Abschreckungsmittel

„Was du heute kannst besorgen,Das verschiebe nicht auf morgen!“

„Was du heute kannst besorgen,Das verschiebe nicht auf morgen!“

„Was du heute kannst besorgen,Das verschiebe nicht auf morgen!“

„Was du heute kannst besorgen,

Das verschiebe nicht auf morgen!“

Ein prächtiges Motto! dachte er. Das ist wirklich ein Ansporn für jedermann, der einen Entschluß lange in sich herumträgt, sich aber zur Ausführung nicht entschließen kann und sie von Tag zu Tag verschiebt! Und so ging er denn hin und brachte den Wahlspruch überall in seinem Geschäfte an. Die Wirkung war eine prompte, aber unerwartete. Am nächsten Tage war der Kassierer mit der Kassa und der Buchhalter mit der Frau des Prinzipals durchgegangen, und der Laufbursche hatte die Portokasse erbrochen und war mit einem Revolver und einem Schatz von hundertdreißig Nick-Carter-Heften durchgebrannt.

Rosette

Chef(der einen herkulischen Hausknecht engagiert hat): „Haben Sie keine Photographie von sich?“

Hausknecht: „O ja; zu welchem Zweck?“

Chef: „Wir könnten sie gleich im Hausgang anheften für die HerrenHandlungsreisenden!“

Rosette

A: „Sag mal, hast du denn schon davon gehört?“

B: „Wovon denn?“

A: „Nu, von die Jeschichte mit den — mit den — na, da draußen, da neben die — Jees! wie heeßen denn die Leute?“

B: „Meenst du vielleicht die neue Bierkneipe?“

A: „I nee doch! Ich meene die Jeschichte mit den — na, der Name schwebt mir uf de Lippe. Die da draußen vorjejangen is, da bei — da draußen bei — Jott, du mußt ja den Ort kennen!“

B: „Ach Jees, det is die Jeschichte mit den — ja, die kenn ick — mit den — na mit den — Jees, wie heeßt er doch? Die meenste?“

A: „Richtig, die meen ick. Also du kennst se schon?“

B: „Ja, die kenn ick; die hat mir ja der — der — na, wie heeßt er denn, erzählt. Der — da draußen — du weeßt ja!“

A: „Ja, ick weeß schon, det is die Jeschichte! Von den hab ick se ooch.“

Rosette

Lotteriekollekteur: „Hier ist das gewünschte Los. — Nun machen Sie aber endlich einmal, daß Sieherauskommen.“ — Kunde: „Na, solche Flegelei ist mir denn doch noch nicht vorgekommen.“

Rosette

Agent A: „Ich war gestern so furchtbar aufgeregt, daß ich Sie einen Schwindler nannte. Sie nehmen es mir doch nicht übel?“ — Agent B: „Nicht im geringsten, Herr Meyer, wir sind doch Kollegen!“

Rosette

Ich besuchte seit Jahren einen treuen Kunden in Sachsen, bei dem sich wie von selbst das „Gewohnheitsrecht“ herausgebildet hatte, daß er mit mir jedesmal, bevor wir ans Geschäft gingen, in einem benachbarten guten Weinrestaurant „eine“ gute Flasche trank, und er war nicht nur ein Freund von „Weinrot“, sondern auch von Rotwein, besonders wenn es auf Geschäftsunkosten ging. Am andern Tage bekam ich dann regelmäßig meinen guten Auftrag. So ging das Tour für Tour; auch neulich holte ich ihn abends, gleich nach meiner Ankunft an dem betreffenden Platze, zu unserem obligaten gemütlichen Schoppen ab. Diesmal wählte er eine ganz besonders schwere und teure Marke; ich machte aber gern mit, denn was tut man nicht alles für seinen Chef und seine Kundschaft. Auch quantitativ ging er diesmal über das bisher übliche Maß hinaus; ich hielt still, denn er schien mir auch bezüglich seiner Order diesmal besonders „große Rosinen im Sack“ zu haben ... Der Morgen graute schon, als ich ihm beim Abschied ein „Wohl bekomm's!“ zurief und ihn zum Schluß möglichst beiläufig fragte: „Na, lieber Freund, wann kann ich Ihnen morgen früh meinen Koffer schicken?“ „Hären se, mei Kutester“, erwiderte er, „diesmal gann ich Ihnen awer nischt bestellen, ich bin Se nemlich pleite!“

Ich besuchte seit Jahren einen treuen Kunden in Sachsen, bei dem sich wie von selbst das „Gewohnheitsrecht“ herausgebildet hatte, daß er mit mir jedesmal, bevor wir ans Geschäft gingen, in einem benachbarten guten Weinrestaurant „eine“ gute Flasche trank, und er war nicht nur ein Freund von „Weinrot“, sondern auch von Rotwein, besonders wenn es auf Geschäftsunkosten ging. Am andern Tage bekam ich dann regelmäßig meinen guten Auftrag. So ging das Tour für Tour; auch neulich holte ich ihn abends, gleich nach meiner Ankunft an dem betreffenden Platze, zu unserem obligaten gemütlichen Schoppen ab. Diesmal wählte er eine ganz besonders schwere und teure Marke; ich machte aber gern mit, denn was tut man nicht alles für seinen Chef und seine Kundschaft. Auch quantitativ ging er diesmal über das bisher übliche Maß hinaus; ich hielt still, denn er schien mir auch bezüglich seiner Order diesmal besonders „große Rosinen im Sack“ zu haben ... Der Morgen graute schon, als ich ihm beim Abschied ein „Wohl bekomm's!“ zurief und ihn zum Schluß möglichst beiläufig fragte: „Na, lieber Freund, wann kann ich Ihnen morgen früh meinen Koffer schicken?“ „Hären se, mei Kutester“, erwiderte er, „diesmal gann ich Ihnen awer nischt bestellen, ich bin Se nemlich pleite!“

Rosette

Kundin: „Und ist das auch wirklich der neueste Stoff?“ — Verkäufer: „Gewiß, Madame, erst gestern hereingekommen!“ — Kundin: „Ja, das sagen Sie so. Können Sie mir dafür garantieren?“ — Verkäufer: „Gewiß, gnädige Frau, gewiß! So neu ist der Stoff, daß wir noch nicht einmal Zeit gehabt haben, seinen Preis herabzusetzen!“

Rosette

Wenn die kleinen Schollen schmollen,Daß die lieben Muscheln tuscheln,Weil die fetten Schleien speien,Wenn im Teich Karauschen lauschenUnd die Kieler Sprotten spottenWie die glatten Pricken blicken,Oder mit den Hechten rechten,Ob die Elleritzen schwitzenUnd wohin die Zandern wandern.Wenn wir von den Stören hören,Wie die armen Barben darbenUnd wir uns Makrelen wählen,Oder einen Rochen kochen.Wenn die Bachforellen schnellenUnd die alten Kröten flöten,Oder bunte Unken tunken,Wo die fetten Schnecken stecken —Werden sich die Flundern wundern!

Wenn die kleinen Schollen schmollen,Daß die lieben Muscheln tuscheln,Weil die fetten Schleien speien,Wenn im Teich Karauschen lauschenUnd die Kieler Sprotten spottenWie die glatten Pricken blicken,Oder mit den Hechten rechten,Ob die Elleritzen schwitzenUnd wohin die Zandern wandern.Wenn wir von den Stören hören,Wie die armen Barben darbenUnd wir uns Makrelen wählen,Oder einen Rochen kochen.Wenn die Bachforellen schnellenUnd die alten Kröten flöten,Oder bunte Unken tunken,Wo die fetten Schnecken stecken —Werden sich die Flundern wundern!

Wenn die kleinen Schollen schmollen,Daß die lieben Muscheln tuscheln,Weil die fetten Schleien speien,Wenn im Teich Karauschen lauschenUnd die Kieler Sprotten spottenWie die glatten Pricken blicken,Oder mit den Hechten rechten,Ob die Elleritzen schwitzenUnd wohin die Zandern wandern.Wenn wir von den Stören hören,Wie die armen Barben darbenUnd wir uns Makrelen wählen,Oder einen Rochen kochen.Wenn die Bachforellen schnellenUnd die alten Kröten flöten,Oder bunte Unken tunken,Wo die fetten Schnecken stecken —Werden sich die Flundern wundern!

Wenn die kleinen Schollen schmollen,

Daß die lieben Muscheln tuscheln,

Weil die fetten Schleien speien,

Wenn im Teich Karauschen lauschen

Und die Kieler Sprotten spotten

Wie die glatten Pricken blicken,

Oder mit den Hechten rechten,

Ob die Elleritzen schwitzen

Und wohin die Zandern wandern.

Wenn wir von den Stören hören,

Wie die armen Barben darben

Und wir uns Makrelen wählen,

Oder einen Rochen kochen.

Wenn die Bachforellen schnellen

Und die alten Kröten flöten,

Oder bunte Unken tunken,

Wo die fetten Schnecken stecken —

Werden sich die Flundern wundern!

Rosette

„Ich bitte um eine Bluse.“

Verkäuferin: „Jawohl, mein Herr, wäre Ihnen dieser Schnitt recht?“

„Janz ejal!“

Verkäuferin: „Welche Farbe dürfte es dann sein?“

„Auch ejal, auch ejal.“

Verkäuferin: „Aber um die Größennummer darf ich doch bitten?“

„Is ejal, is alles ejal,umgetauscht wird se doch!“

Rosette

„Da hab' ich mir nun für teures Geld Normalbeinkleider gekauft, aber — normal schauen meine Beine immer noch nicht aus!“

Rosette

„Trotz geschäftlicher Ueberbürdungsind wir in der glücklichen Lage, die Geburt des dritten kräftigen Hamburger Jungen anzuzeigen. Motto: „Wir haben keine Zeit, müde zu sein.“

Hamburg, d. 17. Dez. 1907.

Carl Voß und Frau.“

Carl Voß und Frau.“

Rosette

Zigeunerin (dem jungen Kassier Meier aus den Linien der Hand wahrsagend): „Hier, junger Herr, sehe ich eine Linie, die für Ihr Leben große Bedeutung gewinnen wird.“ — „Weiß ich, das ist die Hamburg-Amerika-Linie!“

Rosette

Eine Depesche von dem Ableben des Vaters hatte folgende Fassung: „Vater sauft (anstatt sanft) verschieden.“

Die Telegrammadresse an eine Kammersängerin lautet: „An die Jammersängerin N. N.“

Von einem Verliebten aus der Ferne: „Liebes Rind (Kind), könnt' ich bei dir sein!“

Ein Kondolenztelegramm: „Auch wir sind schwer besoffen (statt betroffen).“

Eine Rückmeldung, betreffend die Unbestellbarkeit eines Telegramms wegen mehrerer gleicher Namen lautete: „Kohn ohne Bezeichnung des Vornamens unbestellbar, da mehrere gleichnasige.“ (Gleichnamige.)

Ein Kaufmann in Kr. ersuchte drahtlich einen ländlichen Verwandten um sofortige Absendung von „Grasbutter“. Das Telegramm ging durch Fernsprechverbindung weiter und der Verwandte erhielt eine Depesche mit der Weisung, „sofort Großmutter absenden.“ Letztere langte, in der Meinung, es sei etwas Außergewöhnliches passiert, alsbald sehr aufgeregt mit vielen Koffern und Schachteln in Kr. an.

Rosette

„Die mir gesandten Heringe gefallen mir nicht. Sie sind faul. Sie stinken ja vor Faulheit. Das Faß Tran, welches ich für Sie im Auge hatte, geht Ihnen jetzt auch vor der Nase vorüber.“

Rosette

Der lange Baron v. Schnabelwitz und der kleine Produktenhändler Veitel gehen die Straße laut sprechend und heftig gestikulierend auf und nieder. Kaum entfernt sich der lange Baron, so drängen sich die Konkurrenten an Veitel mit der Frage: „Was hat der Baron von dir gewollt?“

Veitel: „Was er gewollt hat? Weiß ich? Ich soll dauntenverstehen, was der daobenspricht!“

Rosette

Einer Dame sind bei Bestellung eines größeren Wäschepostens ein halbes Dutzend Beinkleider zuviel geliefert und berechnet worden. Sie trägt dieselben zurück und ersucht um Richtigstellung der Rechnung. Darauf der Prinzipal:

„Ja, bitte, das ist ein Irrtum gewesen! Entschuldigen Sie vielmals!“ Und zum Buchhalter sagt er: „Ziehen Sie mal der Dame die Beinkleider ab!“

Rosette

Seit einigen Tagen tritt das Gerücht auf, dass die bekannte Weltfirma Sommer u. Co. in Liquidation getreten sei. Zahlreiche Gläubigergruppen haben bereits vor Wochen Protestversammlungen veranstaltet, um gegen die besonders in den letzten Monaten zutage getretenen Mißstände Stellung zu nehmen. Ihre eingegangenen Verpflichtungen hat die Firma im letzten Geschäftsjahr zum Teil gar nicht, zum Teil nur sehr mangelhaft erfüllt. Es steht zu befürchten, daß der Zusammenbruch der Weltfirma den Konkurs zahlreicher anderer Firmen zur Folge haben wird ... Zu den am meisten geschädigten „Geschäftsfreunden“ gehören vor allem zahlreiche Gastwirte und Biergartenbesitzer. Sonnenschein war stets sehr knapp am Lager und wurde trotz reger Nachfrage gar nicht oder nur in sehr kleinen Quanten geliefert. Auch den Landleuten gegenüber hat die Firma die Lieferungsverträge nicht innegehalten. Es wurde in den letzten Monaten überhaupt nur noch mit „Wechseln“ gearbeitet, die natürlich immer unbeliebter wurden. Bei dem Konkursverwalter Aug. September laufen täglich zahlreiche Forderungen auch aus den Kreisen der Gewerbetreibenden und der sog. kleinen Leute ein; besonders aber in Sportkreisen und unter der Lebewelt der Badeorte hört man mannigfache Klagen über das unlautere Geschäftsgebaren der früher so angesehenen Firma. Als letzter Termin zur Anmeldung von Forderungen war der 23. d. Mts. festgesetzt. Mit diesem Tage übernahm, wie jetzt bekannt wird, die bekannte und gut fundierte Firma Herbst u. Co. den Betrieb mit sämtlichen Warenvorräten. Hoffentlich gelingt es dieser, das verloren gegangene Vertrauen unter der Bevölkerung wieder zu gewinnen.

Seit einigen Tagen tritt das Gerücht auf, dass die bekannte Weltfirma Sommer u. Co. in Liquidation getreten sei. Zahlreiche Gläubigergruppen haben bereits vor Wochen Protestversammlungen veranstaltet, um gegen die besonders in den letzten Monaten zutage getretenen Mißstände Stellung zu nehmen. Ihre eingegangenen Verpflichtungen hat die Firma im letzten Geschäftsjahr zum Teil gar nicht, zum Teil nur sehr mangelhaft erfüllt. Es steht zu befürchten, daß der Zusammenbruch der Weltfirma den Konkurs zahlreicher anderer Firmen zur Folge haben wird ... Zu den am meisten geschädigten „Geschäftsfreunden“ gehören vor allem zahlreiche Gastwirte und Biergartenbesitzer. Sonnenschein war stets sehr knapp am Lager und wurde trotz reger Nachfrage gar nicht oder nur in sehr kleinen Quanten geliefert. Auch den Landleuten gegenüber hat die Firma die Lieferungsverträge nicht innegehalten. Es wurde in den letzten Monaten überhaupt nur noch mit „Wechseln“ gearbeitet, die natürlich immer unbeliebter wurden. Bei dem Konkursverwalter Aug. September laufen täglich zahlreiche Forderungen auch aus den Kreisen der Gewerbetreibenden und der sog. kleinen Leute ein; besonders aber in Sportkreisen und unter der Lebewelt der Badeorte hört man mannigfache Klagen über das unlautere Geschäftsgebaren der früher so angesehenen Firma. Als letzter Termin zur Anmeldung von Forderungen war der 23. d. Mts. festgesetzt. Mit diesem Tage übernahm, wie jetzt bekannt wird, die bekannte und gut fundierte Firma Herbst u. Co. den Betrieb mit sämtlichen Warenvorräten. Hoffentlich gelingt es dieser, das verloren gegangene Vertrauen unter der Bevölkerung wieder zu gewinnen.

Rosette

Ein neuengagierter Reisender wird von seiner Firma auf die Tour geschickt, kommt aber ohne Aufträge zurück.

Der Chef der Firma ist sehr ungehalten und läßt den Reisenden in sein Privatkontor bitten.

„Ja, wie ist es bloß möglich, daß Sie nix verkaufen?“ fährt er ihn an, „gewiß machen Sie die Sache nicht energisch genug. Wir wollen gleich mal eine Probe machen. Also denken Sie, ich bin der Kunde, dem Sie Offerte machen sollen, und fangen Sie mal an!“

Der Reisende geht hinaus, klopft an, tritt mit einer Verbeugung ein: „Ich komme von der Firma Troddelkopp & Co. und wollte mir gestatten, Ihnen Offerte in Lebertranpillen zu machen.“

„Bedaure,“ sagt der Chef, „brauche nix!“

„Dann entschuldigen Sie bitte, vielleicht ein andermal! Empfehle mich gehorsamst!“ Der Reisende geht hinaus.

„Falsch,“ schreit der Chef, „sehen Sie, ich hab's ja gesagt, daß Sie nicht können energisch genug auftreten! Nun wollen wir mal die Sache umgekehrt machen. Setzen Sie sich mal her und spielen Sie den Kunden und ich werde den Reisenden machen!“

Gesagt, getan. Der Reisende setzt sich hin und der Chef geht hinaus, klopft an und tritt ein:

„Verzeihung, wenn ich störe, ich wollte mir gestatten,Ihnen von der bekannten Firma Troddelkopp & Co. die berühmten Lebertranpastillen zu offerieren!“

„Was,“ brüllt der Reisende los, „von diesem Schwindler wollen Sie mich beschummeln helfen! Raus!!!“

Packt den Chef beim Kragen und befördert ihn unter einem kräftigen Fußtritt aus dem Lokal.

„Sehen Sie,“ sagt er dann, als der Chef, seine Kehrseite reibend, wieder ins Bureau kommt, „den Reisenden haben Sie ganz nett gespielt,aber den Kunden habe ich energischer und lebensgetreuer gemacht!“

Rosette

„Viehhändler U. Magdeburg. Morgen alle Schweine auf dem Bahnhof. Sie erwarte ich auch. Ich komme erst morgen, da Personenzug keine Ochsen mitnimmt. Schlechtes Marktgeschäft. Rindvieh im Preise gestiegen. Sehen Sie sich vor. Wenn Sie Ochsen brauchen, denken Sie an mich.“

Rosette

Chef: „Die Firma Schulze & Co. hat Konkurs angesagt. Das Conto derselben ist bei mir mit tausend Mark belastet.“ — Reisender: „Da bin ich aber in der Tat sehr froh, daß ich den letzten Posten zu Schundpreisen verkauft habe.“ — Chef: „Wieso?“ — Reisender: „Sonst wäre ja Ihr Verlust viel größer.“

Rosette

Siegfried Jacob & Co.Breslau.Breslau, d. 5. 12. 09.Herrn Aaron Ponimsohnin Krotoschin.Bei Durchsicht unserer Bücher finden wir Ihr Konto noch immer mit M. 300.— belastet.Wenn Sie nicht innerhalb 5 Tagen bezahlen, verklagen wir Sie.ErgebenstSiegfried Jacob & Co.

Siegfried Jacob & Co.Breslau.

Breslau, d. 5. 12. 09.

Herrn Aaron Ponimsohn

in Krotoschin.

Bei Durchsicht unserer Bücher finden wir Ihr Konto noch immer mit M. 300.— belastet.

Wenn Sie nicht innerhalb 5 Tagen bezahlen, verklagen wir Sie.

ErgebenstSiegfried Jacob & Co.

Krotoschin, d. 8. 12. 09.HerrnSiegfried Jacob & Co.Breslau.Anbei übersende ich Ihnen die 300 M.Wie können Se mer solch grobben Brief schreiben! Wo ich kaufe schon seit 30 Jahren von Ihnen de mieseste Schundware, asser kaufe ich nich for einen Pfennig mehr von Ihnen; ich verbitte mir soiche Briefliches.ErgebenstAaron Ponimsohn.Bitte wenden!

Krotoschin, d. 8. 12. 09.

Herrn

Siegfried Jacob & Co.

Breslau.

Anbei übersende ich Ihnen die 300 M.

Wie können Se mer solch grobben Brief schreiben! Wo ich kaufe schon seit 30 Jahren von Ihnen de mieseste Schundware, asser kaufe ich nich for einen Pfennig mehr von Ihnen; ich verbitte mir soiche Briefliches.

ErgebenstAaron Ponimsohn.Bitte wenden!

Eso hätt ich geschrieben, hätt ich gehabt Geld zu Bezahlen.Aperçü: Schicken Se mir noch von de leinenen Ticher 3 Dtzd.

Eso hätt ich geschrieben, hätt ich gehabt Geld zu Bezahlen.

Aperçü: Schicken Se mir noch von de leinenen Ticher 3 Dtzd.

Rosette

Ein Schneider schickt seinen Reisenden zum Studenten Borgerl, um demselben mal energisch auf die Hinterbeine zu treten. Nach 'ner halben Stunde kommt der Reisende zurück.

„Nun, Herr Meyer,“ fragt der Schneider, „haben Sie es dem Manne gesagt!?“

„Ob ich es ihm gesagt hab' undwiehab' ich es ihm gesagt, und wenn erdagewesen wär', hätt' ich es ihm noch viel mehr gesagt!“

Rosette

„Was für einen Sarg wünschen gnädige Frau? Einen metallenen oder einen eisernen?“

„Welche sind besser?“

„Beide Sorten sind gut. Die metallenen Särge sind dauerhafter, aber die eisernengesünder!“

„Gut, also einen eisernen! Was kostet dieser?“

„Sechzig Mark.“

„Was so teuer, können Sie ihn mir nicht billiger abgeben?“

„Nein, billiger kann ich ihn nicht lassen, aber ichwill Ihnen noch einen kleinen zugeben!“

Rosette

Wie anders war es doch in alter Zeit!Mit tiefer Wehmut gedenke ich noch heute eines traulichen Familienbildes. Es war am Vorabend der Hinrichtung unsres seligen Urgroßvaters. Großpapachen, damals noch ein rüstiger Herr, saß, ein gesticktes Hauskäpplein auf dem Haupte, über der „Morgenpost“, Großmamachen las einen Roman von der Luise Mühlbach, Onkel Kaspar rauchte seine schwarz-rot-goldne Pfeife und Mutterchen — sie hatte sich kurz vorher verlobt — häkelte eine Weste für ihren Bräutigam. — In der friedlichen Runde aber kreiste die Lichtputzschere, und alle wetteiferten im Schneuzen der anheimelnd flackernden Kerze.Seitdem sind viele Jahre vergangen.Die technischen Fortschritte auf allen Gebieten sind bis in die innerste Häuslichkeit gedrungen, man brennt heute nur mehr Gas oder Elektrizität.Wir hatten in unsre alte Wohnung Gas einziehen lassen, aber Großmama wurde nie den Gedanken los, daß es nach Ziegenbock stinke. Dann ist es auch im Schlafzimmer sehr unangenehm. Elektrizität wieder, das kostet eine Menge Geld, wenn man noch nicht darauf eingerichtet ist, und man hört auch so viel von Kurzschlüssen.Da las Großpapachen in der „Morgenpost“ von der Spektral-Multiplex-Biform-Lampe, und auch im Krakauer Kalender war sie rühmend erwähnt — als etwas wirklich Gediegenes.Zufällig sah ich bei Beer & Cie. im Schaufenster eine Multiplex-Biform brennen und fand das Licht ruhig und sehr hell.Am nächsten Abend nahm ich meine Käte mit. Wir sahen uns beide das Ding an. Sie konnte auch nicht viel dagegen sagen und war nur mißtrauisch, weil die Lampepatentiert war. Aber es ist doch einfach töricht, eine Lampe, nur weil sie patentiert ist, für schlecht zu halten.Wir besprachen die Sache zu Hause. Großpapachen, der sehr modern denkt, war dafür, daß ich zu Beer & Cie. fragen gehen sollte: erstens, wieviel Petroleum die Lampe brauche, zweitens, wieviel sie koste und drittens wegen einer schriftlichen Garantie auf ein Jahr.Bei Beer & Cie. traf ich einen Kommis, einen sehr geläufigen jungen Mann. Er fragte mich, ob ich einen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher haben wolle — oder eine Spektral-Multiplex-Biform-Lampe.Ich sagte: eine Lampe.Da begann der junge Mann:„In höflicher Beantwortung Ihrer sehr geschätzten Anfrage gestatten wir uns, Ihnen unsere hochprima Spektral-Multiplex-Biform-Lampen in zwei Größen zu offerieren: die eine für Wohnzimmer, die andere für Lokalitäten.“Ich verlangte natürlich eine Lampe von der ersten Art. Er brachte sie und zündete sie an.„Unsre von allen Höfen und den höchsten Fürstlichkeiten durch lobende Anerkennungen ausgezeichnete Spektral-Multiplex-Biform-Lampe hat ihren Namen daher, daß die Flamme, wie Sie sehen, in Form eines griechischen Bi brennt. Man kann sie auf acht Kerzenstärken einstellen — wie jetzt — für Gesellschaften bis zu fünf Personen; oder — so — auf neun Kerzen — für elf Personen, darunter auch Kinder oder — durch diesen Hebeldruck — auf dreizehneinhalb Kerzen — für Hochzeiten und andere größere Räumlichkeiten. Die Tabelle dazu geben wir kostenlos bei. — Die Lampe wird mit Spektralöl gefüllt, und führen wir selbes gleichfalls. Das Spektralöl ist von uns erfunden und wird eigens für unsere werten Kunden erzeugt. Es kostet um fünf Kronen per Tonne mehr, als das beste im Handel befindliche Petroleum, hat aber auch einenum 21,5 Proz. höhern Feingehalt an ölig-chemischen Bestandteilen. Die Multiplex-Biform verbraucht davon in einer englischen Stunde je nach der Kerzenstärke für dreizehn bis neunzehn Hundertel Heller, wodurch sich zwar der Liter Spektralöl in der Anschaffung ein für allemal etwas höher stellt, jedoch im Gebrauche wesentliche Ersparnisse im Gefolge hat. Hierfür garantieren wir, und legen wir die Tabelle hiezu gleichfalls kostenlos bei. — Die Lampe selbst berechnen wir Ihnen äußerst mit 23 K 70 h netto ab hier, und haften wir schriftlich bis zur Ueberstellung ins Haus. — Ein Reserve-Spektral kostet eine Krone, ein Reserve-Multiplex sieben Kronen und ein Dutzend Reserve-Biformen nur sechzig Heller.“Also kaufte ich eine Lampe samt allen notwendigen Nebenbestandteilen.„Wünschen auch einen Spektral-Multiplex-Biform-Ohrenschützer? — Nein? — Aber einen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher empfehle ich Ihnen unbedingt.“„Nein, nein — ich danke,“ sprach ich und ging.Am dritten Abend, als wir wieder daheimsaßen, Großpapa mit seiner „Morgenpost“ und Onkel Kaspar mit seiner Pfeife, da sprach meine Käte:„Sieh nur, die Lampe geht aus.“Ich rüttelte sie ein wenig — sie war gefüllt. Ich holte die Tabelle, stellte die Lampe auf sechs Personen und ein Kind ein — sie flackerte. Ich schraubte ein neues Spektral ein — sie zuckte meterhoch und summte.„Vielleicht ist das Multiplex zu stark erhitzt,“ sagte Onkel Kaspar — und ich tat ein andres Multiplex an die Biform. — Als alles nichts nützte, zog ich auch die Biform heraus und ersetzte sie. Aus der Lampe hörte man es zornig brausen, und die Flamme züngelte wie eine Schlange aus dem Zylinder.„Am besten wäre, die Lampe auszulöschen.“„Ja — ja, löschen wir sie aus,“ riefen nun alle.Ich wollte die Schraube anziehen — sie war unberührbar heiß. Da blies ich in den Zylinder. Die Flamme fuhr heraus und fauchte mich an. Onkel Kaspar begann mitzupusten, dann Käte und alle Kinder, die Gouvernante und endlich sogar Großväterchen. Wir bliesen zuerst ungeregelt und dann auf Kommando. Der Gouvernante flog der Puder vom Gesicht und ein Zopf aus der Frisur — die Lampe brannte.Da sah man, wie der Multiplex anfing, von oben her langsam in Rotglut überzugehen. Immer tiefer und tiefer, jetzt mußte die Röte den Lampenkörper erreichen.Und da — erfolgte ein unbeschreiblicher Krach.Ich habe jene berühmte Kesselexplosion des Donaudampfers „Radetzky“ im Hafen von Preßburg mitgemacht, wo der zweite Maschinist hoch in die Luft flog und die Kunde von dem erschütternden Ereignis als erster nach Bruck an der Leitha brachte. Aber ich muß sagen, ich habe zwischen den beiden Explosionen keinen Unterschied bemerkt. Onkel Kaspar wieder, der damals in Preßburg sein Gehör verloren, fand den Knall der Multiplex-Biform um ein Nuance lauter.Unsere Fenster waren auf die Gasse geflogen und die der gegenüberliegenden Häuserreihe eingedrückt worden. Eine bedeutende Rauchwolke — in der „Morgenpost“ stand später fünfzehn Stockwerke hoch — wallte himmelan. Es brannte der Schreibtisch, das linke Ende von Großpapachens Bett und die marmorne Säule unter einer Gips-Bronzebüste von Dante.Wir alle saßen noch betäubt — unfähig, uns zu rühren.Da hörte ichs unten rasseln und blasen: die Feuerwehr.Und eine Baßstimme vor der Tür: „Ists ein Spektral-Multiplex-Biform-Brand — oder ein andrer?“„Ein Biform —.“„Na, dann heißts nicht viel.“Herein trat ein Feuerwehrmann mit einem niedlichen polierten Apparat und richtete einen dünnen Strahl auf die Brandstellen. — Im Nu war alles gelöscht.Dem Feuerwehrmann auf dem Fuße aber folgte der Kommis von Beer & Cie. und sprach:„Sie haben hier soeben den ausgezeichneten amerikanischen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher in Tätigkeit gesehen, und dürfte derselbe Ihr geschätztes Wohlgefallen gefunden haben. Wir erzeugen solchen in zwei Größen: Nr. 1 für eine bis drei Spektral-Multiplex-Biform-Lampen — Nr. 2 in größerer Ausführung für vier und mehr Lampen.“„Um Himmelswillen,“ rief ich, „sind denn euere Lampen geradezu aufs Explodieren eingerichtet?“Der junge Mann lächelte. „Der Hauptartikel unsres mit dreiundsiebzig Filialen in sämtlichen Ländern vertretenen Welthauses sind unsere großartigen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher. — Nur um unseren ausgezeichneten Löschern eine weitere Verbreitung zu sichern, erzeugen wir unsere Spektral-Multiplex-Biform-Lampen, und geben wir selbe an Interessenten zum halben Selbstkostenpreise ab.“Roda Roda.

Wie anders war es doch in alter Zeit!

Mit tiefer Wehmut gedenke ich noch heute eines traulichen Familienbildes. Es war am Vorabend der Hinrichtung unsres seligen Urgroßvaters. Großpapachen, damals noch ein rüstiger Herr, saß, ein gesticktes Hauskäpplein auf dem Haupte, über der „Morgenpost“, Großmamachen las einen Roman von der Luise Mühlbach, Onkel Kaspar rauchte seine schwarz-rot-goldne Pfeife und Mutterchen — sie hatte sich kurz vorher verlobt — häkelte eine Weste für ihren Bräutigam. — In der friedlichen Runde aber kreiste die Lichtputzschere, und alle wetteiferten im Schneuzen der anheimelnd flackernden Kerze.

Seitdem sind viele Jahre vergangen.

Die technischen Fortschritte auf allen Gebieten sind bis in die innerste Häuslichkeit gedrungen, man brennt heute nur mehr Gas oder Elektrizität.

Wir hatten in unsre alte Wohnung Gas einziehen lassen, aber Großmama wurde nie den Gedanken los, daß es nach Ziegenbock stinke. Dann ist es auch im Schlafzimmer sehr unangenehm. Elektrizität wieder, das kostet eine Menge Geld, wenn man noch nicht darauf eingerichtet ist, und man hört auch so viel von Kurzschlüssen.

Da las Großpapachen in der „Morgenpost“ von der Spektral-Multiplex-Biform-Lampe, und auch im Krakauer Kalender war sie rühmend erwähnt — als etwas wirklich Gediegenes.

Zufällig sah ich bei Beer & Cie. im Schaufenster eine Multiplex-Biform brennen und fand das Licht ruhig und sehr hell.

Am nächsten Abend nahm ich meine Käte mit. Wir sahen uns beide das Ding an. Sie konnte auch nicht viel dagegen sagen und war nur mißtrauisch, weil die Lampepatentiert war. Aber es ist doch einfach töricht, eine Lampe, nur weil sie patentiert ist, für schlecht zu halten.

Wir besprachen die Sache zu Hause. Großpapachen, der sehr modern denkt, war dafür, daß ich zu Beer & Cie. fragen gehen sollte: erstens, wieviel Petroleum die Lampe brauche, zweitens, wieviel sie koste und drittens wegen einer schriftlichen Garantie auf ein Jahr.

Bei Beer & Cie. traf ich einen Kommis, einen sehr geläufigen jungen Mann. Er fragte mich, ob ich einen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher haben wolle — oder eine Spektral-Multiplex-Biform-Lampe.

Ich sagte: eine Lampe.

Da begann der junge Mann:

„In höflicher Beantwortung Ihrer sehr geschätzten Anfrage gestatten wir uns, Ihnen unsere hochprima Spektral-Multiplex-Biform-Lampen in zwei Größen zu offerieren: die eine für Wohnzimmer, die andere für Lokalitäten.“

Ich verlangte natürlich eine Lampe von der ersten Art. Er brachte sie und zündete sie an.

„Unsre von allen Höfen und den höchsten Fürstlichkeiten durch lobende Anerkennungen ausgezeichnete Spektral-Multiplex-Biform-Lampe hat ihren Namen daher, daß die Flamme, wie Sie sehen, in Form eines griechischen Bi brennt. Man kann sie auf acht Kerzenstärken einstellen — wie jetzt — für Gesellschaften bis zu fünf Personen; oder — so — auf neun Kerzen — für elf Personen, darunter auch Kinder oder — durch diesen Hebeldruck — auf dreizehneinhalb Kerzen — für Hochzeiten und andere größere Räumlichkeiten. Die Tabelle dazu geben wir kostenlos bei. — Die Lampe wird mit Spektralöl gefüllt, und führen wir selbes gleichfalls. Das Spektralöl ist von uns erfunden und wird eigens für unsere werten Kunden erzeugt. Es kostet um fünf Kronen per Tonne mehr, als das beste im Handel befindliche Petroleum, hat aber auch einenum 21,5 Proz. höhern Feingehalt an ölig-chemischen Bestandteilen. Die Multiplex-Biform verbraucht davon in einer englischen Stunde je nach der Kerzenstärke für dreizehn bis neunzehn Hundertel Heller, wodurch sich zwar der Liter Spektralöl in der Anschaffung ein für allemal etwas höher stellt, jedoch im Gebrauche wesentliche Ersparnisse im Gefolge hat. Hierfür garantieren wir, und legen wir die Tabelle hiezu gleichfalls kostenlos bei. — Die Lampe selbst berechnen wir Ihnen äußerst mit 23 K 70 h netto ab hier, und haften wir schriftlich bis zur Ueberstellung ins Haus. — Ein Reserve-Spektral kostet eine Krone, ein Reserve-Multiplex sieben Kronen und ein Dutzend Reserve-Biformen nur sechzig Heller.“

Also kaufte ich eine Lampe samt allen notwendigen Nebenbestandteilen.

„Wünschen auch einen Spektral-Multiplex-Biform-Ohrenschützer? — Nein? — Aber einen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher empfehle ich Ihnen unbedingt.“

„Nein, nein — ich danke,“ sprach ich und ging.

Am dritten Abend, als wir wieder daheimsaßen, Großpapa mit seiner „Morgenpost“ und Onkel Kaspar mit seiner Pfeife, da sprach meine Käte:

„Sieh nur, die Lampe geht aus.“

Ich rüttelte sie ein wenig — sie war gefüllt. Ich holte die Tabelle, stellte die Lampe auf sechs Personen und ein Kind ein — sie flackerte. Ich schraubte ein neues Spektral ein — sie zuckte meterhoch und summte.

„Vielleicht ist das Multiplex zu stark erhitzt,“ sagte Onkel Kaspar — und ich tat ein andres Multiplex an die Biform. — Als alles nichts nützte, zog ich auch die Biform heraus und ersetzte sie. Aus der Lampe hörte man es zornig brausen, und die Flamme züngelte wie eine Schlange aus dem Zylinder.

„Am besten wäre, die Lampe auszulöschen.“

„Ja — ja, löschen wir sie aus,“ riefen nun alle.

Ich wollte die Schraube anziehen — sie war unberührbar heiß. Da blies ich in den Zylinder. Die Flamme fuhr heraus und fauchte mich an. Onkel Kaspar begann mitzupusten, dann Käte und alle Kinder, die Gouvernante und endlich sogar Großväterchen. Wir bliesen zuerst ungeregelt und dann auf Kommando. Der Gouvernante flog der Puder vom Gesicht und ein Zopf aus der Frisur — die Lampe brannte.

Da sah man, wie der Multiplex anfing, von oben her langsam in Rotglut überzugehen. Immer tiefer und tiefer, jetzt mußte die Röte den Lampenkörper erreichen.

Und da — erfolgte ein unbeschreiblicher Krach.

Ich habe jene berühmte Kesselexplosion des Donaudampfers „Radetzky“ im Hafen von Preßburg mitgemacht, wo der zweite Maschinist hoch in die Luft flog und die Kunde von dem erschütternden Ereignis als erster nach Bruck an der Leitha brachte. Aber ich muß sagen, ich habe zwischen den beiden Explosionen keinen Unterschied bemerkt. Onkel Kaspar wieder, der damals in Preßburg sein Gehör verloren, fand den Knall der Multiplex-Biform um ein Nuance lauter.

Unsere Fenster waren auf die Gasse geflogen und die der gegenüberliegenden Häuserreihe eingedrückt worden. Eine bedeutende Rauchwolke — in der „Morgenpost“ stand später fünfzehn Stockwerke hoch — wallte himmelan. Es brannte der Schreibtisch, das linke Ende von Großpapachens Bett und die marmorne Säule unter einer Gips-Bronzebüste von Dante.

Wir alle saßen noch betäubt — unfähig, uns zu rühren.

Da hörte ichs unten rasseln und blasen: die Feuerwehr.

Und eine Baßstimme vor der Tür: „Ists ein Spektral-Multiplex-Biform-Brand — oder ein andrer?“

„Ein Biform —.“

„Na, dann heißts nicht viel.“

Herein trat ein Feuerwehrmann mit einem niedlichen polierten Apparat und richtete einen dünnen Strahl auf die Brandstellen. — Im Nu war alles gelöscht.

Dem Feuerwehrmann auf dem Fuße aber folgte der Kommis von Beer & Cie. und sprach:

„Sie haben hier soeben den ausgezeichneten amerikanischen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher in Tätigkeit gesehen, und dürfte derselbe Ihr geschätztes Wohlgefallen gefunden haben. Wir erzeugen solchen in zwei Größen: Nr. 1 für eine bis drei Spektral-Multiplex-Biform-Lampen — Nr. 2 in größerer Ausführung für vier und mehr Lampen.“

„Um Himmelswillen,“ rief ich, „sind denn euere Lampen geradezu aufs Explodieren eingerichtet?“

Der junge Mann lächelte. „Der Hauptartikel unsres mit dreiundsiebzig Filialen in sämtlichen Ländern vertretenen Welthauses sind unsere großartigen Spektral-Multiplex-Biform-Löscher. — Nur um unseren ausgezeichneten Löschern eine weitere Verbreitung zu sichern, erzeugen wir unsere Spektral-Multiplex-Biform-Lampen, und geben wir selbe an Interessenten zum halben Selbstkostenpreise ab.“

Roda Roda.

Roda Roda.

Rosette

Mayer hat einen Schlafrock ganz karriert, und in jedem Quadrat ist eine Nummer darin. „Zu was hast du e nummerierten Schlafrock?“ frägt ihn sein Freund. — „Das ist ganz einfach,“ sagt Mayer, „wenn es mich zum Beispiel am Buckel beißt, sag' ich zu mein' Weib: Sarah, kratz mir auf Nr. 27.“

Rosette

Mendl Zeisig, ein Hausierer, sucht schon Jahre hindurch einen Baron heim und wird jedesmal von dessen Diener die Treppe hinuntergeworfen. Hausierer und Diener werden alt dabei. Als der Erstere nach langer Pause wieder einmal den Baron inkommodiert, ist der Diener schon so gealtert, daß er den Beharrlichen nur mit großer Mühe die Treppe hinunterwerfen kann.

Unten angekommen, sagt der Beförderte im Tone des tiefsten Bedauerns: „Er werd nebbich schon sehr schwach, der Herr Johannleben!“

Rosette

Reisender: „Ich vertrete die Firma Qualm & Comp. in Rauchhausen und erlaube mir, Ihnen unsere vorzüglichen Fabrikate in allen Preislagen zu empfehlen! Sie finden in meiner reichhaltigen Kollektion —“

Herr(unterbrechend): „Bitte, bemühen Sie sich nicht weiter, es ist zwecklos, denn ich bin Nichtraucher!“

Reisender: „Aha, Nichtraucher?! — Sehen Sie gefälligst, mein Herr, da habe ich eine Sorte Pfälzer Decker mit Kartoffelkraut-Einlage, Preis pro Mille 8 Mark,die ist absolut nicht zum rauchen!“

Rosette

Aaron Mandelbaum will sich bei Siegfried Josephsohn einen Anzug kaufen. Er hat sich schon etwas Passendes ausgesucht und fragt, was der Anzug kosten soll.

„Nu,“ sagt Josephsohn, „bei mir sind Se in e reellem Geschäfte, wo nix wird gehandelt, ich habe nor feste Preise un will for den Anzug nich hundert, nich neunzig un nich achtzig Mark, Se kriegen ihn for siebzig Mark undkeinen Pfennig billiger!“

„Gut,“ sagte Mandelbaum, „ich will Ihnen was sagen, Herr Josephsohn, ich will zahlen for den Anzug nich zehn, nich zwanzig und nich dreißig Mark; ich will Ihnen geben dafürvierzig Mark und keinen Pfennig mehr!“

„'S is gemacht!“ sagte Josephsohn, „Siegfried, pack' ein for Herrn Mandelbaum den Anzug!“

Rosette

Herr Löwengrub hält in seinem Hause viel auf Bildung. Bei einer großen Gesellschaft erwartet er ungeduldig, daß einer seiner Gäste einen Toast hält. Gegen Ende der Tafel erhebt sich endlich Kommerzienrat Baruch, um einige Zeilen zu verlesen, die er „sich aufgesetzt“ hat. Löwengrub klemmt sich seinen Zwicker auf die Nase und flüstert seiner Nachbarin glückstrahlend zu:

„Endlich e' bissche Literatur!“

Rosette

Isidor Rapunzeles ist verlobt und der Geburtstag seiner Braut steht bevor. Um einen guten Eindruck zu machen, beschließt er, ihr ein Gedicht zu verehren; aber leider ist er besser auf dem Kontorbock als auf dem Pegasus zuhause. Er geht also zu einem Gelegenheitsdichter und bestellt ein Geburtstagsgedicht. Schließlich fragt er: „Herr Dichterleben, was wird kosten das Gedicht?“ — „Zwanzig Mark!“ — „Gott der Gerechte, is das teuer! — Na, weil's is for de Rebekka — hier sind zwanzig Mark! Aber hören Se, Herr Dichterleben, machen Se's recht schön, 's isdas erste Mal, daß ich dichte!“

Rosette

Der Lehrer hat in der Religionsstunde erzählt, wie Moses auf dem Berge Sinai gewesen und nachdem er dort die zehn Gesetztafeln erhalten, aus Zorn über den „Tanz der Juden um das goldene Kalb“ die Tafeln mit den zehn Geboten zerschmetterte.

„Wie kam es nun,“ fragt er den Sohn des Großkaufmanns Meyerstein, „daß die zehn Gebote trotzdem auf uns überkommen sind?“

Der kleine Meyerstein steht auf und erwidert:

„Nu, der liebe Gott wird doch e Kopierbuch gehabt haben!“

Rosette

In einem Konfektionsgeschäfte werden zwei Angestellte dabei erwischt, wie sie mehrere Sommerpaletots entwendet haben, und zwar findet man bei einem zwölf und bei dem andern fünf Stück vor.

Der Chef nimmt von einer Anzeige Abstand, wirft aber die unehrlichen Angestellten sofort hinaus. Er läßt sie vorher in sein Privatkontor kommen und zahlt ihnen ihr Gehalt unter Abzug des Preises für die gestohlenen Paletots aus.

„Herr Silberberg,“ sagt der eine Angestellte, „Sie ziehen mir da ab für die fünf gestohlenen Paletots 50 Mark, also 10 Mark fürs Stück. Dem Knobelsdorf haben Sie für die zwölf gleichen Paletots 90 Mark, also nur 7,50 Mark pro Stück abgezogen?“

„Ja,“ sagt der Prinzipal, „Sie haben ja auch bloß fünf Stück genommen, der Knobelsdorf aber gleich einen ganzen Posten, da kriegt er se billiger!“

Rosette

Welche ist die beste Bank der Welt?

Die Mitteldeutsche Kredit-Bank, denn wenn man der die Mittel und den Kredit nimmt, bleibt immer noch die „Deutsche Bank“ übrig.

Rosette

Bosheit der Bürokröten

„Dem jungen Kommis dort hinten am letzten Pult können Sie sein Gehalt aufbessern um 20 Mk.“ bemerkte der Chef zu seinem Prokuristen. „Er ist einer unter Tausenden. Diesen Morgen, als ich durch das Bureau ging, war er der einzige, der arbeitete, alle anderen standen an den Fenstern, um das Militär vorüberziehen zu sehen und der Musik zuzuhören.“ Das Herz des jungen Kommis hüpfte vor Freude am nächsten Ersten, als er sich so unerwartet aufgebessert sah, und der Prokurist erzählte ihm den Vorfall, dem er sein Glück zu verdanken hatte. „So,“ fragte der Kommis, „das Militär zog vorbei?“ — „Ja, haben Sie denn nicht das Musizieren gehört?“ — „Ja,“ meinte der Kommis, „ich mußte aber grade meiner Braut eine eilige Rohrpostkarte schreiben.“

Rosette

Chef(in einer Ansprache an sein Personal): „Die große Freude an dem selten schönen Ereignis deshundertjährigenBestehens meiner Firma veranlaßt mich denn auch, sämtlicheHerren, welcheseit der Gründungin meinem Hause tätig sind, mit einer Gehaltsaufbesserung zu bedenken!“

Rosette

„In Ihrem Allerwertesten vom 12. 3. erwähnen Sie einen dunklen Punkt, den ich mir vorbehalte, bei meinem Dortsein eindringlichst mündlich zu berühren.“

Rosette

Veilchenfeld (nervös am Telephon): „Gehen Sie doch etwas weiter vom Apparat zurück, Herr Hirschleben,Se spucken mir ja fortwährend in's Gesicht!“

Rosette

Um zwei Uhr nachts klingelt beim Eier-Engroshändler Wassergeruch das Telephon äußerst stürmisch.

Wassergeruch fährt aus dem Schlafe auf und läuft besorgt zum Fernsprecher.

„Wer ist dort?“ fragt er.

„Hier Natan Zucker! Sie haben einen Wechsel von mir, der morgen fällig ist, Herr Rosenstein.“

„Gut, gut,“ schreit der Angerufene, „und was wollen Sie denn eigentlich?“

„Ich will Ihnen nur sagen, Herr Rosenstein, daß ich nicht in der Lage bin, den Wechsel einzulösen ...“

„Mensch,“ unterbricht ihn Rosenstein wütend, „und wegen dem wecken Sie mich auf, mitten in der Nacht. Was fällt Ihnen denn ein, Zucker?“

„Gott,“ sagt Zucker, „ich hab' nicht können schlafen wegen dem Wechsel, und da hab' ich mir gedacht: sag's ihm jetzt, da wirder nicht können schlafen!“

Rosette

Der Verlagsgehilfe Bummerl benutzt häufig den Vorwand, „etwas Wichtiges in der Druckerei“ erledigen zu müssen, um einige private Abstecher in ein nahes Weißbierlokal zu unternehmen, und legte vor seinem Weggehen, jedesmal einen Zettel:

Bin in der DruckereiBummerl

Bin in der Druckerei

Bummerl

auf sein Pult. Als er einst wieder von einer solchen Exkursion zurückkehrte, findet er den Zettel so korrigiert vor:

Bin in der Drückereisehr gross!Bummerl

Bin in der Drückereisehr gross!

Bummerl

Rosette

Schuldner: „Ich möchte gern meine Schuld bei Ihnen bezahlen —“ — Gläubiger: „Ach bitte, das hat gar keine Eile!“ — Schuldner: „Aber ich kann leider noch nicht!“ — Gläubiger: „Ja, was bilden Sie sich denn eigentlich ein? Meinen Sie, ich werde noch länger warten?“

Rosette

Wer ist der Jüngling, klein und glattgeschoren,Der stets als Letzter morgens im Bureau,Mit langen, zupfenswerten, roten OhrenUnd überhohem Kragen comme il faut,Den man von früh bis abends hört rumoren,Doch schafft er nichts, der Bengel tut nur so,— Das ist der Lehrling, oft und streng bekrittelt,Den man auch „Stift“ und „Moritzche“ betitelt.Die Presse des Kopierens wird auf ErdenVon seinem muskelstarken Arm geschnürt,Doch müssen meistens abgeschrieben werdenDie Briefe, die der junge Mann kopiert,Auch das Kopierbuch macht ihm viel BeschwerdenEs wird im Jahreeinmalregistriert,Denn seiner Seele Schwarz ist kaum geringerAls die enorme Schwärze seiner Finger.Zehn Streiche sinnt er aus in der Minute,Ob Chef, ob Kommis ist ihm ganz egal.Und gibt ihm einer eine auf die Schnute,So haut er wieder mit dem Lineal.Des Nachts hingegen, da poussiert der Gute,Nicht leicht zu „kräftig“ ist ihm ein Lokal,Und trinkt er abends Lagerbier in Masse,So stimmt am Morgen nicht die Portokasse.So treibt er es zwei Jahre unverdrossenUnd mit der Frechheit wächst sein rotes Ohr,Die Kaufmannsweisheit bleibt ihm zwar verschlossen,Doch menschlich-ethisch steigt er hoch empor.Und wenn die schöne Lehrlingszeit verflossen,Ruft ihn der Chef in das PrivatkontorUnd spricht mit väterlichem Ton allhier:„Nun bist du Kommis — aber nicht bei mir!“

Wer ist der Jüngling, klein und glattgeschoren,Der stets als Letzter morgens im Bureau,Mit langen, zupfenswerten, roten OhrenUnd überhohem Kragen comme il faut,Den man von früh bis abends hört rumoren,Doch schafft er nichts, der Bengel tut nur so,— Das ist der Lehrling, oft und streng bekrittelt,Den man auch „Stift“ und „Moritzche“ betitelt.Die Presse des Kopierens wird auf ErdenVon seinem muskelstarken Arm geschnürt,Doch müssen meistens abgeschrieben werdenDie Briefe, die der junge Mann kopiert,Auch das Kopierbuch macht ihm viel BeschwerdenEs wird im Jahreeinmalregistriert,Denn seiner Seele Schwarz ist kaum geringerAls die enorme Schwärze seiner Finger.Zehn Streiche sinnt er aus in der Minute,Ob Chef, ob Kommis ist ihm ganz egal.Und gibt ihm einer eine auf die Schnute,So haut er wieder mit dem Lineal.Des Nachts hingegen, da poussiert der Gute,Nicht leicht zu „kräftig“ ist ihm ein Lokal,Und trinkt er abends Lagerbier in Masse,So stimmt am Morgen nicht die Portokasse.So treibt er es zwei Jahre unverdrossenUnd mit der Frechheit wächst sein rotes Ohr,Die Kaufmannsweisheit bleibt ihm zwar verschlossen,Doch menschlich-ethisch steigt er hoch empor.Und wenn die schöne Lehrlingszeit verflossen,Ruft ihn der Chef in das PrivatkontorUnd spricht mit väterlichem Ton allhier:„Nun bist du Kommis — aber nicht bei mir!“

Wer ist der Jüngling, klein und glattgeschoren,Der stets als Letzter morgens im Bureau,Mit langen, zupfenswerten, roten OhrenUnd überhohem Kragen comme il faut,Den man von früh bis abends hört rumoren,Doch schafft er nichts, der Bengel tut nur so,— Das ist der Lehrling, oft und streng bekrittelt,Den man auch „Stift“ und „Moritzche“ betitelt.

Wer ist der Jüngling, klein und glattgeschoren,

Der stets als Letzter morgens im Bureau,

Mit langen, zupfenswerten, roten Ohren

Und überhohem Kragen comme il faut,

Den man von früh bis abends hört rumoren,

Doch schafft er nichts, der Bengel tut nur so,

— Das ist der Lehrling, oft und streng bekrittelt,

Den man auch „Stift“ und „Moritzche“ betitelt.

Die Presse des Kopierens wird auf ErdenVon seinem muskelstarken Arm geschnürt,Doch müssen meistens abgeschrieben werdenDie Briefe, die der junge Mann kopiert,Auch das Kopierbuch macht ihm viel BeschwerdenEs wird im Jahreeinmalregistriert,Denn seiner Seele Schwarz ist kaum geringerAls die enorme Schwärze seiner Finger.

Die Presse des Kopierens wird auf Erden

Von seinem muskelstarken Arm geschnürt,

Doch müssen meistens abgeschrieben werden

Die Briefe, die der junge Mann kopiert,

Auch das Kopierbuch macht ihm viel Beschwerden

Es wird im Jahreeinmalregistriert,

Denn seiner Seele Schwarz ist kaum geringer

Als die enorme Schwärze seiner Finger.

Zehn Streiche sinnt er aus in der Minute,Ob Chef, ob Kommis ist ihm ganz egal.Und gibt ihm einer eine auf die Schnute,So haut er wieder mit dem Lineal.Des Nachts hingegen, da poussiert der Gute,Nicht leicht zu „kräftig“ ist ihm ein Lokal,Und trinkt er abends Lagerbier in Masse,So stimmt am Morgen nicht die Portokasse.

Zehn Streiche sinnt er aus in der Minute,

Ob Chef, ob Kommis ist ihm ganz egal.

Und gibt ihm einer eine auf die Schnute,

So haut er wieder mit dem Lineal.

Des Nachts hingegen, da poussiert der Gute,

Nicht leicht zu „kräftig“ ist ihm ein Lokal,

Und trinkt er abends Lagerbier in Masse,

So stimmt am Morgen nicht die Portokasse.

So treibt er es zwei Jahre unverdrossenUnd mit der Frechheit wächst sein rotes Ohr,Die Kaufmannsweisheit bleibt ihm zwar verschlossen,Doch menschlich-ethisch steigt er hoch empor.Und wenn die schöne Lehrlingszeit verflossen,Ruft ihn der Chef in das PrivatkontorUnd spricht mit väterlichem Ton allhier:„Nun bist du Kommis — aber nicht bei mir!“

So treibt er es zwei Jahre unverdrossen

Und mit der Frechheit wächst sein rotes Ohr,

Die Kaufmannsweisheit bleibt ihm zwar verschlossen,

Doch menschlich-ethisch steigt er hoch empor.

Und wenn die schöne Lehrlingszeit verflossen,

Ruft ihn der Chef in das Privatkontor

Und spricht mit väterlichem Ton allhier:

„Nun bist du Kommis — aber nicht bei mir!“

Karlchen.

Rosette

Prinzipal: „Herr Troddlich, Sie kommen immer zu spät, das kann nicht so fortgeh'n!“

Kommis: „Spät kommt er, doch er kommt!“

Rosette

Ein junger Kaufmann beklagt sich einem älteren gegenüber, daß er sich langweile.

„Weißte was,“ erwidert der, „stell' nur 'n paar Vierteljahr-Akzepte aus, da sollste sehn,wie schnell die Zeit vergeht.“

Rosette

Kommis(der ein Engagement sucht): „Verzeihen Sie gütigst, wenn ich störe. Sie suchen einen Kommis und nun wollte ich mir die ergebene Anfrage erlauben, ob Sie vielleicht für meine Wenigkeit Verwendung hätten.“

Kaufmann: „Nein, Sie sind mir viel zu höflich. Ich muß einen Menschen haben, der rücksichtslos und grob auftreten kann.“

Kommis: „Na, dann steigen Sie mir den Buckel hinauf, Sie alter Esel!“

Kaufmann: „Jetzt will er sich bei mir einschmeicheln!“

Rosette

„Hiermit teile Ihnen mit, daß der nasse Tabak, den Sie mir ein wenig naß geschickt haben, ein wenig zu naß ist; ein wenig naß durfte er wohl sein, aber allzu naß, ist zu naß.“

Rosette

Der Bureaudiener Säbelbein möchte gern acht Tage Urlaub haben. Er geht also zu seinem Chef hinein und bittet darum.

„Ah, das geht nicht!“ sagt der Chef. „Sie müssen um den Urlaub schriftlich einkommen!“

„Ich kann sulchene Gesuch nicht machen!“ meint Säbelbein.

Der Chef, ein sehr freundlicher Herr sagt: „Also, so setzen S' Ihnen daher, ich werd' Ihnen das Gesuch diktieren!“

Und er diktiert's dem Säbelbein. Eine halbe Stunde lang. „So,“ sagt er dann. „Jetzt schreiben Sie 's sauber ab, picken S' einen Stempel d'rauf und bringen Sie 's mir dann herein!“

Säbelbein tut, wie befohlen. Der Chef nimmt das Gesuch, liest aufmerksam das selbstdiktierte Urlaubsgesuch durch und sagt dann: „Das ist alles recht schön, lieber Säbelbein, aber ich kann Ihnen den Urlaub nicht geben ... es ist zu viel zu tun im Geschäfte!“

Ein Berliner Kaufmann, der in Konkurs geraten war, hat seine Gläubiger mit 25Prozentabgefunden; während der kritischen Zeit hatte er sich nicht blicken lassen, und es hieß, er sei infolge des Geschäftszusammenbruchs schwerkrank. Das war es auch gewesen, was seine Gläubiger bewogen, mit ihm einen so billigen Vergleich zu schließen.

Bald nach Aufhebung des Konkurses ist der Mann wieder obenauf.

Eines Tages begegnet ihm ein früherer Gläubiger.

„Nu, Herr Schnupftuch,“ fragt er etwas ironisch, „wie geht's nach der Krankheit?“

„Wie soll's gehn? Sie sehn doch ...“

„Ja, ja,“ meint der andere, „Sie sehen wirklich schon um 75 Prozent besser aus...“

Rosette

Zwei Handlungs-Reisende kamen in der Geschäftsunterhaltung etwas in Eifer, ja Erregung, so daß sich der Reisende Neidig zur Bemerkung verstieg: „Bei all Ihren Bestrebungen und Geschäftsmanipulationen erkennt man allenthalben nur das Trachten nach Verdienst, das heißt Geld, während ich und beziehungsweise mein Haus mehr nach Ehre trachten!“ — „Ganz richtig,“ erwiderte gelassen der Reisende Schneidiger: „Es trachtet eben jeder nach dem,das ihm fehlt!“

Rosette

Wirt(erregt): „Armer Herr! Sie haben wohl keine Ahnung davon, daß ich von Weinreisenden heute schon so geplagt wurde, daß ichbereits zweihinausgeworfen habe!“

Weinreisender: „Doch! Doch! Gerade daraus schließe ich ja, daß Sie Ihre werten Aufträgefür michbestimmt haben!“

Rosette

Der Reisende von Schmonzes & Co. ist von seiner Frau mit Drillingen beschenkt worden. Deshalb muß sich der Chef entschließen, selbst auf die Tour zu gehen. Bei den ersten beiden Kunden Verwunderung, daß der Chef selbst reist und Bedauern des Reisenden, der ja schon so eine Menge Kinder hat. Er kommt zum dritten Kunden. „Nanu, Sie reisen jetzt?“ — „Ja, was soll ich machen, bei meinem Reisenden sind Drillinge angekommen.“ — „Was Sie sagen! Drillinge? Das ist ja großartig! Das geschieht dem Kerl recht!“ — „Na, hören Sie mal. Sie sind der erste, dem der Mensch nicht leid tut. Warum freut Sie denn das so ungemein?“ — „Ja, wissen Sie,“ grinst der Kunde, „das gönne ich dem Kerl! Jetzt sieht er doch mal, wie das ist, wenn maneinStück bestellt, unddreiekommen an!!“ —

Rosette

Elkan Stinker war 20 Jahre bei Löwenthal als Lagerist tätig. Da läßt ihn der Prinzipal eines Tages zu sich ins Kontor rufen und hält ihm folgende Ansprache:

„Stinker, Se sind jetzt gerade 20 Jahre bei mir ins Geschäft. Wie Se mich haben belogen un betrogen in diese Zeit, läßt sich gar nicht in Worten ausdrücken. Mein Sohn haben Se zu Unterschlagungen verleitet, mit meiner Frau haben Se e Verhältnis gehabt und jetzt hat sich meine Tochter Ihretwegen ins Wasser gestürzt. Ich sage Ihnen nur soviel, Stinker:Sobald mer noch das geringste vorkommt, fliegen Se raus!Merken Se sich das.“ —

Rosette

In einem Fabrikgeschäft ist es zur Regel geworden, daß niemals die Kasse stimmt. Bei jeder Revision zeigt sich eine Differenz von 30-50 Mark und man hat sich im Laufe der Zeit vollständig an dies Manko gewöhnt, so daß es gar nicht mehr auffällt. Eines Abends macht der Herr Chef wieder Kasse; nachdem er fertig ist, schüttelt er bedenklich mit dem Kopf und ruft den Prokuristen. Dann zählen sie beide nochmals und das Ergebnis ist wiederholtes Kopfschütteln. Jetzt wird auch dem Buchhalter gewinkt und das Trio zählt zum dritten Male. Endlich ruft der Prinzipal klassisch aus:„Die Kasse stimmt! Das kann nicht stimmen!“

Rosette

Chef: „Herr Müller, Sie kommen um zwei Minuten zu spät ins Bureau —“

Buchhalter: „Aber Herr Prinzipal, ich —“

Chef: „Keine Entschuldigung! Ich möchte wissen, was Sie sagen würden, wenn ich Ihnen am Monatsendezwei Pfennig von Ihrem Salär abzöge!“

Rosette

In der Handelsschule fragt ein Lehrer einen Schüler beim Buchhaltungs-Unterrichte: „Also was haben wir jetzt vorgetragen?“

Schüler: „Den Saldo!“

Lehrer: „Gut; sagen Sie mir nun aber auchauf Deutsch, was Sie unter Saldo verstehen!“

Schüler: „Saldoist dieDifferenzzwischenDebetundKredit!“

Rosette

A: „Sehen Sie mal, der Partiewarenhändler Greulich fährt ja jetzt auch Automobil. Da muß er doch in seinem Geschäft einen ziemlich bedeutenden Umsatz machen?“

B: „Gewiß, ich hörte, erbetrüge Tausende.“

Rosette

Der Chef war wieder mal, wie gewöhnlich, bei schlechter Laune. Und war er das, so ließ er sie stets an den Untergebenen aus, denn das geschieht immer. Und da das „Maschinen-Fräulein“ am meisten mit ihm zu tun hatte, so hatte sie auch am meisten darunter zu leiden.

„Es ist zum Verrücktwerden!“ rief er. „Wie oft habe ich gesagt, man soll mir auf meinem Schreibtisch nichts anrühren?!“

„Es ist auch nichts angerührt worden.“

„So? Und wer hat denn die Marken hier hingelegt? Wer sonst wieder als Sie!“

Sie sagte kein Wort, sondern fing an, auf ihrer Maschine zu klappern.

„Tun Sie die Marken weg!“ schrie er sie an.

„Wo soll ich sie hintun?“ fragte sie und stand auf.

„Irgend wohin, wohin Sie wollen. Nur mir aus den Augen, wo ich sie gar nicht mehr sehen kann.“

Und das Maschinen-Fräulein nickte, nahm die Briefmarken, befeuchtete sie ruhig, klebte sie dem Chef auf seine Glatze und sagte: „Ich bitte um meine Entlassung!“

Rosette

Chef: „Sie, Herr Meyer, viel Gehalt haben Ihre Briefe nicht.“ — Meyer (anzüglich): „Ich ja auch nicht!“

Rosette

In einer mitteldeutschen Stadt befindet sich ein Bankgeschäft mit zwei Zugängen, einen von der Straße und einen zweiten von der Promenade durch den Garten. Dieser Zugang war nicht offiziell. Ein Schild an der Tür besagte vielmehr: „Kein Durchgang.“ Als das Schild nicht beachtet wurde, ließ die Bank ein zweites, größeres anbringen mit folgender Inschrift:


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