Und farcz ym dreistund in den mund,Also ward der minner gesunt.Doch was ein wunder, daz er gnas,So hart und er gevallen was.5Dem arczet gab er einen schlagZe lon, das er am ruggen glag.Zur hinter tür er trumpelt aus,Den wirt den liess er in dem haus.Friczo der ward wüten ser.10Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?Fechtens hiet er do begunnen,Do was ym der veint endrunnen.Die rach do über Mäczen gie,Pey den zöpfen er sey vie15Und warff sey dreistund wider derd.Er sprach: Des bist du alles werd:Ich gestochen und geschlagenIn daz maul und in den magen,Daz tach daz ist zerprochen mir,20Sich, daz hab ich alz von dir.Dar zuo gab er ir ein stossUnd sey in ein speicher schloss.Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!Der ärs ist dir ze dik und feyss.25Mäczel ward behalten.Des müss ein fist walten!Sprach do Triefnas an der stund,Do ym die mär so wurden kunt.Noch liebt sey mir ye bas ye bas.30Sprach aber: Das ist das,Ich han gesworen, ich muoss sey haben,Wär sey joch in erd vergraben.Dicz was im zorn und ungemach,Wie oft er gen dem speicher sach,35Und gedâcht ym: Häiliger Christ,** Beschlossen prot, wie süss du pist!*** Mäczlein mäynet TriefnasSo ser, daz im des nicht enwas,Seyn hercz in seinem leibe40Wolt presten nach dem weibe.Mäczli sas alläyne,Sey schawt ir weissen päyne,Do sach sey ir vil praunen muczen.11bSölich zuchen, rupfen, smuczenHuob sich auf den rauhen fleken,Peyssen, chlenken und aynzweken,Dar zuo fluochen, trewen, schelten,5Das des jamers ghort man selten.Mäczel zuo der fuczen sprach:Got geb dir läid und ungemachUnd dar zuo allen smerczen,Den ich an meinem herczen10So pitterleichen duldeNur von deiner schulde.Also schluog sey aber dar,Bis daz ir das maul geswarUnd sprach: Se hin, das gib ich dir,15Das man umb dich hat geben mir.Dar zuo so muoss er sterben,Der nâch dir wil verderben.** Do hiet Mäczel langes harUnd churczen muot, ja daz ist war.20*** Wie schier so ward die täyding chrumb!Meczli chert sich wider umb,Hiet sey vor geschulten ser,Zartend ward sey dreystund merMit streichen und auch mit salben25Die muczen allenttalben.Hin wider sprach sey zuo dem plecz:Got dich alles laydes dergeczUnd püss dir deinen smerczen,Des bitt ich in von herczen,30Dar zuo wil ich dich auch pitten.Habist von mir ichtz gelitten,Vergib mirs! Auf mein rechten äid,Es rewt mich ser und ist mir läid.Der plecz der wolt geantwürt haben,35Da worend ym die zend aus gschlagen,Daz maul waz im geswullenEr hiet verlorn die wullen;Doch ward ein frid gemachet,Dar zuo sprach sey und lachet:40Sälich muoss er werden,Der nach dir wil verderben!Daz waz auf Pertschin do gedacht,Der ir fröd und wunne prachtYoso schier in irem herczen,45Also daz sey alles smerczen11cGar und ganczleich do vergass.Hiez im vor getragen hass,Daz ward alles do verchert,Der minne feur sich also mert,5Daz sey dem gsellen ward so holdUnd hölder, dann dem liethen gold.Erst do huob sich Mäczi gschaft,Chlingeln chlangeln und ein gprächtZwüschen päyden seyten,10Die minn die ward seu reytenAlso ser, daz seu vergassen,Was seu trunken oder assen.Diz leben ward in gar ze saur,Seu hietens päydeu von natur.15** Ye minr man lieb zuo libe liess,Yemer sich hercz zuo herczen stiess.*** An essen seu ab namenUnd chürczleich dar zuo chamen,Daz seu die ärs nicht mohten wegen;20Dar umb so muosten seu sich legenNider auf die benke.Ir sinn un auch ir gdenkeWârend nach versunken.Doch hiet do Bertschi gtrunken25Süssen met und pier und wein,Daz er noch pey den chreften seinBeleib und gedoht in seinem muot:Ist sey nu so wol behuot,Daz ich mit ir nicht greden gtar,30So send ich doch ein briefel dar.Des ward do Triefnas so ze rât,Also schier und auch gedratSant er nach des torfes schreiber,Der hiess Henricze Nabelreiber.35Mein tächenschreiber yeso zhantCham in Bertschins haus gerant.Triefnas der lag auf der bank.Ach und we daz waz sein gsank.Do dicz der Nabelreiber sach,40Es waz ym läid und ungemach,Wan in Bertschi ghöret an.Hat dir iemant iht getan?Sprach er zuo dem armen,Daz müss er von mir armen!45Näyn du, sprach do Berchtold.11dMäczlein bin ich also holt,Daz ich nach ir verderbenWil und dar zuo sterben.Wilt du mir dicz vertreyben,5Ein briefel muost do schreybenHäymleich zuo der frawen meinOder ich muoss leiden peyn.** Des antwurt im der schreiber doUnd sprach: Dem ding ist nit also,10Sam du wänst, mein lieber gsell!Welher reht hofieren well,Der sey ein chnecht pey junger zeit,Frisch und sauber an dem leib,Und derwel im ein allayn15Unter allen frawen gmäyn,Die im aller pest behag,Mit niemant nicht zschaffen hab,Die auch sein geleiche seyAn jugent und auch art da pey,20Von der ze hoh im stigen wil,Der fleugt inn graben ze dem zil.Sey schol auch wesen sunderbarIn allen deinen sinnen zwar,Won die rechte liebeschaft25Zwüschent zwayen hat ir chraftUnd wil ir auch nicht mer haben.Also vil chan ich dir sagen,Wilt den buol dewerben dirZe deiner chan nâch rechter gir,30So vind in an der minne new,Wilt daz es dich nicht gereuw,Won die witwen und die altenSind von rehter min geschalten.An die ersten man gedenket,35Daz die andern prüder chrenket.Nu dar hast du dann aus derkornEin lieb ze sälden dir gporn,So derzäig dich nuofer garFröleich chupplig hin und dar!40Wo sey sicze oder ste,Da scholt du allweg wesen eUnd dein necze streken hin,Daz ist du scholt nach meinem sin12Oft und dik sey smieren anMit spilnden augen hin und dan,Daz sey innen werd die guot,Waz du mäinest in dem muot,5Won die erste angesichtIst ein anvang ze der geschicht.Tanzen macht du pflegen vil,Dönens auf dem säytenspil,Dar zuo singens und auch springens,10Sagens und auch anders dinges.Doch geschech daz mit der massIn dem haus und an der strass,Mit geleychsnen häymleich gar,Daz es nicht werd ze offenbar;15Von frawen gunst derwirbt der manAlläyn, der taugen minnen chan.Dar umb so suoche dir vil leisEin zementragerinen weys,Der du mügst getrauwen wol,20Und schenk ir etwas, sam man schol,Daz sey zuo der räinen varUnd sag ir die wörte gar:Got grüss dich, blünder rose zart!Chayn junkfraw nie so sälich wart25In langen zeiten, sam du bist,Won dich so hat ze diser fristDer schonest jungling diser weltIm ze seinem lieb gezelt,Der ist so hofleich und so chluog,30Seyn gleich die muoter nie getruog;Nie kayn weib sein wirdig magGewesen nach der waren sag;Der von grosser diemuotchaytEmbeut dir seinen dienst beräyt35Und pitt dich auch von herczen gir,Daz du äntwürst im pey mir,Ob es yemer müg gesein,Daz er gewinn die hulde dein,Dar zuo, daz du auch gerumnist im,Ze offenen allen seinen syn12bDir in einer lieben stund,Allayn von seines selbers mund;Daz wil er ewechleych gen dirVerdienen gern, gelaub es mir.5Und ob die rayn des ersten spricht:Deiner red behabt mir nicht;Lass die mare also bald!Daz sein der ubel gaist gewalt!Waynst ich sei ein heubscherin?10Du bist es selber an dem sin;Ge da hin, und chüm nicht me!Anders wiss, ich schaff dir we ...Oder andrer red sey tuotDurch scham und ere die vil guet,15Dar umb vil wenig du verzagUnd ge die gassen auf und ab,Ze fröden singend deinem lieb,Sunderleich daz hofelied:Ze dienen hab ich ir gesworn,20Wil seis joch niemer han verguot,Vält es mir heut, es trifft leicht morn;Dar auf derfreuwet sich mein muotUnd harren ie auf guoten wan.Ze dienen hab ich ir gesworn,25Wil seis joch niemer han verguot,Dar um wil ich nicht abelan.Hin wider umb der botten bhendZuo ir dik und ofte send!Und hât mans vor gebeten ser,30So fleh man sey noch dreistund mer,Bis daz seist von ir geert;Won chäyn hercz ward nie so hert,Daz man nicht mocht gmachen lindMit stätem gpett, das wäyss ein kind.35Nu dar geschicht die gnade dir,Daz du scholt chümen hin zuo ir,So saum dich nit und mach dich darTaugenleich vor neyder scharUnd näyg dich ir, du grüss sey so:40Got der mach euch gmütes froUnd geb euch glüks und häyles vil!Nicht anders ich nu pitten wil.Dar nâch so macht du spiehen schier:12cHöchster hord, o mäygen zyer,Bgenad mich, lieb der gnaden vol,Zferhörren tugentleichen wol!Da mit so häyss sey siczen hin5Und sicz zuo ir, daz ist der sin,Und heb dein tayding an da mitZüchtichleich, daz ist der sitt.Du sprich vil senfticleich und leys:O holder puol, mein paradeis,10Daz ich da her so mangen tagTaugen liebschaft gen euch tragMit ganczen trüwen leident fro,Des lasst mich heut geniessen so,Und verhäysst mir ze der vart15Ganczeu treuw in lieber art!Daz ist mir, fraw, die höchste gab,Die mayste sald, die groste gnad,Won chain ding ward nie so guot,Sam herczen zwai in einem muot20Verstriket gar mit stätichaitIn treuwer liebe gancz beräit.So spricht sey leicht: Daz wisse got,Der mein geruochet ane spotDem mag ich auch nicht hass gtragen.25Des scholt ir yeso danche sagenUnd sprechen: We, wie guot,Wie frölech got was in dem muot,Do er ym schuoff des menschen art,Sunderleichen euch so zart,30In so rechter mâss und geng,An der chürcz und der leng!Aus ewrem mundlein ein rubeinPrinnet: sälich mus er sein,Dem ir eins chüssens woltin gunnen!35Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnenTausent march und dannocht vil,Mocht ich chumen zuo dem spil.So ist sey leyicht der listen volUnd chan dir dicz versagen wol;40Durch er sey wil dir nicht verjehen,Daz sey wolt yet, es wär geschehen.Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,Greyff ir leysleich an daz chläid!Mit seufczen sprich: O we, min hord,45Tötscht du mich, daz ist ein mord.Nu wäist du wol, daz ich verderben12dMuoss also und dar zuo sterben.Da mit so mach der red nich vilUnd mach dich zuo der minne spilIn süssen werchen, es ist zeit,5Mit kussen, merk, und andern streyt,Biz daz die räyn derwarmet sey;So macht du muoten sorgen freyDie e, ob ir dein hercz begert,Des wirst du sicher dann gwert.10Dar nach so tuo, sam ander leut!Nicht mer ich dir yeso beteut.* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,*** Daz vil salich mussist sein!Wäist nicht, daz ze diser frist15Mäczli so verschlossen ist,Daz niemand kömen mag zuo ir,Ze sagen meines herczen gir?Des muost du selber nemen warUnd machen dich zum speicher dar20Mit dem briefel, gselle mein,Und werffen irs zum venster in,Des wirt sey vindent einen fund,Daz ir die mär leicht werdent künd.Nabelreiber der ward jehen:25Waz du wilt, daz sey geschehen!Sein feder er do fürher nam,Und sprach: Nu sag auf, guter man,Wie du den brief wilt haben!Der minnesiech ward sagen,30Nach dem und er sich best versach,Also huob er an und sprach:Got grüss dich, lindentolde!Lieb, ich pin dir holde.Du bist mein morgensterne,35Pey dir so schlieff ich gerne.Mich hat so ser verdrossen,Daz du bist so verschlossenIn dem speicher uber tag,Daz ich nit gschlaffen mag.40Dar zuo han ich mich vermessen,Daz ich furbas nit wil essenNoch gdrinken dehainer stund,Mich tröste dann dein roter mund.Dar umb so sag mir an oder ab,45Daz got dein lieben sele hab!13Trun Henreycze der waz chluog.Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,Sprach er zuo dem tichter do.Ein andern brief den schräib er so:5** Nach wunsch so müss der zarten meinGelük säld und häyl bescheret sein,Daz mir nu alles ist entwert.Unmuot hat mich gar versert,Den ich so sendecleichen duld,10Umb anders nicht, dann ewer huld.Dar umb, fraw, o mäigenplüt,Süsseu tugend, zarteu güt,O meins herczen paradeis,Bit ich euch mit allem fleizz,15Daz ir es tüt durch frawen zucht,Durch mannes er, durch minne gnuchtUnd mich begert ze gnadenMit treyer läye gaben:Die erst ist daz mir sey beräyt20Guoter will mit stätikäytIn ewerm herczen sicherleich,Daz wil ich gdyenen ewencleich;Die ander ist, daz ir den fundVinden schölt in churczer stund,25Daz sich herczen, mundel, augenZemen fügen sunder taugen;Zum dritten mâl so wil ich flehen,Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,Won ich ewer pin alläine,30Daz niemand hab mit mir gemayne,Und wurd, daz nicht schol werden,Daz ich auf diser erdenDie gnad enmöcht erwerben,So wist, daz ich verderben35Müss und dar zuo sterben.
Und farcz ym dreistund in den mund,Also ward der minner gesunt.Doch was ein wunder, daz er gnas,So hart und er gevallen was.5Dem arczet gab er einen schlagZe lon, das er am ruggen glag.Zur hinter tür er trumpelt aus,Den wirt den liess er in dem haus.Friczo der ward wüten ser.10Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?Fechtens hiet er do begunnen,Do was ym der veint endrunnen.Die rach do über Mäczen gie,Pey den zöpfen er sey vie15Und warff sey dreistund wider derd.Er sprach: Des bist du alles werd:Ich gestochen und geschlagenIn daz maul und in den magen,Daz tach daz ist zerprochen mir,20Sich, daz hab ich alz von dir.Dar zuo gab er ir ein stossUnd sey in ein speicher schloss.Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!Der ärs ist dir ze dik und feyss.25Mäczel ward behalten.Des müss ein fist walten!Sprach do Triefnas an der stund,Do ym die mär so wurden kunt.Noch liebt sey mir ye bas ye bas.30Sprach aber: Das ist das,Ich han gesworen, ich muoss sey haben,Wär sey joch in erd vergraben.Dicz was im zorn und ungemach,Wie oft er gen dem speicher sach,35Und gedâcht ym: Häiliger Christ,** Beschlossen prot, wie süss du pist!*** Mäczlein mäynet TriefnasSo ser, daz im des nicht enwas,Seyn hercz in seinem leibe40Wolt presten nach dem weibe.Mäczli sas alläyne,Sey schawt ir weissen päyne,Do sach sey ir vil praunen muczen.11bSölich zuchen, rupfen, smuczenHuob sich auf den rauhen fleken,Peyssen, chlenken und aynzweken,Dar zuo fluochen, trewen, schelten,5Das des jamers ghort man selten.Mäczel zuo der fuczen sprach:Got geb dir läid und ungemachUnd dar zuo allen smerczen,Den ich an meinem herczen10So pitterleichen duldeNur von deiner schulde.Also schluog sey aber dar,Bis daz ir das maul geswarUnd sprach: Se hin, das gib ich dir,15Das man umb dich hat geben mir.Dar zuo so muoss er sterben,Der nâch dir wil verderben.** Do hiet Mäczel langes harUnd churczen muot, ja daz ist war.20*** Wie schier so ward die täyding chrumb!Meczli chert sich wider umb,Hiet sey vor geschulten ser,Zartend ward sey dreystund merMit streichen und auch mit salben25Die muczen allenttalben.Hin wider sprach sey zuo dem plecz:Got dich alles laydes dergeczUnd püss dir deinen smerczen,Des bitt ich in von herczen,30Dar zuo wil ich dich auch pitten.Habist von mir ichtz gelitten,Vergib mirs! Auf mein rechten äid,Es rewt mich ser und ist mir läid.Der plecz der wolt geantwürt haben,35Da worend ym die zend aus gschlagen,Daz maul waz im geswullenEr hiet verlorn die wullen;Doch ward ein frid gemachet,Dar zuo sprach sey und lachet:40Sälich muoss er werden,Der nach dir wil verderben!Daz waz auf Pertschin do gedacht,Der ir fröd und wunne prachtYoso schier in irem herczen,45Also daz sey alles smerczen11cGar und ganczleich do vergass.Hiez im vor getragen hass,Daz ward alles do verchert,Der minne feur sich also mert,5Daz sey dem gsellen ward so holdUnd hölder, dann dem liethen gold.Erst do huob sich Mäczi gschaft,Chlingeln chlangeln und ein gprächtZwüschen päyden seyten,10Die minn die ward seu reytenAlso ser, daz seu vergassen,Was seu trunken oder assen.Diz leben ward in gar ze saur,Seu hietens päydeu von natur.15** Ye minr man lieb zuo libe liess,Yemer sich hercz zuo herczen stiess.*** An essen seu ab namenUnd chürczleich dar zuo chamen,Daz seu die ärs nicht mohten wegen;20Dar umb so muosten seu sich legenNider auf die benke.Ir sinn un auch ir gdenkeWârend nach versunken.Doch hiet do Bertschi gtrunken25Süssen met und pier und wein,Daz er noch pey den chreften seinBeleib und gedoht in seinem muot:Ist sey nu so wol behuot,Daz ich mit ir nicht greden gtar,30So send ich doch ein briefel dar.Des ward do Triefnas so ze rât,Also schier und auch gedratSant er nach des torfes schreiber,Der hiess Henricze Nabelreiber.35Mein tächenschreiber yeso zhantCham in Bertschins haus gerant.Triefnas der lag auf der bank.Ach und we daz waz sein gsank.Do dicz der Nabelreiber sach,40Es waz ym läid und ungemach,Wan in Bertschi ghöret an.Hat dir iemant iht getan?Sprach er zuo dem armen,Daz müss er von mir armen!45Näyn du, sprach do Berchtold.11dMäczlein bin ich also holt,Daz ich nach ir verderbenWil und dar zuo sterben.Wilt du mir dicz vertreyben,5Ein briefel muost do schreybenHäymleich zuo der frawen meinOder ich muoss leiden peyn.** Des antwurt im der schreiber doUnd sprach: Dem ding ist nit also,10Sam du wänst, mein lieber gsell!Welher reht hofieren well,Der sey ein chnecht pey junger zeit,Frisch und sauber an dem leib,Und derwel im ein allayn15Unter allen frawen gmäyn,Die im aller pest behag,Mit niemant nicht zschaffen hab,Die auch sein geleiche seyAn jugent und auch art da pey,20Von der ze hoh im stigen wil,Der fleugt inn graben ze dem zil.Sey schol auch wesen sunderbarIn allen deinen sinnen zwar,Won die rechte liebeschaft25Zwüschent zwayen hat ir chraftUnd wil ir auch nicht mer haben.Also vil chan ich dir sagen,Wilt den buol dewerben dirZe deiner chan nâch rechter gir,30So vind in an der minne new,Wilt daz es dich nicht gereuw,Won die witwen und die altenSind von rehter min geschalten.An die ersten man gedenket,35Daz die andern prüder chrenket.Nu dar hast du dann aus derkornEin lieb ze sälden dir gporn,So derzäig dich nuofer garFröleich chupplig hin und dar!40Wo sey sicze oder ste,Da scholt du allweg wesen eUnd dein necze streken hin,Daz ist du scholt nach meinem sin12Oft und dik sey smieren anMit spilnden augen hin und dan,Daz sey innen werd die guot,Waz du mäinest in dem muot,5Won die erste angesichtIst ein anvang ze der geschicht.Tanzen macht du pflegen vil,Dönens auf dem säytenspil,Dar zuo singens und auch springens,10Sagens und auch anders dinges.Doch geschech daz mit der massIn dem haus und an der strass,Mit geleychsnen häymleich gar,Daz es nicht werd ze offenbar;15Von frawen gunst derwirbt der manAlläyn, der taugen minnen chan.Dar umb so suoche dir vil leisEin zementragerinen weys,Der du mügst getrauwen wol,20Und schenk ir etwas, sam man schol,Daz sey zuo der räinen varUnd sag ir die wörte gar:Got grüss dich, blünder rose zart!Chayn junkfraw nie so sälich wart25In langen zeiten, sam du bist,Won dich so hat ze diser fristDer schonest jungling diser weltIm ze seinem lieb gezelt,Der ist so hofleich und so chluog,30Seyn gleich die muoter nie getruog;Nie kayn weib sein wirdig magGewesen nach der waren sag;Der von grosser diemuotchaytEmbeut dir seinen dienst beräyt35Und pitt dich auch von herczen gir,Daz du äntwürst im pey mir,Ob es yemer müg gesein,Daz er gewinn die hulde dein,Dar zuo, daz du auch gerumnist im,Ze offenen allen seinen syn12bDir in einer lieben stund,Allayn von seines selbers mund;Daz wil er ewechleych gen dirVerdienen gern, gelaub es mir.5Und ob die rayn des ersten spricht:Deiner red behabt mir nicht;Lass die mare also bald!Daz sein der ubel gaist gewalt!Waynst ich sei ein heubscherin?10Du bist es selber an dem sin;Ge da hin, und chüm nicht me!Anders wiss, ich schaff dir we ...Oder andrer red sey tuotDurch scham und ere die vil guet,15Dar umb vil wenig du verzagUnd ge die gassen auf und ab,Ze fröden singend deinem lieb,Sunderleich daz hofelied:Ze dienen hab ich ir gesworn,20Wil seis joch niemer han verguot,Vält es mir heut, es trifft leicht morn;Dar auf derfreuwet sich mein muotUnd harren ie auf guoten wan.Ze dienen hab ich ir gesworn,25Wil seis joch niemer han verguot,Dar um wil ich nicht abelan.Hin wider umb der botten bhendZuo ir dik und ofte send!Und hât mans vor gebeten ser,30So fleh man sey noch dreistund mer,Bis daz seist von ir geert;Won chäyn hercz ward nie so hert,Daz man nicht mocht gmachen lindMit stätem gpett, das wäyss ein kind.35Nu dar geschicht die gnade dir,Daz du scholt chümen hin zuo ir,So saum dich nit und mach dich darTaugenleich vor neyder scharUnd näyg dich ir, du grüss sey so:40Got der mach euch gmütes froUnd geb euch glüks und häyles vil!Nicht anders ich nu pitten wil.Dar nâch so macht du spiehen schier:12cHöchster hord, o mäygen zyer,Bgenad mich, lieb der gnaden vol,Zferhörren tugentleichen wol!Da mit so häyss sey siczen hin5Und sicz zuo ir, daz ist der sin,Und heb dein tayding an da mitZüchtichleich, daz ist der sitt.Du sprich vil senfticleich und leys:O holder puol, mein paradeis,10Daz ich da her so mangen tagTaugen liebschaft gen euch tragMit ganczen trüwen leident fro,Des lasst mich heut geniessen so,Und verhäysst mir ze der vart15Ganczeu treuw in lieber art!Daz ist mir, fraw, die höchste gab,Die mayste sald, die groste gnad,Won chain ding ward nie so guot,Sam herczen zwai in einem muot20Verstriket gar mit stätichaitIn treuwer liebe gancz beräit.So spricht sey leicht: Daz wisse got,Der mein geruochet ane spotDem mag ich auch nicht hass gtragen.25Des scholt ir yeso danche sagenUnd sprechen: We, wie guot,Wie frölech got was in dem muot,Do er ym schuoff des menschen art,Sunderleichen euch so zart,30In so rechter mâss und geng,An der chürcz und der leng!Aus ewrem mundlein ein rubeinPrinnet: sälich mus er sein,Dem ir eins chüssens woltin gunnen!35Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnenTausent march und dannocht vil,Mocht ich chumen zuo dem spil.So ist sey leyicht der listen volUnd chan dir dicz versagen wol;40Durch er sey wil dir nicht verjehen,Daz sey wolt yet, es wär geschehen.Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,Greyff ir leysleich an daz chläid!Mit seufczen sprich: O we, min hord,45Tötscht du mich, daz ist ein mord.Nu wäist du wol, daz ich verderben12dMuoss also und dar zuo sterben.Da mit so mach der red nich vilUnd mach dich zuo der minne spilIn süssen werchen, es ist zeit,5Mit kussen, merk, und andern streyt,Biz daz die räyn derwarmet sey;So macht du muoten sorgen freyDie e, ob ir dein hercz begert,Des wirst du sicher dann gwert.10Dar nach so tuo, sam ander leut!Nicht mer ich dir yeso beteut.* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,*** Daz vil salich mussist sein!Wäist nicht, daz ze diser frist15Mäczli so verschlossen ist,Daz niemand kömen mag zuo ir,Ze sagen meines herczen gir?Des muost du selber nemen warUnd machen dich zum speicher dar20Mit dem briefel, gselle mein,Und werffen irs zum venster in,Des wirt sey vindent einen fund,Daz ir die mär leicht werdent künd.Nabelreiber der ward jehen:25Waz du wilt, daz sey geschehen!Sein feder er do fürher nam,Und sprach: Nu sag auf, guter man,Wie du den brief wilt haben!Der minnesiech ward sagen,30Nach dem und er sich best versach,Also huob er an und sprach:Got grüss dich, lindentolde!Lieb, ich pin dir holde.Du bist mein morgensterne,35Pey dir so schlieff ich gerne.Mich hat so ser verdrossen,Daz du bist so verschlossenIn dem speicher uber tag,Daz ich nit gschlaffen mag.40Dar zuo han ich mich vermessen,Daz ich furbas nit wil essenNoch gdrinken dehainer stund,Mich tröste dann dein roter mund.Dar umb so sag mir an oder ab,45Daz got dein lieben sele hab!13Trun Henreycze der waz chluog.Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,Sprach er zuo dem tichter do.Ein andern brief den schräib er so:5** Nach wunsch so müss der zarten meinGelük säld und häyl bescheret sein,Daz mir nu alles ist entwert.Unmuot hat mich gar versert,Den ich so sendecleichen duld,10Umb anders nicht, dann ewer huld.Dar umb, fraw, o mäigenplüt,Süsseu tugend, zarteu güt,O meins herczen paradeis,Bit ich euch mit allem fleizz,15Daz ir es tüt durch frawen zucht,Durch mannes er, durch minne gnuchtUnd mich begert ze gnadenMit treyer läye gaben:Die erst ist daz mir sey beräyt20Guoter will mit stätikäytIn ewerm herczen sicherleich,Daz wil ich gdyenen ewencleich;Die ander ist, daz ir den fundVinden schölt in churczer stund,25Daz sich herczen, mundel, augenZemen fügen sunder taugen;Zum dritten mâl so wil ich flehen,Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,Won ich ewer pin alläine,30Daz niemand hab mit mir gemayne,Und wurd, daz nicht schol werden,Daz ich auf diser erdenDie gnad enmöcht erwerben,So wist, daz ich verderben35Müss und dar zuo sterben.
Und farcz ym dreistund in den mund,Also ward der minner gesunt.Doch was ein wunder, daz er gnas,So hart und er gevallen was.5Dem arczet gab er einen schlagZe lon, das er am ruggen glag.Zur hinter tür er trumpelt aus,Den wirt den liess er in dem haus.Friczo der ward wüten ser.10Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?Fechtens hiet er do begunnen,Do was ym der veint endrunnen.Die rach do über Mäczen gie,Pey den zöpfen er sey vie15Und warff sey dreistund wider derd.Er sprach: Des bist du alles werd:Ich gestochen und geschlagenIn daz maul und in den magen,Daz tach daz ist zerprochen mir,20Sich, daz hab ich alz von dir.Dar zuo gab er ir ein stossUnd sey in ein speicher schloss.Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!Der ärs ist dir ze dik und feyss.25Mäczel ward behalten.Des müss ein fist walten!Sprach do Triefnas an der stund,Do ym die mär so wurden kunt.Noch liebt sey mir ye bas ye bas.30Sprach aber: Das ist das,Ich han gesworen, ich muoss sey haben,Wär sey joch in erd vergraben.Dicz was im zorn und ungemach,Wie oft er gen dem speicher sach,35Und gedâcht ym: Häiliger Christ,** Beschlossen prot, wie süss du pist!*** Mäczlein mäynet TriefnasSo ser, daz im des nicht enwas,Seyn hercz in seinem leibe40Wolt presten nach dem weibe.Mäczli sas alläyne,Sey schawt ir weissen päyne,Do sach sey ir vil praunen muczen.11bSölich zuchen, rupfen, smuczenHuob sich auf den rauhen fleken,Peyssen, chlenken und aynzweken,Dar zuo fluochen, trewen, schelten,5Das des jamers ghort man selten.Mäczel zuo der fuczen sprach:Got geb dir läid und ungemachUnd dar zuo allen smerczen,Den ich an meinem herczen10So pitterleichen duldeNur von deiner schulde.Also schluog sey aber dar,Bis daz ir das maul geswarUnd sprach: Se hin, das gib ich dir,15Das man umb dich hat geben mir.Dar zuo so muoss er sterben,Der nâch dir wil verderben.** Do hiet Mäczel langes harUnd churczen muot, ja daz ist war.20*** Wie schier so ward die täyding chrumb!Meczli chert sich wider umb,Hiet sey vor geschulten ser,Zartend ward sey dreystund merMit streichen und auch mit salben25Die muczen allenttalben.Hin wider sprach sey zuo dem plecz:Got dich alles laydes dergeczUnd püss dir deinen smerczen,Des bitt ich in von herczen,30Dar zuo wil ich dich auch pitten.Habist von mir ichtz gelitten,Vergib mirs! Auf mein rechten äid,Es rewt mich ser und ist mir läid.Der plecz der wolt geantwürt haben,35Da worend ym die zend aus gschlagen,Daz maul waz im geswullenEr hiet verlorn die wullen;Doch ward ein frid gemachet,Dar zuo sprach sey und lachet:40Sälich muoss er werden,Der nach dir wil verderben!Daz waz auf Pertschin do gedacht,Der ir fröd und wunne prachtYoso schier in irem herczen,45Also daz sey alles smerczen11cGar und ganczleich do vergass.Hiez im vor getragen hass,Daz ward alles do verchert,Der minne feur sich also mert,5Daz sey dem gsellen ward so holdUnd hölder, dann dem liethen gold.Erst do huob sich Mäczi gschaft,Chlingeln chlangeln und ein gprächtZwüschen päyden seyten,10Die minn die ward seu reytenAlso ser, daz seu vergassen,Was seu trunken oder assen.Diz leben ward in gar ze saur,Seu hietens päydeu von natur.15** Ye minr man lieb zuo libe liess,Yemer sich hercz zuo herczen stiess.*** An essen seu ab namenUnd chürczleich dar zuo chamen,Daz seu die ärs nicht mohten wegen;20Dar umb so muosten seu sich legenNider auf die benke.Ir sinn un auch ir gdenkeWârend nach versunken.Doch hiet do Bertschi gtrunken25Süssen met und pier und wein,Daz er noch pey den chreften seinBeleib und gedoht in seinem muot:Ist sey nu so wol behuot,Daz ich mit ir nicht greden gtar,30So send ich doch ein briefel dar.Des ward do Triefnas so ze rât,Also schier und auch gedratSant er nach des torfes schreiber,Der hiess Henricze Nabelreiber.35Mein tächenschreiber yeso zhantCham in Bertschins haus gerant.Triefnas der lag auf der bank.Ach und we daz waz sein gsank.Do dicz der Nabelreiber sach,40Es waz ym läid und ungemach,Wan in Bertschi ghöret an.Hat dir iemant iht getan?Sprach er zuo dem armen,Daz müss er von mir armen!45Näyn du, sprach do Berchtold.11dMäczlein bin ich also holt,Daz ich nach ir verderbenWil und dar zuo sterben.Wilt du mir dicz vertreyben,5Ein briefel muost do schreybenHäymleich zuo der frawen meinOder ich muoss leiden peyn.** Des antwurt im der schreiber doUnd sprach: Dem ding ist nit also,10Sam du wänst, mein lieber gsell!Welher reht hofieren well,Der sey ein chnecht pey junger zeit,Frisch und sauber an dem leib,Und derwel im ein allayn15Unter allen frawen gmäyn,Die im aller pest behag,Mit niemant nicht zschaffen hab,Die auch sein geleiche seyAn jugent und auch art da pey,20Von der ze hoh im stigen wil,Der fleugt inn graben ze dem zil.Sey schol auch wesen sunderbarIn allen deinen sinnen zwar,Won die rechte liebeschaft25Zwüschent zwayen hat ir chraftUnd wil ir auch nicht mer haben.Also vil chan ich dir sagen,Wilt den buol dewerben dirZe deiner chan nâch rechter gir,30So vind in an der minne new,Wilt daz es dich nicht gereuw,Won die witwen und die altenSind von rehter min geschalten.An die ersten man gedenket,35Daz die andern prüder chrenket.Nu dar hast du dann aus derkornEin lieb ze sälden dir gporn,So derzäig dich nuofer garFröleich chupplig hin und dar!40Wo sey sicze oder ste,Da scholt du allweg wesen eUnd dein necze streken hin,Daz ist du scholt nach meinem sin12Oft und dik sey smieren anMit spilnden augen hin und dan,Daz sey innen werd die guot,Waz du mäinest in dem muot,5Won die erste angesichtIst ein anvang ze der geschicht.Tanzen macht du pflegen vil,Dönens auf dem säytenspil,Dar zuo singens und auch springens,10Sagens und auch anders dinges.Doch geschech daz mit der massIn dem haus und an der strass,Mit geleychsnen häymleich gar,Daz es nicht werd ze offenbar;15Von frawen gunst derwirbt der manAlläyn, der taugen minnen chan.Dar umb so suoche dir vil leisEin zementragerinen weys,Der du mügst getrauwen wol,20Und schenk ir etwas, sam man schol,Daz sey zuo der räinen varUnd sag ir die wörte gar:Got grüss dich, blünder rose zart!Chayn junkfraw nie so sälich wart25In langen zeiten, sam du bist,Won dich so hat ze diser fristDer schonest jungling diser weltIm ze seinem lieb gezelt,Der ist so hofleich und so chluog,30Seyn gleich die muoter nie getruog;Nie kayn weib sein wirdig magGewesen nach der waren sag;Der von grosser diemuotchaytEmbeut dir seinen dienst beräyt35Und pitt dich auch von herczen gir,Daz du äntwürst im pey mir,Ob es yemer müg gesein,Daz er gewinn die hulde dein,Dar zuo, daz du auch gerumnist im,Ze offenen allen seinen syn12bDir in einer lieben stund,Allayn von seines selbers mund;Daz wil er ewechleych gen dirVerdienen gern, gelaub es mir.5Und ob die rayn des ersten spricht:Deiner red behabt mir nicht;Lass die mare also bald!Daz sein der ubel gaist gewalt!Waynst ich sei ein heubscherin?10Du bist es selber an dem sin;Ge da hin, und chüm nicht me!Anders wiss, ich schaff dir we ...Oder andrer red sey tuotDurch scham und ere die vil guet,15Dar umb vil wenig du verzagUnd ge die gassen auf und ab,Ze fröden singend deinem lieb,Sunderleich daz hofelied:Ze dienen hab ich ir gesworn,20Wil seis joch niemer han verguot,Vält es mir heut, es trifft leicht morn;Dar auf derfreuwet sich mein muotUnd harren ie auf guoten wan.Ze dienen hab ich ir gesworn,25Wil seis joch niemer han verguot,Dar um wil ich nicht abelan.Hin wider umb der botten bhendZuo ir dik und ofte send!Und hât mans vor gebeten ser,30So fleh man sey noch dreistund mer,Bis daz seist von ir geert;Won chäyn hercz ward nie so hert,Daz man nicht mocht gmachen lindMit stätem gpett, das wäyss ein kind.35Nu dar geschicht die gnade dir,Daz du scholt chümen hin zuo ir,So saum dich nit und mach dich darTaugenleich vor neyder scharUnd näyg dich ir, du grüss sey so:40Got der mach euch gmütes froUnd geb euch glüks und häyles vil!Nicht anders ich nu pitten wil.Dar nâch so macht du spiehen schier:12cHöchster hord, o mäygen zyer,Bgenad mich, lieb der gnaden vol,Zferhörren tugentleichen wol!Da mit so häyss sey siczen hin5Und sicz zuo ir, daz ist der sin,Und heb dein tayding an da mitZüchtichleich, daz ist der sitt.Du sprich vil senfticleich und leys:O holder puol, mein paradeis,10Daz ich da her so mangen tagTaugen liebschaft gen euch tragMit ganczen trüwen leident fro,Des lasst mich heut geniessen so,Und verhäysst mir ze der vart15Ganczeu treuw in lieber art!Daz ist mir, fraw, die höchste gab,Die mayste sald, die groste gnad,Won chain ding ward nie so guot,Sam herczen zwai in einem muot20Verstriket gar mit stätichaitIn treuwer liebe gancz beräit.So spricht sey leicht: Daz wisse got,Der mein geruochet ane spotDem mag ich auch nicht hass gtragen.25Des scholt ir yeso danche sagenUnd sprechen: We, wie guot,Wie frölech got was in dem muot,Do er ym schuoff des menschen art,Sunderleichen euch so zart,30In so rechter mâss und geng,An der chürcz und der leng!Aus ewrem mundlein ein rubeinPrinnet: sälich mus er sein,Dem ir eins chüssens woltin gunnen!35Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnenTausent march und dannocht vil,Mocht ich chumen zuo dem spil.So ist sey leyicht der listen volUnd chan dir dicz versagen wol;40Durch er sey wil dir nicht verjehen,Daz sey wolt yet, es wär geschehen.Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,Greyff ir leysleich an daz chläid!Mit seufczen sprich: O we, min hord,45Tötscht du mich, daz ist ein mord.Nu wäist du wol, daz ich verderben12dMuoss also und dar zuo sterben.Da mit so mach der red nich vilUnd mach dich zuo der minne spilIn süssen werchen, es ist zeit,5Mit kussen, merk, und andern streyt,Biz daz die räyn derwarmet sey;So macht du muoten sorgen freyDie e, ob ir dein hercz begert,Des wirst du sicher dann gwert.10Dar nach so tuo, sam ander leut!Nicht mer ich dir yeso beteut.* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,*** Daz vil salich mussist sein!Wäist nicht, daz ze diser frist15Mäczli so verschlossen ist,Daz niemand kömen mag zuo ir,Ze sagen meines herczen gir?Des muost du selber nemen warUnd machen dich zum speicher dar20Mit dem briefel, gselle mein,Und werffen irs zum venster in,Des wirt sey vindent einen fund,Daz ir die mär leicht werdent künd.Nabelreiber der ward jehen:25Waz du wilt, daz sey geschehen!Sein feder er do fürher nam,Und sprach: Nu sag auf, guter man,Wie du den brief wilt haben!Der minnesiech ward sagen,30Nach dem und er sich best versach,Also huob er an und sprach:Got grüss dich, lindentolde!Lieb, ich pin dir holde.Du bist mein morgensterne,35Pey dir so schlieff ich gerne.Mich hat so ser verdrossen,Daz du bist so verschlossenIn dem speicher uber tag,Daz ich nit gschlaffen mag.40Dar zuo han ich mich vermessen,Daz ich furbas nit wil essenNoch gdrinken dehainer stund,Mich tröste dann dein roter mund.Dar umb so sag mir an oder ab,45Daz got dein lieben sele hab!13Trun Henreycze der waz chluog.Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,Sprach er zuo dem tichter do.Ein andern brief den schräib er so:5** Nach wunsch so müss der zarten meinGelük säld und häyl bescheret sein,Daz mir nu alles ist entwert.Unmuot hat mich gar versert,Den ich so sendecleichen duld,10Umb anders nicht, dann ewer huld.Dar umb, fraw, o mäigenplüt,Süsseu tugend, zarteu güt,O meins herczen paradeis,Bit ich euch mit allem fleizz,15Daz ir es tüt durch frawen zucht,Durch mannes er, durch minne gnuchtUnd mich begert ze gnadenMit treyer läye gaben:Die erst ist daz mir sey beräyt20Guoter will mit stätikäytIn ewerm herczen sicherleich,Daz wil ich gdyenen ewencleich;Die ander ist, daz ir den fundVinden schölt in churczer stund,25Daz sich herczen, mundel, augenZemen fügen sunder taugen;Zum dritten mâl so wil ich flehen,Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,Won ich ewer pin alläine,30Daz niemand hab mit mir gemayne,Und wurd, daz nicht schol werden,Daz ich auf diser erdenDie gnad enmöcht erwerben,So wist, daz ich verderben35Müss und dar zuo sterben.
Und farcz ym dreistund in den mund,Also ward der minner gesunt.Doch was ein wunder, daz er gnas,So hart und er gevallen was.5Dem arczet gab er einen schlagZe lon, das er am ruggen glag.Zur hinter tür er trumpelt aus,Den wirt den liess er in dem haus.Friczo der ward wüten ser.10Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?Fechtens hiet er do begunnen,Do was ym der veint endrunnen.Die rach do über Mäczen gie,Pey den zöpfen er sey vie15Und warff sey dreistund wider derd.Er sprach: Des bist du alles werd:Ich gestochen und geschlagenIn daz maul und in den magen,Daz tach daz ist zerprochen mir,20Sich, daz hab ich alz von dir.Dar zuo gab er ir ein stossUnd sey in ein speicher schloss.Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!Der ärs ist dir ze dik und feyss.25Mäczel ward behalten.Des müss ein fist walten!Sprach do Triefnas an der stund,Do ym die mär so wurden kunt.Noch liebt sey mir ye bas ye bas.30Sprach aber: Das ist das,Ich han gesworen, ich muoss sey haben,Wär sey joch in erd vergraben.Dicz was im zorn und ungemach,Wie oft er gen dem speicher sach,35Und gedâcht ym: Häiliger Christ,** Beschlossen prot, wie süss du pist!*** Mäczlein mäynet TriefnasSo ser, daz im des nicht enwas,Seyn hercz in seinem leibe40Wolt presten nach dem weibe.Mäczli sas alläyne,Sey schawt ir weissen päyne,Do sach sey ir vil praunen muczen.11bSölich zuchen, rupfen, smuczenHuob sich auf den rauhen fleken,Peyssen, chlenken und aynzweken,Dar zuo fluochen, trewen, schelten,5Das des jamers ghort man selten.Mäczel zuo der fuczen sprach:Got geb dir läid und ungemachUnd dar zuo allen smerczen,Den ich an meinem herczen10So pitterleichen duldeNur von deiner schulde.Also schluog sey aber dar,Bis daz ir das maul geswarUnd sprach: Se hin, das gib ich dir,15Das man umb dich hat geben mir.Dar zuo so muoss er sterben,Der nâch dir wil verderben.** Do hiet Mäczel langes harUnd churczen muot, ja daz ist war.20*** Wie schier so ward die täyding chrumb!Meczli chert sich wider umb,Hiet sey vor geschulten ser,Zartend ward sey dreystund merMit streichen und auch mit salben25Die muczen allenttalben.Hin wider sprach sey zuo dem plecz:Got dich alles laydes dergeczUnd püss dir deinen smerczen,Des bitt ich in von herczen,30Dar zuo wil ich dich auch pitten.Habist von mir ichtz gelitten,Vergib mirs! Auf mein rechten äid,Es rewt mich ser und ist mir läid.Der plecz der wolt geantwürt haben,35Da worend ym die zend aus gschlagen,Daz maul waz im geswullenEr hiet verlorn die wullen;Doch ward ein frid gemachet,Dar zuo sprach sey und lachet:40Sälich muoss er werden,Der nach dir wil verderben!Daz waz auf Pertschin do gedacht,Der ir fröd und wunne prachtYoso schier in irem herczen,45Also daz sey alles smerczen11cGar und ganczleich do vergass.Hiez im vor getragen hass,Daz ward alles do verchert,Der minne feur sich also mert,5Daz sey dem gsellen ward so holdUnd hölder, dann dem liethen gold.Erst do huob sich Mäczi gschaft,Chlingeln chlangeln und ein gprächtZwüschen päyden seyten,10Die minn die ward seu reytenAlso ser, daz seu vergassen,Was seu trunken oder assen.Diz leben ward in gar ze saur,Seu hietens päydeu von natur.15** Ye minr man lieb zuo libe liess,Yemer sich hercz zuo herczen stiess.*** An essen seu ab namenUnd chürczleich dar zuo chamen,Daz seu die ärs nicht mohten wegen;20Dar umb so muosten seu sich legenNider auf die benke.Ir sinn un auch ir gdenkeWârend nach versunken.Doch hiet do Bertschi gtrunken25Süssen met und pier und wein,Daz er noch pey den chreften seinBeleib und gedoht in seinem muot:Ist sey nu so wol behuot,Daz ich mit ir nicht greden gtar,30So send ich doch ein briefel dar.Des ward do Triefnas so ze rât,Also schier und auch gedratSant er nach des torfes schreiber,Der hiess Henricze Nabelreiber.35Mein tächenschreiber yeso zhantCham in Bertschins haus gerant.Triefnas der lag auf der bank.Ach und we daz waz sein gsank.Do dicz der Nabelreiber sach,40Es waz ym läid und ungemach,Wan in Bertschi ghöret an.Hat dir iemant iht getan?Sprach er zuo dem armen,Daz müss er von mir armen!45Näyn du, sprach do Berchtold.11dMäczlein bin ich also holt,Daz ich nach ir verderbenWil und dar zuo sterben.Wilt du mir dicz vertreyben,5Ein briefel muost do schreybenHäymleich zuo der frawen meinOder ich muoss leiden peyn.** Des antwurt im der schreiber doUnd sprach: Dem ding ist nit also,10Sam du wänst, mein lieber gsell!Welher reht hofieren well,Der sey ein chnecht pey junger zeit,Frisch und sauber an dem leib,Und derwel im ein allayn15Unter allen frawen gmäyn,Die im aller pest behag,Mit niemant nicht zschaffen hab,Die auch sein geleiche seyAn jugent und auch art da pey,20Von der ze hoh im stigen wil,Der fleugt inn graben ze dem zil.Sey schol auch wesen sunderbarIn allen deinen sinnen zwar,Won die rechte liebeschaft25Zwüschent zwayen hat ir chraftUnd wil ir auch nicht mer haben.Also vil chan ich dir sagen,Wilt den buol dewerben dirZe deiner chan nâch rechter gir,30So vind in an der minne new,Wilt daz es dich nicht gereuw,Won die witwen und die altenSind von rehter min geschalten.An die ersten man gedenket,35Daz die andern prüder chrenket.Nu dar hast du dann aus derkornEin lieb ze sälden dir gporn,So derzäig dich nuofer garFröleich chupplig hin und dar!40Wo sey sicze oder ste,Da scholt du allweg wesen eUnd dein necze streken hin,Daz ist du scholt nach meinem sin12Oft und dik sey smieren anMit spilnden augen hin und dan,Daz sey innen werd die guot,Waz du mäinest in dem muot,5Won die erste angesichtIst ein anvang ze der geschicht.Tanzen macht du pflegen vil,Dönens auf dem säytenspil,Dar zuo singens und auch springens,10Sagens und auch anders dinges.Doch geschech daz mit der massIn dem haus und an der strass,Mit geleychsnen häymleich gar,Daz es nicht werd ze offenbar;15Von frawen gunst derwirbt der manAlläyn, der taugen minnen chan.Dar umb so suoche dir vil leisEin zementragerinen weys,Der du mügst getrauwen wol,20Und schenk ir etwas, sam man schol,Daz sey zuo der räinen varUnd sag ir die wörte gar:Got grüss dich, blünder rose zart!Chayn junkfraw nie so sälich wart25In langen zeiten, sam du bist,Won dich so hat ze diser fristDer schonest jungling diser weltIm ze seinem lieb gezelt,Der ist so hofleich und so chluog,30Seyn gleich die muoter nie getruog;Nie kayn weib sein wirdig magGewesen nach der waren sag;Der von grosser diemuotchaytEmbeut dir seinen dienst beräyt35Und pitt dich auch von herczen gir,Daz du äntwürst im pey mir,Ob es yemer müg gesein,Daz er gewinn die hulde dein,Dar zuo, daz du auch gerumnist im,Ze offenen allen seinen syn12bDir in einer lieben stund,Allayn von seines selbers mund;Daz wil er ewechleych gen dirVerdienen gern, gelaub es mir.5Und ob die rayn des ersten spricht:Deiner red behabt mir nicht;Lass die mare also bald!Daz sein der ubel gaist gewalt!Waynst ich sei ein heubscherin?10Du bist es selber an dem sin;Ge da hin, und chüm nicht me!Anders wiss, ich schaff dir we ...Oder andrer red sey tuotDurch scham und ere die vil guet,15Dar umb vil wenig du verzagUnd ge die gassen auf und ab,Ze fröden singend deinem lieb,Sunderleich daz hofelied:Ze dienen hab ich ir gesworn,20Wil seis joch niemer han verguot,Vält es mir heut, es trifft leicht morn;Dar auf derfreuwet sich mein muotUnd harren ie auf guoten wan.Ze dienen hab ich ir gesworn,25Wil seis joch niemer han verguot,Dar um wil ich nicht abelan.Hin wider umb der botten bhendZuo ir dik und ofte send!Und hât mans vor gebeten ser,30So fleh man sey noch dreistund mer,Bis daz seist von ir geert;Won chäyn hercz ward nie so hert,Daz man nicht mocht gmachen lindMit stätem gpett, das wäyss ein kind.35Nu dar geschicht die gnade dir,Daz du scholt chümen hin zuo ir,So saum dich nit und mach dich darTaugenleich vor neyder scharUnd näyg dich ir, du grüss sey so:40Got der mach euch gmütes froUnd geb euch glüks und häyles vil!Nicht anders ich nu pitten wil.Dar nâch so macht du spiehen schier:12cHöchster hord, o mäygen zyer,Bgenad mich, lieb der gnaden vol,Zferhörren tugentleichen wol!Da mit so häyss sey siczen hin5Und sicz zuo ir, daz ist der sin,Und heb dein tayding an da mitZüchtichleich, daz ist der sitt.Du sprich vil senfticleich und leys:O holder puol, mein paradeis,10Daz ich da her so mangen tagTaugen liebschaft gen euch tragMit ganczen trüwen leident fro,Des lasst mich heut geniessen so,Und verhäysst mir ze der vart15Ganczeu treuw in lieber art!Daz ist mir, fraw, die höchste gab,Die mayste sald, die groste gnad,Won chain ding ward nie so guot,Sam herczen zwai in einem muot20Verstriket gar mit stätichaitIn treuwer liebe gancz beräit.So spricht sey leicht: Daz wisse got,Der mein geruochet ane spotDem mag ich auch nicht hass gtragen.25Des scholt ir yeso danche sagenUnd sprechen: We, wie guot,Wie frölech got was in dem muot,Do er ym schuoff des menschen art,Sunderleichen euch so zart,30In so rechter mâss und geng,An der chürcz und der leng!Aus ewrem mundlein ein rubeinPrinnet: sälich mus er sein,Dem ir eins chüssens woltin gunnen!35Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnenTausent march und dannocht vil,Mocht ich chumen zuo dem spil.So ist sey leyicht der listen volUnd chan dir dicz versagen wol;40Durch er sey wil dir nicht verjehen,Daz sey wolt yet, es wär geschehen.Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,Greyff ir leysleich an daz chläid!Mit seufczen sprich: O we, min hord,45Tötscht du mich, daz ist ein mord.Nu wäist du wol, daz ich verderben12dMuoss also und dar zuo sterben.Da mit so mach der red nich vilUnd mach dich zuo der minne spilIn süssen werchen, es ist zeit,5Mit kussen, merk, und andern streyt,Biz daz die räyn derwarmet sey;So macht du muoten sorgen freyDie e, ob ir dein hercz begert,Des wirst du sicher dann gwert.10Dar nach so tuo, sam ander leut!Nicht mer ich dir yeso beteut.* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,*** Daz vil salich mussist sein!Wäist nicht, daz ze diser frist15Mäczli so verschlossen ist,Daz niemand kömen mag zuo ir,Ze sagen meines herczen gir?Des muost du selber nemen warUnd machen dich zum speicher dar20Mit dem briefel, gselle mein,Und werffen irs zum venster in,Des wirt sey vindent einen fund,Daz ir die mär leicht werdent künd.Nabelreiber der ward jehen:25Waz du wilt, daz sey geschehen!Sein feder er do fürher nam,Und sprach: Nu sag auf, guter man,Wie du den brief wilt haben!Der minnesiech ward sagen,30Nach dem und er sich best versach,Also huob er an und sprach:Got grüss dich, lindentolde!Lieb, ich pin dir holde.Du bist mein morgensterne,35Pey dir so schlieff ich gerne.Mich hat so ser verdrossen,Daz du bist so verschlossenIn dem speicher uber tag,Daz ich nit gschlaffen mag.40Dar zuo han ich mich vermessen,Daz ich furbas nit wil essenNoch gdrinken dehainer stund,Mich tröste dann dein roter mund.Dar umb so sag mir an oder ab,45Daz got dein lieben sele hab!13Trun Henreycze der waz chluog.Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,Sprach er zuo dem tichter do.Ein andern brief den schräib er so:5** Nach wunsch so müss der zarten meinGelük säld und häyl bescheret sein,Daz mir nu alles ist entwert.Unmuot hat mich gar versert,Den ich so sendecleichen duld,10Umb anders nicht, dann ewer huld.Dar umb, fraw, o mäigenplüt,Süsseu tugend, zarteu güt,O meins herczen paradeis,Bit ich euch mit allem fleizz,15Daz ir es tüt durch frawen zucht,Durch mannes er, durch minne gnuchtUnd mich begert ze gnadenMit treyer läye gaben:Die erst ist daz mir sey beräyt20Guoter will mit stätikäytIn ewerm herczen sicherleich,Daz wil ich gdyenen ewencleich;Die ander ist, daz ir den fundVinden schölt in churczer stund,25Daz sich herczen, mundel, augenZemen fügen sunder taugen;Zum dritten mâl so wil ich flehen,Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,Won ich ewer pin alläine,30Daz niemand hab mit mir gemayne,Und wurd, daz nicht schol werden,Daz ich auf diser erdenDie gnad enmöcht erwerben,So wist, daz ich verderben35Müss und dar zuo sterben.
Und farcz ym dreistund in den mund,
Also ward der minner gesunt.
Doch was ein wunder, daz er gnas,
So hart und er gevallen was.5
Dem arczet gab er einen schlag
Ze lon, das er am ruggen glag.
Zur hinter tür er trumpelt aus,
Den wirt den liess er in dem haus.
Friczo der ward wüten ser.10
Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?
Fechtens hiet er do begunnen,
Do was ym der veint endrunnen.
Die rach do über Mäczen gie,
Pey den zöpfen er sey vie15
Und warff sey dreistund wider derd.
Er sprach: Des bist du alles werd:
Ich gestochen und geschlagen
In daz maul und in den magen,
Daz tach daz ist zerprochen mir,20
Sich, daz hab ich alz von dir.
Dar zuo gab er ir ein stoss
Und sey in ein speicher schloss.
Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!
Der ärs ist dir ze dik und feyss.25
Mäczel ward behalten.
Des müss ein fist walten!
Sprach do Triefnas an der stund,
Do ym die mär so wurden kunt.
Noch liebt sey mir ye bas ye bas.30
Sprach aber: Das ist das,
Ich han gesworen, ich muoss sey haben,
Wär sey joch in erd vergraben.
Dicz was im zorn und ungemach,
Wie oft er gen dem speicher sach,35
Und gedâcht ym: Häiliger Christ,
** Beschlossen prot, wie süss du pist!
*** Mäczlein mäynet Triefnas
So ser, daz im des nicht enwas,
Seyn hercz in seinem leibe40
Wolt presten nach dem weibe.
Mäczli sas alläyne,
Sey schawt ir weissen päyne,
Do sach sey ir vil praunen muczen.11b
Sölich zuchen, rupfen, smuczen
Huob sich auf den rauhen fleken,
Peyssen, chlenken und aynzweken,
Dar zuo fluochen, trewen, schelten,5
Das des jamers ghort man selten.
Mäczel zuo der fuczen sprach:
Got geb dir läid und ungemach
Und dar zuo allen smerczen,
Den ich an meinem herczen10
So pitterleichen dulde
Nur von deiner schulde.
Also schluog sey aber dar,
Bis daz ir das maul geswar
Und sprach: Se hin, das gib ich dir,15
Das man umb dich hat geben mir.
Dar zuo so muoss er sterben,
Der nâch dir wil verderben.
** Do hiet Mäczel langes har
Und churczen muot, ja daz ist war.20
*** Wie schier so ward die täyding chrumb!
Meczli chert sich wider umb,
Hiet sey vor geschulten ser,
Zartend ward sey dreystund mer
Mit streichen und auch mit salben25
Die muczen allenttalben.
Hin wider sprach sey zuo dem plecz:
Got dich alles laydes dergecz
Und püss dir deinen smerczen,
Des bitt ich in von herczen,30
Dar zuo wil ich dich auch pitten.
Habist von mir ichtz gelitten,
Vergib mirs! Auf mein rechten äid,
Es rewt mich ser und ist mir läid.
Der plecz der wolt geantwürt haben,35
Da worend ym die zend aus gschlagen,
Daz maul waz im geswullen
Er hiet verlorn die wullen;
Doch ward ein frid gemachet,
Dar zuo sprach sey und lachet:40
Sälich muoss er werden,
Der nach dir wil verderben!
Daz waz auf Pertschin do gedacht,
Der ir fröd und wunne pracht
Yoso schier in irem herczen,45
Also daz sey alles smerczen11c
Gar und ganczleich do vergass.
Hiez im vor getragen hass,
Daz ward alles do verchert,
Der minne feur sich also mert,5
Daz sey dem gsellen ward so hold
Und hölder, dann dem liethen gold.
Erst do huob sich Mäczi gschaft,
Chlingeln chlangeln und ein gprächt
Zwüschen päyden seyten,10
Die minn die ward seu reyten
Also ser, daz seu vergassen,
Was seu trunken oder assen.
Diz leben ward in gar ze saur,
Seu hietens päydeu von natur.15
** Ye minr man lieb zuo libe liess,
Yemer sich hercz zuo herczen stiess.
*** An essen seu ab namen
Und chürczleich dar zuo chamen,
Daz seu die ärs nicht mohten wegen;20
Dar umb so muosten seu sich legen
Nider auf die benke.
Ir sinn un auch ir gdenke
Wârend nach versunken.
Doch hiet do Bertschi gtrunken25
Süssen met und pier und wein,
Daz er noch pey den chreften sein
Beleib und gedoht in seinem muot:
Ist sey nu so wol behuot,
Daz ich mit ir nicht greden gtar,30
So send ich doch ein briefel dar.
Des ward do Triefnas so ze rât,
Also schier und auch gedrat
Sant er nach des torfes schreiber,
Der hiess Henricze Nabelreiber.35
Mein tächenschreiber yeso zhant
Cham in Bertschins haus gerant.
Triefnas der lag auf der bank.
Ach und we daz waz sein gsank.
Do dicz der Nabelreiber sach,40
Es waz ym läid und ungemach,
Wan in Bertschi ghöret an.
Hat dir iemant iht getan?
Sprach er zuo dem armen,
Daz müss er von mir armen!45
Näyn du, sprach do Berchtold.11d
Mäczlein bin ich also holt,
Daz ich nach ir verderben
Wil und dar zuo sterben.
Wilt du mir dicz vertreyben,5
Ein briefel muost do schreyben
Häymleich zuo der frawen mein
Oder ich muoss leiden peyn.
** Des antwurt im der schreiber do
Und sprach: Dem ding ist nit also,10
Sam du wänst, mein lieber gsell!
Welher reht hofieren well,
Der sey ein chnecht pey junger zeit,
Frisch und sauber an dem leib,
Und derwel im ein allayn15
Unter allen frawen gmäyn,
Die im aller pest behag,
Mit niemant nicht zschaffen hab,
Die auch sein geleiche sey
An jugent und auch art da pey,20
Von der ze hoh im stigen wil,
Der fleugt inn graben ze dem zil.
Sey schol auch wesen sunderbar
In allen deinen sinnen zwar,
Won die rechte liebeschaft25
Zwüschent zwayen hat ir chraft
Und wil ir auch nicht mer haben.
Also vil chan ich dir sagen,
Wilt den buol dewerben dir
Ze deiner chan nâch rechter gir,30
So vind in an der minne new,
Wilt daz es dich nicht gereuw,
Won die witwen und die alten
Sind von rehter min geschalten.
An die ersten man gedenket,35
Daz die andern prüder chrenket.
Nu dar hast du dann aus derkorn
Ein lieb ze sälden dir gporn,
So derzäig dich nuofer gar
Fröleich chupplig hin und dar!40
Wo sey sicze oder ste,
Da scholt du allweg wesen e
Und dein necze streken hin,
Daz ist du scholt nach meinem sin12
Oft und dik sey smieren an
Mit spilnden augen hin und dan,
Daz sey innen werd die guot,
Waz du mäinest in dem muot,5
Won die erste angesicht
Ist ein anvang ze der geschicht.
Tanzen macht du pflegen vil,
Dönens auf dem säytenspil,
Dar zuo singens und auch springens,10
Sagens und auch anders dinges.
Doch geschech daz mit der mass
In dem haus und an der strass,
Mit geleychsnen häymleich gar,
Daz es nicht werd ze offenbar;15
Von frawen gunst derwirbt der man
Alläyn, der taugen minnen chan.
Dar umb so suoche dir vil leis
Ein zementragerinen weys,
Der du mügst getrauwen wol,20
Und schenk ir etwas, sam man schol,
Daz sey zuo der räinen var
Und sag ir die wörte gar:
Got grüss dich, blünder rose zart!
Chayn junkfraw nie so sälich wart25
In langen zeiten, sam du bist,
Won dich so hat ze diser frist
Der schonest jungling diser welt
Im ze seinem lieb gezelt,
Der ist so hofleich und so chluog,30
Seyn gleich die muoter nie getruog;
Nie kayn weib sein wirdig mag
Gewesen nach der waren sag;
Der von grosser diemuotchayt
Embeut dir seinen dienst beräyt35
Und pitt dich auch von herczen gir,
Daz du äntwürst im pey mir,
Ob es yemer müg gesein,
Daz er gewinn die hulde dein,
Dar zuo, daz du auch gerumnist im,
Ze offenen allen seinen syn12b
Dir in einer lieben stund,
Allayn von seines selbers mund;
Daz wil er ewechleych gen dir
Verdienen gern, gelaub es mir.5
Und ob die rayn des ersten spricht:
Deiner red behabt mir nicht;
Lass die mare also bald!
Daz sein der ubel gaist gewalt!
Waynst ich sei ein heubscherin?10
Du bist es selber an dem sin;
Ge da hin, und chüm nicht me!
Anders wiss, ich schaff dir we ...
Oder andrer red sey tuot
Durch scham und ere die vil guet,15
Dar umb vil wenig du verzag
Und ge die gassen auf und ab,
Ze fröden singend deinem lieb,
Sunderleich daz hofelied:
Ze dienen hab ich ir gesworn,20
Wil seis joch niemer han verguot,
Vält es mir heut, es trifft leicht morn;
Dar auf derfreuwet sich mein muot
Und harren ie auf guoten wan.
Ze dienen hab ich ir gesworn,25
Wil seis joch niemer han verguot,
Dar um wil ich nicht abelan.
Hin wider umb der botten bhend
Zuo ir dik und ofte send!
Und hât mans vor gebeten ser,30
So fleh man sey noch dreistund mer,
Bis daz seist von ir geert;
Won chäyn hercz ward nie so hert,
Daz man nicht mocht gmachen lind
Mit stätem gpett, das wäyss ein kind.35
Nu dar geschicht die gnade dir,
Daz du scholt chümen hin zuo ir,
So saum dich nit und mach dich dar
Taugenleich vor neyder schar
Und näyg dich ir, du grüss sey so:40
Got der mach euch gmütes fro
Und geb euch glüks und häyles vil!
Nicht anders ich nu pitten wil.
Dar nâch so macht du spiehen schier:12c
Höchster hord, o mäygen zyer,
Bgenad mich, lieb der gnaden vol,
Zferhörren tugentleichen wol!
Da mit so häyss sey siczen hin5
Und sicz zuo ir, daz ist der sin,
Und heb dein tayding an da mit
Züchtichleich, daz ist der sitt.
Du sprich vil senfticleich und leys:
O holder puol, mein paradeis,10
Daz ich da her so mangen tag
Taugen liebschaft gen euch trag
Mit ganczen trüwen leident fro,
Des lasst mich heut geniessen so,
Und verhäysst mir ze der vart15
Ganczeu treuw in lieber art!
Daz ist mir, fraw, die höchste gab,
Die mayste sald, die groste gnad,
Won chain ding ward nie so guot,
Sam herczen zwai in einem muot20
Verstriket gar mit stätichait
In treuwer liebe gancz beräit.
So spricht sey leicht: Daz wisse got,
Der mein geruochet ane spot
Dem mag ich auch nicht hass gtragen.25
Des scholt ir yeso danche sagen
Und sprechen: We, wie guot,
Wie frölech got was in dem muot,
Do er ym schuoff des menschen art,
Sunderleichen euch so zart,30
In so rechter mâss und geng,
An der chürcz und der leng!
Aus ewrem mundlein ein rubein
Prinnet: sälich mus er sein,
Dem ir eins chüssens woltin gunnen!35
Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnen
Tausent march und dannocht vil,
Mocht ich chumen zuo dem spil.
So ist sey leyicht der listen vol
Und chan dir dicz versagen wol;40
Durch er sey wil dir nicht verjehen,
Daz sey wolt yet, es wär geschehen.
Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,
Greyff ir leysleich an daz chläid!
Mit seufczen sprich: O we, min hord,45
Tötscht du mich, daz ist ein mord.
Nu wäist du wol, daz ich verderben12d
Muoss also und dar zuo sterben.
Da mit so mach der red nich vil
Und mach dich zuo der minne spil
In süssen werchen, es ist zeit,5
Mit kussen, merk, und andern streyt,
Biz daz die räyn derwarmet sey;
So macht du muoten sorgen frey
Die e, ob ir dein hercz begert,
Des wirst du sicher dann gwert.10
Dar nach so tuo, sam ander leut!
Nicht mer ich dir yeso beteut.
* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,
*** Daz vil salich mussist sein!
Wäist nicht, daz ze diser frist15
Mäczli so verschlossen ist,
Daz niemand kömen mag zuo ir,
Ze sagen meines herczen gir?
Des muost du selber nemen war
Und machen dich zum speicher dar20
Mit dem briefel, gselle mein,
Und werffen irs zum venster in,
Des wirt sey vindent einen fund,
Daz ir die mär leicht werdent künd.
Nabelreiber der ward jehen:25
Waz du wilt, daz sey geschehen!
Sein feder er do fürher nam,
Und sprach: Nu sag auf, guter man,
Wie du den brief wilt haben!
Der minnesiech ward sagen,30
Nach dem und er sich best versach,
Also huob er an und sprach:
Got grüss dich, lindentolde!
Lieb, ich pin dir holde.
Du bist mein morgensterne,35
Pey dir so schlieff ich gerne.
Mich hat so ser verdrossen,
Daz du bist so verschlossen
In dem speicher uber tag,
Daz ich nit gschlaffen mag.40
Dar zuo han ich mich vermessen,
Daz ich furbas nit wil essen
Noch gdrinken dehainer stund,
Mich tröste dann dein roter mund.
Dar umb so sag mir an oder ab,45
Daz got dein lieben sele hab!13
Trun Henreycze der waz chluog.
Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,
Sprach er zuo dem tichter do.
Ein andern brief den schräib er so:5
** Nach wunsch so müss der zarten mein
Gelük säld und häyl bescheret sein,
Daz mir nu alles ist entwert.
Unmuot hat mich gar versert,
Den ich so sendecleichen duld,10
Umb anders nicht, dann ewer huld.
Dar umb, fraw, o mäigenplüt,
Süsseu tugend, zarteu güt,
O meins herczen paradeis,
Bit ich euch mit allem fleizz,15
Daz ir es tüt durch frawen zucht,
Durch mannes er, durch minne gnucht
Und mich begert ze gnaden
Mit treyer läye gaben:
Die erst ist daz mir sey beräyt20
Guoter will mit stätikäyt
In ewerm herczen sicherleich,
Daz wil ich gdyenen ewencleich;
Die ander ist, daz ir den fund
Vinden schölt in churczer stund,25
Daz sich herczen, mundel, augen
Zemen fügen sunder taugen;
Zum dritten mâl so wil ich flehen,
Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,
Won ich ewer pin alläine,30
Daz niemand hab mit mir gemayne,
Und wurd, daz nicht schol werden,
Daz ich auf diser erden
Die gnad enmöcht erwerben,
So wist, daz ich verderben35
Müss und dar zuo sterben.