Chapter 33

Erst als Mette sich den Hut aufsetzte, um zu gehen, sagte Olga plötzlich:

Erst als Mette sich den Hut aufsetzte, um zu gehen, sagte Olga plötzlich:

„Willst du mir einen Gefallen tun, Mette?“

„Jeden!“ sagte Mette mit Überzeugung.

„Aber es ist keine leichte Aufgabe – ich“ ...

„Desto besser!“

„Nein, nein, keine romantische Heldentat. Etwas ganz kleinlich Unangenehmes!“ Sie nagte die Lippen und zögerte. „Ich würde es gern anders machen, aber ich weiß wirklich nicht wie. Du sollst etwas tun, was du sicher in deinem ganzen Leben noch nicht getan hast. Du sollst für mich etwas aufs Leihamt tragen.“

Mette lachte hellauf. „Da unterschätzt du mich bedeutend. Das Leihhaus ist eine meiner vertrautesten Kindheitserinnerungen!“

„Aber Mette!“

„Das ist eine lange Geschichte. Das muß ich dir mal erzählen. Aber sag, was du jetzt wolltest!“

„Du sollst das da für mich zum Pfandleiher tragen!“

Olga nahm mit einer raschen Bewegung das Zigarettenetui vom Schreibtisch und reichte es hinüber.

Mette hielt es erschrocken in beiden Händen.

„Olga, das kannst du nicht tun!“

Olga sah aus dem Fenster. „Laß das, bitte!“ sagte sie hart, ohne den Kopf zu wenden. „Ich weiß allein, was ich tun kann, und was ich tun muß!“

Mette schwieg. Auf diesen Ton gab es keine Widerrede. Aber sie war nicht überzeugt. – – –


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