So schol der haubtman taylen hinYedem man nach rechtem gewin.Ze allen zeiten gehört dar zuo,Daz der haubtman spât und fruo10Sehen schol zuo seinem gesind,Ob er dehäinen chriege vindUnter inn, daz er daz pringZe äynem suon, mit dem geding,Daz der schuldig gepessert sey,15So bleybt daz volke schanden frey.Won chäyn chrieg das land so siert,Dann der zwüchschen freunden gpirt.Do sprach Paggenzan der man:We, wie wench ich rechtens kan!20Iich wayss vil chläine, waz die gschriftSinget, saget oder stift!Des antwürt Strudel do und sprach:Dar umb nempt euch kayn ungemach!Nach ewer gwonhäit halt daz gricht25Und acht vil wench der ander gschrift!Tuot sam euch gewissen ist!Secht, daz ist die beste list!Von Mäczendorff der haubtmanHuob ein andren frag do an:30Sagt mir, was ist ewer rât,Ob mir einr gelihen hatPhärt ald härnesch ze dem streyt,Das verleur ich ze der zeyt,Muoss ich es icht wider geben?35Nayn du, sprach do Strudel eben,Won er wisset vor hin wol,Das der streyt ist scadens vol.Won vier gemochten nie derstreytenSo vil, daz einer hiet ze reyten40Mit got und mit dem rechten.Den nucze hat daz vechten,Dar umb daz rechte sich verficht,Er wolt dirs geben, leyhen nicht,Es sey dann daz er gedinget hab,45Ym sein schäden ze nemen ab.51Laureyn der lag an der lâgUnd tet dem Strudel auch ein frâg:Weyser mäyster, sagt uns an,Wie tuon wir dem gefangen man?5Strudel hiet geantwürt do,Des wolt er Laureynn eren so,Und sprach: Die frâg ist hoher mär,Meinen sinnen gar ze swar.Dar umb so muoss ich suochen10Äyn antwurt an den buochen.Des cham er pey einr weil her umbUnd sprach: Es ist mir noch ze chrumbDo, sam ich derkennen chan.Ich vind daz all gvangen man15Mag man temmen ze der geschicht,Ob man sich für wârs versicht,Daz ir leben schaden tät,Yr verhayssen nicht wär stät,Es war dann, daz in offem streyt20Versichert war des mannes leyb,Der süst ein böswicht nicht enwär,Den schol man lassen ane swär.Daz guot daz hat er doch verlorn,Ym wär dann auch dafür gesworn.25Doch so ist des kaysers recht,Daz sein gevangen äygen chnechtWerden, so er selber vichtNach der alten pücher gericht.Einn hürrensun den schol man vahen,30Wie man mag, und dar zuo gahenUnd würgen ym den drüssel ab,Wie wol man ym verhaissen hab,Mocht er an versichern nichtGevangen werden; ob er spricht:35Halten mir die rechte mein!Dar zuo schol ym geantwurt sein:Wie macht daz recht nu ruffen anUnd hast so oft da wider getan?Dein recht daz ist ein galgenstrik,40Der dich pey deinem hals verschlik!Hie pey mügt es wissen wol,Wie man Lappenhauser scholRichten aus in sölher not,Won ir fröd ist unser tod.45Die frömden schol man lassen gen,Daz ir auch mügt dest bas besten.Her Dyetreich da von Perne51bDer wolt auch horen gerne,Wie es umb die gevangen wär,Den daz leysten daucht ze swär.Do sprach der Strudel ye so drat:5Daz ist nicht die mynste frag.Hie schol man trachten pey,Ob ein man gevangen seyVon bösen leuten umb sein hab.So mag er wol nach rechter sag10Prechen an dem läysten so,Wie vil er hiet verhaissen do.Won niemant von seinr missetätGewinnen schol, das sag ich drat.So ist der sitt in offem streyt,15Ob ein man gevangen leytUnd sich wil derbitten ausHaym ze faren in sein haus,Dar zuo auch versprechen wilSich antwürten ze einem zil,20Daz er vil billeich laysten schol,Er war dann, daz er wissti wol,Daz er des laystens müsse sterbenOder an eim lid verderben,Und hiet ein andrer joch versprochen,25Das schol beleiben ungerochen.Dar nach so chament etleich leutVon Nyssingen in alter heutUnd sprachent zuo dem Strudel do:Wir habent recht, die sprechent so,30Daz alter nicht gepunden istZuo dem streyt dehayner frist.Dar umb wir bitent euch ze stett,Daz ir uns streytens uberhebt.Strudel in die red verwarff.35Die alten sind, der ich bedarff,Sprach er zuo den greysen do,Wär ir vil, das tät mich fro.Ich wäyss wol, das des streytes machtIst nicht allain an leybes craft,40An gemüte, pfärden und an eysen.Der beste tayl leit an den weisen,Die mit einer zunge chläinSchlahent durch die veint gemäyn.Doch so schol man merken das45Von den alten, die vil basDar zuo chumin, dann die jungen,51cVon den andern sey euch gsungen,Daz vor sechzehn jarn ein knabUnd wer ir uber sechzig hab,Ruwen schol ze chrieges zeyt,5Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.Dar zuo wer ym mag gehabenLebentiger fünf knabenPey der e und dannocht so,Ob ir einr tod wer do,10Do man den gemaynen nuczen warbOb er doch mit eren starb.Die frauwen sein auch ausgenomen,Seu wollen dann mit staynen fromen.Kayn siecher schol auch streyten nicht.15*** Das was ein esel, der das spricht,Sprachent do die andern so.Und wie da was gesprochen do,Vil nahent säytent ze der stuond,Lappenhauser wider umb,20Das hielten auch bis morgens fruoPaideu täyl, daz gehort dar zuo.** Doch belibend ane peychtLappenhauser, won der gewichtSeu do nicht verhorren wolt,25Sam er auch nicht hörren scholt.Sech, do sprachens aus eim spott:*** Nu helf uns doch der alt got!Do nu der tag ward erst geporn,Der Leybinger erschiel sein horn.30Das hiet man für daz herhorn do.Des tages warens alle fro.Rüfli dar und SaychinchruogDer Lappenhauser paner truog,Dar an ich wainn daz gemalet war35Mit einem spul ein sneyderschärUud prachent auf von irm gezeltGen der linden auf daz daz veld,Da sey da wolten streyten.** In den selben zeyten40Der mäger zuo dem here sprach:Wol mir, daz ich ie gesachEin her so schon mit ganczer mügendIn so wunnecleicher jugent,Sam es seit. Des macht euch fro45Und haltend euch noch heut also,Daz wir gewinnen er und guot,Daz ein freyer harsch wol tuot,Wil er legen seinen sinAuf er und guot und auf gewin.51dDar umb gepeut ich pey dem haubt(Saylich sey, der mir es gelaubt!)Allen rittern und auch knechten,Daz seu sich stellen heut ze vechten5Ritterleich an alles fliehen.Dar zuo schol auch kayner ziehenFür den andern an mein wort,Und schüff er joch einn grossen hordUnserm her, daz hulff in nicht,10Ich tät ym sam einm hürrenwicht.Gunterfay, nu schlag dar an,So fröwt sich ross mit sampt dem man.Yeder schre also: Ich swerrUber seu, herr, und uber seu, herr!15*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,Dar umb er lauffen muost die strass.Die weil cham auch her FülizanMit seinem paner, da stuond anEin stok auf einem amboss20Mit einem schindmesser bloss.Strudel der was nicht der böst,Er hiet sein gesinde auch getröst.Er zoch hin gen der linden,Der mayger liess sich vinden,25Die veinde warent nahent,Daz seu enander sahent.Kayser Lechspiss was ein gesell.Wer nu ze ritter werden well,Sprach er do zuo seinem gesind,30Der mach sich für her so geswind!Des cham da her, sam aus eim traum,Perchtold von dem Kerssenpaum,Ein edelman und fechper gar.Dar nach so cham geritten dar35Chuoni von StochachUnd der Tyrawätsch hin nach;Häym von GreczingenCham auch zuo denen dingen.Des zoch der kayser aus sein swert40Und sprach: Ir seyts der eren werd.Er schluog seu mit der chling entwerchsUnd ward in singend disen vers:Hie besser ritter, danne knecht!Die andern sprachent: Daz ist recht.45Doch scholt es nicht reiten anVor den frömden, sprach der man.Des hiet man in geschenchet do52Swert und hentschuchgürtlen so,Dar zuo guldin rittersporn.Da was es hie und dort verlorn.** Des wart er ruoffent ze der vart,5Die frauwen sein vil rayn und zart,Dar umb man sey auch eren schol.*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wolUnd macht euch an den ersten streytMit ewern tochtren, des ist zeit.10Halt euch sam die zieren fiessen!Lasst euch schiessens nicht verdriessen!Fro Hächel was ir eren fro.Wie schier sey macht sich fürher do!Den andern sprang sey allen vor15Auf einem wolf vil hoch embor,Die tochtren alle her mit ir.Zuo den veinten hietens girUnd schüssen mit den pursten darAus den fingern gen der schar.20Strudel in den selben sachenLiess von seinem rittermachenUnd ruofft der twergen herren an:Wie wol ich euch der eren gan!Daz die deupin und ir gesinder25Geligin nider sam die rinder!Her Laurein macht sich gen der mitTrostleich gar, daz was sein sitt.Den seinen mannen ward vil gach,Yrem chüng ze ziehenn nach,30Yeder mit seinr schlingen gswindZe werfen in das frauwen gesind.** Die pfeyffer und die farnden leutWaren sicher an der heut*** Und huoben sich ze samen so35An ein ort mit fröden do,Seu bliesend dreyn und schluogend dran,Bis der streyt ein end gewan.Die paner gen enander zügend,Die weyber fluogend, die twerge stubend40Auff gayssen und auf rehen.Wer scholt den andern flehen?Es was do flüchens, scheltens zeit,Also geleichert was der streyt.Des tet auch Hächel so und sprach:52bHe, her Nürggel unterm tach,Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.Von mir so müst ir leyden peyn.Her Laureins muot was ob der erd.5Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,Daz ich mit dir nu klaffen well.Wer dich, ald du must in dhell!Da mit er werffen ser began,Er und alle seine man,10Die häxen mit irn schossenWarend unverdrossen.Des ward des bolens also vil,Sam ich es euch nu sagen wil,Daz es so an der selben vart15Der tag von pfeyllern tunkel wart.Die pürste traffend mangen twerg,Daz er hin vallen muost zuor erd.Seu warend spiczig und so geswind,Daz manger ward ann augen plind.20Vil oft ein man cham umb sein augenUnd umb den hals, daz schult es glauben,Won die pfeyl ze der geschichtHietens vornen all vergift.Herrn Laureyn ward ein bott gesant,25Daz ym geswal die tengge hand.Der häxen vil und dannocht merGeworffen wurden also ser,Daz vil mangeu in der notWard geleczet auf den tod.30Der streyt in payden herte leyt,Dar zuo so reyt zder selben zeitEin wilder man mit mangem stossDurch seu auf einem hyerssen grossMit seinem cholben ungetan35Und schlecht das weyb mit sampt dem man,Mangen auf den tod ze stuond.Er warff ir vil in seinen schlund,Er hiet zwen zan so lang und räss,Daz er vil mangen ztod erbäyss,40Und wol die streyter all gemäynNider legen so alläyn,** Won er gedacht in seinem sin:Ir vechten daz ist mein gewin,Daz seu unter enander tuond.45Laureyn auch den schalch verstuondUnd fro Hächel trun da mit.52cDes tatens nach der weysen sittUnd liessend von irm fürsaczNür dem wilden man ze draczUnd auch ze schaden und ze râch.5*** Auf in ward in allen gâchMit werffen und mit schiessen,Das liess seu nicht verdriessen.Des ward er in doch gar zbehendZe reyten durch ir payder wend10Mit schlahen und mit lauffen,Mit stechen und mit rauffen.Er schluog die unholdenMit seinem eysencholben,Daz seu auf die erde schier15Vielend hin ye vier und vier.Der hyerss auch mit den hulnern seinSchuoff den veinten mangen peyn.Er zucht die chlaynen twergeVil hoch auf von der erde20Und schlürpfecz durch, er stach in seu,Des vielen hin ye dreu und dreu.Das was ein wildes geferte,Es lag in trauwen herte,Und warind sein vil wench genesen,25Wär ein chuner twerg nit gewesen,Der was so snell und dar zuo chläyn.Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,Den zagel begräyff er pey der hand,Er was her Äschenzelt genant,30Und huob mit gewalt den läuffer so,das er beleyben muosst aldo.Und stach dem hierssen in den pauch,Das er auf den füssen gelag.35Der wilde held viel uber ab,Da mit die häxen alle hie,Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,Daz er do sam ein lämbel gsassUnd seines lebens da vergäss.40Diss was doch dannocht nicht an nôt,Maniger viel sich uber in ztod,Dar zuo ward ir auch vil verlornAn des toten hyerssen horn.Do nu dis ding also vergieng,45Ein neuwer streyt sich ane viengZwüschen häxen und den twergen,52dDes muost ir dannecht vil verderben.We, was pluocz do ward vergossenVon den gstaynen und den gschossen!Und do der strâlen nicht mer was,5Des liessens lauffen dester basAuf die gfügen leute doUnd stiessen mangen nider soMit wolfen und auch gayssenVon magren und auch fäyssen,10Die sprungen auf bis an die luftUnd vielend auf die armen chruftAlso gefüg und also leisGeleich in eines falchen weis,Der die vogel mit der prust15Stosst und von enander must.Die twerge sprangten auch ir bökUnd stiessens nider sam die stök,Die häxen mägten sich zer erd,Ir phärde uber Höperg20Flugend hin ze aller vart,Wan ir äynes ledig wart.Do dicz her Laureyn so dersach,Wie schier er zuo den seinen sprach:Stet ze füss ab, des ist not,25Und stecht der hürren phärt ze tod!Dar nach so yeder schlach die weyb,Wil er behalten seinen leyb!We, wie schier ward volleprachtDes ym Laureyn hiet gedacht!30Doch was fro Hächeln wolff alsoBezaubert, daz man in nicht doNoch sey dar zuo mit kayner sachVersneyden mocht, dar umb geschachHern Laureyn dannocht häyss genuog,35Sey lieff in an so ungefuog,Daz er sich viel vil oft da nider.Des hulfend ym die andern wider,Anders er wär gar verlorn.Die schand tet dem fürsten zorn40Und begrayff des paners sper,Er hielt es gen fro Hächlen herUnd derräycht sey an der prüst.Secht, daz was umb gar umb süst.Niemant sey gevellen macht,45Das hiet sey mit irm zaubren gschaft.53Des schluog sey ab dem man sein sperUnd macht sich zuo ym nider her,Sey speybt ym an die wangen seynSo sere pey der treuwe mein,5Daz ym blatren wuochsen aufGrosser, dann ein sneggenhaus.Des gab der wolff von ym ein taunstAus dem mund recht sam ein prunst.Wenn er gen dem herczen schluog,10Der muosst sich plagen sam ein chruog.Das pracht vil mangen umb den hals.Dar nach, das irs wissind als,Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,Und fuort ein necz in seiner hand,15Er macht sich hintnan an daz weibUnd warff daz necz umb iren leybUnd umb den wolff, ich wäyss nit wie.Des warend do die andren hieUnd wurgtens päydeu in irm pluot,20Sam man noch den füchsen tuot.Da mit dis auf und an hin wider,Der häxen paner gie da nider,Ein ungluk daz ander reyt.Helfend, jo won es ist zeit,25Schreuwend die unholden soGen der Lindentolden do.Wir sein verlorn und vertriben,Das unser wenig ist beliben.Gefothen was do, das man wuot30Bis an die versinn in dem pluot.Do ruoft der kayser in dem gras:Nu dar, her rysen, hört ir das?Yr seycz die minner in dem her,Get hin an durch frauwen er,35Und lat der twergen nicht ein bissenUnzerrürt und unzerrissen!Ich schäcz der euwern einen wolGen einem perg der twergen vol.Der ruom die risen machet fro40Und schritten yeso hin aldoGen den twerglin an den streyt.Die hietin ze der selben zeytGelesen auf der staynen vilUnd wurffen all ze einem zil,45Das was in die rysen, secht!53bDo sprach der wütend Reymprecht:Wetter tyefel, wer ist der,Der uns da syert so ferr da her?Wie wirt uns erst gelingend,5So wir hin zuo bas dringend!Das muoss ich doch versuochen so.Hin zuo, ir herren, sprach er do.Des chamen seu bis nâch hin an.Her Gyggenfist, huob einer an10Zuo hern Laureyn, wie gturt irBeleyben und genahen mir?Wäyst du nicht, daz ich vermagAls dem gesind in einem schlagLegen tod bis in die erd?15Des antwürt ym der chünig werd:Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,Ich tröst mich wol der meinen chraft.Wie wol ich sey ein chlayner twerg,Ich wird dir noch ze einem perg20In deinen augen, glaub es mir!Dar zuo wil ich sagen dir:Mich duncht, du seygist ungezogen,Und was du sprichst, das sey gelogen.Das wil ich nu bewären so.25Seyne schlingen luod er doUnd traff den rysen pey der stirn,Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.Golie muost des ligen tod,Das tet seinen gesellen zorn von not,30Die weil ir drey rekenGen in sich wollen streken.** Nicht so, sprach her Hyldprand das,Der ir haubtmans mäyster was.
So schol der haubtman taylen hinYedem man nach rechtem gewin.Ze allen zeiten gehört dar zuo,Daz der haubtman spât und fruo10Sehen schol zuo seinem gesind,Ob er dehäinen chriege vindUnter inn, daz er daz pringZe äynem suon, mit dem geding,Daz der schuldig gepessert sey,15So bleybt daz volke schanden frey.Won chäyn chrieg das land so siert,Dann der zwüchschen freunden gpirt.Do sprach Paggenzan der man:We, wie wench ich rechtens kan!20Iich wayss vil chläine, waz die gschriftSinget, saget oder stift!Des antwürt Strudel do und sprach:Dar umb nempt euch kayn ungemach!Nach ewer gwonhäit halt daz gricht25Und acht vil wench der ander gschrift!Tuot sam euch gewissen ist!Secht, daz ist die beste list!Von Mäczendorff der haubtmanHuob ein andren frag do an:30Sagt mir, was ist ewer rât,Ob mir einr gelihen hatPhärt ald härnesch ze dem streyt,Das verleur ich ze der zeyt,Muoss ich es icht wider geben?35Nayn du, sprach do Strudel eben,Won er wisset vor hin wol,Das der streyt ist scadens vol.Won vier gemochten nie derstreytenSo vil, daz einer hiet ze reyten40Mit got und mit dem rechten.Den nucze hat daz vechten,Dar umb daz rechte sich verficht,Er wolt dirs geben, leyhen nicht,Es sey dann daz er gedinget hab,45Ym sein schäden ze nemen ab.51Laureyn der lag an der lâgUnd tet dem Strudel auch ein frâg:Weyser mäyster, sagt uns an,Wie tuon wir dem gefangen man?5Strudel hiet geantwürt do,Des wolt er Laureynn eren so,Und sprach: Die frâg ist hoher mär,Meinen sinnen gar ze swar.Dar umb so muoss ich suochen10Äyn antwurt an den buochen.Des cham er pey einr weil her umbUnd sprach: Es ist mir noch ze chrumbDo, sam ich derkennen chan.Ich vind daz all gvangen man15Mag man temmen ze der geschicht,Ob man sich für wârs versicht,Daz ir leben schaden tät,Yr verhayssen nicht wär stät,Es war dann, daz in offem streyt20Versichert war des mannes leyb,Der süst ein böswicht nicht enwär,Den schol man lassen ane swär.Daz guot daz hat er doch verlorn,Ym wär dann auch dafür gesworn.25Doch so ist des kaysers recht,Daz sein gevangen äygen chnechtWerden, so er selber vichtNach der alten pücher gericht.Einn hürrensun den schol man vahen,30Wie man mag, und dar zuo gahenUnd würgen ym den drüssel ab,Wie wol man ym verhaissen hab,Mocht er an versichern nichtGevangen werden; ob er spricht:35Halten mir die rechte mein!Dar zuo schol ym geantwurt sein:Wie macht daz recht nu ruffen anUnd hast so oft da wider getan?Dein recht daz ist ein galgenstrik,40Der dich pey deinem hals verschlik!Hie pey mügt es wissen wol,Wie man Lappenhauser scholRichten aus in sölher not,Won ir fröd ist unser tod.45Die frömden schol man lassen gen,Daz ir auch mügt dest bas besten.Her Dyetreich da von Perne51bDer wolt auch horen gerne,Wie es umb die gevangen wär,Den daz leysten daucht ze swär.Do sprach der Strudel ye so drat:5Daz ist nicht die mynste frag.Hie schol man trachten pey,Ob ein man gevangen seyVon bösen leuten umb sein hab.So mag er wol nach rechter sag10Prechen an dem läysten so,Wie vil er hiet verhaissen do.Won niemant von seinr missetätGewinnen schol, das sag ich drat.So ist der sitt in offem streyt,15Ob ein man gevangen leytUnd sich wil derbitten ausHaym ze faren in sein haus,Dar zuo auch versprechen wilSich antwürten ze einem zil,20Daz er vil billeich laysten schol,Er war dann, daz er wissti wol,Daz er des laystens müsse sterbenOder an eim lid verderben,Und hiet ein andrer joch versprochen,25Das schol beleiben ungerochen.Dar nach so chament etleich leutVon Nyssingen in alter heutUnd sprachent zuo dem Strudel do:Wir habent recht, die sprechent so,30Daz alter nicht gepunden istZuo dem streyt dehayner frist.Dar umb wir bitent euch ze stett,Daz ir uns streytens uberhebt.Strudel in die red verwarff.35Die alten sind, der ich bedarff,Sprach er zuo den greysen do,Wär ir vil, das tät mich fro.Ich wäyss wol, das des streytes machtIst nicht allain an leybes craft,40An gemüte, pfärden und an eysen.Der beste tayl leit an den weisen,Die mit einer zunge chläinSchlahent durch die veint gemäyn.Doch so schol man merken das45Von den alten, die vil basDar zuo chumin, dann die jungen,51cVon den andern sey euch gsungen,Daz vor sechzehn jarn ein knabUnd wer ir uber sechzig hab,Ruwen schol ze chrieges zeyt,5Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.Dar zuo wer ym mag gehabenLebentiger fünf knabenPey der e und dannocht so,Ob ir einr tod wer do,10Do man den gemaynen nuczen warbOb er doch mit eren starb.Die frauwen sein auch ausgenomen,Seu wollen dann mit staynen fromen.Kayn siecher schol auch streyten nicht.15*** Das was ein esel, der das spricht,Sprachent do die andern so.Und wie da was gesprochen do,Vil nahent säytent ze der stuond,Lappenhauser wider umb,20Das hielten auch bis morgens fruoPaideu täyl, daz gehort dar zuo.** Doch belibend ane peychtLappenhauser, won der gewichtSeu do nicht verhorren wolt,25Sam er auch nicht hörren scholt.Sech, do sprachens aus eim spott:*** Nu helf uns doch der alt got!Do nu der tag ward erst geporn,Der Leybinger erschiel sein horn.30Das hiet man für daz herhorn do.Des tages warens alle fro.Rüfli dar und SaychinchruogDer Lappenhauser paner truog,Dar an ich wainn daz gemalet war35Mit einem spul ein sneyderschärUud prachent auf von irm gezeltGen der linden auf daz daz veld,Da sey da wolten streyten.** In den selben zeyten40Der mäger zuo dem here sprach:Wol mir, daz ich ie gesachEin her so schon mit ganczer mügendIn so wunnecleicher jugent,Sam es seit. Des macht euch fro45Und haltend euch noch heut also,Daz wir gewinnen er und guot,Daz ein freyer harsch wol tuot,Wil er legen seinen sinAuf er und guot und auf gewin.51dDar umb gepeut ich pey dem haubt(Saylich sey, der mir es gelaubt!)Allen rittern und auch knechten,Daz seu sich stellen heut ze vechten5Ritterleich an alles fliehen.Dar zuo schol auch kayner ziehenFür den andern an mein wort,Und schüff er joch einn grossen hordUnserm her, daz hulff in nicht,10Ich tät ym sam einm hürrenwicht.Gunterfay, nu schlag dar an,So fröwt sich ross mit sampt dem man.Yeder schre also: Ich swerrUber seu, herr, und uber seu, herr!15*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,Dar umb er lauffen muost die strass.Die weil cham auch her FülizanMit seinem paner, da stuond anEin stok auf einem amboss20Mit einem schindmesser bloss.Strudel der was nicht der böst,Er hiet sein gesinde auch getröst.Er zoch hin gen der linden,Der mayger liess sich vinden,25Die veinde warent nahent,Daz seu enander sahent.Kayser Lechspiss was ein gesell.Wer nu ze ritter werden well,Sprach er do zuo seinem gesind,30Der mach sich für her so geswind!Des cham da her, sam aus eim traum,Perchtold von dem Kerssenpaum,Ein edelman und fechper gar.Dar nach so cham geritten dar35Chuoni von StochachUnd der Tyrawätsch hin nach;Häym von GreczingenCham auch zuo denen dingen.Des zoch der kayser aus sein swert40Und sprach: Ir seyts der eren werd.Er schluog seu mit der chling entwerchsUnd ward in singend disen vers:Hie besser ritter, danne knecht!Die andern sprachent: Daz ist recht.45Doch scholt es nicht reiten anVor den frömden, sprach der man.Des hiet man in geschenchet do52Swert und hentschuchgürtlen so,Dar zuo guldin rittersporn.Da was es hie und dort verlorn.** Des wart er ruoffent ze der vart,5Die frauwen sein vil rayn und zart,Dar umb man sey auch eren schol.*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wolUnd macht euch an den ersten streytMit ewern tochtren, des ist zeit.10Halt euch sam die zieren fiessen!Lasst euch schiessens nicht verdriessen!Fro Hächel was ir eren fro.Wie schier sey macht sich fürher do!Den andern sprang sey allen vor15Auf einem wolf vil hoch embor,Die tochtren alle her mit ir.Zuo den veinten hietens girUnd schüssen mit den pursten darAus den fingern gen der schar.20Strudel in den selben sachenLiess von seinem rittermachenUnd ruofft der twergen herren an:Wie wol ich euch der eren gan!Daz die deupin und ir gesinder25Geligin nider sam die rinder!Her Laurein macht sich gen der mitTrostleich gar, daz was sein sitt.Den seinen mannen ward vil gach,Yrem chüng ze ziehenn nach,30Yeder mit seinr schlingen gswindZe werfen in das frauwen gesind.** Die pfeyffer und die farnden leutWaren sicher an der heut*** Und huoben sich ze samen so35An ein ort mit fröden do,Seu bliesend dreyn und schluogend dran,Bis der streyt ein end gewan.Die paner gen enander zügend,Die weyber fluogend, die twerge stubend40Auff gayssen und auf rehen.Wer scholt den andern flehen?Es was do flüchens, scheltens zeit,Also geleichert was der streyt.Des tet auch Hächel so und sprach:52bHe, her Nürggel unterm tach,Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.Von mir so müst ir leyden peyn.Her Laureins muot was ob der erd.5Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,Daz ich mit dir nu klaffen well.Wer dich, ald du must in dhell!Da mit er werffen ser began,Er und alle seine man,10Die häxen mit irn schossenWarend unverdrossen.Des ward des bolens also vil,Sam ich es euch nu sagen wil,Daz es so an der selben vart15Der tag von pfeyllern tunkel wart.Die pürste traffend mangen twerg,Daz er hin vallen muost zuor erd.Seu warend spiczig und so geswind,Daz manger ward ann augen plind.20Vil oft ein man cham umb sein augenUnd umb den hals, daz schult es glauben,Won die pfeyl ze der geschichtHietens vornen all vergift.Herrn Laureyn ward ein bott gesant,25Daz ym geswal die tengge hand.Der häxen vil und dannocht merGeworffen wurden also ser,Daz vil mangeu in der notWard geleczet auf den tod.30Der streyt in payden herte leyt,Dar zuo so reyt zder selben zeitEin wilder man mit mangem stossDurch seu auf einem hyerssen grossMit seinem cholben ungetan35Und schlecht das weyb mit sampt dem man,Mangen auf den tod ze stuond.Er warff ir vil in seinen schlund,Er hiet zwen zan so lang und räss,Daz er vil mangen ztod erbäyss,40Und wol die streyter all gemäynNider legen so alläyn,** Won er gedacht in seinem sin:Ir vechten daz ist mein gewin,Daz seu unter enander tuond.45Laureyn auch den schalch verstuondUnd fro Hächel trun da mit.52cDes tatens nach der weysen sittUnd liessend von irm fürsaczNür dem wilden man ze draczUnd auch ze schaden und ze râch.5*** Auf in ward in allen gâchMit werffen und mit schiessen,Das liess seu nicht verdriessen.Des ward er in doch gar zbehendZe reyten durch ir payder wend10Mit schlahen und mit lauffen,Mit stechen und mit rauffen.Er schluog die unholdenMit seinem eysencholben,Daz seu auf die erde schier15Vielend hin ye vier und vier.Der hyerss auch mit den hulnern seinSchuoff den veinten mangen peyn.Er zucht die chlaynen twergeVil hoch auf von der erde20Und schlürpfecz durch, er stach in seu,Des vielen hin ye dreu und dreu.Das was ein wildes geferte,Es lag in trauwen herte,Und warind sein vil wench genesen,25Wär ein chuner twerg nit gewesen,Der was so snell und dar zuo chläyn.Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,Den zagel begräyff er pey der hand,Er was her Äschenzelt genant,30Und huob mit gewalt den läuffer so,das er beleyben muosst aldo.Und stach dem hierssen in den pauch,Das er auf den füssen gelag.35Der wilde held viel uber ab,Da mit die häxen alle hie,Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,Daz er do sam ein lämbel gsassUnd seines lebens da vergäss.40Diss was doch dannocht nicht an nôt,Maniger viel sich uber in ztod,Dar zuo ward ir auch vil verlornAn des toten hyerssen horn.Do nu dis ding also vergieng,45Ein neuwer streyt sich ane viengZwüschen häxen und den twergen,52dDes muost ir dannecht vil verderben.We, was pluocz do ward vergossenVon den gstaynen und den gschossen!Und do der strâlen nicht mer was,5Des liessens lauffen dester basAuf die gfügen leute doUnd stiessen mangen nider soMit wolfen und auch gayssenVon magren und auch fäyssen,10Die sprungen auf bis an die luftUnd vielend auf die armen chruftAlso gefüg und also leisGeleich in eines falchen weis,Der die vogel mit der prust15Stosst und von enander must.Die twerge sprangten auch ir bökUnd stiessens nider sam die stök,Die häxen mägten sich zer erd,Ir phärde uber Höperg20Flugend hin ze aller vart,Wan ir äynes ledig wart.Do dicz her Laureyn so dersach,Wie schier er zuo den seinen sprach:Stet ze füss ab, des ist not,25Und stecht der hürren phärt ze tod!Dar nach so yeder schlach die weyb,Wil er behalten seinen leyb!We, wie schier ward volleprachtDes ym Laureyn hiet gedacht!30Doch was fro Hächeln wolff alsoBezaubert, daz man in nicht doNoch sey dar zuo mit kayner sachVersneyden mocht, dar umb geschachHern Laureyn dannocht häyss genuog,35Sey lieff in an so ungefuog,Daz er sich viel vil oft da nider.Des hulfend ym die andern wider,Anders er wär gar verlorn.Die schand tet dem fürsten zorn40Und begrayff des paners sper,Er hielt es gen fro Hächlen herUnd derräycht sey an der prüst.Secht, daz was umb gar umb süst.Niemant sey gevellen macht,45Das hiet sey mit irm zaubren gschaft.53Des schluog sey ab dem man sein sperUnd macht sich zuo ym nider her,Sey speybt ym an die wangen seynSo sere pey der treuwe mein,5Daz ym blatren wuochsen aufGrosser, dann ein sneggenhaus.Des gab der wolff von ym ein taunstAus dem mund recht sam ein prunst.Wenn er gen dem herczen schluog,10Der muosst sich plagen sam ein chruog.Das pracht vil mangen umb den hals.Dar nach, das irs wissind als,Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,Und fuort ein necz in seiner hand,15Er macht sich hintnan an daz weibUnd warff daz necz umb iren leybUnd umb den wolff, ich wäyss nit wie.Des warend do die andren hieUnd wurgtens päydeu in irm pluot,20Sam man noch den füchsen tuot.Da mit dis auf und an hin wider,Der häxen paner gie da nider,Ein ungluk daz ander reyt.Helfend, jo won es ist zeit,25Schreuwend die unholden soGen der Lindentolden do.Wir sein verlorn und vertriben,Das unser wenig ist beliben.Gefothen was do, das man wuot30Bis an die versinn in dem pluot.Do ruoft der kayser in dem gras:Nu dar, her rysen, hört ir das?Yr seycz die minner in dem her,Get hin an durch frauwen er,35Und lat der twergen nicht ein bissenUnzerrürt und unzerrissen!Ich schäcz der euwern einen wolGen einem perg der twergen vol.Der ruom die risen machet fro40Und schritten yeso hin aldoGen den twerglin an den streyt.Die hietin ze der selben zeytGelesen auf der staynen vilUnd wurffen all ze einem zil,45Das was in die rysen, secht!53bDo sprach der wütend Reymprecht:Wetter tyefel, wer ist der,Der uns da syert so ferr da her?Wie wirt uns erst gelingend,5So wir hin zuo bas dringend!Das muoss ich doch versuochen so.Hin zuo, ir herren, sprach er do.Des chamen seu bis nâch hin an.Her Gyggenfist, huob einer an10Zuo hern Laureyn, wie gturt irBeleyben und genahen mir?Wäyst du nicht, daz ich vermagAls dem gesind in einem schlagLegen tod bis in die erd?15Des antwürt ym der chünig werd:Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,Ich tröst mich wol der meinen chraft.Wie wol ich sey ein chlayner twerg,Ich wird dir noch ze einem perg20In deinen augen, glaub es mir!Dar zuo wil ich sagen dir:Mich duncht, du seygist ungezogen,Und was du sprichst, das sey gelogen.Das wil ich nu bewären so.25Seyne schlingen luod er doUnd traff den rysen pey der stirn,Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.Golie muost des ligen tod,Das tet seinen gesellen zorn von not,30Die weil ir drey rekenGen in sich wollen streken.** Nicht so, sprach her Hyldprand das,Der ir haubtmans mäyster was.
So schol der haubtman taylen hinYedem man nach rechtem gewin.Ze allen zeiten gehört dar zuo,Daz der haubtman spât und fruo10Sehen schol zuo seinem gesind,Ob er dehäinen chriege vindUnter inn, daz er daz pringZe äynem suon, mit dem geding,Daz der schuldig gepessert sey,15So bleybt daz volke schanden frey.Won chäyn chrieg das land so siert,Dann der zwüchschen freunden gpirt.Do sprach Paggenzan der man:We, wie wench ich rechtens kan!20Iich wayss vil chläine, waz die gschriftSinget, saget oder stift!Des antwürt Strudel do und sprach:Dar umb nempt euch kayn ungemach!Nach ewer gwonhäit halt daz gricht25Und acht vil wench der ander gschrift!Tuot sam euch gewissen ist!Secht, daz ist die beste list!Von Mäczendorff der haubtmanHuob ein andren frag do an:30Sagt mir, was ist ewer rât,Ob mir einr gelihen hatPhärt ald härnesch ze dem streyt,Das verleur ich ze der zeyt,Muoss ich es icht wider geben?35Nayn du, sprach do Strudel eben,Won er wisset vor hin wol,Das der streyt ist scadens vol.Won vier gemochten nie derstreytenSo vil, daz einer hiet ze reyten40Mit got und mit dem rechten.Den nucze hat daz vechten,Dar umb daz rechte sich verficht,Er wolt dirs geben, leyhen nicht,Es sey dann daz er gedinget hab,45Ym sein schäden ze nemen ab.51Laureyn der lag an der lâgUnd tet dem Strudel auch ein frâg:Weyser mäyster, sagt uns an,Wie tuon wir dem gefangen man?5Strudel hiet geantwürt do,Des wolt er Laureynn eren so,Und sprach: Die frâg ist hoher mär,Meinen sinnen gar ze swar.Dar umb so muoss ich suochen10Äyn antwurt an den buochen.Des cham er pey einr weil her umbUnd sprach: Es ist mir noch ze chrumbDo, sam ich derkennen chan.Ich vind daz all gvangen man15Mag man temmen ze der geschicht,Ob man sich für wârs versicht,Daz ir leben schaden tät,Yr verhayssen nicht wär stät,Es war dann, daz in offem streyt20Versichert war des mannes leyb,Der süst ein böswicht nicht enwär,Den schol man lassen ane swär.Daz guot daz hat er doch verlorn,Ym wär dann auch dafür gesworn.25Doch so ist des kaysers recht,Daz sein gevangen äygen chnechtWerden, so er selber vichtNach der alten pücher gericht.Einn hürrensun den schol man vahen,30Wie man mag, und dar zuo gahenUnd würgen ym den drüssel ab,Wie wol man ym verhaissen hab,Mocht er an versichern nichtGevangen werden; ob er spricht:35Halten mir die rechte mein!Dar zuo schol ym geantwurt sein:Wie macht daz recht nu ruffen anUnd hast so oft da wider getan?Dein recht daz ist ein galgenstrik,40Der dich pey deinem hals verschlik!Hie pey mügt es wissen wol,Wie man Lappenhauser scholRichten aus in sölher not,Won ir fröd ist unser tod.45Die frömden schol man lassen gen,Daz ir auch mügt dest bas besten.Her Dyetreich da von Perne51bDer wolt auch horen gerne,Wie es umb die gevangen wär,Den daz leysten daucht ze swär.Do sprach der Strudel ye so drat:5Daz ist nicht die mynste frag.Hie schol man trachten pey,Ob ein man gevangen seyVon bösen leuten umb sein hab.So mag er wol nach rechter sag10Prechen an dem läysten so,Wie vil er hiet verhaissen do.Won niemant von seinr missetätGewinnen schol, das sag ich drat.So ist der sitt in offem streyt,15Ob ein man gevangen leytUnd sich wil derbitten ausHaym ze faren in sein haus,Dar zuo auch versprechen wilSich antwürten ze einem zil,20Daz er vil billeich laysten schol,Er war dann, daz er wissti wol,Daz er des laystens müsse sterbenOder an eim lid verderben,Und hiet ein andrer joch versprochen,25Das schol beleiben ungerochen.Dar nach so chament etleich leutVon Nyssingen in alter heutUnd sprachent zuo dem Strudel do:Wir habent recht, die sprechent so,30Daz alter nicht gepunden istZuo dem streyt dehayner frist.Dar umb wir bitent euch ze stett,Daz ir uns streytens uberhebt.Strudel in die red verwarff.35Die alten sind, der ich bedarff,Sprach er zuo den greysen do,Wär ir vil, das tät mich fro.Ich wäyss wol, das des streytes machtIst nicht allain an leybes craft,40An gemüte, pfärden und an eysen.Der beste tayl leit an den weisen,Die mit einer zunge chläinSchlahent durch die veint gemäyn.Doch so schol man merken das45Von den alten, die vil basDar zuo chumin, dann die jungen,51cVon den andern sey euch gsungen,Daz vor sechzehn jarn ein knabUnd wer ir uber sechzig hab,Ruwen schol ze chrieges zeyt,5Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.Dar zuo wer ym mag gehabenLebentiger fünf knabenPey der e und dannocht so,Ob ir einr tod wer do,10Do man den gemaynen nuczen warbOb er doch mit eren starb.Die frauwen sein auch ausgenomen,Seu wollen dann mit staynen fromen.Kayn siecher schol auch streyten nicht.15*** Das was ein esel, der das spricht,Sprachent do die andern so.Und wie da was gesprochen do,Vil nahent säytent ze der stuond,Lappenhauser wider umb,20Das hielten auch bis morgens fruoPaideu täyl, daz gehort dar zuo.** Doch belibend ane peychtLappenhauser, won der gewichtSeu do nicht verhorren wolt,25Sam er auch nicht hörren scholt.Sech, do sprachens aus eim spott:*** Nu helf uns doch der alt got!Do nu der tag ward erst geporn,Der Leybinger erschiel sein horn.30Das hiet man für daz herhorn do.Des tages warens alle fro.Rüfli dar und SaychinchruogDer Lappenhauser paner truog,Dar an ich wainn daz gemalet war35Mit einem spul ein sneyderschärUud prachent auf von irm gezeltGen der linden auf daz daz veld,Da sey da wolten streyten.** In den selben zeyten40Der mäger zuo dem here sprach:Wol mir, daz ich ie gesachEin her so schon mit ganczer mügendIn so wunnecleicher jugent,Sam es seit. Des macht euch fro45Und haltend euch noch heut also,Daz wir gewinnen er und guot,Daz ein freyer harsch wol tuot,Wil er legen seinen sinAuf er und guot und auf gewin.51dDar umb gepeut ich pey dem haubt(Saylich sey, der mir es gelaubt!)Allen rittern und auch knechten,Daz seu sich stellen heut ze vechten5Ritterleich an alles fliehen.Dar zuo schol auch kayner ziehenFür den andern an mein wort,Und schüff er joch einn grossen hordUnserm her, daz hulff in nicht,10Ich tät ym sam einm hürrenwicht.Gunterfay, nu schlag dar an,So fröwt sich ross mit sampt dem man.Yeder schre also: Ich swerrUber seu, herr, und uber seu, herr!15*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,Dar umb er lauffen muost die strass.Die weil cham auch her FülizanMit seinem paner, da stuond anEin stok auf einem amboss20Mit einem schindmesser bloss.Strudel der was nicht der böst,Er hiet sein gesinde auch getröst.Er zoch hin gen der linden,Der mayger liess sich vinden,25Die veinde warent nahent,Daz seu enander sahent.Kayser Lechspiss was ein gesell.Wer nu ze ritter werden well,Sprach er do zuo seinem gesind,30Der mach sich für her so geswind!Des cham da her, sam aus eim traum,Perchtold von dem Kerssenpaum,Ein edelman und fechper gar.Dar nach so cham geritten dar35Chuoni von StochachUnd der Tyrawätsch hin nach;Häym von GreczingenCham auch zuo denen dingen.Des zoch der kayser aus sein swert40Und sprach: Ir seyts der eren werd.Er schluog seu mit der chling entwerchsUnd ward in singend disen vers:Hie besser ritter, danne knecht!Die andern sprachent: Daz ist recht.45Doch scholt es nicht reiten anVor den frömden, sprach der man.Des hiet man in geschenchet do52Swert und hentschuchgürtlen so,Dar zuo guldin rittersporn.Da was es hie und dort verlorn.** Des wart er ruoffent ze der vart,5Die frauwen sein vil rayn und zart,Dar umb man sey auch eren schol.*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wolUnd macht euch an den ersten streytMit ewern tochtren, des ist zeit.10Halt euch sam die zieren fiessen!Lasst euch schiessens nicht verdriessen!Fro Hächel was ir eren fro.Wie schier sey macht sich fürher do!Den andern sprang sey allen vor15Auf einem wolf vil hoch embor,Die tochtren alle her mit ir.Zuo den veinten hietens girUnd schüssen mit den pursten darAus den fingern gen der schar.20Strudel in den selben sachenLiess von seinem rittermachenUnd ruofft der twergen herren an:Wie wol ich euch der eren gan!Daz die deupin und ir gesinder25Geligin nider sam die rinder!Her Laurein macht sich gen der mitTrostleich gar, daz was sein sitt.Den seinen mannen ward vil gach,Yrem chüng ze ziehenn nach,30Yeder mit seinr schlingen gswindZe werfen in das frauwen gesind.** Die pfeyffer und die farnden leutWaren sicher an der heut*** Und huoben sich ze samen so35An ein ort mit fröden do,Seu bliesend dreyn und schluogend dran,Bis der streyt ein end gewan.Die paner gen enander zügend,Die weyber fluogend, die twerge stubend40Auff gayssen und auf rehen.Wer scholt den andern flehen?Es was do flüchens, scheltens zeit,Also geleichert was der streyt.Des tet auch Hächel so und sprach:52bHe, her Nürggel unterm tach,Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.Von mir so müst ir leyden peyn.Her Laureins muot was ob der erd.5Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,Daz ich mit dir nu klaffen well.Wer dich, ald du must in dhell!Da mit er werffen ser began,Er und alle seine man,10Die häxen mit irn schossenWarend unverdrossen.Des ward des bolens also vil,Sam ich es euch nu sagen wil,Daz es so an der selben vart15Der tag von pfeyllern tunkel wart.Die pürste traffend mangen twerg,Daz er hin vallen muost zuor erd.Seu warend spiczig und so geswind,Daz manger ward ann augen plind.20Vil oft ein man cham umb sein augenUnd umb den hals, daz schult es glauben,Won die pfeyl ze der geschichtHietens vornen all vergift.Herrn Laureyn ward ein bott gesant,25Daz ym geswal die tengge hand.Der häxen vil und dannocht merGeworffen wurden also ser,Daz vil mangeu in der notWard geleczet auf den tod.30Der streyt in payden herte leyt,Dar zuo so reyt zder selben zeitEin wilder man mit mangem stossDurch seu auf einem hyerssen grossMit seinem cholben ungetan35Und schlecht das weyb mit sampt dem man,Mangen auf den tod ze stuond.Er warff ir vil in seinen schlund,Er hiet zwen zan so lang und räss,Daz er vil mangen ztod erbäyss,40Und wol die streyter all gemäynNider legen so alläyn,** Won er gedacht in seinem sin:Ir vechten daz ist mein gewin,Daz seu unter enander tuond.45Laureyn auch den schalch verstuondUnd fro Hächel trun da mit.52cDes tatens nach der weysen sittUnd liessend von irm fürsaczNür dem wilden man ze draczUnd auch ze schaden und ze râch.5*** Auf in ward in allen gâchMit werffen und mit schiessen,Das liess seu nicht verdriessen.Des ward er in doch gar zbehendZe reyten durch ir payder wend10Mit schlahen und mit lauffen,Mit stechen und mit rauffen.Er schluog die unholdenMit seinem eysencholben,Daz seu auf die erde schier15Vielend hin ye vier und vier.Der hyerss auch mit den hulnern seinSchuoff den veinten mangen peyn.Er zucht die chlaynen twergeVil hoch auf von der erde20Und schlürpfecz durch, er stach in seu,Des vielen hin ye dreu und dreu.Das was ein wildes geferte,Es lag in trauwen herte,Und warind sein vil wench genesen,25Wär ein chuner twerg nit gewesen,Der was so snell und dar zuo chläyn.Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,Den zagel begräyff er pey der hand,Er was her Äschenzelt genant,30Und huob mit gewalt den läuffer so,das er beleyben muosst aldo.Und stach dem hierssen in den pauch,Das er auf den füssen gelag.35Der wilde held viel uber ab,Da mit die häxen alle hie,Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,Daz er do sam ein lämbel gsassUnd seines lebens da vergäss.40Diss was doch dannocht nicht an nôt,Maniger viel sich uber in ztod,Dar zuo ward ir auch vil verlornAn des toten hyerssen horn.Do nu dis ding also vergieng,45Ein neuwer streyt sich ane viengZwüschen häxen und den twergen,52dDes muost ir dannecht vil verderben.We, was pluocz do ward vergossenVon den gstaynen und den gschossen!Und do der strâlen nicht mer was,5Des liessens lauffen dester basAuf die gfügen leute doUnd stiessen mangen nider soMit wolfen und auch gayssenVon magren und auch fäyssen,10Die sprungen auf bis an die luftUnd vielend auf die armen chruftAlso gefüg und also leisGeleich in eines falchen weis,Der die vogel mit der prust15Stosst und von enander must.Die twerge sprangten auch ir bökUnd stiessens nider sam die stök,Die häxen mägten sich zer erd,Ir phärde uber Höperg20Flugend hin ze aller vart,Wan ir äynes ledig wart.Do dicz her Laureyn so dersach,Wie schier er zuo den seinen sprach:Stet ze füss ab, des ist not,25Und stecht der hürren phärt ze tod!Dar nach so yeder schlach die weyb,Wil er behalten seinen leyb!We, wie schier ward volleprachtDes ym Laureyn hiet gedacht!30Doch was fro Hächeln wolff alsoBezaubert, daz man in nicht doNoch sey dar zuo mit kayner sachVersneyden mocht, dar umb geschachHern Laureyn dannocht häyss genuog,35Sey lieff in an so ungefuog,Daz er sich viel vil oft da nider.Des hulfend ym die andern wider,Anders er wär gar verlorn.Die schand tet dem fürsten zorn40Und begrayff des paners sper,Er hielt es gen fro Hächlen herUnd derräycht sey an der prüst.Secht, daz was umb gar umb süst.Niemant sey gevellen macht,45Das hiet sey mit irm zaubren gschaft.53Des schluog sey ab dem man sein sperUnd macht sich zuo ym nider her,Sey speybt ym an die wangen seynSo sere pey der treuwe mein,5Daz ym blatren wuochsen aufGrosser, dann ein sneggenhaus.Des gab der wolff von ym ein taunstAus dem mund recht sam ein prunst.Wenn er gen dem herczen schluog,10Der muosst sich plagen sam ein chruog.Das pracht vil mangen umb den hals.Dar nach, das irs wissind als,Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,Und fuort ein necz in seiner hand,15Er macht sich hintnan an daz weibUnd warff daz necz umb iren leybUnd umb den wolff, ich wäyss nit wie.Des warend do die andren hieUnd wurgtens päydeu in irm pluot,20Sam man noch den füchsen tuot.Da mit dis auf und an hin wider,Der häxen paner gie da nider,Ein ungluk daz ander reyt.Helfend, jo won es ist zeit,25Schreuwend die unholden soGen der Lindentolden do.Wir sein verlorn und vertriben,Das unser wenig ist beliben.Gefothen was do, das man wuot30Bis an die versinn in dem pluot.Do ruoft der kayser in dem gras:Nu dar, her rysen, hört ir das?Yr seycz die minner in dem her,Get hin an durch frauwen er,35Und lat der twergen nicht ein bissenUnzerrürt und unzerrissen!Ich schäcz der euwern einen wolGen einem perg der twergen vol.Der ruom die risen machet fro40Und schritten yeso hin aldoGen den twerglin an den streyt.Die hietin ze der selben zeytGelesen auf der staynen vilUnd wurffen all ze einem zil,45Das was in die rysen, secht!53bDo sprach der wütend Reymprecht:Wetter tyefel, wer ist der,Der uns da syert so ferr da her?Wie wirt uns erst gelingend,5So wir hin zuo bas dringend!Das muoss ich doch versuochen so.Hin zuo, ir herren, sprach er do.Des chamen seu bis nâch hin an.Her Gyggenfist, huob einer an10Zuo hern Laureyn, wie gturt irBeleyben und genahen mir?Wäyst du nicht, daz ich vermagAls dem gesind in einem schlagLegen tod bis in die erd?15Des antwürt ym der chünig werd:Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,Ich tröst mich wol der meinen chraft.Wie wol ich sey ein chlayner twerg,Ich wird dir noch ze einem perg20In deinen augen, glaub es mir!Dar zuo wil ich sagen dir:Mich duncht, du seygist ungezogen,Und was du sprichst, das sey gelogen.Das wil ich nu bewären so.25Seyne schlingen luod er doUnd traff den rysen pey der stirn,Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.Golie muost des ligen tod,Das tet seinen gesellen zorn von not,30Die weil ir drey rekenGen in sich wollen streken.** Nicht so, sprach her Hyldprand das,Der ir haubtmans mäyster was.
So schol der haubtman taylen hinYedem man nach rechtem gewin.Ze allen zeiten gehört dar zuo,Daz der haubtman spât und fruo10Sehen schol zuo seinem gesind,Ob er dehäinen chriege vindUnter inn, daz er daz pringZe äynem suon, mit dem geding,Daz der schuldig gepessert sey,15So bleybt daz volke schanden frey.Won chäyn chrieg das land so siert,Dann der zwüchschen freunden gpirt.Do sprach Paggenzan der man:We, wie wench ich rechtens kan!20Iich wayss vil chläine, waz die gschriftSinget, saget oder stift!Des antwürt Strudel do und sprach:Dar umb nempt euch kayn ungemach!Nach ewer gwonhäit halt daz gricht25Und acht vil wench der ander gschrift!Tuot sam euch gewissen ist!Secht, daz ist die beste list!Von Mäczendorff der haubtmanHuob ein andren frag do an:30Sagt mir, was ist ewer rât,Ob mir einr gelihen hatPhärt ald härnesch ze dem streyt,Das verleur ich ze der zeyt,Muoss ich es icht wider geben?35Nayn du, sprach do Strudel eben,Won er wisset vor hin wol,Das der streyt ist scadens vol.Won vier gemochten nie derstreytenSo vil, daz einer hiet ze reyten40Mit got und mit dem rechten.Den nucze hat daz vechten,Dar umb daz rechte sich verficht,Er wolt dirs geben, leyhen nicht,Es sey dann daz er gedinget hab,45Ym sein schäden ze nemen ab.51Laureyn der lag an der lâgUnd tet dem Strudel auch ein frâg:Weyser mäyster, sagt uns an,Wie tuon wir dem gefangen man?5Strudel hiet geantwürt do,Des wolt er Laureynn eren so,Und sprach: Die frâg ist hoher mär,Meinen sinnen gar ze swar.Dar umb so muoss ich suochen10Äyn antwurt an den buochen.Des cham er pey einr weil her umbUnd sprach: Es ist mir noch ze chrumbDo, sam ich derkennen chan.Ich vind daz all gvangen man15Mag man temmen ze der geschicht,Ob man sich für wârs versicht,Daz ir leben schaden tät,Yr verhayssen nicht wär stät,Es war dann, daz in offem streyt20Versichert war des mannes leyb,Der süst ein böswicht nicht enwär,Den schol man lassen ane swär.Daz guot daz hat er doch verlorn,Ym wär dann auch dafür gesworn.25Doch so ist des kaysers recht,Daz sein gevangen äygen chnechtWerden, so er selber vichtNach der alten pücher gericht.Einn hürrensun den schol man vahen,30Wie man mag, und dar zuo gahenUnd würgen ym den drüssel ab,Wie wol man ym verhaissen hab,Mocht er an versichern nichtGevangen werden; ob er spricht:35Halten mir die rechte mein!Dar zuo schol ym geantwurt sein:Wie macht daz recht nu ruffen anUnd hast so oft da wider getan?Dein recht daz ist ein galgenstrik,40Der dich pey deinem hals verschlik!Hie pey mügt es wissen wol,Wie man Lappenhauser scholRichten aus in sölher not,Won ir fröd ist unser tod.45Die frömden schol man lassen gen,Daz ir auch mügt dest bas besten.Her Dyetreich da von Perne51bDer wolt auch horen gerne,Wie es umb die gevangen wär,Den daz leysten daucht ze swär.Do sprach der Strudel ye so drat:5Daz ist nicht die mynste frag.Hie schol man trachten pey,Ob ein man gevangen seyVon bösen leuten umb sein hab.So mag er wol nach rechter sag10Prechen an dem läysten so,Wie vil er hiet verhaissen do.Won niemant von seinr missetätGewinnen schol, das sag ich drat.So ist der sitt in offem streyt,15Ob ein man gevangen leytUnd sich wil derbitten ausHaym ze faren in sein haus,Dar zuo auch versprechen wilSich antwürten ze einem zil,20Daz er vil billeich laysten schol,Er war dann, daz er wissti wol,Daz er des laystens müsse sterbenOder an eim lid verderben,Und hiet ein andrer joch versprochen,25Das schol beleiben ungerochen.Dar nach so chament etleich leutVon Nyssingen in alter heutUnd sprachent zuo dem Strudel do:Wir habent recht, die sprechent so,30Daz alter nicht gepunden istZuo dem streyt dehayner frist.Dar umb wir bitent euch ze stett,Daz ir uns streytens uberhebt.Strudel in die red verwarff.35Die alten sind, der ich bedarff,Sprach er zuo den greysen do,Wär ir vil, das tät mich fro.Ich wäyss wol, das des streytes machtIst nicht allain an leybes craft,40An gemüte, pfärden und an eysen.Der beste tayl leit an den weisen,Die mit einer zunge chläinSchlahent durch die veint gemäyn.Doch so schol man merken das45Von den alten, die vil basDar zuo chumin, dann die jungen,51cVon den andern sey euch gsungen,Daz vor sechzehn jarn ein knabUnd wer ir uber sechzig hab,Ruwen schol ze chrieges zeyt,5Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.Dar zuo wer ym mag gehabenLebentiger fünf knabenPey der e und dannocht so,Ob ir einr tod wer do,10Do man den gemaynen nuczen warbOb er doch mit eren starb.Die frauwen sein auch ausgenomen,Seu wollen dann mit staynen fromen.Kayn siecher schol auch streyten nicht.15*** Das was ein esel, der das spricht,Sprachent do die andern so.Und wie da was gesprochen do,Vil nahent säytent ze der stuond,Lappenhauser wider umb,20Das hielten auch bis morgens fruoPaideu täyl, daz gehort dar zuo.** Doch belibend ane peychtLappenhauser, won der gewichtSeu do nicht verhorren wolt,25Sam er auch nicht hörren scholt.Sech, do sprachens aus eim spott:*** Nu helf uns doch der alt got!Do nu der tag ward erst geporn,Der Leybinger erschiel sein horn.30Das hiet man für daz herhorn do.Des tages warens alle fro.Rüfli dar und SaychinchruogDer Lappenhauser paner truog,Dar an ich wainn daz gemalet war35Mit einem spul ein sneyderschärUud prachent auf von irm gezeltGen der linden auf daz daz veld,Da sey da wolten streyten.** In den selben zeyten40Der mäger zuo dem here sprach:Wol mir, daz ich ie gesachEin her so schon mit ganczer mügendIn so wunnecleicher jugent,Sam es seit. Des macht euch fro45Und haltend euch noch heut also,Daz wir gewinnen er und guot,Daz ein freyer harsch wol tuot,Wil er legen seinen sinAuf er und guot und auf gewin.51dDar umb gepeut ich pey dem haubt(Saylich sey, der mir es gelaubt!)Allen rittern und auch knechten,Daz seu sich stellen heut ze vechten5Ritterleich an alles fliehen.Dar zuo schol auch kayner ziehenFür den andern an mein wort,Und schüff er joch einn grossen hordUnserm her, daz hulff in nicht,10Ich tät ym sam einm hürrenwicht.Gunterfay, nu schlag dar an,So fröwt sich ross mit sampt dem man.Yeder schre also: Ich swerrUber seu, herr, und uber seu, herr!15*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,Dar umb er lauffen muost die strass.Die weil cham auch her FülizanMit seinem paner, da stuond anEin stok auf einem amboss20Mit einem schindmesser bloss.Strudel der was nicht der böst,Er hiet sein gesinde auch getröst.Er zoch hin gen der linden,Der mayger liess sich vinden,25Die veinde warent nahent,Daz seu enander sahent.Kayser Lechspiss was ein gesell.Wer nu ze ritter werden well,Sprach er do zuo seinem gesind,30Der mach sich für her so geswind!Des cham da her, sam aus eim traum,Perchtold von dem Kerssenpaum,Ein edelman und fechper gar.Dar nach so cham geritten dar35Chuoni von StochachUnd der Tyrawätsch hin nach;Häym von GreczingenCham auch zuo denen dingen.Des zoch der kayser aus sein swert40Und sprach: Ir seyts der eren werd.Er schluog seu mit der chling entwerchsUnd ward in singend disen vers:Hie besser ritter, danne knecht!Die andern sprachent: Daz ist recht.45Doch scholt es nicht reiten anVor den frömden, sprach der man.Des hiet man in geschenchet do52Swert und hentschuchgürtlen so,Dar zuo guldin rittersporn.Da was es hie und dort verlorn.** Des wart er ruoffent ze der vart,5Die frauwen sein vil rayn und zart,Dar umb man sey auch eren schol.*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wolUnd macht euch an den ersten streytMit ewern tochtren, des ist zeit.10Halt euch sam die zieren fiessen!Lasst euch schiessens nicht verdriessen!Fro Hächel was ir eren fro.Wie schier sey macht sich fürher do!Den andern sprang sey allen vor15Auf einem wolf vil hoch embor,Die tochtren alle her mit ir.Zuo den veinten hietens girUnd schüssen mit den pursten darAus den fingern gen der schar.20Strudel in den selben sachenLiess von seinem rittermachenUnd ruofft der twergen herren an:Wie wol ich euch der eren gan!Daz die deupin und ir gesinder25Geligin nider sam die rinder!Her Laurein macht sich gen der mitTrostleich gar, daz was sein sitt.Den seinen mannen ward vil gach,Yrem chüng ze ziehenn nach,30Yeder mit seinr schlingen gswindZe werfen in das frauwen gesind.** Die pfeyffer und die farnden leutWaren sicher an der heut*** Und huoben sich ze samen so35An ein ort mit fröden do,Seu bliesend dreyn und schluogend dran,Bis der streyt ein end gewan.Die paner gen enander zügend,Die weyber fluogend, die twerge stubend40Auff gayssen und auf rehen.Wer scholt den andern flehen?Es was do flüchens, scheltens zeit,Also geleichert was der streyt.Des tet auch Hächel so und sprach:52bHe, her Nürggel unterm tach,Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.Von mir so müst ir leyden peyn.Her Laureins muot was ob der erd.5Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,Daz ich mit dir nu klaffen well.Wer dich, ald du must in dhell!Da mit er werffen ser began,Er und alle seine man,10Die häxen mit irn schossenWarend unverdrossen.Des ward des bolens also vil,Sam ich es euch nu sagen wil,Daz es so an der selben vart15Der tag von pfeyllern tunkel wart.Die pürste traffend mangen twerg,Daz er hin vallen muost zuor erd.Seu warend spiczig und so geswind,Daz manger ward ann augen plind.20Vil oft ein man cham umb sein augenUnd umb den hals, daz schult es glauben,Won die pfeyl ze der geschichtHietens vornen all vergift.Herrn Laureyn ward ein bott gesant,25Daz ym geswal die tengge hand.Der häxen vil und dannocht merGeworffen wurden also ser,Daz vil mangeu in der notWard geleczet auf den tod.30Der streyt in payden herte leyt,Dar zuo so reyt zder selben zeitEin wilder man mit mangem stossDurch seu auf einem hyerssen grossMit seinem cholben ungetan35Und schlecht das weyb mit sampt dem man,Mangen auf den tod ze stuond.Er warff ir vil in seinen schlund,Er hiet zwen zan so lang und räss,Daz er vil mangen ztod erbäyss,40Und wol die streyter all gemäynNider legen so alläyn,** Won er gedacht in seinem sin:Ir vechten daz ist mein gewin,Daz seu unter enander tuond.45Laureyn auch den schalch verstuondUnd fro Hächel trun da mit.52cDes tatens nach der weysen sittUnd liessend von irm fürsaczNür dem wilden man ze draczUnd auch ze schaden und ze râch.5*** Auf in ward in allen gâchMit werffen und mit schiessen,Das liess seu nicht verdriessen.Des ward er in doch gar zbehendZe reyten durch ir payder wend10Mit schlahen und mit lauffen,Mit stechen und mit rauffen.Er schluog die unholdenMit seinem eysencholben,Daz seu auf die erde schier15Vielend hin ye vier und vier.Der hyerss auch mit den hulnern seinSchuoff den veinten mangen peyn.Er zucht die chlaynen twergeVil hoch auf von der erde20Und schlürpfecz durch, er stach in seu,Des vielen hin ye dreu und dreu.Das was ein wildes geferte,Es lag in trauwen herte,Und warind sein vil wench genesen,25Wär ein chuner twerg nit gewesen,Der was so snell und dar zuo chläyn.Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,Den zagel begräyff er pey der hand,Er was her Äschenzelt genant,30Und huob mit gewalt den läuffer so,das er beleyben muosst aldo.Und stach dem hierssen in den pauch,Das er auf den füssen gelag.35Der wilde held viel uber ab,Da mit die häxen alle hie,Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,Daz er do sam ein lämbel gsassUnd seines lebens da vergäss.40Diss was doch dannocht nicht an nôt,Maniger viel sich uber in ztod,Dar zuo ward ir auch vil verlornAn des toten hyerssen horn.Do nu dis ding also vergieng,45Ein neuwer streyt sich ane viengZwüschen häxen und den twergen,52dDes muost ir dannecht vil verderben.We, was pluocz do ward vergossenVon den gstaynen und den gschossen!Und do der strâlen nicht mer was,5Des liessens lauffen dester basAuf die gfügen leute doUnd stiessen mangen nider soMit wolfen und auch gayssenVon magren und auch fäyssen,10Die sprungen auf bis an die luftUnd vielend auf die armen chruftAlso gefüg und also leisGeleich in eines falchen weis,Der die vogel mit der prust15Stosst und von enander must.Die twerge sprangten auch ir bökUnd stiessens nider sam die stök,Die häxen mägten sich zer erd,Ir phärde uber Höperg20Flugend hin ze aller vart,Wan ir äynes ledig wart.Do dicz her Laureyn so dersach,Wie schier er zuo den seinen sprach:Stet ze füss ab, des ist not,25Und stecht der hürren phärt ze tod!Dar nach so yeder schlach die weyb,Wil er behalten seinen leyb!We, wie schier ward volleprachtDes ym Laureyn hiet gedacht!30Doch was fro Hächeln wolff alsoBezaubert, daz man in nicht doNoch sey dar zuo mit kayner sachVersneyden mocht, dar umb geschachHern Laureyn dannocht häyss genuog,35Sey lieff in an so ungefuog,Daz er sich viel vil oft da nider.Des hulfend ym die andern wider,Anders er wär gar verlorn.Die schand tet dem fürsten zorn40Und begrayff des paners sper,Er hielt es gen fro Hächlen herUnd derräycht sey an der prüst.Secht, daz was umb gar umb süst.Niemant sey gevellen macht,45Das hiet sey mit irm zaubren gschaft.53Des schluog sey ab dem man sein sperUnd macht sich zuo ym nider her,Sey speybt ym an die wangen seynSo sere pey der treuwe mein,5Daz ym blatren wuochsen aufGrosser, dann ein sneggenhaus.Des gab der wolff von ym ein taunstAus dem mund recht sam ein prunst.Wenn er gen dem herczen schluog,10Der muosst sich plagen sam ein chruog.Das pracht vil mangen umb den hals.Dar nach, das irs wissind als,Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,Und fuort ein necz in seiner hand,15Er macht sich hintnan an daz weibUnd warff daz necz umb iren leybUnd umb den wolff, ich wäyss nit wie.Des warend do die andren hieUnd wurgtens päydeu in irm pluot,20Sam man noch den füchsen tuot.Da mit dis auf und an hin wider,Der häxen paner gie da nider,Ein ungluk daz ander reyt.Helfend, jo won es ist zeit,25Schreuwend die unholden soGen der Lindentolden do.Wir sein verlorn und vertriben,Das unser wenig ist beliben.Gefothen was do, das man wuot30Bis an die versinn in dem pluot.Do ruoft der kayser in dem gras:Nu dar, her rysen, hört ir das?Yr seycz die minner in dem her,Get hin an durch frauwen er,35Und lat der twergen nicht ein bissenUnzerrürt und unzerrissen!Ich schäcz der euwern einen wolGen einem perg der twergen vol.Der ruom die risen machet fro40Und schritten yeso hin aldoGen den twerglin an den streyt.Die hietin ze der selben zeytGelesen auf der staynen vilUnd wurffen all ze einem zil,45Das was in die rysen, secht!53bDo sprach der wütend Reymprecht:Wetter tyefel, wer ist der,Der uns da syert so ferr da her?Wie wirt uns erst gelingend,5So wir hin zuo bas dringend!Das muoss ich doch versuochen so.Hin zuo, ir herren, sprach er do.Des chamen seu bis nâch hin an.Her Gyggenfist, huob einer an10Zuo hern Laureyn, wie gturt irBeleyben und genahen mir?Wäyst du nicht, daz ich vermagAls dem gesind in einem schlagLegen tod bis in die erd?15Des antwürt ym der chünig werd:Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,Ich tröst mich wol der meinen chraft.Wie wol ich sey ein chlayner twerg,Ich wird dir noch ze einem perg20In deinen augen, glaub es mir!Dar zuo wil ich sagen dir:Mich duncht, du seygist ungezogen,Und was du sprichst, das sey gelogen.Das wil ich nu bewären so.25Seyne schlingen luod er doUnd traff den rysen pey der stirn,Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.Golie muost des ligen tod,Das tet seinen gesellen zorn von not,30Die weil ir drey rekenGen in sich wollen streken.** Nicht so, sprach her Hyldprand das,Der ir haubtmans mäyster was.
So schol der haubtman taylen hin
Yedem man nach rechtem gewin.
Ze allen zeiten gehört dar zuo,
Daz der haubtman spât und fruo10
Sehen schol zuo seinem gesind,
Ob er dehäinen chriege vind
Unter inn, daz er daz pring
Ze äynem suon, mit dem geding,
Daz der schuldig gepessert sey,15
So bleybt daz volke schanden frey.
Won chäyn chrieg das land so siert,
Dann der zwüchschen freunden gpirt.
Do sprach Paggenzan der man:
We, wie wench ich rechtens kan!20
Iich wayss vil chläine, waz die gschrift
Singet, saget oder stift!
Des antwürt Strudel do und sprach:
Dar umb nempt euch kayn ungemach!
Nach ewer gwonhäit halt daz gricht25
Und acht vil wench der ander gschrift!
Tuot sam euch gewissen ist!
Secht, daz ist die beste list!
Von Mäczendorff der haubtman
Huob ein andren frag do an:30
Sagt mir, was ist ewer rât,
Ob mir einr gelihen hat
Phärt ald härnesch ze dem streyt,
Das verleur ich ze der zeyt,
Muoss ich es icht wider geben?35
Nayn du, sprach do Strudel eben,
Won er wisset vor hin wol,
Das der streyt ist scadens vol.
Won vier gemochten nie derstreyten
So vil, daz einer hiet ze reyten40
Mit got und mit dem rechten.
Den nucze hat daz vechten,
Dar umb daz rechte sich verficht,
Er wolt dirs geben, leyhen nicht,
Es sey dann daz er gedinget hab,45
Ym sein schäden ze nemen ab.51
Laureyn der lag an der lâg
Und tet dem Strudel auch ein frâg:
Weyser mäyster, sagt uns an,
Wie tuon wir dem gefangen man?5
Strudel hiet geantwürt do,
Des wolt er Laureynn eren so,
Und sprach: Die frâg ist hoher mär,
Meinen sinnen gar ze swar.
Dar umb so muoss ich suochen10
Äyn antwurt an den buochen.
Des cham er pey einr weil her umb
Und sprach: Es ist mir noch ze chrumb
Do, sam ich derkennen chan.
Ich vind daz all gvangen man15
Mag man temmen ze der geschicht,
Ob man sich für wârs versicht,
Daz ir leben schaden tät,
Yr verhayssen nicht wär stät,
Es war dann, daz in offem streyt20
Versichert war des mannes leyb,
Der süst ein böswicht nicht enwär,
Den schol man lassen ane swär.
Daz guot daz hat er doch verlorn,
Ym wär dann auch dafür gesworn.25
Doch so ist des kaysers recht,
Daz sein gevangen äygen chnecht
Werden, so er selber vicht
Nach der alten pücher gericht.
Einn hürrensun den schol man vahen,30
Wie man mag, und dar zuo gahen
Und würgen ym den drüssel ab,
Wie wol man ym verhaissen hab,
Mocht er an versichern nicht
Gevangen werden; ob er spricht:35
Halten mir die rechte mein!
Dar zuo schol ym geantwurt sein:
Wie macht daz recht nu ruffen an
Und hast so oft da wider getan?
Dein recht daz ist ein galgenstrik,40
Der dich pey deinem hals verschlik!
Hie pey mügt es wissen wol,
Wie man Lappenhauser schol
Richten aus in sölher not,
Won ir fröd ist unser tod.45
Die frömden schol man lassen gen,
Daz ir auch mügt dest bas besten.
Her Dyetreich da von Perne51b
Der wolt auch horen gerne,
Wie es umb die gevangen wär,
Den daz leysten daucht ze swär.
Do sprach der Strudel ye so drat:5
Daz ist nicht die mynste frag.
Hie schol man trachten pey,
Ob ein man gevangen sey
Von bösen leuten umb sein hab.
So mag er wol nach rechter sag10
Prechen an dem läysten so,
Wie vil er hiet verhaissen do.
Won niemant von seinr missetät
Gewinnen schol, das sag ich drat.
So ist der sitt in offem streyt,15
Ob ein man gevangen leyt
Und sich wil derbitten aus
Haym ze faren in sein haus,
Dar zuo auch versprechen wil
Sich antwürten ze einem zil,20
Daz er vil billeich laysten schol,
Er war dann, daz er wissti wol,
Daz er des laystens müsse sterben
Oder an eim lid verderben,
Und hiet ein andrer joch versprochen,25
Das schol beleiben ungerochen.
Dar nach so chament etleich leut
Von Nyssingen in alter heut
Und sprachent zuo dem Strudel do:
Wir habent recht, die sprechent so,30
Daz alter nicht gepunden ist
Zuo dem streyt dehayner frist.
Dar umb wir bitent euch ze stett,
Daz ir uns streytens uberhebt.
Strudel in die red verwarff.35
Die alten sind, der ich bedarff,
Sprach er zuo den greysen do,
Wär ir vil, das tät mich fro.
Ich wäyss wol, das des streytes macht
Ist nicht allain an leybes craft,40
An gemüte, pfärden und an eysen.
Der beste tayl leit an den weisen,
Die mit einer zunge chläin
Schlahent durch die veint gemäyn.
Doch so schol man merken das45
Von den alten, die vil bas
Dar zuo chumin, dann die jungen,51c
Von den andern sey euch gsungen,
Daz vor sechzehn jarn ein knab
Und wer ir uber sechzig hab,
Ruwen schol ze chrieges zeyt,5
Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.
Dar zuo wer ym mag gehaben
Lebentiger fünf knaben
Pey der e und dannocht so,
Ob ir einr tod wer do,10
Do man den gemaynen nuczen warb
Ob er doch mit eren starb.
Die frauwen sein auch ausgenomen,
Seu wollen dann mit staynen fromen.
Kayn siecher schol auch streyten nicht.15
*** Das was ein esel, der das spricht,
Sprachent do die andern so.
Und wie da was gesprochen do,
Vil nahent säytent ze der stuond,
Lappenhauser wider umb,20
Das hielten auch bis morgens fruo
Paideu täyl, daz gehort dar zuo.
** Doch belibend ane peycht
Lappenhauser, won der gewicht
Seu do nicht verhorren wolt,25
Sam er auch nicht hörren scholt.
Sech, do sprachens aus eim spott:
*** Nu helf uns doch der alt got!
Do nu der tag ward erst geporn,
Der Leybinger erschiel sein horn.30
Das hiet man für daz herhorn do.
Des tages warens alle fro.
Rüfli dar und Saychinchruog
Der Lappenhauser paner truog,
Dar an ich wainn daz gemalet war35
Mit einem spul ein sneyderschär
Uud prachent auf von irm gezelt
Gen der linden auf daz daz veld,
Da sey da wolten streyten.
** In den selben zeyten40
Der mäger zuo dem here sprach:
Wol mir, daz ich ie gesach
Ein her so schon mit ganczer mügend
In so wunnecleicher jugent,
Sam es seit. Des macht euch fro45
Und haltend euch noch heut also,
Daz wir gewinnen er und guot,
Daz ein freyer harsch wol tuot,
Wil er legen seinen sin
Auf er und guot und auf gewin.51d
Dar umb gepeut ich pey dem haubt
(Saylich sey, der mir es gelaubt!)
Allen rittern und auch knechten,
Daz seu sich stellen heut ze vechten5
Ritterleich an alles fliehen.
Dar zuo schol auch kayner ziehen
Für den andern an mein wort,
Und schüff er joch einn grossen hord
Unserm her, daz hulff in nicht,10
Ich tät ym sam einm hürrenwicht.
Gunterfay, nu schlag dar an,
So fröwt sich ross mit sampt dem man.
Yeder schre also: Ich swerr
Uber seu, herr, und uber seu, herr!15
*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,
Dar umb er lauffen muost die strass.
Die weil cham auch her Fülizan
Mit seinem paner, da stuond an
Ein stok auf einem amboss20
Mit einem schindmesser bloss.
Strudel der was nicht der böst,
Er hiet sein gesinde auch getröst.
Er zoch hin gen der linden,
Der mayger liess sich vinden,25
Die veinde warent nahent,
Daz seu enander sahent.
Kayser Lechspiss was ein gesell.
Wer nu ze ritter werden well,
Sprach er do zuo seinem gesind,30
Der mach sich für her so geswind!
Des cham da her, sam aus eim traum,
Perchtold von dem Kerssenpaum,
Ein edelman und fechper gar.
Dar nach so cham geritten dar35
Chuoni von Stochach
Und der Tyrawätsch hin nach;
Häym von Greczingen
Cham auch zuo denen dingen.
Des zoch der kayser aus sein swert40
Und sprach: Ir seyts der eren werd.
Er schluog seu mit der chling entwerchs
Und ward in singend disen vers:
Hie besser ritter, danne knecht!
Die andern sprachent: Daz ist recht.45
Doch scholt es nicht reiten an
Vor den frömden, sprach der man.
Des hiet man in geschenchet do52
Swert und hentschuchgürtlen so,
Dar zuo guldin rittersporn.
Da was es hie und dort verlorn.
** Des wart er ruoffent ze der vart,5
Die frauwen sein vil rayn und zart,
Dar umb man sey auch eren schol.
*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wol
Und macht euch an den ersten streyt
Mit ewern tochtren, des ist zeit.10
Halt euch sam die zieren fiessen!
Lasst euch schiessens nicht verdriessen!
Fro Hächel was ir eren fro.
Wie schier sey macht sich fürher do!
Den andern sprang sey allen vor15
Auf einem wolf vil hoch embor,
Die tochtren alle her mit ir.
Zuo den veinten hietens gir
Und schüssen mit den pursten dar
Aus den fingern gen der schar.20
Strudel in den selben sachen
Liess von seinem rittermachen
Und ruofft der twergen herren an:
Wie wol ich euch der eren gan!
Daz die deupin und ir gesinder25
Geligin nider sam die rinder!
Her Laurein macht sich gen der mit
Trostleich gar, daz was sein sitt.
Den seinen mannen ward vil gach,
Yrem chüng ze ziehenn nach,30
Yeder mit seinr schlingen gswind
Ze werfen in das frauwen gesind.
** Die pfeyffer und die farnden leut
Waren sicher an der heut
*** Und huoben sich ze samen so35
An ein ort mit fröden do,
Seu bliesend dreyn und schluogend dran,
Bis der streyt ein end gewan.
Die paner gen enander zügend,
Die weyber fluogend, die twerge stubend40
Auff gayssen und auf rehen.
Wer scholt den andern flehen?
Es was do flüchens, scheltens zeit,
Also geleichert was der streyt.
Des tet auch Hächel so und sprach:52b
He, her Nürggel unterm tach,
Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.
Von mir so müst ir leyden peyn.
Her Laureins muot was ob der erd.5
Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,
Daz ich mit dir nu klaffen well.
Wer dich, ald du must in dhell!
Da mit er werffen ser began,
Er und alle seine man,10
Die häxen mit irn schossen
Warend unverdrossen.
Des ward des bolens also vil,
Sam ich es euch nu sagen wil,
Daz es so an der selben vart15
Der tag von pfeyllern tunkel wart.
Die pürste traffend mangen twerg,
Daz er hin vallen muost zuor erd.
Seu warend spiczig und so geswind,
Daz manger ward ann augen plind.20
Vil oft ein man cham umb sein augen
Und umb den hals, daz schult es glauben,
Won die pfeyl ze der geschicht
Hietens vornen all vergift.
Herrn Laureyn ward ein bott gesant,25
Daz ym geswal die tengge hand.
Der häxen vil und dannocht mer
Geworffen wurden also ser,
Daz vil mangeu in der not
Ward geleczet auf den tod.30
Der streyt in payden herte leyt,
Dar zuo so reyt zder selben zeit
Ein wilder man mit mangem stoss
Durch seu auf einem hyerssen gross
Mit seinem cholben ungetan35
Und schlecht das weyb mit sampt dem man,
Mangen auf den tod ze stuond.
Er warff ir vil in seinen schlund,
Er hiet zwen zan so lang und räss,
Daz er vil mangen ztod erbäyss,40
Und wol die streyter all gemäyn
Nider legen so alläyn,
** Won er gedacht in seinem sin:
Ir vechten daz ist mein gewin,
Daz seu unter enander tuond.45
Laureyn auch den schalch verstuond
Und fro Hächel trun da mit.52c
Des tatens nach der weysen sitt
Und liessend von irm fürsacz
Nür dem wilden man ze dracz
Und auch ze schaden und ze râch.5
*** Auf in ward in allen gâch
Mit werffen und mit schiessen,
Das liess seu nicht verdriessen.
Des ward er in doch gar zbehend
Ze reyten durch ir payder wend10
Mit schlahen und mit lauffen,
Mit stechen und mit rauffen.
Er schluog die unholden
Mit seinem eysencholben,
Daz seu auf die erde schier15
Vielend hin ye vier und vier.
Der hyerss auch mit den hulnern sein
Schuoff den veinten mangen peyn.
Er zucht die chlaynen twerge
Vil hoch auf von der erde20
Und schlürpfecz durch, er stach in seu,
Des vielen hin ye dreu und dreu.
Das was ein wildes geferte,
Es lag in trauwen herte,
Und warind sein vil wench genesen,25
Wär ein chuner twerg nit gewesen,
Der was so snell und dar zuo chläyn.
Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,
Den zagel begräyff er pey der hand,
Er was her Äschenzelt genant,30
Und huob mit gewalt den läuffer so,
das er beleyben muosst aldo.
Und stach dem hierssen in den pauch,
Das er auf den füssen gelag.35
Der wilde held viel uber ab,
Da mit die häxen alle hie,
Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,
Daz er do sam ein lämbel gsass
Und seines lebens da vergäss.40
Diss was doch dannocht nicht an nôt,
Maniger viel sich uber in ztod,
Dar zuo ward ir auch vil verlorn
An des toten hyerssen horn.
Do nu dis ding also vergieng,45
Ein neuwer streyt sich ane vieng
Zwüschen häxen und den twergen,52d
Des muost ir dannecht vil verderben.
We, was pluocz do ward vergossen
Von den gstaynen und den gschossen!
Und do der strâlen nicht mer was,5
Des liessens lauffen dester bas
Auf die gfügen leute do
Und stiessen mangen nider so
Mit wolfen und auch gayssen
Von magren und auch fäyssen,10
Die sprungen auf bis an die luft
Und vielend auf die armen chruft
Also gefüg und also leis
Geleich in eines falchen weis,
Der die vogel mit der prust15
Stosst und von enander must.
Die twerge sprangten auch ir bök
Und stiessens nider sam die stök,
Die häxen mägten sich zer erd,
Ir phärde uber Höperg20
Flugend hin ze aller vart,
Wan ir äynes ledig wart.
Do dicz her Laureyn so dersach,
Wie schier er zuo den seinen sprach:
Stet ze füss ab, des ist not,25
Und stecht der hürren phärt ze tod!
Dar nach so yeder schlach die weyb,
Wil er behalten seinen leyb!
We, wie schier ward vollepracht
Des ym Laureyn hiet gedacht!30
Doch was fro Hächeln wolff also
Bezaubert, daz man in nicht do
Noch sey dar zuo mit kayner sach
Versneyden mocht, dar umb geschach
Hern Laureyn dannocht häyss genuog,35
Sey lieff in an so ungefuog,
Daz er sich viel vil oft da nider.
Des hulfend ym die andern wider,
Anders er wär gar verlorn.
Die schand tet dem fürsten zorn40
Und begrayff des paners sper,
Er hielt es gen fro Hächlen her
Und derräycht sey an der prüst.
Secht, daz was umb gar umb süst.
Niemant sey gevellen macht,45
Das hiet sey mit irm zaubren gschaft.53
Des schluog sey ab dem man sein sper
Und macht sich zuo ym nider her,
Sey speybt ym an die wangen seyn
So sere pey der treuwe mein,5
Daz ym blatren wuochsen auf
Grosser, dann ein sneggenhaus.
Des gab der wolff von ym ein taunst
Aus dem mund recht sam ein prunst.
Wenn er gen dem herczen schluog,10
Der muosst sich plagen sam ein chruog.
Das pracht vil mangen umb den hals.
Dar nach, das irs wissind als,
Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,
Und fuort ein necz in seiner hand,15
Er macht sich hintnan an daz weib
Und warff daz necz umb iren leyb
Und umb den wolff, ich wäyss nit wie.
Des warend do die andren hie
Und wurgtens päydeu in irm pluot,20
Sam man noch den füchsen tuot.
Da mit dis auf und an hin wider,
Der häxen paner gie da nider,
Ein ungluk daz ander reyt.
Helfend, jo won es ist zeit,25
Schreuwend die unholden so
Gen der Lindentolden do.
Wir sein verlorn und vertriben,
Das unser wenig ist beliben.
Gefothen was do, das man wuot30
Bis an die versinn in dem pluot.
Do ruoft der kayser in dem gras:
Nu dar, her rysen, hört ir das?
Yr seycz die minner in dem her,
Get hin an durch frauwen er,35
Und lat der twergen nicht ein bissen
Unzerrürt und unzerrissen!
Ich schäcz der euwern einen wol
Gen einem perg der twergen vol.
Der ruom die risen machet fro40
Und schritten yeso hin aldo
Gen den twerglin an den streyt.
Die hietin ze der selben zeyt
Gelesen auf der staynen vil
Und wurffen all ze einem zil,45
Das was in die rysen, secht!53b
Do sprach der wütend Reymprecht:
Wetter tyefel, wer ist der,
Der uns da syert so ferr da her?
Wie wirt uns erst gelingend,5
So wir hin zuo bas dringend!
Das muoss ich doch versuochen so.
Hin zuo, ir herren, sprach er do.
Des chamen seu bis nâch hin an.
Her Gyggenfist, huob einer an10
Zuo hern Laureyn, wie gturt ir
Beleyben und genahen mir?
Wäyst du nicht, daz ich vermag
Als dem gesind in einem schlag
Legen tod bis in die erd?15
Des antwürt ym der chünig werd:
Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,
Ich tröst mich wol der meinen chraft.
Wie wol ich sey ein chlayner twerg,
Ich wird dir noch ze einem perg20
In deinen augen, glaub es mir!
Dar zuo wil ich sagen dir:
Mich duncht, du seygist ungezogen,
Und was du sprichst, das sey gelogen.
Das wil ich nu bewären so.25
Seyne schlingen luod er do
Und traff den rysen pey der stirn,
Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.
Golie muost des ligen tod,
Das tet seinen gesellen zorn von not,30
Die weil ir drey reken
Gen in sich wollen streken.
** Nicht so, sprach her Hyldprand das,
Der ir haubtmans mäyster was.