Kapitel 20.Duell.

Dekoratives ElementKapitel 20.Duell.Die Einnahme der Hauptstadt und die vollständige Niederlage des Heeres entschied das Schicksal des Reiches. Als Pizarro die schwachen Mauern von Cuzco stürmte, beherrschte er die Grenzen des ausgedehnten Inkareiches; der Schrecken breitete seine Flügel über Peru aus, die Kreuzesfahne flatterte siegreich auf den Trümmern der Sonnentempel und die Unterthanen der Inkas bogen vor der Macht des Königs von Spanien den Nacken. Als das feindliche Banner von Pizarro ergriffen wurde, setzte sich das Heer in eilfertige Flucht. Von einer kleinen Abtheilung gefolgt und von den Großen des Reiches begleitet, rettete sich Huascar in die Unzugänglichkeiten der Anden, und die Stadt wurde viele Stunden lang der Plünderung und der Zerstörung preisgegeben.Nachdem die Abenteurer den Ehrgeiz gesättigt hatten, dachte Pizarro daran, sein Staatssystem zu befestigen und als Statthalter des Reiches seine Befehle auszubreiten. Dieselben Verordnungen, dasselbe Benehmen,das man in Cajamalca beobachtete, wiederholten sich in Cuzco; die Einwohner wurden zur Knechtschaft, und indem sie das Wasser der Erlösung empfingen, dazu verdammt, ihren frommen Glaubenslehren zu entsagen, und die militärische, von dem rohesten Fanatismus geschürte Gewaltherrschaft bildete die Grundlage der peruanischen Regierung. Zu allen Zeiten Despoten, haben sich die Sieger unter den gleichen Trümmern begraben, welche ihre Wuth niedergerissen hat.Eine traurige, von den Seufzern der Sterbenden und von den Androhungen der Sieger unterbrochene Todtenstille herrschte in der Stadt und auf dem Lande, und nach dreitägigem Verweilen in Cuzco zerstreute Pizarro den größten Theil seiner Macht in kleine, unter dem Befehl der tapfersten Kapitäne stehende Colonnen, damit sie die Umkreise des Gebietes durchzögen und die Mittheilungen der Hauptstadt in Gang brächten. Beinahe nicht ohne Widerstand liefen die Detachements die Umgegenden ab; kleine Horden von Peruanern flohen entsetzt, und in wenigen Wochen dehnte sich die spanische Herrschaft in allen Grenzen des Reiches aus.Wie wir angegeben haben, wurde Ocollo auf dem Rückzuge durch den Kapitän Soto zur Gefangenen gemacht, aber auch Huascar führte viele spanische Gefangene mit sich, welche bisher nicht als Feinde behandelt worden waren, sondern wie Männer, die, den Befehlen ihrer Anführer gehorchend, unterlagen; als er aber die Greuelthaten von Cuzco erfuhr, bemächtigtesich die Verzweiflung seiner Brust; er schwur vor der Sonne, den Krieg bis auf den Tod zu führen, und die Gefangenen wurden durch die Wuth der Besiegten zerfleischt. Jene gefühlvollen Männer, welche von einer süßen, zarten Religion begeistert, sich damit begnügten, ihre Feinde zu besiegen und sie über das Meer hinüber zu werfen, verwandelten sich in blutdürstige Tiger, die verzehrten, was ihnen in den Weg kam. Da sie ihre Freiheit, ihre Gesetze verloren hatten, ihre Tempel zerstört und sie an die schmähliche Sklaverei der Knechtschaft gebunden waren, konnte nur das Blut ihre Rache stillen; beim Anblick des Todes malte sich die Fröhlichkeit in ihren Zügen, und das Grab war die Stätte des Friedens der Peruaner.Das wäre künftighin der Krieg, den die Inkas führten; die von Osten Gekommenen würden ein Gegenstand ihres unversöhnlichen Hasses sein, der Rachedurst würde sich auf die Geschlechter übertragen und der Boden der neuen Welt würde sich mit Blut röthen. Ein Volk, das seine Freiheit ausbreitend, in Verzweiflung geräth, ist ein rasender Strom, der den Sieg hinter sich her reißt. Ein Volk, das für seine Freiheit und für seine Voreingenommenheiten kämpft, ist unbesiegbar.Als Pizarro erfuhr, daß Ocollo gefangen genommen worden war, glaubte er alle seine feurigen Wünsche erfüllt. Peru hatte er bereits bezwungen und er sah den Triumph seiner Liebe sehr nahe; Ocollo mußte seinen verliebten Bitten nachgeben, oder die Stimmedes Eroberers sollte die Unglückliche zu Boden schlagen. Soto zog nach einigen Tagen in der Stadt ein, und in Thränen versunken, mit aufgelösten Haaren, stellte sich Ocollo vor den Sieger des Reiches, und vor Schmerz zerrissen, aber mit kalter Ruhe, rief sie aus: »Ja, Pizarro, ich weiß mein Schicksal bereits; glaube nicht, daß ich mich schwach zu deinen Füßen niederwerfe, um ein Dasein flehend, das ich verabscheue. Als das Leben Atahulpas mir Thränen abforderte, vergoß ich sie über deinen Füßen; jetzt leidet Ocollo allein.« Wie von Raserei hingerissen, faßte Pizarro die Schöne am Arme und trennte sie ein wenig von den Spaniern, welche sie beobachteten. »Siehe, Unglückliche,« rief er aus, »siehe meine Macht und fürchte meinen Zorn. Du, die du Atahulpa liebtest, wirst den Taumel der Liebe fühlen können. Deine Schönheit, Ocollo, entzündete, wenn es mir nicht gelingt, dieselbe in deinen Armen zu ersticken, in meiner Brust eine unauslöschliche Feuerflamme; gieb meinen Schmeicheleien nach, du sollst im Reiche befehlen, und ich werde dein Sklave sein und werde glücklich sein.« »Du kannst dein Glück nur unter Schutt und Leichen finden, du wirst schon glücklich sein.« »Meine Seele giebt auch den Reizen nach, du allein hörst mich jetzt.... Diese Siegespracht, diese Berge von Gold, von Trophäen, das Alles tauschte ich für deine Liebkosungen um, bedaure mich und zittere.« »Ich bin ruhig.« »Liebe mich, Ocollo.« »Du bist besudelt mit dem Blute Atahulpas.« »Mein Vaterland forderte es.« »Seine Liebe befiehlt, daß ich dich verabscheue.«Lange Zeit hindurch schien Pizarro, bleich, erstarrt, ein Opfer der Ueberraschung und der Wuth, ein lebloses Wesen zu sein; aber wie der Sturmwind das schwache Rohr hinreißt, so schleppte er sie, die keusche Gattin, wüthend packend, bis vor seine Soldaten. »Fliegt, sie soll sterben,« rief er verstimmt aus; doch ruhig, verwirrte weder ein Seufzer, noch eine einzige Thräne das Antlitz Ocollos. Die Leidenschaft Pizarros war dem Heere nicht unbekannt, und beim Anblick seiner Gewaltthätigkeiten, seines geheimnißvollen Schweigens, durchschauten sie alsbald die Ursache, welche das Opfer zur Richtstätte schleppte, und ein dumpfes Gemurmel rührte die Abenteurer. Endlich erhob, als Ocollo ihre schmachtenden Blicke nach ihm richtete, Almagro, voller Tapferkeit und Edelmuth, seine Stimme und brach entschlossen aus:»Nein, Pizarro, hoffe nicht, dieses arglose Opfer nach dem Richtplatze zu schleppen; ich bin ein christlicher Ritter, meine Religion und meine Empfindsamkeit rühren meinen Degen zugleich; Ocollo stirbt nicht, ohne daß wir zuvor die Waffen messen.« Die Wuth erglänzte in den Augen Pizarros, die Ruhe in den Mienen Ocollos und Almagros und die Verwirrung in den Stellungen Luques und aller Abenteurer. Niemals daran gewohnt, sich nicht befolgt zu sehen, und am wenigsten von einem Menschen, auf den er mit Haß und als seinen Untergebenen herabsah, zog Pizarro mit Blitzesschnelle seinen Degen, um sich auf den gefühlvollen Ritter zu stürzen, und auch Almagro setzte sich im Augenblick zur Wehre. Ein so edler undso tapferer Krieger rechnete auf Anhänger im Lager, und eine elektrische Bewegung theilte sich der Masse mit: Die blitzenden Waffen kochten in ihren Scheiden, und der Bürgerkrieg drohte in einem Augenblick mit seiner ganzen Schrecklichkeit. Weltklug genug, um die Resultate des immer bedrohlicher werdenden Ausbruches zu erkennen, griff Luque, seinem Brauche gemäß, zur Stimme des Himmels, um die Rechte zu entwaffnen. »Jesus Christus sieht euch, meine Söhne, euch droht der Bannstrahl, haltet ein mit eurer Wuth.« Die Abenteurer zogen sich ein wenig zurück, aber die Anführer waren bei der Stimme des Priesters bereits taub, und umsonst hob der Verweser zwischen den Degen das Kreuz empor. »Bei der Stimme Pizarros giebt das Weltall nach,« rief der Statthalter aus. »Almagro fürchtet ihn nicht,« bestritt sein Stellvertreter. »Vertheidige dich, Bösewicht.« »Nimm deine Brust in Acht.« Benalcazar und Soto bemühten sich ebenfalls, die wüthenden Degen zurückzuhalten, und Luque gelang es endlich, das Duell so lange aufzuschieben, bis daß sie sich, von der Truppe getrennt, als Ritter schlugen.Die Empfindlichkeiten wurden wegen der Uebereinkunft nicht schwächer, noch verminderte sich die Wuth. Man kam überein, daß Ocollo von zwanzig, zehn von Pizarro und zehn von Almagro, gewählten Soldaten bewacht würde, und der Eine wie der Andere befahlen, ihre Pferde zu schirren, um in den Kampf zu ziehen. Die unglückliche Ocollo weinte trostlos bei der Betrachtung der Lage ihres großmüthigen Vertheidigers Almagro, und bekümmert rief sie: »Nein, Almagro,setze dein kostbares Dasein nicht aus, um meine Qualen zu verziehen; der Tod ist mein einziger Trost, das Ende meiner Leiden. Lebe, großmüthiger Krieger, lebe, um Coya anzubeten und um an ihrem Glück zu schaffen.« Es war nicht mehr Zeit; die Ehre gilt mehr, als das Leben und die Liebe; Almagro sollte siegen oder besiegt werden.Schon am Abend neigte sich die Sonne nach Westen hin, als die beiden von Luque, Soto und Benalcazar und der ganzen spanischen Abtheilung begleiteten Krieger muthig zum Kampf hinauszogen. In kurzer Entfernung von Cuzco sollten sich die Klingen kreuzen, und zum ersten Mal genoß die neue Welt das angenehme Schauspiel, zu sehen, wie sich deren Eroberer untereinander die Brust zerfleischten, und wie sich zwischen ihren Uneinigkeiten der Baum ihrer Freiheit und ihrer Unabhängigkeit erhob. Kaum waren sie bei der Stelle angelangt, wurden die Entfernungen genommen und die Degen aus der Scheide gezogen: Die blassen Strahlen der scheidenden Sonne leuchteten trübselig auf den Hinterhalt, die Helme und die Panzer, und die traurigen Ceremonieen Luques und die Niedergeschlagenheit der Zuschauer erhöhten das Schauspiel mit dem ganzen erhabenen Aufwand des Ritterstandes. Auf die Erde niedergeworfen und die Hände zum Himmel emporgehoben, betete Luque zu dem ewigen Gott, daß er die erregten Seelen erleuchtete und das Christenthum rettete, die Kriegshelden aber bereiteten sich von einem Augenblick zum andern vor, den Kampf zu beginnen. Man erwartete nur noch das Zeichen zum Angriff;Soto gab das Zeichen, und wie wüthende Tiger stürzten sie aufeinander los. Vom Sturmwind fortbewegten Mühlenflügeln glichen die Degen; ihr Widerschein war ein weißliches, nie verschwindendes Blitzen, und das Krachen der Panzer ähnelte dem Donner am fernen Horizonte, der sich dumpf zwischen unwegsamem Gebirgslande dahinzieht. Mit Blitzesschnelle folgten die Schläge aufeinander, und der Muth und die Geschicklichkeit machten ihre letzten Anstrengungen. Die von den spitzen Sporen angestachelten Pferde wieherten, weiß geworden vor dampfendem Schaum, und dem furchtsamen Schauspiele entfliehend, begrub sich die Sonne in den Bergen und schickte nur einen schwachen Dämmerschein auf die Erde. Vergebens beabsichtigten die Kämpfenden mit den blitzenden Waffen, dem Tode einen Weg zu bahnen; die Rechte ließ ermüdet nach und die Schatten der Nacht dehnten sich am Himmel aus. Die Zuschauer, welche unbeweglich die Kämpfenden bewundert hatten, gaben das Zeichen, den Kampf einzustellen, und Luque hob das Kreuz zwischen den Degen empor. Beim Aufschieben eines Duells verschwand unter Rittern des sechszehnten Jahrhunderts der Zorn, die Feinde wurden zu Gefährten, welche bis zur Wiederkehr des Kampfes einander fröhlich bei den Schmäusen zutranken, und Almagro und Pizarro waren zu höflich und zu sehr Ritter, um nicht den Einwirkungen ihres Jahrhunderts zu gehorchen; alle zogen sich nach der Stadt zurück und gaben sich unter dem Lebehoch der Soldaten den Annehmlichkeiten eines Gastmahles hin.Ocollo unterdessen bewahrte ihre Seelenruhe in einem bequemen, ihrer hohen Rangordnung entsprechenden Gefängnisse, ihr Herz aber war von den grausamsten Qualen bekämpft. In Mitten ihrer Feinde, von den Mördern Atahulpas umgeben, unter dem Drucke der Erinnerung an Huascar, Coya und des Rathes, die am Ende frei lebten, Schreckensauftritten beiwohnend, sehnte sie sich bald darnach, zu sterben um ihre Leiden zu beschließen, bald war ihr das Leben kostbar, um das Schicksal derer zu sehen, die sich in die Anden retteten. Almagro verließ sie nicht; nach dem Kampfe waren seine ersten Sorgen sie zu trösten, und am nächsten Tage sollte er zu ihrer Vertheidigung wieder zum Duell gehen.Coya, die Dank der Raschheit ihrer Fußgänger das großmüthige Benehmen Almagros mit ihrer zärtlichen Freundin erfahren hatte; Coya, welche wußte, daß das Dasein Almagros und Ocollos zugleich Gefahr liefen, konnte, ohne auf Kosten irgend welcher Gefahren zur Vertheidigung ihrer beiden Lieben in die unmittelbare Nähe von Cuzco zu fliegen, nicht unter den Ihrigen bleiben. Umsonst widersetzte sich der Rath ihren Plänen, Coya gab mit unwiderstehlichem Zauber zu erkennen, daß sie, von wenigen und flinken Kriegern begleitet, die Flur von Cuzco befeinden würde, und der unerschrockene Huascar, der schon vor Blutgier brannte, billigte den Plan Coyas, indeß er ein neues Heer vorbereitete, um damit in einen wilden Feldzug zu ziehen.Die Peruaner hatten auf Kosten von Strömen von Blut die Kriegskunst der Spanier erlernt undhatten sich mit dem Gewieher der Pferde und dem Knalle der Kanonen vertraut gemacht. Mit den Gefangenen hatten sie einige Pferde ergriffen, und Huascar und Coya führten bereits Krieg auf den Vierfüßlern, welche ihnen so großen Schrecken einflößten. An der Spitze von tausend Peruanern fiel die verliebte Kriegerin, nicht nur von dem brennenden Verlangen, ihren Almagro zu sehen, sondern auch von dem Wunsche getrieben, die Rettung ihrer geliebten Ocollo zu bewerkstelligen, oder einen ruhmvollen Tod zu finden, über die Fluren von Cuzco her. Als Almagro erfuhr, daß Coya sich der Stadt näherte, war das Feuer seiner Liebe bereits unwiderstehlich; in Mitten seines Taumels glaubte er, daß es einzig ihre Liebe war, welche die Schöne führte, bald aber sah er andrerseits, daß ein von der Anstrengung der Eroberer besiegtes, furchtbares Heer floh. Was konnte sich Coya mit tausend Kriegern mehr versprechen, als eine sichere Niederlage? Huascar hatte die Spanier, welche besiegt worden waren, eines grausamen Todes sterben lassen; Pizarro verbreitete Schrecken in Cuzco und im ganzen Reiche, einzig die schwarze Fahne flatterte an den westlichen Gestaden, und Coya würde, gefangen genommen, unter Qualen aushauchen. Ocollo fühlte bereits keine Kraft mehr, ihre Leiden zu ertragen, tausend Mal zöge sie den Tod dem Unglücke Coyas vor, und Almagro sollte sich immer noch für sie schlagen.Die Kriegsmacht, welche Coya anführte, schüchterte Pizarro wenig ein; eine kurze Truppenabtheilung genügte, um sie zu besiegen; Luque aber, wie gewohnt vorherzusehen, fürchtete ihren Einfluß auf die Spanier;mit Schätzen schon zufriedengestellt, erkannte er mit den innern Zerwürfnissen das Mißliche des spanischen Lagers. Es schien ihm, daß das, was sich am Besten mit der Sache des Christenthums schickte, wäre, den ganzen Einfluß des Priesterthums geltend zu machen, um das Duell der Anführer einige Tage aufzuschieben und so die Einigung herbeizuführen, darnach zu trachten, daß Ocollo der Liebe Pizarros nachgeben würde, oder Almagro einen Schlag vorzubereiten, dessen er sich nicht erwehren könnte. Das war seine Thätigkeit, das war die Macht, welche der Verweser über die Fanatiker des sechszehnten Jahrhunderts ausübte, denn er siegte endlich, und das Duell wurde für zehn Tage aufgeschoben.Da die Kriegsmacht Coyas keine gebietende war, und sich, damit begnügend, die nahen Berge zu besetzen und die Auswanderung zu beschützen, kaum feindselig zeigte, ging man ebensowenig in deren Verfolgung thätig vor, und nur eine kurze, so viel wie möglich war, von Almagro lahm gelegte Truppenabtheilung sorgte dafür, daß sie nicht auf die Fluren herniederstiegen, noch die Mittheilungen hinderten. Benalcazar befehligte das Detachement; Benalcazar, wiewohl er im Verborgenen der erste von Almagros Anhängern war, und Coya lief niemals Gefahr.Sobald die Nacht ihren schwarzen Schleier ausbreitete, ritt, trotz des Hasses und dem fortwährenden Mißtrauen, das er seinen Gefährten einflößte, der verliebte Ritter auf seinem schnellen Pferde in die Berge, auf der Suche nach seiner Angebeteten. Luquesund Pizarros gewaltthätiger Charakter konnte nicht mehr länger einen Gefährten dulden, welcher, weit entfernt, bei der Zerstörung der neuen Weltmitzuwirken, ihre sämmtlichen Pläne durchkreuzte und die Zwietracht säete: Die Entzweiung war unerläßlich, und Almagro sollte, weil es sowohl dem Throne als auch der römischen Curie also daran lag, ein Opfer ihrer Wuth werden.Dekoratives Element

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Die Einnahme der Hauptstadt und die vollständige Niederlage des Heeres entschied das Schicksal des Reiches. Als Pizarro die schwachen Mauern von Cuzco stürmte, beherrschte er die Grenzen des ausgedehnten Inkareiches; der Schrecken breitete seine Flügel über Peru aus, die Kreuzesfahne flatterte siegreich auf den Trümmern der Sonnentempel und die Unterthanen der Inkas bogen vor der Macht des Königs von Spanien den Nacken. Als das feindliche Banner von Pizarro ergriffen wurde, setzte sich das Heer in eilfertige Flucht. Von einer kleinen Abtheilung gefolgt und von den Großen des Reiches begleitet, rettete sich Huascar in die Unzugänglichkeiten der Anden, und die Stadt wurde viele Stunden lang der Plünderung und der Zerstörung preisgegeben.

Nachdem die Abenteurer den Ehrgeiz gesättigt hatten, dachte Pizarro daran, sein Staatssystem zu befestigen und als Statthalter des Reiches seine Befehle auszubreiten. Dieselben Verordnungen, dasselbe Benehmen,das man in Cajamalca beobachtete, wiederholten sich in Cuzco; die Einwohner wurden zur Knechtschaft, und indem sie das Wasser der Erlösung empfingen, dazu verdammt, ihren frommen Glaubenslehren zu entsagen, und die militärische, von dem rohesten Fanatismus geschürte Gewaltherrschaft bildete die Grundlage der peruanischen Regierung. Zu allen Zeiten Despoten, haben sich die Sieger unter den gleichen Trümmern begraben, welche ihre Wuth niedergerissen hat.

Eine traurige, von den Seufzern der Sterbenden und von den Androhungen der Sieger unterbrochene Todtenstille herrschte in der Stadt und auf dem Lande, und nach dreitägigem Verweilen in Cuzco zerstreute Pizarro den größten Theil seiner Macht in kleine, unter dem Befehl der tapfersten Kapitäne stehende Colonnen, damit sie die Umkreise des Gebietes durchzögen und die Mittheilungen der Hauptstadt in Gang brächten. Beinahe nicht ohne Widerstand liefen die Detachements die Umgegenden ab; kleine Horden von Peruanern flohen entsetzt, und in wenigen Wochen dehnte sich die spanische Herrschaft in allen Grenzen des Reiches aus.

Wie wir angegeben haben, wurde Ocollo auf dem Rückzuge durch den Kapitän Soto zur Gefangenen gemacht, aber auch Huascar führte viele spanische Gefangene mit sich, welche bisher nicht als Feinde behandelt worden waren, sondern wie Männer, die, den Befehlen ihrer Anführer gehorchend, unterlagen; als er aber die Greuelthaten von Cuzco erfuhr, bemächtigtesich die Verzweiflung seiner Brust; er schwur vor der Sonne, den Krieg bis auf den Tod zu führen, und die Gefangenen wurden durch die Wuth der Besiegten zerfleischt. Jene gefühlvollen Männer, welche von einer süßen, zarten Religion begeistert, sich damit begnügten, ihre Feinde zu besiegen und sie über das Meer hinüber zu werfen, verwandelten sich in blutdürstige Tiger, die verzehrten, was ihnen in den Weg kam. Da sie ihre Freiheit, ihre Gesetze verloren hatten, ihre Tempel zerstört und sie an die schmähliche Sklaverei der Knechtschaft gebunden waren, konnte nur das Blut ihre Rache stillen; beim Anblick des Todes malte sich die Fröhlichkeit in ihren Zügen, und das Grab war die Stätte des Friedens der Peruaner.

Das wäre künftighin der Krieg, den die Inkas führten; die von Osten Gekommenen würden ein Gegenstand ihres unversöhnlichen Hasses sein, der Rachedurst würde sich auf die Geschlechter übertragen und der Boden der neuen Welt würde sich mit Blut röthen. Ein Volk, das seine Freiheit ausbreitend, in Verzweiflung geräth, ist ein rasender Strom, der den Sieg hinter sich her reißt. Ein Volk, das für seine Freiheit und für seine Voreingenommenheiten kämpft, ist unbesiegbar.

Als Pizarro erfuhr, daß Ocollo gefangen genommen worden war, glaubte er alle seine feurigen Wünsche erfüllt. Peru hatte er bereits bezwungen und er sah den Triumph seiner Liebe sehr nahe; Ocollo mußte seinen verliebten Bitten nachgeben, oder die Stimmedes Eroberers sollte die Unglückliche zu Boden schlagen. Soto zog nach einigen Tagen in der Stadt ein, und in Thränen versunken, mit aufgelösten Haaren, stellte sich Ocollo vor den Sieger des Reiches, und vor Schmerz zerrissen, aber mit kalter Ruhe, rief sie aus: »Ja, Pizarro, ich weiß mein Schicksal bereits; glaube nicht, daß ich mich schwach zu deinen Füßen niederwerfe, um ein Dasein flehend, das ich verabscheue. Als das Leben Atahulpas mir Thränen abforderte, vergoß ich sie über deinen Füßen; jetzt leidet Ocollo allein.« Wie von Raserei hingerissen, faßte Pizarro die Schöne am Arme und trennte sie ein wenig von den Spaniern, welche sie beobachteten. »Siehe, Unglückliche,« rief er aus, »siehe meine Macht und fürchte meinen Zorn. Du, die du Atahulpa liebtest, wirst den Taumel der Liebe fühlen können. Deine Schönheit, Ocollo, entzündete, wenn es mir nicht gelingt, dieselbe in deinen Armen zu ersticken, in meiner Brust eine unauslöschliche Feuerflamme; gieb meinen Schmeicheleien nach, du sollst im Reiche befehlen, und ich werde dein Sklave sein und werde glücklich sein.« »Du kannst dein Glück nur unter Schutt und Leichen finden, du wirst schon glücklich sein.« »Meine Seele giebt auch den Reizen nach, du allein hörst mich jetzt.... Diese Siegespracht, diese Berge von Gold, von Trophäen, das Alles tauschte ich für deine Liebkosungen um, bedaure mich und zittere.« »Ich bin ruhig.« »Liebe mich, Ocollo.« »Du bist besudelt mit dem Blute Atahulpas.« »Mein Vaterland forderte es.« »Seine Liebe befiehlt, daß ich dich verabscheue.«

Lange Zeit hindurch schien Pizarro, bleich, erstarrt, ein Opfer der Ueberraschung und der Wuth, ein lebloses Wesen zu sein; aber wie der Sturmwind das schwache Rohr hinreißt, so schleppte er sie, die keusche Gattin, wüthend packend, bis vor seine Soldaten. »Fliegt, sie soll sterben,« rief er verstimmt aus; doch ruhig, verwirrte weder ein Seufzer, noch eine einzige Thräne das Antlitz Ocollos. Die Leidenschaft Pizarros war dem Heere nicht unbekannt, und beim Anblick seiner Gewaltthätigkeiten, seines geheimnißvollen Schweigens, durchschauten sie alsbald die Ursache, welche das Opfer zur Richtstätte schleppte, und ein dumpfes Gemurmel rührte die Abenteurer. Endlich erhob, als Ocollo ihre schmachtenden Blicke nach ihm richtete, Almagro, voller Tapferkeit und Edelmuth, seine Stimme und brach entschlossen aus:

»Nein, Pizarro, hoffe nicht, dieses arglose Opfer nach dem Richtplatze zu schleppen; ich bin ein christlicher Ritter, meine Religion und meine Empfindsamkeit rühren meinen Degen zugleich; Ocollo stirbt nicht, ohne daß wir zuvor die Waffen messen.« Die Wuth erglänzte in den Augen Pizarros, die Ruhe in den Mienen Ocollos und Almagros und die Verwirrung in den Stellungen Luques und aller Abenteurer. Niemals daran gewohnt, sich nicht befolgt zu sehen, und am wenigsten von einem Menschen, auf den er mit Haß und als seinen Untergebenen herabsah, zog Pizarro mit Blitzesschnelle seinen Degen, um sich auf den gefühlvollen Ritter zu stürzen, und auch Almagro setzte sich im Augenblick zur Wehre. Ein so edler undso tapferer Krieger rechnete auf Anhänger im Lager, und eine elektrische Bewegung theilte sich der Masse mit: Die blitzenden Waffen kochten in ihren Scheiden, und der Bürgerkrieg drohte in einem Augenblick mit seiner ganzen Schrecklichkeit. Weltklug genug, um die Resultate des immer bedrohlicher werdenden Ausbruches zu erkennen, griff Luque, seinem Brauche gemäß, zur Stimme des Himmels, um die Rechte zu entwaffnen. »Jesus Christus sieht euch, meine Söhne, euch droht der Bannstrahl, haltet ein mit eurer Wuth.« Die Abenteurer zogen sich ein wenig zurück, aber die Anführer waren bei der Stimme des Priesters bereits taub, und umsonst hob der Verweser zwischen den Degen das Kreuz empor. »Bei der Stimme Pizarros giebt das Weltall nach,« rief der Statthalter aus. »Almagro fürchtet ihn nicht,« bestritt sein Stellvertreter. »Vertheidige dich, Bösewicht.« »Nimm deine Brust in Acht.« Benalcazar und Soto bemühten sich ebenfalls, die wüthenden Degen zurückzuhalten, und Luque gelang es endlich, das Duell so lange aufzuschieben, bis daß sie sich, von der Truppe getrennt, als Ritter schlugen.

Die Empfindlichkeiten wurden wegen der Uebereinkunft nicht schwächer, noch verminderte sich die Wuth. Man kam überein, daß Ocollo von zwanzig, zehn von Pizarro und zehn von Almagro, gewählten Soldaten bewacht würde, und der Eine wie der Andere befahlen, ihre Pferde zu schirren, um in den Kampf zu ziehen. Die unglückliche Ocollo weinte trostlos bei der Betrachtung der Lage ihres großmüthigen Vertheidigers Almagro, und bekümmert rief sie: »Nein, Almagro,setze dein kostbares Dasein nicht aus, um meine Qualen zu verziehen; der Tod ist mein einziger Trost, das Ende meiner Leiden. Lebe, großmüthiger Krieger, lebe, um Coya anzubeten und um an ihrem Glück zu schaffen.« Es war nicht mehr Zeit; die Ehre gilt mehr, als das Leben und die Liebe; Almagro sollte siegen oder besiegt werden.

Schon am Abend neigte sich die Sonne nach Westen hin, als die beiden von Luque, Soto und Benalcazar und der ganzen spanischen Abtheilung begleiteten Krieger muthig zum Kampf hinauszogen. In kurzer Entfernung von Cuzco sollten sich die Klingen kreuzen, und zum ersten Mal genoß die neue Welt das angenehme Schauspiel, zu sehen, wie sich deren Eroberer untereinander die Brust zerfleischten, und wie sich zwischen ihren Uneinigkeiten der Baum ihrer Freiheit und ihrer Unabhängigkeit erhob. Kaum waren sie bei der Stelle angelangt, wurden die Entfernungen genommen und die Degen aus der Scheide gezogen: Die blassen Strahlen der scheidenden Sonne leuchteten trübselig auf den Hinterhalt, die Helme und die Panzer, und die traurigen Ceremonieen Luques und die Niedergeschlagenheit der Zuschauer erhöhten das Schauspiel mit dem ganzen erhabenen Aufwand des Ritterstandes. Auf die Erde niedergeworfen und die Hände zum Himmel emporgehoben, betete Luque zu dem ewigen Gott, daß er die erregten Seelen erleuchtete und das Christenthum rettete, die Kriegshelden aber bereiteten sich von einem Augenblick zum andern vor, den Kampf zu beginnen. Man erwartete nur noch das Zeichen zum Angriff;Soto gab das Zeichen, und wie wüthende Tiger stürzten sie aufeinander los. Vom Sturmwind fortbewegten Mühlenflügeln glichen die Degen; ihr Widerschein war ein weißliches, nie verschwindendes Blitzen, und das Krachen der Panzer ähnelte dem Donner am fernen Horizonte, der sich dumpf zwischen unwegsamem Gebirgslande dahinzieht. Mit Blitzesschnelle folgten die Schläge aufeinander, und der Muth und die Geschicklichkeit machten ihre letzten Anstrengungen. Die von den spitzen Sporen angestachelten Pferde wieherten, weiß geworden vor dampfendem Schaum, und dem furchtsamen Schauspiele entfliehend, begrub sich die Sonne in den Bergen und schickte nur einen schwachen Dämmerschein auf die Erde. Vergebens beabsichtigten die Kämpfenden mit den blitzenden Waffen, dem Tode einen Weg zu bahnen; die Rechte ließ ermüdet nach und die Schatten der Nacht dehnten sich am Himmel aus. Die Zuschauer, welche unbeweglich die Kämpfenden bewundert hatten, gaben das Zeichen, den Kampf einzustellen, und Luque hob das Kreuz zwischen den Degen empor. Beim Aufschieben eines Duells verschwand unter Rittern des sechszehnten Jahrhunderts der Zorn, die Feinde wurden zu Gefährten, welche bis zur Wiederkehr des Kampfes einander fröhlich bei den Schmäusen zutranken, und Almagro und Pizarro waren zu höflich und zu sehr Ritter, um nicht den Einwirkungen ihres Jahrhunderts zu gehorchen; alle zogen sich nach der Stadt zurück und gaben sich unter dem Lebehoch der Soldaten den Annehmlichkeiten eines Gastmahles hin.

Ocollo unterdessen bewahrte ihre Seelenruhe in einem bequemen, ihrer hohen Rangordnung entsprechenden Gefängnisse, ihr Herz aber war von den grausamsten Qualen bekämpft. In Mitten ihrer Feinde, von den Mördern Atahulpas umgeben, unter dem Drucke der Erinnerung an Huascar, Coya und des Rathes, die am Ende frei lebten, Schreckensauftritten beiwohnend, sehnte sie sich bald darnach, zu sterben um ihre Leiden zu beschließen, bald war ihr das Leben kostbar, um das Schicksal derer zu sehen, die sich in die Anden retteten. Almagro verließ sie nicht; nach dem Kampfe waren seine ersten Sorgen sie zu trösten, und am nächsten Tage sollte er zu ihrer Vertheidigung wieder zum Duell gehen.

Coya, die Dank der Raschheit ihrer Fußgänger das großmüthige Benehmen Almagros mit ihrer zärtlichen Freundin erfahren hatte; Coya, welche wußte, daß das Dasein Almagros und Ocollos zugleich Gefahr liefen, konnte, ohne auf Kosten irgend welcher Gefahren zur Vertheidigung ihrer beiden Lieben in die unmittelbare Nähe von Cuzco zu fliegen, nicht unter den Ihrigen bleiben. Umsonst widersetzte sich der Rath ihren Plänen, Coya gab mit unwiderstehlichem Zauber zu erkennen, daß sie, von wenigen und flinken Kriegern begleitet, die Flur von Cuzco befeinden würde, und der unerschrockene Huascar, der schon vor Blutgier brannte, billigte den Plan Coyas, indeß er ein neues Heer vorbereitete, um damit in einen wilden Feldzug zu ziehen.

Die Peruaner hatten auf Kosten von Strömen von Blut die Kriegskunst der Spanier erlernt undhatten sich mit dem Gewieher der Pferde und dem Knalle der Kanonen vertraut gemacht. Mit den Gefangenen hatten sie einige Pferde ergriffen, und Huascar und Coya führten bereits Krieg auf den Vierfüßlern, welche ihnen so großen Schrecken einflößten. An der Spitze von tausend Peruanern fiel die verliebte Kriegerin, nicht nur von dem brennenden Verlangen, ihren Almagro zu sehen, sondern auch von dem Wunsche getrieben, die Rettung ihrer geliebten Ocollo zu bewerkstelligen, oder einen ruhmvollen Tod zu finden, über die Fluren von Cuzco her. Als Almagro erfuhr, daß Coya sich der Stadt näherte, war das Feuer seiner Liebe bereits unwiderstehlich; in Mitten seines Taumels glaubte er, daß es einzig ihre Liebe war, welche die Schöne führte, bald aber sah er andrerseits, daß ein von der Anstrengung der Eroberer besiegtes, furchtbares Heer floh. Was konnte sich Coya mit tausend Kriegern mehr versprechen, als eine sichere Niederlage? Huascar hatte die Spanier, welche besiegt worden waren, eines grausamen Todes sterben lassen; Pizarro verbreitete Schrecken in Cuzco und im ganzen Reiche, einzig die schwarze Fahne flatterte an den westlichen Gestaden, und Coya würde, gefangen genommen, unter Qualen aushauchen. Ocollo fühlte bereits keine Kraft mehr, ihre Leiden zu ertragen, tausend Mal zöge sie den Tod dem Unglücke Coyas vor, und Almagro sollte sich immer noch für sie schlagen.

Die Kriegsmacht, welche Coya anführte, schüchterte Pizarro wenig ein; eine kurze Truppenabtheilung genügte, um sie zu besiegen; Luque aber, wie gewohnt vorherzusehen, fürchtete ihren Einfluß auf die Spanier;mit Schätzen schon zufriedengestellt, erkannte er mit den innern Zerwürfnissen das Mißliche des spanischen Lagers. Es schien ihm, daß das, was sich am Besten mit der Sache des Christenthums schickte, wäre, den ganzen Einfluß des Priesterthums geltend zu machen, um das Duell der Anführer einige Tage aufzuschieben und so die Einigung herbeizuführen, darnach zu trachten, daß Ocollo der Liebe Pizarros nachgeben würde, oder Almagro einen Schlag vorzubereiten, dessen er sich nicht erwehren könnte. Das war seine Thätigkeit, das war die Macht, welche der Verweser über die Fanatiker des sechszehnten Jahrhunderts ausübte, denn er siegte endlich, und das Duell wurde für zehn Tage aufgeschoben.

Da die Kriegsmacht Coyas keine gebietende war, und sich, damit begnügend, die nahen Berge zu besetzen und die Auswanderung zu beschützen, kaum feindselig zeigte, ging man ebensowenig in deren Verfolgung thätig vor, und nur eine kurze, so viel wie möglich war, von Almagro lahm gelegte Truppenabtheilung sorgte dafür, daß sie nicht auf die Fluren herniederstiegen, noch die Mittheilungen hinderten. Benalcazar befehligte das Detachement; Benalcazar, wiewohl er im Verborgenen der erste von Almagros Anhängern war, und Coya lief niemals Gefahr.

Sobald die Nacht ihren schwarzen Schleier ausbreitete, ritt, trotz des Hasses und dem fortwährenden Mißtrauen, das er seinen Gefährten einflößte, der verliebte Ritter auf seinem schnellen Pferde in die Berge, auf der Suche nach seiner Angebeteten. Luquesund Pizarros gewaltthätiger Charakter konnte nicht mehr länger einen Gefährten dulden, welcher, weit entfernt, bei der Zerstörung der neuen Weltmitzuwirken, ihre sämmtlichen Pläne durchkreuzte und die Zwietracht säete: Die Entzweiung war unerläßlich, und Almagro sollte, weil es sowohl dem Throne als auch der römischen Curie also daran lag, ein Opfer ihrer Wuth werden.

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