Chapter 40

Sie fuhren am frühen Nachmittag nach Wannsee. Weil es ja eigentlich „Stunde“ sein sollte, sprachen sie in der Bahn Italienisch miteinander, im gedämpften Ton. – Es war vielleicht deswegen, daß der Herr in dem braunen Überzieher ihnen gegenüber immer über den Rand seiner Zeitung schielte und sich augenscheinlich bemühte, ein Wort von ihrer Unterhaltung aufzufangen.

Sie fuhren am frühen Nachmittag nach Wannsee. Weil es ja eigentlich „Stunde“ sein sollte, sprachen sie in der Bahn Italienisch miteinander, im gedämpften Ton. – Es war vielleicht deswegen, daß der Herr in dem braunen Überzieher ihnen gegenüber immer über den Rand seiner Zeitung schielte und sich augenscheinlich bemühte, ein Wort von ihrer Unterhaltung aufzufangen.

Metten machte das Spaß. Sie empfand einen geradezu kindischen Stolz, wenn sie bemerkte – was oft geschah – daß Olga beobachtet wurde. Sienahm es keinem Menschen übel, wenn er ihre schöne Freundin in der ungezogensten Weise anstarrte. Sie hätte manchmal direkt sagen mögen: „Ja, seht sie euch nur an! Ist sie nicht schön? Und das darf ich alle Tage sehen, alle Tage!“

Und dann betrachtete sie sie wieder, als sähe sie sie zum erstenmal, und die reinen edlen Linien ihres Profils, die lässig-anmutigen Bewegungen ihrer königlichen und doch geschmeidigen Gestalt, der bezaubernde Klang ihrer tiefen Stimme – alles erfüllte sie immer wieder mit einem Entzücken, das an Andacht und Rührung grenzte. – – –


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