Sie trafen sich. Nach zwei Worten der Begrüßung fragte Mette:
Sie trafen sich. Nach zwei Worten der Begrüßung fragte Mette:
„Haben Sie die Karte? Bitte, bitte, zeigen Sie!“
Neben der Adresse stand in einer festen, mühsam zusammengezwängten Schrift:
„Bitte, Peterchen, sei so gut und gib die Bücher aus der Kgl. Bibl. zurück. Eins liegt auf meinem Schreibtisch, zwei stehen auf dem Regal links vom Fenster, 3. Fach v. o. ganz rechts. Und nimm meine Araukarie zu Dir hinüber, bei mir vergessen die Frauenzimmer sie doch, und ich möchte nicht, daß sie verkommt.“
Auf der anderen Seite war in den Himmel der Landschaft hineingeschrieben:
„Klingele, bitte, das Mädelchen an und grüße sie von mir. Die Nummer mußt Du Dir im Buch suchen. Sie soll mir nicht böse sein. Euch allen alles Gute. O. R.“
Hunderte und Tausende von Ansichtskarten waren in Mettens Leben schon durch ihre Hände gegangen, und es war das erstemal, daß ihr der Gedanke kam: „Was ist das eigentlich für eine wunderhübsche Erfindung, daß man gleich ein Bild des Ortes schicken kann, wo man sich aufhält. So sieht es also da aus,wo Olga Radó jetzt ist. Diese Häuser sieht sie Tag für Tag, unter diesen Bäumen geht sie spazieren, diese Berge grüßen sie – jeden Morgen, jeden Abend – wirklich eine wunderhübsche Erfindung.“
Sie hätte die Karte gern behalten. Aber sie hatte den Mut nicht, Petermann darum zu bitten. – – –