Chapter 55

Hinter den letzten Häusern fing die Landstraße an: Breit, gerade, mit kahlen Bäumen bestanden, schneebedeckte Felder rechts und links, am Horizont ein Streifen dunkelblauen Waldes.

Hinter den letzten Häusern fing die Landstraße an: Breit, gerade, mit kahlen Bäumen bestanden, schneebedeckte Felder rechts und links, am Horizont ein Streifen dunkelblauen Waldes.

Sie schritten scharf aus. Der Schnee knirschte unterihren Schuhen. Bei jedem Schritt flogen krächzende Krähen vor ihnen auf, der Wind rauschte in den Telegraphendrähten und blies manchmal eine Schneelast von einem Zweiggewirr auf sie herab. Der unberührte, unbetretene Schnee war weich wie Watte und blitzte in der Sonne wie zerstoßenes Glas.

Der Wald, der so fern erschienen war, schien ihnen entgegenzulaufen.

Hundert Schritte davor bog die Landstraße ab. Aber ein breiter Weg führte hinein. Das Stückchen über das freie Feld war kaum als Weg zu erkennen, so schneeverweht war es. Aber drüben tat sich in den hohen schneebedeckten Tannen eine Öffnung auf, wie der Eingang zu einem Tunnel. Da strebten sie hin.

Als der Wald sie umfing, wurde es mit einem Male still und warm – so warm, daß ihre windgepeitschten Gesichter anfingen zu brennen.

Hoch über ihnen in den Wipfeln rauschte der Wind und schüttelte zuweilen silberne Sterne auf den dunklen Boden. Aber sein kalter Atem traf sie nicht.

Sie wanderten in versunkenem Schweigen. Nur wenn bunte Meisen vor ihnen herflatterten oder ein Eichhörnchen an einem Stamm hinaufflitzte, machte eines das andere durch ein Flüstern, durch eine Bewegung aufmerksam. Und wenn dann ihre Blicke sichtrafen, dann blieben sie ineinander hängen, bis sie lächelten und die Augen schlossen – – –


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