Chapter 71

Am zwanzigsten Juni morgens wurde Mette ans Telephon gerufen.

Am zwanzigsten Juni morgens wurde Mette ans Telephon gerufen.

Eine dünne Männerstimme sprach aus dem Hörer, seltsam verhalten und zögernd.

„Ist das gnädige Fräulein selbst am Apparat? – Mette, sind Sie es? Verzeihung, wenn ich störe – ich hätte dich gern gesprochen!“

Mette fühlte, wie ihr Herz sich losriß und in einen unermeßlichen dunklen Abgrund stürzte.

„Peterchen?“ sagte sie und erquälte ein Lächeln, ohne daran zu denken, daß niemand ihr Gesicht sehen konnte. Und keiner hätte dem bebenden Ton ihrer Stimme dies Lächeln anhören können.

„Ja ... könnte ich dich sprechen, Mette? Das heißt ...“ Wieder war dies scheue Zögern in der Stimme. „Wenn du willst, natürlich ... ich weiß ja nicht, wie weit du noch Interesse hast für deine alten Freunde.“

„Selbstverständlich,“ sagte Mette fest, „jederzeit kannst du mich sprechen ... wann und wo du willst.“

Sie fragte nicht, was geschehen sei. Sie wollte nicht fragen.

„Ich kann doch nicht gut kommen ...“ Wieder dieser zaghafte Ton. „Und ich möchte auch nicht gern auf der Straße ... oder im Kaffeehaus ... es geht wirklich nicht ...“

„Ich komme zu dir,“ sagte Mette rasch. „Sag’ mir nur, wo du wohnst!“

„... ja ... aber ... geht denn das? ... Schließlich ... wenn du nachher Unannehmlichkeiten hast ... du bist verlobt ...“

„Blödsinn!“ sagte Mette schroff. – – –


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