Nach allem vorgefallenem kann folgendes als sicher angenommen werden:Die Austreibung und Vernichtung der Armenier war vom jungtürkischen Komitee in Konstantinopel beschlossen, wohl organisiert und mit Hilfe von Angehörigen des Heeres und von Freiwilligenbanden durchgeführt. Hierzu befanden sich Mitglieder des Komitees hier an Ort und Stelle.Hilmi Bey, Schakir Bey, der Abgeordnete für Erzerum, Seyfulla Bey; außerdem hier im Amt: Der Polizeidirektor Chulussi Bey und der Oberkommandierende Mahmud Kamil Pascha.Stange,Oberstleutnant.An die deutsche MilitärmissionKonstantinopel.150.(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)Telegramm.Abgang aus Aleppo, den 25. August 1915.Ankunft in Pera, den 25. August 1915.An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Djemal Pascha hat gegen den klaren Befehl des Minister des Innern, daß protestantische Armenier bleiben dürfen, Gegenbefehl gegeben. Er ist zunächst durch den Wali auf den Widerspruch aufmerksam gemacht worden.Rößler.151.(KaiserlichDeutsche Botschaft.)Telegramm.Pera, den 27. August 1915.An Deutsches General-Konsulat, Jerusalem.Die protestantischen Armenier waren durch Verfügung der Pforte von der Ausweisung ausgenommen. Djemal Pascha hat bezüglich Wilajet Aleppo laut Telegramm dortigen Konsuls Gegenbefehl gegeben. Bitte, falls Djemal Pascha dort erreichbar, auf Zurücknahme des Gegenbefehls hinwirken, eventuell dessen Gründe feststellen[88].Hohenlohe.152.(KaiserlichDeutsche Botschaft.)Telegramm.Pera, den 27. August 1915.An Deutsches Konsulat, Aleppo.Ich habe Konsulat Jerusalem ersucht, bei Djemal Pascha wegen der protestantischen Armenier vorstellig zu werden. Auf der Pforte wurde erklärt: die Ausnahme für katholische und protestantische Armenier bezöge sich nur auf die Stadt Aleppo, nicht auf das Wilajet.Hohenlohe.153.(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)Telegramm.Abgang aus Aleppo, den 26. August 1915.Ankunft in Pera, den 27. August 1915.An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Ein seinerzeit mit Waffe vom Militär geflüchteter Armenier hat am 19. August in Urfa bei Haussuchung drei Polizisten getötet.Daraufhin erfolgte ein regelrechtes Massakre durch Pöbel, wobei etwa 200 Männer, Armenier und Syrer, erschlagen wurden. Die Regierung hatte am folgenden Morgen das Heft wieder in der Hand.Rößler.154.(KaiserlichesKonsulat Damaskus.)Telegramm.Abgang aus Damaskus, den 26. August 1915.Ankunft in Pera, den 27. August 1915.An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Djemal Pascha ist auf dem Wege nach Jerusalem und nicht nach Damaskus gekommen, ich konnte ihn daher nicht sprechen. Habe hiesigen Wali, der heute zu ihm fährt, vom Inhalt des Telegramms vom 14. August in Kenntnis gesetzt. Bisher sind 3000 Armenier mit Hedjasbahn nach der Gegend von Kerak gebracht. Es sollen 60000 Armenier dorthin und nach Hauran verschickt werden. Gegenwärtig könnten in Provinz Damaskus nach Ansicht Sachverständiger nur für 12000 Einwanderer Unterkunft und Unterhalt besorgt werden. Außerdem erklärt Hedjasbahn, nicht für 60000 Armenier ohne Gefährdung der Transporte für Eisenbahnbau Hedjas-Ägypten für Getreidelieferung nach Hedjas und der Truppenbewegungen Züge bereitstellen zu können. Bisherige Behandlung der Armenier soll seitens der hiesigen Behörden ordentlich sein. Jedoch ist zu befürchten, daß Armenier allmählich ein Opfer der Beduinen und Drusen in Kerak und Hauran werden.Loytved.155.(KaiserlichesKonsulat Trapezunt.)Telegramm.Abgang aus Trapezunt, den 28. August 1915.Ankunft in Pera, den 28. August 1915.Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Die Armenier, die anfangs mit Erlaubnis des Wali zurückbleiben durften, wie die Beamten der Ottomanbank und der Regie und alleinstehende Frauen, werden nachts abgeschoben und anscheinend an der Stadtgrenze ermordet. Der Wali, der machtlos ist, hat das Feld geräumt und begibt sich für etwa drei Wochen ins Innere.Ich darf gehorsamst anheimstellen, die Einrichtung eines Kriegsgerichts in Trapezunt zur Untersuchung des Sachverhalts anzuregen. Von dieser Maßnahme ist aber nur dann ein Erfolg zu erwarten, wenn die Einrichtung für die Behörden, die Gendarmerie und das Jungtürkische Komitee überraschend geschieht und die Mitglieder des Gerichts unabhängig genug sind, um nicht der Versuchung einer Teilung der armenischen Beute und der Furcht vor dem Jungtürkischen Komitee zu erliegen.Bergfeld.156.KaiserlichDeutsches Konsulat.Trapezunt, den 27. August 1915.Bei der allgemeinen Deportation der Armenier aus Trapezunt blieben einzelne mit der mündlichen oder schriftlichen Genehmigung des Wali hier. Es handelt sich um die Beamten der Ottomanbank, der Tabakregie, zwei Frauen von Beamten und einige alleinstehende Frauen. Diese werden nun nachts abgeschoben und anscheinend unmittelbar vor der Stadt ermordet. Der Wali von Trapezunt ist wohl Mitglied des jungtürkischen Komitees, aber er war bestrebt, die Maßnahmen gegen die Armenier nach Möglichkeit abzuschwächen, und bemühte sich, seine Unabhängigkeit zu wahren. Auf seinen Einfluß dürfte die inzwischen erfolgte Abberufung des hiesigen Inspektors und Führers des Komitees zurückzuführen sein. Leider findet er bei seinen Beamten und den Polizeiorganen keinerlei Unterstützung. Sie bereichern sich mit geringer Ausnahme bei der Räumung der armenischen Häuser auf das schamloseste. So hat der Wali gegen die Verbrecher an armenischem Leben und Eigentum nicht aufkommen können. Andererseits müßte es seiner Natur widersprechen, machtloser Zuschauer der von ihm gemißbilligten Übeltaten zu bleiben. Hierauf dürfte es zurückzuführen sein, daß er das Feld geräumt und sich unter einem unbedeutenden Vorwand auf etwa drei Wochen ins Innere begeben hat.Die geschilderten Vorkommnisse sind nicht nur im Hinblick auf das deutsche und das türkische Ansehen, sowie aus allgemein menschlichen Gründen bedauerlich, sie bieten auch die Gefahr, daß die Komiteeleute an einer derartigen mühelosen Bereicherung Gefallen finden und, falls jetzt keine Bestrafung erfolgt, im gegebenen Moment gegen die griechische Bevölkerung in derselben Weise vorgehen.Bestrafung ist nur durch die Errichtung eines Kriegsgerichts in Trapezunt zur Untersuchung und Aburteilung der Angelegenheit möglich. Indessen wird die Stellung der Richter nicht leicht sein. Sie werden nicht nur Versuchen von Bestechung aus der armenischen Beute ausgesetzt sein, sondern laufen auch Gefahr, durch ein Vorgehen gegen die Komiteeleute ihre Zukunft zu kompromittieren.Ich habe der Kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel Abschrift dieses Berichts eingereicht.Dr. jur. Bergfeld.Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.157.Aktennotiz.(KaiserlichDeutsche Botschaft.)Pera, den 31. August 1915.Der Herr Botschafter hat am 30. August in Begleitung des Botschaftsrats den Großwesir aufgesucht und Vorstellungen wegen des Vorgehens gegen die Armenier erhoben.Am 31. August morgens hat der armenisch-katholische Patriarch Seine Durchlaucht aufgesucht, Abschrift eines allgemeinen Ausweisungsbefehls des Gouverneurs von Adana übergeben und um Fürsprache wegen Rückgängigmachung der die armenischen Katholiken von Adana und Angora betreffenden Ausweisungsbefehle gebeten. Seine Durchlaucht hat sich darauf bei Talaat Bey anmelden lassen. Dieser ist aber selbst auf die Botschaft gekommen, um mitzuteilen, daß er diese Ausweisungsbefehle schon rückgängig gemacht habe. Er will morgen Abschrift des Gegenbefehls schicken. Zugleich erklärte Talaat Bey, die Maßnahmen gegen die Armenier seien überhaupt eingestellt. „La question arménienne n’existe plus.“Auf Anordnung des Herrn Botschafters habe ich (telephonisch) dem armenisch-katholischen Patriarchat (Sekretär Hoissich) mitgeteilt, daß die Ausweisung der Katholiken aus Adana und Angora nicht mehr stattfinden solle. Der Herr Botschafter bittet, sobald wir die versprochene Abschrift des Gegenbefehls haben, dem Patriarchen auch noch schriftliche Nachricht zu geben.Göppert.158.(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)Telegramm.Abgang aus Aleppo, den 31. August 1915.Ankunft in Pera, den 31. August 1915.An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Auf meine Vorstellung hat gestern der Wali den Weitertransport der hier befindlichen armenischen Protestanten aus Aintab und Marasch unter der Hand um eine Woche verschoben, um das Ergebnis der von Euerer Durchlaucht bei Djemal Pascha eingeleiteten Schritte abzuwarten. Voraussichtlich trifft Djemal Pascha am 1. September in Jerusalem ein.Rößler.
Nach allem vorgefallenem kann folgendes als sicher angenommen werden:
Die Austreibung und Vernichtung der Armenier war vom jungtürkischen Komitee in Konstantinopel beschlossen, wohl organisiert und mit Hilfe von Angehörigen des Heeres und von Freiwilligenbanden durchgeführt. Hierzu befanden sich Mitglieder des Komitees hier an Ort und Stelle.
Hilmi Bey, Schakir Bey, der Abgeordnete für Erzerum, Seyfulla Bey; außerdem hier im Amt: Der Polizeidirektor Chulussi Bey und der Oberkommandierende Mahmud Kamil Pascha.
Stange,Oberstleutnant.
An die deutsche MilitärmissionKonstantinopel.
150.
(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)
Telegramm.
Abgang aus Aleppo, den 25. August 1915.Ankunft in Pera, den 25. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Djemal Pascha hat gegen den klaren Befehl des Minister des Innern, daß protestantische Armenier bleiben dürfen, Gegenbefehl gegeben. Er ist zunächst durch den Wali auf den Widerspruch aufmerksam gemacht worden.
Rößler.
151.
(KaiserlichDeutsche Botschaft.)
Telegramm.
Pera, den 27. August 1915.
An Deutsches General-Konsulat, Jerusalem.
Die protestantischen Armenier waren durch Verfügung der Pforte von der Ausweisung ausgenommen. Djemal Pascha hat bezüglich Wilajet Aleppo laut Telegramm dortigen Konsuls Gegenbefehl gegeben. Bitte, falls Djemal Pascha dort erreichbar, auf Zurücknahme des Gegenbefehls hinwirken, eventuell dessen Gründe feststellen[88].
Hohenlohe.
152.
(KaiserlichDeutsche Botschaft.)
Telegramm.
Pera, den 27. August 1915.
An Deutsches Konsulat, Aleppo.
Ich habe Konsulat Jerusalem ersucht, bei Djemal Pascha wegen der protestantischen Armenier vorstellig zu werden. Auf der Pforte wurde erklärt: die Ausnahme für katholische und protestantische Armenier bezöge sich nur auf die Stadt Aleppo, nicht auf das Wilajet.
Hohenlohe.
153.
(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)
Telegramm.
Abgang aus Aleppo, den 26. August 1915.Ankunft in Pera, den 27. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Ein seinerzeit mit Waffe vom Militär geflüchteter Armenier hat am 19. August in Urfa bei Haussuchung drei Polizisten getötet.
Daraufhin erfolgte ein regelrechtes Massakre durch Pöbel, wobei etwa 200 Männer, Armenier und Syrer, erschlagen wurden. Die Regierung hatte am folgenden Morgen das Heft wieder in der Hand.
Rößler.
154.
(KaiserlichesKonsulat Damaskus.)
Telegramm.
Abgang aus Damaskus, den 26. August 1915.Ankunft in Pera, den 27. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Djemal Pascha ist auf dem Wege nach Jerusalem und nicht nach Damaskus gekommen, ich konnte ihn daher nicht sprechen. Habe hiesigen Wali, der heute zu ihm fährt, vom Inhalt des Telegramms vom 14. August in Kenntnis gesetzt. Bisher sind 3000 Armenier mit Hedjasbahn nach der Gegend von Kerak gebracht. Es sollen 60000 Armenier dorthin und nach Hauran verschickt werden. Gegenwärtig könnten in Provinz Damaskus nach Ansicht Sachverständiger nur für 12000 Einwanderer Unterkunft und Unterhalt besorgt werden. Außerdem erklärt Hedjasbahn, nicht für 60000 Armenier ohne Gefährdung der Transporte für Eisenbahnbau Hedjas-Ägypten für Getreidelieferung nach Hedjas und der Truppenbewegungen Züge bereitstellen zu können. Bisherige Behandlung der Armenier soll seitens der hiesigen Behörden ordentlich sein. Jedoch ist zu befürchten, daß Armenier allmählich ein Opfer der Beduinen und Drusen in Kerak und Hauran werden.
Loytved.
155.
(KaiserlichesKonsulat Trapezunt.)
Telegramm.
Abgang aus Trapezunt, den 28. August 1915.Ankunft in Pera, den 28. August 1915.
Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Die Armenier, die anfangs mit Erlaubnis des Wali zurückbleiben durften, wie die Beamten der Ottomanbank und der Regie und alleinstehende Frauen, werden nachts abgeschoben und anscheinend an der Stadtgrenze ermordet. Der Wali, der machtlos ist, hat das Feld geräumt und begibt sich für etwa drei Wochen ins Innere.
Ich darf gehorsamst anheimstellen, die Einrichtung eines Kriegsgerichts in Trapezunt zur Untersuchung des Sachverhalts anzuregen. Von dieser Maßnahme ist aber nur dann ein Erfolg zu erwarten, wenn die Einrichtung für die Behörden, die Gendarmerie und das Jungtürkische Komitee überraschend geschieht und die Mitglieder des Gerichts unabhängig genug sind, um nicht der Versuchung einer Teilung der armenischen Beute und der Furcht vor dem Jungtürkischen Komitee zu erliegen.
Bergfeld.
156.
KaiserlichDeutsches Konsulat.
Trapezunt, den 27. August 1915.
Bei der allgemeinen Deportation der Armenier aus Trapezunt blieben einzelne mit der mündlichen oder schriftlichen Genehmigung des Wali hier. Es handelt sich um die Beamten der Ottomanbank, der Tabakregie, zwei Frauen von Beamten und einige alleinstehende Frauen. Diese werden nun nachts abgeschoben und anscheinend unmittelbar vor der Stadt ermordet. Der Wali von Trapezunt ist wohl Mitglied des jungtürkischen Komitees, aber er war bestrebt, die Maßnahmen gegen die Armenier nach Möglichkeit abzuschwächen, und bemühte sich, seine Unabhängigkeit zu wahren. Auf seinen Einfluß dürfte die inzwischen erfolgte Abberufung des hiesigen Inspektors und Führers des Komitees zurückzuführen sein. Leider findet er bei seinen Beamten und den Polizeiorganen keinerlei Unterstützung. Sie bereichern sich mit geringer Ausnahme bei der Räumung der armenischen Häuser auf das schamloseste. So hat der Wali gegen die Verbrecher an armenischem Leben und Eigentum nicht aufkommen können. Andererseits müßte es seiner Natur widersprechen, machtloser Zuschauer der von ihm gemißbilligten Übeltaten zu bleiben. Hierauf dürfte es zurückzuführen sein, daß er das Feld geräumt und sich unter einem unbedeutenden Vorwand auf etwa drei Wochen ins Innere begeben hat.
Die geschilderten Vorkommnisse sind nicht nur im Hinblick auf das deutsche und das türkische Ansehen, sowie aus allgemein menschlichen Gründen bedauerlich, sie bieten auch die Gefahr, daß die Komiteeleute an einer derartigen mühelosen Bereicherung Gefallen finden und, falls jetzt keine Bestrafung erfolgt, im gegebenen Moment gegen die griechische Bevölkerung in derselben Weise vorgehen.
Bestrafung ist nur durch die Errichtung eines Kriegsgerichts in Trapezunt zur Untersuchung und Aburteilung der Angelegenheit möglich. Indessen wird die Stellung der Richter nicht leicht sein. Sie werden nicht nur Versuchen von Bestechung aus der armenischen Beute ausgesetzt sein, sondern laufen auch Gefahr, durch ein Vorgehen gegen die Komiteeleute ihre Zukunft zu kompromittieren.
Ich habe der Kaiserlichen Botschaft in Konstantinopel Abschrift dieses Berichts eingereicht.
Dr. jur. Bergfeld.
Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.
157.
Aktennotiz.
(KaiserlichDeutsche Botschaft.)
Pera, den 31. August 1915.
Der Herr Botschafter hat am 30. August in Begleitung des Botschaftsrats den Großwesir aufgesucht und Vorstellungen wegen des Vorgehens gegen die Armenier erhoben.
Am 31. August morgens hat der armenisch-katholische Patriarch Seine Durchlaucht aufgesucht, Abschrift eines allgemeinen Ausweisungsbefehls des Gouverneurs von Adana übergeben und um Fürsprache wegen Rückgängigmachung der die armenischen Katholiken von Adana und Angora betreffenden Ausweisungsbefehle gebeten. Seine Durchlaucht hat sich darauf bei Talaat Bey anmelden lassen. Dieser ist aber selbst auf die Botschaft gekommen, um mitzuteilen, daß er diese Ausweisungsbefehle schon rückgängig gemacht habe. Er will morgen Abschrift des Gegenbefehls schicken. Zugleich erklärte Talaat Bey, die Maßnahmen gegen die Armenier seien überhaupt eingestellt. „La question arménienne n’existe plus.“
Auf Anordnung des Herrn Botschafters habe ich (telephonisch) dem armenisch-katholischen Patriarchat (Sekretär Hoissich) mitgeteilt, daß die Ausweisung der Katholiken aus Adana und Angora nicht mehr stattfinden solle. Der Herr Botschafter bittet, sobald wir die versprochene Abschrift des Gegenbefehls haben, dem Patriarchen auch noch schriftliche Nachricht zu geben.
Göppert.
158.
(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)
Telegramm.
Abgang aus Aleppo, den 31. August 1915.Ankunft in Pera, den 31. August 1915.
An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.
Auf meine Vorstellung hat gestern der Wali den Weitertransport der hier befindlichen armenischen Protestanten aus Aintab und Marasch unter der Hand um eine Woche verschoben, um das Ergebnis der von Euerer Durchlaucht bei Djemal Pascha eingeleiteten Schritte abzuwarten. Voraussichtlich trifft Djemal Pascha am 1. September in Jerusalem ein.
Rößler.