Chapter 73

Fußnoten:[1]Litteratur:Zetzsche, Katechismus der elektrischen Telegraphie. 6. Aufl. Leipzig, Weber, 1883. —Schweiger-Lerchenfeld, Das eiserne Jahrhundert. Wien, Hartleben, 1884. —Ternant,Les télégraphes.Paris,Hachette, 1881. —Schellen-Kareis, Der elektromagnetische Telegraph. 6. Aufl. Braunschw., Vieweg u. Sohn, 1883. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum, inRaumersHistor. Taschenbuch 1868. —Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Sack, Die Verkehrstelegraphie der Gegenwart. Wien, Hartleben, 1883.[2]Das Wort „Telegraphie“ stammt von den griechischen Wörterntêle= in die Ferne, undgráphein= schreiben.[3]Allgemeine Zeitung, Beil., Nr. 311, 1884; auf derselben Ausstellung befand sich auch ein automatischer Apparat, der in der Minute 1500 Worte übermittelte.[4]Die Versuche, die man inneuesterZeit mit Eisen- und Kupferdrähten in England mit Rücksicht auf ihre Tauglichkeit für telegraphische Zwecke anstellte, fielen übrigens zu Gunsten der Kupferdrähte aus (Journal télégr. 1885, p. 202).[5]NachFischer(a. a. O. S. 61–66)u. a.[6]Vgl. hierzuSchöttle, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.[7]Vgl. hierzu die oben citierten Werke vonSchellen-Kareis,Fischer,Veredarius,Zetzsche; dannJüllig, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), undLudewig, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.[8]DieGuttaperchaist der verdickte Saft derIsonandra Gutta, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19–22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug1861876 t18661080 t1871976 t1876981 t18781494 t.Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E.HeckelinButyrospermum Parkiieine Pflanze entdeckt, welche dieIsonandra Guttafast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die VeranlassungHeckelswird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (Journal télégr.1885, S. 192.)[9]DasKautschukist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischenSiphonia cahucu, des ostindischenAcorus arvensis, einiger Ficus-Artenu. s. w.Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4–11 M. per Kilo beträgt, war in England18561253 tà 1000 kg18611538 t18663078 t18716129 t18766864 t18786796 t.[10]1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).[11]NachFahie(History of Telegraphy to 1837) stammt dieersteIdee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten PhysikerSalvavon Barcelona (um 1800).[12]Fischera. a. O. S. 82.[13]Veredariusa. a. O. S. 261.[14]Von anderen sehr kostspieligenZeitungstelegrammensei die der amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht vonGravelottezugegangene Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000 Mark.[15]Hauptsächlich nachFischera. a. O. S. 85–88.[16]Die Western Union Telegraph Company inAmerikaist die bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884 betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)[17]Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires und 4 in New-York haben.[18]Veredariusa. a. O. S. 367.[19]Mulhall,Dictionary of Statistics, S. 442.London,Routledge and Sons, 1884.[20]Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.[21]Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.[22]Als Quellen hierfür dienten:Carte générale des grandes communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau international des Administrations télégraphiques,Berne1885, dasJournal télégraphique, dieVeredariusbeigegebene Karte der internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886, Reichsdruckerei.[23]Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. — Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg überMontevideonach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (Journal télégraphique, S. 99, Jahrg. 1885.)[24]Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „Statistikder deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, undTernant,Les Télégraphes,Paris,Hachette1884. 2. Aufl.[25]Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auchHyde,The Royal Mail,London,Blackwood and Sons,2. edition, 1885,p.249–254.[26]Vgl. hierzuVeredariusa. a. O. 277–281;Zetzschea. a. O. 449–452;Fischera. a. O. 113–124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.[27]Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben,Neumann-Spallarts„Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.[28]Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.[29]Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.[30]A. a. O. S. 367.[31]NachHendschelsTelegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.[32]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Figuier,l’Électricité.Paris,Hachette & Co., 1884. —Schwartze,JapingundWilke, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. —Urbanitzky, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.[33]Vom griechischentêle= in die Ferne, und griech.phoneîn= tönen.[34]Eine bezügliche Arbeit vonReis(1862) wurde vonPoggendorfin die „Annalen“nichtaufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchtePoggendorfum einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt willicheinen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (Figuier,l’Électricité).[35]Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechischmikrós= klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons istHughes, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.[36]Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.[37]Einer Art Fernsprache begegnet man schon imAltertum. So berichtetz. B.der griechische SchriftstellerDiodorus Siculusvon den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache inKamerunberichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere,ndimbogenannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem AfrikareisendenDr.Buchnerist dieseTrommelspracheder Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.[38]Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommendenApparatesind ausschließlich dasMikrophonvonHughesund derSiemensscheFernsprecher. — Neuestens ist es dem Belgiervan Rysselberghegelungen,auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichenTelegraphenleitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.[39]Veredariusa. a. O. S. 276.[40]Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.[41]Litteratur:Stephan, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. —Stephan, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, inRaumersHistor. Taschenbuch, 1868 und 1869. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. —Ilwof, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. —Hartmann, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Zehden, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. —Paulitschke, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. —Frank, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.[42]Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld dentabellariiwieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (Veredarius, Das Buch von der Weltpost, S. 47).[43]Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene Staatspostscheine oderdiplomata; sie waren in der Regel auf Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt gefaltet.[44]Litteratur:Löper, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des „Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum und Mittelalter, a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. —Sax, Die Verkehrsmittel in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. —Poststammbuch. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37–43.[45]Litteratur:Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17–26. —Derselbe, Geschichte der preußischen Post. —Derselbe, Geschichte des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. — Zeitschrift „Europa“ 1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). —Saalfeld, Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. —Heinze, Pferd und Fahrer. Leipzig, Spamer, 1876. —Deutsche Verkehrszeitung, 2. Jahrg. —Veredariusa. a. O. S. 52–58. —Ilwolfa. a. O.[46]Siehe hiezu auchHennicke, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.[47]Vgl. hierzu besonders:Löpera. a. O. —Stephan, Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. —Saxa. a. O.[48]Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung (calciata) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts in Kalk (lat.calx) gebettet.[49]Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen: „Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“[50]Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem OrteKotsim Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.[51]Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen Gebirge im Bergamesischen herrühren.[52]Das Wort „Post“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen lateinischen Worteposta, welches die Abkürzung vonpositaist, dem Femininum des Particips Perfecti vonponĕre(legen, setzen, stellen). Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel stattfand,mansioodermutationannten, so sagte man:mansioodermutatio positain N. N., woraus das abgekürztepostain N. N. entstand.Veredariusa. a. O.[53]Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der Bemerkung abgewiesen: „Non habeo pecuniam“ (ich habe kein Geld), oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte, wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er sich sofortpaquen, Consilium abigundi.“Veredariusa. a. O. S. 124.[54]VonRichelieustammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was in einem Briefe steht, —eh bien!so muß man ihn öffnen lassen und lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten, sondern einfach mit Nadeln zusteckten.Veredariusa. a. O. S. 130. Vgl. auchBelloc,Les Postes françaises.Paris, 1886.[55]Vgl. hierzu dieS. 75 Anm. 1angeführten Schriften.[56]Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken blieb“.Veredariusa. a. O. S. 106. — Zahlreiche Belege für den schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auchHyde,The Royal Mail, S. 1–13.[57]Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten (messagers) unterhalten wurden.[58]mail= Post,coach= Wagen.[59]Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in „Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.[60]Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende Daten orientieren:HeinrichStephanist als der Sohn eines einfachen Handwerkers am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post, 1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt, gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der „Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte, unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle. Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate „Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben. Bemerkt sei noch, daßDr.von Stephan auch ein hervorragender Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen „Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des „Poststammbuch“ zu nennen.[61]Litteratur:Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredariusa. a. O. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Zetzsche, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches Institut, 1885.[62]„Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht, nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft, fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (Amicis, Marokko. Frei bearbeitet vonSchweiger-Lerchenfeld. Wien, Hartleben, 1883, S. 138 u. 139.)[63]Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst vonPostortzuPostortverstanden.[64]Die Zahl der inLondonim Postbestelldienst verwendeten Personen betrug 1782: 155; 1884: 4030 (Hyde,The Royal Mail.2. ed. Lond.,Blackwood & Sons, 1885,p.126).[65]Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war „veredus“, das griechischeberédos, welches selber wieder von dem persischenberd(= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere nannte man „veredarii“ (Veredariusa. a. O.).[66]mail= Post,coach= Wagen.[67]malle= Briefpost.[68]Litteratur:Veredariusa. a. O. S. 197–203. —Frank, Das deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.175–237.[69]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.238–279.[70]„Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les oies du Capitole,“ sagt Ternant, „ils ont sauvé Paris de la mort morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,“ fährt er fort, „suffisait à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.“[71]Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl. Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein. Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde zurück.[72]Litteratur: HauptsächlichStephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Veredariusa. a. O. S. 390 ff. —Pisko, Die Luftschiffahrt der Neuzeit, in „Unsere Zeit“, 1885. —Marion,Les Ballons.Paris,Hachette & Cie.,u. a.

Fußnoten:[1]Litteratur:Zetzsche, Katechismus der elektrischen Telegraphie. 6. Aufl. Leipzig, Weber, 1883. —Schweiger-Lerchenfeld, Das eiserne Jahrhundert. Wien, Hartleben, 1884. —Ternant,Les télégraphes.Paris,Hachette, 1881. —Schellen-Kareis, Der elektromagnetische Telegraph. 6. Aufl. Braunschw., Vieweg u. Sohn, 1883. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum, inRaumersHistor. Taschenbuch 1868. —Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Sack, Die Verkehrstelegraphie der Gegenwart. Wien, Hartleben, 1883.[2]Das Wort „Telegraphie“ stammt von den griechischen Wörterntêle= in die Ferne, undgráphein= schreiben.[3]Allgemeine Zeitung, Beil., Nr. 311, 1884; auf derselben Ausstellung befand sich auch ein automatischer Apparat, der in der Minute 1500 Worte übermittelte.[4]Die Versuche, die man inneuesterZeit mit Eisen- und Kupferdrähten in England mit Rücksicht auf ihre Tauglichkeit für telegraphische Zwecke anstellte, fielen übrigens zu Gunsten der Kupferdrähte aus (Journal télégr. 1885, p. 202).[5]NachFischer(a. a. O. S. 61–66)u. a.[6]Vgl. hierzuSchöttle, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.[7]Vgl. hierzu die oben citierten Werke vonSchellen-Kareis,Fischer,Veredarius,Zetzsche; dannJüllig, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), undLudewig, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.[8]DieGuttaperchaist der verdickte Saft derIsonandra Gutta, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19–22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug1861876 t18661080 t1871976 t1876981 t18781494 t.Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E.HeckelinButyrospermum Parkiieine Pflanze entdeckt, welche dieIsonandra Guttafast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die VeranlassungHeckelswird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (Journal télégr.1885, S. 192.)[9]DasKautschukist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischenSiphonia cahucu, des ostindischenAcorus arvensis, einiger Ficus-Artenu. s. w.Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4–11 M. per Kilo beträgt, war in England18561253 tà 1000 kg18611538 t18663078 t18716129 t18766864 t18786796 t.[10]1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).[11]NachFahie(History of Telegraphy to 1837) stammt dieersteIdee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten PhysikerSalvavon Barcelona (um 1800).[12]Fischera. a. O. S. 82.[13]Veredariusa. a. O. S. 261.[14]Von anderen sehr kostspieligenZeitungstelegrammensei die der amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht vonGravelottezugegangene Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000 Mark.[15]Hauptsächlich nachFischera. a. O. S. 85–88.[16]Die Western Union Telegraph Company inAmerikaist die bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884 betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)[17]Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires und 4 in New-York haben.[18]Veredariusa. a. O. S. 367.[19]Mulhall,Dictionary of Statistics, S. 442.London,Routledge and Sons, 1884.[20]Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.[21]Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.[22]Als Quellen hierfür dienten:Carte générale des grandes communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau international des Administrations télégraphiques,Berne1885, dasJournal télégraphique, dieVeredariusbeigegebene Karte der internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886, Reichsdruckerei.[23]Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. — Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg überMontevideonach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (Journal télégraphique, S. 99, Jahrg. 1885.)[24]Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „Statistikder deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, undTernant,Les Télégraphes,Paris,Hachette1884. 2. Aufl.[25]Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auchHyde,The Royal Mail,London,Blackwood and Sons,2. edition, 1885,p.249–254.[26]Vgl. hierzuVeredariusa. a. O. 277–281;Zetzschea. a. O. 449–452;Fischera. a. O. 113–124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.[27]Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben,Neumann-Spallarts„Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.[28]Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.[29]Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.[30]A. a. O. S. 367.[31]NachHendschelsTelegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.[32]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Figuier,l’Électricité.Paris,Hachette & Co., 1884. —Schwartze,JapingundWilke, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. —Urbanitzky, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.[33]Vom griechischentêle= in die Ferne, und griech.phoneîn= tönen.[34]Eine bezügliche Arbeit vonReis(1862) wurde vonPoggendorfin die „Annalen“nichtaufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchtePoggendorfum einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt willicheinen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (Figuier,l’Électricité).[35]Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechischmikrós= klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons istHughes, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.[36]Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.[37]Einer Art Fernsprache begegnet man schon imAltertum. So berichtetz. B.der griechische SchriftstellerDiodorus Siculusvon den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache inKamerunberichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere,ndimbogenannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem AfrikareisendenDr.Buchnerist dieseTrommelspracheder Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.[38]Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommendenApparatesind ausschließlich dasMikrophonvonHughesund derSiemensscheFernsprecher. — Neuestens ist es dem Belgiervan Rysselberghegelungen,auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichenTelegraphenleitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.[39]Veredariusa. a. O. S. 276.[40]Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.[41]Litteratur:Stephan, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. —Stephan, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, inRaumersHistor. Taschenbuch, 1868 und 1869. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. —Ilwof, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. —Hartmann, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Zehden, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. —Paulitschke, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. —Frank, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.[42]Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld dentabellariiwieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (Veredarius, Das Buch von der Weltpost, S. 47).[43]Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene Staatspostscheine oderdiplomata; sie waren in der Regel auf Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt gefaltet.[44]Litteratur:Löper, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des „Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum und Mittelalter, a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. —Sax, Die Verkehrsmittel in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. —Poststammbuch. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37–43.[45]Litteratur:Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17–26. —Derselbe, Geschichte der preußischen Post. —Derselbe, Geschichte des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. — Zeitschrift „Europa“ 1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). —Saalfeld, Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. —Heinze, Pferd und Fahrer. Leipzig, Spamer, 1876. —Deutsche Verkehrszeitung, 2. Jahrg. —Veredariusa. a. O. S. 52–58. —Ilwolfa. a. O.[46]Siehe hiezu auchHennicke, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.[47]Vgl. hierzu besonders:Löpera. a. O. —Stephan, Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. —Saxa. a. O.[48]Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung (calciata) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts in Kalk (lat.calx) gebettet.[49]Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen: „Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“[50]Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem OrteKotsim Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.[51]Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen Gebirge im Bergamesischen herrühren.[52]Das Wort „Post“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen lateinischen Worteposta, welches die Abkürzung vonpositaist, dem Femininum des Particips Perfecti vonponĕre(legen, setzen, stellen). Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel stattfand,mansioodermutationannten, so sagte man:mansioodermutatio positain N. N., woraus das abgekürztepostain N. N. entstand.Veredariusa. a. O.[53]Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der Bemerkung abgewiesen: „Non habeo pecuniam“ (ich habe kein Geld), oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte, wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er sich sofortpaquen, Consilium abigundi.“Veredariusa. a. O. S. 124.[54]VonRichelieustammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was in einem Briefe steht, —eh bien!so muß man ihn öffnen lassen und lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten, sondern einfach mit Nadeln zusteckten.Veredariusa. a. O. S. 130. Vgl. auchBelloc,Les Postes françaises.Paris, 1886.[55]Vgl. hierzu dieS. 75 Anm. 1angeführten Schriften.[56]Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken blieb“.Veredariusa. a. O. S. 106. — Zahlreiche Belege für den schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auchHyde,The Royal Mail, S. 1–13.[57]Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten (messagers) unterhalten wurden.[58]mail= Post,coach= Wagen.[59]Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in „Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.[60]Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende Daten orientieren:HeinrichStephanist als der Sohn eines einfachen Handwerkers am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post, 1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt, gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der „Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte, unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle. Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate „Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben. Bemerkt sei noch, daßDr.von Stephan auch ein hervorragender Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen „Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des „Poststammbuch“ zu nennen.[61]Litteratur:Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredariusa. a. O. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Zetzsche, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches Institut, 1885.[62]„Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht, nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft, fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (Amicis, Marokko. Frei bearbeitet vonSchweiger-Lerchenfeld. Wien, Hartleben, 1883, S. 138 u. 139.)[63]Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst vonPostortzuPostortverstanden.[64]Die Zahl der inLondonim Postbestelldienst verwendeten Personen betrug 1782: 155; 1884: 4030 (Hyde,The Royal Mail.2. ed. Lond.,Blackwood & Sons, 1885,p.126).[65]Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war „veredus“, das griechischeberédos, welches selber wieder von dem persischenberd(= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere nannte man „veredarii“ (Veredariusa. a. O.).[66]mail= Post,coach= Wagen.[67]malle= Briefpost.[68]Litteratur:Veredariusa. a. O. S. 197–203. —Frank, Das deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.175–237.[69]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.238–279.[70]„Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les oies du Capitole,“ sagt Ternant, „ils ont sauvé Paris de la mort morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,“ fährt er fort, „suffisait à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.“[71]Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl. Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein. Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde zurück.[72]Litteratur: HauptsächlichStephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Veredariusa. a. O. S. 390 ff. —Pisko, Die Luftschiffahrt der Neuzeit, in „Unsere Zeit“, 1885. —Marion,Les Ballons.Paris,Hachette & Cie.,u. a.

Fußnoten:

[1]Litteratur:Zetzsche, Katechismus der elektrischen Telegraphie. 6. Aufl. Leipzig, Weber, 1883. —Schweiger-Lerchenfeld, Das eiserne Jahrhundert. Wien, Hartleben, 1884. —Ternant,Les télégraphes.Paris,Hachette, 1881. —Schellen-Kareis, Der elektromagnetische Telegraph. 6. Aufl. Braunschw., Vieweg u. Sohn, 1883. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum, inRaumersHistor. Taschenbuch 1868. —Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Sack, Die Verkehrstelegraphie der Gegenwart. Wien, Hartleben, 1883.

[1]Litteratur:Zetzsche, Katechismus der elektrischen Telegraphie. 6. Aufl. Leipzig, Weber, 1883. —Schweiger-Lerchenfeld, Das eiserne Jahrhundert. Wien, Hartleben, 1884. —Ternant,Les télégraphes.Paris,Hachette, 1881. —Schellen-Kareis, Der elektromagnetische Telegraph. 6. Aufl. Braunschw., Vieweg u. Sohn, 1883. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum, inRaumersHistor. Taschenbuch 1868. —Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Sack, Die Verkehrstelegraphie der Gegenwart. Wien, Hartleben, 1883.

[2]Das Wort „Telegraphie“ stammt von den griechischen Wörterntêle= in die Ferne, undgráphein= schreiben.

[2]Das Wort „Telegraphie“ stammt von den griechischen Wörterntêle= in die Ferne, undgráphein= schreiben.

[3]Allgemeine Zeitung, Beil., Nr. 311, 1884; auf derselben Ausstellung befand sich auch ein automatischer Apparat, der in der Minute 1500 Worte übermittelte.

[3]Allgemeine Zeitung, Beil., Nr. 311, 1884; auf derselben Ausstellung befand sich auch ein automatischer Apparat, der in der Minute 1500 Worte übermittelte.

[4]Die Versuche, die man inneuesterZeit mit Eisen- und Kupferdrähten in England mit Rücksicht auf ihre Tauglichkeit für telegraphische Zwecke anstellte, fielen übrigens zu Gunsten der Kupferdrähte aus (Journal télégr. 1885, p. 202).

[4]Die Versuche, die man inneuesterZeit mit Eisen- und Kupferdrähten in England mit Rücksicht auf ihre Tauglichkeit für telegraphische Zwecke anstellte, fielen übrigens zu Gunsten der Kupferdrähte aus (Journal télégr. 1885, p. 202).

[5]NachFischer(a. a. O. S. 61–66)u. a.

[5]NachFischer(a. a. O. S. 61–66)u. a.

[6]Vgl. hierzuSchöttle, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.

[6]Vgl. hierzuSchöttle, Der Telegraph in administrativer und finanzieller Beziehung. Stuttgart, Kohlhammer 1883, S. 19 und 20.

[7]Vgl. hierzu die oben citierten Werke vonSchellen-Kareis,Fischer,Veredarius,Zetzsche; dannJüllig, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), undLudewig, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.

[7]Vgl. hierzu die oben citierten Werke vonSchellen-Kareis,Fischer,Veredarius,Zetzsche; dannJüllig, Die Kabeltelegraphie (Wien, Hartleben 1884), undLudewig, Die submarine Telegraphie und ihre Beschwerden, in „Deutsche Revue“,. 7. Jahrgang, 3. Bd.

[8]DieGuttaperchaist der verdickte Saft derIsonandra Gutta, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19–22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug1861876 t18661080 t1871976 t1876981 t18781494 t.Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E.HeckelinButyrospermum Parkiieine Pflanze entdeckt, welche dieIsonandra Guttafast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die VeranlassungHeckelswird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (Journal télégr.1885, S. 192.)

[8]DieGuttaperchaist der verdickte Saft derIsonandra Gutta, eines auf Java, Borneo und sonst in Ostindien vorkommenden 19–22 m hohen und 2 m dicken Baumes. Wenn dieselbe von allen Unreinigkeiten, die ihr beim Einsammeln beigemengt werden, befreit ist, so besitzt sie ein sehr bedeutendes Isolationsvermögen, das jedoch mit der Temperaturerhöhung abnimmt. Im Wasser erhält sich dieselbe viele Jahre lang ganz unverändert; man hat Reste von Guttaperchadrähten aus dem Meere aufgewunden, die nach mehr als 15jährigem Liegen im Wasser noch vollkommen frisch und unversehrt waren und ihre Isolation ganz unverändert beibehalten hatten. Dagegen erleiden solche Drähte sehr schnelle Veränderungen, wenn sie vor ihrer Versenkung der Luft und Wärme ausgesetzt werden. Aus diesem Grunde muß der umpreßte Draht gleich nach seiner Fabrikation unter Wasser gebracht oder doch an einem dunkeln und kühlen Ort aufbewahrt werden. Die erste größere Quantität von Guttapercha, 100 kg, kam 1844 nach Europa. 1845 exportierte Singapore schon über 10 t, 1847 mehr als 561 t und 1858 gegen 665 t. Der jährliche Import an Guttapercha in England betrug

Der Preis betrug 1848 per Kilo 3 M., während er jetzt auf 7 M. gestiegen ist. Es ist wohl überhaupt an der Zeit, dem Raubbau, der bezüglich der Guttapercha bisher betrieben wurde, entgegenzutreten, falls der unterirdischen und noch mehr der unterseeischen Telegraphie nicht ernstliche Gefahr erwachsen soll. Auch jene Pflanzen, welche Kautschuk liefern, haben nicht die nötige Schonung erfahren. Neuestens hat übrigens M. E.HeckelinButyrospermum Parkiieine Pflanze entdeckt, welche dieIsonandra Guttafast völlig zu ersetzen vermag. Sie findet sich in ganz Äquatorial-Afrika in ungeheuern Wäldern verbreitet und liefert schon vom vierten Jahre an ansehnliche Mengen guttapercha-ähnlicher Masse. Auf die VeranlassungHeckelswird England höchst wahrscheinlich die Pflanze in seinen tropischen Besitzungen zu ziehen versuchen. (Journal télégr.1885, S. 192.)

[9]DasKautschukist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischenSiphonia cahucu, des ostindischenAcorus arvensis, einiger Ficus-Artenu. s. w.Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4–11 M. per Kilo beträgt, war in England18561253 tà 1000 kg18611538 t18663078 t18716129 t18766864 t18786796 t.

[9]DasKautschukist das Produkt verschiedener tropischer Pflanzen, namentlich der südamerikanischenSiphonia cahucu, des ostindischenAcorus arvensis, einiger Ficus-Artenu. s. w.Sein Isolationsvermögen ist sogar bedeutend größer als das der Guttapercha und nimmt bei steigender Temperatur auch nicht so rasch ab; dagegen ist seine Dauerhaftigkeit im Wasser weit geringer. Der Import dieses Stoffes, dessen Preis je nach der Güte 4–11 M. per Kilo beträgt, war in England

[10]1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).

[10]1884: 2500 km Linien, 18000 km Leitungen (Veredarius a. a. O. S. 267).

[11]NachFahie(History of Telegraphy to 1837) stammt dieersteIdee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten PhysikerSalvavon Barcelona (um 1800).

[11]NachFahie(History of Telegraphy to 1837) stammt dieersteIdee eines unterseeischen Telegraphen von dem berühmten PhysikerSalvavon Barcelona (um 1800).

[12]Fischera. a. O. S. 82.

[12]Fischera. a. O. S. 82.

[13]Veredariusa. a. O. S. 261.

[13]Veredariusa. a. O. S. 261.

[14]Von anderen sehr kostspieligenZeitungstelegrammensei die der amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht vonGravelottezugegangene Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000 Mark.

[14]Von anderen sehr kostspieligenZeitungstelegrammensei die der amerikanischen „Tribune“ über die Schlacht vonGravelottezugegangene Depesche erwähnt: sie kostete 20000 Dollars in Gold, d. i. etwa 80000 Mark.

[15]Hauptsächlich nachFischera. a. O. S. 85–88.

[15]Hauptsächlich nachFischera. a. O. S. 85–88.

[16]Die Western Union Telegraph Company inAmerikaist die bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884 betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)

[16]Die Western Union Telegraph Company inAmerikaist die bedeutendste aller Telegraphen-Gesellschaften der Welt. Ende Juni 1884 betrug die Länge sämtlicher Drahtleitungen der Gesellschaft (somit der Land- und See-Linien) 725110 km. Im Jahre 1883/84 erzielte sie einen Überschuß von 6,6 Millionen Dollars. (Gothaischer Hofkalender für 1886.)

[17]Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires und 4 in New-York haben.

[17]Zur Zeit gibt es 26 Kabelgesellschaften, von denen 16 ihren Sitz in London, 3 in Berlin, 1 in Kopenhagen, 1 in Paris, 1 in Buenos-Aires und 4 in New-York haben.

[18]Veredariusa. a. O. S. 367.

[18]Veredariusa. a. O. S. 367.

[19]Mulhall,Dictionary of Statistics, S. 442.London,Routledge and Sons, 1884.

[19]Mulhall,Dictionary of Statistics, S. 442.London,Routledge and Sons, 1884.

[20]Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.

[20]Deutsche Verkehrszeitung 1885, Nr. 7, S. 54.

[21]Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.

[21]Deutsche Verkehrszeitung 1886, Nr. 19.

[22]Als Quellen hierfür dienten:Carte générale des grandes communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau international des Administrations télégraphiques,Berne1885, dasJournal télégraphique, dieVeredariusbeigegebene Karte der internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886, Reichsdruckerei.

[22]Als Quellen hierfür dienten:Carte générale des grandes communications télégraphiques du monde, dressée par le Bureau international des Administrations télégraphiques,Berne1885, dasJournal télégraphique, dieVeredariusbeigegebene Karte der internationalen Telegraphenverbindungen und die Übersichtskarte der internationalen Telegraphen-Verbindungen, bearbeitet im Telegraphen-Betriebs-Bureau des Reichs-Postamts, Berlin, 1886, Reichsdruckerei.

[23]Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. — Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg überMontevideonach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (Journal télégraphique, S. 99, Jahrg. 1885.)

[23]Die Länge der Telegraphenlinie zwischen London und Adelaide beträgt 22908 km. Ein Telegramm von London nach Melbourne braucht durchschnittlich 3 Stunden 15 Minuten. Von dieser Zeit entfällt übrigens der größte Teil auf die Versäumnisse, welche infolge der technischen Manipulationen auf den verschiedenen Stationen entstehen. Unter Umständen können diese Zeitverluste bedeutend abgekürzt werden. Das beweist jenes Telegramm, durch welches am 1. Oktober 1880 der Gouverneur der Kolonie Victoria die Eröffnung der Ausstellung in Melbourne der Königin Victoria meldete; diese 78 Worte umfassende elektrische Botschaft kam bereits nach 23 Minuten in Balmoral in Schottland an, wo damals die Königin eben weilte. — Ein anderes Beispiel der Leistungsfähigkeit der modernen Telegraphie ist folgendes: Ein 33 Worte zählendes Glückwunschtelegramm an den Kaiser von Brasilien, das vom Generaldirektor der Telegraphen, Baron Capanema, in St. Luiz, damals der nördlichsten Telegraphenstation Brasiliens, aufgegeben wurde und seinen Weg überMontevideonach Rio de Janeiro nahm, somit eine Strecke von 9735 km zurücklegte, gelangte nach 5¾ Minuten in die Hände des Kaisers. Gewiß zugleich ein glänzender Beweis für den trefflichen Stand der brasilianischen Telegraphenleitungen, und das umsomehr, wenn man bedenkt, daß zur selben Zeit in der Provinz Espiritu Santo ein heftiger Sturm wütete und in ganz Südbrasilien starke Regen niedergingen! (Journal télégraphique, S. 99, Jahrg. 1885.)

[24]Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „Statistikder deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, undTernant,Les Télégraphes,Paris,Hachette1884. 2. Aufl.

[24]Hauptsächlich nach den Mitteilungen in der „Statistikder deutschen Reichs-Post- und Telegraphen-Verwaltung für 1881“, undTernant,Les Télégraphes,Paris,Hachette1884. 2. Aufl.

[25]Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auchHyde,The Royal Mail,London,Blackwood and Sons,2. edition, 1885,p.249–254.

[25]Die nachfolgenden Beispiele von Telegramm-Verstümmlungen sind der Deutschen Verkehrszeitung entnommen. Ähnliche Beispiele enthält auchHyde,The Royal Mail,London,Blackwood and Sons,2. edition, 1885,p.249–254.

[26]Vgl. hierzuVeredariusa. a. O. 277–281;Zetzschea. a. O. 449–452;Fischera. a. O. 113–124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.

[26]Vgl. hierzuVeredariusa. a. O. 277–281;Zetzschea. a. O. 449–452;Fischera. a. O. 113–124, und Deutsche Verkehrszeitung 1885, S. 335 u. 336.

[27]Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben,Neumann-Spallarts„Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.

[27]Die bezüglichen Angaben sind, soweit nicht anders angegeben,Neumann-Spallarts„Übersichten der Weltwirtschaft“ (Stuttgart, Julius Maier, 1884) entnommen.

[28]Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.

[28]Das größte Telegraphenamt der Welt ist das Centraltelegraphenamt in London. Die Zahl der Drahtbotschaften, die hier täglich einlaufen, beträgt an 60000. Dabei sind nicht eingerechnet die Übertragungstelegramme (an Zahl etwa 30000) und die Zeitungsdepeschen, die bei wichtigen parlamentarischen Debatten oft in einer einzigen Nacht ½ Million Worte übersteigen.

[29]Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.

[29]Am 30. Juni 1884: 263927 km Linien und über 900000 km Drähte.

[30]A. a. O. S. 367.

[30]A. a. O. S. 367.

[31]NachHendschelsTelegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.

[31]NachHendschelsTelegraph (Große Ausgabe) vom 1. Juli 1886.

[32]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Figuier,l’Électricité.Paris,Hachette & Co., 1884. —Schwartze,JapingundWilke, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. —Urbanitzky, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.

[32]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Figuier,l’Électricité.Paris,Hachette & Co., 1884. —Schwartze,JapingundWilke, Die Elektricität. Wien, Hartleben, 1884. —Urbanitzky, Die Elektricität im Dienste der Menschheit. Leipzig und Wien, Hartleben, 1885.

[33]Vom griechischentêle= in die Ferne, und griech.phoneîn= tönen.

[33]Vom griechischentêle= in die Ferne, und griech.phoneîn= tönen.

[34]Eine bezügliche Arbeit vonReis(1862) wurde vonPoggendorfin die „Annalen“nichtaufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchtePoggendorfum einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt willicheinen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (Figuier,l’Électricité).

[34]Eine bezügliche Arbeit vonReis(1862) wurde vonPoggendorfin die „Annalen“nichtaufgenommen. Im Jahre 1864 nun, nachdem das Telephon bereits mehrfach in verschiedenen Versammlungen gezeigt worden war, ersuchtePoggendorfum einen Bericht. Da antwortete aber der enttäuschte Lehrer: „Ich danke Ihnen recht sehr, Herr Professor, es ist zu spät. Jetzt willicheinen solchen nicht mehr schicken. Mein Apparat wird auch ohne Beschreibung in den ‚Annalen‘ bekannt werden“ (Figuier,l’Électricité).

[35]Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechischmikrós= klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons istHughes, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.

[35]Der Name „Mikrophon“ soll sagen, daß man mit Hilfe eines solchen Apparates auch die schwächsten (griechischmikrós= klein) Töne oder Geräusche hörbar machen kann. Erfinder des Mikrophons istHughes, derselbe, welcher den Typendrucktelegraphen erfand.

[36]Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.

[36]Allgemeine Zeitung, 1884, Nr. 311, Beilage.

[37]Einer Art Fernsprache begegnet man schon imAltertum. So berichtetz. B.der griechische SchriftstellerDiodorus Siculusvon den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache inKamerunberichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere,ndimbogenannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem AfrikareisendenDr.Buchnerist dieseTrommelspracheder Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.

[37]Einer Art Fernsprache begegnet man schon imAltertum. So berichtetz. B.der griechische SchriftstellerDiodorus Siculusvon den alten Persern in dieser Beziehung folgendes: „In Persis dürfen wir die sinnreiche Einrichtung der Rufposten nicht unerwähnt lassen. Dieses Land nämlich, welches eine Reihe von Thälern bildet, hatte hohe Warten in großer Zahl, auf denen Leute aus der Umgegend, welche die stärksten Stimmen hatten, aufgestellt waren. Die Plätze waren in solcher Entfernung voneinander, daß man rufen hörte. Diejenigen also, welche den Auftrag zuerst empfingen, teilten ihn durch Zuruf den Nächsten mit, dann diese wieder anderen, und so wurde die Weisung bis an die Grenze jeder Statthalterschaft kundgemacht.“ Mittels jener Einrichtung gelangte eine Nachricht innerhalb 24 Stunden 30 Tagreisen weit (etwa 100 Meilen), mithin in jeder Viertelstunde eine Meile. Eine ähnliche Einrichtung bestand übrigens auch im Reiche der alten Inkas von Peru, sowie bei den Galliern. Von letzteren erzählt Cäsar, daß, „so oft etwas Wichtiges und Außerordentliches vorfalle, sie sich davon mit Geschrei ein Zeichen geben; der Reihe nach teilen es die Nächsten den Nächsten mit; denn was zu Genabum am frühen Morgen vorging, hörten die Averner schon mit Anfang der Nacht, obwohl ihre Entfernung 160 Millien (ca. 30 deutsche Meilen) beträgt“. — Von einer eigenartigen Fernsprache inKamerunberichtet das „Ausland“ (1885). Die bezüglichen Zeichen werden mittels einer Trommel gegeben. Letztere,ndimbogenannt, besteht aus einem länglichen, eiförmig ausgehöhlten Holzstück von etwa 3 Fuß Länge und 1½ Fuß Höhe, welches an der obern Längsseite eine schmale, spaltförmige Öffnung hat, die durch einen Steg in zwei ungleiche Teile geteilt wird. Je nachdem man nun mittels eines Holzklöppels auf das eine oder das andere Ende des Spaltes schlägt, werden verschiedene Töne hervorgebracht. Durch diese und verschiedene Rhythmen des Trommelns erhält man eine Anzahl Signale, welche ganz bestimmte Bedeutung haben, und dieses Signalsystem ist derartig ausgebildet, daß man jeden Gedanken durch die Trommel zum Ausdruck bringen kann. Zwei Ortschaften können sich so in einer Entfernung, in welcher die menschliche Stimme nicht mehr vernommen wird, miteinander unterhalten. Jedes Ereignis in einem Dorfe wird sogleich im nächsten Orte weitergegeben, und innerhalb kurzer Zeit ist die ganze Kamerungegend von dem Vorfall unterrichtet. Nach dem AfrikareisendenDr.Buchnerist dieseTrommelspracheder Kamerun-Neger vielleicht die größte geistige Leistung nicht nur der Negerrasse, sondern der halbwilden Völker überhaupt.

[38]Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommendenApparatesind ausschließlich dasMikrophonvonHughesund derSiemensscheFernsprecher. — Neuestens ist es dem Belgiervan Rysselberghegelungen,auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichenTelegraphenleitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.

[38]Die in der deutschen Reichs-Telegraphenverwaltung zur Verwendung kommendenApparatesind ausschließlich dasMikrophonvonHughesund derSiemensscheFernsprecher. — Neuestens ist es dem Belgiervan Rysselberghegelungen,auf ein und demselben Leitungsdraht zu telegraphieren und zu telephonieren. Belgien hat sich diese Erfindung sogar schon völlig zu eigen gemacht. Seit Beginn des Jahres 1885 vollzieht sich dortselbst der telephonische Verkehr zwischen den größeren Städten mittels der staatlichenTelegraphenleitungen. Seit Juni 1885 hat sich auch Frankreich das Recht gesichert, das System innerhalb des Gebietes der Republik zur Anwendung zu bringen. Desgleichen werden in Deutschland diesbezügliche Versuche angestellt.

[39]Veredariusa. a. O. S. 276.

[39]Veredariusa. a. O. S. 276.

[40]Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.

[40]Deutsche Verkehrszeitung, 1885, Nr. 49.

[41]Litteratur:Stephan, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. —Stephan, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, inRaumersHistor. Taschenbuch, 1868 und 1869. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. —Ilwof, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. —Hartmann, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Zehden, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. —Paulitschke, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. —Frank, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.

[41]Litteratur:Stephan, Geschichte der preußischen Post. Berlin, Decker, 1859. —Stephan, Das Verkehrsleben im Altertum und das Verkehrsleben im Mittelalter, inRaumersHistor. Taschenbuch, 1868 und 1869. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1879. —Ilwof, Das Postwesen in seiner Entwicklung von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Graz, Leuschner und Lubensky, 1880. —Hartmann, Entwicklungsgeschichte der Posten. Leipzig, Wagner, 1868. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885. —Zehden, Verkehrswege zu Wasser und zu Lande. Wien, Hölber, 1879. —Paulitschke, Leitfaden der geographischen Verkehrslehre. Breslau, Hirt, 1881. —Frank, Das deutsche Postwesen, in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth.

[42]Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld dentabellariiwieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (Veredarius, Das Buch von der Weltpost, S. 47).

[42]Unter Vespasian wurde dieses Schuhgeld dentabellariiwieder entzogen und ihnen zum Ausgleich dieses Verlustes angeraten, künftig ihren Dienst barfuß zu thun (Veredarius, Das Buch von der Weltpost, S. 47).

[43]Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene Staatspostscheine oderdiplomata; sie waren in der Regel auf Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt gefaltet.

[43]Die Ermächtigung zur Benützung der Post erfolgte durch eigene Staatspostscheine oderdiplomata; sie waren in der Regel auf Pergament ausgefertigt und, wie das Wort selbst andeutet, doppelt gefaltet.

[44]Litteratur:Löper, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des „Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum und Mittelalter, a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. —Sax, Die Verkehrsmittel in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. —Poststammbuch. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37–43.

[44]Litteratur:Löper, „Geschichte der Straßen“, im 5. Jahrg. des „Archiv für Post und Telegraphie“, 1877. —Stephan, Verkehrsleben im Altertum und Mittelalter, a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. Berlin, Springer, 1874. —Sax, Die Verkehrsmittel in Volks- und Staatswirtschaft. 2 Bde. Wien, Hölder, 1878 und 1879. —Poststammbuch. Berlin, Reichsdruckerei, 1877. —Veredarius, Das Buch von der Weltpost. Berlin, Meidinger, 1885, S. 37–43.

[45]Litteratur:Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17–26. —Derselbe, Geschichte der preußischen Post. —Derselbe, Geschichte des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. — Zeitschrift „Europa“ 1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). —Saalfeld, Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. —Heinze, Pferd und Fahrer. Leipzig, Spamer, 1876. —Deutsche Verkehrszeitung, 2. Jahrg. —Veredariusa. a. O. S. 52–58. —Ilwolfa. a. O.

[45]Litteratur:Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt, S. 17–26. —Derselbe, Geschichte der preußischen Post. —Derselbe, Geschichte des Verkehrslebens im Altertum, a. a. O. — Zeitschrift „Europa“ 1884, Nr. 9 und 10 (Zur Geschichte des Wagens). —Saalfeld, Straßenpflaster und Kutschwagen. Prag, Deutscher Verein zur Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse, 1883. —Heinze, Pferd und Fahrer. Leipzig, Spamer, 1876. —Deutsche Verkehrszeitung, 2. Jahrg. —Veredariusa. a. O. S. 52–58. —Ilwolfa. a. O.

[46]Siehe hiezu auchHennicke, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.

[46]Siehe hiezu auchHennicke, „Das Reichspost-Museum in Berlin“, in Bd. 55 von Westermanns Monatsheften.

[47]Vgl. hierzu besonders:Löpera. a. O. —Stephan, Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. —Saxa. a. O.

[47]Vgl. hierzu besonders:Löpera. a. O. —Stephan, Verkehrsleben im Mittelalter a. a. O. —Derselbe, Weltpost und Luftschiffahrt. —Saxa. a. O.

[48]Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung (calciata) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts in Kalk (lat.calx) gebettet.

[48]Der Ausdruck „Chaussee“ rührt von der frühern Art der Pflasterung (calciata) her. Die Steine wurden nämlich zur Erzielung bessern Halts in Kalk (lat.calx) gebettet.

[49]Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen: „Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“

[49]Willegisus war der Sohn eines Stellmachers aus dem sächsischen Dorfe Stroningen. Zur Erinnerung daran ließ er einen Wagen mit Speichenrädern an die Wand malen und darunter die Inschrift setzen: „Willegis, Willegis, deiner Abkunft nicht vergiß!“

[50]Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem OrteKotsim Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.

[50]Der Name „Kutsche“ kommt sonach nicht von dem OrteKotsim Komorner Bezirk. Siehe „Europa“ a. a. O.

[51]Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen Gebirge im Bergamesischen herrühren.

[51]Der Name „de Tassis“ soll von ihrem Wohnsitze in dem an Dachswild überaus reichen und darum so genannten Tazisschen oder Tassisschen Gebirge im Bergamesischen herrühren.

[52]Das Wort „Post“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen lateinischen Worteposta, welches die Abkürzung vonpositaist, dem Femininum des Particips Perfecti vonponĕre(legen, setzen, stellen). Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel stattfand,mansioodermutationannten, so sagte man:mansioodermutatio positain N. N., woraus das abgekürztepostain N. N. entstand.Veredariusa. a. O.

[52]Das Wort „Post“ ist hervorgegangen aus dem verdorbenen lateinischen Worteposta, welches die Abkürzung vonpositaist, dem Femininum des Particips Perfecti vonponĕre(legen, setzen, stellen). Da nun die Römer den Ort, an welchem ein Wechsel der Beförderungsmittel stattfand,mansioodermutationannten, so sagte man:mansioodermutatio positain N. N., woraus das abgekürztepostain N. N. entstand.Veredariusa. a. O.

[53]Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der Bemerkung abgewiesen: „Non habeo pecuniam“ (ich habe kein Geld), oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte, wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er sich sofortpaquen, Consilium abigundi.“Veredariusa. a. O. S. 124.

[53]Die Erzielung hoher Einnahmen im Gebiete der Postverwaltung lag Friedrich stets am Herzen. Anträge, deren Erfüllung mit Geldaufwendungen verknüpft gewesen wäre, wurden von ihm meist mit der Bemerkung abgewiesen: „Non habeo pecuniam“ (ich habe kein Geld), oder: „ich höre schlecht“. Als vollends der Postmeister von Stargard seinem Immediatgesuch um Gehaltsaufbesserung dadurch Nachdruck zu verleihen vermeinte, daß er seine Entlassung nehmen zu müssen erklärte, wenn ihm keine Zulage gewährt würde, erfolgte ein höchsteigenhändiger Vermerk, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ: „Sol er sich sofortpaquen, Consilium abigundi.“Veredariusa. a. O. S. 124.

[54]VonRichelieustammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was in einem Briefe steht, —eh bien!so muß man ihn öffnen lassen und lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten, sondern einfach mit Nadeln zusteckten.Veredariusa. a. O. S. 130. Vgl. auchBelloc,Les Postes françaises.Paris, 1886.

[54]VonRichelieustammt die Äußerung: „Wenn man wissen will, was in einem Briefe steht, —eh bien!so muß man ihn öffnen lassen und lesen.“ Dieser Grundsatz wurde zur Zeit Ludwigs XV. so unverblümt befolgt, daß viele ihre Briefe überhaupt gar nicht mehr versiegelten, sondern einfach mit Nadeln zusteckten.Veredariusa. a. O. S. 130. Vgl. auchBelloc,Les Postes françaises.Paris, 1886.

[55]Vgl. hierzu dieS. 75 Anm. 1angeführten Schriften.

[55]Vgl. hierzu dieS. 75 Anm. 1angeführten Schriften.

[56]Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken blieb“.Veredariusa. a. O. S. 106. — Zahlreiche Belege für den schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auchHyde,The Royal Mail, S. 1–13.

[56]Als Prinz Georg von Dänemark im Jahre 1703 den damaligen Bewerber um den spanischen Thron, den spätern Kaiser Karl VI., in Windsor besuchte, brauchte er zu der etwa 9 engl. Meilen betragenden Strecke nicht weniger als 14 Stunden, wobei, schreibt der Chronist, „die lange Reise um so mehr habe überraschen müssen, als Se. Königliche Hoheit nur dann anhielten, wenn der Wagen umgeworfen wurde oder im Dreck stecken blieb“.Veredariusa. a. O. S. 106. — Zahlreiche Belege für den schlechten Zustand der englischen Straßen enthält auchHyde,The Royal Mail, S. 1–13.

[57]Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten (messagers) unterhalten wurden.

[57]Die Messageries leiten ihre Benennung von Messager ab, weil im frühen Mittelalter, bevor es Posten gab, die Verbindungen durch Boten (messagers) unterhalten wurden.

[58]mail= Post,coach= Wagen.

[58]mail= Post,coach= Wagen.

[59]Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in „Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.

[59]Siehe den Artikel „Zur Geschichte des Postwesens in England“ in „Deutsche Verkehrszeitung“, 1882, S. 378.

[60]Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende Daten orientieren:HeinrichStephanist als der Sohn eines einfachen Handwerkers am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post, 1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt, gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der „Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte, unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle. Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate „Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben. Bemerkt sei noch, daßDr.von Stephan auch ein hervorragender Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen „Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des „Poststammbuch“ zu nennen.

[60]Über den Lebensgang dieses hochverdienten Mannes mögen folgende Daten orientieren:

HeinrichStephanist als der Sohn eines einfachen Handwerkers am 7. Januar 1831 zu Stolp in Pommern geboren. Er besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und bestand auf demselben bereits 1847 das Abiturienten-Examen, trat aber dann, da der Vater für sechs Kinder zu sorgen hatte und seine Mittel nicht so weit reichten, um dem Sohne die akademische Laufbahn zu eröffnen, 1848 in das Postfach ein. Sein klarer Geist erfaßte bald die mächtige Kulturerscheinung des modernen Postwesens in ihrer vollen Bedeutung. Während er sich seinem Fache mit Liebe widmete, betrieb er zugleich, dem Schlafe nur wenige Stunden vergönnend, die vielseitigsten Studien. Schnell absolvierte er die ersten Examina; er erregte 1855 bei Ablegung des höhern Postexamens die Aufmerksamkeit der Examinatoren durch sein gediegenes und umfassendes Wissen und wurde infolgedessen, nach kurzer Thätigkeit im Postaufsichtsdienste, 1855 als geheimer expedierender Sekretär ins Generalpostamt zu Berlin berufen. Hier, an dem Centralpunkte der Verwaltung, vermochte seine große Begabung sich am schnellsten zur Blüte zu entfalten, und er stieg bald zu den höheren Stellen der Post, 1858 zum Postrat, 1863 zum Oberpostrat, 1865 zum Geheimen Postrat und Mitgliede des Generalpostamtes auf. Seine Sprachkenntnisse machten ihn vorzugsweise geeignet zum Vertreter der Postverwaltung beim Abschlusse von Postverträgen zur Regelung des Postverkehrs mit den auswärtigen Staaten. Eine seiner tüchtigsten Leistungen war die Übereignung der Thurn- und Taxisschen Post an die Krone Preußen durch den Staatsvertrag vom 28. Januar 1867. Am 1. Mai 1870 zum Generalpostdirektor ernannt, gab er gleich im Beginn seiner Verwaltung durch die Einrichtung der „Feldpost“, die in ausgezeichneter Weise den Verkehr der deutschen Truppen mit der Heimat vermittelte, einen glänzenden Beweis seiner Befähigung. Stephan ist in dieser bedeutenden Stellung der Reformator des Postwesens nicht nur im Deutschen Reich, sondern der ganzen Erde geworden, da stets von ihm die Verkehrserleichterungen zwischen den verschiedenen Ländern den Anstoß erhalten haben. Vom 1. Januar 1876 ab wurde ihm, unter Ernennung zum Generalpostmeister, außer der Leitung des Postwesens auch diejenige des Telegraphenwesens übertragen, und auch hier merkte man bald die Spuren seines energischen Geistes. Die Zahl der Telegraphenämter erhöhte er in drei Jahren aufs doppelte, unterirdische Linien wurden gelegt und durch Einführung eines neuen Tarifs die finanziellen Verhältnisse gehoben. Seit 1872 ist er Mitglied des preußischen Herrenhauses und Ehrendoktor der Universität Halle. Seit 1880 führt er den Titel „Staatssekretär“ mit dem Prädikate „Excellenz“. Infolge seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Post- und Telegraphenwesen, das dermalen unstreitig das bestorganisierte der Erde ist, wurde er 1884 anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Weltpostvereins durch die Gnade Sr. Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm I. in den erblichen Adelstand erhoben. Bemerkt sei noch, daßDr.von Stephan auch ein hervorragender Schriftsteller ist. Außer einem „Leitfaden zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten für junge Postbeamte“ schrieb er eine Geschichte der preußischen Post und ein wertvolles Buch über Ägypten, ferner verschiedene sehr gediegene Arbeiten in Raumers Histor. Taschenbuch und in „Unsere Zeit“, dann das höchst lehrreiche und humorvolle Werkchen „Weltpost und Luftschiffahrt“, und endlich ist er als Begründer des „Archivs für Post und Telegraphie“ und als Herausgeber des „Poststammbuch“ zu nennen.

[61]Litteratur:Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredariusa. a. O. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Zetzsche, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches Institut, 1885.

[61]Litteratur:Fischer, Post und Telegraphie im Weltverkehr. Berlin, Dümmler, 1879. —Veredariusa. a. O. —Stephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Zetzsche, Die Ocean-Dampfschiffahrt und die Postdampferlinien nach überseeischen Ländern. Weimar, Geographisches Institut, 1885.

[62]„Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht, nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft, fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (Amicis, Marokko. Frei bearbeitet vonSchweiger-Lerchenfeld. Wien, Hartleben, 1883, S. 138 u. 139.)

[62]„Gegen eine Entlohnung von wenigen Francs laufen in Marokko die Postboten die lange Strecke zwischen Tanger und Fez in 4, zwischen Tanger und Marokko in 7 bis 8 Tagen ab. Sie nähren sich schlecht, nehmen mit einigen Feigen und einem Stück Brot vorlieb und schlummern auf freiem Felde, ob Regen, ob schön. Um die Morgenstunden nicht zu verschlafen, heften sie eine Art von Zündschnur an das nackte Fußgelenk, die in den Pausen, während welcher der Bote schläft, fortglimmt und, wenn sie abgebrannt ist, den Schläfer in sehr fühlbarer Weise zum Aufbruch mahnt. Der Postkurier hält fast immer die geradeste Linie ein, er durchwatet oder durchschwimmt die Flüsse, klettert über Berghänge, auf denen ein geübtes Maultier straucheln würde, kriecht oft auf allen vieren vorwärts, trotzt im Herbste ausgiebigen und anhaltenden Regengüssen, im Sommer der Hitze, im Winter dem Staube und dem Durst. So durchwandert und durchläuft dieser geplagteste Mensch im ganzen Kaiserreiche dieses letztere jahrein jahraus fast seiner ganzen Länge nach von Nord nach Süd und umgekehrt.“ (Amicis, Marokko. Frei bearbeitet vonSchweiger-Lerchenfeld. Wien, Hartleben, 1883, S. 138 u. 139.)

[63]Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst vonPostortzuPostortverstanden.

[63]Unter den Fußbotenleistungen ist hier der Beförderungsdienst vonPostortzuPostortverstanden.

[64]Die Zahl der inLondonim Postbestelldienst verwendeten Personen betrug 1782: 155; 1884: 4030 (Hyde,The Royal Mail.2. ed. Lond.,Blackwood & Sons, 1885,p.126).

[64]Die Zahl der inLondonim Postbestelldienst verwendeten Personen betrug 1782: 155; 1884: 4030 (Hyde,The Royal Mail.2. ed. Lond.,Blackwood & Sons, 1885,p.126).

[65]Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war „veredus“, das griechischeberédos, welches selber wieder von dem persischenberd(= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere nannte man „veredarii“ (Veredariusa. a. O.).

[65]Die bei den Römern übliche Bezeichnung des Kurierpferdes war „veredus“, das griechischeberédos, welches selber wieder von dem persischenberd(= tragendes Tier) kommt. Die reitenden Kuriere nannte man „veredarii“ (Veredariusa. a. O.).

[66]mail= Post,coach= Wagen.

[66]mail= Post,coach= Wagen.

[67]malle= Briefpost.

[67]malle= Briefpost.

[68]Litteratur:Veredariusa. a. O. S. 197–203. —Frank, Das deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.175–237.

[68]Litteratur:Veredariusa. a. O. S. 197–203. —Frank, Das deutsche Postwesen in „Neuer deutscher Reichskalender“ für 1878. Wiesbaden, Limbarth. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.175–237.

[69]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.238–279.

[69]Litteratur:Veredariusa. a. O. —Ternanta. a. O.,vol. I, 2.éd.,p.238–279.

[70]„Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les oies du Capitole,“ sagt Ternant, „ils ont sauvé Paris de la mort morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,“ fährt er fort, „suffisait à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.“

[70]„Ils (les pigeons) sont bien mieux merité de la patrie que les oies du Capitole,“ sagt Ternant, „ils ont sauvé Paris de la mort morale, que pouvait determiner l’absence complète des nouvelles. Le simple avis: ‚Un pigeon vient d’arriver‘,“ fährt er fort, „suffisait à faire tressaillir d’aise la population entière de la grande ville, et les poètes ont rendu hommage et justice à ces oiseaux sacrés.“

[71]Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl. Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein. Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde zurück.

[71]Die englische Preß-Expreßtaube soll Strecken bis zu 500 engl. Meilen in erstaunlich kurzer Zeit zurückzulegen im stande sein. Bei einem in England angestellten Versuche zur Feststellung der Fluggeschwindigkeit der Brieftauben ergab sich, daß die Brieftaube eine größere Geschwindigkeit an den Tag legte, als der zwischen Dover und London verkehrende Eilzug, und dieser legte 14½ Meilen in der Stunde zurück.

[72]Litteratur: HauptsächlichStephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Veredariusa. a. O. S. 390 ff. —Pisko, Die Luftschiffahrt der Neuzeit, in „Unsere Zeit“, 1885. —Marion,Les Ballons.Paris,Hachette & Cie.,u. a.

[72]Litteratur: HauptsächlichStephan, Weltpost und Luftschiffahrt. —Veredariusa. a. O. S. 390 ff. —Pisko, Die Luftschiffahrt der Neuzeit, in „Unsere Zeit“, 1885. —Marion,Les Ballons.Paris,Hachette & Cie.,u. a.


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