O.

O.-o1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w:Fanselo,Calo,v. Plotho(O. Plathow),Wossidlo, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.Ob-s.Aud(V., zweist. K.).Öb-s.Aud(zweist. K.).Obbermanns.Aud(V.).Öbb-s.Aud(zweist. K.).ObenaufIII. „der immer obenauf ist“. ÄhnlichObenaus„obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)ObenderhabighorstIII. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.Oberstein westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B.Oberste-Steinhorst= der zu oberst wohnende St.ObristundZobrist(= zu oberst schweiz.).ObserIII. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.OchsIII. mit der Vklf.Öchsleund den Zss.Ochsenbeinund (niederd.)Ossenkop. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)OchsnerIII. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, — bauer“ -Öchsner, entstelltExner.Ock-, Öck-, Od-s.Aud(V., einst. K.).ÖdIII. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf-öd(Altenöd),-ed,-et,-edt(Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.FN. Ableitung auf-er(oberd., bes. bayr., österr.):1)-öder(„die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne der Einöde“ Steub) nur in Zss.:Ameisöder.Manzenöder.Schusteröder. Vgl. der Flachsöder 1490.2)-ötter:Königötter(entstelltKenngötter).Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher3)Eder, urspr.Öder(vgl. Albertus Öder 1262).Allertseder.Alteneder.Breiteneder.Buchneder(O. Buchenöd).FischedernebenFischöder.Greifeneder.Habereder.Haseneder.Hocheder.Kroneder.Lucaseder.Mittereder.Mooseder.Niedereder.Obereder.Pauleder.Permaneder(O. Permanöd).Roseneder.Spitzeder.Steineder.Ziegeleder.Engleder.Herleder.Wendleder. —Lempenzeder(zu ad. Lampo).Manzeneder; danebenManznetter.4)-eter:Eppeneter.Hemeter(= Heimöder).Schlageter(auch in Ostpreußen).Weileter.Breitsammeter(Einöde Breitsameten in Oberbayern).5)-etter:Mosetter.Obernetter.Panzetter.Scharfetter(in Salzburg und Ostpreußen); in der Namenliste der Eingewanderten bei Beheim-SchwarzbachScharffitter. Vgl. Stephan Scharffeder 1407).6)-ettner:Scharfettner.7)entstellt-ieder:Geißelsieder.Hutzelsieder(Steub S. 147).Öddel, Öding, Oet-s.Aud(einst. K.).Oetjen, Oetkens.Aud(einst. K.).Of-, Off-s.Aud(V., zweist. K.).Öfele, Öff-s.Aud(zweist. K.).ÖffnerIII. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.OheimIII. mhd. ôheim „Mutterbruder“.Ohfens.Aud(zweist. K.).Ohl-s. 1)Ald2)Aud(V.) 3)Othal(V.).Öhl-s. 1)Aud(einst. K.) 2)Othal(V.).OhlenmacherIII. „Töpfer“ (s.Euler).Ohlenschläger, Öhlen-s.Öhlschläger.Öhlmanna) I. s.Othalb) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).ÖhlschlägerIII. „Ölpresser“.FN.Öhlschläger;Öhlenschläger—Ohlenschläger—Öhligschläger—Olligschläger(vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).OhmIII. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).Ohm-s.Aud(zweist. K.).Öhm-s.Aud(V., zweist. K.).OhnesorgeIII. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetztAnsorg.OhornIII. ON. = Ahorn.OhrIII. in den Zss.Langohr;Weibelohr(„Wackelohr“).Ohrts.OrtI.Ohsts.Aust.Ökerts.Aud(V.).Ol-s. 1)Ald2)Aud(V.) 3)Othal(V.).Öl-s.Othal(V., einst. K.).OlböterIII. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).Oldes.Ald.ÖlhafenIII. FN.v. Öhlhafen(mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).Oll-s.Ald.Öll-s.Othal(V., einst. K.).Olligschlägers.Öhlschläger.Olt-s.Ald.Omeiss.Ameis.Ömerings.Aud(V.).Omm-s.Aud(V., zweist. K.).OndereyckIII. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.Onken, Onnens.Un.Oosts.Aust.Op-s.Aud(V., zweist. K.).OpdenhofIII. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.OpderbeckIII. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.OpfermannIII. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).FN.Opfermann—Offermann(vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd.Oppermann(doch s. auchAudeberht).Öpke, Opp-, Öpp-s.Aud(V., zweist. K.).OppenhövelIII. „auf dem Hübel“.OppenkampIII. „auf dem Kampe“.Oppermanns. a) I.Aud(V.) b) III.Opfermann.OptenhögelIII. niederd. „auf dem Hügel“.Orbans.Urban.Ord-s.OrtI.OrglerIII. „Orgelspieler“.Ornolds.Arin.Ort-, Örts.OrtI.-ortin ON. s.OrtIII.ORTI. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.FN. Ortgis:Ortgies. Gen.Ortgiesen.Ortlaip:Ortleb;Ortlepp;Ortlöpp.Ortliub:Ortlieb.(Ortman):Ortmann—Ohrtmann.Ortolt:Ortelt—Örtelt.Ortwin:Ortwein.Ordulf:Ordolff—Ortloff.Einstämmige Kürzung Ort-.Ordo, Ort:Ort,Orth—Ohrt.Vklf. (l):Ortel—Örtle;Örtel.Patr. A.Örthling.OrtIII. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).FN.auff’m Ordt.Ruhrort.v. Scharfenort.Steinort.Vierordt.Os-, Oß-, Ös-s.Ans(V., einst. K.).OßIII. niederd. „Ochse“, inOssenkop,Oßmeyeru. a.ÖschheyIII. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.OsianderIII. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).Ost-, Öst-s.Aust.Oster-, Öster-s.Austar.OsterIII. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.:Osterbrink;Osterbrauk(-bruch);Osterkamp—Ostermeyeru. a.OstertagIII. zu den Zeitnamen (s.Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.Ot-, Oth-, Ott-, Öt-s.Aud(V., einst. K.).OTHALI. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.FN. Odalbreht:Ohlbrecht—Olbricht—Ölbracht—Ulbrecht;Ulbricht;Ulber(Ulbermann). Gen.Olbertz;Olbers—Ulpts(ostfries.).Odalfried:Ulfert. Gen.Olfers—Ulffers.Odalgar:Ölker. Gen.Öhlckers.Odalgart:Ölgard;Ölgarte.Odalhart:Ohlert—Ölhardt;Öhlert.Uodalhari:Uhler—Ulherr. Gen.Öhlers—Öllers.Odolleip:Olepp.Odolland:Ohland—Uhland.Uodalman:Öhlmann—Uhlmann—Ullmann.Uodalmar:Ullmar.Uodalrich:Olerich—Ölreich—Öllrich—Uhlrich—Ulrich;Ullreich;Uldrich;Ullerich. Gen.Öhlrichs—Ulrichs. Patr. A.Öhlerking.Odalwin:Ohlwein—Ölwein.Einstämmige Kürzung Othal-.Udilo:Ule—Ühle. Gen.Uhlen.Vklf. (i):Hochuli(schweiz.). (l):Ölke—Öllig—Uhlig—Ullich. Gen.Uulkes(ostfries.). (z):Uhlitzsch(Kgr. Sachsen) —Ultzsch. Gen.Öltzen.Zweistämmige Kürzung Othalm-,Vklf. (k):Ulmcke.OttiliaeI. Vklf. zu weibl. Oda (s.Aud) — Muttername (Wernigerode 1880). AuchOttilige—Odiliae. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).Ötz-s.Aud(einst. K.).OverbeekIII. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s.Bach) — halb hochd.Oberbeck. Over = ober auch inOverberg,Overdieck;Overkamp,Overweg.-owIII. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) — Formen, die sich inslawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endungow(mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s.-o) herrschend geworden ist:Grabow,Fiddichow.Daher nun die vielen ON. — von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow — auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).FN.Buckow(spr. Buko).Bütow.Grabow.Massow.Passow.Quednow.Strippentow.Vangerow— nicht minder viele Adels-N.:v. Below.v. Bülow.v. Krockow.v. Lettow.v. Lützow.v. Massow.Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.:Duchrow(O. Ducherow).Münchow(O. Mönchow).Strölow(O. Strelow) — mitunter auch bedeutendere wieLeitzow(O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).Ableitungen auf-ersind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wieBojanower(von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.Häufiger sind Latinisierungen auf-ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63):Ciborovius.Gregorovius.Gusovius.Nicolovius— z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung:Bülowius.Wannowius.Zuweilen ist das w abgefallen:v. Plotho(O. Alten-Plathow).Calo.Floto.Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. inauübergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird:Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN.Gumtaudem ON. Gumtow,Treptaudem ON. Treptow,Bernigaudem ON. Bernickow,Kahlbauvermutl. dem ON. Calebow; umgekehrtNipkow= dem ON. Nipkau,Calowdem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN.LossowundLossau, aus ON. Gülzow die FN.GülzowundGülzau, aus ON. Bülow die FN.v. BülowundBülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche RentmeisterVanselowauchVanselaugenannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wiederVanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.

O.

-o1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).

2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.

Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w:Fanselo,Calo,v. Plotho(O. Plathow),Wossidlo, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.

Ob-s.Aud(V., zweist. K.).

Öb-s.Aud(zweist. K.).

Obbermanns.Aud(V.).

Öbb-s.Aud(zweist. K.).

ObenaufIII. „der immer obenauf ist“. ÄhnlichObenaus„obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)

ObenderhabighorstIII. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.

Oberstein westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B.Oberste-Steinhorst= der zu oberst wohnende St.ObristundZobrist(= zu oberst schweiz.).

ObserIII. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.

OchsIII. mit der Vklf.Öchsleund den Zss.Ochsenbeinund (niederd.)Ossenkop. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)

OchsnerIII. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, — bauer“ -Öchsner, entstelltExner.

Ock-, Öck-, Od-s.Aud(V., einst. K.).

ÖdIII. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf-öd(Altenöd),-ed,-et,-edt(Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.

FN. Ableitung auf-er(oberd., bes. bayr., österr.):1)-öder(„die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne der Einöde“ Steub) nur in Zss.:Ameisöder.Manzenöder.Schusteröder. Vgl. der Flachsöder 1490.2)-ötter:Königötter(entstelltKenngötter).Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher3)Eder, urspr.Öder(vgl. Albertus Öder 1262).Allertseder.Alteneder.Breiteneder.Buchneder(O. Buchenöd).FischedernebenFischöder.Greifeneder.Habereder.Haseneder.Hocheder.Kroneder.Lucaseder.Mittereder.Mooseder.Niedereder.Obereder.Pauleder.Permaneder(O. Permanöd).Roseneder.Spitzeder.Steineder.Ziegeleder.Engleder.Herleder.Wendleder. —Lempenzeder(zu ad. Lampo).Manzeneder; danebenManznetter.4)-eter:Eppeneter.Hemeter(= Heimöder).Schlageter(auch in Ostpreußen).Weileter.Breitsammeter(Einöde Breitsameten in Oberbayern).5)-etter:Mosetter.Obernetter.Panzetter.Scharfetter(in Salzburg und Ostpreußen); in der Namenliste der Eingewanderten bei Beheim-SchwarzbachScharffitter. Vgl. Stephan Scharffeder 1407).6)-ettner:Scharfettner.7)entstellt-ieder:Geißelsieder.Hutzelsieder(Steub S. 147).

FN. Ableitung auf-er(oberd., bes. bayr., österr.):

Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher

Öddel, Öding, Oet-s.Aud(einst. K.).

Oetjen, Oetkens.Aud(einst. K.).

Of-, Off-s.Aud(V., zweist. K.).

Öfele, Öff-s.Aud(zweist. K.).

ÖffnerIII. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.

OheimIII. mhd. ôheim „Mutterbruder“.

Ohfens.Aud(zweist. K.).

Ohl-s. 1)Ald2)Aud(V.) 3)Othal(V.).

Öhl-s. 1)Aud(einst. K.) 2)Othal(V.).

OhlenmacherIII. „Töpfer“ (s.Euler).

Ohlenschläger, Öhlen-s.Öhlschläger.

Öhlmanna) I. s.Othalb) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).

ÖhlschlägerIII. „Ölpresser“.

FN.Öhlschläger;Öhlenschläger—Ohlenschläger—Öhligschläger—Olligschläger(vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).

FN.Öhlschläger;Öhlenschläger—Ohlenschläger—Öhligschläger—Olligschläger(vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).

OhmIII. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).

Ohm-s.Aud(zweist. K.).

Öhm-s.Aud(V., zweist. K.).

OhnesorgeIII. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetztAnsorg.

OhornIII. ON. = Ahorn.

OhrIII. in den Zss.Langohr;Weibelohr(„Wackelohr“).

Ohrts.OrtI.

Ohsts.Aust.

Ökerts.Aud(V.).

Ol-s. 1)Ald2)Aud(V.) 3)Othal(V.).

Öl-s.Othal(V., einst. K.).

OlböterIII. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).

Oldes.Ald.

ÖlhafenIII. FN.v. Öhlhafen(mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).

Oll-s.Ald.

Öll-s.Othal(V., einst. K.).

Olligschlägers.Öhlschläger.

Olt-s.Ald.

Omeiss.Ameis.

Ömerings.Aud(V.).

Omm-s.Aud(V., zweist. K.).

OndereyckIII. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.

Onken, Onnens.Un.

Oosts.Aust.

Op-s.Aud(V., zweist. K.).

OpdenhofIII. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.

OpderbeckIII. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.

OpfermannIII. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).

FN.Opfermann—Offermann(vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd.Oppermann(doch s. auchAudeberht).

FN.Opfermann—Offermann(vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd.Oppermann(doch s. auchAudeberht).

Öpke, Opp-, Öpp-s.Aud(V., zweist. K.).

OppenhövelIII. „auf dem Hübel“.

OppenkampIII. „auf dem Kampe“.

Oppermanns. a) I.Aud(V.) b) III.Opfermann.

OptenhögelIII. niederd. „auf dem Hügel“.

Orbans.Urban.

Ord-s.OrtI.

OrglerIII. „Orgelspieler“.

Ornolds.Arin.

Ort-, Örts.OrtI.

-ortin ON. s.OrtIII.

ORTI. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.

FN. Ortgis:Ortgies. Gen.Ortgiesen.Ortlaip:Ortleb;Ortlepp;Ortlöpp.Ortliub:Ortlieb.(Ortman):Ortmann—Ohrtmann.Ortolt:Ortelt—Örtelt.Ortwin:Ortwein.Ordulf:Ordolff—Ortloff.Einstämmige Kürzung Ort-.Ordo, Ort:Ort,Orth—Ohrt.Vklf. (l):Ortel—Örtle;Örtel.Patr. A.Örthling.

FN. Ortgis:Ortgies. Gen.Ortgiesen.

Ortlaip:Ortleb;Ortlepp;Ortlöpp.

Ortliub:Ortlieb.

(Ortman):Ortmann—Ohrtmann.

Ortolt:Ortelt—Örtelt.

Ortwin:Ortwein.

Ordulf:Ordolff—Ortloff.

Einstämmige Kürzung Ort-.

Ordo, Ort:Ort,Orth—Ohrt.

Vklf. (l):Ortel—Örtle;Örtel.

Patr. A.Örthling.

OrtIII. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).

FN.auff’m Ordt.Ruhrort.v. Scharfenort.Steinort.Vierordt.

FN.auff’m Ordt.Ruhrort.v. Scharfenort.Steinort.Vierordt.

Os-, Oß-, Ös-s.Ans(V., einst. K.).

OßIII. niederd. „Ochse“, inOssenkop,Oßmeyeru. a.

ÖschheyIII. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.

OsianderIII. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).

Ost-, Öst-s.Aust.

Oster-, Öster-s.Austar.

OsterIII. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.:Osterbrink;Osterbrauk(-bruch);Osterkamp—Ostermeyeru. a.

OstertagIII. zu den Zeitnamen (s.Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.

Ot-, Oth-, Ott-, Öt-s.Aud(V., einst. K.).

OTHALI. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.

FN. Odalbreht:Ohlbrecht—Olbricht—Ölbracht—Ulbrecht;Ulbricht;Ulber(Ulbermann). Gen.Olbertz;Olbers—Ulpts(ostfries.).Odalfried:Ulfert. Gen.Olfers—Ulffers.Odalgar:Ölker. Gen.Öhlckers.Odalgart:Ölgard;Ölgarte.Odalhart:Ohlert—Ölhardt;Öhlert.Uodalhari:Uhler—Ulherr. Gen.Öhlers—Öllers.Odolleip:Olepp.Odolland:Ohland—Uhland.Uodalman:Öhlmann—Uhlmann—Ullmann.Uodalmar:Ullmar.Uodalrich:Olerich—Ölreich—Öllrich—Uhlrich—Ulrich;Ullreich;Uldrich;Ullerich. Gen.Öhlrichs—Ulrichs. Patr. A.Öhlerking.Odalwin:Ohlwein—Ölwein.Einstämmige Kürzung Othal-.Udilo:Ule—Ühle. Gen.Uhlen.Vklf. (i):Hochuli(schweiz.). (l):Ölke—Öllig—Uhlig—Ullich. Gen.Uulkes(ostfries.). (z):Uhlitzsch(Kgr. Sachsen) —Ultzsch. Gen.Öltzen.Zweistämmige Kürzung Othalm-,Vklf. (k):Ulmcke.

FN. Odalbreht:Ohlbrecht—Olbricht—Ölbracht—Ulbrecht;Ulbricht;Ulber(Ulbermann). Gen.Olbertz;Olbers—Ulpts(ostfries.).

Odalfried:Ulfert. Gen.Olfers—Ulffers.

Odalgar:Ölker. Gen.Öhlckers.

Odalgart:Ölgard;Ölgarte.

Odalhart:Ohlert—Ölhardt;Öhlert.

Uodalhari:Uhler—Ulherr. Gen.Öhlers—Öllers.

Odolleip:Olepp.

Odolland:Ohland—Uhland.

Uodalman:Öhlmann—Uhlmann—Ullmann.

Uodalmar:Ullmar.

Uodalrich:Olerich—Ölreich—Öllrich—Uhlrich—Ulrich;Ullreich;Uldrich;Ullerich. Gen.Öhlrichs—Ulrichs. Patr. A.Öhlerking.

Odalwin:Ohlwein—Ölwein.

Einstämmige Kürzung Othal-.

Udilo:Ule—Ühle. Gen.Uhlen.

Vklf. (i):Hochuli(schweiz.). (l):Ölke—Öllig—Uhlig—Ullich. Gen.Uulkes(ostfries.). (z):Uhlitzsch(Kgr. Sachsen) —Ultzsch. Gen.Öltzen.

Zweistämmige Kürzung Othalm-,

Vklf. (k):Ulmcke.

OttiliaeI. Vklf. zu weibl. Oda (s.Aud) — Muttername (Wernigerode 1880). AuchOttilige—Odiliae. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).

Ötz-s.Aud(einst. K.).

OverbeekIII. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s.Bach) — halb hochd.Oberbeck. Over = ober auch inOverberg,Overdieck;Overkamp,Overweg.

-owIII. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) — Formen, die sich inslawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endungow(mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s.-o) herrschend geworden ist:Grabow,Fiddichow.

Daher nun die vielen ON. — von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow — auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).

FN.Buckow(spr. Buko).Bütow.Grabow.Massow.Passow.Quednow.Strippentow.Vangerow— nicht minder viele Adels-N.:v. Below.v. Bülow.v. Krockow.v. Lettow.v. Lützow.v. Massow.

FN.Buckow(spr. Buko).Bütow.Grabow.Massow.Passow.Quednow.Strippentow.Vangerow— nicht minder viele Adels-N.:v. Below.v. Bülow.v. Krockow.v. Lettow.v. Lützow.v. Massow.

Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.:Duchrow(O. Ducherow).Münchow(O. Mönchow).Strölow(O. Strelow) — mitunter auch bedeutendere wieLeitzow(O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).

Ableitungen auf-ersind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wieBojanower(von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.

Häufiger sind Latinisierungen auf-ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63):Ciborovius.Gregorovius.Gusovius.Nicolovius— z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung:Bülowius.Wannowius.

Zuweilen ist das w abgefallen:v. Plotho(O. Alten-Plathow).Calo.Floto.

Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. inauübergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird:Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN.Gumtaudem ON. Gumtow,Treptaudem ON. Treptow,Bernigaudem ON. Bernickow,Kahlbauvermutl. dem ON. Calebow; umgekehrtNipkow= dem ON. Nipkau,Calowdem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN.LossowundLossau, aus ON. Gülzow die FN.GülzowundGülzau, aus ON. Bülow die FN.v. BülowundBülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche RentmeisterVanselowauchVanselaugenannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wiederVanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.


Back to IndexNext