Chapter 20

„Und was der Mensch auch wirken mag,Verdammte Taten, edles Werk:Der Erbe ist er überall,Der Erbe seiner eigenen Tat...“

„Und was der Mensch auch wirken mag,Verdammte Taten, edles Werk:Der Erbe ist er überall,Der Erbe seiner eigenen Tat...“

„Und was der Mensch auch wirken mag,Verdammte Taten, edles Werk:Der Erbe ist er überall,Der Erbe seiner eigenen Tat...“

„Und was der Mensch auch wirken mag,

Verdammte Taten, edles Werk:

Der Erbe ist er überall,

Der Erbe seiner eigenen Tat...“

Aber was ich von dorther hörte, obwohl mich’s manchmal wundersam berührte, verstand mein Sinn noch nicht. Einmal ist Keinmal, Einmal ist höchstens Einmal, hatten wir’s in unserem armsäligen Einmaleins je und je vernommen. Wie hätten wir da dein glühendes Richterwort fassen sollen: Einmal ist Immer! Einmal ist Unendlichmal! Einmal ist Ewig! Ach! allzulang waren wir westlichen Olympier nur ‚Götter Lustig im Dämmerlicht‘ gewesen... Aber du selber, Herr, sagtest es vorhin, wir seien endlich jetzt auf deiner Spur. Ja, wir sind dir, wir sind der Welt endlich auf der Spur, o Gotamo! Zwar ist vor Kurzem noch an dem furchtbaren Gesetz, das du zuerst der Welt gegeben und aufgegeben hast, der stärkste meiner Söhne mir zerbrochen, (er hieß mit Namen Gold-Stern, das ist Zarathustra, und du kennst ihn, liebst ihn als von deiner Art, Herr...) Noch hat also zwar nicht einmal er, von allen zukünftigen Geistern meines Reiches der Zukünftigste und der Geistigste, deinen Urgedanken der unendlichen Wiederkunft aller Wesen je nach ihren Werken unangefochten bis ans Ende auszudenken, auszuhalten vermocht: noch ist unser Stärkster zu schwach gewesen für dein Gesetz und deine Welt, o Buddho. Aber er hat ihn doch — und welch ein großer Anfang, Aufgang ist dies! — als erster seit Jahrtausenden wieder religiös erlitten und gelebt, statt einfach wissenschaftlich festzustellen. Hier oder nirgends ahnte er, der neuehomo religiosus, die neue Pflicht, die neue Bindung, welche demnächst auch uns in erneuterreligiodem All verpflichten und verbinden würde. Hab’ also noch Geduld mit uns, Erhabener! Beim zagen Schimmer dieses Stern-Gedankens werden auch wir endlich lernen, uns wieder in die feierliche Nacht der Welt hineinzutasten. Du bist der Buddho, du bist der Erwachte, vollkommen Erwachte! Du bist erwacht, vollkommen erwacht zur Welt, von der wir heute morgendlich noch träumen. Aber du kennst die tausend Zeichen, die alle, alle darauf deuten, daß auch wir demnächst die Erwachenden und Erwachsamen sein werden: ein neuer Aufgang mitten in Europas Untergängen... Für jetzt und heut’ indes,o Buddho, ist unser beider Äon wieder einmal abgelaufen, — erst an des nächsten Ende werden wir uns wiedersehen. Dann aber wird der längste Schatten dieses kürzesten Tags, der jetzt graudämmerig und erkältend zwischen uns sich spreitet, dem kürzesten Schatten des längsten Tags gewichen sein. Dann wollen wir auf diesem Brückenjoch der Länder das nächste Mittsommerfest, Mittsommerglück gemeinsam feiern... Horch!.. Läutete da nicht eine Glocke? Summte nicht ein Gong?.. Wie ein Kristall blaut wunderbar die Zeit! Schau um dich, Gotamo! Es weltet weit und breit!..“

DIE WIEDERGABE DER BUDDHO-STATUE ERFOLGT MIT GENEHMIGUNG DES FOLKWANG-VERLAGES IN HAGEN

DIE WIEDERGABE DER BUDDHO-STATUE ERFOLGT MIT GENEHMIGUNG DES FOLKWANG-VERLAGES IN HAGEN


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