Als sie klingelte, schlug das dumme Herz wieder so atemraubend. Dass kam vom raschen Treppensteigen.
Als sie klingelte, schlug das dumme Herz wieder so atemraubend. Dass kam vom raschen Treppensteigen.
Erna machte ihr auf. Mette war nicht mehr gewohnt, sich melden zu lassen. Sehr oft wußten die Mädchen gar nicht, ob die Gäste der Pension zu Hause waren. Sie wollte mit einem: „Guten Morgen, Erna!“ vorüber.
Das Mädchen machte ein erstauntes Gesicht.
„Fräulein Radó ist doch verreist,“ sagte sie zögernd. „Weiß das gnädiges Fräulein gar nicht?“
Im ersten Augenblick war die Scham dieses Nichtwissensin Metten größer als das Erschrecken. Sie fühlte sich vor dem Mädchen in lächerlichster Weise bloßgestellt.
„Doch, doch,“ sagte sie hastig. „Ich wollte nur die Bücher ins Zimmer legen. Aber ich kann sie ja auch Ihnen geben. Sie sind so gut, Fräulein Erna, und tragen sie hinein. Dann brauch’ ich mich gar nicht damit aufzuhalten. Ich hab’s sehr eilig. Auf Wiederschauen!“
Die erste Treppe sprang sie hinunter, damit das Mädchen ihre Hast hören sollte. Erst als die Tür oben längst ins Schloß gefallen war, ging sie langsamer.
Olga war fort. Ohne ihr ein Wort zu sagen, ohne sie noch einmal anzurufen, ohne ihr eine Zeile zu schreiben, ohne dem Mädchen eine Nachricht für sie zu hinterlassen.
Sie war fort. Ohne zu sagen, wohin. Ohne zu sagen, auf wie lange.
Mette senkte den Kopf sehr tief auf die Brust und ging ganz langsam, Stufe für Stufe. – – –