Die Geschichte von der übermütigen Mohrenprinzessin

von

Albert Roderich.

Pelusa, die Tochter des Königs der Mohren,war schwarz im Gesicht bis hinter die Ohren;sie war wie geschnitzelt aus Ebenholzund übermütig und scheußlich stolz.Sie spielte aber vortrefflich Schachund übte darin sich jeden Tag.Einst machte bekannt sie durch ihre Bonzenund auch zugleich durch Zeitungsannoncen,es könnt’ mit ihr spielen um hohen Gewinnseine Partie Schach jeder Vollblutprinz;gewinnt er, so wird sie sein Ehegesponst,verliert er, so muß er ihr dienen umsonst,muß scheuern und putzen des Schlosses Treppen,muß Holz zerspalten und Wasser schleppen. —Es waren gekommen, auf Klugheit trutzend,von Mohrenprinzen diverse Dutzend,so viele, daß ich sie einzeln nicht zähl’,zu Wasser, zu Pferde und auch zu Kamel,Pelusa besiegte sie alle im Schach,und Hausknechte wurden die Prinzen sonach.Da kam mal ein weißer, ein Prinz vom Norden— der Name ist nicht bekannt geworden —der zeigte seinen Geburtsschein und sprach:„Bitte, melden Sie mich der Prinzessin zum Schach!“Wie die beiden einander gegenübersaßen,da gefiel er dem Fräulein über die Maßen;anstatt, daß wie sonst vorsichtig sie spielt,hat heimlich sie nach dem Prinzen geschielt.Ihre Kunst, die bewährte, ward immer geringer,jetzt nimmt ihr der Prinz schon den zweiten Springer.Die Schranzen können sich wundern nicht satt;jetzt ruft schon der eine: „Beim nächsten Zug matt!“Da beugte der Prinz vor Pelusa das Knieund sagte: „Mein Fräulein, ich geb’ es remis!“grüßt hübsch in der Runde verschiedene Malund verläßt mit zierlichem Lächeln den Saal.Da glich das Antlitz der stolzen Pelusadem Angesicht einer schwarzen Medusa,und regungslos saß sie voll Wut und Stolz,als wär’ sie geschnitzelt aus Ebenholz.Sie wartet noch heut’ auf den Prinzen vom Norden —laß sie warten, bis sie weiß geworden.

Pelusa, die Tochter des Königs der Mohren,war schwarz im Gesicht bis hinter die Ohren;sie war wie geschnitzelt aus Ebenholzund übermütig und scheußlich stolz.Sie spielte aber vortrefflich Schachund übte darin sich jeden Tag.Einst machte bekannt sie durch ihre Bonzenund auch zugleich durch Zeitungsannoncen,es könnt’ mit ihr spielen um hohen Gewinnseine Partie Schach jeder Vollblutprinz;gewinnt er, so wird sie sein Ehegesponst,verliert er, so muß er ihr dienen umsonst,muß scheuern und putzen des Schlosses Treppen,muß Holz zerspalten und Wasser schleppen. —Es waren gekommen, auf Klugheit trutzend,von Mohrenprinzen diverse Dutzend,so viele, daß ich sie einzeln nicht zähl’,zu Wasser, zu Pferde und auch zu Kamel,Pelusa besiegte sie alle im Schach,und Hausknechte wurden die Prinzen sonach.Da kam mal ein weißer, ein Prinz vom Norden— der Name ist nicht bekannt geworden —der zeigte seinen Geburtsschein und sprach:„Bitte, melden Sie mich der Prinzessin zum Schach!“Wie die beiden einander gegenübersaßen,da gefiel er dem Fräulein über die Maßen;anstatt, daß wie sonst vorsichtig sie spielt,hat heimlich sie nach dem Prinzen geschielt.Ihre Kunst, die bewährte, ward immer geringer,jetzt nimmt ihr der Prinz schon den zweiten Springer.Die Schranzen können sich wundern nicht satt;jetzt ruft schon der eine: „Beim nächsten Zug matt!“Da beugte der Prinz vor Pelusa das Knieund sagte: „Mein Fräulein, ich geb’ es remis!“grüßt hübsch in der Runde verschiedene Malund verläßt mit zierlichem Lächeln den Saal.Da glich das Antlitz der stolzen Pelusadem Angesicht einer schwarzen Medusa,und regungslos saß sie voll Wut und Stolz,als wär’ sie geschnitzelt aus Ebenholz.Sie wartet noch heut’ auf den Prinzen vom Norden —laß sie warten, bis sie weiß geworden.

Pelusa, die Tochter des Königs der Mohren,war schwarz im Gesicht bis hinter die Ohren;sie war wie geschnitzelt aus Ebenholzund übermütig und scheußlich stolz.Sie spielte aber vortrefflich Schachund übte darin sich jeden Tag.Einst machte bekannt sie durch ihre Bonzenund auch zugleich durch Zeitungsannoncen,es könnt’ mit ihr spielen um hohen Gewinnseine Partie Schach jeder Vollblutprinz;gewinnt er, so wird sie sein Ehegesponst,verliert er, so muß er ihr dienen umsonst,muß scheuern und putzen des Schlosses Treppen,muß Holz zerspalten und Wasser schleppen. —Es waren gekommen, auf Klugheit trutzend,von Mohrenprinzen diverse Dutzend,so viele, daß ich sie einzeln nicht zähl’,zu Wasser, zu Pferde und auch zu Kamel,Pelusa besiegte sie alle im Schach,und Hausknechte wurden die Prinzen sonach.Da kam mal ein weißer, ein Prinz vom Norden— der Name ist nicht bekannt geworden —der zeigte seinen Geburtsschein und sprach:„Bitte, melden Sie mich der Prinzessin zum Schach!“Wie die beiden einander gegenübersaßen,da gefiel er dem Fräulein über die Maßen;anstatt, daß wie sonst vorsichtig sie spielt,hat heimlich sie nach dem Prinzen geschielt.Ihre Kunst, die bewährte, ward immer geringer,jetzt nimmt ihr der Prinz schon den zweiten Springer.Die Schranzen können sich wundern nicht satt;jetzt ruft schon der eine: „Beim nächsten Zug matt!“Da beugte der Prinz vor Pelusa das Knieund sagte: „Mein Fräulein, ich geb’ es remis!“grüßt hübsch in der Runde verschiedene Malund verläßt mit zierlichem Lächeln den Saal.Da glich das Antlitz der stolzen Pelusadem Angesicht einer schwarzen Medusa,und regungslos saß sie voll Wut und Stolz,als wär’ sie geschnitzelt aus Ebenholz.Sie wartet noch heut’ auf den Prinzen vom Norden —laß sie warten, bis sie weiß geworden.

Pelusa, die Tochter des Königs der Mohren,

war schwarz im Gesicht bis hinter die Ohren;

sie war wie geschnitzelt aus Ebenholz

und übermütig und scheußlich stolz.

Sie spielte aber vortrefflich Schach

und übte darin sich jeden Tag.

Einst machte bekannt sie durch ihre Bonzen

und auch zugleich durch Zeitungsannoncen,

es könnt’ mit ihr spielen um hohen Gewinns

eine Partie Schach jeder Vollblutprinz;

gewinnt er, so wird sie sein Ehegesponst,

verliert er, so muß er ihr dienen umsonst,

muß scheuern und putzen des Schlosses Treppen,

muß Holz zerspalten und Wasser schleppen. —

Es waren gekommen, auf Klugheit trutzend,

von Mohrenprinzen diverse Dutzend,

so viele, daß ich sie einzeln nicht zähl’,

zu Wasser, zu Pferde und auch zu Kamel,

Pelusa besiegte sie alle im Schach,

und Hausknechte wurden die Prinzen sonach.

Da kam mal ein weißer, ein Prinz vom Norden

— der Name ist nicht bekannt geworden —

der zeigte seinen Geburtsschein und sprach:

„Bitte, melden Sie mich der Prinzessin zum Schach!“

Wie die beiden einander gegenübersaßen,

da gefiel er dem Fräulein über die Maßen;

anstatt, daß wie sonst vorsichtig sie spielt,

hat heimlich sie nach dem Prinzen geschielt.

Ihre Kunst, die bewährte, ward immer geringer,

jetzt nimmt ihr der Prinz schon den zweiten Springer.

Die Schranzen können sich wundern nicht satt;

jetzt ruft schon der eine: „Beim nächsten Zug matt!“

Da beugte der Prinz vor Pelusa das Knie

und sagte: „Mein Fräulein, ich geb’ es remis!“

grüßt hübsch in der Runde verschiedene Mal

und verläßt mit zierlichem Lächeln den Saal.

Da glich das Antlitz der stolzen Pelusa

dem Angesicht einer schwarzen Medusa,

und regungslos saß sie voll Wut und Stolz,

als wär’ sie geschnitzelt aus Ebenholz.

Sie wartet noch heut’ auf den Prinzen vom Norden —

laß sie warten, bis sie weiß geworden.


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