Chapter 12

Wer möcht dann auf erd geleben,25War die rechtikait nicht geben?Nu chondin rauber nicht beleiben,Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,Hieltins unter enander nichtDacz geseczt, daz zwüschen in geschicht.30Die hat der dienerinen zehen,Die wirst du nach enander sehenIecleichen besunder schiere,Mit ir gepotten, der sein viereu.Es sint die strengen und die gnad,35Die warhait und die eregabe,Frid und minn mit freuntschaft,Gehorsam, treuw unschadhaft.Pey der strengeu gepeut man dir,Daz du scholt legen dein begir,40Die bösen leut ze nötenMit stumbeln und mit töten,29Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.Sich daz ist die rechtisch puoss.Der frömdes guot mit gewalte hat,Das schaff hin wider also drat5Mit allen nüczen, die man gnomenHat und mochten da von chomen.Also scholt du an gesigenEinem, hat er umb getribenDen andern pöschleich an dem gricht10An aller zerung, die da geschicht.Wil auch der man ungehorsam sein,So gib ym nur die selben pein,Die er aller maiste fürchtUnd voll hat ers vil oft verwürcht.15Pey der gnad man dir gepeut,Hörr, wie eben sey dirs beteut!Käin urtäil schol gevallen dir,Die nicht enhât derbarmd in ir.Ist die sach verworren gar,20So volg nicht böser juden schar,Sunder ker dich auf daz bestUnd auf daz gnädigost ze lest!Hier zuo scholt du dich derparmenUber wittwen und die armen,25Uber wäysen, gäystleich leutUnd uber getruwer wirker heut.Dennocht macht genade tuon,Umb frid ze haben oder suonEinem, der joch schuldig wär,30Ist er an der macht ze swär.Pey der warhait gepeut men eben,Daz du durch kainer sach wegenLeugen scholt, geselle, sich,Wilt du vor sünden hüten dich.35Wer sich leugens nit kan mâssen,Den scholt du niemer sweren lassen,Won der die zungen felschen wil,Der acht des äides auch nicht vil.Huet dich vor lugner her,40Wilt behalten guot und er,Won kain flaisch ward nie so böse,Sam die liegent zung die löse.Hast du yemant ichcz versprochen,29bDaz scholt du läisten ungeprochen,Er wärr dann, daz er an dir bräch,Oder daz mit sünden geschäch.Bey der ergab wil sey daz,5Daz du scholt eben wissen, wasDu gebist, warum und auch wem.Es sey disem oder dem.Gib daz dine und anders nicht,Wan die warhäit also spricht:10Got der wil nicht opher habenMit des andern menschen schaden.Gib auch freileich, will du geben,Und lâss verziehen unterwegen!Won geist du schier, so geist du zwier.15Pleybts pey dir, so nimpst es mir.Lâss dich auch vil wench betragen,Gâb ze geben wider gâben!Niemant lâss dich uberwinden,Es sey mit gaben oder schinden.20Pey dem frid man dir gepeut,Daz du nicht hassen scholt die leut,Won wo nicht frid ist in dem haus,Da hat man got vertriben aus.Wilt du han frid gen iedem man,25So tuo sam einer hat getan,Der danket allem guot ze stettUnd swäig, so man ym ubel tett.Wilt du stäts mit fride sein,Bsunder mit den gesellen dein,30Emphilch ym wenig deiner sach,Noch ste mit ym unter einem tach!Wilt du krieg zuo fride machen,So wiss, daz du in allen sachenScholt vil süsser red phlegen.35Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.Pey rechter minn ist dir gepotten,Daz du niemants wellist spotten,Anders swer ich dir pey gott,Sicherleich du wirst ze spott.40Wilt du wesen lieb gehabt,So tuo, sam uns die lere sagt,Und halt in ganczer lieb die leut!29cHorr, was sey dir me gepeut!Wilt du haben paradeisAuf diser erd an helleweis,So tracht, daz du dein eleich weib5Habist lieb, sam deinen leyb!Hab auch liebe zuo andern dingen,Wilt, daz seu dir sälde bringen;Won kain sach die macht dich frey,Hast nicht liebeu minn da pey.10Pey der freüntschaft daz vernim!Du scholt den freunt zuo deinem gwinVersuochen lang, der weise spricht.Den bewärtten halt und lass in nicht!Dem freuntleichen tuo wol auf erd,15Daz er dest freuntleicher dir werd!Dem veint dem scholt int ubel tuonUmb freuntschaft und umb lieben suon.Hilf dem freunt ze aller fristUngerüft, so ym gebrist.20Der sein mag gehaben rât,Dem hilf, so er dich gepetten hat.Tuo dem freunt und iedem man,Das du von ym begerest han,Und mâss dich des, des seu bevilt,25Noch du von ynen nit haben wilt.Pey der gehorsam schreibt man dir,Daz du scholt volgen mit begirDeinem herren, wer er sey,An guoten gepotten sünden frey.30Deinen eltern und ierm ratScholt du volgen fruo und spât,Ob seu treuleich mäynent dichUnd auch die sach wol füget sich.Deinen mayster volg noch mer,35Dan dir selber, an der ler,An gpott und allen dingen,Wilt du nach eren ringen.Dannocht wilt du sein gerecht,Volg der dirnen, horr den knecht,40Bis gehorsam einem chindAn sachen, die dir nuczze sind!Pey der trew man ruofft dich an:Bis getrew, o werder man!Die treuw ein schlussel ist der er.45Wer den verleust, der taugt nit mer.Der würffel der ist gar enwicht29dUnd hat der treuwen in im nicht.Dar umb so spil nicht, so es gilt,Mit dem du treuwe halten wilt.Hat dir einr seyn haimlichäit5Auf getan und für gelayt,Daz scholt du behalten sunder taugenMit ganczen treuwen, sam dein augen.Doch scholt du getrauwen swachEinem in vil grosser sach,10Hâst du noch nicht mit ym gessenEin vierding salcz wol aufgemessen.Pey der unschad man dich mant,Daz du dir selber nicht tügist ant.Bis auch niemant anderm swär!15Das macht dich werd und dar zuo mär.Wilt du sein unschadleich gar,So hüt dich vor der schedleich schar,Daz ist vor dienern andern dingen,Die den schaden mugen bringen!20Ner din leben und din guot,Halt dine ere mit rechter huot!Gesigest joch den veinten an,Dannocht pist kain schädleich man.Pist du richter, hast den gewalt,25Hörr den andern täil vil bald!Richt nach recht, daz ist mein rat,Niemant dich für schedleich hat.Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,Die erste macht dye liibe reich,30Die schol man schäczen für kein tugend,Wan oft ein schak hat die vermugend;Die ander verstnet gar den muot,Seu ist ein zarteu tugent guotUnd weist uns ubergen mit kraft35Alle böshayt ungeschlacht.Die ist die vordrest und die bestAn edelchäyt mit ganczer vest;Won wer ir nit enwil gewalten,Der mag die andern wench behalten,40Und hat fünf mägettein gemäyt.Daz erst daz ist die Sicherhäyt,Die ander haisset hoher Muot,Die dritt daz Gedinge guot,Der fünften spricht man Gedultikäyt,45Die vierd die ist genennet Stät.30Die erste chümpt und spricht zuo dir:Fürchst dir, daz scholt sagen mir.Sprichst du, das scholt sagen mir!Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen,5Ich köm ze armuot bis auf morgen.Des antwürt sey dir ane zorn:Ich wolt, du hietst da mit verlornDie geytikayt, die dich da reyt,So warist reich ze aller zeit.10Fürchst du hinderred, so sprichcz!Tuo daz best und besorg dein nichs!Die bösen valscheu märe sagendUnd nicht, daz wir verdienet habent.Besorgest aver siechtagen,15Dar zuo kans ein anders sagen.Der siechtuom mag nit ewenchleichPey dir gesein und du geleich.Fürchst den tod, so bist ein chind,Spricht sey zuo dir gar geswind.20Er ist kain schand, so muost auch sterben.Niemant mag sein ubrig werden.Die ander get her muotes froUnd spricht: Mein fraw die wil also.Ze grossen dingen scholt dich piegen,25Won chäin adler vahet fliegen.Streit vil e umb die gemäin,Dan du vechtist umb dich äyn!Gemäiner nucz der get hin für,Äyniger beleibet pey der tür.30Hast ein hercz mit hohem muot,Der peut den leuten er und guot;Und ob man dein nicht athen wil,Schlach hintnan auf und sorg nit vil!Pist ein man, du scholt nit fliehen,35Es sey dann daz du fuder ziehenMüssist in so grosser not,Daz beleiben war dein tod.Die dritt die saumpt sich auch nit lang,Sey vert gen dir mit irem gesang;40Daz spricht: Hab trost in deinem muot!30bDaz ist dir zuo dem leben guot.Verzag nicht, held, daz ist mein rât,Wie oft ein man verloren hâtAll sein hab in einem spil5Und darnach gewinnen zwir alz vil.Hab geding und lâss es nicht,Ob dir joch niemer guot geschicht;Won oft ein Swâb der nimpt sein endMit guotem trost, der smerczen went.10Sünderleichen hab geding,Ob dich der wind mit regen zwing,Und kumpt der sunnen schein entzwischen,So macht die fröd mit sorgen mischen.Die vierd beräyt sich auf die vart15In blâwen gewand, ir red ist zartUnd spricht: In deinem gedenchenHuet dich vor willwenchen,Bis in endvarwe stätIn fraden und in herczeläid.20Mit dem ersten dich nicht weg,Noch dich pey dem andern leg!Ein recht daz hat die stäytichayt,Daz du scholt ze tuon sein berait.Pleib nit pey den bösen dingen!25Von gutten lâss dich niemant pringen!Doch so war nicht ungezäm,Ob ein man daz besser nämUnd liess daz guot, da ers hiet funden,Er sey dann anders dar zuo gpunden.30Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dirUnd pring der seken vier mit ir,Die iedem sunder fugent wol,Der ze hof beleiben schol.Der erste sak schol chlaider haben,35Die scholt du sauberleichen tragen,Won pist reich mit deiner wat,Dest bas man dich in eren hat.Der ander sak ist phenning vol,Der kümpt dir sunderleichen wol,40Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,Niemant tar dir wider stellen.30cDer dritte sak ist gtinstikait,Der ist dir auch dar zuo bereit,Daz du dich freileich machist her,Nicht sam ein plauger winterper.5Des leste sak ist gedultichayt,Der all dein leiden ubertraytAn peyten, vasten und an wachen,An sweigen und an andern sachen.Ze stett do sprach fro Richteinschand:10Ich merch, ir seicz ze hof bekant,Dar umb ich euwer wirdi pitt,Lert in hofzucht auch da mit!Des antwürt Lastersak vil drat:Begert er daz, so ist mein rat,15Daz er sich selb ze hofe mach,Da lernt er zucht an maniger sach.Pey hünren lernt man gachczgen,Pey sweinen seuwisch smaczgen;Doch so spricht man oft und vil:20Wer ein hofman werden wil,Der hab einn pauren in dem sinn,Und wes der gepäurischen beginn,So tuo daz widerwartich schier,Des wirt er hofleich und gezier.25Also mag ich Bertschin sagin,Wil er sich nach züchten haben,Daz mug er lernen, sam man spricht,Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.Hie mit ker ich mein vermugend30Hin wider ze der lesten tugend,Die ist die mässichait genant,Mangem herczen underkant,Won selten yemant phligt der mâssStäticleich an underlâss.35Dar umb so wiss, wann yedeu sytVor und hintnan alle zeitVerwürchet ist mit bösen sitten,So leit die mässichäyt enmitten.Des nim ein beyschaft ander vart!40Hie ist der gouder, dort der karg;Der gouder ist ein sölich man,Der nichcz nit ym behalten kan;Der karg verpirgt es alles sampt30dUnd mag nicht geben aus der hand.Die habend payde böseu weis,Dar umb so trayt der milt den preis,Der lebt nach mittlen mâssen5An haben und an lassen,Daz ist, er geyt hin, daz er schol,Und behalt daz überig wol.Dar zuo wisst, daz mässichaitIst ein tugend so gemäyt,10Daz niemant sey verlassen scholDurch ander sach, so tuot er wol.Sey hât der zarten junchfrawenDrey und ein, die scholt du schawen,Daz ist die demuot, gottes chläyt,15Schamung, gefuorung, cheuschäyt,Pey den wirst du ieso sehenPunden wol auf sechszehen,Was die erste sagen well.Daz merk vil eben, lieber gesell!20Sey spricht: Wilt du han den preisFür ander gar gezellet weis,So wil ich dich des einen beschayden,Du muost dich diemütich derzäigen.Wilt du chomen an gewalt,25Hab ein dyemütigen gestalt!Won der sich höcht, der kumet nider,Und der sich nidert, der get wider.Wilt du, daz man dein nicht spott,So hörr die andern zway gepott!30Wiss, du scholt dich seltenLoben oder schelten!Bis auch nicht ze dyemütig,Daz dir der narr nicht an gesig!Was wil die schamung haissen dich?35Do spricht sey, sam ich mich versich:Scham dich aller missetat,Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.Schame dich auch andrer vart,Die nicht gar erleich sey von art!40Won der sich nit kan haben inn,Der ist ein tor in meinem sin.Schämich mach auch deineü kinder,31Daz seu nicht leben, sam die rinder,Wan man oft des kindes schandZelt dem vatter in die hand.Doch so wiss, ein weiser man,5Der mächtig ist und alt getan,Schol nicht gar ze schamig sein,Daz er ze kindisch nicht enschein.Was kan die dritte dir derzaigen?Des lâss dich auch von mir beschaiden!10Hörr, du scholt gefuggig seinAn haus und an den chläydern dein!Bis gefürig an der kost,An dem wein und an dem most!Won daz uberig schaden tüt15An sel und an leib und an dem guot.Pist du eines erbern sins,So lâss dich benügen kleines gwins!Chläiner gwin ist got mär,Den grossen suochent wuchrer.20Doch so macht du vil wol habenGrosses guot pey deinen tagen,Kumpt es alz von rechtem gwinUnd hilfft den armen auch mit ym.Was singt uns dann die keuschait?25Anders nichcz, wenn daz ein maytSchol keusche sein mit iren augen,Wil sie sich böser gdenken gelauben.Sey schol auch keusch sein an gedenken,Wil sey mit werchen sich nit krenken.30Minner werch schol sey nicht kiesen,Wil sey daz krenczel nicht verliesen.Dennocht ist ein mensche keusch,Treybt es ander käyn geteusch,Dann allaine bey der ee.35Da mit so sag ich dir nicht me.Syertdazland die was behend.Mich duncht, der rede sey ein end,Sprach sey, noch ist eins belibenDa hintnan nit gar wol verswigen,40Und daz einer muoss halt künnen,Dem wir unser muomen günnen,Daz ist, hort mich all geleich,Haus ze haben wiczechleich.31bWaz hilf daz weibe, daz ir manAusrenthalb joch gar vil kanUnd ein narr ist in dem haus?Dar umb sagt ym es gar her aus,5Was ym nucz sey zuo dem leben,Wellen wir ym Mäczen geben.Daz was auf Säychinkruog geredt,Wenn die andern sprachen zstett:Dicz kan niemand also wol,10Sam Härtel hausgeschäftes vol.Er hat wol sechczig jar und meHaus gehaltlen pey der ee.Säychinkruog in antwürt doVil zuchticleich und sprach also:15Es wisst wol, sam ich wissent pin,Alz manich haubt, alz manger sin;Dar umb so hat such iecleich hausSeinen sitten, seinen saus.Also lerts sich selber wol,20Wie einr sein haus bewaren schol.So ist des menschen gemuot so blind.Wes er sich für wars versint,Daz get ym oft nach stelczer fuoss,Dar umb ich in nicht leren muoss.25Fro Siertdazland hin widerumbSprach: Euch ist daz maul ze chrumb.Secht ir nicht, daz alles spilChünst und wicze haben wil?Oft chan einr für ander ächt30Springen, tanczen, mäczigschäft.So muoss man lernen scheiter spalten,Daz lichter ist dann haus ze halten.Was täutest dann von stelczer päin?Waisst nicht, daz man spricht gemäyn:35Hilf dir selb, so hilft dir got?Mich dunkt, du redist aus eim spott.Der nicht wolt lernen für sich sehen,Dem wurd ze geleicher weis geschehen,Sam der fleugen gsach hie vor40Pey der weisen ämbess tor,Die von hunger muosset vasten,Do hiet die ämbess vollen casten.Dar umb so sagt dem guoten gesellen,31cWie er sein hause schül bestellen;Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.Do sprach Härtel Saichinkruog:Wol an, daz sey! So ler ich dich5Daz besten, so ich mich versich.Wilt du halten haus mit eren,Das scholt des ersten so an kerenZe tragen in der täschen trachtEin ander haus von silber gmacht,10Daz du dir chauffen mügest soHäw und fuoter, dar zuo stro,Wein und korn und holcz da mit,Hirs und kraut, daz ist der sitt,Bonen, ärwess, gersten, smalcz,15Lynsen, fläysch ze terren, salcz,Hausgeschier und bettgewand,Käs und ops und manger handYecleichs pey den seinen zeiten,Daz ist dir nücz ze allen seiten.20Und chauff daz best mit ganczer treuw,Wilt du, daz es dich nicht geruw,Hochzeit und daz tägleich ladenHat ein er und zwen schaden.Mit gesten nicht dez dein verzer,25Wilt du behalten guot und er.An pheyffern und an chläynet,Sam es die lere mäynetZerung umb die ritterschaft,Wiss, die ist vil erhaft.30Sunderleich lass dich herparmenUber deinen freunt vil armen!Pauw nicht heuser durch den tod,Dich zwingi dann die starke not,Won gemachtez haus, gescribens buoch,35Beschlaffens weib, versnitten tuoch,Dar zuo hefen alter plunder,So wolfeil sind, es ist ein wunder.Triefens tach man bessern mag,Schadli wager dann ein schad.40

Wer möcht dann auf erd geleben,25War die rechtikait nicht geben?Nu chondin rauber nicht beleiben,Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,Hieltins unter enander nichtDacz geseczt, daz zwüschen in geschicht.30Die hat der dienerinen zehen,Die wirst du nach enander sehenIecleichen besunder schiere,Mit ir gepotten, der sein viereu.Es sint die strengen und die gnad,35Die warhait und die eregabe,Frid und minn mit freuntschaft,Gehorsam, treuw unschadhaft.Pey der strengeu gepeut man dir,Daz du scholt legen dein begir,40Die bösen leut ze nötenMit stumbeln und mit töten,29Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.Sich daz ist die rechtisch puoss.Der frömdes guot mit gewalte hat,Das schaff hin wider also drat5Mit allen nüczen, die man gnomenHat und mochten da von chomen.Also scholt du an gesigenEinem, hat er umb getribenDen andern pöschleich an dem gricht10An aller zerung, die da geschicht.Wil auch der man ungehorsam sein,So gib ym nur die selben pein,Die er aller maiste fürchtUnd voll hat ers vil oft verwürcht.15Pey der gnad man dir gepeut,Hörr, wie eben sey dirs beteut!Käin urtäil schol gevallen dir,Die nicht enhât derbarmd in ir.Ist die sach verworren gar,20So volg nicht böser juden schar,Sunder ker dich auf daz bestUnd auf daz gnädigost ze lest!Hier zuo scholt du dich derparmenUber wittwen und die armen,25Uber wäysen, gäystleich leutUnd uber getruwer wirker heut.Dennocht macht genade tuon,Umb frid ze haben oder suonEinem, der joch schuldig wär,30Ist er an der macht ze swär.Pey der warhait gepeut men eben,Daz du durch kainer sach wegenLeugen scholt, geselle, sich,Wilt du vor sünden hüten dich.35Wer sich leugens nit kan mâssen,Den scholt du niemer sweren lassen,Won der die zungen felschen wil,Der acht des äides auch nicht vil.Huet dich vor lugner her,40Wilt behalten guot und er,Won kain flaisch ward nie so böse,Sam die liegent zung die löse.Hast du yemant ichcz versprochen,29bDaz scholt du läisten ungeprochen,Er wärr dann, daz er an dir bräch,Oder daz mit sünden geschäch.Bey der ergab wil sey daz,5Daz du scholt eben wissen, wasDu gebist, warum und auch wem.Es sey disem oder dem.Gib daz dine und anders nicht,Wan die warhäit also spricht:10Got der wil nicht opher habenMit des andern menschen schaden.Gib auch freileich, will du geben,Und lâss verziehen unterwegen!Won geist du schier, so geist du zwier.15Pleybts pey dir, so nimpst es mir.Lâss dich auch vil wench betragen,Gâb ze geben wider gâben!Niemant lâss dich uberwinden,Es sey mit gaben oder schinden.20Pey dem frid man dir gepeut,Daz du nicht hassen scholt die leut,Won wo nicht frid ist in dem haus,Da hat man got vertriben aus.Wilt du han frid gen iedem man,25So tuo sam einer hat getan,Der danket allem guot ze stettUnd swäig, so man ym ubel tett.Wilt du stäts mit fride sein,Bsunder mit den gesellen dein,30Emphilch ym wenig deiner sach,Noch ste mit ym unter einem tach!Wilt du krieg zuo fride machen,So wiss, daz du in allen sachenScholt vil süsser red phlegen.35Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.Pey rechter minn ist dir gepotten,Daz du niemants wellist spotten,Anders swer ich dir pey gott,Sicherleich du wirst ze spott.40Wilt du wesen lieb gehabt,So tuo, sam uns die lere sagt,Und halt in ganczer lieb die leut!29cHorr, was sey dir me gepeut!Wilt du haben paradeisAuf diser erd an helleweis,So tracht, daz du dein eleich weib5Habist lieb, sam deinen leyb!Hab auch liebe zuo andern dingen,Wilt, daz seu dir sälde bringen;Won kain sach die macht dich frey,Hast nicht liebeu minn da pey.10Pey der freüntschaft daz vernim!Du scholt den freunt zuo deinem gwinVersuochen lang, der weise spricht.Den bewärtten halt und lass in nicht!Dem freuntleichen tuo wol auf erd,15Daz er dest freuntleicher dir werd!Dem veint dem scholt int ubel tuonUmb freuntschaft und umb lieben suon.Hilf dem freunt ze aller fristUngerüft, so ym gebrist.20Der sein mag gehaben rât,Dem hilf, so er dich gepetten hat.Tuo dem freunt und iedem man,Das du von ym begerest han,Und mâss dich des, des seu bevilt,25Noch du von ynen nit haben wilt.Pey der gehorsam schreibt man dir,Daz du scholt volgen mit begirDeinem herren, wer er sey,An guoten gepotten sünden frey.30Deinen eltern und ierm ratScholt du volgen fruo und spât,Ob seu treuleich mäynent dichUnd auch die sach wol füget sich.Deinen mayster volg noch mer,35Dan dir selber, an der ler,An gpott und allen dingen,Wilt du nach eren ringen.Dannocht wilt du sein gerecht,Volg der dirnen, horr den knecht,40Bis gehorsam einem chindAn sachen, die dir nuczze sind!Pey der trew man ruofft dich an:Bis getrew, o werder man!Die treuw ein schlussel ist der er.45Wer den verleust, der taugt nit mer.Der würffel der ist gar enwicht29dUnd hat der treuwen in im nicht.Dar umb so spil nicht, so es gilt,Mit dem du treuwe halten wilt.Hat dir einr seyn haimlichäit5Auf getan und für gelayt,Daz scholt du behalten sunder taugenMit ganczen treuwen, sam dein augen.Doch scholt du getrauwen swachEinem in vil grosser sach,10Hâst du noch nicht mit ym gessenEin vierding salcz wol aufgemessen.Pey der unschad man dich mant,Daz du dir selber nicht tügist ant.Bis auch niemant anderm swär!15Das macht dich werd und dar zuo mär.Wilt du sein unschadleich gar,So hüt dich vor der schedleich schar,Daz ist vor dienern andern dingen,Die den schaden mugen bringen!20Ner din leben und din guot,Halt dine ere mit rechter huot!Gesigest joch den veinten an,Dannocht pist kain schädleich man.Pist du richter, hast den gewalt,25Hörr den andern täil vil bald!Richt nach recht, daz ist mein rat,Niemant dich für schedleich hat.Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,Die erste macht dye liibe reich,30Die schol man schäczen für kein tugend,Wan oft ein schak hat die vermugend;Die ander verstnet gar den muot,Seu ist ein zarteu tugent guotUnd weist uns ubergen mit kraft35Alle böshayt ungeschlacht.Die ist die vordrest und die bestAn edelchäyt mit ganczer vest;Won wer ir nit enwil gewalten,Der mag die andern wench behalten,40Und hat fünf mägettein gemäyt.Daz erst daz ist die Sicherhäyt,Die ander haisset hoher Muot,Die dritt daz Gedinge guot,Der fünften spricht man Gedultikäyt,45Die vierd die ist genennet Stät.30Die erste chümpt und spricht zuo dir:Fürchst dir, daz scholt sagen mir.Sprichst du, das scholt sagen mir!Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen,5Ich köm ze armuot bis auf morgen.Des antwürt sey dir ane zorn:Ich wolt, du hietst da mit verlornDie geytikayt, die dich da reyt,So warist reich ze aller zeit.10Fürchst du hinderred, so sprichcz!Tuo daz best und besorg dein nichs!Die bösen valscheu märe sagendUnd nicht, daz wir verdienet habent.Besorgest aver siechtagen,15Dar zuo kans ein anders sagen.Der siechtuom mag nit ewenchleichPey dir gesein und du geleich.Fürchst den tod, so bist ein chind,Spricht sey zuo dir gar geswind.20Er ist kain schand, so muost auch sterben.Niemant mag sein ubrig werden.Die ander get her muotes froUnd spricht: Mein fraw die wil also.Ze grossen dingen scholt dich piegen,25Won chäin adler vahet fliegen.Streit vil e umb die gemäin,Dan du vechtist umb dich äyn!Gemäiner nucz der get hin für,Äyniger beleibet pey der tür.30Hast ein hercz mit hohem muot,Der peut den leuten er und guot;Und ob man dein nicht athen wil,Schlach hintnan auf und sorg nit vil!Pist ein man, du scholt nit fliehen,35Es sey dann daz du fuder ziehenMüssist in so grosser not,Daz beleiben war dein tod.Die dritt die saumpt sich auch nit lang,Sey vert gen dir mit irem gesang;40Daz spricht: Hab trost in deinem muot!30bDaz ist dir zuo dem leben guot.Verzag nicht, held, daz ist mein rât,Wie oft ein man verloren hâtAll sein hab in einem spil5Und darnach gewinnen zwir alz vil.Hab geding und lâss es nicht,Ob dir joch niemer guot geschicht;Won oft ein Swâb der nimpt sein endMit guotem trost, der smerczen went.10Sünderleichen hab geding,Ob dich der wind mit regen zwing,Und kumpt der sunnen schein entzwischen,So macht die fröd mit sorgen mischen.Die vierd beräyt sich auf die vart15In blâwen gewand, ir red ist zartUnd spricht: In deinem gedenchenHuet dich vor willwenchen,Bis in endvarwe stätIn fraden und in herczeläid.20Mit dem ersten dich nicht weg,Noch dich pey dem andern leg!Ein recht daz hat die stäytichayt,Daz du scholt ze tuon sein berait.Pleib nit pey den bösen dingen!25Von gutten lâss dich niemant pringen!Doch so war nicht ungezäm,Ob ein man daz besser nämUnd liess daz guot, da ers hiet funden,Er sey dann anders dar zuo gpunden.30Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dirUnd pring der seken vier mit ir,Die iedem sunder fugent wol,Der ze hof beleiben schol.Der erste sak schol chlaider haben,35Die scholt du sauberleichen tragen,Won pist reich mit deiner wat,Dest bas man dich in eren hat.Der ander sak ist phenning vol,Der kümpt dir sunderleichen wol,40Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,Niemant tar dir wider stellen.30cDer dritte sak ist gtinstikait,Der ist dir auch dar zuo bereit,Daz du dich freileich machist her,Nicht sam ein plauger winterper.5Des leste sak ist gedultichayt,Der all dein leiden ubertraytAn peyten, vasten und an wachen,An sweigen und an andern sachen.Ze stett do sprach fro Richteinschand:10Ich merch, ir seicz ze hof bekant,Dar umb ich euwer wirdi pitt,Lert in hofzucht auch da mit!Des antwürt Lastersak vil drat:Begert er daz, so ist mein rat,15Daz er sich selb ze hofe mach,Da lernt er zucht an maniger sach.Pey hünren lernt man gachczgen,Pey sweinen seuwisch smaczgen;Doch so spricht man oft und vil:20Wer ein hofman werden wil,Der hab einn pauren in dem sinn,Und wes der gepäurischen beginn,So tuo daz widerwartich schier,Des wirt er hofleich und gezier.25Also mag ich Bertschin sagin,Wil er sich nach züchten haben,Daz mug er lernen, sam man spricht,Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.Hie mit ker ich mein vermugend30Hin wider ze der lesten tugend,Die ist die mässichait genant,Mangem herczen underkant,Won selten yemant phligt der mâssStäticleich an underlâss.35Dar umb so wiss, wann yedeu sytVor und hintnan alle zeitVerwürchet ist mit bösen sitten,So leit die mässichäyt enmitten.Des nim ein beyschaft ander vart!40Hie ist der gouder, dort der karg;Der gouder ist ein sölich man,Der nichcz nit ym behalten kan;Der karg verpirgt es alles sampt30dUnd mag nicht geben aus der hand.Die habend payde böseu weis,Dar umb so trayt der milt den preis,Der lebt nach mittlen mâssen5An haben und an lassen,Daz ist, er geyt hin, daz er schol,Und behalt daz überig wol.Dar zuo wisst, daz mässichaitIst ein tugend so gemäyt,10Daz niemant sey verlassen scholDurch ander sach, so tuot er wol.Sey hât der zarten junchfrawenDrey und ein, die scholt du schawen,Daz ist die demuot, gottes chläyt,15Schamung, gefuorung, cheuschäyt,Pey den wirst du ieso sehenPunden wol auf sechszehen,Was die erste sagen well.Daz merk vil eben, lieber gesell!20Sey spricht: Wilt du han den preisFür ander gar gezellet weis,So wil ich dich des einen beschayden,Du muost dich diemütich derzäigen.Wilt du chomen an gewalt,25Hab ein dyemütigen gestalt!Won der sich höcht, der kumet nider,Und der sich nidert, der get wider.Wilt du, daz man dein nicht spott,So hörr die andern zway gepott!30Wiss, du scholt dich seltenLoben oder schelten!Bis auch nicht ze dyemütig,Daz dir der narr nicht an gesig!Was wil die schamung haissen dich?35Do spricht sey, sam ich mich versich:Scham dich aller missetat,Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.Schame dich auch andrer vart,Die nicht gar erleich sey von art!40Won der sich nit kan haben inn,Der ist ein tor in meinem sin.Schämich mach auch deineü kinder,31Daz seu nicht leben, sam die rinder,Wan man oft des kindes schandZelt dem vatter in die hand.Doch so wiss, ein weiser man,5Der mächtig ist und alt getan,Schol nicht gar ze schamig sein,Daz er ze kindisch nicht enschein.Was kan die dritte dir derzaigen?Des lâss dich auch von mir beschaiden!10Hörr, du scholt gefuggig seinAn haus und an den chläydern dein!Bis gefürig an der kost,An dem wein und an dem most!Won daz uberig schaden tüt15An sel und an leib und an dem guot.Pist du eines erbern sins,So lâss dich benügen kleines gwins!Chläiner gwin ist got mär,Den grossen suochent wuchrer.20Doch so macht du vil wol habenGrosses guot pey deinen tagen,Kumpt es alz von rechtem gwinUnd hilfft den armen auch mit ym.Was singt uns dann die keuschait?25Anders nichcz, wenn daz ein maytSchol keusche sein mit iren augen,Wil sie sich böser gdenken gelauben.Sey schol auch keusch sein an gedenken,Wil sey mit werchen sich nit krenken.30Minner werch schol sey nicht kiesen,Wil sey daz krenczel nicht verliesen.Dennocht ist ein mensche keusch,Treybt es ander käyn geteusch,Dann allaine bey der ee.35Da mit so sag ich dir nicht me.Syertdazland die was behend.Mich duncht, der rede sey ein end,Sprach sey, noch ist eins belibenDa hintnan nit gar wol verswigen,40Und daz einer muoss halt künnen,Dem wir unser muomen günnen,Daz ist, hort mich all geleich,Haus ze haben wiczechleich.31bWaz hilf daz weibe, daz ir manAusrenthalb joch gar vil kanUnd ein narr ist in dem haus?Dar umb sagt ym es gar her aus,5Was ym nucz sey zuo dem leben,Wellen wir ym Mäczen geben.Daz was auf Säychinkruog geredt,Wenn die andern sprachen zstett:Dicz kan niemand also wol,10Sam Härtel hausgeschäftes vol.Er hat wol sechczig jar und meHaus gehaltlen pey der ee.Säychinkruog in antwürt doVil zuchticleich und sprach also:15Es wisst wol, sam ich wissent pin,Alz manich haubt, alz manger sin;Dar umb so hat such iecleich hausSeinen sitten, seinen saus.Also lerts sich selber wol,20Wie einr sein haus bewaren schol.So ist des menschen gemuot so blind.Wes er sich für wars versint,Daz get ym oft nach stelczer fuoss,Dar umb ich in nicht leren muoss.25Fro Siertdazland hin widerumbSprach: Euch ist daz maul ze chrumb.Secht ir nicht, daz alles spilChünst und wicze haben wil?Oft chan einr für ander ächt30Springen, tanczen, mäczigschäft.So muoss man lernen scheiter spalten,Daz lichter ist dann haus ze halten.Was täutest dann von stelczer päin?Waisst nicht, daz man spricht gemäyn:35Hilf dir selb, so hilft dir got?Mich dunkt, du redist aus eim spott.Der nicht wolt lernen für sich sehen,Dem wurd ze geleicher weis geschehen,Sam der fleugen gsach hie vor40Pey der weisen ämbess tor,Die von hunger muosset vasten,Do hiet die ämbess vollen casten.Dar umb so sagt dem guoten gesellen,31cWie er sein hause schül bestellen;Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.Do sprach Härtel Saichinkruog:Wol an, daz sey! So ler ich dich5Daz besten, so ich mich versich.Wilt du halten haus mit eren,Das scholt des ersten so an kerenZe tragen in der täschen trachtEin ander haus von silber gmacht,10Daz du dir chauffen mügest soHäw und fuoter, dar zuo stro,Wein und korn und holcz da mit,Hirs und kraut, daz ist der sitt,Bonen, ärwess, gersten, smalcz,15Lynsen, fläysch ze terren, salcz,Hausgeschier und bettgewand,Käs und ops und manger handYecleichs pey den seinen zeiten,Daz ist dir nücz ze allen seiten.20Und chauff daz best mit ganczer treuw,Wilt du, daz es dich nicht geruw,Hochzeit und daz tägleich ladenHat ein er und zwen schaden.Mit gesten nicht dez dein verzer,25Wilt du behalten guot und er.An pheyffern und an chläynet,Sam es die lere mäynetZerung umb die ritterschaft,Wiss, die ist vil erhaft.30Sunderleich lass dich herparmenUber deinen freunt vil armen!Pauw nicht heuser durch den tod,Dich zwingi dann die starke not,Won gemachtez haus, gescribens buoch,35Beschlaffens weib, versnitten tuoch,Dar zuo hefen alter plunder,So wolfeil sind, es ist ein wunder.Triefens tach man bessern mag,Schadli wager dann ein schad.40

Wer möcht dann auf erd geleben,25War die rechtikait nicht geben?Nu chondin rauber nicht beleiben,Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,Hieltins unter enander nichtDacz geseczt, daz zwüschen in geschicht.30Die hat der dienerinen zehen,Die wirst du nach enander sehenIecleichen besunder schiere,Mit ir gepotten, der sein viereu.Es sint die strengen und die gnad,35Die warhait und die eregabe,Frid und minn mit freuntschaft,Gehorsam, treuw unschadhaft.Pey der strengeu gepeut man dir,Daz du scholt legen dein begir,40Die bösen leut ze nötenMit stumbeln und mit töten,29Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.Sich daz ist die rechtisch puoss.Der frömdes guot mit gewalte hat,Das schaff hin wider also drat5Mit allen nüczen, die man gnomenHat und mochten da von chomen.Also scholt du an gesigenEinem, hat er umb getribenDen andern pöschleich an dem gricht10An aller zerung, die da geschicht.Wil auch der man ungehorsam sein,So gib ym nur die selben pein,Die er aller maiste fürchtUnd voll hat ers vil oft verwürcht.15Pey der gnad man dir gepeut,Hörr, wie eben sey dirs beteut!Käin urtäil schol gevallen dir,Die nicht enhât derbarmd in ir.Ist die sach verworren gar,20So volg nicht böser juden schar,Sunder ker dich auf daz bestUnd auf daz gnädigost ze lest!Hier zuo scholt du dich derparmenUber wittwen und die armen,25Uber wäysen, gäystleich leutUnd uber getruwer wirker heut.Dennocht macht genade tuon,Umb frid ze haben oder suonEinem, der joch schuldig wär,30Ist er an der macht ze swär.Pey der warhait gepeut men eben,Daz du durch kainer sach wegenLeugen scholt, geselle, sich,Wilt du vor sünden hüten dich.35Wer sich leugens nit kan mâssen,Den scholt du niemer sweren lassen,Won der die zungen felschen wil,Der acht des äides auch nicht vil.Huet dich vor lugner her,40Wilt behalten guot und er,Won kain flaisch ward nie so böse,Sam die liegent zung die löse.Hast du yemant ichcz versprochen,29bDaz scholt du läisten ungeprochen,Er wärr dann, daz er an dir bräch,Oder daz mit sünden geschäch.Bey der ergab wil sey daz,5Daz du scholt eben wissen, wasDu gebist, warum und auch wem.Es sey disem oder dem.Gib daz dine und anders nicht,Wan die warhäit also spricht:10Got der wil nicht opher habenMit des andern menschen schaden.Gib auch freileich, will du geben,Und lâss verziehen unterwegen!Won geist du schier, so geist du zwier.15Pleybts pey dir, so nimpst es mir.Lâss dich auch vil wench betragen,Gâb ze geben wider gâben!Niemant lâss dich uberwinden,Es sey mit gaben oder schinden.20Pey dem frid man dir gepeut,Daz du nicht hassen scholt die leut,Won wo nicht frid ist in dem haus,Da hat man got vertriben aus.Wilt du han frid gen iedem man,25So tuo sam einer hat getan,Der danket allem guot ze stettUnd swäig, so man ym ubel tett.Wilt du stäts mit fride sein,Bsunder mit den gesellen dein,30Emphilch ym wenig deiner sach,Noch ste mit ym unter einem tach!Wilt du krieg zuo fride machen,So wiss, daz du in allen sachenScholt vil süsser red phlegen.35Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.Pey rechter minn ist dir gepotten,Daz du niemants wellist spotten,Anders swer ich dir pey gott,Sicherleich du wirst ze spott.40Wilt du wesen lieb gehabt,So tuo, sam uns die lere sagt,Und halt in ganczer lieb die leut!29cHorr, was sey dir me gepeut!Wilt du haben paradeisAuf diser erd an helleweis,So tracht, daz du dein eleich weib5Habist lieb, sam deinen leyb!Hab auch liebe zuo andern dingen,Wilt, daz seu dir sälde bringen;Won kain sach die macht dich frey,Hast nicht liebeu minn da pey.10Pey der freüntschaft daz vernim!Du scholt den freunt zuo deinem gwinVersuochen lang, der weise spricht.Den bewärtten halt und lass in nicht!Dem freuntleichen tuo wol auf erd,15Daz er dest freuntleicher dir werd!Dem veint dem scholt int ubel tuonUmb freuntschaft und umb lieben suon.Hilf dem freunt ze aller fristUngerüft, so ym gebrist.20Der sein mag gehaben rât,Dem hilf, so er dich gepetten hat.Tuo dem freunt und iedem man,Das du von ym begerest han,Und mâss dich des, des seu bevilt,25Noch du von ynen nit haben wilt.Pey der gehorsam schreibt man dir,Daz du scholt volgen mit begirDeinem herren, wer er sey,An guoten gepotten sünden frey.30Deinen eltern und ierm ratScholt du volgen fruo und spât,Ob seu treuleich mäynent dichUnd auch die sach wol füget sich.Deinen mayster volg noch mer,35Dan dir selber, an der ler,An gpott und allen dingen,Wilt du nach eren ringen.Dannocht wilt du sein gerecht,Volg der dirnen, horr den knecht,40Bis gehorsam einem chindAn sachen, die dir nuczze sind!Pey der trew man ruofft dich an:Bis getrew, o werder man!Die treuw ein schlussel ist der er.45Wer den verleust, der taugt nit mer.Der würffel der ist gar enwicht29dUnd hat der treuwen in im nicht.Dar umb so spil nicht, so es gilt,Mit dem du treuwe halten wilt.Hat dir einr seyn haimlichäit5Auf getan und für gelayt,Daz scholt du behalten sunder taugenMit ganczen treuwen, sam dein augen.Doch scholt du getrauwen swachEinem in vil grosser sach,10Hâst du noch nicht mit ym gessenEin vierding salcz wol aufgemessen.Pey der unschad man dich mant,Daz du dir selber nicht tügist ant.Bis auch niemant anderm swär!15Das macht dich werd und dar zuo mär.Wilt du sein unschadleich gar,So hüt dich vor der schedleich schar,Daz ist vor dienern andern dingen,Die den schaden mugen bringen!20Ner din leben und din guot,Halt dine ere mit rechter huot!Gesigest joch den veinten an,Dannocht pist kain schädleich man.Pist du richter, hast den gewalt,25Hörr den andern täil vil bald!Richt nach recht, daz ist mein rat,Niemant dich für schedleich hat.Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,Die erste macht dye liibe reich,30Die schol man schäczen für kein tugend,Wan oft ein schak hat die vermugend;Die ander verstnet gar den muot,Seu ist ein zarteu tugent guotUnd weist uns ubergen mit kraft35Alle böshayt ungeschlacht.Die ist die vordrest und die bestAn edelchäyt mit ganczer vest;Won wer ir nit enwil gewalten,Der mag die andern wench behalten,40Und hat fünf mägettein gemäyt.Daz erst daz ist die Sicherhäyt,Die ander haisset hoher Muot,Die dritt daz Gedinge guot,Der fünften spricht man Gedultikäyt,45Die vierd die ist genennet Stät.30Die erste chümpt und spricht zuo dir:Fürchst dir, daz scholt sagen mir.Sprichst du, das scholt sagen mir!Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen,5Ich köm ze armuot bis auf morgen.Des antwürt sey dir ane zorn:Ich wolt, du hietst da mit verlornDie geytikayt, die dich da reyt,So warist reich ze aller zeit.10Fürchst du hinderred, so sprichcz!Tuo daz best und besorg dein nichs!Die bösen valscheu märe sagendUnd nicht, daz wir verdienet habent.Besorgest aver siechtagen,15Dar zuo kans ein anders sagen.Der siechtuom mag nit ewenchleichPey dir gesein und du geleich.Fürchst den tod, so bist ein chind,Spricht sey zuo dir gar geswind.20Er ist kain schand, so muost auch sterben.Niemant mag sein ubrig werden.Die ander get her muotes froUnd spricht: Mein fraw die wil also.Ze grossen dingen scholt dich piegen,25Won chäin adler vahet fliegen.Streit vil e umb die gemäin,Dan du vechtist umb dich äyn!Gemäiner nucz der get hin für,Äyniger beleibet pey der tür.30Hast ein hercz mit hohem muot,Der peut den leuten er und guot;Und ob man dein nicht athen wil,Schlach hintnan auf und sorg nit vil!Pist ein man, du scholt nit fliehen,35Es sey dann daz du fuder ziehenMüssist in so grosser not,Daz beleiben war dein tod.Die dritt die saumpt sich auch nit lang,Sey vert gen dir mit irem gesang;40Daz spricht: Hab trost in deinem muot!30bDaz ist dir zuo dem leben guot.Verzag nicht, held, daz ist mein rât,Wie oft ein man verloren hâtAll sein hab in einem spil5Und darnach gewinnen zwir alz vil.Hab geding und lâss es nicht,Ob dir joch niemer guot geschicht;Won oft ein Swâb der nimpt sein endMit guotem trost, der smerczen went.10Sünderleichen hab geding,Ob dich der wind mit regen zwing,Und kumpt der sunnen schein entzwischen,So macht die fröd mit sorgen mischen.Die vierd beräyt sich auf die vart15In blâwen gewand, ir red ist zartUnd spricht: In deinem gedenchenHuet dich vor willwenchen,Bis in endvarwe stätIn fraden und in herczeläid.20Mit dem ersten dich nicht weg,Noch dich pey dem andern leg!Ein recht daz hat die stäytichayt,Daz du scholt ze tuon sein berait.Pleib nit pey den bösen dingen!25Von gutten lâss dich niemant pringen!Doch so war nicht ungezäm,Ob ein man daz besser nämUnd liess daz guot, da ers hiet funden,Er sey dann anders dar zuo gpunden.30Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dirUnd pring der seken vier mit ir,Die iedem sunder fugent wol,Der ze hof beleiben schol.Der erste sak schol chlaider haben,35Die scholt du sauberleichen tragen,Won pist reich mit deiner wat,Dest bas man dich in eren hat.Der ander sak ist phenning vol,Der kümpt dir sunderleichen wol,40Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,Niemant tar dir wider stellen.30cDer dritte sak ist gtinstikait,Der ist dir auch dar zuo bereit,Daz du dich freileich machist her,Nicht sam ein plauger winterper.5Des leste sak ist gedultichayt,Der all dein leiden ubertraytAn peyten, vasten und an wachen,An sweigen und an andern sachen.Ze stett do sprach fro Richteinschand:10Ich merch, ir seicz ze hof bekant,Dar umb ich euwer wirdi pitt,Lert in hofzucht auch da mit!Des antwürt Lastersak vil drat:Begert er daz, so ist mein rat,15Daz er sich selb ze hofe mach,Da lernt er zucht an maniger sach.Pey hünren lernt man gachczgen,Pey sweinen seuwisch smaczgen;Doch so spricht man oft und vil:20Wer ein hofman werden wil,Der hab einn pauren in dem sinn,Und wes der gepäurischen beginn,So tuo daz widerwartich schier,Des wirt er hofleich und gezier.25Also mag ich Bertschin sagin,Wil er sich nach züchten haben,Daz mug er lernen, sam man spricht,Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.Hie mit ker ich mein vermugend30Hin wider ze der lesten tugend,Die ist die mässichait genant,Mangem herczen underkant,Won selten yemant phligt der mâssStäticleich an underlâss.35Dar umb so wiss, wann yedeu sytVor und hintnan alle zeitVerwürchet ist mit bösen sitten,So leit die mässichäyt enmitten.Des nim ein beyschaft ander vart!40Hie ist der gouder, dort der karg;Der gouder ist ein sölich man,Der nichcz nit ym behalten kan;Der karg verpirgt es alles sampt30dUnd mag nicht geben aus der hand.Die habend payde böseu weis,Dar umb so trayt der milt den preis,Der lebt nach mittlen mâssen5An haben und an lassen,Daz ist, er geyt hin, daz er schol,Und behalt daz überig wol.Dar zuo wisst, daz mässichaitIst ein tugend so gemäyt,10Daz niemant sey verlassen scholDurch ander sach, so tuot er wol.Sey hât der zarten junchfrawenDrey und ein, die scholt du schawen,Daz ist die demuot, gottes chläyt,15Schamung, gefuorung, cheuschäyt,Pey den wirst du ieso sehenPunden wol auf sechszehen,Was die erste sagen well.Daz merk vil eben, lieber gesell!20Sey spricht: Wilt du han den preisFür ander gar gezellet weis,So wil ich dich des einen beschayden,Du muost dich diemütich derzäigen.Wilt du chomen an gewalt,25Hab ein dyemütigen gestalt!Won der sich höcht, der kumet nider,Und der sich nidert, der get wider.Wilt du, daz man dein nicht spott,So hörr die andern zway gepott!30Wiss, du scholt dich seltenLoben oder schelten!Bis auch nicht ze dyemütig,Daz dir der narr nicht an gesig!Was wil die schamung haissen dich?35Do spricht sey, sam ich mich versich:Scham dich aller missetat,Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.Schame dich auch andrer vart,Die nicht gar erleich sey von art!40Won der sich nit kan haben inn,Der ist ein tor in meinem sin.Schämich mach auch deineü kinder,31Daz seu nicht leben, sam die rinder,Wan man oft des kindes schandZelt dem vatter in die hand.Doch so wiss, ein weiser man,5Der mächtig ist und alt getan,Schol nicht gar ze schamig sein,Daz er ze kindisch nicht enschein.Was kan die dritte dir derzaigen?Des lâss dich auch von mir beschaiden!10Hörr, du scholt gefuggig seinAn haus und an den chläydern dein!Bis gefürig an der kost,An dem wein und an dem most!Won daz uberig schaden tüt15An sel und an leib und an dem guot.Pist du eines erbern sins,So lâss dich benügen kleines gwins!Chläiner gwin ist got mär,Den grossen suochent wuchrer.20Doch so macht du vil wol habenGrosses guot pey deinen tagen,Kumpt es alz von rechtem gwinUnd hilfft den armen auch mit ym.Was singt uns dann die keuschait?25Anders nichcz, wenn daz ein maytSchol keusche sein mit iren augen,Wil sie sich böser gdenken gelauben.Sey schol auch keusch sein an gedenken,Wil sey mit werchen sich nit krenken.30Minner werch schol sey nicht kiesen,Wil sey daz krenczel nicht verliesen.Dennocht ist ein mensche keusch,Treybt es ander käyn geteusch,Dann allaine bey der ee.35Da mit so sag ich dir nicht me.Syertdazland die was behend.Mich duncht, der rede sey ein end,Sprach sey, noch ist eins belibenDa hintnan nit gar wol verswigen,40Und daz einer muoss halt künnen,Dem wir unser muomen günnen,Daz ist, hort mich all geleich,Haus ze haben wiczechleich.31bWaz hilf daz weibe, daz ir manAusrenthalb joch gar vil kanUnd ein narr ist in dem haus?Dar umb sagt ym es gar her aus,5Was ym nucz sey zuo dem leben,Wellen wir ym Mäczen geben.Daz was auf Säychinkruog geredt,Wenn die andern sprachen zstett:Dicz kan niemand also wol,10Sam Härtel hausgeschäftes vol.Er hat wol sechczig jar und meHaus gehaltlen pey der ee.Säychinkruog in antwürt doVil zuchticleich und sprach also:15Es wisst wol, sam ich wissent pin,Alz manich haubt, alz manger sin;Dar umb so hat such iecleich hausSeinen sitten, seinen saus.Also lerts sich selber wol,20Wie einr sein haus bewaren schol.So ist des menschen gemuot so blind.Wes er sich für wars versint,Daz get ym oft nach stelczer fuoss,Dar umb ich in nicht leren muoss.25Fro Siertdazland hin widerumbSprach: Euch ist daz maul ze chrumb.Secht ir nicht, daz alles spilChünst und wicze haben wil?Oft chan einr für ander ächt30Springen, tanczen, mäczigschäft.So muoss man lernen scheiter spalten,Daz lichter ist dann haus ze halten.Was täutest dann von stelczer päin?Waisst nicht, daz man spricht gemäyn:35Hilf dir selb, so hilft dir got?Mich dunkt, du redist aus eim spott.Der nicht wolt lernen für sich sehen,Dem wurd ze geleicher weis geschehen,Sam der fleugen gsach hie vor40Pey der weisen ämbess tor,Die von hunger muosset vasten,Do hiet die ämbess vollen casten.Dar umb so sagt dem guoten gesellen,31cWie er sein hause schül bestellen;Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.Do sprach Härtel Saichinkruog:Wol an, daz sey! So ler ich dich5Daz besten, so ich mich versich.Wilt du halten haus mit eren,Das scholt des ersten so an kerenZe tragen in der täschen trachtEin ander haus von silber gmacht,10Daz du dir chauffen mügest soHäw und fuoter, dar zuo stro,Wein und korn und holcz da mit,Hirs und kraut, daz ist der sitt,Bonen, ärwess, gersten, smalcz,15Lynsen, fläysch ze terren, salcz,Hausgeschier und bettgewand,Käs und ops und manger handYecleichs pey den seinen zeiten,Daz ist dir nücz ze allen seiten.20Und chauff daz best mit ganczer treuw,Wilt du, daz es dich nicht geruw,Hochzeit und daz tägleich ladenHat ein er und zwen schaden.Mit gesten nicht dez dein verzer,25Wilt du behalten guot und er.An pheyffern und an chläynet,Sam es die lere mäynetZerung umb die ritterschaft,Wiss, die ist vil erhaft.30Sunderleich lass dich herparmenUber deinen freunt vil armen!Pauw nicht heuser durch den tod,Dich zwingi dann die starke not,Won gemachtez haus, gescribens buoch,35Beschlaffens weib, versnitten tuoch,Dar zuo hefen alter plunder,So wolfeil sind, es ist ein wunder.Triefens tach man bessern mag,Schadli wager dann ein schad.40

Wer möcht dann auf erd geleben,25War die rechtikait nicht geben?Nu chondin rauber nicht beleiben,Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,Hieltins unter enander nichtDacz geseczt, daz zwüschen in geschicht.30Die hat der dienerinen zehen,Die wirst du nach enander sehenIecleichen besunder schiere,Mit ir gepotten, der sein viereu.Es sint die strengen und die gnad,35Die warhait und die eregabe,Frid und minn mit freuntschaft,Gehorsam, treuw unschadhaft.Pey der strengeu gepeut man dir,Daz du scholt legen dein begir,40Die bösen leut ze nötenMit stumbeln und mit töten,29Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.Sich daz ist die rechtisch puoss.Der frömdes guot mit gewalte hat,Das schaff hin wider also drat5Mit allen nüczen, die man gnomenHat und mochten da von chomen.Also scholt du an gesigenEinem, hat er umb getribenDen andern pöschleich an dem gricht10An aller zerung, die da geschicht.Wil auch der man ungehorsam sein,So gib ym nur die selben pein,Die er aller maiste fürchtUnd voll hat ers vil oft verwürcht.15Pey der gnad man dir gepeut,Hörr, wie eben sey dirs beteut!Käin urtäil schol gevallen dir,Die nicht enhât derbarmd in ir.Ist die sach verworren gar,20So volg nicht böser juden schar,Sunder ker dich auf daz bestUnd auf daz gnädigost ze lest!Hier zuo scholt du dich derparmenUber wittwen und die armen,25Uber wäysen, gäystleich leutUnd uber getruwer wirker heut.Dennocht macht genade tuon,Umb frid ze haben oder suonEinem, der joch schuldig wär,30Ist er an der macht ze swär.Pey der warhait gepeut men eben,Daz du durch kainer sach wegenLeugen scholt, geselle, sich,Wilt du vor sünden hüten dich.35Wer sich leugens nit kan mâssen,Den scholt du niemer sweren lassen,Won der die zungen felschen wil,Der acht des äides auch nicht vil.Huet dich vor lugner her,40Wilt behalten guot und er,Won kain flaisch ward nie so böse,Sam die liegent zung die löse.Hast du yemant ichcz versprochen,29bDaz scholt du läisten ungeprochen,Er wärr dann, daz er an dir bräch,Oder daz mit sünden geschäch.Bey der ergab wil sey daz,5Daz du scholt eben wissen, wasDu gebist, warum und auch wem.Es sey disem oder dem.Gib daz dine und anders nicht,Wan die warhäit also spricht:10Got der wil nicht opher habenMit des andern menschen schaden.Gib auch freileich, will du geben,Und lâss verziehen unterwegen!Won geist du schier, so geist du zwier.15Pleybts pey dir, so nimpst es mir.Lâss dich auch vil wench betragen,Gâb ze geben wider gâben!Niemant lâss dich uberwinden,Es sey mit gaben oder schinden.20Pey dem frid man dir gepeut,Daz du nicht hassen scholt die leut,Won wo nicht frid ist in dem haus,Da hat man got vertriben aus.Wilt du han frid gen iedem man,25So tuo sam einer hat getan,Der danket allem guot ze stettUnd swäig, so man ym ubel tett.Wilt du stäts mit fride sein,Bsunder mit den gesellen dein,30Emphilch ym wenig deiner sach,Noch ste mit ym unter einem tach!Wilt du krieg zuo fride machen,So wiss, daz du in allen sachenScholt vil süsser red phlegen.35Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.Pey rechter minn ist dir gepotten,Daz du niemants wellist spotten,Anders swer ich dir pey gott,Sicherleich du wirst ze spott.40Wilt du wesen lieb gehabt,So tuo, sam uns die lere sagt,Und halt in ganczer lieb die leut!29cHorr, was sey dir me gepeut!Wilt du haben paradeisAuf diser erd an helleweis,So tracht, daz du dein eleich weib5Habist lieb, sam deinen leyb!Hab auch liebe zuo andern dingen,Wilt, daz seu dir sälde bringen;Won kain sach die macht dich frey,Hast nicht liebeu minn da pey.10Pey der freüntschaft daz vernim!Du scholt den freunt zuo deinem gwinVersuochen lang, der weise spricht.Den bewärtten halt und lass in nicht!Dem freuntleichen tuo wol auf erd,15Daz er dest freuntleicher dir werd!Dem veint dem scholt int ubel tuonUmb freuntschaft und umb lieben suon.Hilf dem freunt ze aller fristUngerüft, so ym gebrist.20Der sein mag gehaben rât,Dem hilf, so er dich gepetten hat.Tuo dem freunt und iedem man,Das du von ym begerest han,Und mâss dich des, des seu bevilt,25Noch du von ynen nit haben wilt.Pey der gehorsam schreibt man dir,Daz du scholt volgen mit begirDeinem herren, wer er sey,An guoten gepotten sünden frey.30Deinen eltern und ierm ratScholt du volgen fruo und spât,Ob seu treuleich mäynent dichUnd auch die sach wol füget sich.Deinen mayster volg noch mer,35Dan dir selber, an der ler,An gpott und allen dingen,Wilt du nach eren ringen.Dannocht wilt du sein gerecht,Volg der dirnen, horr den knecht,40Bis gehorsam einem chindAn sachen, die dir nuczze sind!Pey der trew man ruofft dich an:Bis getrew, o werder man!Die treuw ein schlussel ist der er.45Wer den verleust, der taugt nit mer.Der würffel der ist gar enwicht29dUnd hat der treuwen in im nicht.Dar umb so spil nicht, so es gilt,Mit dem du treuwe halten wilt.Hat dir einr seyn haimlichäit5Auf getan und für gelayt,Daz scholt du behalten sunder taugenMit ganczen treuwen, sam dein augen.Doch scholt du getrauwen swachEinem in vil grosser sach,10Hâst du noch nicht mit ym gessenEin vierding salcz wol aufgemessen.Pey der unschad man dich mant,Daz du dir selber nicht tügist ant.Bis auch niemant anderm swär!15Das macht dich werd und dar zuo mär.Wilt du sein unschadleich gar,So hüt dich vor der schedleich schar,Daz ist vor dienern andern dingen,Die den schaden mugen bringen!20Ner din leben und din guot,Halt dine ere mit rechter huot!Gesigest joch den veinten an,Dannocht pist kain schädleich man.Pist du richter, hast den gewalt,25Hörr den andern täil vil bald!Richt nach recht, daz ist mein rat,Niemant dich für schedleich hat.Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,Die erste macht dye liibe reich,30Die schol man schäczen für kein tugend,Wan oft ein schak hat die vermugend;Die ander verstnet gar den muot,Seu ist ein zarteu tugent guotUnd weist uns ubergen mit kraft35Alle böshayt ungeschlacht.Die ist die vordrest und die bestAn edelchäyt mit ganczer vest;Won wer ir nit enwil gewalten,Der mag die andern wench behalten,40Und hat fünf mägettein gemäyt.Daz erst daz ist die Sicherhäyt,Die ander haisset hoher Muot,Die dritt daz Gedinge guot,Der fünften spricht man Gedultikäyt,45Die vierd die ist genennet Stät.30Die erste chümpt und spricht zuo dir:Fürchst dir, daz scholt sagen mir.Sprichst du, das scholt sagen mir!Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen,5Ich köm ze armuot bis auf morgen.Des antwürt sey dir ane zorn:Ich wolt, du hietst da mit verlornDie geytikayt, die dich da reyt,So warist reich ze aller zeit.10Fürchst du hinderred, so sprichcz!Tuo daz best und besorg dein nichs!Die bösen valscheu märe sagendUnd nicht, daz wir verdienet habent.Besorgest aver siechtagen,15Dar zuo kans ein anders sagen.Der siechtuom mag nit ewenchleichPey dir gesein und du geleich.Fürchst den tod, so bist ein chind,Spricht sey zuo dir gar geswind.20Er ist kain schand, so muost auch sterben.Niemant mag sein ubrig werden.Die ander get her muotes froUnd spricht: Mein fraw die wil also.Ze grossen dingen scholt dich piegen,25Won chäin adler vahet fliegen.Streit vil e umb die gemäin,Dan du vechtist umb dich äyn!Gemäiner nucz der get hin für,Äyniger beleibet pey der tür.30Hast ein hercz mit hohem muot,Der peut den leuten er und guot;Und ob man dein nicht athen wil,Schlach hintnan auf und sorg nit vil!Pist ein man, du scholt nit fliehen,35Es sey dann daz du fuder ziehenMüssist in so grosser not,Daz beleiben war dein tod.Die dritt die saumpt sich auch nit lang,Sey vert gen dir mit irem gesang;40Daz spricht: Hab trost in deinem muot!30bDaz ist dir zuo dem leben guot.Verzag nicht, held, daz ist mein rât,Wie oft ein man verloren hâtAll sein hab in einem spil5Und darnach gewinnen zwir alz vil.Hab geding und lâss es nicht,Ob dir joch niemer guot geschicht;Won oft ein Swâb der nimpt sein endMit guotem trost, der smerczen went.10Sünderleichen hab geding,Ob dich der wind mit regen zwing,Und kumpt der sunnen schein entzwischen,So macht die fröd mit sorgen mischen.Die vierd beräyt sich auf die vart15In blâwen gewand, ir red ist zartUnd spricht: In deinem gedenchenHuet dich vor willwenchen,Bis in endvarwe stätIn fraden und in herczeläid.20Mit dem ersten dich nicht weg,Noch dich pey dem andern leg!Ein recht daz hat die stäytichayt,Daz du scholt ze tuon sein berait.Pleib nit pey den bösen dingen!25Von gutten lâss dich niemant pringen!Doch so war nicht ungezäm,Ob ein man daz besser nämUnd liess daz guot, da ers hiet funden,Er sey dann anders dar zuo gpunden.30Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dirUnd pring der seken vier mit ir,Die iedem sunder fugent wol,Der ze hof beleiben schol.Der erste sak schol chlaider haben,35Die scholt du sauberleichen tragen,Won pist reich mit deiner wat,Dest bas man dich in eren hat.Der ander sak ist phenning vol,Der kümpt dir sunderleichen wol,40Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,Niemant tar dir wider stellen.30cDer dritte sak ist gtinstikait,Der ist dir auch dar zuo bereit,Daz du dich freileich machist her,Nicht sam ein plauger winterper.5Des leste sak ist gedultichayt,Der all dein leiden ubertraytAn peyten, vasten und an wachen,An sweigen und an andern sachen.Ze stett do sprach fro Richteinschand:10Ich merch, ir seicz ze hof bekant,Dar umb ich euwer wirdi pitt,Lert in hofzucht auch da mit!Des antwürt Lastersak vil drat:Begert er daz, so ist mein rat,15Daz er sich selb ze hofe mach,Da lernt er zucht an maniger sach.Pey hünren lernt man gachczgen,Pey sweinen seuwisch smaczgen;Doch so spricht man oft und vil:20Wer ein hofman werden wil,Der hab einn pauren in dem sinn,Und wes der gepäurischen beginn,So tuo daz widerwartich schier,Des wirt er hofleich und gezier.25Also mag ich Bertschin sagin,Wil er sich nach züchten haben,Daz mug er lernen, sam man spricht,Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.Hie mit ker ich mein vermugend30Hin wider ze der lesten tugend,Die ist die mässichait genant,Mangem herczen underkant,Won selten yemant phligt der mâssStäticleich an underlâss.35Dar umb so wiss, wann yedeu sytVor und hintnan alle zeitVerwürchet ist mit bösen sitten,So leit die mässichäyt enmitten.Des nim ein beyschaft ander vart!40Hie ist der gouder, dort der karg;Der gouder ist ein sölich man,Der nichcz nit ym behalten kan;Der karg verpirgt es alles sampt30dUnd mag nicht geben aus der hand.Die habend payde böseu weis,Dar umb so trayt der milt den preis,Der lebt nach mittlen mâssen5An haben und an lassen,Daz ist, er geyt hin, daz er schol,Und behalt daz überig wol.Dar zuo wisst, daz mässichaitIst ein tugend so gemäyt,10Daz niemant sey verlassen scholDurch ander sach, so tuot er wol.Sey hât der zarten junchfrawenDrey und ein, die scholt du schawen,Daz ist die demuot, gottes chläyt,15Schamung, gefuorung, cheuschäyt,Pey den wirst du ieso sehenPunden wol auf sechszehen,Was die erste sagen well.Daz merk vil eben, lieber gesell!20Sey spricht: Wilt du han den preisFür ander gar gezellet weis,So wil ich dich des einen beschayden,Du muost dich diemütich derzäigen.Wilt du chomen an gewalt,25Hab ein dyemütigen gestalt!Won der sich höcht, der kumet nider,Und der sich nidert, der get wider.Wilt du, daz man dein nicht spott,So hörr die andern zway gepott!30Wiss, du scholt dich seltenLoben oder schelten!Bis auch nicht ze dyemütig,Daz dir der narr nicht an gesig!Was wil die schamung haissen dich?35Do spricht sey, sam ich mich versich:Scham dich aller missetat,Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.Schame dich auch andrer vart,Die nicht gar erleich sey von art!40Won der sich nit kan haben inn,Der ist ein tor in meinem sin.Schämich mach auch deineü kinder,31Daz seu nicht leben, sam die rinder,Wan man oft des kindes schandZelt dem vatter in die hand.Doch so wiss, ein weiser man,5Der mächtig ist und alt getan,Schol nicht gar ze schamig sein,Daz er ze kindisch nicht enschein.Was kan die dritte dir derzaigen?Des lâss dich auch von mir beschaiden!10Hörr, du scholt gefuggig seinAn haus und an den chläydern dein!Bis gefürig an der kost,An dem wein und an dem most!Won daz uberig schaden tüt15An sel und an leib und an dem guot.Pist du eines erbern sins,So lâss dich benügen kleines gwins!Chläiner gwin ist got mär,Den grossen suochent wuchrer.20Doch so macht du vil wol habenGrosses guot pey deinen tagen,Kumpt es alz von rechtem gwinUnd hilfft den armen auch mit ym.Was singt uns dann die keuschait?25Anders nichcz, wenn daz ein maytSchol keusche sein mit iren augen,Wil sie sich böser gdenken gelauben.Sey schol auch keusch sein an gedenken,Wil sey mit werchen sich nit krenken.30Minner werch schol sey nicht kiesen,Wil sey daz krenczel nicht verliesen.Dennocht ist ein mensche keusch,Treybt es ander käyn geteusch,Dann allaine bey der ee.35Da mit so sag ich dir nicht me.Syertdazland die was behend.Mich duncht, der rede sey ein end,Sprach sey, noch ist eins belibenDa hintnan nit gar wol verswigen,40Und daz einer muoss halt künnen,Dem wir unser muomen günnen,Daz ist, hort mich all geleich,Haus ze haben wiczechleich.31bWaz hilf daz weibe, daz ir manAusrenthalb joch gar vil kanUnd ein narr ist in dem haus?Dar umb sagt ym es gar her aus,5Was ym nucz sey zuo dem leben,Wellen wir ym Mäczen geben.Daz was auf Säychinkruog geredt,Wenn die andern sprachen zstett:Dicz kan niemand also wol,10Sam Härtel hausgeschäftes vol.Er hat wol sechczig jar und meHaus gehaltlen pey der ee.Säychinkruog in antwürt doVil zuchticleich und sprach also:15Es wisst wol, sam ich wissent pin,Alz manich haubt, alz manger sin;Dar umb so hat such iecleich hausSeinen sitten, seinen saus.Also lerts sich selber wol,20Wie einr sein haus bewaren schol.So ist des menschen gemuot so blind.Wes er sich für wars versint,Daz get ym oft nach stelczer fuoss,Dar umb ich in nicht leren muoss.25Fro Siertdazland hin widerumbSprach: Euch ist daz maul ze chrumb.Secht ir nicht, daz alles spilChünst und wicze haben wil?Oft chan einr für ander ächt30Springen, tanczen, mäczigschäft.So muoss man lernen scheiter spalten,Daz lichter ist dann haus ze halten.Was täutest dann von stelczer päin?Waisst nicht, daz man spricht gemäyn:35Hilf dir selb, so hilft dir got?Mich dunkt, du redist aus eim spott.Der nicht wolt lernen für sich sehen,Dem wurd ze geleicher weis geschehen,Sam der fleugen gsach hie vor40Pey der weisen ämbess tor,Die von hunger muosset vasten,Do hiet die ämbess vollen casten.Dar umb so sagt dem guoten gesellen,31cWie er sein hause schül bestellen;Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.Do sprach Härtel Saichinkruog:Wol an, daz sey! So ler ich dich5Daz besten, so ich mich versich.Wilt du halten haus mit eren,Das scholt des ersten so an kerenZe tragen in der täschen trachtEin ander haus von silber gmacht,10Daz du dir chauffen mügest soHäw und fuoter, dar zuo stro,Wein und korn und holcz da mit,Hirs und kraut, daz ist der sitt,Bonen, ärwess, gersten, smalcz,15Lynsen, fläysch ze terren, salcz,Hausgeschier und bettgewand,Käs und ops und manger handYecleichs pey den seinen zeiten,Daz ist dir nücz ze allen seiten.20Und chauff daz best mit ganczer treuw,Wilt du, daz es dich nicht geruw,Hochzeit und daz tägleich ladenHat ein er und zwen schaden.Mit gesten nicht dez dein verzer,25Wilt du behalten guot und er.An pheyffern und an chläynet,Sam es die lere mäynetZerung umb die ritterschaft,Wiss, die ist vil erhaft.30Sunderleich lass dich herparmenUber deinen freunt vil armen!Pauw nicht heuser durch den tod,Dich zwingi dann die starke not,Won gemachtez haus, gescribens buoch,35Beschlaffens weib, versnitten tuoch,Dar zuo hefen alter plunder,So wolfeil sind, es ist ein wunder.Triefens tach man bessern mag,Schadli wager dann ein schad.40

Wer möcht dann auf erd geleben,25

War die rechtikait nicht geben?

Nu chondin rauber nicht beleiben,

Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,

Hieltins unter enander nicht

Dacz geseczt, daz zwüschen in geschicht.30

Die hat der dienerinen zehen,

Die wirst du nach enander sehen

Iecleichen besunder schiere,

Mit ir gepotten, der sein viereu.

Es sint die strengen und die gnad,35

Die warhait und die eregabe,

Frid und minn mit freuntschaft,

Gehorsam, treuw unschadhaft.

Pey der strengeu gepeut man dir,

Daz du scholt legen dein begir,40

Die bösen leut ze nöten

Mit stumbeln und mit töten,29

Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.

Sich daz ist die rechtisch puoss.

Der frömdes guot mit gewalte hat,

Das schaff hin wider also drat5

Mit allen nüczen, die man gnomen

Hat und mochten da von chomen.

Also scholt du an gesigen

Einem, hat er umb getriben

Den andern pöschleich an dem gricht10

An aller zerung, die da geschicht.

Wil auch der man ungehorsam sein,

So gib ym nur die selben pein,

Die er aller maiste fürcht

Und voll hat ers vil oft verwürcht.15

Pey der gnad man dir gepeut,

Hörr, wie eben sey dirs beteut!

Käin urtäil schol gevallen dir,

Die nicht enhât derbarmd in ir.

Ist die sach verworren gar,20

So volg nicht böser juden schar,

Sunder ker dich auf daz best

Und auf daz gnädigost ze lest!

Hier zuo scholt du dich derparmen

Uber wittwen und die armen,25

Uber wäysen, gäystleich leut

Und uber getruwer wirker heut.

Dennocht macht genade tuon,

Umb frid ze haben oder suon

Einem, der joch schuldig wär,30

Ist er an der macht ze swär.

Pey der warhait gepeut men eben,

Daz du durch kainer sach wegen

Leugen scholt, geselle, sich,

Wilt du vor sünden hüten dich.35

Wer sich leugens nit kan mâssen,

Den scholt du niemer sweren lassen,

Won der die zungen felschen wil,

Der acht des äides auch nicht vil.

Huet dich vor lugner her,40

Wilt behalten guot und er,

Won kain flaisch ward nie so böse,

Sam die liegent zung die löse.

Hast du yemant ichcz versprochen,29b

Daz scholt du läisten ungeprochen,

Er wärr dann, daz er an dir bräch,

Oder daz mit sünden geschäch.

Bey der ergab wil sey daz,5

Daz du scholt eben wissen, was

Du gebist, warum und auch wem.

Es sey disem oder dem.

Gib daz dine und anders nicht,

Wan die warhäit also spricht:10

Got der wil nicht opher haben

Mit des andern menschen schaden.

Gib auch freileich, will du geben,

Und lâss verziehen unterwegen!

Won geist du schier, so geist du zwier.15

Pleybts pey dir, so nimpst es mir.

Lâss dich auch vil wench betragen,

Gâb ze geben wider gâben!

Niemant lâss dich uberwinden,

Es sey mit gaben oder schinden.20

Pey dem frid man dir gepeut,

Daz du nicht hassen scholt die leut,

Won wo nicht frid ist in dem haus,

Da hat man got vertriben aus.

Wilt du han frid gen iedem man,25

So tuo sam einer hat getan,

Der danket allem guot ze stett

Und swäig, so man ym ubel tett.

Wilt du stäts mit fride sein,

Bsunder mit den gesellen dein,30

Emphilch ym wenig deiner sach,

Noch ste mit ym unter einem tach!

Wilt du krieg zuo fride machen,

So wiss, daz du in allen sachen

Scholt vil süsser red phlegen.35

Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.

Pey rechter minn ist dir gepotten,

Daz du niemants wellist spotten,

Anders swer ich dir pey gott,

Sicherleich du wirst ze spott.40

Wilt du wesen lieb gehabt,

So tuo, sam uns die lere sagt,

Und halt in ganczer lieb die leut!29c

Horr, was sey dir me gepeut!

Wilt du haben paradeis

Auf diser erd an helleweis,

So tracht, daz du dein eleich weib5

Habist lieb, sam deinen leyb!

Hab auch liebe zuo andern dingen,

Wilt, daz seu dir sälde bringen;

Won kain sach die macht dich frey,

Hast nicht liebeu minn da pey.10

Pey der freüntschaft daz vernim!

Du scholt den freunt zuo deinem gwin

Versuochen lang, der weise spricht.

Den bewärtten halt und lass in nicht!

Dem freuntleichen tuo wol auf erd,15

Daz er dest freuntleicher dir werd!

Dem veint dem scholt int ubel tuon

Umb freuntschaft und umb lieben suon.

Hilf dem freunt ze aller frist

Ungerüft, so ym gebrist.20

Der sein mag gehaben rât,

Dem hilf, so er dich gepetten hat.

Tuo dem freunt und iedem man,

Das du von ym begerest han,

Und mâss dich des, des seu bevilt,25

Noch du von ynen nit haben wilt.

Pey der gehorsam schreibt man dir,

Daz du scholt volgen mit begir

Deinem herren, wer er sey,

An guoten gepotten sünden frey.30

Deinen eltern und ierm rat

Scholt du volgen fruo und spât,

Ob seu treuleich mäynent dich

Und auch die sach wol füget sich.

Deinen mayster volg noch mer,35

Dan dir selber, an der ler,

An gpott und allen dingen,

Wilt du nach eren ringen.

Dannocht wilt du sein gerecht,

Volg der dirnen, horr den knecht,40

Bis gehorsam einem chind

An sachen, die dir nuczze sind!

Pey der trew man ruofft dich an:

Bis getrew, o werder man!

Die treuw ein schlussel ist der er.45

Wer den verleust, der taugt nit mer.

Der würffel der ist gar enwicht29d

Und hat der treuwen in im nicht.

Dar umb so spil nicht, so es gilt,

Mit dem du treuwe halten wilt.

Hat dir einr seyn haimlichäit5

Auf getan und für gelayt,

Daz scholt du behalten sunder taugen

Mit ganczen treuwen, sam dein augen.

Doch scholt du getrauwen swach

Einem in vil grosser sach,10

Hâst du noch nicht mit ym gessen

Ein vierding salcz wol aufgemessen.

Pey der unschad man dich mant,

Daz du dir selber nicht tügist ant.

Bis auch niemant anderm swär!15

Das macht dich werd und dar zuo mär.

Wilt du sein unschadleich gar,

So hüt dich vor der schedleich schar,

Daz ist vor dienern andern dingen,

Die den schaden mugen bringen!20

Ner din leben und din guot,

Halt dine ere mit rechter huot!

Gesigest joch den veinten an,

Dannocht pist kain schädleich man.

Pist du richter, hast den gewalt,25

Hörr den andern täil vil bald!

Richt nach recht, daz ist mein rat,

Niemant dich für schedleich hat.

Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,

Die erste macht dye liibe reich,30

Die schol man schäczen für kein tugend,

Wan oft ein schak hat die vermugend;

Die ander verstnet gar den muot,

Seu ist ein zarteu tugent guot

Und weist uns ubergen mit kraft35

Alle böshayt ungeschlacht.

Die ist die vordrest und die best

An edelchäyt mit ganczer vest;

Won wer ir nit enwil gewalten,

Der mag die andern wench behalten,40

Und hat fünf mägettein gemäyt.

Daz erst daz ist die Sicherhäyt,

Die ander haisset hoher Muot,

Die dritt daz Gedinge guot,

Der fünften spricht man Gedultikäyt,45

Die vierd die ist genennet Stät.30

Die erste chümpt und spricht zuo dir:

Fürchst dir, daz scholt sagen mir.

Sprichst du, das scholt sagen mir!

Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen,5

Ich köm ze armuot bis auf morgen.

Des antwürt sey dir ane zorn:

Ich wolt, du hietst da mit verlorn

Die geytikayt, die dich da reyt,

So warist reich ze aller zeit.10

Fürchst du hinderred, so sprichcz!

Tuo daz best und besorg dein nichs!

Die bösen valscheu märe sagend

Und nicht, daz wir verdienet habent.

Besorgest aver siechtagen,15

Dar zuo kans ein anders sagen.

Der siechtuom mag nit ewenchleich

Pey dir gesein und du geleich.

Fürchst den tod, so bist ein chind,

Spricht sey zuo dir gar geswind.20

Er ist kain schand, so muost auch sterben.

Niemant mag sein ubrig werden.

Die ander get her muotes fro

Und spricht: Mein fraw die wil also.

Ze grossen dingen scholt dich piegen,25

Won chäin adler vahet fliegen.

Streit vil e umb die gemäin,

Dan du vechtist umb dich äyn!

Gemäiner nucz der get hin für,

Äyniger beleibet pey der tür.30

Hast ein hercz mit hohem muot,

Der peut den leuten er und guot;

Und ob man dein nicht athen wil,

Schlach hintnan auf und sorg nit vil!

Pist ein man, du scholt nit fliehen,35

Es sey dann daz du fuder ziehen

Müssist in so grosser not,

Daz beleiben war dein tod.

Die dritt die saumpt sich auch nit lang,

Sey vert gen dir mit irem gesang;40

Daz spricht: Hab trost in deinem muot!30b

Daz ist dir zuo dem leben guot.

Verzag nicht, held, daz ist mein rât,

Wie oft ein man verloren hât

All sein hab in einem spil5

Und darnach gewinnen zwir alz vil.

Hab geding und lâss es nicht,

Ob dir joch niemer guot geschicht;

Won oft ein Swâb der nimpt sein end

Mit guotem trost, der smerczen went.10

Sünderleichen hab geding,

Ob dich der wind mit regen zwing,

Und kumpt der sunnen schein entzwischen,

So macht die fröd mit sorgen mischen.

Die vierd beräyt sich auf die vart15

In blâwen gewand, ir red ist zart

Und spricht: In deinem gedenchen

Huet dich vor willwenchen,

Bis in endvarwe stät

In fraden und in herczeläid.20

Mit dem ersten dich nicht weg,

Noch dich pey dem andern leg!

Ein recht daz hat die stäytichayt,

Daz du scholt ze tuon sein berait.

Pleib nit pey den bösen dingen!25

Von gutten lâss dich niemant pringen!

Doch so war nicht ungezäm,

Ob ein man daz besser näm

Und liess daz guot, da ers hiet funden,

Er sey dann anders dar zuo gpunden.30

Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dir

Und pring der seken vier mit ir,

Die iedem sunder fugent wol,

Der ze hof beleiben schol.

Der erste sak schol chlaider haben,35

Die scholt du sauberleichen tragen,

Won pist reich mit deiner wat,

Dest bas man dich in eren hat.

Der ander sak ist phenning vol,

Der kümpt dir sunderleichen wol,40

Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,

Niemant tar dir wider stellen.30c

Der dritte sak ist gtinstikait,

Der ist dir auch dar zuo bereit,

Daz du dich freileich machist her,

Nicht sam ein plauger winterper.5

Des leste sak ist gedultichayt,

Der all dein leiden ubertrayt

An peyten, vasten und an wachen,

An sweigen und an andern sachen.

Ze stett do sprach fro Richteinschand:10

Ich merch, ir seicz ze hof bekant,

Dar umb ich euwer wirdi pitt,

Lert in hofzucht auch da mit!

Des antwürt Lastersak vil drat:

Begert er daz, so ist mein rat,15

Daz er sich selb ze hofe mach,

Da lernt er zucht an maniger sach.

Pey hünren lernt man gachczgen,

Pey sweinen seuwisch smaczgen;

Doch so spricht man oft und vil:20

Wer ein hofman werden wil,

Der hab einn pauren in dem sinn,

Und wes der gepäurischen beginn,

So tuo daz widerwartich schier,

Des wirt er hofleich und gezier.25

Also mag ich Bertschin sagin,

Wil er sich nach züchten haben,

Daz mug er lernen, sam man spricht,

Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.

Hie mit ker ich mein vermugend30

Hin wider ze der lesten tugend,

Die ist die mässichait genant,

Mangem herczen underkant,

Won selten yemant phligt der mâss

Stäticleich an underlâss.35

Dar umb so wiss, wann yedeu syt

Vor und hintnan alle zeit

Verwürchet ist mit bösen sitten,

So leit die mässichäyt enmitten.

Des nim ein beyschaft ander vart!40

Hie ist der gouder, dort der karg;

Der gouder ist ein sölich man,

Der nichcz nit ym behalten kan;

Der karg verpirgt es alles sampt30d

Und mag nicht geben aus der hand.

Die habend payde böseu weis,

Dar umb so trayt der milt den preis,

Der lebt nach mittlen mâssen5

An haben und an lassen,

Daz ist, er geyt hin, daz er schol,

Und behalt daz überig wol.

Dar zuo wisst, daz mässichait

Ist ein tugend so gemäyt,10

Daz niemant sey verlassen schol

Durch ander sach, so tuot er wol.

Sey hât der zarten junchfrawen

Drey und ein, die scholt du schawen,

Daz ist die demuot, gottes chläyt,15

Schamung, gefuorung, cheuschäyt,

Pey den wirst du ieso sehen

Punden wol auf sechszehen,

Was die erste sagen well.

Daz merk vil eben, lieber gesell!20

Sey spricht: Wilt du han den preis

Für ander gar gezellet weis,

So wil ich dich des einen beschayden,

Du muost dich diemütich derzäigen.

Wilt du chomen an gewalt,25

Hab ein dyemütigen gestalt!

Won der sich höcht, der kumet nider,

Und der sich nidert, der get wider.

Wilt du, daz man dein nicht spott,

So hörr die andern zway gepott!30

Wiss, du scholt dich selten

Loben oder schelten!

Bis auch nicht ze dyemütig,

Daz dir der narr nicht an gesig!

Was wil die schamung haissen dich?35

Do spricht sey, sam ich mich versich:

Scham dich aller missetat,

Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.

Schame dich auch andrer vart,

Die nicht gar erleich sey von art!40

Won der sich nit kan haben inn,

Der ist ein tor in meinem sin.

Schämich mach auch deineü kinder,31

Daz seu nicht leben, sam die rinder,

Wan man oft des kindes schand

Zelt dem vatter in die hand.

Doch so wiss, ein weiser man,5

Der mächtig ist und alt getan,

Schol nicht gar ze schamig sein,

Daz er ze kindisch nicht enschein.

Was kan die dritte dir derzaigen?

Des lâss dich auch von mir beschaiden!10

Hörr, du scholt gefuggig sein

An haus und an den chläydern dein!

Bis gefürig an der kost,

An dem wein und an dem most!

Won daz uberig schaden tüt15

An sel und an leib und an dem guot.

Pist du eines erbern sins,

So lâss dich benügen kleines gwins!

Chläiner gwin ist got mär,

Den grossen suochent wuchrer.20

Doch so macht du vil wol haben

Grosses guot pey deinen tagen,

Kumpt es alz von rechtem gwin

Und hilfft den armen auch mit ym.

Was singt uns dann die keuschait?25

Anders nichcz, wenn daz ein mayt

Schol keusche sein mit iren augen,

Wil sie sich böser gdenken gelauben.

Sey schol auch keusch sein an gedenken,

Wil sey mit werchen sich nit krenken.30

Minner werch schol sey nicht kiesen,

Wil sey daz krenczel nicht verliesen.

Dennocht ist ein mensche keusch,

Treybt es ander käyn geteusch,

Dann allaine bey der ee.35

Da mit so sag ich dir nicht me.

Syertdazland die was behend.

Mich duncht, der rede sey ein end,

Sprach sey, noch ist eins beliben

Da hintnan nit gar wol verswigen,40

Und daz einer muoss halt künnen,

Dem wir unser muomen günnen,

Daz ist, hort mich all geleich,

Haus ze haben wiczechleich.31b

Waz hilf daz weibe, daz ir man

Ausrenthalb joch gar vil kan

Und ein narr ist in dem haus?

Dar umb sagt ym es gar her aus,5

Was ym nucz sey zuo dem leben,

Wellen wir ym Mäczen geben.

Daz was auf Säychinkruog geredt,

Wenn die andern sprachen zstett:

Dicz kan niemand also wol,10

Sam Härtel hausgeschäftes vol.

Er hat wol sechczig jar und me

Haus gehaltlen pey der ee.

Säychinkruog in antwürt do

Vil zuchticleich und sprach also:15

Es wisst wol, sam ich wissent pin,

Alz manich haubt, alz manger sin;

Dar umb so hat such iecleich haus

Seinen sitten, seinen saus.

Also lerts sich selber wol,20

Wie einr sein haus bewaren schol.

So ist des menschen gemuot so blind.

Wes er sich für wars versint,

Daz get ym oft nach stelczer fuoss,

Dar umb ich in nicht leren muoss.25

Fro Siertdazland hin widerumb

Sprach: Euch ist daz maul ze chrumb.

Secht ir nicht, daz alles spil

Chünst und wicze haben wil?

Oft chan einr für ander ächt30

Springen, tanczen, mäczigschäft.

So muoss man lernen scheiter spalten,

Daz lichter ist dann haus ze halten.

Was täutest dann von stelczer päin?

Waisst nicht, daz man spricht gemäyn:35

Hilf dir selb, so hilft dir got?

Mich dunkt, du redist aus eim spott.

Der nicht wolt lernen für sich sehen,

Dem wurd ze geleicher weis geschehen,

Sam der fleugen gsach hie vor40

Pey der weisen ämbess tor,

Die von hunger muosset vasten,

Do hiet die ämbess vollen casten.

Dar umb so sagt dem guoten gesellen,31c

Wie er sein hause schül bestellen;

Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.

Do sprach Härtel Saichinkruog:

Wol an, daz sey! So ler ich dich5

Daz besten, so ich mich versich.

Wilt du halten haus mit eren,

Das scholt des ersten so an keren

Ze tragen in der täschen tracht

Ein ander haus von silber gmacht,10

Daz du dir chauffen mügest so

Häw und fuoter, dar zuo stro,

Wein und korn und holcz da mit,

Hirs und kraut, daz ist der sitt,

Bonen, ärwess, gersten, smalcz,15

Lynsen, fläysch ze terren, salcz,

Hausgeschier und bettgewand,

Käs und ops und manger hand

Yecleichs pey den seinen zeiten,

Daz ist dir nücz ze allen seiten.20

Und chauff daz best mit ganczer treuw,

Wilt du, daz es dich nicht geruw,

Hochzeit und daz tägleich laden

Hat ein er und zwen schaden.

Mit gesten nicht dez dein verzer,25

Wilt du behalten guot und er.

An pheyffern und an chläynet,

Sam es die lere mäynet

Zerung umb die ritterschaft,

Wiss, die ist vil erhaft.30

Sunderleich lass dich herparmen

Uber deinen freunt vil armen!

Pauw nicht heuser durch den tod,

Dich zwingi dann die starke not,

Won gemachtez haus, gescribens buoch,35

Beschlaffens weib, versnitten tuoch,

Dar zuo hefen alter plunder,

So wolfeil sind, es ist ein wunder.

Triefens tach man bessern mag,

Schadli wager dann ein schad.40


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