dritte diern die haisset die List,Pey der dir auch gepotten ist,Daz du vernemist diseu viereu20Und auch verpringist also schiere.Daz ist, geleich dich einem man,Der dir mit worten gleysnen chan!Hie pey merke und derkenn,Wie man list mit listen tenn.25Dar zuo so dank betrogenleichEinem, der unwillechleichGâbet dir und dienet wol,So hat er das er haben schol.Hier nach, hast du müssen sweren30Eim ze tröschen und ze eren,So scholt du ym den naken peren,Wilt du dich mit listen neren.Dannocht uns die weisen sagend:Wo die toren bessers habend,35Da scholt du dich ze narren machenListechleich an allen sachen.Die vierde ist der lere fund,Bey der gepeut man dir ze stundViereu, die dir chomend wol.40Wil du lernen, sam man schol;Daz ist, du scholt dich dunken armAn der chünst, sam ein lärer darm;Und an der ler derzaig dich reich!28dSo tuost eim weisen mäister geleich.Lerr den junger nach dem sinMit rechter lieb, daz ist sein gewin.Nach der sterki hebe den tramen,5Nach dem ertreich säy den samen!Wilt du haben schuoler gunst,So ler die aller besten chunstMit kurczer weis, der scholt du phlegen,Und lass daz ander under wegen!10Schol die lere sein gemäin,So bis mit deinem leben gezäin!Wan des ler uns gar verdreust,Der sich mit seiner zungen scheust.Die gerechtikait ein tugent ist,15Die dich lert ze aller frist,Wie du niemant schaden scholtAn leib, an er, noch an dem golt,Sünder iedem scholt du ebenDaz sein vil willechleichen geben.20Die tugend schacz man für die grostenIn got von hymelrcich dem höchstenRichter, der mit seinem gewaltDie gerechtikait vor allen bhalt.

Do nu diss so gesprochen was,Lastersak sprach: Triefnas,Wiss, daz ist die peyicht gemäin,10Und wilt du peychten joch alläinDeinem priester all dein sünd,So tuo, sam ich dir han gechünt,Und sag ym sünderleich da peyDein missetât und wie ym sey15Äigenleich mit ganczer rewUnd secz dir für mit rechter trewDie puoss ze tuon an widerstellenUnd fürbas nicht mer sunden wellen.Tuost daz alles sament nicht,20So wiss, dein peychten ist ein wicht;Du wirst verschuldent gottes zornUnd sam eins juden sel verlorn.Dar umb, vil lieber junger mein,Daz du vil säilich müssist sein!25Gedench vil eben, wie die weltIst geleich dem räysgezelt,Daz man da ruchet alle tagNoch ganz und sich bleiben mag.Sey ist ein ellend ane laugen,30Dar umb scholl du dich ir glaubenUnd trachten häym ze paradeis,So pist du gerecht und dar zuo weis.Gedench auch, wie die weltleich erWütet, sam daz wilde mer,35Auf und nider und hin und herUnd nimpt ein ausganch sam daz gswer.Wo ist der weis her Salamon?Mit seiner schoni Absolon?Samson mit der grossen kraft?40Des hohen Alexanders macht?Aristotel mit seinr list?Seu sind verswunden sam ein mistUnd ist in nichcz auf erd beliben,Dan ir namen ungeswigen;26bDaz hilft seu an den selen chlein,Sein sey nicht an sunden räyn.Dar umb, so acht des lobes nicht,Daz dir zuo sälden chläin geschicht!5Gedench, daz got dich hat geschaffenZe einem menschen, nicht zum affen,Ze christan, nicht ze einem häyden,Ze einem gesunten und beschäiden.Des scholt ym danchen fleissechleich,10Die weil du lepst auf ertreich,Und hüten dich vor missetat.Und sunderleich, daz ist mein rat,Fleuch daz unrechtvertig guot,Wan dir kain büsse wirser tuot15An deinem lesten ende,Dann wider geben behende.Gedenk auch, wie her komen istUnser herr Jhesu CristIn eim so strengen orden!20Er ist zuo menschen wordenUnd hat derlitten turst und hunger,Frost im winter, hicz im sumer.Er hat geprediget und gelertMit arbayt hie sein tag verzert.25Pluotes swaiss hat er geswizzet,Won er sein marter vor hin wisst.Er ist geschlagen und gevangen,Genegelt, sam ein deup derhangen,An dem chrücz ist er verdorben30Jämerleichen und derstorben.Sich, daz was ym alles väilUmb anders nicht, dann unser häil,Won er den sünder von dem todErlösen wolt mit sölher not.35Dar umb so bitt in sünderbar,Daz er dich schirme durch daz jarUnd helfe so mit seiner begir,Daz dicz nicht werd verlorn an dir.Gedench zuo lesten, daz du pist40Nicht anders, dann ein fauler mistAn deinem leib, daz siehst du wol,Won du pist gesmaks und ayters vol.Dar umb so scholt nicht gar umb sust26cDein schonen sel mit bosem lustEwencleichen gar verderbenUnd sey irs schepfers reychs enterben.Wiss, daz du von ertreich pist,5Ze ertreich wirst in chläiner frist.Dar umb so acht pey gesunthäit,Daz du ze sterben seist berait!Won nichcz ist gewisser todes schlund,Nichcz ungewisser seiner stund,10Er schleicht da her vil sicherleich,Im ist der arm recht sam der reich,Er lat sich uber niempt derparmenUnd schleicht den reichen sam den armen.Wer mag sich dann vor ym behalten?15Er niempt die jungen mit den alten.Im ist der chrump recht sam der schlet,Es kumpt ym alles sampt recht.Dein sel enphil, sam ich dir sag,Nicht einem, der dich liebe hab20Durch leybes oder guotes wegen,Sunder lass den deiner phlegen,Der die seinen liebe hat.Doch so ist der obrest rat:Tuo wol pey dem leben dein,25Wilt du gottes chindel sein!Do nu die red ein end gewan,Fro Leugafruo her fürher kamUnd sprach: Ich han mir oft gehört,Der den leib mit vasten stört,30Pey dem weleibt die sele nicht;Dar umb so tuo, sam man da spricht:Halt dich eben an dem leib,Wilt, daz dir die sele beleib,Und voll ze stunden, gelaub es mir,35Hast du muot ze weiben dir.Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,Der der erczney so vil chan.Sag dem jungen gancz und eben,Waz ym guot sey zuo dem leben,40Daz er gesünt und frisch weleib,Starch und gerürich lange zeit.Straubel antwürt, sam ein gesell.26dNiemant reit sich gern in dhell,Sprach er, wisst ich pin ein man,Der sich nicht wol betragen chan,Dann mit leuten ungesünten,5Mit geschlagnen und gewunten;Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,Wie du scholt beleiben gesunt.Die chunst die wurd mir gar enwichtUnd auch mein appentech zu nicht.10Bertschi sprach: Du pists ein knecht,Dem der phenning füget recht.Nu se hin, alter haller drei!Und sag mir ganczleich, wie ym sey.Da mit der arczt ze sinnen kam15Und huob sein taidinch also an:Chain erczney die ward nie so guot,Sam sich gehalten in der huot;Vor ze wenich und ze vilDie gsunthäyt masse haben wil.20Sünderleich scholt du geruochenDir ein guten luft ze suochen,Der ym hab ein claren gestalt,Nicht ze heisse, noch ze kalt;Und ist der winde gar ze scharff,25Da wider man der klaider bdarffVon seiden dick und wol gemacht,Von leyn und pauwull manigslacht.Der luft ist auch den schlaffen guot,Dar umb der mensch vil unrecht tuot,30Der ym schlaffet an der stat,Da kain luft hin komen mag.Ob du aber wonent pistPey der erd, die temphich ist,Daz büsse dir ze winterzeit35Mit clarem feur, daz hicze geit!Des sumers so tuo auf die tür,Daz die feuchteu kum hin fürUnd der luft her wider in.Dar zuo schol gesträuwet sein40Mit chraut die chamer sunder wol,Daz nicht sey mösich, wassers vol.27Daz ander ist der gesünthait guot:Die übung, die der mensch tuot.Dar umb so wiss, daz gefüget speisWil einer haben, spricht der weis,5Der im chlainen arbait hat;Hin wider umb man geit den rat,Grosseu speis er haben wil,Der sich da übt und arbayt vil.So wiss auch, daz dir vor dem essen10Ist besser gangen, dan gesessen,Und doch nicht auf die mudi gar,Daz macht dich uberflussen bar.Nach dem essen macht du stenOder dich enwenig dergen,15Daz ist dir guot ze aller frist,Bis daz die speis geseczet ist.Daz drit, daz die nataur wil haben,Ist daz twahen und daz paden.Hie so scholt du mercken pey,20Daz man da vindet zwayerlayPeder nach der gmainen sag,Swaysspad und auch wasserpad.Swaysspad daz sey dir beräyt,Hast du uberflüssichait25Zwüschen flaysch und auch der haut.Wasserpad mit edelm chrawt,Daz lawich sey und nicht ze hayss,Macht dich schön und dar zuo fäyss.Und halt dich allweg da pey warm,30Ist daz dich dein leib derparm.In der wuchen ze dem mäystenEinest scholt daz twahen läystenDeinem haubt, so tuost du wol,Und ze dem minsten tzwahen schol35Der mensch sein haubt an widersprechtIn einem mänat, daz ist recht.Die fusse nach der lere meinSchüllent oft geraingo seinMit lawen wasser sunder wol,40Und alles wäschen geschehen schol,So der mensche nüchter ist.27bDes driten stuks beschaiden pist.Zuom vierden mal scholt wissen daz,Daz die speis dir fuget bas,So der hunger mit dir vicht,5Dann dehayner andern gschicht.Doch so fülle dich nicht satt,Lasse der speis ein läreu statIn dem magen umbe daz,Daz er gedewen müg dest bas.10Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,So solt dus wol und endleich keuwen.Manich tracht dir laide schafft,Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.Und wilt du ir geraten nicht,15So nim vil schier daz ander gerichtAuf daz erst an underlass.In den essen hab die mass,Das daz gröbist sey daz erstUnd daz zertist nim ze lest,20Es sey dann ops vil lind getan,Daz schol man geben vor hin an,Sam kerssen, feygen, weinper.Nach dem tisch, so ist mein ler,Daz man der herter frucht hertrag,25Die die speise truk hin ab,Daz sind phersich, pyeren guotUnd anders, daz daz selbig tuot.Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,Geb man uns ze allen tischen.30Daz fünft ist, daz man haben muossTrinken zuo des turstes buoss.Wiss, den rechten turst ich mäyn,Der den gesuntten chumpt alläinNach dem essen und nicht vor35Von hicze in des magens tor.Wie schol aver sein daz gtranch?Trun mit fuoge, nit ze lang,In dem sumer weiss und clarOder rosenleicht, nicht swar.40Des winters lat sich trinken basStarker wein und rot im glas,Und ist er liepleich wol gesmak,So fügt es recht in deinen sak.27cGelaub auch, daz ein neuwer wein,Der lauter ist und dar zuo vein,Ist vil besser, dann der alt.Sey dir dann der mag ze kalt,5So trink enwenk des morgens fruoHohen wein, daz ghört dar zuo!Doch huet dich, wilt du gsunt sein,Mit fleiss vor allem gmachten wein.Des sechsten ist uns allen not,10Daz ist der schlaff, den uns gepottDie nataur ze ruowen wol.Doch pist du geäczet vol,So volg dem schlaff nit sam ein vich,Ob er joch chomen ist an dich.15Du scholtz mit kurczweil ubergen,Sitzen, tretten oder sten,Bis daz dich zur andern stundDer schlaff begreiff, so ist gesuntZe schlaffen, ruwechleichen gar,20Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.Dar nach tracht dir auf ze sten,Ze dem stuole dich zdergen!Lâss daz wasser von dir rinnen!Huostens scholt du auch beginnen.25Rüspel ser und wasch dich drat!Wirff aus allen unflat!Strayl dirs haubt und chrecz die pain,Dar zuo mach die oren rayn!Ob dir aver pey dem tag30Voll des sumers schlaffens bhag,So leg dich nider sorgen frey,Da es aller frischest seyUnd dar zuo vinster, sam die nacht,Ungeschucht und wol bedacht!35Dar zuo schol man wissen daz:Daz haubt schol sein gedeket basIn dem schlaff, dann in dem wachen.So schol man sich des ersten machenNur auf die rechten seiten;40So lobt man dhaine zeitenZe schlaffen auf dem ruggen, soHangt daz haubet in daz stro.Auf dem pauch mag einr geligen,Ist ym der magen chalt gedigen.27dDaz sibend, daz dir füget wol,Ist ein hercz mit fröden vol,Da leit der gsunthäit gar vil an.Dar umb so schol ein iecleich man5Sich hüten gar vor ungemuotUnd zorn, der ym daz pluot verpruot.Unmuot dert, der zorn derpertUnd machent fläisch und pain ze hert.Doch ist klainer zorn wol guot,10So er dem man derkükt daz pluot.Daz feur kümpt auch zuo disem eben,Won es geyt fröd und steurt daz leben.Doch so ker dich gen ym nicht!Es ist zum antlücz gar ein wicht.15Und wirst du gar von ym ze warm,Es macht dich an den chreften arm.Ze lesten wiss daz eins von mir!Waz der man von herczen girGerne singt, daz ist sein gesank,20Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,Willkleich isst, daz ist sein speis;Dar umb so saget uns der weis,Wollust und gewonhaitFalschent kunst und gerethikäit25Und verkerent die nataur,Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,Ein gepaur der wirt ein edelman,Der sich dar nach gewenen chan.Richteinschand die merket eben,30Daz Straub ym wolt ein ende geben,Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,Dann daz ein münche mocht gefromen.Der chnecht wil unser muomen habenUnd sich mit diser welt betragen,35Dar umb so ziment seiner jugentGuot gepard und ander tugend.Ubelgsmach des nam sich anUnd sprach: Ein uberweiser manDer spricht, er künn ein faulen schlehen40Und lat sich pitten und auch flehenUmb ein wörtel oder zway.Des aht ich alles nicht ein äy28Und sag dir, sam ich mich versich.Der bessere kün, der trett für mich.Lern und hörr, was ich chan singen!Tugend ist vor allen dingen.5Niemant sälig wesen mag,Ane tugent, ist mein sag.So geyt alläyn dem adel chraft,Den sein tugend edel macht.So wil sey anders von dir nicht,10Dann guoten willen, sam sey spricht;Won der ym gerne tugend schaft,Der ist yeso tugenthaft.Doch scheint sey an dem reichen bas,Won ein sprüchwort saget daz,15Dem der seckel steket vol,Den hört man gern und gelaubt ym wol.Dannocht hab dir daz von mir:Hast du tugend vil in dir,Und ist dir joch der pautel lär,20Er wirt dir vol und dar zuo swär.Hie so scholt du wissen pey,Waz die obrest tugend sey.Sich, es ist ein muoter altVon tag ze tag ye bas gestalt;25Tochtren hat sey schoner vier.Merch, die nemn ich dir so schier.Die erste die haisset die weishäyt,Die ander ist die gerechtikait,Die sterke und die massichäit30Sein dir auch für zwo geräit.Nu dar gedenk, wie gar behendSind die hohen tugend gnempt!Daz frümpt dir dannocht alz ein wichtHörst ir gpott und lere nicht,35So get dir hören nit ze handenUnd daz lesen unverstanden.Waz hulfft dann daz funden golt,Ob man es nicht behalten wolt?Dar umb, mein lieber sun, vil gern,40Was die tugend singin, lern!Hörr und merk und behalt ir gepotIr ler dar zuo an allen spot!28bDaz sag ich nach enander dirUnd wiss des ersten daz von mir:Die weisshait ist ein erczetugentUnd leret uns mit ir vermugent5Derkennen, was ist bös und guot,Daz kain andreu tugent tuot.Sey ist die erst nach rechter sag,Won niemant tugend gehaben magAn die weisshäit, gelaub es mir!10Dar zuo so wil ich sagen dir:Die weisshäit macht ein täyl geleichDes menschen got von hymelreich,Vil me, dann ander tugent zwo.Dar zuo so spricht die ler also:15Her Salomon ym ausderweltHat die weishäit und gezeltFür reichen schacz und langes leben.Dar umb so hat ym got gegebenMit der weishait alles guot,20Won daz volget weisem muot.Bey der swar verkauft man swein,Den menschen nach den wizzen sein.Hier nach scholt du wissen schier,Die weishäit hat der diernen vier:25Die erst gedenknüss ist genant,Peu der gepeut sey dir ze hantVier gepott, die scholt du behalten,Von in nimer dich geschalten.Daz ist, du scholt gedenchen eben30An der bösen menschen leben,Wie hart es oft geendet hat,Und hüten dich vor missetat.Gedenk hin wider an daz leben,Daz den guoten ist gegeben,35Wie es mit sälden nimpt ein ende,Und dich ze rainen werken wende!Gedenk, waz man dir schuldik sey!Gedenk auch, waz du scholt da pey,Daz du gehaben mügst daz dein,40Dem andern geben auch daz sein.Die ander haisset versichtikait.Pey der gepott sei dir beräitViereu, die man lernen scholUnd den zuo volgen sunder wol.28cDaz ist besich, wer ist der man,Der mit dir wil ze schaffen han,Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,Die chaffent pech für augstain.5Besich ein dinch, daz dich an trift,Von welher sach es sey gestift,Waz auch dar us müg werden,Wilt du bhentkleich nit verderben.Besich, an welher stat du gest,10Ligest, siczest oder stest!Und wo die schelke habent gewalt,Da lass dich selten werden alt!Besich, in welhem zeit du pist,Dar zuo, wie daz weter ist,15Daz du deinen mantel gswindMugest keren gen dem wind!Die dritte diern die haisset die List,Pey der dir auch gepotten ist,Daz du vernemist diseu viereu20Und auch verpringist also schiere.Daz ist, geleich dich einem man,Der dir mit worten gleysnen chan!Hie pey merke und derkenn,Wie man list mit listen tenn.25Dar zuo so dank betrogenleichEinem, der unwillechleichGâbet dir und dienet wol,So hat er das er haben schol.Hier nach, hast du müssen sweren30Eim ze tröschen und ze eren,So scholt du ym den naken peren,Wilt du dich mit listen neren.Dannocht uns die weisen sagend:Wo die toren bessers habend,35Da scholt du dich ze narren machenListechleich an allen sachen.Die vierde ist der lere fund,Bey der gepeut man dir ze stundViereu, die dir chomend wol.40Wil du lernen, sam man schol;Daz ist, du scholt dich dunken armAn der chünst, sam ein lärer darm;Und an der ler derzaig dich reich!28dSo tuost eim weisen mäister geleich.Lerr den junger nach dem sinMit rechter lieb, daz ist sein gewin.Nach der sterki hebe den tramen,5Nach dem ertreich säy den samen!Wilt du haben schuoler gunst,So ler die aller besten chunstMit kurczer weis, der scholt du phlegen,Und lass daz ander under wegen!10Schol die lere sein gemäin,So bis mit deinem leben gezäin!Wan des ler uns gar verdreust,Der sich mit seiner zungen scheust.Die gerechtikait ein tugent ist,15Die dich lert ze aller frist,Wie du niemant schaden scholtAn leib, an er, noch an dem golt,Sünder iedem scholt du ebenDaz sein vil willechleichen geben.20Die tugend schacz man für die grostenIn got von hymelrcich dem höchstenRichter, der mit seinem gewaltDie gerechtikait vor allen bhalt.

Do nu diss so gesprochen was,Lastersak sprach: Triefnas,Wiss, daz ist die peyicht gemäin,10Und wilt du peychten joch alläinDeinem priester all dein sünd,So tuo, sam ich dir han gechünt,Und sag ym sünderleich da peyDein missetât und wie ym sey15Äigenleich mit ganczer rewUnd secz dir für mit rechter trewDie puoss ze tuon an widerstellenUnd fürbas nicht mer sunden wellen.Tuost daz alles sament nicht,20So wiss, dein peychten ist ein wicht;Du wirst verschuldent gottes zornUnd sam eins juden sel verlorn.Dar umb, vil lieber junger mein,Daz du vil säilich müssist sein!25Gedench vil eben, wie die weltIst geleich dem räysgezelt,Daz man da ruchet alle tagNoch ganz und sich bleiben mag.Sey ist ein ellend ane laugen,30Dar umb scholl du dich ir glaubenUnd trachten häym ze paradeis,So pist du gerecht und dar zuo weis.Gedench auch, wie die weltleich erWütet, sam daz wilde mer,35Auf und nider und hin und herUnd nimpt ein ausganch sam daz gswer.Wo ist der weis her Salamon?Mit seiner schoni Absolon?Samson mit der grossen kraft?40Des hohen Alexanders macht?Aristotel mit seinr list?Seu sind verswunden sam ein mistUnd ist in nichcz auf erd beliben,Dan ir namen ungeswigen;26bDaz hilft seu an den selen chlein,Sein sey nicht an sunden räyn.Dar umb, so acht des lobes nicht,Daz dir zuo sälden chläin geschicht!5Gedench, daz got dich hat geschaffenZe einem menschen, nicht zum affen,Ze christan, nicht ze einem häyden,Ze einem gesunten und beschäiden.Des scholt ym danchen fleissechleich,10Die weil du lepst auf ertreich,Und hüten dich vor missetat.Und sunderleich, daz ist mein rat,Fleuch daz unrechtvertig guot,Wan dir kain büsse wirser tuot15An deinem lesten ende,Dann wider geben behende.Gedenk auch, wie her komen istUnser herr Jhesu CristIn eim so strengen orden!20Er ist zuo menschen wordenUnd hat derlitten turst und hunger,Frost im winter, hicz im sumer.Er hat geprediget und gelertMit arbayt hie sein tag verzert.25Pluotes swaiss hat er geswizzet,Won er sein marter vor hin wisst.Er ist geschlagen und gevangen,Genegelt, sam ein deup derhangen,An dem chrücz ist er verdorben30Jämerleichen und derstorben.Sich, daz was ym alles väilUmb anders nicht, dann unser häil,Won er den sünder von dem todErlösen wolt mit sölher not.35Dar umb so bitt in sünderbar,Daz er dich schirme durch daz jarUnd helfe so mit seiner begir,Daz dicz nicht werd verlorn an dir.Gedench zuo lesten, daz du pist40Nicht anders, dann ein fauler mistAn deinem leib, daz siehst du wol,Won du pist gesmaks und ayters vol.Dar umb so scholt nicht gar umb sust26cDein schonen sel mit bosem lustEwencleichen gar verderbenUnd sey irs schepfers reychs enterben.Wiss, daz du von ertreich pist,5Ze ertreich wirst in chläiner frist.Dar umb so acht pey gesunthäit,Daz du ze sterben seist berait!Won nichcz ist gewisser todes schlund,Nichcz ungewisser seiner stund,10Er schleicht da her vil sicherleich,Im ist der arm recht sam der reich,Er lat sich uber niempt derparmenUnd schleicht den reichen sam den armen.Wer mag sich dann vor ym behalten?15Er niempt die jungen mit den alten.Im ist der chrump recht sam der schlet,Es kumpt ym alles sampt recht.Dein sel enphil, sam ich dir sag,Nicht einem, der dich liebe hab20Durch leybes oder guotes wegen,Sunder lass den deiner phlegen,Der die seinen liebe hat.Doch so ist der obrest rat:Tuo wol pey dem leben dein,25Wilt du gottes chindel sein!Do nu die red ein end gewan,Fro Leugafruo her fürher kamUnd sprach: Ich han mir oft gehört,Der den leib mit vasten stört,30Pey dem weleibt die sele nicht;Dar umb so tuo, sam man da spricht:Halt dich eben an dem leib,Wilt, daz dir die sele beleib,Und voll ze stunden, gelaub es mir,35Hast du muot ze weiben dir.Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,Der der erczney so vil chan.Sag dem jungen gancz und eben,Waz ym guot sey zuo dem leben,40Daz er gesünt und frisch weleib,Starch und gerürich lange zeit.Straubel antwürt, sam ein gesell.26dNiemant reit sich gern in dhell,Sprach er, wisst ich pin ein man,Der sich nicht wol betragen chan,Dann mit leuten ungesünten,5Mit geschlagnen und gewunten;Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,Wie du scholt beleiben gesunt.Die chunst die wurd mir gar enwichtUnd auch mein appentech zu nicht.10Bertschi sprach: Du pists ein knecht,Dem der phenning füget recht.Nu se hin, alter haller drei!Und sag mir ganczleich, wie ym sey.Da mit der arczt ze sinnen kam15Und huob sein taidinch also an:Chain erczney die ward nie so guot,Sam sich gehalten in der huot;Vor ze wenich und ze vilDie gsunthäyt masse haben wil.20Sünderleich scholt du geruochenDir ein guten luft ze suochen,Der ym hab ein claren gestalt,Nicht ze heisse, noch ze kalt;Und ist der winde gar ze scharff,25Da wider man der klaider bdarffVon seiden dick und wol gemacht,Von leyn und pauwull manigslacht.Der luft ist auch den schlaffen guot,Dar umb der mensch vil unrecht tuot,30Der ym schlaffet an der stat,Da kain luft hin komen mag.Ob du aber wonent pistPey der erd, die temphich ist,Daz büsse dir ze winterzeit35Mit clarem feur, daz hicze geit!Des sumers so tuo auf die tür,Daz die feuchteu kum hin fürUnd der luft her wider in.Dar zuo schol gesträuwet sein40Mit chraut die chamer sunder wol,Daz nicht sey mösich, wassers vol.27Daz ander ist der gesünthait guot:Die übung, die der mensch tuot.Dar umb so wiss, daz gefüget speisWil einer haben, spricht der weis,5Der im chlainen arbait hat;Hin wider umb man geit den rat,Grosseu speis er haben wil,Der sich da übt und arbayt vil.So wiss auch, daz dir vor dem essen10Ist besser gangen, dan gesessen,Und doch nicht auf die mudi gar,Daz macht dich uberflussen bar.Nach dem essen macht du stenOder dich enwenig dergen,15Daz ist dir guot ze aller frist,Bis daz die speis geseczet ist.Daz drit, daz die nataur wil haben,Ist daz twahen und daz paden.Hie so scholt du mercken pey,20Daz man da vindet zwayerlayPeder nach der gmainen sag,Swaysspad und auch wasserpad.Swaysspad daz sey dir beräyt,Hast du uberflüssichait25Zwüschen flaysch und auch der haut.Wasserpad mit edelm chrawt,Daz lawich sey und nicht ze hayss,Macht dich schön und dar zuo fäyss.Und halt dich allweg da pey warm,30Ist daz dich dein leib derparm.In der wuchen ze dem mäystenEinest scholt daz twahen läystenDeinem haubt, so tuost du wol,Und ze dem minsten tzwahen schol35Der mensch sein haubt an widersprechtIn einem mänat, daz ist recht.Die fusse nach der lere meinSchüllent oft geraingo seinMit lawen wasser sunder wol,40Und alles wäschen geschehen schol,So der mensche nüchter ist.27bDes driten stuks beschaiden pist.Zuom vierden mal scholt wissen daz,Daz die speis dir fuget bas,So der hunger mit dir vicht,5Dann dehayner andern gschicht.Doch so fülle dich nicht satt,Lasse der speis ein läreu statIn dem magen umbe daz,Daz er gedewen müg dest bas.10Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,So solt dus wol und endleich keuwen.Manich tracht dir laide schafft,Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.Und wilt du ir geraten nicht,15So nim vil schier daz ander gerichtAuf daz erst an underlass.In den essen hab die mass,Das daz gröbist sey daz erstUnd daz zertist nim ze lest,20Es sey dann ops vil lind getan,Daz schol man geben vor hin an,Sam kerssen, feygen, weinper.Nach dem tisch, so ist mein ler,Daz man der herter frucht hertrag,25Die die speise truk hin ab,Daz sind phersich, pyeren guotUnd anders, daz daz selbig tuot.Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,Geb man uns ze allen tischen.30Daz fünft ist, daz man haben muossTrinken zuo des turstes buoss.Wiss, den rechten turst ich mäyn,Der den gesuntten chumpt alläinNach dem essen und nicht vor35Von hicze in des magens tor.Wie schol aver sein daz gtranch?Trun mit fuoge, nit ze lang,In dem sumer weiss und clarOder rosenleicht, nicht swar.40Des winters lat sich trinken basStarker wein und rot im glas,Und ist er liepleich wol gesmak,So fügt es recht in deinen sak.27cGelaub auch, daz ein neuwer wein,Der lauter ist und dar zuo vein,Ist vil besser, dann der alt.Sey dir dann der mag ze kalt,5So trink enwenk des morgens fruoHohen wein, daz ghört dar zuo!Doch huet dich, wilt du gsunt sein,Mit fleiss vor allem gmachten wein.Des sechsten ist uns allen not,10Daz ist der schlaff, den uns gepottDie nataur ze ruowen wol.Doch pist du geäczet vol,So volg dem schlaff nit sam ein vich,Ob er joch chomen ist an dich.15Du scholtz mit kurczweil ubergen,Sitzen, tretten oder sten,Bis daz dich zur andern stundDer schlaff begreiff, so ist gesuntZe schlaffen, ruwechleichen gar,20Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.Dar nach tracht dir auf ze sten,Ze dem stuole dich zdergen!Lâss daz wasser von dir rinnen!Huostens scholt du auch beginnen.25Rüspel ser und wasch dich drat!Wirff aus allen unflat!Strayl dirs haubt und chrecz die pain,Dar zuo mach die oren rayn!Ob dir aver pey dem tag30Voll des sumers schlaffens bhag,So leg dich nider sorgen frey,Da es aller frischest seyUnd dar zuo vinster, sam die nacht,Ungeschucht und wol bedacht!35Dar zuo schol man wissen daz:Daz haubt schol sein gedeket basIn dem schlaff, dann in dem wachen.So schol man sich des ersten machenNur auf die rechten seiten;40So lobt man dhaine zeitenZe schlaffen auf dem ruggen, soHangt daz haubet in daz stro.Auf dem pauch mag einr geligen,Ist ym der magen chalt gedigen.27dDaz sibend, daz dir füget wol,Ist ein hercz mit fröden vol,Da leit der gsunthäit gar vil an.Dar umb so schol ein iecleich man5Sich hüten gar vor ungemuotUnd zorn, der ym daz pluot verpruot.Unmuot dert, der zorn derpertUnd machent fläisch und pain ze hert.Doch ist klainer zorn wol guot,10So er dem man derkükt daz pluot.Daz feur kümpt auch zuo disem eben,Won es geyt fröd und steurt daz leben.Doch so ker dich gen ym nicht!Es ist zum antlücz gar ein wicht.15Und wirst du gar von ym ze warm,Es macht dich an den chreften arm.Ze lesten wiss daz eins von mir!Waz der man von herczen girGerne singt, daz ist sein gesank,20Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,Willkleich isst, daz ist sein speis;Dar umb so saget uns der weis,Wollust und gewonhaitFalschent kunst und gerethikäit25Und verkerent die nataur,Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,Ein gepaur der wirt ein edelman,Der sich dar nach gewenen chan.Richteinschand die merket eben,30Daz Straub ym wolt ein ende geben,Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,Dann daz ein münche mocht gefromen.Der chnecht wil unser muomen habenUnd sich mit diser welt betragen,35Dar umb so ziment seiner jugentGuot gepard und ander tugend.Ubelgsmach des nam sich anUnd sprach: Ein uberweiser manDer spricht, er künn ein faulen schlehen40Und lat sich pitten und auch flehenUmb ein wörtel oder zway.Des aht ich alles nicht ein äy28Und sag dir, sam ich mich versich.Der bessere kün, der trett für mich.Lern und hörr, was ich chan singen!Tugend ist vor allen dingen.5Niemant sälig wesen mag,Ane tugent, ist mein sag.So geyt alläyn dem adel chraft,Den sein tugend edel macht.So wil sey anders von dir nicht,10Dann guoten willen, sam sey spricht;Won der ym gerne tugend schaft,Der ist yeso tugenthaft.Doch scheint sey an dem reichen bas,Won ein sprüchwort saget daz,15Dem der seckel steket vol,Den hört man gern und gelaubt ym wol.Dannocht hab dir daz von mir:Hast du tugend vil in dir,Und ist dir joch der pautel lär,20Er wirt dir vol und dar zuo swär.Hie so scholt du wissen pey,Waz die obrest tugend sey.Sich, es ist ein muoter altVon tag ze tag ye bas gestalt;25Tochtren hat sey schoner vier.Merch, die nemn ich dir so schier.Die erste die haisset die weishäyt,Die ander ist die gerechtikait,Die sterke und die massichäit30Sein dir auch für zwo geräit.Nu dar gedenk, wie gar behendSind die hohen tugend gnempt!Daz frümpt dir dannocht alz ein wichtHörst ir gpott und lere nicht,35So get dir hören nit ze handenUnd daz lesen unverstanden.Waz hulfft dann daz funden golt,Ob man es nicht behalten wolt?Dar umb, mein lieber sun, vil gern,40Was die tugend singin, lern!Hörr und merk und behalt ir gepotIr ler dar zuo an allen spot!28bDaz sag ich nach enander dirUnd wiss des ersten daz von mir:Die weisshait ist ein erczetugentUnd leret uns mit ir vermugent5Derkennen, was ist bös und guot,Daz kain andreu tugent tuot.Sey ist die erst nach rechter sag,Won niemant tugend gehaben magAn die weisshäit, gelaub es mir!10Dar zuo so wil ich sagen dir:Die weisshäit macht ein täyl geleichDes menschen got von hymelreich,Vil me, dann ander tugent zwo.Dar zuo so spricht die ler also:15Her Salomon ym ausderweltHat die weishäit und gezeltFür reichen schacz und langes leben.Dar umb so hat ym got gegebenMit der weishait alles guot,20Won daz volget weisem muot.Bey der swar verkauft man swein,Den menschen nach den wizzen sein.Hier nach scholt du wissen schier,Die weishäit hat der diernen vier:25Die erst gedenknüss ist genant,Peu der gepeut sey dir ze hantVier gepott, die scholt du behalten,Von in nimer dich geschalten.Daz ist, du scholt gedenchen eben30An der bösen menschen leben,Wie hart es oft geendet hat,Und hüten dich vor missetat.Gedenk hin wider an daz leben,Daz den guoten ist gegeben,35Wie es mit sälden nimpt ein ende,Und dich ze rainen werken wende!Gedenk, waz man dir schuldik sey!Gedenk auch, waz du scholt da pey,Daz du gehaben mügst daz dein,40Dem andern geben auch daz sein.Die ander haisset versichtikait.Pey der gepott sei dir beräitViereu, die man lernen scholUnd den zuo volgen sunder wol.28cDaz ist besich, wer ist der man,Der mit dir wil ze schaffen han,Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,Die chaffent pech für augstain.5Besich ein dinch, daz dich an trift,Von welher sach es sey gestift,Waz auch dar us müg werden,Wilt du bhentkleich nit verderben.Besich, an welher stat du gest,10Ligest, siczest oder stest!Und wo die schelke habent gewalt,Da lass dich selten werden alt!Besich, in welhem zeit du pist,Dar zuo, wie daz weter ist,15Daz du deinen mantel gswindMugest keren gen dem wind!Die dritte diern die haisset die List,Pey der dir auch gepotten ist,Daz du vernemist diseu viereu20Und auch verpringist also schiere.Daz ist, geleich dich einem man,Der dir mit worten gleysnen chan!Hie pey merke und derkenn,Wie man list mit listen tenn.25Dar zuo so dank betrogenleichEinem, der unwillechleichGâbet dir und dienet wol,So hat er das er haben schol.Hier nach, hast du müssen sweren30Eim ze tröschen und ze eren,So scholt du ym den naken peren,Wilt du dich mit listen neren.Dannocht uns die weisen sagend:Wo die toren bessers habend,35Da scholt du dich ze narren machenListechleich an allen sachen.Die vierde ist der lere fund,Bey der gepeut man dir ze stundViereu, die dir chomend wol.40Wil du lernen, sam man schol;Daz ist, du scholt dich dunken armAn der chünst, sam ein lärer darm;Und an der ler derzaig dich reich!28dSo tuost eim weisen mäister geleich.Lerr den junger nach dem sinMit rechter lieb, daz ist sein gewin.Nach der sterki hebe den tramen,5Nach dem ertreich säy den samen!Wilt du haben schuoler gunst,So ler die aller besten chunstMit kurczer weis, der scholt du phlegen,Und lass daz ander under wegen!10Schol die lere sein gemäin,So bis mit deinem leben gezäin!Wan des ler uns gar verdreust,Der sich mit seiner zungen scheust.Die gerechtikait ein tugent ist,15Die dich lert ze aller frist,Wie du niemant schaden scholtAn leib, an er, noch an dem golt,Sünder iedem scholt du ebenDaz sein vil willechleichen geben.20Die tugend schacz man für die grostenIn got von hymelrcich dem höchstenRichter, der mit seinem gewaltDie gerechtikait vor allen bhalt.

Do nu diss so gesprochen was,Lastersak sprach: Triefnas,Wiss, daz ist die peyicht gemäin,10Und wilt du peychten joch alläinDeinem priester all dein sünd,So tuo, sam ich dir han gechünt,Und sag ym sünderleich da peyDein missetât und wie ym sey15Äigenleich mit ganczer rewUnd secz dir für mit rechter trewDie puoss ze tuon an widerstellenUnd fürbas nicht mer sunden wellen.Tuost daz alles sament nicht,20So wiss, dein peychten ist ein wicht;Du wirst verschuldent gottes zornUnd sam eins juden sel verlorn.Dar umb, vil lieber junger mein,Daz du vil säilich müssist sein!25Gedench vil eben, wie die weltIst geleich dem räysgezelt,Daz man da ruchet alle tagNoch ganz und sich bleiben mag.Sey ist ein ellend ane laugen,30Dar umb scholl du dich ir glaubenUnd trachten häym ze paradeis,So pist du gerecht und dar zuo weis.Gedench auch, wie die weltleich erWütet, sam daz wilde mer,35Auf und nider und hin und herUnd nimpt ein ausganch sam daz gswer.Wo ist der weis her Salamon?Mit seiner schoni Absolon?Samson mit der grossen kraft?40Des hohen Alexanders macht?Aristotel mit seinr list?Seu sind verswunden sam ein mistUnd ist in nichcz auf erd beliben,Dan ir namen ungeswigen;26bDaz hilft seu an den selen chlein,Sein sey nicht an sunden räyn.Dar umb, so acht des lobes nicht,Daz dir zuo sälden chläin geschicht!5Gedench, daz got dich hat geschaffenZe einem menschen, nicht zum affen,Ze christan, nicht ze einem häyden,Ze einem gesunten und beschäiden.Des scholt ym danchen fleissechleich,10Die weil du lepst auf ertreich,Und hüten dich vor missetat.Und sunderleich, daz ist mein rat,Fleuch daz unrechtvertig guot,Wan dir kain büsse wirser tuot15An deinem lesten ende,Dann wider geben behende.Gedenk auch, wie her komen istUnser herr Jhesu CristIn eim so strengen orden!20Er ist zuo menschen wordenUnd hat derlitten turst und hunger,Frost im winter, hicz im sumer.Er hat geprediget und gelertMit arbayt hie sein tag verzert.25Pluotes swaiss hat er geswizzet,Won er sein marter vor hin wisst.Er ist geschlagen und gevangen,Genegelt, sam ein deup derhangen,An dem chrücz ist er verdorben30Jämerleichen und derstorben.Sich, daz was ym alles väilUmb anders nicht, dann unser häil,Won er den sünder von dem todErlösen wolt mit sölher not.35Dar umb so bitt in sünderbar,Daz er dich schirme durch daz jarUnd helfe so mit seiner begir,Daz dicz nicht werd verlorn an dir.Gedench zuo lesten, daz du pist40Nicht anders, dann ein fauler mistAn deinem leib, daz siehst du wol,Won du pist gesmaks und ayters vol.Dar umb so scholt nicht gar umb sust26cDein schonen sel mit bosem lustEwencleichen gar verderbenUnd sey irs schepfers reychs enterben.Wiss, daz du von ertreich pist,5Ze ertreich wirst in chläiner frist.Dar umb so acht pey gesunthäit,Daz du ze sterben seist berait!Won nichcz ist gewisser todes schlund,Nichcz ungewisser seiner stund,10Er schleicht da her vil sicherleich,Im ist der arm recht sam der reich,Er lat sich uber niempt derparmenUnd schleicht den reichen sam den armen.Wer mag sich dann vor ym behalten?15Er niempt die jungen mit den alten.Im ist der chrump recht sam der schlet,Es kumpt ym alles sampt recht.Dein sel enphil, sam ich dir sag,Nicht einem, der dich liebe hab20Durch leybes oder guotes wegen,Sunder lass den deiner phlegen,Der die seinen liebe hat.Doch so ist der obrest rat:Tuo wol pey dem leben dein,25Wilt du gottes chindel sein!Do nu die red ein end gewan,Fro Leugafruo her fürher kamUnd sprach: Ich han mir oft gehört,Der den leib mit vasten stört,30Pey dem weleibt die sele nicht;Dar umb so tuo, sam man da spricht:Halt dich eben an dem leib,Wilt, daz dir die sele beleib,Und voll ze stunden, gelaub es mir,35Hast du muot ze weiben dir.Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,Der der erczney so vil chan.Sag dem jungen gancz und eben,Waz ym guot sey zuo dem leben,40Daz er gesünt und frisch weleib,Starch und gerürich lange zeit.Straubel antwürt, sam ein gesell.26dNiemant reit sich gern in dhell,Sprach er, wisst ich pin ein man,Der sich nicht wol betragen chan,Dann mit leuten ungesünten,5Mit geschlagnen und gewunten;Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,Wie du scholt beleiben gesunt.Die chunst die wurd mir gar enwichtUnd auch mein appentech zu nicht.10Bertschi sprach: Du pists ein knecht,Dem der phenning füget recht.Nu se hin, alter haller drei!Und sag mir ganczleich, wie ym sey.Da mit der arczt ze sinnen kam15Und huob sein taidinch also an:Chain erczney die ward nie so guot,Sam sich gehalten in der huot;Vor ze wenich und ze vilDie gsunthäyt masse haben wil.20Sünderleich scholt du geruochenDir ein guten luft ze suochen,Der ym hab ein claren gestalt,Nicht ze heisse, noch ze kalt;Und ist der winde gar ze scharff,25Da wider man der klaider bdarffVon seiden dick und wol gemacht,Von leyn und pauwull manigslacht.Der luft ist auch den schlaffen guot,Dar umb der mensch vil unrecht tuot,30Der ym schlaffet an der stat,Da kain luft hin komen mag.Ob du aber wonent pistPey der erd, die temphich ist,Daz büsse dir ze winterzeit35Mit clarem feur, daz hicze geit!Des sumers so tuo auf die tür,Daz die feuchteu kum hin fürUnd der luft her wider in.Dar zuo schol gesträuwet sein40Mit chraut die chamer sunder wol,Daz nicht sey mösich, wassers vol.27Daz ander ist der gesünthait guot:Die übung, die der mensch tuot.Dar umb so wiss, daz gefüget speisWil einer haben, spricht der weis,5Der im chlainen arbait hat;Hin wider umb man geit den rat,Grosseu speis er haben wil,Der sich da übt und arbayt vil.So wiss auch, daz dir vor dem essen10Ist besser gangen, dan gesessen,Und doch nicht auf die mudi gar,Daz macht dich uberflussen bar.Nach dem essen macht du stenOder dich enwenig dergen,15Daz ist dir guot ze aller frist,Bis daz die speis geseczet ist.Daz drit, daz die nataur wil haben,Ist daz twahen und daz paden.Hie so scholt du mercken pey,20Daz man da vindet zwayerlayPeder nach der gmainen sag,Swaysspad und auch wasserpad.Swaysspad daz sey dir beräyt,Hast du uberflüssichait25Zwüschen flaysch und auch der haut.Wasserpad mit edelm chrawt,Daz lawich sey und nicht ze hayss,Macht dich schön und dar zuo fäyss.Und halt dich allweg da pey warm,30Ist daz dich dein leib derparm.In der wuchen ze dem mäystenEinest scholt daz twahen läystenDeinem haubt, so tuost du wol,Und ze dem minsten tzwahen schol35Der mensch sein haubt an widersprechtIn einem mänat, daz ist recht.Die fusse nach der lere meinSchüllent oft geraingo seinMit lawen wasser sunder wol,40Und alles wäschen geschehen schol,So der mensche nüchter ist.27bDes driten stuks beschaiden pist.Zuom vierden mal scholt wissen daz,Daz die speis dir fuget bas,So der hunger mit dir vicht,5Dann dehayner andern gschicht.Doch so fülle dich nicht satt,Lasse der speis ein läreu statIn dem magen umbe daz,Daz er gedewen müg dest bas.10Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,So solt dus wol und endleich keuwen.Manich tracht dir laide schafft,Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.Und wilt du ir geraten nicht,15So nim vil schier daz ander gerichtAuf daz erst an underlass.In den essen hab die mass,Das daz gröbist sey daz erstUnd daz zertist nim ze lest,20Es sey dann ops vil lind getan,Daz schol man geben vor hin an,Sam kerssen, feygen, weinper.Nach dem tisch, so ist mein ler,Daz man der herter frucht hertrag,25Die die speise truk hin ab,Daz sind phersich, pyeren guotUnd anders, daz daz selbig tuot.Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,Geb man uns ze allen tischen.30Daz fünft ist, daz man haben muossTrinken zuo des turstes buoss.Wiss, den rechten turst ich mäyn,Der den gesuntten chumpt alläinNach dem essen und nicht vor35Von hicze in des magens tor.Wie schol aver sein daz gtranch?Trun mit fuoge, nit ze lang,In dem sumer weiss und clarOder rosenleicht, nicht swar.40Des winters lat sich trinken basStarker wein und rot im glas,Und ist er liepleich wol gesmak,So fügt es recht in deinen sak.27cGelaub auch, daz ein neuwer wein,Der lauter ist und dar zuo vein,Ist vil besser, dann der alt.Sey dir dann der mag ze kalt,5So trink enwenk des morgens fruoHohen wein, daz ghört dar zuo!Doch huet dich, wilt du gsunt sein,Mit fleiss vor allem gmachten wein.Des sechsten ist uns allen not,10Daz ist der schlaff, den uns gepottDie nataur ze ruowen wol.Doch pist du geäczet vol,So volg dem schlaff nit sam ein vich,Ob er joch chomen ist an dich.15Du scholtz mit kurczweil ubergen,Sitzen, tretten oder sten,Bis daz dich zur andern stundDer schlaff begreiff, so ist gesuntZe schlaffen, ruwechleichen gar,20Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.Dar nach tracht dir auf ze sten,Ze dem stuole dich zdergen!Lâss daz wasser von dir rinnen!Huostens scholt du auch beginnen.25Rüspel ser und wasch dich drat!Wirff aus allen unflat!Strayl dirs haubt und chrecz die pain,Dar zuo mach die oren rayn!Ob dir aver pey dem tag30Voll des sumers schlaffens bhag,So leg dich nider sorgen frey,Da es aller frischest seyUnd dar zuo vinster, sam die nacht,Ungeschucht und wol bedacht!35Dar zuo schol man wissen daz:Daz haubt schol sein gedeket basIn dem schlaff, dann in dem wachen.So schol man sich des ersten machenNur auf die rechten seiten;40So lobt man dhaine zeitenZe schlaffen auf dem ruggen, soHangt daz haubet in daz stro.Auf dem pauch mag einr geligen,Ist ym der magen chalt gedigen.27dDaz sibend, daz dir füget wol,Ist ein hercz mit fröden vol,Da leit der gsunthäit gar vil an.Dar umb so schol ein iecleich man5Sich hüten gar vor ungemuotUnd zorn, der ym daz pluot verpruot.Unmuot dert, der zorn derpertUnd machent fläisch und pain ze hert.Doch ist klainer zorn wol guot,10So er dem man derkükt daz pluot.Daz feur kümpt auch zuo disem eben,Won es geyt fröd und steurt daz leben.Doch so ker dich gen ym nicht!Es ist zum antlücz gar ein wicht.15Und wirst du gar von ym ze warm,Es macht dich an den chreften arm.Ze lesten wiss daz eins von mir!Waz der man von herczen girGerne singt, daz ist sein gesank,20Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,Willkleich isst, daz ist sein speis;Dar umb so saget uns der weis,Wollust und gewonhaitFalschent kunst und gerethikäit25Und verkerent die nataur,Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,Ein gepaur der wirt ein edelman,Der sich dar nach gewenen chan.Richteinschand die merket eben,30Daz Straub ym wolt ein ende geben,Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,Dann daz ein münche mocht gefromen.Der chnecht wil unser muomen habenUnd sich mit diser welt betragen,35Dar umb so ziment seiner jugentGuot gepard und ander tugend.Ubelgsmach des nam sich anUnd sprach: Ein uberweiser manDer spricht, er künn ein faulen schlehen40Und lat sich pitten und auch flehenUmb ein wörtel oder zway.Des aht ich alles nicht ein äy28Und sag dir, sam ich mich versich.Der bessere kün, der trett für mich.Lern und hörr, was ich chan singen!Tugend ist vor allen dingen.5Niemant sälig wesen mag,Ane tugent, ist mein sag.So geyt alläyn dem adel chraft,Den sein tugend edel macht.So wil sey anders von dir nicht,10Dann guoten willen, sam sey spricht;Won der ym gerne tugend schaft,Der ist yeso tugenthaft.Doch scheint sey an dem reichen bas,Won ein sprüchwort saget daz,15Dem der seckel steket vol,Den hört man gern und gelaubt ym wol.Dannocht hab dir daz von mir:Hast du tugend vil in dir,Und ist dir joch der pautel lär,20Er wirt dir vol und dar zuo swär.Hie so scholt du wissen pey,Waz die obrest tugend sey.Sich, es ist ein muoter altVon tag ze tag ye bas gestalt;25Tochtren hat sey schoner vier.Merch, die nemn ich dir so schier.Die erste die haisset die weishäyt,Die ander ist die gerechtikait,Die sterke und die massichäit30Sein dir auch für zwo geräit.Nu dar gedenk, wie gar behendSind die hohen tugend gnempt!Daz frümpt dir dannocht alz ein wichtHörst ir gpott und lere nicht,35So get dir hören nit ze handenUnd daz lesen unverstanden.Waz hulfft dann daz funden golt,Ob man es nicht behalten wolt?Dar umb, mein lieber sun, vil gern,40Was die tugend singin, lern!Hörr und merk und behalt ir gepotIr ler dar zuo an allen spot!28bDaz sag ich nach enander dirUnd wiss des ersten daz von mir:Die weisshait ist ein erczetugentUnd leret uns mit ir vermugent5Derkennen, was ist bös und guot,Daz kain andreu tugent tuot.Sey ist die erst nach rechter sag,Won niemant tugend gehaben magAn die weisshäit, gelaub es mir!10Dar zuo so wil ich sagen dir:Die weisshäit macht ein täyl geleichDes menschen got von hymelreich,Vil me, dann ander tugent zwo.Dar zuo so spricht die ler also:15Her Salomon ym ausderweltHat die weishäit und gezeltFür reichen schacz und langes leben.Dar umb so hat ym got gegebenMit der weishait alles guot,20Won daz volget weisem muot.Bey der swar verkauft man swein,Den menschen nach den wizzen sein.Hier nach scholt du wissen schier,Die weishäit hat der diernen vier:25Die erst gedenknüss ist genant,Peu der gepeut sey dir ze hantVier gepott, die scholt du behalten,Von in nimer dich geschalten.Daz ist, du scholt gedenchen eben30An der bösen menschen leben,Wie hart es oft geendet hat,Und hüten dich vor missetat.Gedenk hin wider an daz leben,Daz den guoten ist gegeben,35Wie es mit sälden nimpt ein ende,Und dich ze rainen werken wende!Gedenk, waz man dir schuldik sey!Gedenk auch, waz du scholt da pey,Daz du gehaben mügst daz dein,40Dem andern geben auch daz sein.Die ander haisset versichtikait.Pey der gepott sei dir beräitViereu, die man lernen scholUnd den zuo volgen sunder wol.28cDaz ist besich, wer ist der man,Der mit dir wil ze schaffen han,Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,Die chaffent pech für augstain.5Besich ein dinch, daz dich an trift,Von welher sach es sey gestift,Waz auch dar us müg werden,Wilt du bhentkleich nit verderben.Besich, an welher stat du gest,10Ligest, siczest oder stest!Und wo die schelke habent gewalt,Da lass dich selten werden alt!Besich, in welhem zeit du pist,Dar zuo, wie daz weter ist,15Daz du deinen mantel gswindMugest keren gen dem wind!Die dritte diern die haisset die List,Pey der dir auch gepotten ist,Daz du vernemist diseu viereu20Und auch verpringist also schiere.Daz ist, geleich dich einem man,Der dir mit worten gleysnen chan!Hie pey merke und derkenn,Wie man list mit listen tenn.25Dar zuo so dank betrogenleichEinem, der unwillechleichGâbet dir und dienet wol,So hat er das er haben schol.Hier nach, hast du müssen sweren30Eim ze tröschen und ze eren,So scholt du ym den naken peren,Wilt du dich mit listen neren.Dannocht uns die weisen sagend:Wo die toren bessers habend,35Da scholt du dich ze narren machenListechleich an allen sachen.Die vierde ist der lere fund,Bey der gepeut man dir ze stundViereu, die dir chomend wol.40Wil du lernen, sam man schol;Daz ist, du scholt dich dunken armAn der chünst, sam ein lärer darm;Und an der ler derzaig dich reich!28dSo tuost eim weisen mäister geleich.Lerr den junger nach dem sinMit rechter lieb, daz ist sein gewin.Nach der sterki hebe den tramen,5Nach dem ertreich säy den samen!Wilt du haben schuoler gunst,So ler die aller besten chunstMit kurczer weis, der scholt du phlegen,Und lass daz ander under wegen!10Schol die lere sein gemäin,So bis mit deinem leben gezäin!Wan des ler uns gar verdreust,Der sich mit seiner zungen scheust.Die gerechtikait ein tugent ist,15Die dich lert ze aller frist,Wie du niemant schaden scholtAn leib, an er, noch an dem golt,Sünder iedem scholt du ebenDaz sein vil willechleichen geben.20Die tugend schacz man für die grostenIn got von hymelrcich dem höchstenRichter, der mit seinem gewaltDie gerechtikait vor allen bhalt.

Do nu diss so gesprochen was,

Lastersak sprach: Triefnas,

Wiss, daz ist die peyicht gemäin,10

Und wilt du peychten joch alläin

Deinem priester all dein sünd,

So tuo, sam ich dir han gechünt,

Und sag ym sünderleich da pey

Dein missetât und wie ym sey15

Äigenleich mit ganczer rew

Und secz dir für mit rechter trew

Die puoss ze tuon an widerstellen

Und fürbas nicht mer sunden wellen.

Tuost daz alles sament nicht,20

So wiss, dein peychten ist ein wicht;

Du wirst verschuldent gottes zorn

Und sam eins juden sel verlorn.

Dar umb, vil lieber junger mein,

Daz du vil säilich müssist sein!25

Gedench vil eben, wie die welt

Ist geleich dem räysgezelt,

Daz man da ruchet alle tag

Noch ganz und sich bleiben mag.

Sey ist ein ellend ane laugen,30

Dar umb scholl du dich ir glauben

Und trachten häym ze paradeis,

So pist du gerecht und dar zuo weis.

Gedench auch, wie die weltleich er

Wütet, sam daz wilde mer,35

Auf und nider und hin und her

Und nimpt ein ausganch sam daz gswer.

Wo ist der weis her Salamon?

Mit seiner schoni Absolon?

Samson mit der grossen kraft?40

Des hohen Alexanders macht?

Aristotel mit seinr list?

Seu sind verswunden sam ein mist

Und ist in nichcz auf erd beliben,

Dan ir namen ungeswigen;26b

Daz hilft seu an den selen chlein,

Sein sey nicht an sunden räyn.

Dar umb, so acht des lobes nicht,

Daz dir zuo sälden chläin geschicht!5

Gedench, daz got dich hat geschaffen

Ze einem menschen, nicht zum affen,

Ze christan, nicht ze einem häyden,

Ze einem gesunten und beschäiden.

Des scholt ym danchen fleissechleich,10

Die weil du lepst auf ertreich,

Und hüten dich vor missetat.

Und sunderleich, daz ist mein rat,

Fleuch daz unrechtvertig guot,

Wan dir kain büsse wirser tuot15

An deinem lesten ende,

Dann wider geben behende.

Gedenk auch, wie her komen ist

Unser herr Jhesu Crist

In eim so strengen orden!20

Er ist zuo menschen worden

Und hat derlitten turst und hunger,

Frost im winter, hicz im sumer.

Er hat geprediget und gelert

Mit arbayt hie sein tag verzert.25

Pluotes swaiss hat er geswizzet,

Won er sein marter vor hin wisst.

Er ist geschlagen und gevangen,

Genegelt, sam ein deup derhangen,

An dem chrücz ist er verdorben30

Jämerleichen und derstorben.

Sich, daz was ym alles väil

Umb anders nicht, dann unser häil,

Won er den sünder von dem tod

Erlösen wolt mit sölher not.35

Dar umb so bitt in sünderbar,

Daz er dich schirme durch daz jar

Und helfe so mit seiner begir,

Daz dicz nicht werd verlorn an dir.

Gedench zuo lesten, daz du pist40

Nicht anders, dann ein fauler mist

An deinem leib, daz siehst du wol,

Won du pist gesmaks und ayters vol.

Dar umb so scholt nicht gar umb sust26c

Dein schonen sel mit bosem lust

Ewencleichen gar verderben

Und sey irs schepfers reychs enterben.

Wiss, daz du von ertreich pist,5

Ze ertreich wirst in chläiner frist.

Dar umb so acht pey gesunthäit,

Daz du ze sterben seist berait!

Won nichcz ist gewisser todes schlund,

Nichcz ungewisser seiner stund,10

Er schleicht da her vil sicherleich,

Im ist der arm recht sam der reich,

Er lat sich uber niempt derparmen

Und schleicht den reichen sam den armen.

Wer mag sich dann vor ym behalten?15

Er niempt die jungen mit den alten.

Im ist der chrump recht sam der schlet,

Es kumpt ym alles sampt recht.

Dein sel enphil, sam ich dir sag,

Nicht einem, der dich liebe hab20

Durch leybes oder guotes wegen,

Sunder lass den deiner phlegen,

Der die seinen liebe hat.

Doch so ist der obrest rat:

Tuo wol pey dem leben dein,25

Wilt du gottes chindel sein!

Do nu die red ein end gewan,

Fro Leugafruo her fürher kam

Und sprach: Ich han mir oft gehört,

Der den leib mit vasten stört,30

Pey dem weleibt die sele nicht;

Dar umb so tuo, sam man da spricht:

Halt dich eben an dem leib,

Wilt, daz dir die sele beleib,

Und voll ze stunden, gelaub es mir,35

Hast du muot ze weiben dir.

Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,

Der der erczney so vil chan.

Sag dem jungen gancz und eben,

Waz ym guot sey zuo dem leben,40

Daz er gesünt und frisch weleib,

Starch und gerürich lange zeit.

Straubel antwürt, sam ein gesell.26d

Niemant reit sich gern in dhell,

Sprach er, wisst ich pin ein man,

Der sich nicht wol betragen chan,

Dann mit leuten ungesünten,5

Mit geschlagnen und gewunten;

Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,

Wie du scholt beleiben gesunt.

Die chunst die wurd mir gar enwicht

Und auch mein appentech zu nicht.10

Bertschi sprach: Du pists ein knecht,

Dem der phenning füget recht.

Nu se hin, alter haller drei!

Und sag mir ganczleich, wie ym sey.

Da mit der arczt ze sinnen kam15

Und huob sein taidinch also an:

Chain erczney die ward nie so guot,

Sam sich gehalten in der huot;

Vor ze wenich und ze vil

Die gsunthäyt masse haben wil.20

Sünderleich scholt du geruochen

Dir ein guten luft ze suochen,

Der ym hab ein claren gestalt,

Nicht ze heisse, noch ze kalt;

Und ist der winde gar ze scharff,25

Da wider man der klaider bdarff

Von seiden dick und wol gemacht,

Von leyn und pauwull manigslacht.

Der luft ist auch den schlaffen guot,

Dar umb der mensch vil unrecht tuot,30

Der ym schlaffet an der stat,

Da kain luft hin komen mag.

Ob du aber wonent pist

Pey der erd, die temphich ist,

Daz büsse dir ze winterzeit35

Mit clarem feur, daz hicze geit!

Des sumers so tuo auf die tür,

Daz die feuchteu kum hin für

Und der luft her wider in.

Dar zuo schol gesträuwet sein40

Mit chraut die chamer sunder wol,

Daz nicht sey mösich, wassers vol.27

Daz ander ist der gesünthait guot:

Die übung, die der mensch tuot.

Dar umb so wiss, daz gefüget speis

Wil einer haben, spricht der weis,5

Der im chlainen arbait hat;

Hin wider umb man geit den rat,

Grosseu speis er haben wil,

Der sich da übt und arbayt vil.

So wiss auch, daz dir vor dem essen10

Ist besser gangen, dan gesessen,

Und doch nicht auf die mudi gar,

Daz macht dich uberflussen bar.

Nach dem essen macht du sten

Oder dich enwenig dergen,15

Daz ist dir guot ze aller frist,

Bis daz die speis geseczet ist.

Daz drit, daz die nataur wil haben,

Ist daz twahen und daz paden.

Hie so scholt du mercken pey,20

Daz man da vindet zwayerlay

Peder nach der gmainen sag,

Swaysspad und auch wasserpad.

Swaysspad daz sey dir beräyt,

Hast du uberflüssichait25

Zwüschen flaysch und auch der haut.

Wasserpad mit edelm chrawt,

Daz lawich sey und nicht ze hayss,

Macht dich schön und dar zuo fäyss.

Und halt dich allweg da pey warm,30

Ist daz dich dein leib derparm.

In der wuchen ze dem mäysten

Einest scholt daz twahen läysten

Deinem haubt, so tuost du wol,

Und ze dem minsten tzwahen schol35

Der mensch sein haubt an widersprecht

In einem mänat, daz ist recht.

Die fusse nach der lere mein

Schüllent oft geraingo sein

Mit lawen wasser sunder wol,40

Und alles wäschen geschehen schol,

So der mensche nüchter ist.27b

Des driten stuks beschaiden pist.

Zuom vierden mal scholt wissen daz,

Daz die speis dir fuget bas,

So der hunger mit dir vicht,5

Dann dehayner andern gschicht.

Doch so fülle dich nicht satt,

Lasse der speis ein läreu stat

In dem magen umbe daz,

Daz er gedewen müg dest bas.10

Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,

So solt dus wol und endleich keuwen.

Manich tracht dir laide schafft,

Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.

Und wilt du ir geraten nicht,15

So nim vil schier daz ander gericht

Auf daz erst an underlass.

In den essen hab die mass,

Das daz gröbist sey daz erst

Und daz zertist nim ze lest,20

Es sey dann ops vil lind getan,

Daz schol man geben vor hin an,

Sam kerssen, feygen, weinper.

Nach dem tisch, so ist mein ler,

Daz man der herter frucht hertrag,25

Die die speise truk hin ab,

Daz sind phersich, pyeren guot

Und anders, daz daz selbig tuot.

Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,

Geb man uns ze allen tischen.30

Daz fünft ist, daz man haben muoss

Trinken zuo des turstes buoss.

Wiss, den rechten turst ich mäyn,

Der den gesuntten chumpt alläin

Nach dem essen und nicht vor35

Von hicze in des magens tor.

Wie schol aver sein daz gtranch?

Trun mit fuoge, nit ze lang,

In dem sumer weiss und clar

Oder rosenleicht, nicht swar.40

Des winters lat sich trinken bas

Starker wein und rot im glas,

Und ist er liepleich wol gesmak,

So fügt es recht in deinen sak.27c

Gelaub auch, daz ein neuwer wein,

Der lauter ist und dar zuo vein,

Ist vil besser, dann der alt.

Sey dir dann der mag ze kalt,5

So trink enwenk des morgens fruo

Hohen wein, daz ghört dar zuo!

Doch huet dich, wilt du gsunt sein,

Mit fleiss vor allem gmachten wein.

Des sechsten ist uns allen not,10

Daz ist der schlaff, den uns gepott

Die nataur ze ruowen wol.

Doch pist du geäczet vol,

So volg dem schlaff nit sam ein vich,

Ob er joch chomen ist an dich.15

Du scholtz mit kurczweil ubergen,

Sitzen, tretten oder sten,

Bis daz dich zur andern stund

Der schlaff begreiff, so ist gesunt

Ze schlaffen, ruwechleichen gar,20

Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.

Dar nach tracht dir auf ze sten,

Ze dem stuole dich zdergen!

Lâss daz wasser von dir rinnen!

Huostens scholt du auch beginnen.25

Rüspel ser und wasch dich drat!

Wirff aus allen unflat!

Strayl dirs haubt und chrecz die pain,

Dar zuo mach die oren rayn!

Ob dir aver pey dem tag30

Voll des sumers schlaffens bhag,

So leg dich nider sorgen frey,

Da es aller frischest sey

Und dar zuo vinster, sam die nacht,

Ungeschucht und wol bedacht!35

Dar zuo schol man wissen daz:

Daz haubt schol sein gedeket bas

In dem schlaff, dann in dem wachen.

So schol man sich des ersten machen

Nur auf die rechten seiten;40

So lobt man dhaine zeiten

Ze schlaffen auf dem ruggen, so

Hangt daz haubet in daz stro.

Auf dem pauch mag einr geligen,

Ist ym der magen chalt gedigen.27d

Daz sibend, daz dir füget wol,

Ist ein hercz mit fröden vol,

Da leit der gsunthäit gar vil an.

Dar umb so schol ein iecleich man5

Sich hüten gar vor ungemuot

Und zorn, der ym daz pluot verpruot.

Unmuot dert, der zorn derpert

Und machent fläisch und pain ze hert.

Doch ist klainer zorn wol guot,10

So er dem man derkükt daz pluot.

Daz feur kümpt auch zuo disem eben,

Won es geyt fröd und steurt daz leben.

Doch so ker dich gen ym nicht!

Es ist zum antlücz gar ein wicht.15

Und wirst du gar von ym ze warm,

Es macht dich an den chreften arm.

Ze lesten wiss daz eins von mir!

Waz der man von herczen gir

Gerne singt, daz ist sein gesank,20

Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,

Willkleich isst, daz ist sein speis;

Dar umb so saget uns der weis,

Wollust und gewonhait

Falschent kunst und gerethikäit25

Und verkerent die nataur,

Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,

Ein gepaur der wirt ein edelman,

Der sich dar nach gewenen chan.

Richteinschand die merket eben,30

Daz Straub ym wolt ein ende geben,

Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,

Dann daz ein münche mocht gefromen.

Der chnecht wil unser muomen haben

Und sich mit diser welt betragen,35

Dar umb so ziment seiner jugent

Guot gepard und ander tugend.

Ubelgsmach des nam sich an

Und sprach: Ein uberweiser man

Der spricht, er künn ein faulen schlehen40

Und lat sich pitten und auch flehen

Umb ein wörtel oder zway.

Des aht ich alles nicht ein äy28

Und sag dir, sam ich mich versich.

Der bessere kün, der trett für mich.

Lern und hörr, was ich chan singen!

Tugend ist vor allen dingen.5

Niemant sälig wesen mag,

Ane tugent, ist mein sag.

So geyt alläyn dem adel chraft,

Den sein tugend edel macht.

So wil sey anders von dir nicht,10

Dann guoten willen, sam sey spricht;

Won der ym gerne tugend schaft,

Der ist yeso tugenthaft.

Doch scheint sey an dem reichen bas,

Won ein sprüchwort saget daz,15

Dem der seckel steket vol,

Den hört man gern und gelaubt ym wol.

Dannocht hab dir daz von mir:

Hast du tugend vil in dir,

Und ist dir joch der pautel lär,20

Er wirt dir vol und dar zuo swär.

Hie so scholt du wissen pey,

Waz die obrest tugend sey.

Sich, es ist ein muoter alt

Von tag ze tag ye bas gestalt;25

Tochtren hat sey schoner vier.

Merch, die nemn ich dir so schier.

Die erste die haisset die weishäyt,

Die ander ist die gerechtikait,

Die sterke und die massichäit30

Sein dir auch für zwo geräit.

Nu dar gedenk, wie gar behend

Sind die hohen tugend gnempt!

Daz frümpt dir dannocht alz ein wicht

Hörst ir gpott und lere nicht,35

So get dir hören nit ze handen

Und daz lesen unverstanden.

Waz hulfft dann daz funden golt,

Ob man es nicht behalten wolt?

Dar umb, mein lieber sun, vil gern,40

Was die tugend singin, lern!

Hörr und merk und behalt ir gepot

Ir ler dar zuo an allen spot!28b

Daz sag ich nach enander dir

Und wiss des ersten daz von mir:

Die weisshait ist ein erczetugent

Und leret uns mit ir vermugent5

Derkennen, was ist bös und guot,

Daz kain andreu tugent tuot.

Sey ist die erst nach rechter sag,

Won niemant tugend gehaben mag

An die weisshäit, gelaub es mir!10

Dar zuo so wil ich sagen dir:

Die weisshäit macht ein täyl geleich

Des menschen got von hymelreich,

Vil me, dann ander tugent zwo.

Dar zuo so spricht die ler also:15

Her Salomon ym ausderwelt

Hat die weishäit und gezelt

Für reichen schacz und langes leben.

Dar umb so hat ym got gegeben

Mit der weishait alles guot,20

Won daz volget weisem muot.

Bey der swar verkauft man swein,

Den menschen nach den wizzen sein.

Hier nach scholt du wissen schier,

Die weishäit hat der diernen vier:25

Die erst gedenknüss ist genant,

Peu der gepeut sey dir ze hant

Vier gepott, die scholt du behalten,

Von in nimer dich geschalten.

Daz ist, du scholt gedenchen eben30

An der bösen menschen leben,

Wie hart es oft geendet hat,

Und hüten dich vor missetat.

Gedenk hin wider an daz leben,

Daz den guoten ist gegeben,35

Wie es mit sälden nimpt ein ende,

Und dich ze rainen werken wende!

Gedenk, waz man dir schuldik sey!

Gedenk auch, waz du scholt da pey,

Daz du gehaben mügst daz dein,40

Dem andern geben auch daz sein.

Die ander haisset versichtikait.

Pey der gepott sei dir beräit

Viereu, die man lernen schol

Und den zuo volgen sunder wol.28c

Daz ist besich, wer ist der man,

Der mit dir wil ze schaffen han,

Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,

Die chaffent pech für augstain.5

Besich ein dinch, daz dich an trift,

Von welher sach es sey gestift,

Waz auch dar us müg werden,

Wilt du bhentkleich nit verderben.

Besich, an welher stat du gest,10

Ligest, siczest oder stest!

Und wo die schelke habent gewalt,

Da lass dich selten werden alt!

Besich, in welhem zeit du pist,

Dar zuo, wie daz weter ist,15

Daz du deinen mantel gswind

Mugest keren gen dem wind!

Die dritte diern die haisset die List,

Pey der dir auch gepotten ist,

Daz du vernemist diseu viereu20

Und auch verpringist also schiere.

Daz ist, geleich dich einem man,

Der dir mit worten gleysnen chan!

Hie pey merke und derkenn,

Wie man list mit listen tenn.25

Dar zuo so dank betrogenleich

Einem, der unwillechleich

Gâbet dir und dienet wol,

So hat er das er haben schol.

Hier nach, hast du müssen sweren30

Eim ze tröschen und ze eren,

So scholt du ym den naken peren,

Wilt du dich mit listen neren.

Dannocht uns die weisen sagend:

Wo die toren bessers habend,35

Da scholt du dich ze narren machen

Listechleich an allen sachen.

Die vierde ist der lere fund,

Bey der gepeut man dir ze stund

Viereu, die dir chomend wol.40

Wil du lernen, sam man schol;

Daz ist, du scholt dich dunken arm

An der chünst, sam ein lärer darm;

Und an der ler derzaig dich reich!28d

So tuost eim weisen mäister geleich.

Lerr den junger nach dem sin

Mit rechter lieb, daz ist sein gewin.

Nach der sterki hebe den tramen,5

Nach dem ertreich säy den samen!

Wilt du haben schuoler gunst,

So ler die aller besten chunst

Mit kurczer weis, der scholt du phlegen,

Und lass daz ander under wegen!10

Schol die lere sein gemäin,

So bis mit deinem leben gezäin!

Wan des ler uns gar verdreust,

Der sich mit seiner zungen scheust.

Die gerechtikait ein tugent ist,15

Die dich lert ze aller frist,

Wie du niemant schaden scholt

An leib, an er, noch an dem golt,

Sünder iedem scholt du eben

Daz sein vil willechleichen geben.20

Die tugend schacz man für die grosten

In got von hymelrcich dem höchsten

Richter, der mit seinem gewalt

Die gerechtikait vor allen bhalt.


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