Chapter 8

Da mit{Euch geseg in steg und wegJhesus in seiner güti!Euer phleg in leb und swebVenus in irm gmüti!}Und anders nit!40*** Do der brief geschlossen ward,Der schreiber hub sich an die vart,Zuo dem speicher er sich kert,Da fro Mäczel was verspert.Daz briefel pand er an ein stäyn13bUnd warff es hin zum fensterleyn.** Er sprach: Nu ge hin ane füss!Dich umbschlahend armen süss.Var hin, brief, dar ich dich sende!5Dich enphahend weisse hende.*** Mein briefel daz ward fliegenZum fenster in hin stieben.Und cham her, da er Mäczen vand.Es verfäillet päyder hand10Und dar zuo lieber armen,Es mocht da nicht erwarmen,Also es der choph emphieng,So schon, daz ym daz pluot aus gieng.Da was der brief nicht schuldig an,15Es hiet sein gsell da pey getan,Zuo dem es waz gestrichet,Der so die menschen zwiketFür daz grüssen an der vart,So er zuo ym gsendet wart.20Mäczli was gevallenMit ärs und mit allemAb dem banch, da sey do sas,Daz sey irs gemuocz vergas.Do nu vergie daz streken,25Die oren ward sey rekenUnd denken: Wie ist mir geschehen?Also wol sei umb sich sehenUnd dersach den brief gpundenMit dem stäyn, der ir die wunden30Hiet geschlagen in den chopf;Des nam sey wunder in dem kropf.Doch sey zuo ir selben sprach:Dicz ist nicht gschehen ane sach.Hie mit und sey den brief entpand,35Den stäyn den warff sey wider dwand.Woy, wie gern sey hiet gelesen,Wär dhäyn kunst in ir gewesen!Sey wolt sich ztod erfressen,Daz sey der gschrift vergessen40Hiet in iren jungen tagen.** Daz ward sey ruwenchleichen clagenUnd sprechend: We mir heut den tag,Daz ich so wench gelernet habLesen und auch schreiben!13cDaz pringt mir jamere leydenUnd macht mir schaden scham and läid.Wie schol ich meinew haymleichaitOffnen einem fremden man,5Dem ich läyder nicht enkanGetrauwen äigenleichen wol?Die werlt ist böser listen vol.Owe, chunst, du werdes guot,Du höchster hord, du edler muot,10Gewizzer schacz, du blündeu frucht,Der sele hayl, des leibes zucht,Hiet ich deinen samen gsäytMit sorgen und auch arbäyt,So möcht ich ieczo sneyden15Mit fröden ane leiden.Hiet ich gsaczt der wurczen dein,Die mich so bitter dauchten sein,So läs ich iecz in meinen sakÖpfel süss und wol gesmak.20Secht, der han ich kains getan:Des muoss ich disen jamer han.*** Do nu die red was vollepraht,In irem herczen sey gedacht,Wie seys scholte legen an,25Daz sey chäym zuo einem man,Der ir saget an gevär,Was am brief geschriben wär.Also kam ir in den muot,Dar zuo so wär ein schreyen guot30Und ein ruofen durch den gatterZuo meinem alten toben vatterUnd zaygen ym daz pluot der wundenUnd wie mir was von we gswunden;So wirt er mich leicht nemen aus35Und füren mich zuos arczetz hausViel schier und auch geswinde,Daz er mich verpinde.Wie schier waz daz geschehen,Sam sey sich hiet versehen!40** Der arczet was ein weiser man,Dar umb er fragen do began:Wie pist du, maget, so gschlagenMit we und wan? Daz scholt mir sagen.Das tet er alles umb daz,13dDaz er derfüri dester bas,Mit we ir zhelfen wäre.*** Mäczelein dem was swäreZe sagen im mit ganczem wâr5Vor den leuten offenbar.Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,Die leut, die tun mir also häiss,Die hie so nahent pey mir sten.Ich fürcht, mir well die sel engen.10Chrippenchra der ward des innen,Wes die junchfraw wol beginnen,Er snarchet gen den leuten:Sym, was wil dicz beteuten?Welt ir uns dersteken,15Derstenken und dersmekenUnd dar zuo mir die chunst ableren?Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.Ich mag ir nicht generen,Man well sie dann versperren20In diser camer sunderbar,Daz seit die kunst und ist auch war,Da wirt man ir der wurczen geben,Wil mans behalten pey dem leben.Des schreuwens all: Hin für, hin für,25Wir schüllen tretten für die tür.Mein tür die ward verschlossen,Der arczt was unverdrossen,Zum andern mal er fraget do:Sag an, liebes diernel, so30Und sag mir freilich dein gemüt,Wilt, daz got dirs leben bhüt.Mäczli die huob an und sprach:So wol mir, daz ich euch gesach!Ir seit so gar ein biderman,35Daz ich dehainen zwivel han,Wie irs yemant fürbas sagenWerdint mein vil sendes klagen.Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen.40Sicher was der mäister do,Waz er tet, das läist er so.Die mayt hub an zferjehen:Mein herr, dicz ist geschehenMit einem stäyn, der geworffen was14An die stat, do ich do sas,Den hab ich also fundenMit disem brief verwunden,Den zäig ich euch in rehter peyicht,5Sam ir ze phaffen wärd geweicht,Und pit euch durch den rethen got,Daz ir mir sagent âne spot,Was dar inn geschriben sey,Des muost ir wesen läydes frey.10Der arczet nam den brief in dhandUnd sayt ir, waz er dar inn vand.Des dankecz ym und was sein fro.Zuo dem arczet sprach sey do:Lieber herr, so schreibet mir15Hin widerumb auch mein begir!Daz wil ich euch vergeltenMit treuwen ane schelten.Der arczet sprach: Daz sei geschehen!Doch wil des ersten sehen20Zuo deinem haubt, gelaub es mir,Dar nach zuo deines herczen gir.Des ward er sey do wäschenMit esseich und mit äschen,Mit zwivel und mit mersalcz,25Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.** Die minn ward ir gevallen,Die hönich gemacht aus gallenUnd dar nach aus dem hönich gpirtGallen, die ze pitter wirt.30*** Ze den selben stundenMäczli ward verpunden.Des huob sey an und sprach zuo ym:Herr, vernemet meinen sin!Schreibt und lâst die feder gen!35Also schol mein briefel sten:Got grüs dich, lieb von hoher art!Chäim puolen ich nie lieber wart,Dan dir, mein trost, daz sag ich dirAn allen spot, gelaub es mir!40Deinen brief han ich gelesen,14bDes muoss ich iemer froleich wesen.Chum zuo mir pey diser nachtIns arczetz haus und gib mir chraft,Und waz du wilt daz wil ich tuon.5Ich acht der andern nicht ein huon.Da mit so phleg dein unser herr,Du seygist nahent oder ferr.** Do dics nu Crippenchra dersach,Zuo ym selber er do sprach:10Trun, du macht ein hürrel sein,Mich triegin dann die sinne mein.Und gedacht ym an die geschrift,Die von weiben also spricht:Den frawen ist der ars ze präyt,15Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,So vil und ich euchs betuten wil:Frawen trew der ist nicht vil,Frawen unkeusch ist ein vinden,Den chan roch mag uberwinden.20Waz sag ich euch? Es ist nicht new,Wie smal sey aller werlten trewUnd dar zuo churcz ir stätichait,Ir sünde michel und auch prayt.Man möcht es ewencleichen treyben;25Besser ist, wir lassins pleyben*** Und kern wider zuo dem arczet.Der ward do lachent, daz er farczet,Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph,30So ghört mein stumph zuo deinem muot;Unser dinch mocht werden guot,Und wilt meinen willen tuon,Ich mach dir gen dem vatter suon,Gen deinem herwen vatter Friczen,35Der dich so oft macht ser swiczzen;Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.Die brief die fasst er in die hant.Sich, die wil ich Friczen zäygen,Gibst duo dich mir nicht ze äygen.40Maczli wist nit, was er säyt,Dar umb waz ir die rede läyd,Und sprach: Ich pin in ewer hand;Welt ir mich pringen so ze schand,14cDaz stet euch werleich ubel an,Scholt ir sein ein bider man.Ewers willens ich enwäiss,Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss.5Daz waz vil züchtichleichen geret,Des arczet macht es alles wettEr sängelt: Da da, nüssli, da!Mäczli, sta sta! Hägili, sta!Der stumphe daz sein wurczen10Ein langeu mit zwäyn kurczen.Dar zuo so ist mein wille,Daz du dich habist stilleUnd lass dich nicht verdriessen,Der wurczen muost du niessen,15Wilt du so nicht verderbenIn deinen sünden sterben.Nu dar, mein lieber herr, daz sey!Sprach die junchfraw sorgen frey.Da mit ward sey der wurczen essen20Also ser und unvermessen,Daz sey yeso hiet vergessen,Wo sey gestanden was und gsessen.Des wolt der arczet fuder ziehen;Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen!25Arczet mich en wenig me!Ich derläid es bas dan e.Hie mit so viels ym an den stekkenUnd hielt in pey den päyden stekken.Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen;30Der wurczen wil ich aber haben.Des gab er ir der wurczen doAuf dem bauch und in dem stro.Do sey des smakes innän ward,Ir muost geswinden an der vard.35Der pfeffer was ir selczen,Des muost der arczet engelten.Er mocht es läider nicht gefügen,Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,Er wolt sich von ir brechen.40Mäczli die ward sprechen:Salbend mich in diser fristZum drittel mâl, alz recht ist.14dIch pin läider ungenesen.Wet der tiefel, mag dicz wesen,Sprach der mäister so ze stund,Dich müs der semper machen gsunt!5Benügt dich nicht, so ge zum se!Ich mag nicht pöllen ymer me.Da mit so huob er sich von stat,Sam ein bok, dem dhürner abNeuleich sein gevallen.10Es was ym aus dem schallen.** Doch hiet fra Mäczel iren täil.Wie wol sey vor hin wär ze gäil,Sey ward sich in der seiten chlagen,In dem pauch und in dem magen,15Daz wasser schluog ir auf zum maul,Ir glider wurden also faul,Daz sei sich wenich moht gerüren.Man muost sey zwischen armen füren,Weil und zeit die ward ir lanch,20Herwer esseich waz ir getranch,Amphern und nit mandelreis,Äphel saur daz was ir speiss,Die rehten varw hiet sey verlorn,Ir prüstel wärczel warend gsworn25Und derswarczet all umb und umb.Dis dink ward schletleich also chrump,Daz der arczet sich versint,Juncfraw Mäczel trüg ein chind.*** Des ward er sich vil sere bsorgen30Und bhielt sey bis an dritten morgen.Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?Hast du Bertschin in deinem muotUnd wilt in nemen zuo der e?Sy swäig, er fraget aber me.35Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:Wäiss er daz, er tuet mir laid.** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:Nimp er dich, so sprich nür: Ja!Dar noch so tuo, sam ich dich ler!40Wilt du bhalten noch dein er,15Ge zuo Strauben deinem vetterUnd häiss dir geben lilienbletter,Dar zuo zipern und auch gallen,Mit ein ander häiss gewallen.5Du wäist wol, Meczel, pey dem päynUnd leg es dik und oft dar einUnd sprich: Daz glük verhenge!Die mucz die wirt dir enge;Und verste mich, wilt du, eben10Der appenteker schol dir gebenGallen, sam er vil wol wäyss,Von dem paum und nicht der gäiss,Und häiss dirs wegen äigenleichAlleu dreu in einr geleich.15Dar nach so hab gewischeEin plater von dem vischeUnd füll sey mit einr Tauben pluot!Da wirt dir an dem abent guot,So man dich nu wirt legen zuo.20Mäczel, was ich sag, daz tuo!In den selben zeitenScholt du nicht erpeyten,Du legist hin daz pläterlein,Da die mäytum schol da sein;25Und chumpt er in seinr herren land,Daz pläterlein zerprist ze hand,Daz pluot wirt hin so fliessen,Des muost du ymer geniessenAn dem guot und an den eren.30Sich, ob ich dich chün geleren!Wilt du dannocht sicher sein,So zappel vast und dar zuo greyn,So wäint er erst, du seist ein mäyt.Hörst, waz ich dir han gesäit?35*** Ja da, antwürt sey ym do.Seines rates was sei froUnd sprach: Daz tät ich alles gern,Wolt er mich der e gewern.Der mäister sprach: Lass mich es treiben!40Ein söleichs briefel chan ich schribenMit guten worten und auch süssenDaz er dich mit hend und füssen15bNement wirt yeso ze stund,So ym die märe werden chunt.Des nam er so die federn do,Sein briefel huob er an also:5** Got der obrest und der mäist,Vatter sün und heiliger gäist,Der in seiner magenchraftHymel hat und erd geschaft,Wasser, luft und auch daz feur,10Vogel, visch mit seiner steur,Vich und dar laub und gras,Umb anders nichti, dann umb daz,Daz der mensch mit zuht und erAuf erd sein leben hie verzer,15Der muoss euch, liebes lieb, bgnadenMit seinen sayligen siben gaben,Mit syben hailikait!Dar zuo sey euch mein dienst berayt.Ein briefeleyn han ich vernomen,20Mich daucht, es wär von himel komen,So wunecleich kam es geflogenDa her in einem regenbogen,Einr wulchen swanch sein umbehanch,Dar inn derchlanch der fröden gesanch25Mit worten in seiner angesicht,Sam es ein engel hiet geticht.Die süssichait mich uberwantAlso ser, dacz ich ze hantVerlos des tages liechten schein,30Ein schlaff begraiff die augen mein,Ein traum gevie die sinne,Dar inn die obrest MinneEin chüngin allen frawen gmäinÄigenleichen mir derschäin;35Nackent was sey und auch bloss,Einr pey zweinczich jaren gnoss,Auf dem haubet truogs ein chronVon glas, da stuond geschriben schon:Ich pins ein wunecleicheu stim,40Junchfraw Venus von der minn.Dar unter stuond ir harel leys,Geflochten in einr ketten weis;An den augen was sey plind,In ir gepärden gar ze geswind;15cEin pogen fürt sey in der handMit glünder stral, sam ich es vand;Sey was gesessen in ein wagen,Mit gold und silber schon beschlagen,5Dem ein bach von rotem pluotFloss hin nach in sender fluot.Sey ward mich nennent so zehant,Mich wundert, wie sey mich derkant.Dar zuo näigt sey sich gen mir10Und grüst mich schon, des dankt ich ir.Do sprach sey: Wäist du, war umb ichChomen pin zuo dir? Vergich!Näyn du, truwen, sait ich do.Des huob sey an und sprach also:15Ich gepeut dir pey dem pan,Daz du Bertschin deinen manGewerst alles, des er wil,Sein seig wenich oder vil,Und leb mit fröden sampt mit ym!20Das chumpt dir alles ze gewin.Du vinst noch wol, daz dich da sirt,So dich daz alter reitent wirt.Ein swarczer gäist zür tenken seitenSprach: Der volg ze allen ziten.25Da mit die gespenst verswandVor meinen augen so zehand.Des wär mir so geswunden,Hiet ich do nit fundenEin ander frawen schon und räyn,30Die mir auch in dem traum derschain,Und cham für meinen angesichtAlso clar, daz mich des nichtEndaucht, es war der sunnen glancz.Auf irem hauben truogs ein krancz35Mit dreien chronen schon gemacht,Obenander und gedaktMit einem sternen, der was vein,Er schain sam ein karvunkelstäyn.Von eysen was die erste chron40Und stuond dar umb geschriben schon:Ich pins ein chron der vestichait,15dDer unreht tuot, daz ist mir läid.Die ander chron von silber was,Darinn man auch geschriben las:Ich pins ein chron der küschichait,5Die so rayn ist und gmayt.Die dritte chron was guldin garUnd auch geschriben also dar:Ich pins ein chron der sälichait,Ze gnaden was ich ie beräit.10Unterm kränczel was verwundenIr harel sauber auf gepunden,Der augen hiet sey viereu do,So schön und also zveren so,Daz mir jo des so nicht enwas.15Ich schauwet in ein spiegelglas,Sey hiet einn mantel, der waz präytUnd manich varw dar an geläyt;Sey taut in auf mit einer handEr daucht mich weit dann ein land.20Ein kind sey an der andern truog,Daz was so wunnechleich und chluog,Daz ich alles ungemachVercläyt, wan ich es angesach.In einer chirchen sey do sas25Auf dem alter, sam mir was,Die was gemalet uber alMit zarten bilden ane zal;Dar zuo hiet die selbig chilchEin se umb sich mit honk und milch,30Der was vil michel und auch gross,In sälder wuot er umb sey floss.Sey sach mich mit eim augen anUnd segnet mich die wol getan,Des naigt ich ir mit züchten35Und wolt mich geben zflüchen.Des ruoftcz mich an und redet do:Beleib bei mir und fleuch nicht so!Tuo, sam ich dir sagen wil,Wilt tuo glükes haben vil,40Und folg nicht falscher min gepott,Wonn das streket wider got,Es wär dann daz dein lieber man16Der e dich wölti muoten an,Des macht du in gar wol gewerenMit sälden, treuwen und mit eren,Won got selb von seinem rat5Die hailigen e geschaffen hat.Dar nach sprach daz kindelein:Volg der lieben muoter mein,Wilt du leib und sel behalten,Von uns nimer werden geschalten.10Ein weisser gaist zur rehten seytenSprach: Den dien ze allen zeiten.Hie mit segent es mich soMit einem chreucz, daz macht mich fro.Von fröden ich derwachet,15Vil drât mich auf machetUnd gie zuo meinem päyichtigär.Ich sagt ym ganczleich diseu märUnd patt in durch den reichen gotUnd durch alleu sein gebott,20Daz er mich wolti des beschaidenUnd seinen rat da mit derzäigen.Des wundert er sich gnuog und vil.Doch, sam ich euchs kurczen wil,Er sprach: Wir mügen schauwen25Daz pey der ersten frawen,Und dunckt mich auch in meinem sinn,Sei ist die falsch betrogen minn,Fro Venus mit irm bösen rat,Die oft ein sel verdampnet hat.30Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,Sey ist noch elter, dann die welt;Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,Die minn die wil nicht alter haben.Nackent, sprichst du, daz sey wär.35Daz chan nicht wesen an geväre.Die minn die wil, daz schoss ze schossSich zemen fügin also bloss.Die glesin chron, die sey da träyt,Und die geschrift dar an geläitDaz mag uns nicht betüten mer,16bDann upig fröd, zergänclech er.Ir har gestrichen also leisGeflothen in einr ketten weisIst nicht anders, dann ein strik,5Der uns leib und sel verschlik.Ist sey an den augen plind,Daz weteut, sam ich es vind,Daz oft ein schones mensch von artMinnet einen grausen part.10An den gepärden ist sey ring,Daz ist daz, das ich do sing:Die minner habend wilden muot:Was seu tuond, das dunkt seu guot.Den pogen fürt seu in der hand15Mit der stral durch ällen land.Da scheust sey jungen herczen mitZuo irem ersten angesicht.Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,Won sey schürphen brennen wil.20Siczt sey dann in einem wagen,Mit reichem gsmid al durch bschlagen,Da pey sich mein hercz versicht,Der minner schaft an phenning nicht.Der bluotent bach rint aus den wunden,25Die da geschehent ze den stunden,So der minner umb ein schadenWirt gestochen und geschlagen.Den swarczen gäist zur tenken handTuon ich dir yeso bekant.30Ein böser engel ist er zwar,Deiner sele gar zgevar;Darum, lieben tochter mein,Daz du sälich müssist sein,Volg nit einem bösen rat,35Wilt du meiden missetat!Acht nicht falscher minne gebot!Daz rat ich dir an allen spot.Do ich des priesters red vernam,In mir selber ich dercham40Und west nicht, was ich sagen scholt.Doch cham ich zred, sam got do wolt,Und sprach: Der ler euch got vergelt!16cIch wil tuon alles, daz ir welt.Sagt mir, herr, in diser schaw,Waz beteut die ander fraw?Des antwurt er mir züchticleich:5Mich dunkt, es sey die säldenreichMuoter gocz und räyneu mäyt,Maria, trost der cristenhäyt.Daz chränczel mit den chronen dreyDunkt mich, dass nicht sey,10Dann sam da geschriben istMit hailiger hand in tieffer list.Doch so mag ich nicht vergenDen sternen, da pey man verstenSchol ir güt in liechtem scheyn15In hymel und auch erd gemäyn.Ir har daz hiet sey auf gepunden,Daz ist, daz sey ze allen stundenRainer cheuschikait was volUnd leypleich glüst verdilgget wol.20Der augen hat sey viereu,Daz sag ich dir so schiere,Es sint die vier rät viel guot,Die sey dem guoten menschen tuot.Daz ist: Schlecht dich der ans wang,25So peut daz ander dar zehant!Nym ein frawen zuo der chand,Macht du nicht sein weibes an!Verkauff dein habe gancz und garUnd gib es armen leuten dar!30Vergib in, die dich hassent ser,Vnd pit got, daz er seu beker!Der welt sey sicht in vier täilUnd geust ir tugend uns mit häil.Ir derbarmherczichäit35Manichvaltigen und bräytMerke pey dem mantel weit,Mit so manger varw beräit!So wiss auch, das daz chindel istUnser schepfer Jhesus Crist,40Unser löser, unser behalter,Unser herr und unser vatter.Pay der chirchen sey dir gesäit:16dEs ist die häilich christenhäit.Daz gmäld zuo anders nit enfügt,Den zguotem sinn des got bnügt.Der alter, da die mäide sass,5Glaub, daz es der gelaube was,Des sey vil selten ye vergasUnd stercht in noch ye bas und bas.Was bezäichnet nu der se?Daz pluot, daz in der neuwen e10Mit sampt dem wasser ist grunnenVon dem lebendigen brunnen,Augen zähern and daz pluot,Die vergossen sein in guotUnd nu verchert in süssichait,15Sam uns sein milch und hönk derzäygt.Der weisse geist zur rechten handSey dir also schier genant!Es ist ein guoter engel zart,Der dich wehnet zuo aller vart.20Hie pey, maget sälden vol,Macht du merchen sunder wol,Was du lassen scholt und tuon,Wilt du behalten gotes suon.Also ward ich ausgericht25Nach meines herczen zuoversicht.Nu gedenk, mein höhster hort,An des grösten maisters wort,Daz er zuo uns allen sprichtMit seiner häiligen ler und gschrift:30Waz hulffi, ob du die weltGewunnen hietst mit allem geltUnd dein sel wurd leiden haben?Das scholt du in deim herczen tragenUnd mâssen dich des schreibens,35Des trumbels und des treybens,Es sey dann mit den eren mein,Wilt du von mir geweret sein.Hie mit so gib ich ym ein end.Got dir alles trauren wend40Und büsse deinen smerczen!Die obrest küngin schirme dich,Ob du in treuwen mäinist mich!17Des bit ich sey von herczen.Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,In sälder stund, in fröden tag,Mit lieber hand an guotem stad,5Getichet auf daz glükrad.*** Do dicz nu so geschehen was,Daz briefel er ir überlass.Des dancht sey ym von herczen doUnd sprach: Wie schol mich reuwen so10Mein schand, die sich von euch derhuob?Ir seicz ein mäister also chluog.Wer schol in tragen? huob sey an.Lâss mich schaffen! sprach der man.Also vand er so zehand15Ein altes weib, daz er derkant,Die chond waschen und auch reyben,Chauffmanschaft mit schloern treiben,Da mit jungen mägeteynHelfen von den eren sein;20Und mocht man nicht gevaren bas,So viel sey selber in daz gras.Den brief den bott er ir al doUnd underweist daz weib also:Ge hin taugenleichen aus25Und mach dich hin in Bertschins haus,Den brief den gib ym in die handUnd sprich: Den hat euch Mäcz gesant.Und grüss in von ir tausent stund!Nicht anders sag ym mit dem mund!30Way, wie was ir dicz so gsmak!Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,Bis daz sey zu Bertschin kam.Sey sprach: Got grüss euch, junger man!Sälich müst ir yemer sein!35Daz briefel sent euch Mäczli veinMit mangem minnechleichen gruoss.Von dem haubt bis auf den fuossWer waz froer, dann der chnecht?Er sprach: Nu ist meim dinge recht.40Se hin, die zwen schilling,Vertrinks durch meinen willenUnd ge zuo unserm schreiber17bHenreiczen NabelreiberUnd sag ym, daz er chum zuo mir,Won ich sein vil chäum embir.Die riffianin lieff da hin,5Sam ein andreu heubscherin,Und sagt dem schreiber, wie ym ware.Dem gevielent auch die mär.Er gab der zementragerinEinen phenning ze gewin10Und traft sich, do er Bertschin vandAuf der banch pey einer wand.Schre: Wol auf so frödenreich,Der käiser ist uns ungeleich.Triefnas da von schanden15Vil gern wer auf gestanden,Da was er worden also chranch,Das er storczet ab der banch.Die minn die pracht in zuo der not,Daz er was nahent jungers tot,20Des halff ym doch die fröd alsoUnd ein halbeu kuo aldo,Die er jo frass ze einer stund,Daz er echt wider ward gesundUnd alles seines laides vergas.25Do man ym den brief gelas,Da wist er wenich, waz er sayt,Bis ym es Nabelreiber zäigt.Der sprach: Es mag nicht anders sein,Sey spricht, sey tät den willen dein30Und dar zuo vil und dannocht me,Nämist du sey zuo der e.

Da mit{Euch geseg in steg und wegJhesus in seiner güti!Euer phleg in leb und swebVenus in irm gmüti!}Und anders nit!

Da mit{Euch geseg in steg und wegJhesus in seiner güti!Euer phleg in leb und swebVenus in irm gmüti!}Und anders nit!

Da mit{Euch geseg in steg und wegJhesus in seiner güti!Euer phleg in leb und swebVenus in irm gmüti!}Und anders nit!

Euch geseg in steg und wegJhesus in seiner güti!Euer phleg in leb und swebVenus in irm gmüti!

Euch geseg in steg und weg

Jhesus in seiner güti!

Euer phleg in leb und sweb

Venus in irm gmüti!

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*** Do der brief geschlossen ward,Der schreiber hub sich an die vart,Zuo dem speicher er sich kert,Da fro Mäczel was verspert.Daz briefel pand er an ein stäyn13bUnd warff es hin zum fensterleyn.** Er sprach: Nu ge hin ane füss!Dich umbschlahend armen süss.Var hin, brief, dar ich dich sende!5Dich enphahend weisse hende.*** Mein briefel daz ward fliegenZum fenster in hin stieben.Und cham her, da er Mäczen vand.Es verfäillet päyder hand10Und dar zuo lieber armen,Es mocht da nicht erwarmen,Also es der choph emphieng,So schon, daz ym daz pluot aus gieng.Da was der brief nicht schuldig an,15Es hiet sein gsell da pey getan,Zuo dem es waz gestrichet,Der so die menschen zwiketFür daz grüssen an der vart,So er zuo ym gsendet wart.20Mäczli was gevallenMit ärs und mit allemAb dem banch, da sey do sas,Daz sey irs gemuocz vergas.Do nu vergie daz streken,25Die oren ward sey rekenUnd denken: Wie ist mir geschehen?Also wol sei umb sich sehenUnd dersach den brief gpundenMit dem stäyn, der ir die wunden30Hiet geschlagen in den chopf;Des nam sey wunder in dem kropf.Doch sey zuo ir selben sprach:Dicz ist nicht gschehen ane sach.Hie mit und sey den brief entpand,35Den stäyn den warff sey wider dwand.Woy, wie gern sey hiet gelesen,Wär dhäyn kunst in ir gewesen!Sey wolt sich ztod erfressen,Daz sey der gschrift vergessen40Hiet in iren jungen tagen.** Daz ward sey ruwenchleichen clagenUnd sprechend: We mir heut den tag,Daz ich so wench gelernet habLesen und auch schreiben!13cDaz pringt mir jamere leydenUnd macht mir schaden scham and läid.Wie schol ich meinew haymleichaitOffnen einem fremden man,5Dem ich läyder nicht enkanGetrauwen äigenleichen wol?Die werlt ist böser listen vol.Owe, chunst, du werdes guot,Du höchster hord, du edler muot,10Gewizzer schacz, du blündeu frucht,Der sele hayl, des leibes zucht,Hiet ich deinen samen gsäytMit sorgen und auch arbäyt,So möcht ich ieczo sneyden15Mit fröden ane leiden.Hiet ich gsaczt der wurczen dein,Die mich so bitter dauchten sein,So läs ich iecz in meinen sakÖpfel süss und wol gesmak.20Secht, der han ich kains getan:Des muoss ich disen jamer han.*** Do nu die red was vollepraht,In irem herczen sey gedacht,Wie seys scholte legen an,25Daz sey chäym zuo einem man,Der ir saget an gevär,Was am brief geschriben wär.Also kam ir in den muot,Dar zuo so wär ein schreyen guot30Und ein ruofen durch den gatterZuo meinem alten toben vatterUnd zaygen ym daz pluot der wundenUnd wie mir was von we gswunden;So wirt er mich leicht nemen aus35Und füren mich zuos arczetz hausViel schier und auch geswinde,Daz er mich verpinde.Wie schier waz daz geschehen,Sam sey sich hiet versehen!40** Der arczet was ein weiser man,Dar umb er fragen do began:Wie pist du, maget, so gschlagenMit we und wan? Daz scholt mir sagen.Das tet er alles umb daz,13dDaz er derfüri dester bas,Mit we ir zhelfen wäre.*** Mäczelein dem was swäreZe sagen im mit ganczem wâr5Vor den leuten offenbar.Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,Die leut, die tun mir also häiss,Die hie so nahent pey mir sten.Ich fürcht, mir well die sel engen.10Chrippenchra der ward des innen,Wes die junchfraw wol beginnen,Er snarchet gen den leuten:Sym, was wil dicz beteuten?Welt ir uns dersteken,15Derstenken und dersmekenUnd dar zuo mir die chunst ableren?Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.Ich mag ir nicht generen,Man well sie dann versperren20In diser camer sunderbar,Daz seit die kunst und ist auch war,Da wirt man ir der wurczen geben,Wil mans behalten pey dem leben.Des schreuwens all: Hin für, hin für,25Wir schüllen tretten für die tür.Mein tür die ward verschlossen,Der arczt was unverdrossen,Zum andern mal er fraget do:Sag an, liebes diernel, so30Und sag mir freilich dein gemüt,Wilt, daz got dirs leben bhüt.Mäczli die huob an und sprach:So wol mir, daz ich euch gesach!Ir seit so gar ein biderman,35Daz ich dehainen zwivel han,Wie irs yemant fürbas sagenWerdint mein vil sendes klagen.Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen.40Sicher was der mäister do,Waz er tet, das läist er so.Die mayt hub an zferjehen:Mein herr, dicz ist geschehenMit einem stäyn, der geworffen was14An die stat, do ich do sas,Den hab ich also fundenMit disem brief verwunden,Den zäig ich euch in rehter peyicht,5Sam ir ze phaffen wärd geweicht,Und pit euch durch den rethen got,Daz ir mir sagent âne spot,Was dar inn geschriben sey,Des muost ir wesen läydes frey.10Der arczet nam den brief in dhandUnd sayt ir, waz er dar inn vand.Des dankecz ym und was sein fro.Zuo dem arczet sprach sey do:Lieber herr, so schreibet mir15Hin widerumb auch mein begir!Daz wil ich euch vergeltenMit treuwen ane schelten.Der arczet sprach: Daz sei geschehen!Doch wil des ersten sehen20Zuo deinem haubt, gelaub es mir,Dar nach zuo deines herczen gir.Des ward er sey do wäschenMit esseich und mit äschen,Mit zwivel und mit mersalcz,25Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.** Die minn ward ir gevallen,Die hönich gemacht aus gallenUnd dar nach aus dem hönich gpirtGallen, die ze pitter wirt.30*** Ze den selben stundenMäczli ward verpunden.Des huob sey an und sprach zuo ym:Herr, vernemet meinen sin!Schreibt und lâst die feder gen!35Also schol mein briefel sten:Got grüs dich, lieb von hoher art!Chäim puolen ich nie lieber wart,Dan dir, mein trost, daz sag ich dirAn allen spot, gelaub es mir!40Deinen brief han ich gelesen,14bDes muoss ich iemer froleich wesen.Chum zuo mir pey diser nachtIns arczetz haus und gib mir chraft,Und waz du wilt daz wil ich tuon.5Ich acht der andern nicht ein huon.Da mit so phleg dein unser herr,Du seygist nahent oder ferr.** Do dics nu Crippenchra dersach,Zuo ym selber er do sprach:10Trun, du macht ein hürrel sein,Mich triegin dann die sinne mein.Und gedacht ym an die geschrift,Die von weiben also spricht:Den frawen ist der ars ze präyt,15Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,So vil und ich euchs betuten wil:Frawen trew der ist nicht vil,Frawen unkeusch ist ein vinden,Den chan roch mag uberwinden.20Waz sag ich euch? Es ist nicht new,Wie smal sey aller werlten trewUnd dar zuo churcz ir stätichait,Ir sünde michel und auch prayt.Man möcht es ewencleichen treyben;25Besser ist, wir lassins pleyben*** Und kern wider zuo dem arczet.Der ward do lachent, daz er farczet,Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph,30So ghört mein stumph zuo deinem muot;Unser dinch mocht werden guot,Und wilt meinen willen tuon,Ich mach dir gen dem vatter suon,Gen deinem herwen vatter Friczen,35Der dich so oft macht ser swiczzen;Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.Die brief die fasst er in die hant.Sich, die wil ich Friczen zäygen,Gibst duo dich mir nicht ze äygen.40Maczli wist nit, was er säyt,Dar umb waz ir die rede läyd,Und sprach: Ich pin in ewer hand;Welt ir mich pringen so ze schand,14cDaz stet euch werleich ubel an,Scholt ir sein ein bider man.Ewers willens ich enwäiss,Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss.5Daz waz vil züchtichleichen geret,Des arczet macht es alles wettEr sängelt: Da da, nüssli, da!Mäczli, sta sta! Hägili, sta!Der stumphe daz sein wurczen10Ein langeu mit zwäyn kurczen.Dar zuo so ist mein wille,Daz du dich habist stilleUnd lass dich nicht verdriessen,Der wurczen muost du niessen,15Wilt du so nicht verderbenIn deinen sünden sterben.Nu dar, mein lieber herr, daz sey!Sprach die junchfraw sorgen frey.Da mit ward sey der wurczen essen20Also ser und unvermessen,Daz sey yeso hiet vergessen,Wo sey gestanden was und gsessen.Des wolt der arczet fuder ziehen;Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen!25Arczet mich en wenig me!Ich derläid es bas dan e.Hie mit so viels ym an den stekkenUnd hielt in pey den päyden stekken.Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen;30Der wurczen wil ich aber haben.Des gab er ir der wurczen doAuf dem bauch und in dem stro.Do sey des smakes innän ward,Ir muost geswinden an der vard.35Der pfeffer was ir selczen,Des muost der arczet engelten.Er mocht es läider nicht gefügen,Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,Er wolt sich von ir brechen.40Mäczli die ward sprechen:Salbend mich in diser fristZum drittel mâl, alz recht ist.14dIch pin läider ungenesen.Wet der tiefel, mag dicz wesen,Sprach der mäister so ze stund,Dich müs der semper machen gsunt!5Benügt dich nicht, so ge zum se!Ich mag nicht pöllen ymer me.Da mit so huob er sich von stat,Sam ein bok, dem dhürner abNeuleich sein gevallen.10Es was ym aus dem schallen.** Doch hiet fra Mäczel iren täil.Wie wol sey vor hin wär ze gäil,Sey ward sich in der seiten chlagen,In dem pauch und in dem magen,15Daz wasser schluog ir auf zum maul,Ir glider wurden also faul,Daz sei sich wenich moht gerüren.Man muost sey zwischen armen füren,Weil und zeit die ward ir lanch,20Herwer esseich waz ir getranch,Amphern und nit mandelreis,Äphel saur daz was ir speiss,Die rehten varw hiet sey verlorn,Ir prüstel wärczel warend gsworn25Und derswarczet all umb und umb.Dis dink ward schletleich also chrump,Daz der arczet sich versint,Juncfraw Mäczel trüg ein chind.*** Des ward er sich vil sere bsorgen30Und bhielt sey bis an dritten morgen.Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?Hast du Bertschin in deinem muotUnd wilt in nemen zuo der e?Sy swäig, er fraget aber me.35Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:Wäiss er daz, er tuet mir laid.** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:Nimp er dich, so sprich nür: Ja!Dar noch so tuo, sam ich dich ler!40Wilt du bhalten noch dein er,15Ge zuo Strauben deinem vetterUnd häiss dir geben lilienbletter,Dar zuo zipern und auch gallen,Mit ein ander häiss gewallen.5Du wäist wol, Meczel, pey dem päynUnd leg es dik und oft dar einUnd sprich: Daz glük verhenge!Die mucz die wirt dir enge;Und verste mich, wilt du, eben10Der appenteker schol dir gebenGallen, sam er vil wol wäyss,Von dem paum und nicht der gäiss,Und häiss dirs wegen äigenleichAlleu dreu in einr geleich.15Dar nach so hab gewischeEin plater von dem vischeUnd füll sey mit einr Tauben pluot!Da wirt dir an dem abent guot,So man dich nu wirt legen zuo.20Mäczel, was ich sag, daz tuo!In den selben zeitenScholt du nicht erpeyten,Du legist hin daz pläterlein,Da die mäytum schol da sein;25Und chumpt er in seinr herren land,Daz pläterlein zerprist ze hand,Daz pluot wirt hin so fliessen,Des muost du ymer geniessenAn dem guot und an den eren.30Sich, ob ich dich chün geleren!Wilt du dannocht sicher sein,So zappel vast und dar zuo greyn,So wäint er erst, du seist ein mäyt.Hörst, waz ich dir han gesäit?35*** Ja da, antwürt sey ym do.Seines rates was sei froUnd sprach: Daz tät ich alles gern,Wolt er mich der e gewern.Der mäister sprach: Lass mich es treiben!40Ein söleichs briefel chan ich schribenMit guten worten und auch süssenDaz er dich mit hend und füssen15bNement wirt yeso ze stund,So ym die märe werden chunt.Des nam er so die federn do,Sein briefel huob er an also:5** Got der obrest und der mäist,Vatter sün und heiliger gäist,Der in seiner magenchraftHymel hat und erd geschaft,Wasser, luft und auch daz feur,10Vogel, visch mit seiner steur,Vich und dar laub und gras,Umb anders nichti, dann umb daz,Daz der mensch mit zuht und erAuf erd sein leben hie verzer,15Der muoss euch, liebes lieb, bgnadenMit seinen sayligen siben gaben,Mit syben hailikait!Dar zuo sey euch mein dienst berayt.Ein briefeleyn han ich vernomen,20Mich daucht, es wär von himel komen,So wunecleich kam es geflogenDa her in einem regenbogen,Einr wulchen swanch sein umbehanch,Dar inn derchlanch der fröden gesanch25Mit worten in seiner angesicht,Sam es ein engel hiet geticht.Die süssichait mich uberwantAlso ser, dacz ich ze hantVerlos des tages liechten schein,30Ein schlaff begraiff die augen mein,Ein traum gevie die sinne,Dar inn die obrest MinneEin chüngin allen frawen gmäinÄigenleichen mir derschäin;35Nackent was sey und auch bloss,Einr pey zweinczich jaren gnoss,Auf dem haubet truogs ein chronVon glas, da stuond geschriben schon:Ich pins ein wunecleicheu stim,40Junchfraw Venus von der minn.Dar unter stuond ir harel leys,Geflochten in einr ketten weis;An den augen was sey plind,In ir gepärden gar ze geswind;15cEin pogen fürt sey in der handMit glünder stral, sam ich es vand;Sey was gesessen in ein wagen,Mit gold und silber schon beschlagen,5Dem ein bach von rotem pluotFloss hin nach in sender fluot.Sey ward mich nennent so zehant,Mich wundert, wie sey mich derkant.Dar zuo näigt sey sich gen mir10Und grüst mich schon, des dankt ich ir.Do sprach sey: Wäist du, war umb ichChomen pin zuo dir? Vergich!Näyn du, truwen, sait ich do.Des huob sey an und sprach also:15Ich gepeut dir pey dem pan,Daz du Bertschin deinen manGewerst alles, des er wil,Sein seig wenich oder vil,Und leb mit fröden sampt mit ym!20Das chumpt dir alles ze gewin.Du vinst noch wol, daz dich da sirt,So dich daz alter reitent wirt.Ein swarczer gäist zür tenken seitenSprach: Der volg ze allen ziten.25Da mit die gespenst verswandVor meinen augen so zehand.Des wär mir so geswunden,Hiet ich do nit fundenEin ander frawen schon und räyn,30Die mir auch in dem traum derschain,Und cham für meinen angesichtAlso clar, daz mich des nichtEndaucht, es war der sunnen glancz.Auf irem hauben truogs ein krancz35Mit dreien chronen schon gemacht,Obenander und gedaktMit einem sternen, der was vein,Er schain sam ein karvunkelstäyn.Von eysen was die erste chron40Und stuond dar umb geschriben schon:Ich pins ein chron der vestichait,15dDer unreht tuot, daz ist mir läid.Die ander chron von silber was,Darinn man auch geschriben las:Ich pins ein chron der küschichait,5Die so rayn ist und gmayt.Die dritte chron was guldin garUnd auch geschriben also dar:Ich pins ein chron der sälichait,Ze gnaden was ich ie beräit.10Unterm kränczel was verwundenIr harel sauber auf gepunden,Der augen hiet sey viereu do,So schön und also zveren so,Daz mir jo des so nicht enwas.15Ich schauwet in ein spiegelglas,Sey hiet einn mantel, der waz präytUnd manich varw dar an geläyt;Sey taut in auf mit einer handEr daucht mich weit dann ein land.20Ein kind sey an der andern truog,Daz was so wunnechleich und chluog,Daz ich alles ungemachVercläyt, wan ich es angesach.In einer chirchen sey do sas25Auf dem alter, sam mir was,Die was gemalet uber alMit zarten bilden ane zal;Dar zuo hiet die selbig chilchEin se umb sich mit honk und milch,30Der was vil michel und auch gross,In sälder wuot er umb sey floss.Sey sach mich mit eim augen anUnd segnet mich die wol getan,Des naigt ich ir mit züchten35Und wolt mich geben zflüchen.Des ruoftcz mich an und redet do:Beleib bei mir und fleuch nicht so!Tuo, sam ich dir sagen wil,Wilt tuo glükes haben vil,40Und folg nicht falscher min gepott,Wonn das streket wider got,Es wär dann daz dein lieber man16Der e dich wölti muoten an,Des macht du in gar wol gewerenMit sälden, treuwen und mit eren,Won got selb von seinem rat5Die hailigen e geschaffen hat.Dar nach sprach daz kindelein:Volg der lieben muoter mein,Wilt du leib und sel behalten,Von uns nimer werden geschalten.10Ein weisser gaist zur rehten seytenSprach: Den dien ze allen zeiten.Hie mit segent es mich soMit einem chreucz, daz macht mich fro.Von fröden ich derwachet,15Vil drât mich auf machetUnd gie zuo meinem päyichtigär.Ich sagt ym ganczleich diseu märUnd patt in durch den reichen gotUnd durch alleu sein gebott,20Daz er mich wolti des beschaidenUnd seinen rat da mit derzäigen.Des wundert er sich gnuog und vil.Doch, sam ich euchs kurczen wil,Er sprach: Wir mügen schauwen25Daz pey der ersten frawen,Und dunckt mich auch in meinem sinn,Sei ist die falsch betrogen minn,Fro Venus mit irm bösen rat,Die oft ein sel verdampnet hat.30Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,Sey ist noch elter, dann die welt;Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,Die minn die wil nicht alter haben.Nackent, sprichst du, daz sey wär.35Daz chan nicht wesen an geväre.Die minn die wil, daz schoss ze schossSich zemen fügin also bloss.Die glesin chron, die sey da träyt,Und die geschrift dar an geläitDaz mag uns nicht betüten mer,16bDann upig fröd, zergänclech er.Ir har gestrichen also leisGeflothen in einr ketten weisIst nicht anders, dann ein strik,5Der uns leib und sel verschlik.Ist sey an den augen plind,Daz weteut, sam ich es vind,Daz oft ein schones mensch von artMinnet einen grausen part.10An den gepärden ist sey ring,Daz ist daz, das ich do sing:Die minner habend wilden muot:Was seu tuond, das dunkt seu guot.Den pogen fürt seu in der hand15Mit der stral durch ällen land.Da scheust sey jungen herczen mitZuo irem ersten angesicht.Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,Won sey schürphen brennen wil.20Siczt sey dann in einem wagen,Mit reichem gsmid al durch bschlagen,Da pey sich mein hercz versicht,Der minner schaft an phenning nicht.Der bluotent bach rint aus den wunden,25Die da geschehent ze den stunden,So der minner umb ein schadenWirt gestochen und geschlagen.Den swarczen gäist zur tenken handTuon ich dir yeso bekant.30Ein böser engel ist er zwar,Deiner sele gar zgevar;Darum, lieben tochter mein,Daz du sälich müssist sein,Volg nit einem bösen rat,35Wilt du meiden missetat!Acht nicht falscher minne gebot!Daz rat ich dir an allen spot.Do ich des priesters red vernam,In mir selber ich dercham40Und west nicht, was ich sagen scholt.Doch cham ich zred, sam got do wolt,Und sprach: Der ler euch got vergelt!16cIch wil tuon alles, daz ir welt.Sagt mir, herr, in diser schaw,Waz beteut die ander fraw?Des antwurt er mir züchticleich:5Mich dunkt, es sey die säldenreichMuoter gocz und räyneu mäyt,Maria, trost der cristenhäyt.Daz chränczel mit den chronen dreyDunkt mich, dass nicht sey,10Dann sam da geschriben istMit hailiger hand in tieffer list.Doch so mag ich nicht vergenDen sternen, da pey man verstenSchol ir güt in liechtem scheyn15In hymel und auch erd gemäyn.Ir har daz hiet sey auf gepunden,Daz ist, daz sey ze allen stundenRainer cheuschikait was volUnd leypleich glüst verdilgget wol.20Der augen hat sey viereu,Daz sag ich dir so schiere,Es sint die vier rät viel guot,Die sey dem guoten menschen tuot.Daz ist: Schlecht dich der ans wang,25So peut daz ander dar zehant!Nym ein frawen zuo der chand,Macht du nicht sein weibes an!Verkauff dein habe gancz und garUnd gib es armen leuten dar!30Vergib in, die dich hassent ser,Vnd pit got, daz er seu beker!Der welt sey sicht in vier täilUnd geust ir tugend uns mit häil.Ir derbarmherczichäit35Manichvaltigen und bräytMerke pey dem mantel weit,Mit so manger varw beräit!So wiss auch, das daz chindel istUnser schepfer Jhesus Crist,40Unser löser, unser behalter,Unser herr und unser vatter.Pay der chirchen sey dir gesäit:16dEs ist die häilich christenhäit.Daz gmäld zuo anders nit enfügt,Den zguotem sinn des got bnügt.Der alter, da die mäide sass,5Glaub, daz es der gelaube was,Des sey vil selten ye vergasUnd stercht in noch ye bas und bas.Was bezäichnet nu der se?Daz pluot, daz in der neuwen e10Mit sampt dem wasser ist grunnenVon dem lebendigen brunnen,Augen zähern and daz pluot,Die vergossen sein in guotUnd nu verchert in süssichait,15Sam uns sein milch und hönk derzäygt.Der weisse geist zur rechten handSey dir also schier genant!Es ist ein guoter engel zart,Der dich wehnet zuo aller vart.20Hie pey, maget sälden vol,Macht du merchen sunder wol,Was du lassen scholt und tuon,Wilt du behalten gotes suon.Also ward ich ausgericht25Nach meines herczen zuoversicht.Nu gedenk, mein höhster hort,An des grösten maisters wort,Daz er zuo uns allen sprichtMit seiner häiligen ler und gschrift:30Waz hulffi, ob du die weltGewunnen hietst mit allem geltUnd dein sel wurd leiden haben?Das scholt du in deim herczen tragenUnd mâssen dich des schreibens,35Des trumbels und des treybens,Es sey dann mit den eren mein,Wilt du von mir geweret sein.Hie mit so gib ich ym ein end.Got dir alles trauren wend40Und büsse deinen smerczen!Die obrest küngin schirme dich,Ob du in treuwen mäinist mich!17Des bit ich sey von herczen.Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,In sälder stund, in fröden tag,Mit lieber hand an guotem stad,5Getichet auf daz glükrad.*** Do dicz nu so geschehen was,Daz briefel er ir überlass.Des dancht sey ym von herczen doUnd sprach: Wie schol mich reuwen so10Mein schand, die sich von euch derhuob?Ir seicz ein mäister also chluog.Wer schol in tragen? huob sey an.Lâss mich schaffen! sprach der man.Also vand er so zehand15Ein altes weib, daz er derkant,Die chond waschen und auch reyben,Chauffmanschaft mit schloern treiben,Da mit jungen mägeteynHelfen von den eren sein;20Und mocht man nicht gevaren bas,So viel sey selber in daz gras.Den brief den bott er ir al doUnd underweist daz weib also:Ge hin taugenleichen aus25Und mach dich hin in Bertschins haus,Den brief den gib ym in die handUnd sprich: Den hat euch Mäcz gesant.Und grüss in von ir tausent stund!Nicht anders sag ym mit dem mund!30Way, wie was ir dicz so gsmak!Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,Bis daz sey zu Bertschin kam.Sey sprach: Got grüss euch, junger man!Sälich müst ir yemer sein!35Daz briefel sent euch Mäczli veinMit mangem minnechleichen gruoss.Von dem haubt bis auf den fuossWer waz froer, dann der chnecht?Er sprach: Nu ist meim dinge recht.40Se hin, die zwen schilling,Vertrinks durch meinen willenUnd ge zuo unserm schreiber17bHenreiczen NabelreiberUnd sag ym, daz er chum zuo mir,Won ich sein vil chäum embir.Die riffianin lieff da hin,5Sam ein andreu heubscherin,Und sagt dem schreiber, wie ym ware.Dem gevielent auch die mär.Er gab der zementragerinEinen phenning ze gewin10Und traft sich, do er Bertschin vandAuf der banch pey einer wand.Schre: Wol auf so frödenreich,Der käiser ist uns ungeleich.Triefnas da von schanden15Vil gern wer auf gestanden,Da was er worden also chranch,Das er storczet ab der banch.Die minn die pracht in zuo der not,Daz er was nahent jungers tot,20Des halff ym doch die fröd alsoUnd ein halbeu kuo aldo,Die er jo frass ze einer stund,Daz er echt wider ward gesundUnd alles seines laides vergas.25Do man ym den brief gelas,Da wist er wenich, waz er sayt,Bis ym es Nabelreiber zäigt.Der sprach: Es mag nicht anders sein,Sey spricht, sey tät den willen dein30Und dar zuo vil und dannocht me,Nämist du sey zuo der e.

*** Do der brief geschlossen ward,Der schreiber hub sich an die vart,Zuo dem speicher er sich kert,Da fro Mäczel was verspert.Daz briefel pand er an ein stäyn13bUnd warff es hin zum fensterleyn.** Er sprach: Nu ge hin ane füss!Dich umbschlahend armen süss.Var hin, brief, dar ich dich sende!5Dich enphahend weisse hende.*** Mein briefel daz ward fliegenZum fenster in hin stieben.Und cham her, da er Mäczen vand.Es verfäillet päyder hand10Und dar zuo lieber armen,Es mocht da nicht erwarmen,Also es der choph emphieng,So schon, daz ym daz pluot aus gieng.Da was der brief nicht schuldig an,15Es hiet sein gsell da pey getan,Zuo dem es waz gestrichet,Der so die menschen zwiketFür daz grüssen an der vart,So er zuo ym gsendet wart.20Mäczli was gevallenMit ärs und mit allemAb dem banch, da sey do sas,Daz sey irs gemuocz vergas.Do nu vergie daz streken,25Die oren ward sey rekenUnd denken: Wie ist mir geschehen?Also wol sei umb sich sehenUnd dersach den brief gpundenMit dem stäyn, der ir die wunden30Hiet geschlagen in den chopf;Des nam sey wunder in dem kropf.Doch sey zuo ir selben sprach:Dicz ist nicht gschehen ane sach.Hie mit und sey den brief entpand,35Den stäyn den warff sey wider dwand.Woy, wie gern sey hiet gelesen,Wär dhäyn kunst in ir gewesen!Sey wolt sich ztod erfressen,Daz sey der gschrift vergessen40Hiet in iren jungen tagen.** Daz ward sey ruwenchleichen clagenUnd sprechend: We mir heut den tag,Daz ich so wench gelernet habLesen und auch schreiben!13cDaz pringt mir jamere leydenUnd macht mir schaden scham and läid.Wie schol ich meinew haymleichaitOffnen einem fremden man,5Dem ich läyder nicht enkanGetrauwen äigenleichen wol?Die werlt ist böser listen vol.Owe, chunst, du werdes guot,Du höchster hord, du edler muot,10Gewizzer schacz, du blündeu frucht,Der sele hayl, des leibes zucht,Hiet ich deinen samen gsäytMit sorgen und auch arbäyt,So möcht ich ieczo sneyden15Mit fröden ane leiden.Hiet ich gsaczt der wurczen dein,Die mich so bitter dauchten sein,So läs ich iecz in meinen sakÖpfel süss und wol gesmak.20Secht, der han ich kains getan:Des muoss ich disen jamer han.*** Do nu die red was vollepraht,In irem herczen sey gedacht,Wie seys scholte legen an,25Daz sey chäym zuo einem man,Der ir saget an gevär,Was am brief geschriben wär.Also kam ir in den muot,Dar zuo so wär ein schreyen guot30Und ein ruofen durch den gatterZuo meinem alten toben vatterUnd zaygen ym daz pluot der wundenUnd wie mir was von we gswunden;So wirt er mich leicht nemen aus35Und füren mich zuos arczetz hausViel schier und auch geswinde,Daz er mich verpinde.Wie schier waz daz geschehen,Sam sey sich hiet versehen!40** Der arczet was ein weiser man,Dar umb er fragen do began:Wie pist du, maget, so gschlagenMit we und wan? Daz scholt mir sagen.Das tet er alles umb daz,13dDaz er derfüri dester bas,Mit we ir zhelfen wäre.*** Mäczelein dem was swäreZe sagen im mit ganczem wâr5Vor den leuten offenbar.Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,Die leut, die tun mir also häiss,Die hie so nahent pey mir sten.Ich fürcht, mir well die sel engen.10Chrippenchra der ward des innen,Wes die junchfraw wol beginnen,Er snarchet gen den leuten:Sym, was wil dicz beteuten?Welt ir uns dersteken,15Derstenken und dersmekenUnd dar zuo mir die chunst ableren?Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.Ich mag ir nicht generen,Man well sie dann versperren20In diser camer sunderbar,Daz seit die kunst und ist auch war,Da wirt man ir der wurczen geben,Wil mans behalten pey dem leben.Des schreuwens all: Hin für, hin für,25Wir schüllen tretten für die tür.Mein tür die ward verschlossen,Der arczt was unverdrossen,Zum andern mal er fraget do:Sag an, liebes diernel, so30Und sag mir freilich dein gemüt,Wilt, daz got dirs leben bhüt.Mäczli die huob an und sprach:So wol mir, daz ich euch gesach!Ir seit so gar ein biderman,35Daz ich dehainen zwivel han,Wie irs yemant fürbas sagenWerdint mein vil sendes klagen.Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen.40Sicher was der mäister do,Waz er tet, das läist er so.Die mayt hub an zferjehen:Mein herr, dicz ist geschehenMit einem stäyn, der geworffen was14An die stat, do ich do sas,Den hab ich also fundenMit disem brief verwunden,Den zäig ich euch in rehter peyicht,5Sam ir ze phaffen wärd geweicht,Und pit euch durch den rethen got,Daz ir mir sagent âne spot,Was dar inn geschriben sey,Des muost ir wesen läydes frey.10Der arczet nam den brief in dhandUnd sayt ir, waz er dar inn vand.Des dankecz ym und was sein fro.Zuo dem arczet sprach sey do:Lieber herr, so schreibet mir15Hin widerumb auch mein begir!Daz wil ich euch vergeltenMit treuwen ane schelten.Der arczet sprach: Daz sei geschehen!Doch wil des ersten sehen20Zuo deinem haubt, gelaub es mir,Dar nach zuo deines herczen gir.Des ward er sey do wäschenMit esseich und mit äschen,Mit zwivel und mit mersalcz,25Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.** Die minn ward ir gevallen,Die hönich gemacht aus gallenUnd dar nach aus dem hönich gpirtGallen, die ze pitter wirt.30*** Ze den selben stundenMäczli ward verpunden.Des huob sey an und sprach zuo ym:Herr, vernemet meinen sin!Schreibt und lâst die feder gen!35Also schol mein briefel sten:Got grüs dich, lieb von hoher art!Chäim puolen ich nie lieber wart,Dan dir, mein trost, daz sag ich dirAn allen spot, gelaub es mir!40Deinen brief han ich gelesen,14bDes muoss ich iemer froleich wesen.Chum zuo mir pey diser nachtIns arczetz haus und gib mir chraft,Und waz du wilt daz wil ich tuon.5Ich acht der andern nicht ein huon.Da mit so phleg dein unser herr,Du seygist nahent oder ferr.** Do dics nu Crippenchra dersach,Zuo ym selber er do sprach:10Trun, du macht ein hürrel sein,Mich triegin dann die sinne mein.Und gedacht ym an die geschrift,Die von weiben also spricht:Den frawen ist der ars ze präyt,15Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,So vil und ich euchs betuten wil:Frawen trew der ist nicht vil,Frawen unkeusch ist ein vinden,Den chan roch mag uberwinden.20Waz sag ich euch? Es ist nicht new,Wie smal sey aller werlten trewUnd dar zuo churcz ir stätichait,Ir sünde michel und auch prayt.Man möcht es ewencleichen treyben;25Besser ist, wir lassins pleyben*** Und kern wider zuo dem arczet.Der ward do lachent, daz er farczet,Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph,30So ghört mein stumph zuo deinem muot;Unser dinch mocht werden guot,Und wilt meinen willen tuon,Ich mach dir gen dem vatter suon,Gen deinem herwen vatter Friczen,35Der dich so oft macht ser swiczzen;Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.Die brief die fasst er in die hant.Sich, die wil ich Friczen zäygen,Gibst duo dich mir nicht ze äygen.40Maczli wist nit, was er säyt,Dar umb waz ir die rede läyd,Und sprach: Ich pin in ewer hand;Welt ir mich pringen so ze schand,14cDaz stet euch werleich ubel an,Scholt ir sein ein bider man.Ewers willens ich enwäiss,Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss.5Daz waz vil züchtichleichen geret,Des arczet macht es alles wettEr sängelt: Da da, nüssli, da!Mäczli, sta sta! Hägili, sta!Der stumphe daz sein wurczen10Ein langeu mit zwäyn kurczen.Dar zuo so ist mein wille,Daz du dich habist stilleUnd lass dich nicht verdriessen,Der wurczen muost du niessen,15Wilt du so nicht verderbenIn deinen sünden sterben.Nu dar, mein lieber herr, daz sey!Sprach die junchfraw sorgen frey.Da mit ward sey der wurczen essen20Also ser und unvermessen,Daz sey yeso hiet vergessen,Wo sey gestanden was und gsessen.Des wolt der arczet fuder ziehen;Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen!25Arczet mich en wenig me!Ich derläid es bas dan e.Hie mit so viels ym an den stekkenUnd hielt in pey den päyden stekken.Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen;30Der wurczen wil ich aber haben.Des gab er ir der wurczen doAuf dem bauch und in dem stro.Do sey des smakes innän ward,Ir muost geswinden an der vard.35Der pfeffer was ir selczen,Des muost der arczet engelten.Er mocht es läider nicht gefügen,Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,Er wolt sich von ir brechen.40Mäczli die ward sprechen:Salbend mich in diser fristZum drittel mâl, alz recht ist.14dIch pin läider ungenesen.Wet der tiefel, mag dicz wesen,Sprach der mäister so ze stund,Dich müs der semper machen gsunt!5Benügt dich nicht, so ge zum se!Ich mag nicht pöllen ymer me.Da mit so huob er sich von stat,Sam ein bok, dem dhürner abNeuleich sein gevallen.10Es was ym aus dem schallen.** Doch hiet fra Mäczel iren täil.Wie wol sey vor hin wär ze gäil,Sey ward sich in der seiten chlagen,In dem pauch und in dem magen,15Daz wasser schluog ir auf zum maul,Ir glider wurden also faul,Daz sei sich wenich moht gerüren.Man muost sey zwischen armen füren,Weil und zeit die ward ir lanch,20Herwer esseich waz ir getranch,Amphern und nit mandelreis,Äphel saur daz was ir speiss,Die rehten varw hiet sey verlorn,Ir prüstel wärczel warend gsworn25Und derswarczet all umb und umb.Dis dink ward schletleich also chrump,Daz der arczet sich versint,Juncfraw Mäczel trüg ein chind.*** Des ward er sich vil sere bsorgen30Und bhielt sey bis an dritten morgen.Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?Hast du Bertschin in deinem muotUnd wilt in nemen zuo der e?Sy swäig, er fraget aber me.35Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:Wäiss er daz, er tuet mir laid.** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:Nimp er dich, so sprich nür: Ja!Dar noch so tuo, sam ich dich ler!40Wilt du bhalten noch dein er,15Ge zuo Strauben deinem vetterUnd häiss dir geben lilienbletter,Dar zuo zipern und auch gallen,Mit ein ander häiss gewallen.5Du wäist wol, Meczel, pey dem päynUnd leg es dik und oft dar einUnd sprich: Daz glük verhenge!Die mucz die wirt dir enge;Und verste mich, wilt du, eben10Der appenteker schol dir gebenGallen, sam er vil wol wäyss,Von dem paum und nicht der gäiss,Und häiss dirs wegen äigenleichAlleu dreu in einr geleich.15Dar nach so hab gewischeEin plater von dem vischeUnd füll sey mit einr Tauben pluot!Da wirt dir an dem abent guot,So man dich nu wirt legen zuo.20Mäczel, was ich sag, daz tuo!In den selben zeitenScholt du nicht erpeyten,Du legist hin daz pläterlein,Da die mäytum schol da sein;25Und chumpt er in seinr herren land,Daz pläterlein zerprist ze hand,Daz pluot wirt hin so fliessen,Des muost du ymer geniessenAn dem guot und an den eren.30Sich, ob ich dich chün geleren!Wilt du dannocht sicher sein,So zappel vast und dar zuo greyn,So wäint er erst, du seist ein mäyt.Hörst, waz ich dir han gesäit?35*** Ja da, antwürt sey ym do.Seines rates was sei froUnd sprach: Daz tät ich alles gern,Wolt er mich der e gewern.Der mäister sprach: Lass mich es treiben!40Ein söleichs briefel chan ich schribenMit guten worten und auch süssenDaz er dich mit hend und füssen15bNement wirt yeso ze stund,So ym die märe werden chunt.Des nam er so die federn do,Sein briefel huob er an also:5** Got der obrest und der mäist,Vatter sün und heiliger gäist,Der in seiner magenchraftHymel hat und erd geschaft,Wasser, luft und auch daz feur,10Vogel, visch mit seiner steur,Vich und dar laub und gras,Umb anders nichti, dann umb daz,Daz der mensch mit zuht und erAuf erd sein leben hie verzer,15Der muoss euch, liebes lieb, bgnadenMit seinen sayligen siben gaben,Mit syben hailikait!Dar zuo sey euch mein dienst berayt.Ein briefeleyn han ich vernomen,20Mich daucht, es wär von himel komen,So wunecleich kam es geflogenDa her in einem regenbogen,Einr wulchen swanch sein umbehanch,Dar inn derchlanch der fröden gesanch25Mit worten in seiner angesicht,Sam es ein engel hiet geticht.Die süssichait mich uberwantAlso ser, dacz ich ze hantVerlos des tages liechten schein,30Ein schlaff begraiff die augen mein,Ein traum gevie die sinne,Dar inn die obrest MinneEin chüngin allen frawen gmäinÄigenleichen mir derschäin;35Nackent was sey und auch bloss,Einr pey zweinczich jaren gnoss,Auf dem haubet truogs ein chronVon glas, da stuond geschriben schon:Ich pins ein wunecleicheu stim,40Junchfraw Venus von der minn.Dar unter stuond ir harel leys,Geflochten in einr ketten weis;An den augen was sey plind,In ir gepärden gar ze geswind;15cEin pogen fürt sey in der handMit glünder stral, sam ich es vand;Sey was gesessen in ein wagen,Mit gold und silber schon beschlagen,5Dem ein bach von rotem pluotFloss hin nach in sender fluot.Sey ward mich nennent so zehant,Mich wundert, wie sey mich derkant.Dar zuo näigt sey sich gen mir10Und grüst mich schon, des dankt ich ir.Do sprach sey: Wäist du, war umb ichChomen pin zuo dir? Vergich!Näyn du, truwen, sait ich do.Des huob sey an und sprach also:15Ich gepeut dir pey dem pan,Daz du Bertschin deinen manGewerst alles, des er wil,Sein seig wenich oder vil,Und leb mit fröden sampt mit ym!20Das chumpt dir alles ze gewin.Du vinst noch wol, daz dich da sirt,So dich daz alter reitent wirt.Ein swarczer gäist zür tenken seitenSprach: Der volg ze allen ziten.25Da mit die gespenst verswandVor meinen augen so zehand.Des wär mir so geswunden,Hiet ich do nit fundenEin ander frawen schon und räyn,30Die mir auch in dem traum derschain,Und cham für meinen angesichtAlso clar, daz mich des nichtEndaucht, es war der sunnen glancz.Auf irem hauben truogs ein krancz35Mit dreien chronen schon gemacht,Obenander und gedaktMit einem sternen, der was vein,Er schain sam ein karvunkelstäyn.Von eysen was die erste chron40Und stuond dar umb geschriben schon:Ich pins ein chron der vestichait,15dDer unreht tuot, daz ist mir läid.Die ander chron von silber was,Darinn man auch geschriben las:Ich pins ein chron der küschichait,5Die so rayn ist und gmayt.Die dritte chron was guldin garUnd auch geschriben also dar:Ich pins ein chron der sälichait,Ze gnaden was ich ie beräit.10Unterm kränczel was verwundenIr harel sauber auf gepunden,Der augen hiet sey viereu do,So schön und also zveren so,Daz mir jo des so nicht enwas.15Ich schauwet in ein spiegelglas,Sey hiet einn mantel, der waz präytUnd manich varw dar an geläyt;Sey taut in auf mit einer handEr daucht mich weit dann ein land.20Ein kind sey an der andern truog,Daz was so wunnechleich und chluog,Daz ich alles ungemachVercläyt, wan ich es angesach.In einer chirchen sey do sas25Auf dem alter, sam mir was,Die was gemalet uber alMit zarten bilden ane zal;Dar zuo hiet die selbig chilchEin se umb sich mit honk und milch,30Der was vil michel und auch gross,In sälder wuot er umb sey floss.Sey sach mich mit eim augen anUnd segnet mich die wol getan,Des naigt ich ir mit züchten35Und wolt mich geben zflüchen.Des ruoftcz mich an und redet do:Beleib bei mir und fleuch nicht so!Tuo, sam ich dir sagen wil,Wilt tuo glükes haben vil,40Und folg nicht falscher min gepott,Wonn das streket wider got,Es wär dann daz dein lieber man16Der e dich wölti muoten an,Des macht du in gar wol gewerenMit sälden, treuwen und mit eren,Won got selb von seinem rat5Die hailigen e geschaffen hat.Dar nach sprach daz kindelein:Volg der lieben muoter mein,Wilt du leib und sel behalten,Von uns nimer werden geschalten.10Ein weisser gaist zur rehten seytenSprach: Den dien ze allen zeiten.Hie mit segent es mich soMit einem chreucz, daz macht mich fro.Von fröden ich derwachet,15Vil drât mich auf machetUnd gie zuo meinem päyichtigär.Ich sagt ym ganczleich diseu märUnd patt in durch den reichen gotUnd durch alleu sein gebott,20Daz er mich wolti des beschaidenUnd seinen rat da mit derzäigen.Des wundert er sich gnuog und vil.Doch, sam ich euchs kurczen wil,Er sprach: Wir mügen schauwen25Daz pey der ersten frawen,Und dunckt mich auch in meinem sinn,Sei ist die falsch betrogen minn,Fro Venus mit irm bösen rat,Die oft ein sel verdampnet hat.30Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,Sey ist noch elter, dann die welt;Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,Die minn die wil nicht alter haben.Nackent, sprichst du, daz sey wär.35Daz chan nicht wesen an geväre.Die minn die wil, daz schoss ze schossSich zemen fügin also bloss.Die glesin chron, die sey da träyt,Und die geschrift dar an geläitDaz mag uns nicht betüten mer,16bDann upig fröd, zergänclech er.Ir har gestrichen also leisGeflothen in einr ketten weisIst nicht anders, dann ein strik,5Der uns leib und sel verschlik.Ist sey an den augen plind,Daz weteut, sam ich es vind,Daz oft ein schones mensch von artMinnet einen grausen part.10An den gepärden ist sey ring,Daz ist daz, das ich do sing:Die minner habend wilden muot:Was seu tuond, das dunkt seu guot.Den pogen fürt seu in der hand15Mit der stral durch ällen land.Da scheust sey jungen herczen mitZuo irem ersten angesicht.Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,Won sey schürphen brennen wil.20Siczt sey dann in einem wagen,Mit reichem gsmid al durch bschlagen,Da pey sich mein hercz versicht,Der minner schaft an phenning nicht.Der bluotent bach rint aus den wunden,25Die da geschehent ze den stunden,So der minner umb ein schadenWirt gestochen und geschlagen.Den swarczen gäist zur tenken handTuon ich dir yeso bekant.30Ein böser engel ist er zwar,Deiner sele gar zgevar;Darum, lieben tochter mein,Daz du sälich müssist sein,Volg nit einem bösen rat,35Wilt du meiden missetat!Acht nicht falscher minne gebot!Daz rat ich dir an allen spot.Do ich des priesters red vernam,In mir selber ich dercham40Und west nicht, was ich sagen scholt.Doch cham ich zred, sam got do wolt,Und sprach: Der ler euch got vergelt!16cIch wil tuon alles, daz ir welt.Sagt mir, herr, in diser schaw,Waz beteut die ander fraw?Des antwurt er mir züchticleich:5Mich dunkt, es sey die säldenreichMuoter gocz und räyneu mäyt,Maria, trost der cristenhäyt.Daz chränczel mit den chronen dreyDunkt mich, dass nicht sey,10Dann sam da geschriben istMit hailiger hand in tieffer list.Doch so mag ich nicht vergenDen sternen, da pey man verstenSchol ir güt in liechtem scheyn15In hymel und auch erd gemäyn.Ir har daz hiet sey auf gepunden,Daz ist, daz sey ze allen stundenRainer cheuschikait was volUnd leypleich glüst verdilgget wol.20Der augen hat sey viereu,Daz sag ich dir so schiere,Es sint die vier rät viel guot,Die sey dem guoten menschen tuot.Daz ist: Schlecht dich der ans wang,25So peut daz ander dar zehant!Nym ein frawen zuo der chand,Macht du nicht sein weibes an!Verkauff dein habe gancz und garUnd gib es armen leuten dar!30Vergib in, die dich hassent ser,Vnd pit got, daz er seu beker!Der welt sey sicht in vier täilUnd geust ir tugend uns mit häil.Ir derbarmherczichäit35Manichvaltigen und bräytMerke pey dem mantel weit,Mit so manger varw beräit!So wiss auch, das daz chindel istUnser schepfer Jhesus Crist,40Unser löser, unser behalter,Unser herr und unser vatter.Pay der chirchen sey dir gesäit:16dEs ist die häilich christenhäit.Daz gmäld zuo anders nit enfügt,Den zguotem sinn des got bnügt.Der alter, da die mäide sass,5Glaub, daz es der gelaube was,Des sey vil selten ye vergasUnd stercht in noch ye bas und bas.Was bezäichnet nu der se?Daz pluot, daz in der neuwen e10Mit sampt dem wasser ist grunnenVon dem lebendigen brunnen,Augen zähern and daz pluot,Die vergossen sein in guotUnd nu verchert in süssichait,15Sam uns sein milch und hönk derzäygt.Der weisse geist zur rechten handSey dir also schier genant!Es ist ein guoter engel zart,Der dich wehnet zuo aller vart.20Hie pey, maget sälden vol,Macht du merchen sunder wol,Was du lassen scholt und tuon,Wilt du behalten gotes suon.Also ward ich ausgericht25Nach meines herczen zuoversicht.Nu gedenk, mein höhster hort,An des grösten maisters wort,Daz er zuo uns allen sprichtMit seiner häiligen ler und gschrift:30Waz hulffi, ob du die weltGewunnen hietst mit allem geltUnd dein sel wurd leiden haben?Das scholt du in deim herczen tragenUnd mâssen dich des schreibens,35Des trumbels und des treybens,Es sey dann mit den eren mein,Wilt du von mir geweret sein.Hie mit so gib ich ym ein end.Got dir alles trauren wend40Und büsse deinen smerczen!Die obrest küngin schirme dich,Ob du in treuwen mäinist mich!17Des bit ich sey von herczen.Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,In sälder stund, in fröden tag,Mit lieber hand an guotem stad,5Getichet auf daz glükrad.*** Do dicz nu so geschehen was,Daz briefel er ir überlass.Des dancht sey ym von herczen doUnd sprach: Wie schol mich reuwen so10Mein schand, die sich von euch derhuob?Ir seicz ein mäister also chluog.Wer schol in tragen? huob sey an.Lâss mich schaffen! sprach der man.Also vand er so zehand15Ein altes weib, daz er derkant,Die chond waschen und auch reyben,Chauffmanschaft mit schloern treiben,Da mit jungen mägeteynHelfen von den eren sein;20Und mocht man nicht gevaren bas,So viel sey selber in daz gras.Den brief den bott er ir al doUnd underweist daz weib also:Ge hin taugenleichen aus25Und mach dich hin in Bertschins haus,Den brief den gib ym in die handUnd sprich: Den hat euch Mäcz gesant.Und grüss in von ir tausent stund!Nicht anders sag ym mit dem mund!30Way, wie was ir dicz so gsmak!Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,Bis daz sey zu Bertschin kam.Sey sprach: Got grüss euch, junger man!Sälich müst ir yemer sein!35Daz briefel sent euch Mäczli veinMit mangem minnechleichen gruoss.Von dem haubt bis auf den fuossWer waz froer, dann der chnecht?Er sprach: Nu ist meim dinge recht.40Se hin, die zwen schilling,Vertrinks durch meinen willenUnd ge zuo unserm schreiber17bHenreiczen NabelreiberUnd sag ym, daz er chum zuo mir,Won ich sein vil chäum embir.Die riffianin lieff da hin,5Sam ein andreu heubscherin,Und sagt dem schreiber, wie ym ware.Dem gevielent auch die mär.Er gab der zementragerinEinen phenning ze gewin10Und traft sich, do er Bertschin vandAuf der banch pey einer wand.Schre: Wol auf so frödenreich,Der käiser ist uns ungeleich.Triefnas da von schanden15Vil gern wer auf gestanden,Da was er worden also chranch,Das er storczet ab der banch.Die minn die pracht in zuo der not,Daz er was nahent jungers tot,20Des halff ym doch die fröd alsoUnd ein halbeu kuo aldo,Die er jo frass ze einer stund,Daz er echt wider ward gesundUnd alles seines laides vergas.25Do man ym den brief gelas,Da wist er wenich, waz er sayt,Bis ym es Nabelreiber zäigt.Der sprach: Es mag nicht anders sein,Sey spricht, sey tät den willen dein30Und dar zuo vil und dannocht me,Nämist du sey zuo der e.

*** Do der brief geschlossen ward,Der schreiber hub sich an die vart,Zuo dem speicher er sich kert,Da fro Mäczel was verspert.Daz briefel pand er an ein stäyn13bUnd warff es hin zum fensterleyn.** Er sprach: Nu ge hin ane füss!Dich umbschlahend armen süss.Var hin, brief, dar ich dich sende!5Dich enphahend weisse hende.*** Mein briefel daz ward fliegenZum fenster in hin stieben.Und cham her, da er Mäczen vand.Es verfäillet päyder hand10Und dar zuo lieber armen,Es mocht da nicht erwarmen,Also es der choph emphieng,So schon, daz ym daz pluot aus gieng.Da was der brief nicht schuldig an,15Es hiet sein gsell da pey getan,Zuo dem es waz gestrichet,Der so die menschen zwiketFür daz grüssen an der vart,So er zuo ym gsendet wart.20Mäczli was gevallenMit ärs und mit allemAb dem banch, da sey do sas,Daz sey irs gemuocz vergas.Do nu vergie daz streken,25Die oren ward sey rekenUnd denken: Wie ist mir geschehen?Also wol sei umb sich sehenUnd dersach den brief gpundenMit dem stäyn, der ir die wunden30Hiet geschlagen in den chopf;Des nam sey wunder in dem kropf.Doch sey zuo ir selben sprach:Dicz ist nicht gschehen ane sach.Hie mit und sey den brief entpand,35Den stäyn den warff sey wider dwand.Woy, wie gern sey hiet gelesen,Wär dhäyn kunst in ir gewesen!Sey wolt sich ztod erfressen,Daz sey der gschrift vergessen40Hiet in iren jungen tagen.** Daz ward sey ruwenchleichen clagenUnd sprechend: We mir heut den tag,Daz ich so wench gelernet habLesen und auch schreiben!13cDaz pringt mir jamere leydenUnd macht mir schaden scham and läid.Wie schol ich meinew haymleichaitOffnen einem fremden man,5Dem ich läyder nicht enkanGetrauwen äigenleichen wol?Die werlt ist böser listen vol.Owe, chunst, du werdes guot,Du höchster hord, du edler muot,10Gewizzer schacz, du blündeu frucht,Der sele hayl, des leibes zucht,Hiet ich deinen samen gsäytMit sorgen und auch arbäyt,So möcht ich ieczo sneyden15Mit fröden ane leiden.Hiet ich gsaczt der wurczen dein,Die mich so bitter dauchten sein,So läs ich iecz in meinen sakÖpfel süss und wol gesmak.20Secht, der han ich kains getan:Des muoss ich disen jamer han.*** Do nu die red was vollepraht,In irem herczen sey gedacht,Wie seys scholte legen an,25Daz sey chäym zuo einem man,Der ir saget an gevär,Was am brief geschriben wär.Also kam ir in den muot,Dar zuo so wär ein schreyen guot30Und ein ruofen durch den gatterZuo meinem alten toben vatterUnd zaygen ym daz pluot der wundenUnd wie mir was von we gswunden;So wirt er mich leicht nemen aus35Und füren mich zuos arczetz hausViel schier und auch geswinde,Daz er mich verpinde.Wie schier waz daz geschehen,Sam sey sich hiet versehen!40** Der arczet was ein weiser man,Dar umb er fragen do began:Wie pist du, maget, so gschlagenMit we und wan? Daz scholt mir sagen.Das tet er alles umb daz,13dDaz er derfüri dester bas,Mit we ir zhelfen wäre.*** Mäczelein dem was swäreZe sagen im mit ganczem wâr5Vor den leuten offenbar.Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,Die leut, die tun mir also häiss,Die hie so nahent pey mir sten.Ich fürcht, mir well die sel engen.10Chrippenchra der ward des innen,Wes die junchfraw wol beginnen,Er snarchet gen den leuten:Sym, was wil dicz beteuten?Welt ir uns dersteken,15Derstenken und dersmekenUnd dar zuo mir die chunst ableren?Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.Ich mag ir nicht generen,Man well sie dann versperren20In diser camer sunderbar,Daz seit die kunst und ist auch war,Da wirt man ir der wurczen geben,Wil mans behalten pey dem leben.Des schreuwens all: Hin für, hin für,25Wir schüllen tretten für die tür.Mein tür die ward verschlossen,Der arczt was unverdrossen,Zum andern mal er fraget do:Sag an, liebes diernel, so30Und sag mir freilich dein gemüt,Wilt, daz got dirs leben bhüt.Mäczli die huob an und sprach:So wol mir, daz ich euch gesach!Ir seit so gar ein biderman,35Daz ich dehainen zwivel han,Wie irs yemant fürbas sagenWerdint mein vil sendes klagen.Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen.40Sicher was der mäister do,Waz er tet, das läist er so.Die mayt hub an zferjehen:Mein herr, dicz ist geschehenMit einem stäyn, der geworffen was14An die stat, do ich do sas,Den hab ich also fundenMit disem brief verwunden,Den zäig ich euch in rehter peyicht,5Sam ir ze phaffen wärd geweicht,Und pit euch durch den rethen got,Daz ir mir sagent âne spot,Was dar inn geschriben sey,Des muost ir wesen läydes frey.10Der arczet nam den brief in dhandUnd sayt ir, waz er dar inn vand.Des dankecz ym und was sein fro.Zuo dem arczet sprach sey do:Lieber herr, so schreibet mir15Hin widerumb auch mein begir!Daz wil ich euch vergeltenMit treuwen ane schelten.Der arczet sprach: Daz sei geschehen!Doch wil des ersten sehen20Zuo deinem haubt, gelaub es mir,Dar nach zuo deines herczen gir.Des ward er sey do wäschenMit esseich und mit äschen,Mit zwivel und mit mersalcz,25Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.** Die minn ward ir gevallen,Die hönich gemacht aus gallenUnd dar nach aus dem hönich gpirtGallen, die ze pitter wirt.30*** Ze den selben stundenMäczli ward verpunden.Des huob sey an und sprach zuo ym:Herr, vernemet meinen sin!Schreibt und lâst die feder gen!35Also schol mein briefel sten:Got grüs dich, lieb von hoher art!Chäim puolen ich nie lieber wart,Dan dir, mein trost, daz sag ich dirAn allen spot, gelaub es mir!40Deinen brief han ich gelesen,14bDes muoss ich iemer froleich wesen.Chum zuo mir pey diser nachtIns arczetz haus und gib mir chraft,Und waz du wilt daz wil ich tuon.5Ich acht der andern nicht ein huon.Da mit so phleg dein unser herr,Du seygist nahent oder ferr.** Do dics nu Crippenchra dersach,Zuo ym selber er do sprach:10Trun, du macht ein hürrel sein,Mich triegin dann die sinne mein.Und gedacht ym an die geschrift,Die von weiben also spricht:Den frawen ist der ars ze präyt,15Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,So vil und ich euchs betuten wil:Frawen trew der ist nicht vil,Frawen unkeusch ist ein vinden,Den chan roch mag uberwinden.20Waz sag ich euch? Es ist nicht new,Wie smal sey aller werlten trewUnd dar zuo churcz ir stätichait,Ir sünde michel und auch prayt.Man möcht es ewencleichen treyben;25Besser ist, wir lassins pleyben*** Und kern wider zuo dem arczet.Der ward do lachent, daz er farczet,Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph,30So ghört mein stumph zuo deinem muot;Unser dinch mocht werden guot,Und wilt meinen willen tuon,Ich mach dir gen dem vatter suon,Gen deinem herwen vatter Friczen,35Der dich so oft macht ser swiczzen;Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.Die brief die fasst er in die hant.Sich, die wil ich Friczen zäygen,Gibst duo dich mir nicht ze äygen.40Maczli wist nit, was er säyt,Dar umb waz ir die rede läyd,Und sprach: Ich pin in ewer hand;Welt ir mich pringen so ze schand,14cDaz stet euch werleich ubel an,Scholt ir sein ein bider man.Ewers willens ich enwäiss,Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss.5Daz waz vil züchtichleichen geret,Des arczet macht es alles wettEr sängelt: Da da, nüssli, da!Mäczli, sta sta! Hägili, sta!Der stumphe daz sein wurczen10Ein langeu mit zwäyn kurczen.Dar zuo so ist mein wille,Daz du dich habist stilleUnd lass dich nicht verdriessen,Der wurczen muost du niessen,15Wilt du so nicht verderbenIn deinen sünden sterben.Nu dar, mein lieber herr, daz sey!Sprach die junchfraw sorgen frey.Da mit ward sey der wurczen essen20Also ser und unvermessen,Daz sey yeso hiet vergessen,Wo sey gestanden was und gsessen.Des wolt der arczet fuder ziehen;Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen!25Arczet mich en wenig me!Ich derläid es bas dan e.Hie mit so viels ym an den stekkenUnd hielt in pey den päyden stekken.Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen;30Der wurczen wil ich aber haben.Des gab er ir der wurczen doAuf dem bauch und in dem stro.Do sey des smakes innän ward,Ir muost geswinden an der vard.35Der pfeffer was ir selczen,Des muost der arczet engelten.Er mocht es läider nicht gefügen,Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,Er wolt sich von ir brechen.40Mäczli die ward sprechen:Salbend mich in diser fristZum drittel mâl, alz recht ist.14dIch pin läider ungenesen.Wet der tiefel, mag dicz wesen,Sprach der mäister so ze stund,Dich müs der semper machen gsunt!5Benügt dich nicht, so ge zum se!Ich mag nicht pöllen ymer me.Da mit so huob er sich von stat,Sam ein bok, dem dhürner abNeuleich sein gevallen.10Es was ym aus dem schallen.** Doch hiet fra Mäczel iren täil.Wie wol sey vor hin wär ze gäil,Sey ward sich in der seiten chlagen,In dem pauch und in dem magen,15Daz wasser schluog ir auf zum maul,Ir glider wurden also faul,Daz sei sich wenich moht gerüren.Man muost sey zwischen armen füren,Weil und zeit die ward ir lanch,20Herwer esseich waz ir getranch,Amphern und nit mandelreis,Äphel saur daz was ir speiss,Die rehten varw hiet sey verlorn,Ir prüstel wärczel warend gsworn25Und derswarczet all umb und umb.Dis dink ward schletleich also chrump,Daz der arczet sich versint,Juncfraw Mäczel trüg ein chind.*** Des ward er sich vil sere bsorgen30Und bhielt sey bis an dritten morgen.Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?Hast du Bertschin in deinem muotUnd wilt in nemen zuo der e?Sy swäig, er fraget aber me.35Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:Wäiss er daz, er tuet mir laid.** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:Nimp er dich, so sprich nür: Ja!Dar noch so tuo, sam ich dich ler!40Wilt du bhalten noch dein er,15Ge zuo Strauben deinem vetterUnd häiss dir geben lilienbletter,Dar zuo zipern und auch gallen,Mit ein ander häiss gewallen.5Du wäist wol, Meczel, pey dem päynUnd leg es dik und oft dar einUnd sprich: Daz glük verhenge!Die mucz die wirt dir enge;Und verste mich, wilt du, eben10Der appenteker schol dir gebenGallen, sam er vil wol wäyss,Von dem paum und nicht der gäiss,Und häiss dirs wegen äigenleichAlleu dreu in einr geleich.15Dar nach so hab gewischeEin plater von dem vischeUnd füll sey mit einr Tauben pluot!Da wirt dir an dem abent guot,So man dich nu wirt legen zuo.20Mäczel, was ich sag, daz tuo!In den selben zeitenScholt du nicht erpeyten,Du legist hin daz pläterlein,Da die mäytum schol da sein;25Und chumpt er in seinr herren land,Daz pläterlein zerprist ze hand,Daz pluot wirt hin so fliessen,Des muost du ymer geniessenAn dem guot und an den eren.30Sich, ob ich dich chün geleren!Wilt du dannocht sicher sein,So zappel vast und dar zuo greyn,So wäint er erst, du seist ein mäyt.Hörst, waz ich dir han gesäit?35*** Ja da, antwürt sey ym do.Seines rates was sei froUnd sprach: Daz tät ich alles gern,Wolt er mich der e gewern.Der mäister sprach: Lass mich es treiben!40Ein söleichs briefel chan ich schribenMit guten worten und auch süssenDaz er dich mit hend und füssen15bNement wirt yeso ze stund,So ym die märe werden chunt.Des nam er so die federn do,Sein briefel huob er an also:5** Got der obrest und der mäist,Vatter sün und heiliger gäist,Der in seiner magenchraftHymel hat und erd geschaft,Wasser, luft und auch daz feur,10Vogel, visch mit seiner steur,Vich und dar laub und gras,Umb anders nichti, dann umb daz,Daz der mensch mit zuht und erAuf erd sein leben hie verzer,15Der muoss euch, liebes lieb, bgnadenMit seinen sayligen siben gaben,Mit syben hailikait!Dar zuo sey euch mein dienst berayt.Ein briefeleyn han ich vernomen,20Mich daucht, es wär von himel komen,So wunecleich kam es geflogenDa her in einem regenbogen,Einr wulchen swanch sein umbehanch,Dar inn derchlanch der fröden gesanch25Mit worten in seiner angesicht,Sam es ein engel hiet geticht.Die süssichait mich uberwantAlso ser, dacz ich ze hantVerlos des tages liechten schein,30Ein schlaff begraiff die augen mein,Ein traum gevie die sinne,Dar inn die obrest MinneEin chüngin allen frawen gmäinÄigenleichen mir derschäin;35Nackent was sey und auch bloss,Einr pey zweinczich jaren gnoss,Auf dem haubet truogs ein chronVon glas, da stuond geschriben schon:Ich pins ein wunecleicheu stim,40Junchfraw Venus von der minn.Dar unter stuond ir harel leys,Geflochten in einr ketten weis;An den augen was sey plind,In ir gepärden gar ze geswind;15cEin pogen fürt sey in der handMit glünder stral, sam ich es vand;Sey was gesessen in ein wagen,Mit gold und silber schon beschlagen,5Dem ein bach von rotem pluotFloss hin nach in sender fluot.Sey ward mich nennent so zehant,Mich wundert, wie sey mich derkant.Dar zuo näigt sey sich gen mir10Und grüst mich schon, des dankt ich ir.Do sprach sey: Wäist du, war umb ichChomen pin zuo dir? Vergich!Näyn du, truwen, sait ich do.Des huob sey an und sprach also:15Ich gepeut dir pey dem pan,Daz du Bertschin deinen manGewerst alles, des er wil,Sein seig wenich oder vil,Und leb mit fröden sampt mit ym!20Das chumpt dir alles ze gewin.Du vinst noch wol, daz dich da sirt,So dich daz alter reitent wirt.Ein swarczer gäist zür tenken seitenSprach: Der volg ze allen ziten.25Da mit die gespenst verswandVor meinen augen so zehand.Des wär mir so geswunden,Hiet ich do nit fundenEin ander frawen schon und räyn,30Die mir auch in dem traum derschain,Und cham für meinen angesichtAlso clar, daz mich des nichtEndaucht, es war der sunnen glancz.Auf irem hauben truogs ein krancz35Mit dreien chronen schon gemacht,Obenander und gedaktMit einem sternen, der was vein,Er schain sam ein karvunkelstäyn.Von eysen was die erste chron40Und stuond dar umb geschriben schon:Ich pins ein chron der vestichait,15dDer unreht tuot, daz ist mir läid.Die ander chron von silber was,Darinn man auch geschriben las:Ich pins ein chron der küschichait,5Die so rayn ist und gmayt.Die dritte chron was guldin garUnd auch geschriben also dar:Ich pins ein chron der sälichait,Ze gnaden was ich ie beräit.10Unterm kränczel was verwundenIr harel sauber auf gepunden,Der augen hiet sey viereu do,So schön und also zveren so,Daz mir jo des so nicht enwas.15Ich schauwet in ein spiegelglas,Sey hiet einn mantel, der waz präytUnd manich varw dar an geläyt;Sey taut in auf mit einer handEr daucht mich weit dann ein land.20Ein kind sey an der andern truog,Daz was so wunnechleich und chluog,Daz ich alles ungemachVercläyt, wan ich es angesach.In einer chirchen sey do sas25Auf dem alter, sam mir was,Die was gemalet uber alMit zarten bilden ane zal;Dar zuo hiet die selbig chilchEin se umb sich mit honk und milch,30Der was vil michel und auch gross,In sälder wuot er umb sey floss.Sey sach mich mit eim augen anUnd segnet mich die wol getan,Des naigt ich ir mit züchten35Und wolt mich geben zflüchen.Des ruoftcz mich an und redet do:Beleib bei mir und fleuch nicht so!Tuo, sam ich dir sagen wil,Wilt tuo glükes haben vil,40Und folg nicht falscher min gepott,Wonn das streket wider got,Es wär dann daz dein lieber man16Der e dich wölti muoten an,Des macht du in gar wol gewerenMit sälden, treuwen und mit eren,Won got selb von seinem rat5Die hailigen e geschaffen hat.Dar nach sprach daz kindelein:Volg der lieben muoter mein,Wilt du leib und sel behalten,Von uns nimer werden geschalten.10Ein weisser gaist zur rehten seytenSprach: Den dien ze allen zeiten.Hie mit segent es mich soMit einem chreucz, daz macht mich fro.Von fröden ich derwachet,15Vil drât mich auf machetUnd gie zuo meinem päyichtigär.Ich sagt ym ganczleich diseu märUnd patt in durch den reichen gotUnd durch alleu sein gebott,20Daz er mich wolti des beschaidenUnd seinen rat da mit derzäigen.Des wundert er sich gnuog und vil.Doch, sam ich euchs kurczen wil,Er sprach: Wir mügen schauwen25Daz pey der ersten frawen,Und dunckt mich auch in meinem sinn,Sei ist die falsch betrogen minn,Fro Venus mit irm bösen rat,Die oft ein sel verdampnet hat.30Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,Sey ist noch elter, dann die welt;Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,Die minn die wil nicht alter haben.Nackent, sprichst du, daz sey wär.35Daz chan nicht wesen an geväre.Die minn die wil, daz schoss ze schossSich zemen fügin also bloss.Die glesin chron, die sey da träyt,Und die geschrift dar an geläitDaz mag uns nicht betüten mer,16bDann upig fröd, zergänclech er.Ir har gestrichen also leisGeflothen in einr ketten weisIst nicht anders, dann ein strik,5Der uns leib und sel verschlik.Ist sey an den augen plind,Daz weteut, sam ich es vind,Daz oft ein schones mensch von artMinnet einen grausen part.10An den gepärden ist sey ring,Daz ist daz, das ich do sing:Die minner habend wilden muot:Was seu tuond, das dunkt seu guot.Den pogen fürt seu in der hand15Mit der stral durch ällen land.Da scheust sey jungen herczen mitZuo irem ersten angesicht.Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,Won sey schürphen brennen wil.20Siczt sey dann in einem wagen,Mit reichem gsmid al durch bschlagen,Da pey sich mein hercz versicht,Der minner schaft an phenning nicht.Der bluotent bach rint aus den wunden,25Die da geschehent ze den stunden,So der minner umb ein schadenWirt gestochen und geschlagen.Den swarczen gäist zur tenken handTuon ich dir yeso bekant.30Ein böser engel ist er zwar,Deiner sele gar zgevar;Darum, lieben tochter mein,Daz du sälich müssist sein,Volg nit einem bösen rat,35Wilt du meiden missetat!Acht nicht falscher minne gebot!Daz rat ich dir an allen spot.Do ich des priesters red vernam,In mir selber ich dercham40Und west nicht, was ich sagen scholt.Doch cham ich zred, sam got do wolt,Und sprach: Der ler euch got vergelt!16cIch wil tuon alles, daz ir welt.Sagt mir, herr, in diser schaw,Waz beteut die ander fraw?Des antwurt er mir züchticleich:5Mich dunkt, es sey die säldenreichMuoter gocz und räyneu mäyt,Maria, trost der cristenhäyt.Daz chränczel mit den chronen dreyDunkt mich, dass nicht sey,10Dann sam da geschriben istMit hailiger hand in tieffer list.Doch so mag ich nicht vergenDen sternen, da pey man verstenSchol ir güt in liechtem scheyn15In hymel und auch erd gemäyn.Ir har daz hiet sey auf gepunden,Daz ist, daz sey ze allen stundenRainer cheuschikait was volUnd leypleich glüst verdilgget wol.20Der augen hat sey viereu,Daz sag ich dir so schiere,Es sint die vier rät viel guot,Die sey dem guoten menschen tuot.Daz ist: Schlecht dich der ans wang,25So peut daz ander dar zehant!Nym ein frawen zuo der chand,Macht du nicht sein weibes an!Verkauff dein habe gancz und garUnd gib es armen leuten dar!30Vergib in, die dich hassent ser,Vnd pit got, daz er seu beker!Der welt sey sicht in vier täilUnd geust ir tugend uns mit häil.Ir derbarmherczichäit35Manichvaltigen und bräytMerke pey dem mantel weit,Mit so manger varw beräit!So wiss auch, das daz chindel istUnser schepfer Jhesus Crist,40Unser löser, unser behalter,Unser herr und unser vatter.Pay der chirchen sey dir gesäit:16dEs ist die häilich christenhäit.Daz gmäld zuo anders nit enfügt,Den zguotem sinn des got bnügt.Der alter, da die mäide sass,5Glaub, daz es der gelaube was,Des sey vil selten ye vergasUnd stercht in noch ye bas und bas.Was bezäichnet nu der se?Daz pluot, daz in der neuwen e10Mit sampt dem wasser ist grunnenVon dem lebendigen brunnen,Augen zähern and daz pluot,Die vergossen sein in guotUnd nu verchert in süssichait,15Sam uns sein milch und hönk derzäygt.Der weisse geist zur rechten handSey dir also schier genant!Es ist ein guoter engel zart,Der dich wehnet zuo aller vart.20Hie pey, maget sälden vol,Macht du merchen sunder wol,Was du lassen scholt und tuon,Wilt du behalten gotes suon.Also ward ich ausgericht25Nach meines herczen zuoversicht.Nu gedenk, mein höhster hort,An des grösten maisters wort,Daz er zuo uns allen sprichtMit seiner häiligen ler und gschrift:30Waz hulffi, ob du die weltGewunnen hietst mit allem geltUnd dein sel wurd leiden haben?Das scholt du in deim herczen tragenUnd mâssen dich des schreibens,35Des trumbels und des treybens,Es sey dann mit den eren mein,Wilt du von mir geweret sein.Hie mit so gib ich ym ein end.Got dir alles trauren wend40Und büsse deinen smerczen!Die obrest küngin schirme dich,Ob du in treuwen mäinist mich!17Des bit ich sey von herczen.Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,In sälder stund, in fröden tag,Mit lieber hand an guotem stad,5Getichet auf daz glükrad.*** Do dicz nu so geschehen was,Daz briefel er ir überlass.Des dancht sey ym von herczen doUnd sprach: Wie schol mich reuwen so10Mein schand, die sich von euch derhuob?Ir seicz ein mäister also chluog.Wer schol in tragen? huob sey an.Lâss mich schaffen! sprach der man.Also vand er so zehand15Ein altes weib, daz er derkant,Die chond waschen und auch reyben,Chauffmanschaft mit schloern treiben,Da mit jungen mägeteynHelfen von den eren sein;20Und mocht man nicht gevaren bas,So viel sey selber in daz gras.Den brief den bott er ir al doUnd underweist daz weib also:Ge hin taugenleichen aus25Und mach dich hin in Bertschins haus,Den brief den gib ym in die handUnd sprich: Den hat euch Mäcz gesant.Und grüss in von ir tausent stund!Nicht anders sag ym mit dem mund!30Way, wie was ir dicz so gsmak!Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,Bis daz sey zu Bertschin kam.Sey sprach: Got grüss euch, junger man!Sälich müst ir yemer sein!35Daz briefel sent euch Mäczli veinMit mangem minnechleichen gruoss.Von dem haubt bis auf den fuossWer waz froer, dann der chnecht?Er sprach: Nu ist meim dinge recht.40Se hin, die zwen schilling,Vertrinks durch meinen willenUnd ge zuo unserm schreiber17bHenreiczen NabelreiberUnd sag ym, daz er chum zuo mir,Won ich sein vil chäum embir.Die riffianin lieff da hin,5Sam ein andreu heubscherin,Und sagt dem schreiber, wie ym ware.Dem gevielent auch die mär.Er gab der zementragerinEinen phenning ze gewin10Und traft sich, do er Bertschin vandAuf der banch pey einer wand.Schre: Wol auf so frödenreich,Der käiser ist uns ungeleich.Triefnas da von schanden15Vil gern wer auf gestanden,Da was er worden also chranch,Das er storczet ab der banch.Die minn die pracht in zuo der not,Daz er was nahent jungers tot,20Des halff ym doch die fröd alsoUnd ein halbeu kuo aldo,Die er jo frass ze einer stund,Daz er echt wider ward gesundUnd alles seines laides vergas.25Do man ym den brief gelas,Da wist er wenich, waz er sayt,Bis ym es Nabelreiber zäigt.Der sprach: Es mag nicht anders sein,Sey spricht, sey tät den willen dein30Und dar zuo vil und dannocht me,Nämist du sey zuo der e.

*** Do der brief geschlossen ward,

Der schreiber hub sich an die vart,

Zuo dem speicher er sich kert,

Da fro Mäczel was verspert.

Daz briefel pand er an ein stäyn13b

Und warff es hin zum fensterleyn.

** Er sprach: Nu ge hin ane füss!

Dich umbschlahend armen süss.

Var hin, brief, dar ich dich sende!5

Dich enphahend weisse hende.

*** Mein briefel daz ward fliegen

Zum fenster in hin stieben.

Und cham her, da er Mäczen vand.

Es verfäillet päyder hand10

Und dar zuo lieber armen,

Es mocht da nicht erwarmen,

Also es der choph emphieng,

So schon, daz ym daz pluot aus gieng.

Da was der brief nicht schuldig an,15

Es hiet sein gsell da pey getan,

Zuo dem es waz gestrichet,

Der so die menschen zwiket

Für daz grüssen an der vart,

So er zuo ym gsendet wart.20

Mäczli was gevallen

Mit ärs und mit allem

Ab dem banch, da sey do sas,

Daz sey irs gemuocz vergas.

Do nu vergie daz streken,25

Die oren ward sey reken

Und denken: Wie ist mir geschehen?

Also wol sei umb sich sehen

Und dersach den brief gpunden

Mit dem stäyn, der ir die wunden30

Hiet geschlagen in den chopf;

Des nam sey wunder in dem kropf.

Doch sey zuo ir selben sprach:

Dicz ist nicht gschehen ane sach.

Hie mit und sey den brief entpand,35

Den stäyn den warff sey wider dwand.

Woy, wie gern sey hiet gelesen,

Wär dhäyn kunst in ir gewesen!

Sey wolt sich ztod erfressen,

Daz sey der gschrift vergessen40

Hiet in iren jungen tagen.

** Daz ward sey ruwenchleichen clagen

Und sprechend: We mir heut den tag,

Daz ich so wench gelernet hab

Lesen und auch schreiben!13c

Daz pringt mir jamere leyden

Und macht mir schaden scham and läid.

Wie schol ich meinew haymleichait

Offnen einem fremden man,5

Dem ich läyder nicht enkan

Getrauwen äigenleichen wol?

Die werlt ist böser listen vol.

Owe, chunst, du werdes guot,

Du höchster hord, du edler muot,10

Gewizzer schacz, du blündeu frucht,

Der sele hayl, des leibes zucht,

Hiet ich deinen samen gsäyt

Mit sorgen und auch arbäyt,

So möcht ich ieczo sneyden15

Mit fröden ane leiden.

Hiet ich gsaczt der wurczen dein,

Die mich so bitter dauchten sein,

So läs ich iecz in meinen sak

Öpfel süss und wol gesmak.20

Secht, der han ich kains getan:

Des muoss ich disen jamer han.

*** Do nu die red was vollepraht,

In irem herczen sey gedacht,

Wie seys scholte legen an,25

Daz sey chäym zuo einem man,

Der ir saget an gevär,

Was am brief geschriben wär.

Also kam ir in den muot,

Dar zuo so wär ein schreyen guot30

Und ein ruofen durch den gatter

Zuo meinem alten toben vatter

Und zaygen ym daz pluot der wunden

Und wie mir was von we gswunden;

So wirt er mich leicht nemen aus35

Und füren mich zuos arczetz haus

Viel schier und auch geswinde,

Daz er mich verpinde.

Wie schier waz daz geschehen,

Sam sey sich hiet versehen!40

** Der arczet was ein weiser man,

Dar umb er fragen do began:

Wie pist du, maget, so gschlagen

Mit we und wan? Daz scholt mir sagen.

Das tet er alles umb daz,13d

Daz er derfüri dester bas,

Mit we ir zhelfen wäre.

*** Mäczelein dem was swäre

Ze sagen im mit ganczem wâr5

Vor den leuten offenbar.

Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,

Die leut, die tun mir also häiss,

Die hie so nahent pey mir sten.

Ich fürcht, mir well die sel engen.10

Chrippenchra der ward des innen,

Wes die junchfraw wol beginnen,

Er snarchet gen den leuten:

Sym, was wil dicz beteuten?

Welt ir uns dersteken,15

Derstenken und dersmeken

Und dar zuo mir die chunst ableren?

Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.

Ich mag ir nicht generen,

Man well sie dann versperren20

In diser camer sunderbar,

Daz seit die kunst und ist auch war,

Da wirt man ir der wurczen geben,

Wil mans behalten pey dem leben.

Des schreuwens all: Hin für, hin für,25

Wir schüllen tretten für die tür.

Mein tür die ward verschlossen,

Der arczt was unverdrossen,

Zum andern mal er fraget do:

Sag an, liebes diernel, so30

Und sag mir freilich dein gemüt,

Wilt, daz got dirs leben bhüt.

Mäczli die huob an und sprach:

So wol mir, daz ich euch gesach!

Ir seit so gar ein biderman,35

Daz ich dehainen zwivel han,

Wie irs yemant fürbas sagen

Werdint mein vil sendes klagen.

Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,

Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen.40

Sicher was der mäister do,

Waz er tet, das läist er so.

Die mayt hub an zferjehen:

Mein herr, dicz ist geschehen

Mit einem stäyn, der geworffen was14

An die stat, do ich do sas,

Den hab ich also funden

Mit disem brief verwunden,

Den zäig ich euch in rehter peyicht,5

Sam ir ze phaffen wärd geweicht,

Und pit euch durch den rethen got,

Daz ir mir sagent âne spot,

Was dar inn geschriben sey,

Des muost ir wesen läydes frey.10

Der arczet nam den brief in dhand

Und sayt ir, waz er dar inn vand.

Des dankecz ym und was sein fro.

Zuo dem arczet sprach sey do:

Lieber herr, so schreibet mir15

Hin widerumb auch mein begir!

Daz wil ich euch vergelten

Mit treuwen ane schelten.

Der arczet sprach: Daz sei geschehen!

Doch wil des ersten sehen20

Zuo deinem haubt, gelaub es mir,

Dar nach zuo deines herczen gir.

Des ward er sey do wäschen

Mit esseich und mit äschen,

Mit zwivel und mit mersalcz,25

Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.

** Die minn ward ir gevallen,

Die hönich gemacht aus gallen

Und dar nach aus dem hönich gpirt

Gallen, die ze pitter wirt.30

*** Ze den selben stunden

Mäczli ward verpunden.

Des huob sey an und sprach zuo ym:

Herr, vernemet meinen sin!

Schreibt und lâst die feder gen!35

Also schol mein briefel sten:

Got grüs dich, lieb von hoher art!

Chäim puolen ich nie lieber wart,

Dan dir, mein trost, daz sag ich dir

An allen spot, gelaub es mir!40

Deinen brief han ich gelesen,14b

Des muoss ich iemer froleich wesen.

Chum zuo mir pey diser nacht

Ins arczetz haus und gib mir chraft,

Und waz du wilt daz wil ich tuon.5

Ich acht der andern nicht ein huon.

Da mit so phleg dein unser herr,

Du seygist nahent oder ferr.

** Do dics nu Crippenchra dersach,

Zuo ym selber er do sprach:10

Trun, du macht ein hürrel sein,

Mich triegin dann die sinne mein.

Und gedacht ym an die geschrift,

Die von weiben also spricht:

Den frawen ist der ars ze präyt,15

Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,

So vil und ich euchs betuten wil:

Frawen trew der ist nicht vil,

Frawen unkeusch ist ein vinden,

Den chan roch mag uberwinden.20

Waz sag ich euch? Es ist nicht new,

Wie smal sey aller werlten trew

Und dar zuo churcz ir stätichait,

Ir sünde michel und auch prayt.

Man möcht es ewencleichen treyben;25

Besser ist, wir lassins pleyben

*** Und kern wider zuo dem arczet.

Der ward do lachent, daz er farczet,

Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,

Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph,30

So ghört mein stumph zuo deinem muot;

Unser dinch mocht werden guot,

Und wilt meinen willen tuon,

Ich mach dir gen dem vatter suon,

Gen deinem herwen vatter Friczen,35

Der dich so oft macht ser swiczzen;

Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.

Die brief die fasst er in die hant.

Sich, die wil ich Friczen zäygen,

Gibst duo dich mir nicht ze äygen.40

Maczli wist nit, was er säyt,

Dar umb waz ir die rede läyd,

Und sprach: Ich pin in ewer hand;

Welt ir mich pringen so ze schand,14c

Daz stet euch werleich ubel an,

Scholt ir sein ein bider man.

Ewers willens ich enwäiss,

Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss.5

Daz waz vil züchtichleichen geret,

Des arczet macht es alles wett

Er sängelt: Da da, nüssli, da!

Mäczli, sta sta! Hägili, sta!

Der stumphe daz sein wurczen10

Ein langeu mit zwäyn kurczen.

Dar zuo so ist mein wille,

Daz du dich habist stille

Und lass dich nicht verdriessen,

Der wurczen muost du niessen,15

Wilt du so nicht verderben

In deinen sünden sterben.

Nu dar, mein lieber herr, daz sey!

Sprach die junchfraw sorgen frey.

Da mit ward sey der wurczen essen20

Also ser und unvermessen,

Daz sey yeso hiet vergessen,

Wo sey gestanden was und gsessen.

Des wolt der arczet fuder ziehen;

Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen!25

Arczet mich en wenig me!

Ich derläid es bas dan e.

Hie mit so viels ym an den stekken

Und hielt in pey den päyden stekken.

Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen;30

Der wurczen wil ich aber haben.

Des gab er ir der wurczen do

Auf dem bauch und in dem stro.

Do sey des smakes innän ward,

Ir muost geswinden an der vard.35

Der pfeffer was ir selczen,

Des muost der arczet engelten.

Er mocht es läider nicht gefügen,

Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,

Er wolt sich von ir brechen.40

Mäczli die ward sprechen:

Salbend mich in diser frist

Zum drittel mâl, alz recht ist.14d

Ich pin läider ungenesen.

Wet der tiefel, mag dicz wesen,

Sprach der mäister so ze stund,

Dich müs der semper machen gsunt!5

Benügt dich nicht, so ge zum se!

Ich mag nicht pöllen ymer me.

Da mit so huob er sich von stat,

Sam ein bok, dem dhürner ab

Neuleich sein gevallen.10

Es was ym aus dem schallen.

** Doch hiet fra Mäczel iren täil.

Wie wol sey vor hin wär ze gäil,

Sey ward sich in der seiten chlagen,

In dem pauch und in dem magen,15

Daz wasser schluog ir auf zum maul,

Ir glider wurden also faul,

Daz sei sich wenich moht gerüren.

Man muost sey zwischen armen füren,

Weil und zeit die ward ir lanch,20

Herwer esseich waz ir getranch,

Amphern und nit mandelreis,

Äphel saur daz was ir speiss,

Die rehten varw hiet sey verlorn,

Ir prüstel wärczel warend gsworn25

Und derswarczet all umb und umb.

Dis dink ward schletleich also chrump,

Daz der arczet sich versint,

Juncfraw Mäczel trüg ein chind.

*** Des ward er sich vil sere bsorgen30

Und bhielt sey bis an dritten morgen.

Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?

Hast du Bertschin in deinem muot

Und wilt in nemen zuo der e?

Sy swäig, er fraget aber me.35

Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:

Wäiss er daz, er tuet mir laid.

** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:

Nimp er dich, so sprich nür: Ja!

Dar noch so tuo, sam ich dich ler!40

Wilt du bhalten noch dein er,15

Ge zuo Strauben deinem vetter

Und häiss dir geben lilienbletter,

Dar zuo zipern und auch gallen,

Mit ein ander häiss gewallen.5

Du wäist wol, Meczel, pey dem päyn

Und leg es dik und oft dar ein

Und sprich: Daz glük verhenge!

Die mucz die wirt dir enge;

Und verste mich, wilt du, eben10

Der appenteker schol dir geben

Gallen, sam er vil wol wäyss,

Von dem paum und nicht der gäiss,

Und häiss dirs wegen äigenleich

Alleu dreu in einr geleich.15

Dar nach so hab gewische

Ein plater von dem vische

Und füll sey mit einr Tauben pluot!

Da wirt dir an dem abent guot,

So man dich nu wirt legen zuo.20

Mäczel, was ich sag, daz tuo!

In den selben zeiten

Scholt du nicht erpeyten,

Du legist hin daz pläterlein,

Da die mäytum schol da sein;25

Und chumpt er in seinr herren land,

Daz pläterlein zerprist ze hand,

Daz pluot wirt hin so fliessen,

Des muost du ymer geniessen

An dem guot und an den eren.30

Sich, ob ich dich chün geleren!

Wilt du dannocht sicher sein,

So zappel vast und dar zuo greyn,

So wäint er erst, du seist ein mäyt.

Hörst, waz ich dir han gesäit?35

*** Ja da, antwürt sey ym do.

Seines rates was sei fro

Und sprach: Daz tät ich alles gern,

Wolt er mich der e gewern.

Der mäister sprach: Lass mich es treiben!40

Ein söleichs briefel chan ich schriben

Mit guten worten und auch süssen

Daz er dich mit hend und füssen15b

Nement wirt yeso ze stund,

So ym die märe werden chunt.

Des nam er so die federn do,

Sein briefel huob er an also:5

** Got der obrest und der mäist,

Vatter sün und heiliger gäist,

Der in seiner magenchraft

Hymel hat und erd geschaft,

Wasser, luft und auch daz feur,10

Vogel, visch mit seiner steur,

Vich und dar laub und gras,

Umb anders nichti, dann umb daz,

Daz der mensch mit zuht und er

Auf erd sein leben hie verzer,15

Der muoss euch, liebes lieb, bgnaden

Mit seinen sayligen siben gaben,

Mit syben hailikait!

Dar zuo sey euch mein dienst berayt.

Ein briefeleyn han ich vernomen,20

Mich daucht, es wär von himel komen,

So wunecleich kam es geflogen

Da her in einem regenbogen,

Einr wulchen swanch sein umbehanch,

Dar inn derchlanch der fröden gesanch25

Mit worten in seiner angesicht,

Sam es ein engel hiet geticht.

Die süssichait mich uberwant

Also ser, dacz ich ze hant

Verlos des tages liechten schein,30

Ein schlaff begraiff die augen mein,

Ein traum gevie die sinne,

Dar inn die obrest Minne

Ein chüngin allen frawen gmäin

Äigenleichen mir derschäin;35

Nackent was sey und auch bloss,

Einr pey zweinczich jaren gnoss,

Auf dem haubet truogs ein chron

Von glas, da stuond geschriben schon:

Ich pins ein wunecleicheu stim,40

Junchfraw Venus von der minn.

Dar unter stuond ir harel leys,

Geflochten in einr ketten weis;

An den augen was sey plind,

In ir gepärden gar ze geswind;15c

Ein pogen fürt sey in der hand

Mit glünder stral, sam ich es vand;

Sey was gesessen in ein wagen,

Mit gold und silber schon beschlagen,5

Dem ein bach von rotem pluot

Floss hin nach in sender fluot.

Sey ward mich nennent so zehant,

Mich wundert, wie sey mich derkant.

Dar zuo näigt sey sich gen mir10

Und grüst mich schon, des dankt ich ir.

Do sprach sey: Wäist du, war umb ich

Chomen pin zuo dir? Vergich!

Näyn du, truwen, sait ich do.

Des huob sey an und sprach also:15

Ich gepeut dir pey dem pan,

Daz du Bertschin deinen man

Gewerst alles, des er wil,

Sein seig wenich oder vil,

Und leb mit fröden sampt mit ym!20

Das chumpt dir alles ze gewin.

Du vinst noch wol, daz dich da sirt,

So dich daz alter reitent wirt.

Ein swarczer gäist zür tenken seiten

Sprach: Der volg ze allen ziten.25

Da mit die gespenst verswand

Vor meinen augen so zehand.

Des wär mir so geswunden,

Hiet ich do nit funden

Ein ander frawen schon und räyn,30

Die mir auch in dem traum derschain,

Und cham für meinen angesicht

Also clar, daz mich des nicht

Endaucht, es war der sunnen glancz.

Auf irem hauben truogs ein krancz35

Mit dreien chronen schon gemacht,

Obenander und gedakt

Mit einem sternen, der was vein,

Er schain sam ein karvunkelstäyn.

Von eysen was die erste chron40

Und stuond dar umb geschriben schon:

Ich pins ein chron der vestichait,15d

Der unreht tuot, daz ist mir läid.

Die ander chron von silber was,

Darinn man auch geschriben las:

Ich pins ein chron der küschichait,5

Die so rayn ist und gmayt.

Die dritte chron was guldin gar

Und auch geschriben also dar:

Ich pins ein chron der sälichait,

Ze gnaden was ich ie beräit.10

Unterm kränczel was verwunden

Ir harel sauber auf gepunden,

Der augen hiet sey viereu do,

So schön und also zveren so,

Daz mir jo des so nicht enwas.15

Ich schauwet in ein spiegelglas,

Sey hiet einn mantel, der waz präyt

Und manich varw dar an geläyt;

Sey taut in auf mit einer hand

Er daucht mich weit dann ein land.20

Ein kind sey an der andern truog,

Daz was so wunnechleich und chluog,

Daz ich alles ungemach

Vercläyt, wan ich es angesach.

In einer chirchen sey do sas25

Auf dem alter, sam mir was,

Die was gemalet uber al

Mit zarten bilden ane zal;

Dar zuo hiet die selbig chilch

Ein se umb sich mit honk und milch,30

Der was vil michel und auch gross,

In sälder wuot er umb sey floss.

Sey sach mich mit eim augen an

Und segnet mich die wol getan,

Des naigt ich ir mit züchten35

Und wolt mich geben zflüchen.

Des ruoftcz mich an und redet do:

Beleib bei mir und fleuch nicht so!

Tuo, sam ich dir sagen wil,

Wilt tuo glükes haben vil,40

Und folg nicht falscher min gepott,

Wonn das streket wider got,

Es wär dann daz dein lieber man16

Der e dich wölti muoten an,

Des macht du in gar wol geweren

Mit sälden, treuwen und mit eren,

Won got selb von seinem rat5

Die hailigen e geschaffen hat.

Dar nach sprach daz kindelein:

Volg der lieben muoter mein,

Wilt du leib und sel behalten,

Von uns nimer werden geschalten.10

Ein weisser gaist zur rehten seyten

Sprach: Den dien ze allen zeiten.

Hie mit segent es mich so

Mit einem chreucz, daz macht mich fro.

Von fröden ich derwachet,15

Vil drât mich auf machet

Und gie zuo meinem päyichtigär.

Ich sagt ym ganczleich diseu mär

Und patt in durch den reichen got

Und durch alleu sein gebott,20

Daz er mich wolti des beschaiden

Und seinen rat da mit derzäigen.

Des wundert er sich gnuog und vil.

Doch, sam ich euchs kurczen wil,

Er sprach: Wir mügen schauwen25

Daz pey der ersten frawen,

Und dunckt mich auch in meinem sinn,

Sei ist die falsch betrogen minn,

Fro Venus mit irm bösen rat,

Die oft ein sel verdampnet hat.30

Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,

Sey ist noch elter, dann die welt;

Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,

Die minn die wil nicht alter haben.

Nackent, sprichst du, daz sey wär.35

Daz chan nicht wesen an geväre.

Die minn die wil, daz schoss ze schoss

Sich zemen fügin also bloss.

Die glesin chron, die sey da träyt,

Und die geschrift dar an geläit

Daz mag uns nicht betüten mer,16b

Dann upig fröd, zergänclech er.

Ir har gestrichen also leis

Geflothen in einr ketten weis

Ist nicht anders, dann ein strik,5

Der uns leib und sel verschlik.

Ist sey an den augen plind,

Daz weteut, sam ich es vind,

Daz oft ein schones mensch von art

Minnet einen grausen part.10

An den gepärden ist sey ring,

Daz ist daz, das ich do sing:

Die minner habend wilden muot:

Was seu tuond, das dunkt seu guot.

Den pogen fürt seu in der hand15

Mit der stral durch ällen land.

Da scheust sey jungen herczen mit

Zuo irem ersten angesicht.

Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,

Won sey schürphen brennen wil.20

Siczt sey dann in einem wagen,

Mit reichem gsmid al durch bschlagen,

Da pey sich mein hercz versicht,

Der minner schaft an phenning nicht.

Der bluotent bach rint aus den wunden,25

Die da geschehent ze den stunden,

So der minner umb ein schaden

Wirt gestochen und geschlagen.

Den swarczen gäist zur tenken hand

Tuon ich dir yeso bekant.30

Ein böser engel ist er zwar,

Deiner sele gar zgevar;

Darum, lieben tochter mein,

Daz du sälich müssist sein,

Volg nit einem bösen rat,35

Wilt du meiden missetat!

Acht nicht falscher minne gebot!

Daz rat ich dir an allen spot.

Do ich des priesters red vernam,

In mir selber ich dercham40

Und west nicht, was ich sagen scholt.

Doch cham ich zred, sam got do wolt,

Und sprach: Der ler euch got vergelt!16c

Ich wil tuon alles, daz ir welt.

Sagt mir, herr, in diser schaw,

Waz beteut die ander fraw?

Des antwurt er mir züchticleich:5

Mich dunkt, es sey die säldenreich

Muoter gocz und räyneu mäyt,

Maria, trost der cristenhäyt.

Daz chränczel mit den chronen drey

Dunkt mich, dass nicht sey,10

Dann sam da geschriben ist

Mit hailiger hand in tieffer list.

Doch so mag ich nicht vergen

Den sternen, da pey man versten

Schol ir güt in liechtem scheyn15

In hymel und auch erd gemäyn.

Ir har daz hiet sey auf gepunden,

Daz ist, daz sey ze allen stunden

Rainer cheuschikait was vol

Und leypleich glüst verdilgget wol.20

Der augen hat sey viereu,

Daz sag ich dir so schiere,

Es sint die vier rät viel guot,

Die sey dem guoten menschen tuot.

Daz ist: Schlecht dich der ans wang,25

So peut daz ander dar zehant!

Nym ein frawen zuo der chand,

Macht du nicht sein weibes an!

Verkauff dein habe gancz und gar

Und gib es armen leuten dar!30

Vergib in, die dich hassent ser,

Vnd pit got, daz er seu beker!

Der welt sey sicht in vier täil

Und geust ir tugend uns mit häil.

Ir derbarmherczichäit35

Manichvaltigen und bräyt

Merke pey dem mantel weit,

Mit so manger varw beräit!

So wiss auch, das daz chindel ist

Unser schepfer Jhesus Crist,40

Unser löser, unser behalter,

Unser herr und unser vatter.

Pay der chirchen sey dir gesäit:16d

Es ist die häilich christenhäit.

Daz gmäld zuo anders nit enfügt,

Den zguotem sinn des got bnügt.

Der alter, da die mäide sass,5

Glaub, daz es der gelaube was,

Des sey vil selten ye vergas

Und stercht in noch ye bas und bas.

Was bezäichnet nu der se?

Daz pluot, daz in der neuwen e10

Mit sampt dem wasser ist grunnen

Von dem lebendigen brunnen,

Augen zähern and daz pluot,

Die vergossen sein in guot

Und nu verchert in süssichait,15

Sam uns sein milch und hönk derzäygt.

Der weisse geist zur rechten hand

Sey dir also schier genant!

Es ist ein guoter engel zart,

Der dich wehnet zuo aller vart.20

Hie pey, maget sälden vol,

Macht du merchen sunder wol,

Was du lassen scholt und tuon,

Wilt du behalten gotes suon.

Also ward ich ausgericht25

Nach meines herczen zuoversicht.

Nu gedenk, mein höhster hort,

An des grösten maisters wort,

Daz er zuo uns allen spricht

Mit seiner häiligen ler und gschrift:30

Waz hulffi, ob du die welt

Gewunnen hietst mit allem gelt

Und dein sel wurd leiden haben?

Das scholt du in deim herczen tragen

Und mâssen dich des schreibens,35

Des trumbels und des treybens,

Es sey dann mit den eren mein,

Wilt du von mir geweret sein.

Hie mit so gib ich ym ein end.

Got dir alles trauren wend40

Und büsse deinen smerczen!

Die obrest küngin schirme dich,

Ob du in treuwen mäinist mich!17

Des bit ich sey von herczen.

Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,

In sälder stund, in fröden tag,

Mit lieber hand an guotem stad,5

Getichet auf daz glükrad.

*** Do dicz nu so geschehen was,

Daz briefel er ir überlass.

Des dancht sey ym von herczen do

Und sprach: Wie schol mich reuwen so10

Mein schand, die sich von euch derhuob?

Ir seicz ein mäister also chluog.

Wer schol in tragen? huob sey an.

Lâss mich schaffen! sprach der man.

Also vand er so zehand15

Ein altes weib, daz er derkant,

Die chond waschen und auch reyben,

Chauffmanschaft mit schloern treiben,

Da mit jungen mägeteyn

Helfen von den eren sein;20

Und mocht man nicht gevaren bas,

So viel sey selber in daz gras.

Den brief den bott er ir al do

Und underweist daz weib also:

Ge hin taugenleichen aus25

Und mach dich hin in Bertschins haus,

Den brief den gib ym in die hand

Und sprich: Den hat euch Mäcz gesant.

Und grüss in von ir tausent stund!

Nicht anders sag ym mit dem mund!30

Way, wie was ir dicz so gsmak!

Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,

Bis daz sey zu Bertschin kam.

Sey sprach: Got grüss euch, junger man!

Sälich müst ir yemer sein!35

Daz briefel sent euch Mäczli vein

Mit mangem minnechleichen gruoss.

Von dem haubt bis auf den fuoss

Wer waz froer, dann der chnecht?

Er sprach: Nu ist meim dinge recht.40

Se hin, die zwen schilling,

Vertrinks durch meinen willen

Und ge zuo unserm schreiber17b

Henreiczen Nabelreiber

Und sag ym, daz er chum zuo mir,

Won ich sein vil chäum embir.

Die riffianin lieff da hin,5

Sam ein andreu heubscherin,

Und sagt dem schreiber, wie ym ware.

Dem gevielent auch die mär.

Er gab der zementragerin

Einen phenning ze gewin10

Und traft sich, do er Bertschin vand

Auf der banch pey einer wand.

Schre: Wol auf so frödenreich,

Der käiser ist uns ungeleich.

Triefnas da von schanden15

Vil gern wer auf gestanden,

Da was er worden also chranch,

Das er storczet ab der banch.

Die minn die pracht in zuo der not,

Daz er was nahent jungers tot,20

Des halff ym doch die fröd also

Und ein halbeu kuo aldo,

Die er jo frass ze einer stund,

Daz er echt wider ward gesund

Und alles seines laides vergas.25

Do man ym den brief gelas,

Da wist er wenich, waz er sayt,

Bis ym es Nabelreiber zäigt.

Der sprach: Es mag nicht anders sein,

Sey spricht, sey tät den willen dein30

Und dar zuo vil und dannocht me,

Nämist du sey zuo der e.


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