AnLina.
An
Lina.
Es giebt auf Gottes schöner WeltGewis noch manche schöne Stelle,Wo ich mir wol ein HirtenzeltHinbaut', an einer kleinen Quelle,Verstekt in einem Schweizerthal,Wo, wenn die Wind' aus Norden stürmten,Vertraute Pappeln mich beschirmten,Und wo ein Wäldchen, wenn der StralAus Südens Feuerschoos die SchwingeDem West versengte, mich empfinge:Wo ich, vom Drang und Schein der Dinge,Von Lug und Trug der Menschen fern,Mich vest an meine Stille schmiegte;Wo ich den lezten Hang zum Spott,Den ein bethörter DonquixottSonst leicht in Flammen blies, besiegte.Ja solch ein Pläzchen liegt noch hierUnd da verstekt; allein vor allenHat Dein geliebter Hügel mirIm Schlehenkranze wohlgefallen,Wo friedlicher die Lüfte wehn;Wo durch das Thal der NachtigallenSich lieblicher die Bäche drehn;Wo silberner die Blüten wallen,Die von des Frülings Schoose fallen.
Es giebt auf Gottes schöner WeltGewis noch manche schöne Stelle,Wo ich mir wol ein HirtenzeltHinbaut', an einer kleinen Quelle,Verstekt in einem Schweizerthal,Wo, wenn die Wind' aus Norden stürmten,Vertraute Pappeln mich beschirmten,Und wo ein Wäldchen, wenn der StralAus Südens Feuerschoos die SchwingeDem West versengte, mich empfinge:Wo ich, vom Drang und Schein der Dinge,Von Lug und Trug der Menschen fern,Mich vest an meine Stille schmiegte;Wo ich den lezten Hang zum Spott,Den ein bethörter DonquixottSonst leicht in Flammen blies, besiegte.Ja solch ein Pläzchen liegt noch hierUnd da verstekt; allein vor allenHat Dein geliebter Hügel mirIm Schlehenkranze wohlgefallen,Wo friedlicher die Lüfte wehn;Wo durch das Thal der NachtigallenSich lieblicher die Bäche drehn;Wo silberner die Blüten wallen,Die von des Frülings Schoose fallen.
Es giebt auf Gottes schöner WeltGewis noch manche schöne Stelle,Wo ich mir wol ein HirtenzeltHinbaut', an einer kleinen Quelle,Verstekt in einem Schweizerthal,Wo, wenn die Wind' aus Norden stürmten,Vertraute Pappeln mich beschirmten,Und wo ein Wäldchen, wenn der StralAus Südens Feuerschoos die SchwingeDem West versengte, mich empfinge:Wo ich, vom Drang und Schein der Dinge,Von Lug und Trug der Menschen fern,Mich vest an meine Stille schmiegte;Wo ich den lezten Hang zum Spott,Den ein bethörter DonquixottSonst leicht in Flammen blies, besiegte.Ja solch ein Pläzchen liegt noch hierUnd da verstekt; allein vor allenHat Dein geliebter Hügel mirIm Schlehenkranze wohlgefallen,Wo friedlicher die Lüfte wehn;Wo durch das Thal der NachtigallenSich lieblicher die Bäche drehn;Wo silberner die Blüten wallen,Die von des Frülings Schoose fallen.
Wie einsam steht er da! wie schön!Im frischgewebten Feierkleide,Als hätt' er sich zum Tanz geschmükt;So schön, wie in der grünen SeideKaum Minnas weisser Finger stikt,Und welche Aussicht in die Auen,Die er beherrscht! – O Freundin, hier,Hier möcht' ich mir die Hütte bauen,Wo Turteltauben über mirIn schönen Zweigen traulich girrten,Und zu der Hand des stillen HirtenHerunter flatterten, und sichVertrügen unter meinem Zelte,Und mich umschmeichelten, wenn ichZur Botin eines Briefs an DichDie kleine Tejerin bestellte.
Wie einsam steht er da! wie schön!Im frischgewebten Feierkleide,Als hätt' er sich zum Tanz geschmükt;So schön, wie in der grünen SeideKaum Minnas weisser Finger stikt,Und welche Aussicht in die Auen,Die er beherrscht! – O Freundin, hier,Hier möcht' ich mir die Hütte bauen,Wo Turteltauben über mirIn schönen Zweigen traulich girrten,Und zu der Hand des stillen HirtenHerunter flatterten, und sichVertrügen unter meinem Zelte,Und mich umschmeichelten, wenn ichZur Botin eines Briefs an DichDie kleine Tejerin bestellte.
Da legt' ich mir ein Gärtchen an,Und flüsternd sollten, wie GedankenDer Liebe Deine Seel' umranken,Die Spröslinge der Rebe dannMein kleines Ohnesorg' umschwanken.Da wär' ich erst ein freier Mann,So frei, wie meine Nachtigallen;Da lüd' ich aus dem nahen HainDie Sänger in die grünen Hallen,Zu süssen Wettgesängen, ein.Wir sängen, bis am dunkeln HainUns Cynthia von fern begrüste:Nun führe selbst die KöniginDer Sterne durch die graue WüsteDes Aethers, minder eilend, hin.
Da legt' ich mir ein Gärtchen an,Und flüsternd sollten, wie GedankenDer Liebe Deine Seel' umranken,Die Spröslinge der Rebe dannMein kleines Ohnesorg' umschwanken.Da wär' ich erst ein freier Mann,So frei, wie meine Nachtigallen;Da lüd' ich aus dem nahen HainDie Sänger in die grünen Hallen,Zu süssen Wettgesängen, ein.Wir sängen, bis am dunkeln HainUns Cynthia von fern begrüste:Nun führe selbst die KöniginDer Sterne durch die graue WüsteDes Aethers, minder eilend, hin.
Gern würde mich der Wald verstekken;Da könnte mir den heitern SinnKein Hasser aus dem Herzen nekken;Da sollte wol die Schwäzzerin,Die Neugier selbst, mich nicht entdekken;Mich würd' ein immer froher MuthZu lauter Freudenliedern stimmen;Entfernt von jeder Lasterbrut,Würd' ich zum Zorne nie entglimmen;Nie würde mir in seinem BlutEin guter Nam' entgegen schwimmen.Auf einer stillern Lebensfluth,An deren Ufern, überhangenMit Rosen, unbelauscht von Schlangen,Ein reines Herz so selig ruht,Würd' ein entwölkter Himmel spiegeln;Und leise würde hinter mirEin Genius der Ruh die ThürZum Tempel der Natur verriegeln;Damit in meiner EinsamkeitMich nicht die tausend Dinge störten,Die einst an Blüten meiner Zeit,Gleich gierigen Insekten, zehrten,Bis sie zur Abgeschiedenheit,Zum Selbstgenus, mein Herz bekehrten,Und mich durch ihren Unbestand,Den meine Ruh so oft empfand,Die Kunst, sie zu verachten, lehrten.Von jedem Weltgetös' entfernt,Und fern vom Pöbel niedrer Freuden,Der täuschend gute Seelen körnt,Würd' ich mich an der Einfalt weiden,Die selbst vom Hänfling Weisheit lernt.O welche Wollust, auszuruhenVom Wirbeltanz der Unnatur!Dann würden Thal, und Hain, und Flur,Beredter als die Bourdalouen,Die goldnen Sprüche der NaturMir in die stille Seele flüstern;Nie würd' ich nach der Täuschung lüstern,Die alles, nur nicht glüklich, macht.
Gern würde mich der Wald verstekken;Da könnte mir den heitern SinnKein Hasser aus dem Herzen nekken;Da sollte wol die Schwäzzerin,Die Neugier selbst, mich nicht entdekken;Mich würd' ein immer froher MuthZu lauter Freudenliedern stimmen;Entfernt von jeder Lasterbrut,Würd' ich zum Zorne nie entglimmen;Nie würde mir in seinem BlutEin guter Nam' entgegen schwimmen.Auf einer stillern Lebensfluth,An deren Ufern, überhangenMit Rosen, unbelauscht von Schlangen,Ein reines Herz so selig ruht,Würd' ein entwölkter Himmel spiegeln;Und leise würde hinter mirEin Genius der Ruh die ThürZum Tempel der Natur verriegeln;Damit in meiner EinsamkeitMich nicht die tausend Dinge störten,Die einst an Blüten meiner Zeit,Gleich gierigen Insekten, zehrten,Bis sie zur Abgeschiedenheit,Zum Selbstgenus, mein Herz bekehrten,Und mich durch ihren Unbestand,Den meine Ruh so oft empfand,Die Kunst, sie zu verachten, lehrten.Von jedem Weltgetös' entfernt,Und fern vom Pöbel niedrer Freuden,Der täuschend gute Seelen körnt,Würd' ich mich an der Einfalt weiden,Die selbst vom Hänfling Weisheit lernt.O welche Wollust, auszuruhenVom Wirbeltanz der Unnatur!Dann würden Thal, und Hain, und Flur,Beredter als die Bourdalouen,Die goldnen Sprüche der NaturMir in die stille Seele flüstern;Nie würd' ich nach der Täuschung lüstern,Die alles, nur nicht glüklich, macht.
Nein, ich beneide nicht die Pracht,Die manches Elend überschimmert,Und, wie der stolze Blik auch lacht,Die Ruh im Herzen niedertrümmert!O der betrügerischen Pracht!Ein frohes Herz, frei von Verschuldung,Ist warlich mehr, als die Verguldung,Die keinen Gek zum Weisen macht.Schau hin auf jene Vorgemächer,Wo man einander quälend ehrt!Die liebe Langeweile leertAuf diese Gruppen einen Köcher,Der nie mit seines Pfeiles GiftDas Leben Deiner Stunden trift.Tritt näher, Freundin, den Geräuschen,Nach welchen man sein Daseyn misst,Das, klein und kriechend, wie die ListDurch die es Nichts, und Alles, ist,Sich martert, um sich selbst zu täuschen.
Nein, ich beneide nicht die Pracht,Die manches Elend überschimmert,Und, wie der stolze Blik auch lacht,Die Ruh im Herzen niedertrümmert!O der betrügerischen Pracht!Ein frohes Herz, frei von Verschuldung,Ist warlich mehr, als die Verguldung,Die keinen Gek zum Weisen macht.Schau hin auf jene Vorgemächer,Wo man einander quälend ehrt!Die liebe Langeweile leertAuf diese Gruppen einen Köcher,Der nie mit seines Pfeiles GiftDas Leben Deiner Stunden trift.Tritt näher, Freundin, den Geräuschen,Nach welchen man sein Daseyn misst,Das, klein und kriechend, wie die ListDurch die es Nichts, und Alles, ist,Sich martert, um sich selbst zu täuschen.
O wie verliert sich das GefühlDer Wahrheit auf dem Welttheater,In Nachahmung und leeres Spiel!Vergönnt mir nur der gute VaterDes Lebens, die Zufriedenheit,Mein Herz mit jener HeiterkeitUnd Wahrheit der Natur zu nähren:So weilt im Schatten meiner ZeitDas stille Glük, das selbst der NeidNicht würdig achten wird zu stören.
O wie verliert sich das GefühlDer Wahrheit auf dem Welttheater,In Nachahmung und leeres Spiel!Vergönnt mir nur der gute VaterDes Lebens, die Zufriedenheit,Mein Herz mit jener HeiterkeitUnd Wahrheit der Natur zu nähren:So weilt im Schatten meiner ZeitDas stille Glük, das selbst der NeidNicht würdig achten wird zu stören.
Dich, Vater, find' ich überallIn der Natur! Der Wasserfall,Das Lüftchen, das mit seinem FlügelDie Blüt' umarmt am Schlehenhügel,Das hohe Lied der Nachtigall,Selbst das Gekreische froher Raben,Ja Alles spricht so gut von dir,Und nichts verläumdet dich, als – wir!Wir Menschen, voll von deinen Gaben,Und dennoch von dir selbst so leer!Was Menschen erst entgöttert haben,Nur darin find' ich dich nicht mehr!
Dich, Vater, find' ich überallIn der Natur! Der Wasserfall,Das Lüftchen, das mit seinem FlügelDie Blüt' umarmt am Schlehenhügel,Das hohe Lied der Nachtigall,Selbst das Gekreische froher Raben,Ja Alles spricht so gut von dir,Und nichts verläumdet dich, als – wir!Wir Menschen, voll von deinen Gaben,Und dennoch von dir selbst so leer!Was Menschen erst entgöttert haben,Nur darin find' ich dich nicht mehr!
Ja, Freundin, es ist warlich schwer,Zur Unnatur sich zu gewöhnen,Und durch die trügerischen SzenenDer Klugheit, die so freundlich hasst,So höflich mordet, froh die LastDes Lebens vor sich herzuwälzen.Im Schuz der Einfalt einer Flur,Und zwischen friedlichen Gehölzen,Verstatte mir nur die Natur,An ihrem Tisch mich zu vergnügen!Bei ihr ist Wahrheit! Ihre FlurStraft jeden Fürstenteppich Lügen;Bei solchem Freudenmale nur,Trank ihr geliebter Epikur,Ihr Priester, einst, in langen Zügen,Die unvermischte Wollust ein.O er verstand's, im grünen Hain,An ihrem Busen sich zu wiegen!Und das wär' ihm nicht zu verzeihn?Nicht zu verzeihn, daß er die SchaleDes Lebens aufschloss, und den Kern,Von allem Weltgetöse fern,In einem kleinen Rosenthale,Das seine Hand erzog, genoss?Nicht zu verzeihn, daß auf der StelleDer Veilchen seine Weisheit spross?Daß ihm in grün umwebter QuelleDie Lehre seiner Tugend floss?Verzieh doch er dem grossen TrossDer Thoren, die an Schalen käuten,Die Armuth ihrer Schwelgerei!Las sich die Streitsucht müde streiten,Die ewig fragt: was Freiheit sey?Mein Epikur war weis' und frei!Und war er's nicht: wo würd' ein Leben,Und wär's an Götterfülle reich,Im Himmel und auf Erden, euchBericht auf eure Frage geben?
Ja, Freundin, es ist warlich schwer,Zur Unnatur sich zu gewöhnen,Und durch die trügerischen SzenenDer Klugheit, die so freundlich hasst,So höflich mordet, froh die LastDes Lebens vor sich herzuwälzen.Im Schuz der Einfalt einer Flur,Und zwischen friedlichen Gehölzen,Verstatte mir nur die Natur,An ihrem Tisch mich zu vergnügen!Bei ihr ist Wahrheit! Ihre FlurStraft jeden Fürstenteppich Lügen;Bei solchem Freudenmale nur,Trank ihr geliebter Epikur,Ihr Priester, einst, in langen Zügen,Die unvermischte Wollust ein.O er verstand's, im grünen Hain,An ihrem Busen sich zu wiegen!Und das wär' ihm nicht zu verzeihn?Nicht zu verzeihn, daß er die SchaleDes Lebens aufschloss, und den Kern,Von allem Weltgetöse fern,In einem kleinen Rosenthale,Das seine Hand erzog, genoss?Nicht zu verzeihn, daß auf der StelleDer Veilchen seine Weisheit spross?Daß ihm in grün umwebter QuelleDie Lehre seiner Tugend floss?Verzieh doch er dem grossen TrossDer Thoren, die an Schalen käuten,Die Armuth ihrer Schwelgerei!Las sich die Streitsucht müde streiten,Die ewig fragt: was Freiheit sey?Mein Epikur war weis' und frei!Und war er's nicht: wo würd' ein Leben,Und wär's an Götterfülle reich,Im Himmel und auf Erden, euchBericht auf eure Frage geben?
Oft hört' ich auch: ein weiser MannIst immer frei! wie leicht gesprochen,Nur nicht so leicht gethan! Wie kannAuch selbst ein Weiser sich entjochenVon manchem Niederdruk, woranDie Sorg' ihn knüpft, mit allen HärtenDes Misgeschiks, und wenn er dannZur Einsamkeit in seine Gärten,Wie Epikur, nicht flüchten kann,Wo ihm der Freiheit Mirten blühen?Was bleibt ihm nun? Etwa der Welt,Worin ihm manches nicht gefällt,Wie Jakob Rousseau, zu entfliehen,Und von den Possenspielen fern,Worin sie wirbelt, aus dem KernSich eine bessre Welt zu ziehen?Wo Hass und Unruh nie das FestDer Unschuld und der Freude stören?Ich rathe nicht dazu! Es lästSich immer noch die Frage hören:Ob wir bei einem ew'gen FestDer Freude wol beglükter wären,Als diese Welt uns werden läst,Die freilich uns noch manche ZärenUnd Seufzer aus dem Herzen prest,Dem schöne Pflanzungen verwildern,Die schönste Hofnung Täuschung giebt.Was hilfts, nach rosenfarbnen BildernZu haschen, die ein Hauch zerstiebt?Man schafft, empört von dem Tumulte,Der um uns her sein Wesen treibt,Sich eine Welt, bei seinem Pulte,Die glüklicher im Pulte bleibt.
Oft hört' ich auch: ein weiser MannIst immer frei! wie leicht gesprochen,Nur nicht so leicht gethan! Wie kannAuch selbst ein Weiser sich entjochenVon manchem Niederdruk, woranDie Sorg' ihn knüpft, mit allen HärtenDes Misgeschiks, und wenn er dannZur Einsamkeit in seine Gärten,Wie Epikur, nicht flüchten kann,Wo ihm der Freiheit Mirten blühen?Was bleibt ihm nun? Etwa der Welt,Worin ihm manches nicht gefällt,Wie Jakob Rousseau, zu entfliehen,Und von den Possenspielen fern,Worin sie wirbelt, aus dem KernSich eine bessre Welt zu ziehen?Wo Hass und Unruh nie das FestDer Unschuld und der Freude stören?Ich rathe nicht dazu! Es lästSich immer noch die Frage hören:Ob wir bei einem ew'gen FestDer Freude wol beglükter wären,Als diese Welt uns werden läst,Die freilich uns noch manche ZärenUnd Seufzer aus dem Herzen prest,Dem schöne Pflanzungen verwildern,Die schönste Hofnung Täuschung giebt.Was hilfts, nach rosenfarbnen BildernZu haschen, die ein Hauch zerstiebt?Man schafft, empört von dem Tumulte,Der um uns her sein Wesen treibt,Sich eine Welt, bei seinem Pulte,Die glüklicher im Pulte bleibt.
So hab' auch ich, in schönen Träumen,Mir manches Paradies geträumt,Und seinen Horizont mit SäumenDes schönen Morgenroths besäumt,Aus dem, mit Lichtgeström umschäumt,Im Schimmer seines Glanzgeschmeides,Der Tag den Elisäern keimt,Und das Phantom des Weltgebäudes,Das ich für meine Ruhe schuf,War lieblich anzusehn! Des süssen,Des reinen Daseyns zu geniessen,War hier der einzige BerufDer Göttermenschen, die ich schuf.Sie waren alle VirtuosenDer Tugend, und die Unschuld lagAuf Blättern hingewehter Rosen,So ruhig, wie der Feiertag,Der ewig meinen Fluren glänzte,Vollauf von der Natur beschenkt,An deren Busen, ungekränkt,Der Friede sich mit Epheu kränzte,Mit keiner Fessel mehr bekannt,Auf welche Trug und Bosheit pochten,Als nur mit der, die, von der HandDer Treu im Mirtenhain geflochten,Sie nur im Schoos der Liebe fand.Kurz meine Welt, das VaterlandDer Ruh, war eine schöne Welle,Die in den Strom der Welten rann;Da lächelte aus jeder QuelleEin Engel einen Engel an.
So hab' auch ich, in schönen Träumen,Mir manches Paradies geträumt,Und seinen Horizont mit SäumenDes schönen Morgenroths besäumt,Aus dem, mit Lichtgeström umschäumt,Im Schimmer seines Glanzgeschmeides,Der Tag den Elisäern keimt,Und das Phantom des Weltgebäudes,Das ich für meine Ruhe schuf,War lieblich anzusehn! Des süssen,Des reinen Daseyns zu geniessen,War hier der einzige BerufDer Göttermenschen, die ich schuf.Sie waren alle VirtuosenDer Tugend, und die Unschuld lagAuf Blättern hingewehter Rosen,So ruhig, wie der Feiertag,Der ewig meinen Fluren glänzte,Vollauf von der Natur beschenkt,An deren Busen, ungekränkt,Der Friede sich mit Epheu kränzte,Mit keiner Fessel mehr bekannt,Auf welche Trug und Bosheit pochten,Als nur mit der, die, von der HandDer Treu im Mirtenhain geflochten,Sie nur im Schoos der Liebe fand.Kurz meine Welt, das VaterlandDer Ruh, war eine schöne Welle,Die in den Strom der Welten rann;Da lächelte aus jeder QuelleEin Engel einen Engel an.
Der Freundschaft süsse Rosen glühtenSo unverwelklich durch den HainDes Lebens, so von Giftthau rein,Wie sie nur auf der Insel blühten,Die, ohne Stolbergs Phantasie,Im grossen, unbegrenzten MeereDer weiten Idealogie,Wol unentdekt geblieben wäre.Man lebt' in süsser Harmonie.Sanft athmete, durch alle TriebeDes Strebens, nur der Geist der Liebe,Der Geist der holden Sympathie,Der meinem Volke, fern vom stolzenAufstrebungsgeist, den Sinn verlieh,Mit welchem, Herz in Herz verschmolzen,Die allerreinste Melodie,Der Wohllaut eingestimmter Saiten,Den Plato selber nur vom weitenIm Traum empfunden haben soll,Ins grosse Chor der WesenheitenSo zauberisch hinüber quoll.
Der Freundschaft süsse Rosen glühtenSo unverwelklich durch den HainDes Lebens, so von Giftthau rein,Wie sie nur auf der Insel blühten,Die, ohne Stolbergs Phantasie,Im grossen, unbegrenzten MeereDer weiten Idealogie,Wol unentdekt geblieben wäre.Man lebt' in süsser Harmonie.Sanft athmete, durch alle TriebeDes Strebens, nur der Geist der Liebe,Der Geist der holden Sympathie,Der meinem Volke, fern vom stolzenAufstrebungsgeist, den Sinn verlieh,Mit welchem, Herz in Herz verschmolzen,Die allerreinste Melodie,Der Wohllaut eingestimmter Saiten,Den Plato selber nur vom weitenIm Traum empfunden haben soll,Ins grosse Chor der WesenheitenSo zauberisch hinüber quoll.
Bei diesem ungestörten LiedeDer Seelenharmonien, lagIn seinem Palmenhain der Friede,Und feierte, der Flucht nun müde,Den feierlichsten Ruhetag,Der jemals auf dem AugenliedeDer jungen Morgenröthe lag.Und ausgesöhnt war Erd' und Himmel,Ein nie umwölkter SonnenscheinBeschien das frölichste Getümmel,Beschien den ewig grünen Hain.
Bei diesem ungestörten LiedeDer Seelenharmonien, lagIn seinem Palmenhain der Friede,Und feierte, der Flucht nun müde,Den feierlichsten Ruhetag,Der jemals auf dem AugenliedeDer jungen Morgenröthe lag.Und ausgesöhnt war Erd' und Himmel,Ein nie umwölkter SonnenscheinBeschien das frölichste Getümmel,Beschien den ewig grünen Hain.
Die von der Weisheit selbst verehrte,Nicht leichte Kunst, sich stets zu freun,Die sonst kaum Weisen glükte, hörteGanz auf, die schwere Kunst zu seyn,Die Vater Utz im MirtenhainDer Unschuld und der Liebe lehrte,Und Gleim, den jede RosenflurDer Musen liebt, und immer liebte,Durch vierzehn schöne Lustren übte:Sie war blos Gabe der Natur.
Die von der Weisheit selbst verehrte,Nicht leichte Kunst, sich stets zu freun,Die sonst kaum Weisen glükte, hörteGanz auf, die schwere Kunst zu seyn,Die Vater Utz im MirtenhainDer Unschuld und der Liebe lehrte,Und Gleim, den jede RosenflurDer Musen liebt, und immer liebte,Durch vierzehn schöne Lustren übte:Sie war blos Gabe der Natur.
Das Heiligthum der GabrieleGab meinem Volke jeden Zug,So wahr, daß er das Bild der Seele,Aus welcher er gequollen, trug;Und Sanftheit sprach aus jedem Zug.
Das Heiligthum der GabrieleGab meinem Volke jeden Zug,So wahr, daß er das Bild der Seele,Aus welcher er gequollen, trug;Und Sanftheit sprach aus jedem Zug.
Kein Wild durchächzte die Gebüsche,Vor wildern Menschen auf der Flucht;Man war noch menschlich; kein GemischeVergossnen Bluts und grüner FruchtLies man zu seinem Mahle tragen –Der Mensch, aus unschuldvollern Tagen,Der fiel gewis das Thier erst an,Eh er es über sich gewann,Sein eignes Wesen zu erschlagen. –Noch lebten meine LotophagenMild, wie der Hain, sanft, wie die Flur,In süsser, unschuldvoller Frohheit,Weit zwar entfernt von wilder Rohheit,Doch dicht am Busen der Natur,Umwebt mit friedlichen Oliven;Den Segen der ZufriedenheitLies ich von allen Zweigen triefen,In deren Schatten, überstreutMit Blumen jener goldnen Zeit,Die Unschuld und die Liebe schliefen.
Kein Wild durchächzte die Gebüsche,Vor wildern Menschen auf der Flucht;Man war noch menschlich; kein GemischeVergossnen Bluts und grüner FruchtLies man zu seinem Mahle tragen –Der Mensch, aus unschuldvollern Tagen,Der fiel gewis das Thier erst an,Eh er es über sich gewann,Sein eignes Wesen zu erschlagen. –Noch lebten meine LotophagenMild, wie der Hain, sanft, wie die Flur,In süsser, unschuldvoller Frohheit,Weit zwar entfernt von wilder Rohheit,Doch dicht am Busen der Natur,Umwebt mit friedlichen Oliven;Den Segen der ZufriedenheitLies ich von allen Zweigen triefen,In deren Schatten, überstreutMit Blumen jener goldnen Zeit,Die Unschuld und die Liebe schliefen.
Vielleicht, wenn mein Vielleicht nicht irrt,Erwartest du, wie hell die Wahrheit,Im ganzen Aufwand ihrer Klarheit,Durch meine Schöpfung leuchten wird?Sie kam von selbst, auf allen Wegen,Die sich durch mein ElisiumHinschlangen, meinem Volk entgegen,Man irrte nie um sie herum;Man pflükte nicht aus Dorngehegen,Nicht mühsam ihren Rosenkranz;Sie warf ihn jedem Wunsch entgegen;Sie mischte sich in Spiel und Tanz:Da ward sie, troz dem ofnen Segen,Den sie durch meine GötterweltHinströmen lies, in leichten SpielenVerstekt, zum Wettkampf aufgestellt. –Wie doch die Wahrheit den GefühlenDes Herzens, nur verhüllt, gefällt!Mit Mühe wollen wir sie haschen!Die Freude, sie zu überraschen,Ist das, was ihren Reiz erhält.
Vielleicht, wenn mein Vielleicht nicht irrt,Erwartest du, wie hell die Wahrheit,Im ganzen Aufwand ihrer Klarheit,Durch meine Schöpfung leuchten wird?Sie kam von selbst, auf allen Wegen,Die sich durch mein ElisiumHinschlangen, meinem Volk entgegen,Man irrte nie um sie herum;Man pflükte nicht aus Dorngehegen,Nicht mühsam ihren Rosenkranz;Sie warf ihn jedem Wunsch entgegen;Sie mischte sich in Spiel und Tanz:Da ward sie, troz dem ofnen Segen,Den sie durch meine GötterweltHinströmen lies, in leichten SpielenVerstekt, zum Wettkampf aufgestellt. –Wie doch die Wahrheit den GefühlenDes Herzens, nur verhüllt, gefällt!Mit Mühe wollen wir sie haschen!Die Freude, sie zu überraschen,Ist das, was ihren Reiz erhält.
Und streng und freundlich wog die WaageDer offensten Gerechtigkeit,Von keiner Frevelhand entweiht,Das Recht der Wahrheit zu, und TageVoll Einfalt, Still' und Heiterkeit.
Und streng und freundlich wog die WaageDer offensten Gerechtigkeit,Von keiner Frevelhand entweiht,Das Recht der Wahrheit zu, und TageVoll Einfalt, Still' und Heiterkeit.
Die reizende Bescheidenheit,Der reinen Wahrheit treu, verhüllteSo tief sich in sich selbst hinein,Daß meine Welt der WiederscheinVon ihren Thaten nur erfüllte.
Die reizende Bescheidenheit,Der reinen Wahrheit treu, verhüllteSo tief sich in sich selbst hinein,Daß meine Welt der WiederscheinVon ihren Thaten nur erfüllte.
Die Duldung – himmlisch hold erschienSie im erhabnen Schmuk der Demuth,Und um ihr Lächeln lies die WehmuthEin sanft verhüllend Wölkchen ziehn.So führte sie in jede HütteDie stille Sanftmuth selbst hinein,Die schloss den Druk, durch den sie litte,Geheim in ihrem Busen ein.Den Druk? – Woher denn Druk und PeinIn einer Welt, der die VerschuldungNichts zu verzeihn, zu dulden gab?Wie kam denn Sanftmuth, wie kam Duldung,Wie kam Zufriedenheit herabAuf eine Welt, die, von VerguldungDer Thorheit weit entfernt, sich frohIm Sonnenschein des Friedens sonnte,Vor welchem jedes Laster floh;Wo man durchaus nicht anders konnte,Als nur zufrieden seyn und froh?Bedurften jene stillen TageDer Unschuld, die kein Unrecht kennt,Der Tugend jener gleichen Waage?Der Hand, die Recht und Unrecht trennt?Man lebt' in einer süssen JugendDer Kindheit noch, zu kindlich rein,Zu fromm, um tugendhaft zu seyn;Du siehst denn, Freundin, manche TugendKann unter Lastern nur gedeihn!Der Sturmwind, der den Feldern wütendDie tiefsten Narben hinterläst,Errettet, tausendfach vergütend,Das Land vielleicht von einer Pest.Nimm zwanzig Laster weg, so schwindenVielleicht zehn Tugenden dahin!So las uns denn, für den Gewinn,Auch immer den Verlust verwinden,Und stets der Tugend Blumen streun!Der Kranz, den wir der Tugend winden,Wird einst ein schönes Erbtheil seyn,Das wir in ihrem Schoose finden,In irgend einem Friedenshain,Wo sich die Knoten von den DingenVielleicht ein wenig anders schlingen,Als in dem Erdenlabyrinth,Das uns, wie weit wir immer dringen,Mit seiner Schattennacht umspinnt.
Die Duldung – himmlisch hold erschienSie im erhabnen Schmuk der Demuth,Und um ihr Lächeln lies die WehmuthEin sanft verhüllend Wölkchen ziehn.So führte sie in jede HütteDie stille Sanftmuth selbst hinein,Die schloss den Druk, durch den sie litte,Geheim in ihrem Busen ein.Den Druk? – Woher denn Druk und PeinIn einer Welt, der die VerschuldungNichts zu verzeihn, zu dulden gab?Wie kam denn Sanftmuth, wie kam Duldung,Wie kam Zufriedenheit herabAuf eine Welt, die, von VerguldungDer Thorheit weit entfernt, sich frohIm Sonnenschein des Friedens sonnte,Vor welchem jedes Laster floh;Wo man durchaus nicht anders konnte,Als nur zufrieden seyn und froh?Bedurften jene stillen TageDer Unschuld, die kein Unrecht kennt,Der Tugend jener gleichen Waage?Der Hand, die Recht und Unrecht trennt?Man lebt' in einer süssen JugendDer Kindheit noch, zu kindlich rein,Zu fromm, um tugendhaft zu seyn;Du siehst denn, Freundin, manche TugendKann unter Lastern nur gedeihn!Der Sturmwind, der den Feldern wütendDie tiefsten Narben hinterläst,Errettet, tausendfach vergütend,Das Land vielleicht von einer Pest.Nimm zwanzig Laster weg, so schwindenVielleicht zehn Tugenden dahin!So las uns denn, für den Gewinn,Auch immer den Verlust verwinden,Und stets der Tugend Blumen streun!Der Kranz, den wir der Tugend winden,Wird einst ein schönes Erbtheil seyn,Das wir in ihrem Schoose finden,In irgend einem Friedenshain,Wo sich die Knoten von den DingenVielleicht ein wenig anders schlingen,Als in dem Erdenlabyrinth,Das uns, wie weit wir immer dringen,Mit seiner Schattennacht umspinnt.
Verzeihe denn, du gutes KindDer Unschuldwelt, daß an den FriedenDer bessern Zukunft, die hieniedenGehofft wird, ich nicht glauben kann!Vom Schauplatz, wo an wilden DolchenManch edles Leben blutig rann,Schwing' ich zur Gottheit mich hinan,Die dies Gewebe nur aus solchen,Und nicht aus andern Fäden spann,Wie sie vielleicht der Mensch ersann,Der weise Thor, der, in der MitteDer Schöpfung da zu stehn, sich deucht;Und mit der Schöpfung seine Hütte,Sich mit der Gottheit selbst vergleicht,Die er noch, Wunder! glaubt zu ehren,Wenn er so gütig für sie sorgt,Und, zu der Haushaltung der Sphären,Ihr seine Hüttenweisheit borgt.Nach tausend aufgeklärten Jahren,Wird noch die Sonne Menschen sehn,Wie, unter längst verschwundnen Schaaren,Die Borgia's und Alba's waren,Und Titusseelen, gross und schön,Die unverlezlich die GefahrenDer Zeitenpestilenz bestehn.
Verzeihe denn, du gutes KindDer Unschuldwelt, daß an den FriedenDer bessern Zukunft, die hieniedenGehofft wird, ich nicht glauben kann!Vom Schauplatz, wo an wilden DolchenManch edles Leben blutig rann,Schwing' ich zur Gottheit mich hinan,Die dies Gewebe nur aus solchen,Und nicht aus andern Fäden spann,Wie sie vielleicht der Mensch ersann,Der weise Thor, der, in der MitteDer Schöpfung da zu stehn, sich deucht;Und mit der Schöpfung seine Hütte,Sich mit der Gottheit selbst vergleicht,Die er noch, Wunder! glaubt zu ehren,Wenn er so gütig für sie sorgt,Und, zu der Haushaltung der Sphären,Ihr seine Hüttenweisheit borgt.Nach tausend aufgeklärten Jahren,Wird noch die Sonne Menschen sehn,Wie, unter längst verschwundnen Schaaren,Die Borgia's und Alba's waren,Und Titusseelen, gross und schön,Die unverlezlich die GefahrenDer Zeitenpestilenz bestehn.
Die Welt rollt stets in Einem Gleise:So schleicht auch Menschenleben fort,Sich immer gleich, von Ort zu Ort,Als dreht' es sich in einem Kreise.Wir hoffen, hoffen! und das DortWird endlich hier, dieselbe Reise,Derselbe Weg, dieselben Gleise,Bald Wiesenplan, bald eingeengt;Nun einsam, izt vom Tross gegängelt;Hier blumig, dort vom Stral versengt,Der über unserm Haupte hängt;Und die Gefärten, nie verengelt,Ein Haufe, der sich immer drängt,Bis sich der Weg ins Dunkle schlängelt,Und uns das öde Thal empfängt,An dessen stille, dumpfe SchattenDie lichte Heimathflur sich schmiegt,Die den Ermüdeten, den MattenIm mütterlichen Schoose wiegt.
Die Welt rollt stets in Einem Gleise:So schleicht auch Menschenleben fort,Sich immer gleich, von Ort zu Ort,Als dreht' es sich in einem Kreise.Wir hoffen, hoffen! und das DortWird endlich hier, dieselbe Reise,Derselbe Weg, dieselben Gleise,Bald Wiesenplan, bald eingeengt;Nun einsam, izt vom Tross gegängelt;Hier blumig, dort vom Stral versengt,Der über unserm Haupte hängt;Und die Gefärten, nie verengelt,Ein Haufe, der sich immer drängt,Bis sich der Weg ins Dunkle schlängelt,Und uns das öde Thal empfängt,An dessen stille, dumpfe SchattenDie lichte Heimathflur sich schmiegt,Die den Ermüdeten, den MattenIm mütterlichen Schoose wiegt.
Doch, wie die Ruhe nun erlangen,In einer Welt, wo Laster sind,Auch wol seyn müssen; die durch SchlangenSo viel Vollkommenheit gewinnt,Als durch die sanfte Ringeltaube,Die, aus den Zweigen deiner Laube,Durch holdes Girren mit dir spricht?Wie läst sich da die Ruh erringen,Die unserm Herzen doch gebricht? –O! dazu führt, vor allen Dingen,Die schöne, menschlichschöne Pflicht:Alliebend, wie das Sonnenlicht,Ein jedes Wesen zu umschlingen,Das sich in unser Daseyn flicht;Die bessern Seiten aufzuspüren,Die jedes Wesen trägt, und schönDen Sphärenraum damit zu zieren,In dem sich unsre Tage drehn;Zu sorgen, daß kein Tag vergebensFür uns die Schwalbenflügel regt,Weil jeder einen Theil des LebensVon uns auf seinen Schwingen trägt;Frisch fort zu gehn, was unsern TrittenAuch in den Weg sich wirft, und dann –Die Gottheit selbst um nichts zu bitten,Was man sich selber geben kann.Ein reines Herz, ein Herz voll Ruhe,Kann uns die Gottheit nicht verleihn,Was ihre Huld auch für uns thue!Der Mensch soll selbst, er soll alleinDer Schöpfer seiner Seelenruhe,Der Gott in seinem Himmel seyn!
Doch, wie die Ruhe nun erlangen,In einer Welt, wo Laster sind,Auch wol seyn müssen; die durch SchlangenSo viel Vollkommenheit gewinnt,Als durch die sanfte Ringeltaube,Die, aus den Zweigen deiner Laube,Durch holdes Girren mit dir spricht?Wie läst sich da die Ruh erringen,Die unserm Herzen doch gebricht? –O! dazu führt, vor allen Dingen,Die schöne, menschlichschöne Pflicht:Alliebend, wie das Sonnenlicht,Ein jedes Wesen zu umschlingen,Das sich in unser Daseyn flicht;Die bessern Seiten aufzuspüren,Die jedes Wesen trägt, und schönDen Sphärenraum damit zu zieren,In dem sich unsre Tage drehn;Zu sorgen, daß kein Tag vergebensFür uns die Schwalbenflügel regt,Weil jeder einen Theil des LebensVon uns auf seinen Schwingen trägt;Frisch fort zu gehn, was unsern TrittenAuch in den Weg sich wirft, und dann –Die Gottheit selbst um nichts zu bitten,Was man sich selber geben kann.Ein reines Herz, ein Herz voll Ruhe,Kann uns die Gottheit nicht verleihn,Was ihre Huld auch für uns thue!Der Mensch soll selbst, er soll alleinDer Schöpfer seiner Seelenruhe,Der Gott in seinem Himmel seyn!
Doch wird uns oft die Ruh' entrissen;Die Ebb' und Fluth, die uns umringt,Läst nur zu oft sie uns vermissen:Doch, Lina, desto süsser schlingtDer Friede, von der Lind' umdüftet,Und fern von allem eitlen Schmuk,Um uns den Engelarm, und lüftetDem müden Pilger jeden Druk,Wann endlich von verbrannten Haiden,Durch welche seine Bahn sich krümmt,Der blaue Wald, voll Lebensfreuden,In seine kühle Ruh ihn nimmt.
Doch wird uns oft die Ruh' entrissen;Die Ebb' und Fluth, die uns umringt,Läst nur zu oft sie uns vermissen:Doch, Lina, desto süsser schlingtDer Friede, von der Lind' umdüftet,Und fern von allem eitlen Schmuk,Um uns den Engelarm, und lüftetDem müden Pilger jeden Druk,Wann endlich von verbrannten Haiden,Durch welche seine Bahn sich krümmt,Der blaue Wald, voll Lebensfreuden,In seine kühle Ruh ihn nimmt.
Nun seyd gegrüst, geweihte SchattenDer Einsamkeit! Nun sey gegrüst,Du frische Quelle, die dem mattenVerschmachteten entgegen fliest,Die, unter grün umflohrten Schatten,Die weitre Wallfarth ihm versüst.Die kleinen lieblichen SirenenDer Waldgesänge laden nunDen Pilger ein, bei ihren Tönen,Am Bachgeriesel, auszuruhn.Und endlich giebt er seinen SegenDem Rasen, wo er ausgeruht,Und eilt mit hofnungsvollerm MuthDem vorgestekten Ziel entgegen.Denn diese Ruhe, diese Kühle,Die seine Flammen löschte, machtDer Pilger nicht zu seinem Ziele;Gestärkter eilt er nur, gelehntAuf seinen Stab, durch die Gefilde.Sprich! kennst du nicht in diesem BildeDas Herz, das sich nach Stille sehnt?Das, oft verkannt, sich selbst nur kenntlichDurch manche Hofnung hingeharrt,Durch manche Täuschung, bis es endlichSein eigner Gott, sein Schuzgott ward!
Nun seyd gegrüst, geweihte SchattenDer Einsamkeit! Nun sey gegrüst,Du frische Quelle, die dem mattenVerschmachteten entgegen fliest,Die, unter grün umflohrten Schatten,Die weitre Wallfarth ihm versüst.Die kleinen lieblichen SirenenDer Waldgesänge laden nunDen Pilger ein, bei ihren Tönen,Am Bachgeriesel, auszuruhn.Und endlich giebt er seinen SegenDem Rasen, wo er ausgeruht,Und eilt mit hofnungsvollerm MuthDem vorgestekten Ziel entgegen.Denn diese Ruhe, diese Kühle,Die seine Flammen löschte, machtDer Pilger nicht zu seinem Ziele;Gestärkter eilt er nur, gelehntAuf seinen Stab, durch die Gefilde.Sprich! kennst du nicht in diesem BildeDas Herz, das sich nach Stille sehnt?Das, oft verkannt, sich selbst nur kenntlichDurch manche Hofnung hingeharrt,Durch manche Täuschung, bis es endlichSein eigner Gott, sein Schuzgott ward!
O Ruhe! wenn im AbendgoldeZu Dir des Haines Athem stieg,Und feiernd die Natur, du Holde,Vor deinem Altar stand und schwieg:Wie strebte dann aus dem GetümmelMein Herz hinaus, um hinzufliehnZu dir, und deinen ganzen HimmelDicht um mein Wesen herzuziehn!Wo an vergötternden GedankenDie edlern Lebensfrüchte schwanken,Die nur in deinem Schoose blühn,Wo rein, und unberührt vom Neide,Durchs Haar der unentweihten FreudeDie königlichen Rosen glühn:In diesem stilleren GeschmeideFlieht sie den Stolz und wandelt nur,Mit jenem Sinn der Unschuld freier,Und seliger, durch Hain und Flur;Da wischt sie jede dunkle SpurDes Grams, mit ihrem reinen SchleierHinweg vom Antliz der Natur.
O Ruhe! wenn im AbendgoldeZu Dir des Haines Athem stieg,Und feiernd die Natur, du Holde,Vor deinem Altar stand und schwieg:Wie strebte dann aus dem GetümmelMein Herz hinaus, um hinzufliehnZu dir, und deinen ganzen HimmelDicht um mein Wesen herzuziehn!Wo an vergötternden GedankenDie edlern Lebensfrüchte schwanken,Die nur in deinem Schoose blühn,Wo rein, und unberührt vom Neide,Durchs Haar der unentweihten FreudeDie königlichen Rosen glühn:In diesem stilleren GeschmeideFlieht sie den Stolz und wandelt nur,Mit jenem Sinn der Unschuld freier,Und seliger, durch Hain und Flur;Da wischt sie jede dunkle SpurDes Grams, mit ihrem reinen SchleierHinweg vom Antliz der Natur.
Die Einsamkeit, die hohe StilleVergöttert und erhebt den Geist,Daß er sich kühn, aus dieser HülleDer engen Sinnlichkeit, zur FülleDer Feier seines Himmels reisst.Hier blühn ihm ewige NaturenAus der Unendlichkeit hervor;Hier tönt der Welten grosses Chor,Hier spriest auf reinen AetherflurenEin junges Sonnenheer empor;Hier blizzen heller ihm die SpurenDer Gottheit auf. Ein stilles Licht,Unsichtbar dem profanen Volke,Versilbert jede Schattenwolke,Die sich um seine Ruhe flicht,Und ihm die Aussicht in den SpiegelDer schönen Zukunft unterbricht,Die auf dem weichen TaubenflügelDer Ahndung um den RasenhügelGeliebter Urnenreste schwebt,Und nun, entfesselt von dem ZügelDes Erdensinnes, sich zum SpiegelDer reinern Fluth der Wahrheit hebt.Er hüllt sich tiefer ein ins GrauenDer Mitternacht, dem Ernst geweiht,Und auf die Blumen seiner Zeit,Auf seine schönsten Stunden thauenDie Tropfen der Unsterblichkeit.Er sieht am Ufer, wo die ZeitIhr Laub noch fallen läst, mit SchweigenDas Wogenfluthen, und das SteigenUnd Sinken der Vergänglichkeit.Der Vorwelt graue Schatten zeigenVon fern ihm jedes grosse Ziel,Von welchem jede Krone fiel,In der sie noch den Strom umschimmern,Der über Piramiden siegt,Sie wegspült, und mit ihren TrümmernVorbei an seinem Ufer fliegt.Zum Lispelton der Laubenrosen,Die um den stillen Denker blühn,Tönt lieblich das entfernte TosenDer Wellen, die vorüber fliehn.Er nimmt zur Stille seiner RosenDie Welt- und Menschenkunde mit,Die er aus jener Fluth erstritt;Die leitet dann zu dem GebieteDer Wahrheit, wo die stille BlüteDer Ruhe duftet, seinen Schritt.Gerettet von den Truggestalten,An die der Wahn der Thorheit glaubt,Uebt er die Kunst, sich vest zu halten,Daß ihn kein Trug ihm selber raubt.
Die Einsamkeit, die hohe StilleVergöttert und erhebt den Geist,Daß er sich kühn, aus dieser HülleDer engen Sinnlichkeit, zur FülleDer Feier seines Himmels reisst.Hier blühn ihm ewige NaturenAus der Unendlichkeit hervor;Hier tönt der Welten grosses Chor,Hier spriest auf reinen AetherflurenEin junges Sonnenheer empor;Hier blizzen heller ihm die SpurenDer Gottheit auf. Ein stilles Licht,Unsichtbar dem profanen Volke,Versilbert jede Schattenwolke,Die sich um seine Ruhe flicht,Und ihm die Aussicht in den SpiegelDer schönen Zukunft unterbricht,Die auf dem weichen TaubenflügelDer Ahndung um den RasenhügelGeliebter Urnenreste schwebt,Und nun, entfesselt von dem ZügelDes Erdensinnes, sich zum SpiegelDer reinern Fluth der Wahrheit hebt.Er hüllt sich tiefer ein ins GrauenDer Mitternacht, dem Ernst geweiht,Und auf die Blumen seiner Zeit,Auf seine schönsten Stunden thauenDie Tropfen der Unsterblichkeit.Er sieht am Ufer, wo die ZeitIhr Laub noch fallen läst, mit SchweigenDas Wogenfluthen, und das SteigenUnd Sinken der Vergänglichkeit.Der Vorwelt graue Schatten zeigenVon fern ihm jedes grosse Ziel,Von welchem jede Krone fiel,In der sie noch den Strom umschimmern,Der über Piramiden siegt,Sie wegspült, und mit ihren TrümmernVorbei an seinem Ufer fliegt.Zum Lispelton der Laubenrosen,Die um den stillen Denker blühn,Tönt lieblich das entfernte TosenDer Wellen, die vorüber fliehn.Er nimmt zur Stille seiner RosenDie Welt- und Menschenkunde mit,Die er aus jener Fluth erstritt;Die leitet dann zu dem GebieteDer Wahrheit, wo die stille BlüteDer Ruhe duftet, seinen Schritt.Gerettet von den Truggestalten,An die der Wahn der Thorheit glaubt,Uebt er die Kunst, sich vest zu halten,Daß ihn kein Trug ihm selber raubt.
Komm! las mich jedes Harms vergessen,Der mit der Welt mich oft entzwei't,Und folge mir zu den Zypressen,Zur Stille meiner Einsamkeit!Ein Pläzchen sey mir zugemessen,Wo nie ein Stolz den andern drängt;Wo still, wie eine Sabbathfeier,Und heilig, wie ein Altarschleier,Der Schatten der Zypressen hängt.Geheiligt sey die Feierstille,Die Ruh, die von den Zweigen tröpft,Aus der das Daseyn erst die FülleDes wahren, reinen Lebens schöpft,Dem nie die stillen Freuden fehlen,Die Gott in unser Daseyn warf!Das Leben, nicht das Daseyn, darf,Nach Tagen, seine Summe zälen.
Komm! las mich jedes Harms vergessen,Der mit der Welt mich oft entzwei't,Und folge mir zu den Zypressen,Zur Stille meiner Einsamkeit!Ein Pläzchen sey mir zugemessen,Wo nie ein Stolz den andern drängt;Wo still, wie eine Sabbathfeier,Und heilig, wie ein Altarschleier,Der Schatten der Zypressen hängt.Geheiligt sey die Feierstille,Die Ruh, die von den Zweigen tröpft,Aus der das Daseyn erst die FülleDes wahren, reinen Lebens schöpft,Dem nie die stillen Freuden fehlen,Die Gott in unser Daseyn warf!Das Leben, nicht das Daseyn, darf,Nach Tagen, seine Summe zälen.
Die Luft der Welt ist rauh und scharf;In ihrem Sturm wird manche Blume,Voll Frucht des Geistes, abgestreift,Wenn ihre Pflanz' im HeiligthumeDer Stille nicht zur Dauer reift.Befruchtung, die der Still' entträuft,Die kann den Sonnenschein vergüten,Den Thau, der sich auf Nesseln senkt,Und seltner die bescheidnen BlütenDes Geistes und des Herzens tränkt.
Die Luft der Welt ist rauh und scharf;In ihrem Sturm wird manche Blume,Voll Frucht des Geistes, abgestreift,Wenn ihre Pflanz' im HeiligthumeDer Stille nicht zur Dauer reift.Befruchtung, die der Still' entträuft,Die kann den Sonnenschein vergüten,Den Thau, der sich auf Nesseln senkt,Und seltner die bescheidnen BlütenDes Geistes und des Herzens tränkt.
Sie ist das Land der Geistessaaten,Der Herzensblüten! Reiften nichtIn ihrem Schatten jene Thaten,Die leuchtend, wie ein flammend Licht,Hinstralen durch so manch Jahrhundert,Von einer Ewigkeit bewundert,Die dankbar ihre Frucht noch bricht?Sie trug von jeder schönen PflanzeDie schönste Blume zu dem Kranze,Der sich um Friedrichs Namen flicht.Ihm galten Kron' und Zepter wenig;Mit tausend Sorgen überstreut,Fühlt' er in ihrem Prunk den König,Sich fühlt' er – in der Einsamkeit!Mit eignen Stralen sich bekränzend,Gieng still sein Geist, so still und glänzendWie sein Gestirn, aus ihr hervor,Aus ihrem Hain, den zum AsyleFür ihre seligern GefühleSich seine Königssorg' erkor.
Sie ist das Land der Geistessaaten,Der Herzensblüten! Reiften nichtIn ihrem Schatten jene Thaten,Die leuchtend, wie ein flammend Licht,Hinstralen durch so manch Jahrhundert,Von einer Ewigkeit bewundert,Die dankbar ihre Frucht noch bricht?Sie trug von jeder schönen PflanzeDie schönste Blume zu dem Kranze,Der sich um Friedrichs Namen flicht.Ihm galten Kron' und Zepter wenig;Mit tausend Sorgen überstreut,Fühlt' er in ihrem Prunk den König,Sich fühlt' er – in der Einsamkeit!Mit eignen Stralen sich bekränzend,Gieng still sein Geist, so still und glänzendWie sein Gestirn, aus ihr hervor,Aus ihrem Hain, den zum AsyleFür ihre seligern GefühleSich seine Königssorg' erkor.
Das Laster brütet nur VerderbenIn ihrem Schoos, tränkt hier mit GiftDen Mörderpfeil, der noch den ErbenDes kommenden Jahrhunderts trift.Doch wird sie die Entweihung rächen;Sie hält das fliehende Verbrechen,Das ihrer Rache lang' entrann,Noch an des Lebens Gränzen an;Und macht die lezte Lagerstelle,Wenn's nun umsonst nach einer QuelleDes Trostes und der Ruhe lechzt,Zu einer fürchterlichen Hölle,Vom Wehgewinsel laut umächzt;Und stösst es endlich von der SchwelleDes Lebens wütend in die Gruft!
Das Laster brütet nur VerderbenIn ihrem Schoos, tränkt hier mit GiftDen Mörderpfeil, der noch den ErbenDes kommenden Jahrhunderts trift.Doch wird sie die Entweihung rächen;Sie hält das fliehende Verbrechen,Das ihrer Rache lang' entrann,Noch an des Lebens Gränzen an;Und macht die lezte Lagerstelle,Wenn's nun umsonst nach einer QuelleDes Trostes und der Ruhe lechzt,Zu einer fürchterlichen Hölle,Vom Wehgewinsel laut umächzt;Und stösst es endlich von der SchwelleDes Lebens wütend in die Gruft!
Du, Unschuld, komm zu ihrem Schatten!Komm, athme diesen Lilienduft,Worin sich Fried' und Tugend gatten!Wie heilig! selig! ist die Luft,In der ein Tugendtrieb erwachte!Empfind' es, von ihr wach geküsst:Daß nirgendwo ein Himmel ist,Den Unschuld nicht zum Himmel machte.
Du, Unschuld, komm zu ihrem Schatten!Komm, athme diesen Lilienduft,Worin sich Fried' und Tugend gatten!Wie heilig! selig! ist die Luft,In der ein Tugendtrieb erwachte!Empfind' es, von ihr wach geküsst:Daß nirgendwo ein Himmel ist,Den Unschuld nicht zum Himmel machte.
Dein Tasso athmete so rein,In hoher Unschuld, aus dem HainDer Einsamkeit, die grossen TriebeGeweihter grosser Seelen ein:Und dennoch blühte seiner LiebeKein Zweig in ihrem Mirtenhain,Um seinen Lorbeer sich zu winden,Zu überduften seine Ruh.Er sang, er glühete den GründenUnd Hügeln Phyllis Namen zu.Ach! ihn umstrikten die GeflechteDer Tyrannei; und Bosheit rächteAn seinem Herzen, was der KranzVerschuldet hatte, der den GlanzDer Sklaven eines Fürsten schwächte.Verstossen floh er zu dem GlükDer Einsamkeit – von den MedusenDes Neides weit entfernt – zurük,Und sie empfieng, mit seinen MusenGern ihren Liebling, ihren Sohn;Und er entschlief an ihrem Busen,Getränkt mit ihrem süssten Mohn.
Dein Tasso athmete so rein,In hoher Unschuld, aus dem HainDer Einsamkeit, die grossen TriebeGeweihter grosser Seelen ein:Und dennoch blühte seiner LiebeKein Zweig in ihrem Mirtenhain,Um seinen Lorbeer sich zu winden,Zu überduften seine Ruh.Er sang, er glühete den GründenUnd Hügeln Phyllis Namen zu.Ach! ihn umstrikten die GeflechteDer Tyrannei; und Bosheit rächteAn seinem Herzen, was der KranzVerschuldet hatte, der den GlanzDer Sklaven eines Fürsten schwächte.Verstossen floh er zu dem GlükDer Einsamkeit – von den MedusenDes Neides weit entfernt – zurük,Und sie empfieng, mit seinen MusenGern ihren Liebling, ihren Sohn;Und er entschlief an ihrem Busen,Getränkt mit ihrem süssten Mohn.
Ihr ruhevoller Athem näretDen Funken Geist, der in uns glüht,Den Frieden, welcher, oft gestöret,Am zarten Halm des Lebens blüht;Nur wilde Leidenschaft verheeretIhr stilles, seliges Gebiet.In dieser ungestörten StilleRafft sich mit ihrer ganzen FülleDie Leidenschaft empor, und reisstIn ihre Flammen Herz und Geist.Und flieht ein Thor zu ihrer Stille,Weil er den Weg zum Glük verlor:So kommt aus ihrem Hain der Thor,Mit jedem Wahn, mit jeder Grille,Die ihn hinein trieb, auch hervor.
Ihr ruhevoller Athem näretDen Funken Geist, der in uns glüht,Den Frieden, welcher, oft gestöret,Am zarten Halm des Lebens blüht;Nur wilde Leidenschaft verheeretIhr stilles, seliges Gebiet.In dieser ungestörten StilleRafft sich mit ihrer ganzen FülleDie Leidenschaft empor, und reisstIn ihre Flammen Herz und Geist.Und flieht ein Thor zu ihrer Stille,Weil er den Weg zum Glük verlor:So kommt aus ihrem Hain der Thor,Mit jedem Wahn, mit jeder Grille,Die ihn hinein trieb, auch hervor.
Die Weisheit nur streut edlen SaamenIn dies, oft zwar entweihte, Feld;Ihr wuchsen da die grossen Namen,Die, über Welt und Enkelwelt,Herab von lichten Sternenhöhen,Mit ihren Lorbeerkronen wehen,In deren Schatten, angeglühtVom Feuergeiste jener Weisen,Die junge Kunst bescheiden blüht.Fern, von des Lebens Wirbelkreisen,Mit Wettlaufstaube schwarz bestreut,Tief in den Hain der EinsamkeitHinein zu flüchten, ziemt dem Weisen,Der gern mit seinem Herzen spricht:Nur sich, und Schäzze seiner Gaben,In ihrem Schoose zu begraben,Wie Diogen, das ziemt ihm nicht.Sie stärk' ihn nur zur edlen Pflicht,Für's Wohl der Menschheit aufzustreben;Die Ruhe sey's, die hier sein LebenZur Reife schöner Thaten nährt,Um es der Welt zurük zu geben,Der auch ein Theil von ihm gehört.
Die Weisheit nur streut edlen SaamenIn dies, oft zwar entweihte, Feld;Ihr wuchsen da die grossen Namen,Die, über Welt und Enkelwelt,Herab von lichten Sternenhöhen,Mit ihren Lorbeerkronen wehen,In deren Schatten, angeglühtVom Feuergeiste jener Weisen,Die junge Kunst bescheiden blüht.Fern, von des Lebens Wirbelkreisen,Mit Wettlaufstaube schwarz bestreut,Tief in den Hain der EinsamkeitHinein zu flüchten, ziemt dem Weisen,Der gern mit seinem Herzen spricht:Nur sich, und Schäzze seiner Gaben,In ihrem Schoose zu begraben,Wie Diogen, das ziemt ihm nicht.Sie stärk' ihn nur zur edlen Pflicht,Für's Wohl der Menschheit aufzustreben;Die Ruhe sey's, die hier sein LebenZur Reife schöner Thaten nährt,Um es der Welt zurük zu geben,Der auch ein Theil von ihm gehört.