Chapter 42

Oktober.301.(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)Telegramm.Aleppo, den 2. Oktober 1916.An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.Auf Befehl von Konstantinopel erfolgen in Marasch, wo von 25000 Armeniern noch etwa 4000 verblieben waren, wieder neue Ausweisungen. 120 Familien sind seit dem 18. September verschickt, weitere sollen folgen.Rößler.KaiserlichDeutsche Botschaft.Therapia, den 4. Oktober 1916.AbschriftlichSeiner Exzellenz dem Reichskanzler Herrn von Bethmann Hollweg gehorsamst überreichtW. Radowitz.302.KaiserlichDeutsche Botschaft.Therapia, den 4. Oktober 1916.Die in Abschrift beigefügte, vom Kaiserlichen Konsul in Aleppo hierher mitgeteilte statistische Aufzeichnung der Schwester Beatrice Rohner vom Deutschen Hilfsbunde für christliches Liebeswerk im Orient über die ihr überwiesenen 720 armenischen Waisen, verdient in mehrfacher BeziehungBeachtung. Sie gibt den ersten einigermaßen sicheren Anhalt, um die Zahl der bei der Aussiedlung umgekommenen Armenier wenigstens prozentual annähernd zu schätzen. Die 720 Pfleglinge der Schwester Rohner sind die Überreste von 3336 Personen; wenn man nun die Gesamtzahl der türkischen Armenier auf 2 Millionen und die Zahl der Verschickten auf 1½ Million veranschlagt und dasselbe Verhältnis zwischen Überlebenden und Umgekommenen wie bei den Waisen der Schwester Rohner annimmt, so gelangt man zu einer Zahl von über 1175000 von Umgekommenen und rund 325000 Überlebenden. Die bisherigen Schätzungen der Umgekommenen bewegten sich zwischen 800000 und 1 Million und scheinen nach vorstehendem nicht übertrieben.Ein anderer Punkt, der hervorgehoben werden muß, betrifft die erschreckend große Zahl der Mütter, die einen gewaltsamen Tod gefunden haben (379), während nur 321 Väter als unnatürlichen Todes verstorben aufgeführt werden; endlich bestätigt die vorliegende Statistik die auch sonst berichtete Tatsache, daß gegen die ausdrücklichen Weisungen der Zentralregierung die Familien von Männern deportiert worden sind, die zum Militärdienst eingezogen waren; die Statistik führt nicht weniger als 246 solcher Fälle auf.Radowitz.Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.Anlage 1.KaiserlichDeutsches Konsulat.Aleppo, den 15. September 1916.Euerer Exzellenz beehre ich mich, eine von der Schwester Beatrice Rohner für den Monat August aufgestellte Statistik über die ihr infolge der Armenierverschickung unterstellten 720 Waisenkinder zur geneigten Kenntnisnahme anliegend zu überreichen.Rößler.Seiner Exzellenz dem Kaiserlichen BotschafterHerrn Grafen Wolff-Metternich.Anlage 2.Statistischer Bericht über 720 in unserem Waisenhaus befindliche Kinder im August 1916.HeimatZahlWilajet Siwas142„Erzerum50„Aleppo189„Adana162„Angora21„Kharput34„Konia11„Brussa22„Diarbekr30„Konstantinopel3Mesereh9Adiaman3Smyrna1Ismid2Ägypten1Heimat unbekannt40720Väter der Kinder.ZahlGetötet152Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen85Im Adanamassaker umgekommen32Zum Militär eingezogen107In der Verbannung52Im Gefängnis11Noch lebend80In Amerika10Vor der Ausweisung gestorben129Verschollen62720Mütter der Kinder.In der Verbannung gestorben282Noch in der Verbannung91Zum Islam übergetreten4Lebend97Vor der Ausweisung gestorben53Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten193720Konfession der Kinder.Gregorianisch554Protestantisch106Katholiken20Sabbatisten1Konfession nicht zu ermitteln39720Durchschnittsalter der Kinder 9 17/36 Jahre.Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben321„ „   „   „  „ natürlichen   „  „129„ „   „  deren Leben gefährdet ist170„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind107„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen394Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben379„    „  „ natürlichen   „   „53„  deren Leben gefährdet ist91„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen474„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente246Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen2616Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:78,5%Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten126Vollwaisen258Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben144„ „  „     „  allein      „    „239Beatrice Rohner.303.KaiserlichDeutsche Botschaft.Pera, den 9. Oktober 1916.In einem Leitartikel bespricht die hiesige türkische Zeitung „Taswiri Efkiar“ im Anschluß an das Euerer Exzellenz bekannte Exposé des Komitees „Einheit und Fortschritt“ die armenische Frage und gelangt zu dem Schluß, daß die anfänglich vom Komitee eingeschlagene Politik der Vereinigung und Verschmelzung der verschiedenen Bevölkerungselemente „Bankrott gemacht“ habe, und statt dessen die „Säuberung“ des Reiches von allen nichtmuhammedanischen, d. h. von den christlichen Elementen ins Auge gefaßt werden müsse. Der Artikel dürfte die Überzeugung der ultranationalistischen Kreise ziemlich getreu wiedergeben, zum Teil sind diese Gedanken bereits in die Tat umgesetzt worden durch die Austreibung der in den östlichen Grenzprovinzen ansässigen syrischen Christen und der Griechen in einzelnen Distrikten von Kleinasien und Rumelien. Ferner verlangt wohl der Verfasser auch noch die Aussiedlung der bisher von der Aussiedlung verschonten Armenier von Konstantinopel und Smyrna.Radowitz.Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.304.KaiserlichDeutsche Botschaft.Pera, den 20. Oktober 1916.Der türkische Reichsanzeiger (Takvimi-Vakaji) veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 1./14. d. M. ein provisorisches Gesetz, durch das den ausgesiedelten Personen in den ihnen angewiesenen Ortschaften zum Zweck ihrer Unterkunft und Niederlassung und um ihnen die Mittel zum Unterhalt zu gewähren, Wohnplätze und Ländereien aus der Kategorie der vakantenEvkaf-und Miriländereien unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Die Ministerien des Innern und der frommen Stiftungen sowie das Justiz- und Finanzministerium sind mit der Ausführung dieses Gesetzes betraut, das vom 22 Elul 1332 (5. Oktober d. J.) datiert und mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft tritt.Das Gesetz steht in auffälligem Widerspruch mit den hier vorliegenden Berichten über die Behandlung, der die nach Mesopotamien geschafften Armenier in letzter Zeit ausgesetzt sind.I. V.:Göppert.Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.

Oktober.

301.

(KaiserlichesKonsulat Aleppo.)

Telegramm.

Aleppo, den 2. Oktober 1916.

An Deutsche Botschaft, Konstantinopel.

Auf Befehl von Konstantinopel erfolgen in Marasch, wo von 25000 Armeniern noch etwa 4000 verblieben waren, wieder neue Ausweisungen. 120 Familien sind seit dem 18. September verschickt, weitere sollen folgen.

Rößler.

KaiserlichDeutsche Botschaft.

Therapia, den 4. Oktober 1916.

Abschriftlich

Seiner Exzellenz dem Reichskanzler Herrn von Bethmann Hollweg gehorsamst überreicht

W. Radowitz.

302.

KaiserlichDeutsche Botschaft.

Therapia, den 4. Oktober 1916.

Die in Abschrift beigefügte, vom Kaiserlichen Konsul in Aleppo hierher mitgeteilte statistische Aufzeichnung der Schwester Beatrice Rohner vom Deutschen Hilfsbunde für christliches Liebeswerk im Orient über die ihr überwiesenen 720 armenischen Waisen, verdient in mehrfacher BeziehungBeachtung. Sie gibt den ersten einigermaßen sicheren Anhalt, um die Zahl der bei der Aussiedlung umgekommenen Armenier wenigstens prozentual annähernd zu schätzen. Die 720 Pfleglinge der Schwester Rohner sind die Überreste von 3336 Personen; wenn man nun die Gesamtzahl der türkischen Armenier auf 2 Millionen und die Zahl der Verschickten auf 1½ Million veranschlagt und dasselbe Verhältnis zwischen Überlebenden und Umgekommenen wie bei den Waisen der Schwester Rohner annimmt, so gelangt man zu einer Zahl von über 1175000 von Umgekommenen und rund 325000 Überlebenden. Die bisherigen Schätzungen der Umgekommenen bewegten sich zwischen 800000 und 1 Million und scheinen nach vorstehendem nicht übertrieben.

Ein anderer Punkt, der hervorgehoben werden muß, betrifft die erschreckend große Zahl der Mütter, die einen gewaltsamen Tod gefunden haben (379), während nur 321 Väter als unnatürlichen Todes verstorben aufgeführt werden; endlich bestätigt die vorliegende Statistik die auch sonst berichtete Tatsache, daß gegen die ausdrücklichen Weisungen der Zentralregierung die Familien von Männern deportiert worden sind, die zum Militärdienst eingezogen waren; die Statistik führt nicht weniger als 246 solcher Fälle auf.

Radowitz.

Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.

Anlage 1.

KaiserlichDeutsches Konsulat.

Aleppo, den 15. September 1916.

Euerer Exzellenz beehre ich mich, eine von der Schwester Beatrice Rohner für den Monat August aufgestellte Statistik über die ihr infolge der Armenierverschickung unterstellten 720 Waisenkinder zur geneigten Kenntnisnahme anliegend zu überreichen.

Rößler.

Seiner Exzellenz dem Kaiserlichen BotschafterHerrn Grafen Wolff-Metternich.

Anlage 2.

Statistischer Bericht über 720 in unserem Waisenhaus befindliche Kinder im August 1916.

HeimatZahlWilajet Siwas142„Erzerum50„Aleppo189„Adana162„Angora21„Kharput34„Konia11„Brussa22„Diarbekr30„Konstantinopel3Mesereh9Adiaman3Smyrna1Ismid2Ägypten1Heimat unbekannt40720

HeimatZahlWilajet Siwas142„Erzerum50„Aleppo189„Adana162„Angora21„Kharput34„Konia11„Brussa22„Diarbekr30„Konstantinopel3Mesereh9Adiaman3Smyrna1Ismid2Ägypten1Heimat unbekannt40720

HeimatZahlWilajet Siwas142„Erzerum50„Aleppo189„Adana162„Angora21„Kharput34„Konia11„Brussa22„Diarbekr30„Konstantinopel3Mesereh9Adiaman3Smyrna1Ismid2Ägypten1Heimat unbekannt40720

HeimatZahl

Heimat

Zahl

Wilajet Siwas142

Wilajet Siwas

142

„Erzerum50

„Erzerum

50

„Aleppo189

„Aleppo

189

„Adana162

„Adana

162

„Angora21

„Angora

21

„Kharput34

„Kharput

34

„Konia11

„Konia

11

„Brussa22

„Brussa

22

„Diarbekr30

„Diarbekr

30

„Konstantinopel3

„Konstantinopel

3

Mesereh9

Mesereh

9

Adiaman3

Adiaman

3

Smyrna1

Smyrna

1

Ismid2

Ismid

2

Ägypten1

Ägypten

1

Heimat unbekannt40

Heimat unbekannt

40

720

720

Väter der Kinder.ZahlGetötet152Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen85Im Adanamassaker umgekommen32Zum Militär eingezogen107In der Verbannung52Im Gefängnis11Noch lebend80In Amerika10Vor der Ausweisung gestorben129Verschollen62720

Väter der Kinder.ZahlGetötet152Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen85Im Adanamassaker umgekommen32Zum Militär eingezogen107In der Verbannung52Im Gefängnis11Noch lebend80In Amerika10Vor der Ausweisung gestorben129Verschollen62720

Väter der Kinder.ZahlGetötet152Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen85Im Adanamassaker umgekommen32Zum Militär eingezogen107In der Verbannung52Im Gefängnis11Noch lebend80In Amerika10Vor der Ausweisung gestorben129Verschollen62720

Väter der Kinder.

Väter der Kinder.

Zahl

Zahl

Getötet152

Getötet

152

Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen85

Den Entbehrungen und Strapazenauf dem Wege erlegen

85

Im Adanamassaker umgekommen32

Im Adanamassaker umgekommen

32

Zum Militär eingezogen107

Zum Militär eingezogen

107

In der Verbannung52

In der Verbannung

52

Im Gefängnis11

Im Gefängnis

11

Noch lebend80

Noch lebend

80

In Amerika10

In Amerika

10

Vor der Ausweisung gestorben129

Vor der Ausweisung gestorben

129

Verschollen62

Verschollen

62

720

720

Mütter der Kinder.In der Verbannung gestorben282Noch in der Verbannung91Zum Islam übergetreten4Lebend97Vor der Ausweisung gestorben53Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten193720

Mütter der Kinder.In der Verbannung gestorben282Noch in der Verbannung91Zum Islam übergetreten4Lebend97Vor der Ausweisung gestorben53Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten193720

Mütter der Kinder.In der Verbannung gestorben282Noch in der Verbannung91Zum Islam übergetreten4Lebend97Vor der Ausweisung gestorben53Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten193720

Mütter der Kinder.

Mütter der Kinder.

In der Verbannung gestorben282

In der Verbannung gestorben

282

Noch in der Verbannung91

Noch in der Verbannung

91

Zum Islam übergetreten4

Zum Islam übergetreten

4

Lebend97

Lebend

97

Vor der Ausweisung gestorben53

Vor der Ausweisung gestorben

53

Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten193

Kinder, die keine Auskunft überihre Mutter geben konnten

193

720

720

Konfession der Kinder.Gregorianisch554Protestantisch106Katholiken20Sabbatisten1Konfession nicht zu ermitteln39720

Konfession der Kinder.Gregorianisch554Protestantisch106Katholiken20Sabbatisten1Konfession nicht zu ermitteln39720

Konfession der Kinder.Gregorianisch554Protestantisch106Katholiken20Sabbatisten1Konfession nicht zu ermitteln39720

Konfession der Kinder.

Konfession der Kinder.

Gregorianisch554

Gregorianisch

554

Protestantisch106

Protestantisch

106

Katholiken20

Katholiken

20

Sabbatisten1

Sabbatisten

1

Konfession nicht zu ermitteln39

Konfession nicht zu ermitteln

39

720

720

Durchschnittsalter der Kinder 9 17/36 Jahre.

Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben321„ „   „   „  „ natürlichen   „  „129„ „   „  deren Leben gefährdet ist170„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind107„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen394Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben379„    „  „ natürlichen   „   „53„  deren Leben gefährdet ist91„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen474„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente246Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen2616Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:78,5%Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten126Vollwaisen258Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben144„ „  „     „  allein      „    „239

Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben321„ „   „   „  „ natürlichen   „  „129„ „   „  deren Leben gefährdet ist170„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind107„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen394Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben379„    „  „ natürlichen   „   „53„  deren Leben gefährdet ist91„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen474„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente246Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen2616Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:78,5%Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten126Vollwaisen258Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben144„ „  „     „  allein      „    „239

Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben321„ „   „   „  „ natürlichen   „  „129„ „   „  deren Leben gefährdet ist170„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind107„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen394Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben379„    „  „ natürlichen   „   „53„  deren Leben gefährdet ist91„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen474„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente246Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen2616Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:78,5%Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten126Vollwaisen258Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben144„ „  „     „  allein      „    „239

Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.

Kinder, die früher in Waisenhäusern waren: 40.

Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben321

Zahl der Väter, die eines unnatürlichen Todes starben

321

„ „   „   „  „ natürlichen   „  „129

„ „   „   „  „ natürlichen   „  „

129

„ „   „  deren Leben gefährdet ist170

„ „   „  deren Leben gefährdet ist

170

„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind107

„ „   „  die durch den Kriegsdienst von den Kindern entfernt sind

107

„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen394

„ „   „  infolge der Ausweisung den Kindern verloren gingen

394

Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben379

Mütter, die eines unnatürlichen Todes starben

379

„    „  „ natürlichen   „   „53

„    „  „ natürlichen   „   „

53

„  deren Leben gefährdet ist91

„  deren Leben gefährdet ist

91

„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen474

„    „  durch Deportation den Kindern verloren gingen

474

„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente246

„    „  deportiert wurden, während der Mann im Heere diente

246

Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen2616

Angehörige der Kinder, die während der Deportation umkamen

2616

Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:78,5%

Es blieben von 3336 Deportierten übrig: 720; also betrug Verlust:

78,5%

Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten126

Kinder von 1–6 Jahren, die keine Auskunft geben konnten

126

Vollwaisen258

Vollwaisen

258

Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben144

Von der ganzen Familie nur zu zweit übrig geblieben

144

„ „  „     „  allein      „    „239

„ „  „     „  allein      „    „

239

Beatrice Rohner.

303.

KaiserlichDeutsche Botschaft.

Pera, den 9. Oktober 1916.

In einem Leitartikel bespricht die hiesige türkische Zeitung „Taswiri Efkiar“ im Anschluß an das Euerer Exzellenz bekannte Exposé des Komitees „Einheit und Fortschritt“ die armenische Frage und gelangt zu dem Schluß, daß die anfänglich vom Komitee eingeschlagene Politik der Vereinigung und Verschmelzung der verschiedenen Bevölkerungselemente „Bankrott gemacht“ habe, und statt dessen die „Säuberung“ des Reiches von allen nichtmuhammedanischen, d. h. von den christlichen Elementen ins Auge gefaßt werden müsse. Der Artikel dürfte die Überzeugung der ultranationalistischen Kreise ziemlich getreu wiedergeben, zum Teil sind diese Gedanken bereits in die Tat umgesetzt worden durch die Austreibung der in den östlichen Grenzprovinzen ansässigen syrischen Christen und der Griechen in einzelnen Distrikten von Kleinasien und Rumelien. Ferner verlangt wohl der Verfasser auch noch die Aussiedlung der bisher von der Aussiedlung verschonten Armenier von Konstantinopel und Smyrna.

Radowitz.

Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.

304.

KaiserlichDeutsche Botschaft.

Pera, den 20. Oktober 1916.

Der türkische Reichsanzeiger (Takvimi-Vakaji) veröffentlicht in seiner Ausgabe vom 1./14. d. M. ein provisorisches Gesetz, durch das den ausgesiedelten Personen in den ihnen angewiesenen Ortschaften zum Zweck ihrer Unterkunft und Niederlassung und um ihnen die Mittel zum Unterhalt zu gewähren, Wohnplätze und Ländereien aus der Kategorie der vakantenEvkaf-und Miriländereien unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Die Ministerien des Innern und der frommen Stiftungen sowie das Justiz- und Finanzministerium sind mit der Ausführung dieses Gesetzes betraut, das vom 22 Elul 1332 (5. Oktober d. J.) datiert und mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft tritt.

Das Gesetz steht in auffälligem Widerspruch mit den hier vorliegenden Berichten über die Behandlung, der die nach Mesopotamien geschafften Armenier in letzter Zeit ausgesetzt sind.

I. V.:Göppert.

Seiner Exzellenz dem ReichskanzlerHerrn von Bethmann Hollweg.


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