Gewaltig endet so das JahrMit goldnem Wein und Frucht der Gärten.Rund schweigen Wälder wunderbarUnd sind des Einsamen Gefährten.Da sagt der Landmann: Es ist gut.Ihr Abendglocken lang und leiseGebt noch zum Ende frohen Mut.Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.Es ist der Liebe milde Zeit.Im Kahn den blauen Fluß hinunterWie schön sich Bild an Bildchen reiht –Das geht in Ruh und Schweigen unter.
Gewaltig endet so das JahrMit goldnem Wein und Frucht der Gärten.Rund schweigen Wälder wunderbarUnd sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landmann: Es ist gut.Ihr Abendglocken lang und leiseGebt noch zum Ende frohen Mut.Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit.Im Kahn den blauen Fluß hinunterWie schön sich Bild an Bildchen reiht –Das geht in Ruh und Schweigen unter.
Über den schwarzen Winkel hastenAm Mittag die Raben mit hartem Schrei.Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbeiUnd manchmal sieht man sie mürrisch rasten.O wie sie die braune Stille stören,In der ein Acker sich verzückt,Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,Und manchmal kann man sie keifen hörenUm ein Aas, das sie irgendwo wittern,Und plötzlich richten nach Nord sie den FlugUnd schwinden wie ein LeichenzugIn Lüften, die von Wollust zittern.
Über den schwarzen Winkel hastenAm Mittag die Raben mit hartem Schrei.Ihr Schatten streift an der Hirschkuh vorbeiUnd manchmal sieht man sie mürrisch rasten.
O wie sie die braune Stille stören,In der ein Acker sich verzückt,Wie ein Weib, das schwere Ahnung berückt,Und manchmal kann man sie keifen hören
Um ein Aas, das sie irgendwo wittern,Und plötzlich richten nach Nord sie den FlugUnd schwinden wie ein LeichenzugIn Lüften, die von Wollust zittern.
Der Acker leuchtet weiß und kalt.Der Himmel ist einsam und ungeheuer.Dohlen kreisen über dem WeiherUnd Jäger steigen nieder vom Wald.Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.Bisweilen schellt sehr fern ein SchlittenUnd langsam steigt der graue Mond.Ein Wild verblutet sanft am RainUnd Raben plätschern in blutigen Gossen.Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.
Der Acker leuchtet weiß und kalt.Der Himmel ist einsam und ungeheuer.Dohlen kreisen über dem WeiherUnd Jäger steigen nieder vom Wald.
Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt.Ein Feuerschein huscht aus den Hütten.Bisweilen schellt sehr fern ein SchlittenUnd langsam steigt der graue Mond.
Ein Wild verblutet sanft am RainUnd Raben plätschern in blutigen Gossen.Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen.Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.
Vorm Fenster tönendes Grün und Rot.Im schwarzverräucherten, niederen SaalSitzen die Knechte und Mägde beim Mahl;Und sie schenken den Wein und sie brechen das Brot.Im tiefen Schweigen der MittagszeitFällt bisweilen ein karges Wort.Die Äcker flimmern in einem fortUnd der Himmel bleiern und weit.Fratzenhaft flackert im Herd die GlutUnd ein Schwarm von Fliegen summt.Die Mägde lauschen blöd und verstummtUnd ihre Schläfen hämmert das Blut.Und manchmal treffen sich Blicke voll Gier,Wenn tierischer Dunst die Stube durchweht.Eintönig spricht ein Knecht das GebetUnd ein Hahn kräht unter der Tür.Und wieder ins Feld. Ein Grauen packtSie oft im tosenden ÄhrengebrausUnd klirrend schwingen ein und ausDie Sensen geisterhaft im Takt.
Vorm Fenster tönendes Grün und Rot.Im schwarzverräucherten, niederen SaalSitzen die Knechte und Mägde beim Mahl;Und sie schenken den Wein und sie brechen das Brot.
Im tiefen Schweigen der MittagszeitFällt bisweilen ein karges Wort.Die Äcker flimmern in einem fortUnd der Himmel bleiern und weit.
Fratzenhaft flackert im Herd die GlutUnd ein Schwarm von Fliegen summt.Die Mägde lauschen blöd und verstummtUnd ihre Schläfen hämmert das Blut.
Und manchmal treffen sich Blicke voll Gier,Wenn tierischer Dunst die Stube durchweht.Eintönig spricht ein Knecht das GebetUnd ein Hahn kräht unter der Tür.
Und wieder ins Feld. Ein Grauen packtSie oft im tosenden ÄhrengebrausUnd klirrend schwingen ein und ausDie Sensen geisterhaft im Takt.
Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,Still sitzen Kranke im Sonnenschein.Im Acker mühn sich singend die Frau'n,Die Klosterglocken läuten darein.Die Vögel sagen dir ferne Mär',Die Klosterglocken läuten darein.Vom Hof tönt sanft die Geige her.Heut keltern sie den braunen Wein.Da zeigt der Mensch sich froh und lind.Heut keltern sie den braunen Wein.Weit offen die Totenkammern sindUnd schön bemalt vom Sonnenschein.
Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,Still sitzen Kranke im Sonnenschein.Im Acker mühn sich singend die Frau'n,Die Klosterglocken läuten darein.
Die Vögel sagen dir ferne Mär',Die Klosterglocken läuten darein.Vom Hof tönt sanft die Geige her.Heut keltern sie den braunen Wein.
Da zeigt der Mensch sich froh und lind.Heut keltern sie den braunen Wein.Weit offen die Totenkammern sindUnd schön bemalt vom Sonnenschein.
Im Hof scheint weiß der herbstliche Mond.Vom Dachrand fallen phantastische Schatten.Ein Schweigen in leeren Fenstern wohnt;Da tauchen leise herauf die RattenUnd huschen pfeifend hier und dortUnd ein gräulicher Dunsthauch wittertIhnen nach aus dem Abort,Den geisterhaft der Mondschein durchzittert.Und sie keifen vor Gier wie tollUnd erfüllen Haus und Scheunen,Die von Korn und Früchten voll.Eisige Winde im Dunkel greinen.
Im Hof scheint weiß der herbstliche Mond.Vom Dachrand fallen phantastische Schatten.Ein Schweigen in leeren Fenstern wohnt;Da tauchen leise herauf die Ratten
Und huschen pfeifend hier und dortUnd ein gräulicher Dunsthauch wittertIhnen nach aus dem Abort,Den geisterhaft der Mondschein durchzittert.
Und sie keifen vor Gier wie tollUnd erfüllen Haus und Scheunen,Die von Korn und Früchten voll.Eisige Winde im Dunkel greinen.
Ludwig von Ficker zugeeignet
Oft am Brunnen, wenn es dämmert,Sieht man sie verzaubert stehenWasser schöpfen, wenn es dämmert.Eimer auf und nieder gehen.In den Buchen Dohlen flatternUnd sie gleichet einem Schatten.Ihre gelben Haare flatternUnd im Hofe schrein die Ratten.Und umschmeichelt von VerfalleSenkt sie die entzundenen Lider.Dürres Gras neigt im VerfalleSich zu ihren Füßen nieder.
Oft am Brunnen, wenn es dämmert,Sieht man sie verzaubert stehenWasser schöpfen, wenn es dämmert.Eimer auf und nieder gehen.
In den Buchen Dohlen flatternUnd sie gleichet einem Schatten.Ihre gelben Haare flatternUnd im Hofe schrein die Ratten.
Und umschmeichelt von VerfalleSenkt sie die entzundenen Lider.Dürres Gras neigt im VerfalleSich zu ihren Füßen nieder.
Stille schafft sie in der KammerUnd der Hof liegt längst verödet.Im Holunder vor der KammerKläglich eine Amsel flötet.Silbern schaut ihr Bild im SpiegelFremd sie an im ZwielichtscheineUnd verdämmert fahl im SpiegelUnd ihr graut vor seiner Reine.Traumhaft singt ein Knecht im DunkelUnd sie starrt von Schmerz geschüttelt.Röte träufelt durch das Dunkel.Jäh am Tor der Südwind rüttelt.
Stille schafft sie in der KammerUnd der Hof liegt längst verödet.Im Holunder vor der KammerKläglich eine Amsel flötet.
Silbern schaut ihr Bild im SpiegelFremd sie an im ZwielichtscheineUnd verdämmert fahl im SpiegelUnd ihr graut vor seiner Reine.
Traumhaft singt ein Knecht im DunkelUnd sie starrt von Schmerz geschüttelt.Röte träufelt durch das Dunkel.Jäh am Tor der Südwind rüttelt.
Nächtens übern kahlen AngerGaukelt sie in Fieberträumen.Mürrisch greint der Wind im AngerUnd der Mond lauscht aus den Bäumen.Balde rings die Sterne bleichenUnd ermattet von BeschwerdeWächsern ihre Wangen bleichen.Fäulnis wittert aus der Erde.Traurig rauscht das Rohr im TümpelUnd sie friert in sich gekauert.Fern ein Hahn kräht. Übern TümpelHart und grau der Morgen schauert.
Nächtens übern kahlen AngerGaukelt sie in Fieberträumen.Mürrisch greint der Wind im AngerUnd der Mond lauscht aus den Bäumen.
Balde rings die Sterne bleichenUnd ermattet von BeschwerdeWächsern ihre Wangen bleichen.Fäulnis wittert aus der Erde.
Traurig rauscht das Rohr im TümpelUnd sie friert in sich gekauert.Fern ein Hahn kräht. Übern TümpelHart und grau der Morgen schauert.
In der Schmiede dröhnt der HammerUnd sie huscht am Tor vorüber.Glührot schwingt der Knecht den HammerUnd sie schaut wie tot hinüber.Wie im Traum trifft sie ein Lachen;Und sie taumelt in die Schmiede,Scheu geduckt vor seinem Lachen,Wie der Hammer hart und rüde.Hell versprühn im Raum die FunkenUnd mit hilfloser GebärdeHascht sie nach den wilden FunkenUnd sie stürzt betäubt zur Erde.
In der Schmiede dröhnt der HammerUnd sie huscht am Tor vorüber.Glührot schwingt der Knecht den HammerUnd sie schaut wie tot hinüber.
Wie im Traum trifft sie ein Lachen;Und sie taumelt in die Schmiede,Scheu geduckt vor seinem Lachen,Wie der Hammer hart und rüde.
Hell versprühn im Raum die FunkenUnd mit hilfloser GebärdeHascht sie nach den wilden FunkenUnd sie stürzt betäubt zur Erde.
Schmächtig hingestreckt im BetteWacht sie auf voll süßem BangenUnd sie sieht ihr schmutzig BetteGanz von goldnem Licht verhangen,Die Reseden dort am FensterUnd den bläulich hellen Himmel.Manchmal trägt der Wind ans FensterEiner Glocke zag Gebimmel.Schatten gleiten übers Kissen,Langsam schlägt die MittagsstundeUnd sie atmet schwer im KissenUnd ihr Mund gleicht einer Wunde.
Schmächtig hingestreckt im BetteWacht sie auf voll süßem BangenUnd sie sieht ihr schmutzig BetteGanz von goldnem Licht verhangen,
Die Reseden dort am FensterUnd den bläulich hellen Himmel.Manchmal trägt der Wind ans FensterEiner Glocke zag Gebimmel.
Schatten gleiten übers Kissen,Langsam schlägt die MittagsstundeUnd sie atmet schwer im KissenUnd ihr Mund gleicht einer Wunde.
Abends schweben blutige Linnen,Wolken über stummen Wäldern,Die gehüllt in schwarze Linnen.Spatzen lärmen auf den Feldern.Und sie liegt ganz weiß im Dunkel.Unterm Dach verhaucht ein Girren.Wie ein Aas in Busch und DunkelFliegen ihren Mund umschwirren.Traumhaft klingt im braunen WeilerNach ein Klang von Tanz und Geigen,Schwebt ihr Antlitz durch den Weiler,Weht ihr Haar in kahlen Zweigen.
Abends schweben blutige Linnen,Wolken über stummen Wäldern,Die gehüllt in schwarze Linnen.Spatzen lärmen auf den Feldern.
Und sie liegt ganz weiß im Dunkel.Unterm Dach verhaucht ein Girren.Wie ein Aas in Busch und DunkelFliegen ihren Mund umschwirren.
Traumhaft klingt im braunen WeilerNach ein Klang von Tanz und Geigen,Schwebt ihr Antlitz durch den Weiler,Weht ihr Haar in kahlen Zweigen.
Verflossen ist das Gold der Tage,Des Abends braun und blaue Farben:Des Hirten sanfte Flöten starben,Des Abends blau und braune Farben;Verflossen ist das Gold der Tage.
Verflossen ist das Gold der Tage,Des Abends braun und blaue Farben:Des Hirten sanfte Flöten starben,Des Abends blau und braune Farben;Verflossen ist das Gold der Tage.
An Karl Hauer
Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,Sie streuen heute Blumen blau und rotAuf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,Auch sieht man Lichter in der Irre gehn.Das Seufzen Liebender haucht in GezweigenUnd dort verwest die Mutter mit dem Kind.Unwirklich scheinet der Lebendigen ReigenUnd wunderlich zerstreut im Abendwind.Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.Erbarm' dich Gott der Frauen Höll' und Qual,Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.Einsame wandeln still im Sternensaal.
Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,Sie streuen heute Blumen blau und rotAuf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.
O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,Auch sieht man Lichter in der Irre gehn.
Das Seufzen Liebender haucht in GezweigenUnd dort verwest die Mutter mit dem Kind.Unwirklich scheinet der Lebendigen ReigenUnd wunderlich zerstreut im Abendwind.
Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.Erbarm' dich Gott der Frauen Höll' und Qual,Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.Einsame wandeln still im Sternensaal.
An Max von Esterle
Schwarze Himmel von Metall.Kreuz in roten Stürmen wehenAbends hungertolle KrähenÜber Parken gram und fahl.Im Gewölk erfriert ein Strahl;Und vor Satans Flüchen drehenJene sich im Kreis und gehenNieder siebenfach an Zahl.In Verfaultem süß und schalLautlos ihre Schnäbel mähen.Häuser dräu'n aus stummen Nähen;Helle im Theatersaal.Kirchen, Brücken und SpitalGrauenvoll im Zwielicht stehen.Blutbefleckte Linnen blähenSegel sich auf dem Kanal.
Schwarze Himmel von Metall.Kreuz in roten Stürmen wehenAbends hungertolle KrähenÜber Parken gram und fahl.
Im Gewölk erfriert ein Strahl;Und vor Satans Flüchen drehenJene sich im Kreis und gehenNieder siebenfach an Zahl.
In Verfaultem süß und schalLautlos ihre Schnäbel mähen.Häuser dräu'n aus stummen Nähen;Helle im Theatersaal.
Kirchen, Brücken und SpitalGrauenvoll im Zwielicht stehen.Blutbefleckte Linnen blähenSegel sich auf dem Kanal.
Verhallend eines Gongs braungoldne Klänge –Ein Liebender erwacht in schwarzen ZimmernDie Wang' an Flammen, die im Fenster flimmern.Am Strome blitzen Segel, Masten, Stränge.Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge.Gitarren klimpern, rote Kittel schimmern.Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern;Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen.Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster;Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.Des Vogelfluges wirre Zeichen lesenAussätzige, die zur Nacht vielleicht verwesen.Im Park erblicken zitternd sich Geschwister.
Verhallend eines Gongs braungoldne Klänge –Ein Liebender erwacht in schwarzen ZimmernDie Wang' an Flammen, die im Fenster flimmern.Am Strome blitzen Segel, Masten, Stränge.
Ein Mönch, ein schwangres Weib dort im Gedränge.Gitarren klimpern, rote Kittel schimmern.Kastanien schwül in goldnem Glanz verkümmern;Schwarz ragt der Kirchen trauriges Gepränge.
Aus bleichen Masken schaut der Geist des Bösen.Ein Platz verdämmert grauenvoll und düster;Am Abend regt auf Inseln sich Geflüster.
Des Vogelfluges wirre Zeichen lesenAussätzige, die zur Nacht vielleicht verwesen.Im Park erblicken zitternd sich Geschwister.
Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,Die lang mich anschaun im Vorübergleiten.Gitarrenklänge sanft den Herbst begleitenIm Garten, aufgelöst in braunen Laugen.Des Todes ernste Düsternis bereitenNymphische Hände, an roten Brüsten saugenVerfallne Lippen und in schwarzen LaugenDes Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.
Bläuliche Schatten. O ihr dunklen Augen,Die lang mich anschaun im Vorübergleiten.Gitarrenklänge sanft den Herbst begleitenIm Garten, aufgelöst in braunen Laugen.Des Todes ernste Düsternis bereitenNymphische Hände, an roten Brüsten saugenVerfallne Lippen und in schwarzen LaugenDes Sonnenjünglings feuchte Locken gleiten.
Sonne, herbstlich dünn und zag,Und das Obst fällt von den Bäumen.Stille wohnt in blauen RäumenEinen langen Nachmittag.Sterbeklänge von Metall;Und ein weißes Tier bricht nieder.Brauner Mädchen rauhe LiederSind verweht im Blätterfall.Stirne Gottes Farben träumt,Spürt des Wahnsinns sanfte Flügel.Schatten drehen sich am HügelVon Verwesung schwarz umsäumt.Dämmerung voll Ruh und Wein;Traurige Gitarren rinnen.Und zur milden Lampe drinnenKehrst du wie im Traume ein.
Sonne, herbstlich dünn und zag,Und das Obst fällt von den Bäumen.Stille wohnt in blauen RäumenEinen langen Nachmittag.
Sterbeklänge von Metall;Und ein weißes Tier bricht nieder.Brauner Mädchen rauhe LiederSind verweht im Blätterfall.
Stirne Gottes Farben träumt,Spürt des Wahnsinns sanfte Flügel.Schatten drehen sich am HügelVon Verwesung schwarz umsäumt.
Dämmerung voll Ruh und Wein;Traurige Gitarren rinnen.Und zur milden Lampe drinnenKehrst du wie im Traume ein.
Immer wieder kehrst du Melancholie,O Sanftmut der einsamen Seele.Zu Ende glüht ein goldener Tag.Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der GeduldigeTönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.Siehe! es dämmert schon.Wieder kehrt die Nacht und klagt ein SterblichesUnd es leidet ein anderes mit.Schaudernd unter herbstlichen SternenNeigt sich jährlich tiefer das Haupt.
Immer wieder kehrst du Melancholie,O Sanftmut der einsamen Seele.Zu Ende glüht ein goldener Tag.
Demutsvoll beugt sich dem Schmerz der GeduldigeTönend von Wohllaut und weichem Wahnsinn.Siehe! es dämmert schon.
Wieder kehrt die Nacht und klagt ein SterblichesUnd es leidet ein anderes mit.
Schaudernd unter herbstlichen SternenNeigt sich jährlich tiefer das Haupt.
Am Abend liegt die Stätte öd und braun,Die Luft von gräulichem Gestank durchzogen.Das Donnern eines Zugs vom Brückenbogen –Und Spatzen flattern über Busch und Zaun.Geduckte Hütten, Pfade wirr verstreut,In Gärten Durcheinander und Bewegung,Bisweilen schwillt Geheul aus dumpfer Regung,In einer Kinderschar fliegt rot ein Kleid.Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor.In Körben tragen Frauen Eingeweide,Ein ekelhafter Zug voll Schmutz und Räude,Kommen sie aus der Dämmerung hervor.Und ein Kanal speit plötzlich feistes BlutVom Schlachthaus in den stillen Fluß hinunter.Die Föhne färben karge Stauden bunterUnd langsam kriecht die Röte durch die Flut.Ein Flüstern, das in trübem Schlaf ertrinkt.Gebilde gaukeln auf aus Wassergräben,Vielleicht Erinnerung an ein früheres Leben,Die mit den warmen Winden steigt und sinkt.Aus Wolken tauchen schimmernde Alleen,Erfüllt von schönen Wägen, kühnen Reitern.Dann sieht man auch ein Schiff auf Klippen scheiternUnd manchmal rosenfarbene Moscheen.
Am Abend liegt die Stätte öd und braun,Die Luft von gräulichem Gestank durchzogen.Das Donnern eines Zugs vom Brückenbogen –Und Spatzen flattern über Busch und Zaun.
Geduckte Hütten, Pfade wirr verstreut,In Gärten Durcheinander und Bewegung,Bisweilen schwillt Geheul aus dumpfer Regung,In einer Kinderschar fliegt rot ein Kleid.
Am Kehricht pfeift verliebt ein Rattenchor.In Körben tragen Frauen Eingeweide,Ein ekelhafter Zug voll Schmutz und Räude,Kommen sie aus der Dämmerung hervor.
Und ein Kanal speit plötzlich feistes BlutVom Schlachthaus in den stillen Fluß hinunter.Die Föhne färben karge Stauden bunterUnd langsam kriecht die Röte durch die Flut.
Ein Flüstern, das in trübem Schlaf ertrinkt.Gebilde gaukeln auf aus Wassergräben,Vielleicht Erinnerung an ein früheres Leben,Die mit den warmen Winden steigt und sinkt.
Aus Wolken tauchen schimmernde Alleen,Erfüllt von schönen Wägen, kühnen Reitern.Dann sieht man auch ein Schiff auf Klippen scheiternUnd manchmal rosenfarbene Moscheen.
Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt –Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen,Im Abendgarten kahle Bäume sausen.Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.Vielleicht, daß diese Stunde stille steht.Vor trüben Augen blaue Bilder gaukelnIm Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln.Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.Im Hasel spielen Mädchen blaß und blind,Wie Liebende, die sich im Schlaf umschlingen.Vielleicht, daß um ein Aas dort Fliegen singen,Vielleicht auch weint im Mutterschoß ein Kind.Aus Händen sinken Astern blau und rot,Des Jünglings Mund entgleitet fremd und weise;Und Lider flattern angstverwirrt und leise;Durch Fieberschwärze weht ein Duft von Brot.Es scheint, man hört auch gräßliches Geschrei;Gebeine durch verfallne Mauern schimmern.Ein böses Herz lacht laut in schönen Zimmern;An einem Träumer läuft ein Hund vorbei.Ein leerer Sarg im Dunkel sich verliert.Dem Mörder will ein Raum sich bleich erhellen,Indes Laternen nachts im Sturm zerschellen.Des Edlen weiße Schläfe Lorbeer ziert.
Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt –Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen,Im Abendgarten kahle Bäume sausen.Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.
Vielleicht, daß diese Stunde stille steht.Vor trüben Augen blaue Bilder gaukelnIm Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln.Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.
Im Hasel spielen Mädchen blaß und blind,Wie Liebende, die sich im Schlaf umschlingen.Vielleicht, daß um ein Aas dort Fliegen singen,Vielleicht auch weint im Mutterschoß ein Kind.
Aus Händen sinken Astern blau und rot,Des Jünglings Mund entgleitet fremd und weise;Und Lider flattern angstverwirrt und leise;Durch Fieberschwärze weht ein Duft von Brot.
Es scheint, man hört auch gräßliches Geschrei;Gebeine durch verfallne Mauern schimmern.Ein böses Herz lacht laut in schönen Zimmern;An einem Träumer läuft ein Hund vorbei.
Ein leerer Sarg im Dunkel sich verliert.Dem Mörder will ein Raum sich bleich erhellen,Indes Laternen nachts im Sturm zerschellen.Des Edlen weiße Schläfe Lorbeer ziert.
Karl Kraus zugeeignet
Es ist ein Licht, das der Wind ausgelöscht hat.Es ist ein Heidekrug, den am Nachmittag ein Betrunkener verläßt.Es ist ein Weinberg, verbrannt und schwarz mit Löchern voll Spinnen.Es ist ein Raum, den sie mit Milch getüncht haben.Der Wahnsinnige ist gestorben. Es ist eine Insel der Südsee,Den Sonnengott zu empfangen. Man rührt die Trommeln.Die Männer führen kriegerische Tänze auf.Die Frauen wiegen die Hüften in Schlinggewächsen und Feuerblumen,Wenn das Meer singt. O unser verlorenes Paradies.* * *Die Nymphen haben die goldenen Wälder verlassen.Man begräbt den Fremden. Dann hebt ein Flimmerregen an.Der Sohn des Pan erscheint in Gestalt eines Erdarbeiters,Der den Mittag am glühenden Asphalt verschläft.Es sind kleine Mädchen in einem Hof in Kleidchen voll herzzerreißender Armut!Es sind Zimmer, erfüllt von Akkorden und Sonaten.Es sind Schatten, die sich vor einem erblindeten Spiegel umarmen.An den Fenstern des Spitals wärmen sich Genesende.Ein weißer Dampfer am Kanal trägt blutige Seuchen herauf.* * *Die fremde Schwester erscheint wieder in jemands bösen Träumen.Ruhend im Haselgebüsch spielt sie mit seinen Sternen.Der Student, vielleicht ein Doppelgänger, schaut ihr lange vom Fenster nach.Hinter ihm steht sein toter Bruder, oder er geht die alte Wendeltreppe herab.Im Dunkel brauner Kastanien verblaßt die Gestalt des jungen Novizen.Der Garten ist im Abend. Im Kreuzgang flattern die Fledermäuse umher.Die Kinder des Hausmeisters hören zu spielen auf und suchen das Gold des Himmels.Endakkorde eines Quartetts. Die kleine Blinde läuft zitternd durch die Allee,Und später tastet ihr Schatten an kalten Mauern hin, umgeben von Märchen und heiligen Legenden.* * *Es ist ein leeres Boot, das am Abend den schwarzen Kanal heruntertreibt.In der Düsternis des alten Asyls verfallen menschliche Ruinen.Die toten Waisen liegen an der Gartenmauer.Aus grauen Zimmern treten Engel mit kotgefleckten Flügeln.Würmer tropfen von ihren vergilbten Lidern.Der Platz vor der Kirche ist finster und schweigsam, wie in den Tagen der Kindheit.Auf silbernen Sohlen gleiten frühere Leben vorbeiUnd die Schatten der Verdammten steigen zu den seufzenden Wassern nieder.In seinem Grab spielt der weiße Magier mit seinen Schlangen.* * *Schweigsam über der Schädelstätte öffnen sich Gottes goldene Augen.
Es ist ein Licht, das der Wind ausgelöscht hat.Es ist ein Heidekrug, den am Nachmittag ein Betrunkener verläßt.Es ist ein Weinberg, verbrannt und schwarz mit Löchern voll Spinnen.Es ist ein Raum, den sie mit Milch getüncht haben.Der Wahnsinnige ist gestorben. Es ist eine Insel der Südsee,Den Sonnengott zu empfangen. Man rührt die Trommeln.Die Männer führen kriegerische Tänze auf.Die Frauen wiegen die Hüften in Schlinggewächsen und Feuerblumen,Wenn das Meer singt. O unser verlorenes Paradies.
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Die Nymphen haben die goldenen Wälder verlassen.Man begräbt den Fremden. Dann hebt ein Flimmerregen an.Der Sohn des Pan erscheint in Gestalt eines Erdarbeiters,Der den Mittag am glühenden Asphalt verschläft.Es sind kleine Mädchen in einem Hof in Kleidchen voll herzzerreißender Armut!Es sind Zimmer, erfüllt von Akkorden und Sonaten.Es sind Schatten, die sich vor einem erblindeten Spiegel umarmen.An den Fenstern des Spitals wärmen sich Genesende.Ein weißer Dampfer am Kanal trägt blutige Seuchen herauf.
* * *
Die fremde Schwester erscheint wieder in jemands bösen Träumen.Ruhend im Haselgebüsch spielt sie mit seinen Sternen.Der Student, vielleicht ein Doppelgänger, schaut ihr lange vom Fenster nach.Hinter ihm steht sein toter Bruder, oder er geht die alte Wendeltreppe herab.Im Dunkel brauner Kastanien verblaßt die Gestalt des jungen Novizen.Der Garten ist im Abend. Im Kreuzgang flattern die Fledermäuse umher.Die Kinder des Hausmeisters hören zu spielen auf und suchen das Gold des Himmels.Endakkorde eines Quartetts. Die kleine Blinde läuft zitternd durch die Allee,Und später tastet ihr Schatten an kalten Mauern hin, umgeben von Märchen und heiligen Legenden.
* * *
Es ist ein leeres Boot, das am Abend den schwarzen Kanal heruntertreibt.In der Düsternis des alten Asyls verfallen menschliche Ruinen.Die toten Waisen liegen an der Gartenmauer.Aus grauen Zimmern treten Engel mit kotgefleckten Flügeln.Würmer tropfen von ihren vergilbten Lidern.Der Platz vor der Kirche ist finster und schweigsam, wie in den Tagen der Kindheit.Auf silbernen Sohlen gleiten frühere Leben vorbeiUnd die Schatten der Verdammten steigen zu den seufzenden Wassern nieder.In seinem Grab spielt der weiße Magier mit seinen Schlangen.
* * *
Schweigsam über der Schädelstätte öffnen sich Gottes goldene Augen.
Entlang an Gärten, herbstlich, rotversengt:Hier zeigt im Stillen sich ein tüchtig Leben.Des Menschen Hände tragen braune Reben,Indes der sanfte Schmerz im Blick sich senkt.Am Abend: Schritte gehn durch schwarzes LandErscheinender in roter Buchen Schweigen.Ein blaues Tier will sich vorm Tod verneigenUnd grauenvoll verfällt ein leer Gewand.Geruhiges vor einer Schenke spielt,Ein Antlitz ist berauscht ins Gras gesunken.Holunderfrüchte, Flöten weich und trunken,Resedenduft, der Weibliches umspült.
Entlang an Gärten, herbstlich, rotversengt:Hier zeigt im Stillen sich ein tüchtig Leben.Des Menschen Hände tragen braune Reben,Indes der sanfte Schmerz im Blick sich senkt.
Am Abend: Schritte gehn durch schwarzes LandErscheinender in roter Buchen Schweigen.Ein blaues Tier will sich vorm Tod verneigenUnd grauenvoll verfällt ein leer Gewand.
Geruhiges vor einer Schenke spielt,Ein Antlitz ist berauscht ins Gras gesunken.Holunderfrüchte, Flöten weich und trunken,Resedenduft, der Weibliches umspült.
Im Hof, verhext von milchigem Dämmerschein,Durch Herbstgebräuntes weiche Kranke gleiten.Ihr wächsern-runder Blick sinnt goldner Zeiten,Erfüllt von Träumerei und Ruh und Wein.Ihr Siechentum schließt geisterhaft sich ein.Die Sterne weiße Traurigkeit verbreiten.Im Grau, erfüllt von Täuschung und Geläuten,Sieh, wie die Schrecklichen sich wirr zerstreun.Formlose Spottgestalten huschen, kauernUnd flattern sie auf schwarz-gekreuzten Pfaden.O! trauervolle Schatten an den Mauern.Die andern fliehn durch dunkelnde Arkaden;Und nächtens stürzen sie aus roten SchauernDes Sternenwinds, gleich rasenden Mänaden.
Im Hof, verhext von milchigem Dämmerschein,Durch Herbstgebräuntes weiche Kranke gleiten.Ihr wächsern-runder Blick sinnt goldner Zeiten,Erfüllt von Träumerei und Ruh und Wein.
Ihr Siechentum schließt geisterhaft sich ein.Die Sterne weiße Traurigkeit verbreiten.Im Grau, erfüllt von Täuschung und Geläuten,Sieh, wie die Schrecklichen sich wirr zerstreun.
Formlose Spottgestalten huschen, kauernUnd flattern sie auf schwarz-gekreuzten Pfaden.O! trauervolle Schatten an den Mauern.
Die andern fliehn durch dunkelnde Arkaden;Und nächtens stürzen sie aus roten SchauernDes Sternenwinds, gleich rasenden Mänaden.
Weltunglück geistert durch den Nachmittag.Baracken fliehn durch Gärtchen braun und wüst.Lichtschnuppen gaukeln um verbrannten Mist,Zwei Schläfer schwanken heimwärts, grau und vag.Auf der verdorrten Wiese läuft ein KindUnd spielt mit seinen Augen schwarz und glatt.Das Gold tropft von den Büschen trüb und matt.Ein alter Mann dreht traurig sich im Wind.Am Abend wieder über meinem HauptSaturn lenkt stumm ein elendes Geschick.Ein Baum, ein Hund tritt hinter sich zurückUnd schwarz schwankt Gottes Himmel und entlaubt.Ein Fischlein gleitet schnell hinab den Bach;Und leise rührt des toten Freundes HandUnd glättet liebend Stirne und Gewand.Ein Licht ruft Schatten in den Zimmern wach.
Weltunglück geistert durch den Nachmittag.Baracken fliehn durch Gärtchen braun und wüst.Lichtschnuppen gaukeln um verbrannten Mist,Zwei Schläfer schwanken heimwärts, grau und vag.
Auf der verdorrten Wiese läuft ein KindUnd spielt mit seinen Augen schwarz und glatt.Das Gold tropft von den Büschen trüb und matt.Ein alter Mann dreht traurig sich im Wind.
Am Abend wieder über meinem HauptSaturn lenkt stumm ein elendes Geschick.Ein Baum, ein Hund tritt hinter sich zurückUnd schwarz schwankt Gottes Himmel und entlaubt.
Ein Fischlein gleitet schnell hinab den Bach;Und leise rührt des toten Freundes HandUnd glättet liebend Stirne und Gewand.Ein Licht ruft Schatten in den Zimmern wach.
Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt.Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht.Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist –Wie traurig dieser Abend.Am Weiler vorbeiSammelt die sanfte Waise noch spärliche Ähren ein.Ihre Augen weiden rund und goldig in der DämmerungUnd ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams.Bei der HeimkehrFanden die Hirten den süßen LeibVerwest im Dornenbusch.Ein Schatten bin ich ferne finsteren Dörfern.Gottes SchweigenTrank ich aus dem Brunnen des Hains.Auf meine Stirne tritt kaltes Metall.Spinnen suchen mein Herz.Es ist ein Licht, das in meinem Mund erlöscht.Nachts fand ich mich auf einer Heide,Starrend von Unrat und Staub der Sterne.Im HaselgebüschKlangen wieder kristallne Engel.
Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt.Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht.Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist –Wie traurig dieser Abend.
Am Weiler vorbeiSammelt die sanfte Waise noch spärliche Ähren ein.Ihre Augen weiden rund und goldig in der DämmerungUnd ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams.
Bei der HeimkehrFanden die Hirten den süßen LeibVerwest im Dornenbusch.
Ein Schatten bin ich ferne finsteren Dörfern.Gottes SchweigenTrank ich aus dem Brunnen des Hains.
Auf meine Stirne tritt kaltes Metall.Spinnen suchen mein Herz.Es ist ein Licht, das in meinem Mund erlöscht.
Nachts fand ich mich auf einer Heide,Starrend von Unrat und Staub der Sterne.Im HaselgebüschKlangen wieder kristallne Engel.
Unter verschnittenen Weiden, wo braune Kinder spielenUnd Blätter treiben, tönen Trompeten. Ein Kirchhofsschauer.Fahnen von Scharlach stürzen durch des Ahorns Trauer,Reiter entlang an Roggenfeldern, leeren Mühlen.Oder Hirten singen nachts und Hirsche tretenIn den Kreis ihrer Feuer, des Hains uralte Trauer,Tanzende heben sich von einer schwarzen Mauer;Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten.
Unter verschnittenen Weiden, wo braune Kinder spielenUnd Blätter treiben, tönen Trompeten. Ein Kirchhofsschauer.Fahnen von Scharlach stürzen durch des Ahorns Trauer,Reiter entlang an Roggenfeldern, leeren Mühlen.
Oder Hirten singen nachts und Hirsche tretenIn den Kreis ihrer Feuer, des Hains uralte Trauer,Tanzende heben sich von einer schwarzen Mauer;Fahnen von Scharlach, Lachen, Wahnsinn, Trompeten.
Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt;Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen.Und jene sind versammelt zwölf an Zahl.Nachts schrein im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen;Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.
Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt;Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen.Und jene sind versammelt zwölf an Zahl.Nachts schrein im Schlaf sie unter Ölbaumzweigen;Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.
An Erhard Buschbeck
Blick in Opal: ein Dorf umkränzt von dürrem Wein,Der Stille grauer Wolken, gelber FelsenhügelUnd abendlicher Quellen Kühle: ZwillingsspiegelUmrahmt von Schatten und von schleimigem Gestein.Des Herbstes Weg und Kreuze gehn in Abend ein,Singende Pilger und die blutbefleckten Linnen.Des Einsamen Gestalt kehrt also sich nach innenUnd geht, ein bleicher Engel, durch den leeren Hain.Aus Schwarzem bläst der Föhn. Mit Satyrn im VereinSind schlanke Weiblein; Mönche der Wollust bleiche Priester,Ihr Wahnsinn schmückt mit Lilien sich schön und düsterUnd hebt die Hände auf zu Gottes goldenem Schrein.
Blick in Opal: ein Dorf umkränzt von dürrem Wein,Der Stille grauer Wolken, gelber FelsenhügelUnd abendlicher Quellen Kühle: ZwillingsspiegelUmrahmt von Schatten und von schleimigem Gestein.
Des Herbstes Weg und Kreuze gehn in Abend ein,Singende Pilger und die blutbefleckten Linnen.Des Einsamen Gestalt kehrt also sich nach innenUnd geht, ein bleicher Engel, durch den leeren Hain.
Aus Schwarzem bläst der Föhn. Mit Satyrn im VereinSind schlanke Weiblein; Mönche der Wollust bleiche Priester,Ihr Wahnsinn schmückt mit Lilien sich schön und düsterUnd hebt die Hände auf zu Gottes goldenem Schrein.
Der ihn befeuchtet, rosig hängt ein Tropfen TauIm Rosmarin: hinfließt ein Hauch von Grabgerüchen,Spitälern, wirr erfüllt von Fieberschrein und Flüchen.Gebein steigt aus dem Erbbegräbnis morsch und grau.In blauem Schleim und Schleiern tanzt des Greisen Frau,Das schmutzstarrende Haar erfüllt von schwarzen Tränen,Die Knaben träumen wirr in dürren WeidensträhnenUnd ihre Stirnen sind von Aussatz kahl und rauh.Durchs Bogenfenster sinkt ein Abend lind und lau.Ein Heiliger tritt aus seinen schwarzen Wundenmalen.Die Purpurschnecken kriechen aus zerbrochenen SchalenUnd speien Blut in Dorngewinde starr und grau.
Der ihn befeuchtet, rosig hängt ein Tropfen TauIm Rosmarin: hinfließt ein Hauch von Grabgerüchen,Spitälern, wirr erfüllt von Fieberschrein und Flüchen.Gebein steigt aus dem Erbbegräbnis morsch und grau.
In blauem Schleim und Schleiern tanzt des Greisen Frau,Das schmutzstarrende Haar erfüllt von schwarzen Tränen,Die Knaben träumen wirr in dürren WeidensträhnenUnd ihre Stirnen sind von Aussatz kahl und rauh.
Durchs Bogenfenster sinkt ein Abend lind und lau.Ein Heiliger tritt aus seinen schwarzen Wundenmalen.Die Purpurschnecken kriechen aus zerbrochenen SchalenUnd speien Blut in Dorngewinde starr und grau.
Die Blinden streuen in eiternde Wunden Weiherauch.Rotgoldene Gewänder; Fackeln; Psalmensingen;Und Mädchen, die wie Gift den Leib des Herrn umschlingen.Gestalten schreiten wächsernstarr durch Glut und Rauch.Aussätziger mitternächtigen Tanz führt an ein GauchDürrknöchern. Garten wunderlicher Abenteuer;Verzerrtes; Blumenfratzen, Lachen; UngeheuerUnd rollendes Gestirn im schwarzen Dornenstrauch.O Armut, Bettelsuppe, Brot und süßer Lauch;Des Lebens Träumerei in Hütten vor den Wäldern.Grau härtet sich der Himmel über gelben FeldernUnd eine Abendglocke singt nach altem Brauch.
Die Blinden streuen in eiternde Wunden Weiherauch.Rotgoldene Gewänder; Fackeln; Psalmensingen;Und Mädchen, die wie Gift den Leib des Herrn umschlingen.Gestalten schreiten wächsernstarr durch Glut und Rauch.
Aussätziger mitternächtigen Tanz führt an ein GauchDürrknöchern. Garten wunderlicher Abenteuer;Verzerrtes; Blumenfratzen, Lachen; UngeheuerUnd rollendes Gestirn im schwarzen Dornenstrauch.
O Armut, Bettelsuppe, Brot und süßer Lauch;Des Lebens Träumerei in Hütten vor den Wäldern.Grau härtet sich der Himmel über gelben FeldernUnd eine Abendglocke singt nach altem Brauch.
Am Abend hört man den Schrei der Fledermäuse,Zwei Rappen springen auf der Wiese,Der rote Ahorn rauscht.Dem Wanderer erscheint die kleine Schenke am Weg.Herrlich schmecken junger Wein und Nüsse,Herrlich: betrunken zu taumeln in dämmernden Wald.Durch schwarzes Geäst tönen schmerzliche Glocken,Auf das Gesicht tropft Tau.
Am Abend hört man den Schrei der Fledermäuse,Zwei Rappen springen auf der Wiese,Der rote Ahorn rauscht.Dem Wanderer erscheint die kleine Schenke am Weg.Herrlich schmecken junger Wein und Nüsse,Herrlich: betrunken zu taumeln in dämmernden Wald.Durch schwarzes Geäst tönen schmerzliche Glocken,Auf das Gesicht tropft Tau.
An Karl Röck
Das braune Dorf. Ein Dunkles zeigt im SchreitenSich oft an Mauern, die im Herbste stehn,Gestalten: Mann wie Weib, Verstorbene gehnIn kühlen Stuben jener Bett bereiten.Hier spielen Knaben. Schwere Schatten breitenSich über braune Jauche. Mägde gehnDurch feuchte Bläue und bisweilen sehnAus Augen sie, erfüllt von Nachtgeläuten.Für Einsames ist eine Schenke da;Das säumt geduldig unter dunklen Bogen,Von goldenem Tabaksgewölk umzogen.Doch immer ist das Eigne schwarz und nah.Der Trunkne sinnt im Schatten alter BogenDen wilden Vögeln nach, die ferngezogen.
Das braune Dorf. Ein Dunkles zeigt im SchreitenSich oft an Mauern, die im Herbste stehn,Gestalten: Mann wie Weib, Verstorbene gehnIn kühlen Stuben jener Bett bereiten.
Hier spielen Knaben. Schwere Schatten breitenSich über braune Jauche. Mägde gehnDurch feuchte Bläue und bisweilen sehnAus Augen sie, erfüllt von Nachtgeläuten.
Für Einsames ist eine Schenke da;Das säumt geduldig unter dunklen Bogen,Von goldenem Tabaksgewölk umzogen.
Doch immer ist das Eigne schwarz und nah.Der Trunkne sinnt im Schatten alter BogenDen wilden Vögeln nach, die ferngezogen.
Wo du gehst wird Herbst und Abend,Blaues Wild, das unter Bäumen tönt,Einsamer Weiher am Abend.Leise der Flug der Vögel tönt,Die Schwermut über deinen Augenbogen.Dein schmales Lächeln tönt.Gott hat deine Lider verbogen.Sterne suchen nachts, Karfreitagskind,Deinen Stirnenbogen.
Wo du gehst wird Herbst und Abend,Blaues Wild, das unter Bäumen tönt,Einsamer Weiher am Abend.
Leise der Flug der Vögel tönt,Die Schwermut über deinen Augenbogen.Dein schmales Lächeln tönt.
Gott hat deine Lider verbogen.Sterne suchen nachts, Karfreitagskind,Deinen Stirnenbogen.
O der Abend, der in die finsteren Dörfer der Kindheit geht.Der Weiher unter den WeidenFüllt sich mit den verpesteten Seufzern der Schwermut.O der Wald, der leise die braunen Augen senkt,Da aus des Einsamen knöchernen HändenDer Purpur seiner verzückten Tage hinsinkt.O die Nähe des Todes. Laß uns beten.In dieser Nacht lösen auf lauen KissenVergilbt von Weihrauch sich der Liebenden schmächtige Glieder.
O der Abend, der in die finsteren Dörfer der Kindheit geht.Der Weiher unter den WeidenFüllt sich mit den verpesteten Seufzern der Schwermut.
O der Wald, der leise die braunen Augen senkt,Da aus des Einsamen knöchernen HändenDer Purpur seiner verzückten Tage hinsinkt.
O die Nähe des Todes. Laß uns beten.In dieser Nacht lösen auf lauen KissenVergilbt von Weihrauch sich der Liebenden schmächtige Glieder.
Verwestes gleitend durch die morsche Stube;Schatten an gelben Tapeten; in dunklen Spiegeln wölbtSich unserer Hände elfenbeinerne Traurigkeit.Braune Perlen rinnen durch die erstorbenen Finger.In der StilleTun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.Blau ist auch der Abend;Die Stunde unseres Absterbens, Azraels Schatten,Der ein braunes Gärtchen verdunkelt.
Verwestes gleitend durch die morsche Stube;Schatten an gelben Tapeten; in dunklen Spiegeln wölbtSich unserer Hände elfenbeinerne Traurigkeit.
Braune Perlen rinnen durch die erstorbenen Finger.In der StilleTun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.
Blau ist auch der Abend;Die Stunde unseres Absterbens, Azraels Schatten,Der ein braunes Gärtchen verdunkelt.
Aus braunen Mauern tritt ein Dorf, ein Feld.Ein Hirt verwest auf einem alten Stein.Der Saum des Walds schließt blaue Tiere ein,Das sanfte Laub, das in die Stille fällt.Der Bauern braune Stirnen. Lange töntDie Abendglocke; schön ist frommer Brauch,Des Heilands schwarzes Haupt im Dornenstrauch,Die kühle Stube, die der Tod versöhnt.Wie bleich die Mütter sind. Die Bläue sinktAuf Glas und Truh, die stolz ihr Sinn bewahrt;Auch neigt ein weißes Haupt sich hochbejahrtAufs Enkelkind, das Milch und Sterne trinkt.
Aus braunen Mauern tritt ein Dorf, ein Feld.Ein Hirt verwest auf einem alten Stein.Der Saum des Walds schließt blaue Tiere ein,Das sanfte Laub, das in die Stille fällt.
Der Bauern braune Stirnen. Lange töntDie Abendglocke; schön ist frommer Brauch,Des Heilands schwarzes Haupt im Dornenstrauch,Die kühle Stube, die der Tod versöhnt.
Wie bleich die Mütter sind. Die Bläue sinktAuf Glas und Truh, die stolz ihr Sinn bewahrt;Auch neigt ein weißes Haupt sich hochbejahrtAufs Enkelkind, das Milch und Sterne trinkt.
Der Arme, der im Geiste einsam starb,Steigt wächsern über einen alten Pfad.Die Apfelbäume sinken kahl und stadIns Farbige ihrer Frucht, die schwarz verdarb.Noch immer wölbt das Dach aus dürrem StrohSich übern Schlaf der Kühe. Die blinde MagdErscheint im Hof; ein blaues Wasser klagt;Ein Pferdeschädel starrt vom morschen Tor.Der Idiot spricht dunklen Sinns ein WortDer Liebe, das im schwarzen Busch verhallt,Wo jene steht in schmaler Traumgestalt.Der Abend tönt in feuchter Bläue fort.
Der Arme, der im Geiste einsam starb,Steigt wächsern über einen alten Pfad.Die Apfelbäume sinken kahl und stadIns Farbige ihrer Frucht, die schwarz verdarb.
Noch immer wölbt das Dach aus dürrem StrohSich übern Schlaf der Kühe. Die blinde MagdErscheint im Hof; ein blaues Wasser klagt;Ein Pferdeschädel starrt vom morschen Tor.
Der Idiot spricht dunklen Sinns ein WortDer Liebe, das im schwarzen Busch verhallt,Wo jene steht in schmaler Traumgestalt.Der Abend tönt in feuchter Bläue fort.
Ans Fenster schlagen Äste föhnentlaubt.Im Schoß der Bäurin wächst ein wildes Weh.Durch ihre Arme rieselt schwarzer Schnee;Goldäugige Eulen flattern um ihr Haupt.Die Mauern starren kahl und grauverdrecktIns kühle Dunkel. Im Fieberbette friertDer schwangere Leib, den frech der Mond bestiert.Vor ihrer Kammer ist ein Hund verreckt.Drei Männer treten finster durch das TorMit Sensen, die im Feld zerbrochen sind.Durchs Fenster klirrt der rote Abendwind;Ein schwarzer Engel tritt daraus hervor.
Ans Fenster schlagen Äste föhnentlaubt.Im Schoß der Bäurin wächst ein wildes Weh.Durch ihre Arme rieselt schwarzer Schnee;Goldäugige Eulen flattern um ihr Haupt.
Die Mauern starren kahl und grauverdrecktIns kühle Dunkel. Im Fieberbette friertDer schwangere Leib, den frech der Mond bestiert.Vor ihrer Kammer ist ein Hund verreckt.
Drei Männer treten finster durch das TorMit Sensen, die im Feld zerbrochen sind.Durchs Fenster klirrt der rote Abendwind;Ein schwarzer Engel tritt daraus hervor.
Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn,Erscheinen unsere bleichen Gestalten vor uns.Wenn uns dürstet,Trinken wir die weißen Wasser des Teichs,Die Süße unserer traurigen Kindheit.Erstorbene ruhen wir unterm Holundergebüsch,Schaun den grauen Möven zu.Frühlingsgewölke steigen über die finstere Stadt,Die der Mönche edlere Zeiten schweigt.Da ich deine schmalen Hände nahmSchlugst du leise die runden Augen auf.Dieses ist lange her.Doch wenn dunkler Wohllaut die Seele heimsucht,Erscheinst du Weiße in des Freundes herbstlicher Landschaft.
Am Abend, wenn wir auf dunklen Pfaden gehn,Erscheinen unsere bleichen Gestalten vor uns.
Wenn uns dürstet,Trinken wir die weißen Wasser des Teichs,Die Süße unserer traurigen Kindheit.
Erstorbene ruhen wir unterm Holundergebüsch,Schaun den grauen Möven zu.
Frühlingsgewölke steigen über die finstere Stadt,Die der Mönche edlere Zeiten schweigt.
Da ich deine schmalen Hände nahmSchlugst du leise die runden Augen auf.Dieses ist lange her.
Doch wenn dunkler Wohllaut die Seele heimsucht,Erscheinst du Weiße in des Freundes herbstlicher Landschaft.
Resedenduft durchs kranke Fenster irrt;Ein alter Platz, Kastanien schwarz und wüst.Das Dach durchbricht ein goldener Strahl und fließtAuf die Geschwister traumhaft und verwirrt.Im Spülicht treibt Verfallnes, leise girrtDer Föhn im braunen Gärtchen; sehr still genießtIhr Gold die Sonnenblume und zerfließt.Durch blaue Luft der Ruf der Wache klirrt.Resedenduft. Die Mauern dämmern kahl.Der Schwester Schlaf ist schwer. Der Nachtwind wühltIn ihrem Haar, das mondner Glanz umspült.Der Katze Schatten gleitet blau und schmalVom morschen Dach, das nahes Unheil säumt,Die Kerzenflamme, die sich purpurn bäumt.
Resedenduft durchs kranke Fenster irrt;Ein alter Platz, Kastanien schwarz und wüst.Das Dach durchbricht ein goldener Strahl und fließtAuf die Geschwister traumhaft und verwirrt.
Im Spülicht treibt Verfallnes, leise girrtDer Föhn im braunen Gärtchen; sehr still genießtIhr Gold die Sonnenblume und zerfließt.Durch blaue Luft der Ruf der Wache klirrt.
Resedenduft. Die Mauern dämmern kahl.Der Schwester Schlaf ist schwer. Der Nachtwind wühltIn ihrem Haar, das mondner Glanz umspült.
Der Katze Schatten gleitet blau und schmalVom morschen Dach, das nahes Unheil säumt,Die Kerzenflamme, die sich purpurn bäumt.
Des Unbewegten Odem. Ein TiergesichtErstarrt vor Bläue, ihrer Heiligkeit.Gewaltig ist das Schweigen im Stein.Die Maske eines nächtlichen Vogels. Sanfter DreiklangVerklingt in einem. Elai! dein AntlitzBeugt sich sprachlos über bläuliche Wasser.O! ihr stillen Spiegel der Wahrheit.An des Einsamen elfenbeinerner SchläfeErscheint der Abglanz gefallener Engel.
Des Unbewegten Odem. Ein TiergesichtErstarrt vor Bläue, ihrer Heiligkeit.Gewaltig ist das Schweigen im Stein.
Die Maske eines nächtlichen Vogels. Sanfter DreiklangVerklingt in einem. Elai! dein AntlitzBeugt sich sprachlos über bläuliche Wasser.
O! ihr stillen Spiegel der Wahrheit.An des Einsamen elfenbeinerner SchläfeErscheint der Abglanz gefallener Engel.
In den einsamen Stunden des GeistesIst es schön, in der Sonne zu gehnAn den gelben Mauern des Sommers hin.Leise klingen die Schritte im Gras; doch immer schläftDer Sohn des Pan im grauen Marmor.Abends auf der Terrasse betranken wir uns mit braunem Wein.Rötlich glüht der Pfirsich im Laub;Sanfte Sonate, frohes Lachen.Schön ist die Stille der Nacht.Auf dunklem PlanBegegnen wir uns mit Hirten und weißen Sternen.Wenn es Herbst geworden istZeigt sich nüchterne Klarheit im Hain.Besänftigte wandeln wir an roten Mauern hinUnd die runden Augen folgen dem Flug der Vögel.Am Abend sinkt das weiße Wasser in Graburnen.In kahlen Gezweigen feiert der Himmel.In reinen Händen trägt der Landmann Brot und WeinUnd friedlich reifen die Früchte in sonniger Kammer.O wie ernst ist das Antlitz der teueren Toten.Doch die Seele erfreut gerechtes Anschaun.Gewaltigist das Schweigen des verwüsteten Gartens,Da der junge Novize die Stirne mit braunem Laub bekränzt,Sein Odem eisiges Gold trinkt.Die Hände rühren das Alter bläulicher WasserOder in kalter Nacht die weißen Wangen der Schwestern.Leise und harmonisch ist ein Gang an freundlichen Zimmern hin,Wo Einsamkeit ist und das Rauschen des Ahorns,Wo vielleicht noch die Drossel singt.Schön ist der Mensch und erscheinend im Dunkel,Wenn er staunend Arme und Beine bewegt,Und in purpurnen Höhlen stille die Augen rollen.Zur Vesper verliert sich der Fremdling in schwarzer Novemberzerstörung,Unter morschem Geäst, an Mauern voll Aussatz hin,Wo vordem der heilige Bruder gegangen,Versunken in das sanfte Saitenspiel seines Wahnsinns.O wie einsam endet der Abendwind.Ersterbend neigt sich das Haupt im Dunkel des Ölbaums.Erschütterndist der Untergang des Geschlechts.In dieser Stunde füllen sich die Augen des SchauendenMit dem Gold seiner Sterne.Am Abend versinkt ein Glockenspiel, das nicht mehr tönt,Verfallen die schwarzen Mauern am Platz,Ruft der tote Soldat zum Gebet.Ein bleicher EngelTritt der Sohn ins leere Haus seiner Väter.Die Schwestern sind ferne zu weißen Greisen gegangen.Nachts fand sie der Schläfer unter den Säulen im Hausflur,Zurückgekehrt von traurigen Pilgerschaften.O wie starrt von Kot und Würmern ihr Haar,Da er darein mit silbernen Füßen steht,Und jene verstorben aus kahlen Zimmern treten.O ihr Psalmen in feurigen Mitternachtsregen,Da die Knechte mit Nesseln die sanften Augen schlugen,Die kindlichen Früchte des HolundersSich staunend neigen über ein leeres Grab.Leise rollen vergilbte MondeÜber die Fieberlinnen des Jünglings,Eh dem Schweigen des Winters folgt.Einerhabenes Schicksal sinnt den Kidron hinab,Wo die Zeder, ein weiches Geschöpf,Sich unter den blauen Brauen des Vaters entfaltet,Über die Weide nachts ein Schäfer seine Herde führt.Oder es sind Schreie im Schlaf,Wenn ein eherner Engel im Hain den Menschen antritt,Das Fleisch des Heiligen auf glühendem Rost hinschmilzt.Um die Lehmhütten rankt purpurner Wein,Tönende Bündel vergilbten Korns,Das Summen der Bienen, der Flug des Kranichs.Am Abend begegnen sich Auferstandene auf Felsenpfaden.In schwarzen Wassern spiegeln sich Aussätzige;Oder sie öffnen die kotbefleckten GewänderWeinend dem balsamischen Wind, der vom rosigen Hügel weht.Schlanke Mägde tasten durch die Gassen der Nacht,Ob sie den liebenden Hirten fänden.Sonnabends tönt in den Hütten sanfter Gesang.Lasset das Lied auch des Knaben gedenken,Seines Wahnsinns, und weißer Brauen und seines Hingangs,Des Verwesten, der bläulich die Augen aufschlägt.O wie traurig ist dieses Wiedersehn.DieStufen des Wahnsinns in schwarzen Zimmern,Die Schatten der Alten unter der offenen Tür,Da Helians Seele sich im rosigen Spiegel beschautUnd Schnee und Aussatz von seiner Stirne sinken.An den Wänden sind die Sterne erloschenUnd die weißen Gestalten des Lichts.Dem Teppich entsteigt Gebein der Gräber,Das Schweigen verfallener Kreuze am Hügel,Des Weihrauchs Süße im purpurnen Nachtwind.O ihr zerbrochenen Augen in schwarzen Mündern,Da der Enkel in sanfter UmnachtungEinsam dem dunkleren Ende nachsinnt,Der stille Gott die blauen Lider über ihn senkt.
In den einsamen Stunden des GeistesIst es schön, in der Sonne zu gehnAn den gelben Mauern des Sommers hin.Leise klingen die Schritte im Gras; doch immer schläftDer Sohn des Pan im grauen Marmor.
Abends auf der Terrasse betranken wir uns mit braunem Wein.Rötlich glüht der Pfirsich im Laub;Sanfte Sonate, frohes Lachen.
Schön ist die Stille der Nacht.Auf dunklem PlanBegegnen wir uns mit Hirten und weißen Sternen.
Wenn es Herbst geworden istZeigt sich nüchterne Klarheit im Hain.Besänftigte wandeln wir an roten Mauern hinUnd die runden Augen folgen dem Flug der Vögel.Am Abend sinkt das weiße Wasser in Graburnen.
In kahlen Gezweigen feiert der Himmel.In reinen Händen trägt der Landmann Brot und WeinUnd friedlich reifen die Früchte in sonniger Kammer.
O wie ernst ist das Antlitz der teueren Toten.Doch die Seele erfreut gerechtes Anschaun.
Gewaltigist das Schweigen des verwüsteten Gartens,Da der junge Novize die Stirne mit braunem Laub bekränzt,Sein Odem eisiges Gold trinkt.
Die Hände rühren das Alter bläulicher WasserOder in kalter Nacht die weißen Wangen der Schwestern.
Leise und harmonisch ist ein Gang an freundlichen Zimmern hin,Wo Einsamkeit ist und das Rauschen des Ahorns,Wo vielleicht noch die Drossel singt.
Schön ist der Mensch und erscheinend im Dunkel,Wenn er staunend Arme und Beine bewegt,Und in purpurnen Höhlen stille die Augen rollen.
Zur Vesper verliert sich der Fremdling in schwarzer Novemberzerstörung,Unter morschem Geäst, an Mauern voll Aussatz hin,Wo vordem der heilige Bruder gegangen,Versunken in das sanfte Saitenspiel seines Wahnsinns.
O wie einsam endet der Abendwind.Ersterbend neigt sich das Haupt im Dunkel des Ölbaums.
Erschütterndist der Untergang des Geschlechts.In dieser Stunde füllen sich die Augen des SchauendenMit dem Gold seiner Sterne.
Am Abend versinkt ein Glockenspiel, das nicht mehr tönt,Verfallen die schwarzen Mauern am Platz,Ruft der tote Soldat zum Gebet.
Ein bleicher EngelTritt der Sohn ins leere Haus seiner Väter.
Die Schwestern sind ferne zu weißen Greisen gegangen.Nachts fand sie der Schläfer unter den Säulen im Hausflur,Zurückgekehrt von traurigen Pilgerschaften.
O wie starrt von Kot und Würmern ihr Haar,Da er darein mit silbernen Füßen steht,Und jene verstorben aus kahlen Zimmern treten.
O ihr Psalmen in feurigen Mitternachtsregen,Da die Knechte mit Nesseln die sanften Augen schlugen,Die kindlichen Früchte des HolundersSich staunend neigen über ein leeres Grab.
Leise rollen vergilbte MondeÜber die Fieberlinnen des Jünglings,Eh dem Schweigen des Winters folgt.
Einerhabenes Schicksal sinnt den Kidron hinab,Wo die Zeder, ein weiches Geschöpf,Sich unter den blauen Brauen des Vaters entfaltet,Über die Weide nachts ein Schäfer seine Herde führt.Oder es sind Schreie im Schlaf,Wenn ein eherner Engel im Hain den Menschen antritt,Das Fleisch des Heiligen auf glühendem Rost hinschmilzt.
Um die Lehmhütten rankt purpurner Wein,Tönende Bündel vergilbten Korns,Das Summen der Bienen, der Flug des Kranichs.Am Abend begegnen sich Auferstandene auf Felsenpfaden.
In schwarzen Wassern spiegeln sich Aussätzige;Oder sie öffnen die kotbefleckten GewänderWeinend dem balsamischen Wind, der vom rosigen Hügel weht.
Schlanke Mägde tasten durch die Gassen der Nacht,Ob sie den liebenden Hirten fänden.Sonnabends tönt in den Hütten sanfter Gesang.
Lasset das Lied auch des Knaben gedenken,Seines Wahnsinns, und weißer Brauen und seines Hingangs,Des Verwesten, der bläulich die Augen aufschlägt.O wie traurig ist dieses Wiedersehn.
DieStufen des Wahnsinns in schwarzen Zimmern,Die Schatten der Alten unter der offenen Tür,Da Helians Seele sich im rosigen Spiegel beschautUnd Schnee und Aussatz von seiner Stirne sinken.
An den Wänden sind die Sterne erloschenUnd die weißen Gestalten des Lichts.
Dem Teppich entsteigt Gebein der Gräber,Das Schweigen verfallener Kreuze am Hügel,Des Weihrauchs Süße im purpurnen Nachtwind.
O ihr zerbrochenen Augen in schwarzen Mündern,Da der Enkel in sanfter UmnachtungEinsam dem dunkleren Ende nachsinnt,Der stille Gott die blauen Lider über ihn senkt.