Kapitel 4.Pizarro, Luque und Almagro.

Dekoratives ElementKapitel 4.Pizarro, Luque und Almagro.Sobald Columbus seine geringen Mannschaften auf der Insel Santo Domingo verstärken und eine kleine Niederlassung gründen konnte, die ihm als Vorposten für seine großen Ausflüge diente, worüber er nachdachte, ging er, seinem Drängen nachgebend, von Neuem unter Segel. Bei einem seiner Forschungszüge entdeckte er den Orinoko, und bei einem andern die Bai von Honduras. Er begriff, daß jene Länder ein Festland bildeten, und schloß auch daraus, daß weiterhin noch ein Ocean sein müsse, der die Gestade Ost-Indiens bespülte, und daß die beiden Meere unter sich in Verbindung ständen, welche der kühne Schifffahrer begierig suchte. Er sondirte die Küsten, landete, wenn es ihm möglich war, und stets gerecht und menschlich erwarb er sich die Liebe der Bewohner aller Länder. Die Landenge von Darien zog insbesondere seine Aufmerksamkeit auf sich; er folgte den Strömen nach, die sich hier in einen Zufluß des Oceans ergießen, der die Meere von Nord- und Südamerikadurch eine Meerenge verband, und er glaubte seinen Plan bereits verwirklicht; sah jedoch seine Hoffnungen getäuscht und beschränkte sich darauf, eine Niederlassung zu gründen. Aber die Habsucht und die Unvorsichtigkeit seiner Gefährten vereitelten ihm den guten Willen jener Bewohner, welche die Auszügler angriffen, und Columbus mußte sich wieder einschiffen und auf seinen schwachen Fahrzeugen, die, beschädigt und geborsten, zu keinen Unternehmungen mehr taugten, entfliehen.Diese Expeditionen waren jedoch nicht fruchtlos. Americ, Ojeda, Nino, Bastidas und andere verfolgten die Richtung, die ihnen Columbus angegeben hatte; Abenteurer aber, welche von der Regierung nichts erhielten, als die bloße Erlaubniß, Entdeckungen zu machen, dachten weder daran Kolonieen zu gründen, noch an etwas Anderes, als ihren Ehrgeiz und ihren Hochmuth zu befriedigen. Das Gold und das Blut flossen von einer Welt zur andern. Unter der Menge von Abenteurern, die jene unglücklichen Küsten plünderten und verheerten, befand sich ein Mann, Vasco Nunez de Balboa, dem die Natur ein angenehmes Aeußere, einen kräftigen Körperbau und volksthümliche Beredsamkeit verliehen hatte, und in dem die Erziehung edle Gefühle hatte keimen lassen. Er gründete in Darien, wo Ueberfluß an Reichthümern war, eine Kolonie. Eines Tages aber, als er mit einem seiner Genossen Gold vertheilte, fingen sie heftig an zu zanken. Da zog ein Wilder, der sie bediente, entrüstet die Wage weg, indem er zu den beiden Spaniern sagte: »Und so einer verächtlichen Sache wegen zankt ihr?« Wennihr dieses feilen Goldes halber euer Vaterland verlaßt, um die Ruhe so vieler Völker zu stören, kommt, ich will euch dahin bringen, wo ihr gesättigt werden sollt. Er hielt sein Wort und führte sie an die Küste des südlichen Meeres.Panama, das im Jahre 1518 gegründet wurde, eröffnete der Unruhe und Habgier der Europäer eine neue und ausgedehnte Laufbahn. Der Ocean, der seine Mauern bespühlte, führte nach Peru, dessen Reichthum man nur auf eine flüchtige Art erwog, und obschon die Kriegsmacht dieses großartigen Reiches übertrieben wurde, schüchterten sie die Habgier, die seine Schätze erregten, doch nicht ein. Drei in Niedrigkeit aber für große Unternehmungen geborene Männer dachten darüber nach, auf ihre Kosten einen Thron zu stürzen, der viele Jahrhunderte des Ruhmes zählte.Francisco Pizarro, der bekannteste unter ihnen, war von kräftigem Körperbau, unerschrockenen Muthes und von einem grenzenlosen Ehrgeiz und einer Seele, zur Tugend und zum Verbrechen geneigt. Von nerviger und riesenstarker Muskulatur, mit langem schwarzen Barte, der seine breite Brust bedeckte, von würdevoller und ungezwungener Gestalt, großen, schwarzen funkelnden Augen, nahe an den vierziger Jahren, zeigte seine ganze herausfordernde Haltung jene unwiderstehliche Anmaßung an, die von den eigenen Kräften herrührt. Immer furchtlos und thätig, war er bei allen Expeditionen der neuen Welt zugegen gewesen, und in allen hatte er sich ausgezeichnet, und in allen war der Name Pizarros geachtet. Der Gebrauch, den er von seinenphysischen und moralischen Kräften gemacht hatte, flößte ihm den Dünkel ein, daß es nichts Höheres gebe als ihn selbst, und die Eroberung Perus schien ihm ein, seinen Hülfsquellen nach, weit geringeres Unternehmen zu sein.Diego de Almagro, sein Genosse, war ein in Stürmen und Gefechten abgehärteter Krieger, und immer nüchtern, unermüdlich und geduldig, verachtete er die Gefahren und zog, mit den wenigen Tugenden des sechszehnten Jahrhunderts geschmückt, muthig in den Sieg. Von zierlicher, schlanker Gestalt, rundlichem, hübschem Aussehen, und lebhaften, weitgeöffneten Augen, bildete er, kaum vierundreißig Jahre, die Vereinigung einer stattlichen, mehr wegen seiner Geschicklichkeit in der Handhabung der Waffen, als wegen den außergewöhnlichen Kräften, die er erreichte, bemerkenswerthen Person. So beträchtlich aber das Glück dieser beiden Soldaten war, so genügte es doch nicht, den Aufmerksamkeiten der ausgedehnten Eroberung, die sie im Sinne hatten, gerecht zu werden, und sie verbanden sich noch mit Fernando Luque, einem habsüchtigen Geistlichen, der mit allen Mitteln, die der Aberglaube seinem Stande im sechszehnten Jahrhundert verlieh, verschwenderisch ausgestattet war. Im Alter von fünfzig Jahren, klein und bucklig, mit einer großen Adlernase, schwarzen, buschigen Augenbrauen, tiefliegenden Augen und ungestalten Zügen, war Luque eine abschreckende und sogar ekelhafte Persönlichkeit. Diese drei berühmten Männer bildeten, indem Pizarro und Almagro den militärischen und Luque den religiösen Theil auf sichnahm, eine zu gleichen Theilen feierliche Verbindung zur Eroberung Perus. Sie sollten das peruanische Reich unter sich vertheilen, und dieser ehrgeizige Plan wurde, indem Luque öffentlich eine Hostie weihte, die für ihn und seine Gefährten in drei Theile getheilt wurde, noch durch den Fanatismus besiegelt; und eine Vereinigung, die Plünderung und Zerstörung zum Zwecke hatte, wurde im Namen des friedlichen Gottes bestätigt, indem sie bei dem göttlichen Blute schwuren, sich trotz Strömen von Menschenblutes zu bereichern. Oh, verbrecherischer Mißbrauch des Christenthums im sechszehnten Jahrhundert!Am 14. November 1525 ging Pizarro mit einem schwachen Fahrzeug und hundertzwölf Mann an Bemannung und Waffen endlich unter Segel; Almagro sollte ihm Verstärkungen zuführen, und Luque blieb, bis daß der Ehrgeiz die drei Genossen in den Thälern Perus vereinigte, um sehnlichst ihre Beute zu vertheilen, an der Spitze der Beziehungen in Panama. Ohne genaue Kenntnisse über die Theorie der Winde und der Strömungen irrte Pizarro siebzig Tage lang auf den Wogen umher, bis er endlich an verschiedenen Gestaden des Festlandes anfuhr und sich von der Unannehmlichkeit des Landes, das ihm schon Andere so wahr geschildert hatten, überzeugte. Flaches, sumpfiges Erdreich, von undurchdringlichen Wäldern bedeckte Gebirge, wenige und dafür um so wildere und tapferere Einwohner, das war es, was sein Ehrgeiz entdeckte. Der Hunger, die Müdigkeit, die häufigen Kämpfe mit den Eingebornen des Landes und mehr noch dieden feuchten Ländern allgemein eigenen Krankheiten schwächten und zerstörten beinahe sein verächtliches Expeditionsheer, und er sah sich genöthigt, an der Insel Cuchamá, der Perleninsel gegenüber, zu landen, woselbst er von Panama Verstärkungen und Vorräthe zu empfangen hoffte.Inzwischen ging auch Almagro, der in Panama Leute vereinigte, mit sechszig Mann unter Segel, um seinen Gefährten aufzusuchen und ihm Hülfe zu leisten. Vergebens landete er, dem Aufenthaltsort Pizarros nachspürend, ebenfalls mehrere Male auf festem Boden; die Indianer griffen ihn an und vernichteten ihn; und vertrieben und sogar verwundet, die gleichen Gebrechen wie sein Gefährte ertragend, fand er sein Heil in der Flucht, das Schicksal aber führte ihn nach Cuchamá, wo ihn sein Freund erwartete. Am 14. Juni war es, als die ersterbende Mannschaft Pizarros ein Fahrzeug jene unbekannten Meere durchfurchen sah, und beim Flattern der Fahne Panamas bemächtigte sich der entmuthigten Herzen gegenseitig ein göttliches Entzücken und nach langen Monden entstand der Trost in den geängstigten Gemüthern. Nach stummer Umarmung trösteten sie sich, einander ihre traurigen Abenteuer und erlittenen Schiffbrüche erzählend, und jeder tiefe Seufzer, den sie ausstießen, ergoß eine unüberwindliche Tapferkeit in ihre Seele.Weder die Erinnerung an die Gefahren noch der Anblick des Todes an unbekannten und düstern Gestaden entmuthigten jene für große Unternehmungen geborenen Seelen. Almagro brach in der Absicht,neue Anwerbungen zu machen, nach Panama auf und Pizarro überließ sich, auf der Suche nach dem Goldlande, abermals der Ungunst der Winde. Nachdem er dieselben Trübsale wie bei seinem ersten Auszug erlitten hatte, segelte er längs der Bucht von San Mateo an der Quitoküste hin und landete in Tamanes, fruchtbareren und civilisirteren Gegenden, als diejenigen, welche er an der Küste des südlichen Meeres erkannt hatte. Er folgte dem Laufe seiner Nachforschungen, als der fürsorgliche Himmel, seine Schleußen öffnend, dem Donner und den Blitzen gebot, das schwache Fahrzeug, die Ueberbringerin so vielen Schreckens, zu begraben, und die Blitze kreuzten sich und die Wogen brüllten mit Entsetzen und zerschellten das gebrechliche Schiff. Ein gnädiges Schicksal bot den Schiffbrüchigen die nahe Gorgona- oder Hölleninsel an, wo der größte Theil derer, die Himmel und Meer zum Tode zu verdammen schienen, sich retten konnte.Auf dieser wegen der Unbeständigkeit ihres Klimas, ihrer undurchdringlichen Wälder und ihrer abschüssigen Gebirge, wegen der Unmenge von Insekten und Thiere, die ihren Boden bedecken, wegen der ewigen Nacht, wozu sie die dichten Nebel verdammen, allgemein die Hölleninsel genannten Insel, hielt sich Pizarro, nicht um aufzuathmen und an seine Rettung zu denken, sondern um sein Schiff wieder in Stand zu setzen und neue Gefahren aufzusuchen, fünf Monate lang auf. Es wäre schwierig, die Qualen zu schildern, welche die Spanier an jener Stätte des Todes zu erdulden hatten;aber ihre Kraft war noch nicht gebrochen, sie gingen zum dritten Mal auf die Suche nach reichen Gestaden aus und entdeckten am zwanzigsten Tage die Küsten von Peru.Nachdem er verschiedene unbedeutende Punkte berührt hatte, landete er in Tumbez, einer unter dem dritten südlichen Grade des Aequators gelegenen, ziemlich bevölkerten Stadt, wo sie einen großen Tempel und einen Palast der Inkas, der Beherrscher jenes Landes, vorfanden. Hier bewunderten die Spanier, da sie eine bevölkerte und mit Industrie betriebene Gegend und die Eingebornen anständig gekleidet sahen, zum ersten Mal den Anblick der Ueppigkeit und Civilisation des peruanischen Reiches; insbesondere aber zog ein solcher Ueberfluß an Gold und Silber die Aufmerksamkeit auf sich, daß diese Metalle nicht allein zur Verzierung der Tempel, sondern auch als gewöhnliche Gefäße und Geräthschaften zu häuslichem Gebrauche dienten, was keinen Zweifel ließ, daß in dem Lande ein ungeheurer Ueberfluß sein mußte. Pizarro und seine Gefährten hielten ihre Hoffnungen bereits für verwirklicht, sie zweifelten nicht, sie glaubten im Besitze ausgedehnter Gebiete und unerschöpflicher Schätze zu sein.Pizarro jedoch erkannte, daß er ein großes Reich nicht mit einer so schwachen Kolonne bedrängen konnte; er unterdrückte seinen Ehrgeiz, untersuchte, in der besten Eintracht mit den Bewohnern lebend, die Küsten und erlangte von deren Großmüthigkeit für tausend Aufmerksamkeiten einige Hausthiere, einige silberne undgoldene Gefäße und einige Werke der Industrie; sichere Proben, die er als Beweis der Entdeckung der neuen Continente vorzulegen gedachte, und er segelte nach Panama, woselbst er nach dem dritten Jahre seiner Abfahrt landete. Nein, kein Abenteurer hat so viele Drangsale erlitten, noch so vielen Gefahren getrotzt, wie Pizarro auf seiner dreijährigen Pilgerfahrt, und seine Geduld und seine Tapferkeit übertrafen alle Heldenthaten, die uns die Geschichte der neuen Welt aufweist.Weder die Beziehungen, die Pizarro mit den von ihm entdeckten Ländern unterhielt, noch alle Anstrengungen der Verbündeten vermochten den Statthalter von Panama zu verpflichten, daß er ihnen irgend welchen Schutz angedeihen ließ; im Gegentheil, er glaubte, daß die Colonie nicht im Stande war, ein mächtiges Reich zu überfluthen, und er weigerte sich, eine Expedition zu ermächtigen, welche die seinem Befehle übertragene Provinz, ihr so die Arme, deren sie benöthigte, entreißend, zu Grunde richten könnte; sein Widerspruch aber vermochte den Eifer der drei Genossen nicht zu schwächen. Sie wußten, daß sie der Ausführung ihres Planes ohne den Schutz des Statthalters folgen, oder aber von ihrem Landesherrn die Erlaubniß, die ihnen vom Verwalter der Provinz verweigert wurde, einholen mußten, und Pizarro flog nach Madrid, um ihre gemeinschaftlichen Wünsche zu erlangen.Die ausführliche Geschichte seiner Leiden und die schwülstigen Berichte, welche er über die von ihmentdeckten Länder abgab, bestätigt durch die von Tumbez mitgebrachten Erzeugnisse, machten auf Karl und seine Minister einen derartigen Eindruck, daß sie nicht nur den Plan einer neuen Expedition bewilligten, sondern den Anführer noch dazu ermunterten, dieselbe zu verwirklichen. Pizarro wurde zum Statthalter und Oberbefehlshaber ernannt, und über alle Länder, die er entdeckte, mit einer sowohl in Civil- als in Militärsachen unumschränkten Vollmacht mit allen bis dahin den Eroberern der neuen Welt zugestandenen Vorrechten ausgestattet; Almagro zu seinem Stellvertreter und Luque zum Generalverweser aller Besitzungen Pizarros. Mit so gutem Erfolge am spanischen Hofe kehrte er von Neuem nach Panama zurück, um sich mit seinen Genossen zusammen zu thun und um die letzten Anstrengungen zu machen.Trotz alledem fehlte es ihnen bereits an Geld, und obschon sie ungeheure Opfer brachten, vereinigten sie nur drei kleinere Fahrzeuge und hundertfünfundneunzig Soldaten mit siebenunddreißig Pferden; eine solche Ueberlegenheit flößten jedoch den Spaniern damals ihre Siege in Amerika ein, daß Pizarro nicht daran zweifelte, das mächtige Reich, das durch seinen Ehrgeiz und seine Habsucht geplündert werden sollte, mit einer so schwachen Truppenmacht anzugreifen. Im Februar 1671 ging er unter Segel, und von der Gewalt der Winde und Strömungen getrieben, gedachte er in der Bucht von San Mateo zu landen; er wandte sich aber, ohne vom Ufer abzulassen, nach Süden, um mit desto größerer Leichtigkeit den Entsatz, den er vonPanama erwartete, zu empfangen. Neue und große Entbehrungen bewiesen bei diesem Aufbruch seine Tapferkeit und Geduld. Anstatt sich das Vertrauen der Bewohner zu erwerben, griff Pizarro dieselben thörichter Weise an und nöthigte sie, aus ihren unschuldigen Zufluchtsorten zu entfliehen, und der Krieg, der Hunger, die Ermüdung und die dem Lande eigenen Krankheiten brachten die Eindringlinge in so eine grausame Nothlage, wie sie sie bei der ersten Expedition erlebt hatten. Die Küste von Peru ist an einigen Stellen unfruchtbar, ungesund und wenig bevölkert, die mächtigen Ströme, reißend und gefahrvoll zu überschreiten, durch den Muth aber, der von ihrem Ehrgeiz beseelten Spanier, war ihnen Alles möglich und leicht, und wenn ihnen der Sieg Beute und Ruhm sicherte, war der Triumph ihnen.Sie gelangten endlich in die Provinz Coaque, und die Bewohner der Hauptstadt überraschend, bemächtigten sie sich der goldenen Gefäße und Verzierungen im Werthe von dreißigtausend Pesos[2]und vieler anderer Reichthümer, die das Mißtrauen, das sie angesichts der unfruchtbaren Gebiete, welche sie durchzogen hatten, gefaßt haben mochten, verschwinden ließen. Voll Vertrauen setzten sie, die ruhigen Einwohner, die sich unterwarfen, oder in das Innere des Landes flüchteten, ungestüm angreifend, ihren Marsch fort. Dieses plötzliche Erscheinen von Fremden, die in ihr Land einfielen, deren Gestalt und deren Sitten ihnengleicherweise außergewöhnlich waren, und denen kein Mensch widerstehen konnte, machte auf die Peruaner denselben Eindruck des Schreckens, den es bei den andern Nationen Amerikas hervorgebracht hatte. Kämpfend, siegend und verwüstend kam Pizarro endlich in Pinca und in Tumbez an, wo er seine Truppen rasten ließ und auf Almagro und Luque wartete. Das waren die Männer, das Heer und die Hülfsquellen, womit man die Eroberung eines viertausend Meilen von der Metropole entfernten Reiches unternahm.Ewiger Ruhm und Ehre solchem Muth und solchem Wagniß! Ewiger Ruhm den Spaniern und der glorreichen Regierung Karl des Fünften, die zur Zeit, als deren siegreiche Waffen den Hochmuth ganz Europa’s demüthigten, auch noch eine neue Welt eroberten und den entferntesten Zeiten eine nie versiegende Fülle von Glück und Seligkeit eröffneten!!!Dekoratives Element

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Sobald Columbus seine geringen Mannschaften auf der Insel Santo Domingo verstärken und eine kleine Niederlassung gründen konnte, die ihm als Vorposten für seine großen Ausflüge diente, worüber er nachdachte, ging er, seinem Drängen nachgebend, von Neuem unter Segel. Bei einem seiner Forschungszüge entdeckte er den Orinoko, und bei einem andern die Bai von Honduras. Er begriff, daß jene Länder ein Festland bildeten, und schloß auch daraus, daß weiterhin noch ein Ocean sein müsse, der die Gestade Ost-Indiens bespülte, und daß die beiden Meere unter sich in Verbindung ständen, welche der kühne Schifffahrer begierig suchte. Er sondirte die Küsten, landete, wenn es ihm möglich war, und stets gerecht und menschlich erwarb er sich die Liebe der Bewohner aller Länder. Die Landenge von Darien zog insbesondere seine Aufmerksamkeit auf sich; er folgte den Strömen nach, die sich hier in einen Zufluß des Oceans ergießen, der die Meere von Nord- und Südamerikadurch eine Meerenge verband, und er glaubte seinen Plan bereits verwirklicht; sah jedoch seine Hoffnungen getäuscht und beschränkte sich darauf, eine Niederlassung zu gründen. Aber die Habsucht und die Unvorsichtigkeit seiner Gefährten vereitelten ihm den guten Willen jener Bewohner, welche die Auszügler angriffen, und Columbus mußte sich wieder einschiffen und auf seinen schwachen Fahrzeugen, die, beschädigt und geborsten, zu keinen Unternehmungen mehr taugten, entfliehen.

Diese Expeditionen waren jedoch nicht fruchtlos. Americ, Ojeda, Nino, Bastidas und andere verfolgten die Richtung, die ihnen Columbus angegeben hatte; Abenteurer aber, welche von der Regierung nichts erhielten, als die bloße Erlaubniß, Entdeckungen zu machen, dachten weder daran Kolonieen zu gründen, noch an etwas Anderes, als ihren Ehrgeiz und ihren Hochmuth zu befriedigen. Das Gold und das Blut flossen von einer Welt zur andern. Unter der Menge von Abenteurern, die jene unglücklichen Küsten plünderten und verheerten, befand sich ein Mann, Vasco Nunez de Balboa, dem die Natur ein angenehmes Aeußere, einen kräftigen Körperbau und volksthümliche Beredsamkeit verliehen hatte, und in dem die Erziehung edle Gefühle hatte keimen lassen. Er gründete in Darien, wo Ueberfluß an Reichthümern war, eine Kolonie. Eines Tages aber, als er mit einem seiner Genossen Gold vertheilte, fingen sie heftig an zu zanken. Da zog ein Wilder, der sie bediente, entrüstet die Wage weg, indem er zu den beiden Spaniern sagte: »Und so einer verächtlichen Sache wegen zankt ihr?« Wennihr dieses feilen Goldes halber euer Vaterland verlaßt, um die Ruhe so vieler Völker zu stören, kommt, ich will euch dahin bringen, wo ihr gesättigt werden sollt. Er hielt sein Wort und führte sie an die Küste des südlichen Meeres.

Panama, das im Jahre 1518 gegründet wurde, eröffnete der Unruhe und Habgier der Europäer eine neue und ausgedehnte Laufbahn. Der Ocean, der seine Mauern bespühlte, führte nach Peru, dessen Reichthum man nur auf eine flüchtige Art erwog, und obschon die Kriegsmacht dieses großartigen Reiches übertrieben wurde, schüchterten sie die Habgier, die seine Schätze erregten, doch nicht ein. Drei in Niedrigkeit aber für große Unternehmungen geborene Männer dachten darüber nach, auf ihre Kosten einen Thron zu stürzen, der viele Jahrhunderte des Ruhmes zählte.

Francisco Pizarro, der bekannteste unter ihnen, war von kräftigem Körperbau, unerschrockenen Muthes und von einem grenzenlosen Ehrgeiz und einer Seele, zur Tugend und zum Verbrechen geneigt. Von nerviger und riesenstarker Muskulatur, mit langem schwarzen Barte, der seine breite Brust bedeckte, von würdevoller und ungezwungener Gestalt, großen, schwarzen funkelnden Augen, nahe an den vierziger Jahren, zeigte seine ganze herausfordernde Haltung jene unwiderstehliche Anmaßung an, die von den eigenen Kräften herrührt. Immer furchtlos und thätig, war er bei allen Expeditionen der neuen Welt zugegen gewesen, und in allen hatte er sich ausgezeichnet, und in allen war der Name Pizarros geachtet. Der Gebrauch, den er von seinenphysischen und moralischen Kräften gemacht hatte, flößte ihm den Dünkel ein, daß es nichts Höheres gebe als ihn selbst, und die Eroberung Perus schien ihm ein, seinen Hülfsquellen nach, weit geringeres Unternehmen zu sein.

Diego de Almagro, sein Genosse, war ein in Stürmen und Gefechten abgehärteter Krieger, und immer nüchtern, unermüdlich und geduldig, verachtete er die Gefahren und zog, mit den wenigen Tugenden des sechszehnten Jahrhunderts geschmückt, muthig in den Sieg. Von zierlicher, schlanker Gestalt, rundlichem, hübschem Aussehen, und lebhaften, weitgeöffneten Augen, bildete er, kaum vierundreißig Jahre, die Vereinigung einer stattlichen, mehr wegen seiner Geschicklichkeit in der Handhabung der Waffen, als wegen den außergewöhnlichen Kräften, die er erreichte, bemerkenswerthen Person. So beträchtlich aber das Glück dieser beiden Soldaten war, so genügte es doch nicht, den Aufmerksamkeiten der ausgedehnten Eroberung, die sie im Sinne hatten, gerecht zu werden, und sie verbanden sich noch mit Fernando Luque, einem habsüchtigen Geistlichen, der mit allen Mitteln, die der Aberglaube seinem Stande im sechszehnten Jahrhundert verlieh, verschwenderisch ausgestattet war. Im Alter von fünfzig Jahren, klein und bucklig, mit einer großen Adlernase, schwarzen, buschigen Augenbrauen, tiefliegenden Augen und ungestalten Zügen, war Luque eine abschreckende und sogar ekelhafte Persönlichkeit. Diese drei berühmten Männer bildeten, indem Pizarro und Almagro den militärischen und Luque den religiösen Theil auf sichnahm, eine zu gleichen Theilen feierliche Verbindung zur Eroberung Perus. Sie sollten das peruanische Reich unter sich vertheilen, und dieser ehrgeizige Plan wurde, indem Luque öffentlich eine Hostie weihte, die für ihn und seine Gefährten in drei Theile getheilt wurde, noch durch den Fanatismus besiegelt; und eine Vereinigung, die Plünderung und Zerstörung zum Zwecke hatte, wurde im Namen des friedlichen Gottes bestätigt, indem sie bei dem göttlichen Blute schwuren, sich trotz Strömen von Menschenblutes zu bereichern. Oh, verbrecherischer Mißbrauch des Christenthums im sechszehnten Jahrhundert!

Am 14. November 1525 ging Pizarro mit einem schwachen Fahrzeug und hundertzwölf Mann an Bemannung und Waffen endlich unter Segel; Almagro sollte ihm Verstärkungen zuführen, und Luque blieb, bis daß der Ehrgeiz die drei Genossen in den Thälern Perus vereinigte, um sehnlichst ihre Beute zu vertheilen, an der Spitze der Beziehungen in Panama. Ohne genaue Kenntnisse über die Theorie der Winde und der Strömungen irrte Pizarro siebzig Tage lang auf den Wogen umher, bis er endlich an verschiedenen Gestaden des Festlandes anfuhr und sich von der Unannehmlichkeit des Landes, das ihm schon Andere so wahr geschildert hatten, überzeugte. Flaches, sumpfiges Erdreich, von undurchdringlichen Wäldern bedeckte Gebirge, wenige und dafür um so wildere und tapferere Einwohner, das war es, was sein Ehrgeiz entdeckte. Der Hunger, die Müdigkeit, die häufigen Kämpfe mit den Eingebornen des Landes und mehr noch dieden feuchten Ländern allgemein eigenen Krankheiten schwächten und zerstörten beinahe sein verächtliches Expeditionsheer, und er sah sich genöthigt, an der Insel Cuchamá, der Perleninsel gegenüber, zu landen, woselbst er von Panama Verstärkungen und Vorräthe zu empfangen hoffte.

Inzwischen ging auch Almagro, der in Panama Leute vereinigte, mit sechszig Mann unter Segel, um seinen Gefährten aufzusuchen und ihm Hülfe zu leisten. Vergebens landete er, dem Aufenthaltsort Pizarros nachspürend, ebenfalls mehrere Male auf festem Boden; die Indianer griffen ihn an und vernichteten ihn; und vertrieben und sogar verwundet, die gleichen Gebrechen wie sein Gefährte ertragend, fand er sein Heil in der Flucht, das Schicksal aber führte ihn nach Cuchamá, wo ihn sein Freund erwartete. Am 14. Juni war es, als die ersterbende Mannschaft Pizarros ein Fahrzeug jene unbekannten Meere durchfurchen sah, und beim Flattern der Fahne Panamas bemächtigte sich der entmuthigten Herzen gegenseitig ein göttliches Entzücken und nach langen Monden entstand der Trost in den geängstigten Gemüthern. Nach stummer Umarmung trösteten sie sich, einander ihre traurigen Abenteuer und erlittenen Schiffbrüche erzählend, und jeder tiefe Seufzer, den sie ausstießen, ergoß eine unüberwindliche Tapferkeit in ihre Seele.

Weder die Erinnerung an die Gefahren noch der Anblick des Todes an unbekannten und düstern Gestaden entmuthigten jene für große Unternehmungen geborenen Seelen. Almagro brach in der Absicht,neue Anwerbungen zu machen, nach Panama auf und Pizarro überließ sich, auf der Suche nach dem Goldlande, abermals der Ungunst der Winde. Nachdem er dieselben Trübsale wie bei seinem ersten Auszug erlitten hatte, segelte er längs der Bucht von San Mateo an der Quitoküste hin und landete in Tamanes, fruchtbareren und civilisirteren Gegenden, als diejenigen, welche er an der Küste des südlichen Meeres erkannt hatte. Er folgte dem Laufe seiner Nachforschungen, als der fürsorgliche Himmel, seine Schleußen öffnend, dem Donner und den Blitzen gebot, das schwache Fahrzeug, die Ueberbringerin so vielen Schreckens, zu begraben, und die Blitze kreuzten sich und die Wogen brüllten mit Entsetzen und zerschellten das gebrechliche Schiff. Ein gnädiges Schicksal bot den Schiffbrüchigen die nahe Gorgona- oder Hölleninsel an, wo der größte Theil derer, die Himmel und Meer zum Tode zu verdammen schienen, sich retten konnte.

Auf dieser wegen der Unbeständigkeit ihres Klimas, ihrer undurchdringlichen Wälder und ihrer abschüssigen Gebirge, wegen der Unmenge von Insekten und Thiere, die ihren Boden bedecken, wegen der ewigen Nacht, wozu sie die dichten Nebel verdammen, allgemein die Hölleninsel genannten Insel, hielt sich Pizarro, nicht um aufzuathmen und an seine Rettung zu denken, sondern um sein Schiff wieder in Stand zu setzen und neue Gefahren aufzusuchen, fünf Monate lang auf. Es wäre schwierig, die Qualen zu schildern, welche die Spanier an jener Stätte des Todes zu erdulden hatten;aber ihre Kraft war noch nicht gebrochen, sie gingen zum dritten Mal auf die Suche nach reichen Gestaden aus und entdeckten am zwanzigsten Tage die Küsten von Peru.

Nachdem er verschiedene unbedeutende Punkte berührt hatte, landete er in Tumbez, einer unter dem dritten südlichen Grade des Aequators gelegenen, ziemlich bevölkerten Stadt, wo sie einen großen Tempel und einen Palast der Inkas, der Beherrscher jenes Landes, vorfanden. Hier bewunderten die Spanier, da sie eine bevölkerte und mit Industrie betriebene Gegend und die Eingebornen anständig gekleidet sahen, zum ersten Mal den Anblick der Ueppigkeit und Civilisation des peruanischen Reiches; insbesondere aber zog ein solcher Ueberfluß an Gold und Silber die Aufmerksamkeit auf sich, daß diese Metalle nicht allein zur Verzierung der Tempel, sondern auch als gewöhnliche Gefäße und Geräthschaften zu häuslichem Gebrauche dienten, was keinen Zweifel ließ, daß in dem Lande ein ungeheurer Ueberfluß sein mußte. Pizarro und seine Gefährten hielten ihre Hoffnungen bereits für verwirklicht, sie zweifelten nicht, sie glaubten im Besitze ausgedehnter Gebiete und unerschöpflicher Schätze zu sein.

Pizarro jedoch erkannte, daß er ein großes Reich nicht mit einer so schwachen Kolonne bedrängen konnte; er unterdrückte seinen Ehrgeiz, untersuchte, in der besten Eintracht mit den Bewohnern lebend, die Küsten und erlangte von deren Großmüthigkeit für tausend Aufmerksamkeiten einige Hausthiere, einige silberne undgoldene Gefäße und einige Werke der Industrie; sichere Proben, die er als Beweis der Entdeckung der neuen Continente vorzulegen gedachte, und er segelte nach Panama, woselbst er nach dem dritten Jahre seiner Abfahrt landete. Nein, kein Abenteurer hat so viele Drangsale erlitten, noch so vielen Gefahren getrotzt, wie Pizarro auf seiner dreijährigen Pilgerfahrt, und seine Geduld und seine Tapferkeit übertrafen alle Heldenthaten, die uns die Geschichte der neuen Welt aufweist.

Weder die Beziehungen, die Pizarro mit den von ihm entdeckten Ländern unterhielt, noch alle Anstrengungen der Verbündeten vermochten den Statthalter von Panama zu verpflichten, daß er ihnen irgend welchen Schutz angedeihen ließ; im Gegentheil, er glaubte, daß die Colonie nicht im Stande war, ein mächtiges Reich zu überfluthen, und er weigerte sich, eine Expedition zu ermächtigen, welche die seinem Befehle übertragene Provinz, ihr so die Arme, deren sie benöthigte, entreißend, zu Grunde richten könnte; sein Widerspruch aber vermochte den Eifer der drei Genossen nicht zu schwächen. Sie wußten, daß sie der Ausführung ihres Planes ohne den Schutz des Statthalters folgen, oder aber von ihrem Landesherrn die Erlaubniß, die ihnen vom Verwalter der Provinz verweigert wurde, einholen mußten, und Pizarro flog nach Madrid, um ihre gemeinschaftlichen Wünsche zu erlangen.

Die ausführliche Geschichte seiner Leiden und die schwülstigen Berichte, welche er über die von ihmentdeckten Länder abgab, bestätigt durch die von Tumbez mitgebrachten Erzeugnisse, machten auf Karl und seine Minister einen derartigen Eindruck, daß sie nicht nur den Plan einer neuen Expedition bewilligten, sondern den Anführer noch dazu ermunterten, dieselbe zu verwirklichen. Pizarro wurde zum Statthalter und Oberbefehlshaber ernannt, und über alle Länder, die er entdeckte, mit einer sowohl in Civil- als in Militärsachen unumschränkten Vollmacht mit allen bis dahin den Eroberern der neuen Welt zugestandenen Vorrechten ausgestattet; Almagro zu seinem Stellvertreter und Luque zum Generalverweser aller Besitzungen Pizarros. Mit so gutem Erfolge am spanischen Hofe kehrte er von Neuem nach Panama zurück, um sich mit seinen Genossen zusammen zu thun und um die letzten Anstrengungen zu machen.

Trotz alledem fehlte es ihnen bereits an Geld, und obschon sie ungeheure Opfer brachten, vereinigten sie nur drei kleinere Fahrzeuge und hundertfünfundneunzig Soldaten mit siebenunddreißig Pferden; eine solche Ueberlegenheit flößten jedoch den Spaniern damals ihre Siege in Amerika ein, daß Pizarro nicht daran zweifelte, das mächtige Reich, das durch seinen Ehrgeiz und seine Habsucht geplündert werden sollte, mit einer so schwachen Truppenmacht anzugreifen. Im Februar 1671 ging er unter Segel, und von der Gewalt der Winde und Strömungen getrieben, gedachte er in der Bucht von San Mateo zu landen; er wandte sich aber, ohne vom Ufer abzulassen, nach Süden, um mit desto größerer Leichtigkeit den Entsatz, den er vonPanama erwartete, zu empfangen. Neue und große Entbehrungen bewiesen bei diesem Aufbruch seine Tapferkeit und Geduld. Anstatt sich das Vertrauen der Bewohner zu erwerben, griff Pizarro dieselben thörichter Weise an und nöthigte sie, aus ihren unschuldigen Zufluchtsorten zu entfliehen, und der Krieg, der Hunger, die Ermüdung und die dem Lande eigenen Krankheiten brachten die Eindringlinge in so eine grausame Nothlage, wie sie sie bei der ersten Expedition erlebt hatten. Die Küste von Peru ist an einigen Stellen unfruchtbar, ungesund und wenig bevölkert, die mächtigen Ströme, reißend und gefahrvoll zu überschreiten, durch den Muth aber, der von ihrem Ehrgeiz beseelten Spanier, war ihnen Alles möglich und leicht, und wenn ihnen der Sieg Beute und Ruhm sicherte, war der Triumph ihnen.

Sie gelangten endlich in die Provinz Coaque, und die Bewohner der Hauptstadt überraschend, bemächtigten sie sich der goldenen Gefäße und Verzierungen im Werthe von dreißigtausend Pesos[2]und vieler anderer Reichthümer, die das Mißtrauen, das sie angesichts der unfruchtbaren Gebiete, welche sie durchzogen hatten, gefaßt haben mochten, verschwinden ließen. Voll Vertrauen setzten sie, die ruhigen Einwohner, die sich unterwarfen, oder in das Innere des Landes flüchteten, ungestüm angreifend, ihren Marsch fort. Dieses plötzliche Erscheinen von Fremden, die in ihr Land einfielen, deren Gestalt und deren Sitten ihnengleicherweise außergewöhnlich waren, und denen kein Mensch widerstehen konnte, machte auf die Peruaner denselben Eindruck des Schreckens, den es bei den andern Nationen Amerikas hervorgebracht hatte. Kämpfend, siegend und verwüstend kam Pizarro endlich in Pinca und in Tumbez an, wo er seine Truppen rasten ließ und auf Almagro und Luque wartete. Das waren die Männer, das Heer und die Hülfsquellen, womit man die Eroberung eines viertausend Meilen von der Metropole entfernten Reiches unternahm.

Ewiger Ruhm und Ehre solchem Muth und solchem Wagniß! Ewiger Ruhm den Spaniern und der glorreichen Regierung Karl des Fünften, die zur Zeit, als deren siegreiche Waffen den Hochmuth ganz Europa’s demüthigten, auch noch eine neue Welt eroberten und den entferntesten Zeiten eine nie versiegende Fülle von Glück und Seligkeit eröffneten!!!

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