Mette sah immer noch die zärtliche Geste, mit der Olga das Etui an die Wange gepreßt hatte. Und dann sah sie die behaarte Hand des Pfandleihers mit den platten, schwarzgeränderten Nägeln. Nein, in diese Hände durfte sie den Skorpion nicht legen.
Mette sah immer noch die zärtliche Geste, mit der Olga das Etui an die Wange gepreßt hatte. Und dann sah sie die behaarte Hand des Pfandleihers mit den platten, schwarzgeränderten Nägeln. Nein, in diese Hände durfte sie den Skorpion nicht legen.
Sie trug das Etui zum Goldarbeiter und ließ es schätzen.
Sie hatte nicht so viel Geld in ihrem Besitz, um den frommen Betrug, den sie vorhatte, ausführen zu können.
Aber sie wußte sich zu helfen. Sie war nicht umsonst Friedel Eggebrechts Schülerin gewesen. Sie wußte so gut, wie man an das Silberzeug herankonnte, und in welchem Kasten das wertvollste war.
Während Mette heimlich an das Büfett ging, dachte sie ein Dutzend Jahre zurück und lächelte. Es war nicht mehr so aufregend wie damals. Obgleich, wenn Tante Emilie es entdeckte, würde es genau dieselben Unannehmlichkeiten geben. Sie war fähig, wieder einen Psychiater zu rufen. Was war es doch im Grunde für eine lächerliche Komödie! In einem Jahrwar sie mündig und durfte über ihr großmütterliches Erbe frei verfügen, und heute mußte sie, um sich ein paar hundert Mark zu verschaffen, in ihres Vaters Hause stehlen gehen! – – –