Kapitel 5.Peru.

Dekoratives ElementKapitel 5.Peru.Südamerika zählte im sechszehnten Jahrhundert auf seinem ungeheuren Territorium, von der Landenge von Panama bis zum Kap Horn, eine Unmenge von Volksstämmen und Nationen, die zu jenen Zeiten größtentheils unbekannt waren, ohne daß die Spanier in ihren glorreichen Triumphen weiter als über die Punta Rumena und den Rio Colorado vordrangen. Als Pizarro an den Gestaden des stillen Oceans landete, war das große Reich Peru, das sich von Norden nach Süden, der ganzen Küste des südlichen Eismeeres entlang, fünfhundert Meilen weit erstreckte, und das von Osten nach Westen von den riesigen Gebirgen der Anden, die sich ihrer ganzen Länge nach von einem Ende bis zum andern ausdehnen, eingeschlossen war, die mächtigste und ausgebreitetste Nation.Ursprünglich war Peru, wie die ganze neue Welt, in herumziehende und unabhängige Stämme eingetheilt, die sich sowohl in ihren Sitten als auch in ihrer grotesken Art und Weise von einander unterschieden. OhneKultur und ohne Industrie, ohne gesellschaftliche Rechte noch Pflichten, zogen die Peruaner der Vorzeit wie wilde Horden, die besonders von der Jagd und vom Fischfang lebten, herum. Aber so wie alle Völker der Erde ihre ursprüngliche Civilisation gehabt haben, so verdankten auch die Peruaner zweieinhalb Jahrhunderte vor dem Erscheinen der Spanier an ihren Küsten dem Zufall zwei gerechte, einmüthige und erleuchtete Wesen, die sie sanft der Geselligkeit zuführten.Wirklich erschienen während der Zeit der neuen Aera an den Ufern des großen Tititaka-Sees zwei erhabene Wesen von majestätischer Gestalt und gebildeten Manieren, die sich vornahmen, die Civilisation jenes Reiches durchzuführen; und wie alle berühmten Gesetzgeber, verfielen sie, um über den Menschen zu stehen, welchen sie zu befehlen hatten, auf den Aberglauben. Vergebens würden unter Völkern, denen kaum die Vernunft bekannt war, diese Legislatoren, um anfänglich die Aufmerksamkeit der Wilden auf sich zu ziehen, zu erhabenen und metaphysischen Theorieen gegriffen haben, und sie mußten daher zu natürlichen Dingen, die unter dem Reiche der Sinnesgefühle standen, ihre Zuflucht nehmen. Nichts Sichereres, als zu dem majestätischen Vater des Tages, dessen göttlicher Beeinflussung die Wilden zugänglich waren, die Augen zu erheben. Wenn der rosige Osten in herrlichem Purpur erstrahlt, lichtet sich die düstere und schwermüthige Finsterniß, die Vögelein entfalten ihre hellstimmigen Schnäbel, der Wald belebt sich, die Blumen blühen und es herrscht lauter Fröhlichkeit. Dannspannt der Wilde seinen Bogen und schärft seine Pfeile, wirft seine Netze aus und verehrt den Gott des Lichtes. Der erhabene Kultus der Sonnenanbetung lag im Bereiche der Bewohner der neuen Welt, und die weisen Gesetzgeber kündigten sich als Söhne dieser wohlthätigen Gottheit an, welche, mitleidig auf die Uebel der menschlichen Geschlechter herabschauend, sie, wie sie sagten, schickte, um dieselben zu belehren, sie zu bilden und glücklich zu machen. Vereint mit der Achtung, welche die Gottheit, in deren Namen sie sich anzeigten, einflößte, bestimmten jene Ermahnungen viele herumziehende Wilde, sich unter sich zu vereinigen, und da sie die Unterweisungen dieser beiden außergewöhnlichen Wesen als himmlische Befehle empfingen, folgten sie ihnen nach Cuzco, wo sie sich niederließen und eine Stadt gründeten.Manco Capac und Mama Ocollo (das waren die Namen der beiden als Söhne der Sonne Angekündigten), so viele nomadisirende Stämme vereinigend, gründeten unter den Peruanern diese gesellschaftliche Verbindung, welche, indem sie das Ziel der Wünsche vervielfacht und die Kräfte der menschlichen Abart verbindet, zur Industrie antreibt und die Fortschritte aller Klassen belebt; sie gaben denselben weise Gesetze und flößten ihnen jene gesunde Moral ein, die an dem Glücke der Nationen wirkt, und Manco Capac wäre vielleicht der erste aller Legislatoren, wenn Confuzius ihn nicht darin überträfe, sich nicht des Aberglaubens bedient zu haben, um Moral und Gesetze empfangen und befolgen zu lassen.Manco Capac stiftete die Sonnenanbetung, und es wurden Tempel errichtet und die Menschenopfer abgeschafft, und nur seine Nachkommen waren als Söhne der Sonne, dieser wohlthätigen und beschützenden Gottheit des Reiches, die ersten Priester des peruanischen Volkes. Manco Capac gab seinem Volke weise und strenge Gesetze, die seine Unterthanen von der Sonne, welche ihre Thaten erleuchtete, ausgegangen glaubten; die Uebertretung eines Gesetzes war eine Entweihung und bei ihren religiösen Handlungen offenbarten sie deren geheimste Umgehungen und verlangten deren Bestrafung. Die Inkas (Herren oder Könige von Peru), ebenfalls Nachkommen Manco Capacs und Mama Ocollos und daher Söhne der Sonne, waren die Tugendhaftesten im ganzen Reiche; ihr Betragen war das Vorbild der Thaten ihrer Unterthanen und niemals beging ein Inka ein Verbrechen. So wohlthätige Herrscher hätten ihre unumschränkte und auf jede Art und Weise in deren Hände gelegte Macht niemals mißbrauchen können, und durch weise, einfache, in unvollkommenen Hieroglyphen oder Quipos geschriebene Vorschriften bestimmte man die verschiedenen gesellschaftlichen Rangordnungen und die unverjährbaren, jedoch stets mäßigen und gelinden Abgaben für die Unterhaltung des Kaisers und der übrigen Beamten des Reiches, sowie für das prunkhafte Gepränge des Sonnenkultus und zur Erbauung seiner prächtigen, kuppelgewölbten, goldenen und silbernen Paläste.Die Inkas, oder Herren von Peru, waren unumschränkt wie die Beherrscher Asiens, und nicht nurwie Monarchen, sondern auch wie Gottheiten verehrt. Ihr Blut galt als heilig; man ließ nicht zu, daß es sich durch irgend welche Vermischung herabwürdigte, und die Ehen zwischen dem Volke und den Inkas waren, obschon man ihnen eine Menge Konkubinen gestattete, damit sich das Geschlecht der Söhne der Sonne vermehrte, verboten. Ihre Familie zeichnete sich durch Kleidungen und Verzierungen aus, die kein Mensch gebrauchen durfte; niemals zeigte sich der Monarch ohne die Abzeichen des Thrones vor dem Publikum und er empfing von seinen Unterthanen Achtungsbezeugungen, die beinahe an Verehrung kamen.Diese unbegrenzte Macht aber der Herrscher Perus war stets mit einer zärtlichen Bemühung für die Glückseligkeit seines Volkes vereint. Wenn wir den indianischen Texten glauben sollen, trieb nicht die Eroberungssucht die Inkas dazu an, ihr Reich auszudehnen, sondern der Wunsch, die Vortheile der Civilisation und die Kenntniß der Künste unter die barbarischen Völker, welche sie unterwarfen, auszubreiten. In der Aufeinanderfolge von zwölf Reichen war kein Inka von dieser wohlthätigen Denkungsart abgewichen, kein Inka hatte es unterlassen, sein Volk glücklich zu machen.Eine so schöne moralische Aussicht bot Peru dar, als die Spanier an seinen Gestaden landeten, und die Pracht seiner Tempel und Paläste, seiner großartigen Straßen, seiner Brücken, kurz, seiner Denkmäler, deren Ueberreste das siegreiche Volk, das sie in den Staub stieß, noch bewundert, bewiesen die Fortschritte derPeruaner in den Künsten, der Industrie und der Mechanik. Unglückseligerweise aber kannten sie die Schrift nicht, und gerade ihre Gesetzgebung und Geschichte sollte noch alle die verhängnißvollen Folgen der nationalen Ueberlieferungen verspüren, weßwegen, falls wir beim Uebersetzen des Quipos oder der peruanischen Alphabete, die viel unvollkommener als die mexikanischen Hieroglyphen sind, in dieser Geschichte irgend eine Ungenauigkeit begängen, wir mit um so größerem Recht die Güte unserer Leser verdienen.Mit diesen leichten Andeutungen werden wir uns von dem physischen und moralischen Zustande des ungeheuren Reiches, das der verwegene Pizarro sich vornahm, an den Siegeswagen des mächtigen Karl V. zu binden, leicht einen vollständigen Begriff machen und klar ableiten können, wie die Vorurtheile und der Fanatismus der einen und der andern Völker im sechszehnten Jahrhundert die Streitkräfte des großartigen Reiches mit den Streitkräften Pizarros, gefolgt von einer Hand voll Abenteurer, maßen.Die Sanftmuth der Religion des Reiches trug über die Maßen zur Reinheit seiner Sitten und seines Glückes bei. Manco Capac leitete den ganzen frommen Kultus natürlichen Dingen zu. Die Sonne, als die erste Quelle des Lichtes, der Fruchtbarkeit der Erde und der Glückseligkeit ihrer Bewohner, war der erste und hauptsächlichste Gegenstand ihrer Verehrung; und alsdann erlangten der Mond und die Sterne, welche die Sonne in ihrem wohlthätigen Einflußunterstützten,die Huldigung der Peruaner. So lange der Mensch, die Ordnung und die Herrlichkeit, welche in der Natur wirklich vorhanden sind, betrachtend, eine höhere Macht anbetet, ist der Geist des Aberglaubens mild und lieblich; im Gegentheil aber, hat man, die Welt regierend, Werke der Einbildung und des Schreckens der Menschen unterschoben, dann nimmt der Aberglaube die grausamsten und greulichsten Formen an.Die erste dieser Religionen war diejenige der Peruaner und die zweite die der Mexikaner. Die an das strahlende Gestirn, das durch seine universelle und belebende Kraftfülle das schönste Sinnbild göttlicher Wohlthätigkeit ist, gerichteten gottesdienstlichen Bräuche waren milde und menschlich. Sie boten der Sonne einen Theil der Früchte, welche die Erde durch deren Wärme hervorgebracht hatte, dar, sie opferten zum Beweise ihrer Dankbarkeit einige Thiere, von denen sie aßen und deren Dasein sich durch ihren Einfluß vermehrte. Sie boten ihr ausgewählte und kostbare Werke des Gewerbefleißes aus ihren von deren Licht erleuchteten Händen dar. Niemals bespritzten die Inkas die Altäre mit Menschenblut, niemals bildeten sie sich ein, daß die Sonne, ihr Vater, Gefallen daran finden könnte, so barbarische Opfer zu empfangen. So verdankten die Peruaner, weit entfernt von diesem blutigen Kultus, der die Empfindsamkeit abstumpft und angesichts der Leiden der Menschen die Gefühle des Mitleidens erstickt, selbst dem Geiste ihres Aberglaubens einen sanfteren Nationalcharakter, als den der übrigen Völker Amerikas.Dieser Einfluß der Religion erstreckte sich sogar auf ihre bürgerlichen Einrichtungen. Die Macht der Inkas wurde, obschon die willkürlichste der Gewaltherrschaften, durch den Einfluß der Religion gemildert. Die Seele der Unterthanen fühlte sich bei dem Gedanken an eine einem ihm ähnlichen Wesen gegenüber gezwungene Unterwürfigkeit weder gedemüthigt noch gering geschätzt. Der Gehorsam, den sie ihrem mit göttlichem Ansehen bekleideten Herrscher leisteten, war freiwillig und würdigte sie nicht herab. Ueberzeugt, daß die achtungsvolle Unterwerfung seiner Unterthanen davon herrührte, daß sie ihn für himmlischen Ursprungs hielten, verlor der Monarch die Gründe, die ihn dazu bewegten, das wohlthätige Wesen, das er vorstellte, nachzuahmen nicht aus den Augen und so findet man in der Geschichte Perus kaum eine Revolution gegen den regierenden Fürsten und keiner von den zwölf Inkas war ein Tyrann.In den Kriegen, die sie unter einander führten, benahmen sie sich auf ganz andere Art, als die der andern Nationen Amerikas. Sie kämpften weder wie die Wilden, um zu zerstören und zu vertilgen, noch wie die Mexikaner, um die Gefangenen fortzuschleppen und die Altäre barbarischer Gottheiten mit Blut zu bespritzen. Sie führten Krieg, um die Besiegten zu civilisiren und um Künste und Wissenschaften auszubreiten. Sie setzten die Gefangenen nicht den Beschimpfungen und den Qualen aus, wozu sie bei allen Völkern der neuen Welt bestimmt waren. Die Inkas nahmen die Völker, welche sie unterwarfen, in ihrenSchutz und ließen sie an allen Vergünstigungen, deren sich ihre Unterthanen erfreuten, theilnehmen. Dieses, der amerikanischen Wildheit so sehr entgegengesetzte und der Menschlichkeit der gebildetsten Nationen so würdige Verfahren mußte einzig dem Schutzgeiste ihrer Religion zugeschrieben werden. Die Inkas, welche die irgend einem andern Gegenstande als dem auf der Höhe der himmlischen, von ihnen verehrten Macht stehenden gezollten Huldigung als gottlos betrachteten, hielten unter sich das Banner der Bekehrung hoch, sie führten aber die Götzenbilder der besiegten Völker im Triumphe nach dem großen Tempel von Cuzco, wo sie als die Macht der beschützenden Gottheit des Reiches zeigende Trophäen aufgestellt wurden, und das Volk behandelte man mit Milde und unterwies es in der Religion der Eroberer, um den Ruhm zu haben, die Zahl der Sonnenanbeter zu vermehren. Wenn auch diese reinen und altväterischen Gebräuche der Peruaner im sechszehnten Jahrhundert sie innerlich zu einem glücklichen Volke gestalteten, so war ihre materielle Macht doch sehr beschränkt. Da ihre Bedürfnisse mit den Erzeugnissen des Bodens gedeckt waren, wußten sie durchaus nichts vom Handel und ihre Gestade waren allen übrigen Völkern unbekannt, und sie kannten weder die Schifffahrt noch andere Länder, noch andere Menschen, noch andere Sitten, noch andere Götter, noch andere menschliche Sinnesänderungen. Wenn sie auch mit den umliegenden Stämmen Krieg geführt hatten, war ihnen doch die Herstellung und der Gebrauch von Hieb- und Stichwaffen durchaus unbekannt; ihre zahlreichenHeere wußten nichts von Taktik und Strategie der Bewegungen, die Anzahl und die Tapferkeit, nicht die künstlichen Hülfsmittel der europäischen Heere, verhalfen ihnen zum Siege; und die Verwendung von Infanterie, Artillerie und Kavallerie und die Zuflucht der militärischen Bewegungen waren für die Peruaner jenes Jahrhunderts viel höhere Dinge, was sie bei aller Kriegskunst nicht einmal zu fassen vermocht hätten.Die Spanier im Gegentheil waren, in achthundert Jahren der Kämpfe mit den Sarazenen an den Krieg gewohnt, von auf den Schlachtfeldern und in den Schiffbrüchen abgehärtetem Körper, in jenem Jahrhundert der Schrecken ganz Europas. Mit Helm und Panzer ausgerüstet, die sie gegen die schwachen Pfeile und Speere der Peruaner unverwundbar machten, ausschließliche Besitzer in jenen Gegenden, der schrecklichen Wirkung der Entzündung des Pulvers, mit einiger Artillerie versehen, gewandt und taktisch in den militärischen Bewegungen, sandten sie auf zweihundert Schritte den Tod aus ihren Waffen, wobei der Knall der Kanone dem Donner glich, der ihren Feinden den Zorn ihres Gottes anzeigte; kurz, Alles gab denselben in jenen Gegenden eine solche Ueberlegenheit, daß sich jeder Abenteurer ein Gott däuchte, welcher in seinem Zorne das ganze Reich der Inkas fürchterlich bedrohte.Andrerseits haben wir bereits den Einfluß gesehen, den bei der Eroberung Mexikos die Prophezeihungen hatten, welche anzeigten, daß von Osten Kommende dem Reiche große Umwälzungen brächten, und in Peru waren ähnliche Prophezeiungen darüber, daß von OstenKommende dem Lande neue Gesetze geben würden, vorhanden. So schnell wie Pizarro im Reiche landete, war die Prophezeihung, daß andere Söhne der Sonne den göttlichen Auftrag hätten, dem Lande neue Gesetze zu geben, in Erfüllung gegangen. Der Schrecken, welcher sich in Mexiko Montezumas bemächtigte, erstarrte auch Atahulpa (den Inka von Peru) und sein ganzes Reich, und die moralische Macht, welche diese Prophezeihungen Pizarro verliehen, setzten ihn, wenn er seinen geheiligten Charakter zu wahren wußte, in die vortheilhafteste Lage.Ebenfalls haben wir die religiöse Scheu beobachtet, womit die Peruaner die Familie und das Geschlecht der Inkas betrachteten, weil sie als Abkömmlinge Manco Capacs und Mama Ocollos Söhne der Sonne, Söhne Gottes waren, den sie anbeteten; und da die von Osten Kommenden auch für Söhne der Sonne gehalten wurden, mußten die Peruaner es als eine Entheiligung ansehen, sie anzugreifen und mit Pfeilen zu beschießen, die stets machtlos gegen die eisernen Panzer und Waffen der Spanier sie mehr und mehr in der Voreingenommenheit bestärkten, daß sie als Söhne ihres Gottes unverwundbar waren. Die Eindringlinge im Gegentheil, gewohnt, auf jedem Festlande der neuen Welt kupferfarbene Menschen, bartlos, wie sie waren, und fast wie sie die Natur erschaffen hatte, anzutreffen, welche entsetzt beim Knall der Gewehre flohen, verschmähten beinahe, sie für Menschen anzusehen und hielten sie eher für Thiere, die dazu geboren waren, ihren Ehrgeiz und ihren Hochmuthzu sättigen. Andrerseits rottete, in den blutigen, düstern Deckmantel religiösen Fanatismus eingehüllt, das sechszehnte Jahrhundert mit Feuer und Schwert alle Glaubenslehren, welche von der des Kreuzes abwichen, aus; und wenn in Europa die Gläubigen Muhameds wüthend verfolgt wurden, so tilgte man auf dem amerikanischen Festlande erbarmungslos die Sonnenanbeter und alle andern Gottheiten aus, da die Fanatiker des sechszehnten Jahrhunderts so vor denAugenihres Gottes, den sie als ebenso barbarisch wie ihr Jahrhundert hinstellten, wohlgefällige Werke zu verrichten glaubten. Die Peruaner glaubten daher, mit unverwundbaren Göttern zu kämpfen. Die Eindringlinge mit verächtlichen Wesen in Menschengestalt, deren Schweiß undBlutKarls V. mächtiger Thron und der auf der Schädelstätte gestorbene Gott beanspruchte.Dekoratives Element

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Südamerika zählte im sechszehnten Jahrhundert auf seinem ungeheuren Territorium, von der Landenge von Panama bis zum Kap Horn, eine Unmenge von Volksstämmen und Nationen, die zu jenen Zeiten größtentheils unbekannt waren, ohne daß die Spanier in ihren glorreichen Triumphen weiter als über die Punta Rumena und den Rio Colorado vordrangen. Als Pizarro an den Gestaden des stillen Oceans landete, war das große Reich Peru, das sich von Norden nach Süden, der ganzen Küste des südlichen Eismeeres entlang, fünfhundert Meilen weit erstreckte, und das von Osten nach Westen von den riesigen Gebirgen der Anden, die sich ihrer ganzen Länge nach von einem Ende bis zum andern ausdehnen, eingeschlossen war, die mächtigste und ausgebreitetste Nation.

Ursprünglich war Peru, wie die ganze neue Welt, in herumziehende und unabhängige Stämme eingetheilt, die sich sowohl in ihren Sitten als auch in ihrer grotesken Art und Weise von einander unterschieden. OhneKultur und ohne Industrie, ohne gesellschaftliche Rechte noch Pflichten, zogen die Peruaner der Vorzeit wie wilde Horden, die besonders von der Jagd und vom Fischfang lebten, herum. Aber so wie alle Völker der Erde ihre ursprüngliche Civilisation gehabt haben, so verdankten auch die Peruaner zweieinhalb Jahrhunderte vor dem Erscheinen der Spanier an ihren Küsten dem Zufall zwei gerechte, einmüthige und erleuchtete Wesen, die sie sanft der Geselligkeit zuführten.

Wirklich erschienen während der Zeit der neuen Aera an den Ufern des großen Tititaka-Sees zwei erhabene Wesen von majestätischer Gestalt und gebildeten Manieren, die sich vornahmen, die Civilisation jenes Reiches durchzuführen; und wie alle berühmten Gesetzgeber, verfielen sie, um über den Menschen zu stehen, welchen sie zu befehlen hatten, auf den Aberglauben. Vergebens würden unter Völkern, denen kaum die Vernunft bekannt war, diese Legislatoren, um anfänglich die Aufmerksamkeit der Wilden auf sich zu ziehen, zu erhabenen und metaphysischen Theorieen gegriffen haben, und sie mußten daher zu natürlichen Dingen, die unter dem Reiche der Sinnesgefühle standen, ihre Zuflucht nehmen. Nichts Sichereres, als zu dem majestätischen Vater des Tages, dessen göttlicher Beeinflussung die Wilden zugänglich waren, die Augen zu erheben. Wenn der rosige Osten in herrlichem Purpur erstrahlt, lichtet sich die düstere und schwermüthige Finsterniß, die Vögelein entfalten ihre hellstimmigen Schnäbel, der Wald belebt sich, die Blumen blühen und es herrscht lauter Fröhlichkeit. Dannspannt der Wilde seinen Bogen und schärft seine Pfeile, wirft seine Netze aus und verehrt den Gott des Lichtes. Der erhabene Kultus der Sonnenanbetung lag im Bereiche der Bewohner der neuen Welt, und die weisen Gesetzgeber kündigten sich als Söhne dieser wohlthätigen Gottheit an, welche, mitleidig auf die Uebel der menschlichen Geschlechter herabschauend, sie, wie sie sagten, schickte, um dieselben zu belehren, sie zu bilden und glücklich zu machen. Vereint mit der Achtung, welche die Gottheit, in deren Namen sie sich anzeigten, einflößte, bestimmten jene Ermahnungen viele herumziehende Wilde, sich unter sich zu vereinigen, und da sie die Unterweisungen dieser beiden außergewöhnlichen Wesen als himmlische Befehle empfingen, folgten sie ihnen nach Cuzco, wo sie sich niederließen und eine Stadt gründeten.

Manco Capac und Mama Ocollo (das waren die Namen der beiden als Söhne der Sonne Angekündigten), so viele nomadisirende Stämme vereinigend, gründeten unter den Peruanern diese gesellschaftliche Verbindung, welche, indem sie das Ziel der Wünsche vervielfacht und die Kräfte der menschlichen Abart verbindet, zur Industrie antreibt und die Fortschritte aller Klassen belebt; sie gaben denselben weise Gesetze und flößten ihnen jene gesunde Moral ein, die an dem Glücke der Nationen wirkt, und Manco Capac wäre vielleicht der erste aller Legislatoren, wenn Confuzius ihn nicht darin überträfe, sich nicht des Aberglaubens bedient zu haben, um Moral und Gesetze empfangen und befolgen zu lassen.

Manco Capac stiftete die Sonnenanbetung, und es wurden Tempel errichtet und die Menschenopfer abgeschafft, und nur seine Nachkommen waren als Söhne der Sonne, dieser wohlthätigen und beschützenden Gottheit des Reiches, die ersten Priester des peruanischen Volkes. Manco Capac gab seinem Volke weise und strenge Gesetze, die seine Unterthanen von der Sonne, welche ihre Thaten erleuchtete, ausgegangen glaubten; die Uebertretung eines Gesetzes war eine Entweihung und bei ihren religiösen Handlungen offenbarten sie deren geheimste Umgehungen und verlangten deren Bestrafung. Die Inkas (Herren oder Könige von Peru), ebenfalls Nachkommen Manco Capacs und Mama Ocollos und daher Söhne der Sonne, waren die Tugendhaftesten im ganzen Reiche; ihr Betragen war das Vorbild der Thaten ihrer Unterthanen und niemals beging ein Inka ein Verbrechen. So wohlthätige Herrscher hätten ihre unumschränkte und auf jede Art und Weise in deren Hände gelegte Macht niemals mißbrauchen können, und durch weise, einfache, in unvollkommenen Hieroglyphen oder Quipos geschriebene Vorschriften bestimmte man die verschiedenen gesellschaftlichen Rangordnungen und die unverjährbaren, jedoch stets mäßigen und gelinden Abgaben für die Unterhaltung des Kaisers und der übrigen Beamten des Reiches, sowie für das prunkhafte Gepränge des Sonnenkultus und zur Erbauung seiner prächtigen, kuppelgewölbten, goldenen und silbernen Paläste.

Die Inkas, oder Herren von Peru, waren unumschränkt wie die Beherrscher Asiens, und nicht nurwie Monarchen, sondern auch wie Gottheiten verehrt. Ihr Blut galt als heilig; man ließ nicht zu, daß es sich durch irgend welche Vermischung herabwürdigte, und die Ehen zwischen dem Volke und den Inkas waren, obschon man ihnen eine Menge Konkubinen gestattete, damit sich das Geschlecht der Söhne der Sonne vermehrte, verboten. Ihre Familie zeichnete sich durch Kleidungen und Verzierungen aus, die kein Mensch gebrauchen durfte; niemals zeigte sich der Monarch ohne die Abzeichen des Thrones vor dem Publikum und er empfing von seinen Unterthanen Achtungsbezeugungen, die beinahe an Verehrung kamen.

Diese unbegrenzte Macht aber der Herrscher Perus war stets mit einer zärtlichen Bemühung für die Glückseligkeit seines Volkes vereint. Wenn wir den indianischen Texten glauben sollen, trieb nicht die Eroberungssucht die Inkas dazu an, ihr Reich auszudehnen, sondern der Wunsch, die Vortheile der Civilisation und die Kenntniß der Künste unter die barbarischen Völker, welche sie unterwarfen, auszubreiten. In der Aufeinanderfolge von zwölf Reichen war kein Inka von dieser wohlthätigen Denkungsart abgewichen, kein Inka hatte es unterlassen, sein Volk glücklich zu machen.

Eine so schöne moralische Aussicht bot Peru dar, als die Spanier an seinen Gestaden landeten, und die Pracht seiner Tempel und Paläste, seiner großartigen Straßen, seiner Brücken, kurz, seiner Denkmäler, deren Ueberreste das siegreiche Volk, das sie in den Staub stieß, noch bewundert, bewiesen die Fortschritte derPeruaner in den Künsten, der Industrie und der Mechanik. Unglückseligerweise aber kannten sie die Schrift nicht, und gerade ihre Gesetzgebung und Geschichte sollte noch alle die verhängnißvollen Folgen der nationalen Ueberlieferungen verspüren, weßwegen, falls wir beim Uebersetzen des Quipos oder der peruanischen Alphabete, die viel unvollkommener als die mexikanischen Hieroglyphen sind, in dieser Geschichte irgend eine Ungenauigkeit begängen, wir mit um so größerem Recht die Güte unserer Leser verdienen.

Mit diesen leichten Andeutungen werden wir uns von dem physischen und moralischen Zustande des ungeheuren Reiches, das der verwegene Pizarro sich vornahm, an den Siegeswagen des mächtigen Karl V. zu binden, leicht einen vollständigen Begriff machen und klar ableiten können, wie die Vorurtheile und der Fanatismus der einen und der andern Völker im sechszehnten Jahrhundert die Streitkräfte des großartigen Reiches mit den Streitkräften Pizarros, gefolgt von einer Hand voll Abenteurer, maßen.

Die Sanftmuth der Religion des Reiches trug über die Maßen zur Reinheit seiner Sitten und seines Glückes bei. Manco Capac leitete den ganzen frommen Kultus natürlichen Dingen zu. Die Sonne, als die erste Quelle des Lichtes, der Fruchtbarkeit der Erde und der Glückseligkeit ihrer Bewohner, war der erste und hauptsächlichste Gegenstand ihrer Verehrung; und alsdann erlangten der Mond und die Sterne, welche die Sonne in ihrem wohlthätigen Einflußunterstützten,die Huldigung der Peruaner. So lange der Mensch, die Ordnung und die Herrlichkeit, welche in der Natur wirklich vorhanden sind, betrachtend, eine höhere Macht anbetet, ist der Geist des Aberglaubens mild und lieblich; im Gegentheil aber, hat man, die Welt regierend, Werke der Einbildung und des Schreckens der Menschen unterschoben, dann nimmt der Aberglaube die grausamsten und greulichsten Formen an.

Die erste dieser Religionen war diejenige der Peruaner und die zweite die der Mexikaner. Die an das strahlende Gestirn, das durch seine universelle und belebende Kraftfülle das schönste Sinnbild göttlicher Wohlthätigkeit ist, gerichteten gottesdienstlichen Bräuche waren milde und menschlich. Sie boten der Sonne einen Theil der Früchte, welche die Erde durch deren Wärme hervorgebracht hatte, dar, sie opferten zum Beweise ihrer Dankbarkeit einige Thiere, von denen sie aßen und deren Dasein sich durch ihren Einfluß vermehrte. Sie boten ihr ausgewählte und kostbare Werke des Gewerbefleißes aus ihren von deren Licht erleuchteten Händen dar. Niemals bespritzten die Inkas die Altäre mit Menschenblut, niemals bildeten sie sich ein, daß die Sonne, ihr Vater, Gefallen daran finden könnte, so barbarische Opfer zu empfangen. So verdankten die Peruaner, weit entfernt von diesem blutigen Kultus, der die Empfindsamkeit abstumpft und angesichts der Leiden der Menschen die Gefühle des Mitleidens erstickt, selbst dem Geiste ihres Aberglaubens einen sanfteren Nationalcharakter, als den der übrigen Völker Amerikas.

Dieser Einfluß der Religion erstreckte sich sogar auf ihre bürgerlichen Einrichtungen. Die Macht der Inkas wurde, obschon die willkürlichste der Gewaltherrschaften, durch den Einfluß der Religion gemildert. Die Seele der Unterthanen fühlte sich bei dem Gedanken an eine einem ihm ähnlichen Wesen gegenüber gezwungene Unterwürfigkeit weder gedemüthigt noch gering geschätzt. Der Gehorsam, den sie ihrem mit göttlichem Ansehen bekleideten Herrscher leisteten, war freiwillig und würdigte sie nicht herab. Ueberzeugt, daß die achtungsvolle Unterwerfung seiner Unterthanen davon herrührte, daß sie ihn für himmlischen Ursprungs hielten, verlor der Monarch die Gründe, die ihn dazu bewegten, das wohlthätige Wesen, das er vorstellte, nachzuahmen nicht aus den Augen und so findet man in der Geschichte Perus kaum eine Revolution gegen den regierenden Fürsten und keiner von den zwölf Inkas war ein Tyrann.

In den Kriegen, die sie unter einander führten, benahmen sie sich auf ganz andere Art, als die der andern Nationen Amerikas. Sie kämpften weder wie die Wilden, um zu zerstören und zu vertilgen, noch wie die Mexikaner, um die Gefangenen fortzuschleppen und die Altäre barbarischer Gottheiten mit Blut zu bespritzen. Sie führten Krieg, um die Besiegten zu civilisiren und um Künste und Wissenschaften auszubreiten. Sie setzten die Gefangenen nicht den Beschimpfungen und den Qualen aus, wozu sie bei allen Völkern der neuen Welt bestimmt waren. Die Inkas nahmen die Völker, welche sie unterwarfen, in ihrenSchutz und ließen sie an allen Vergünstigungen, deren sich ihre Unterthanen erfreuten, theilnehmen. Dieses, der amerikanischen Wildheit so sehr entgegengesetzte und der Menschlichkeit der gebildetsten Nationen so würdige Verfahren mußte einzig dem Schutzgeiste ihrer Religion zugeschrieben werden. Die Inkas, welche die irgend einem andern Gegenstande als dem auf der Höhe der himmlischen, von ihnen verehrten Macht stehenden gezollten Huldigung als gottlos betrachteten, hielten unter sich das Banner der Bekehrung hoch, sie führten aber die Götzenbilder der besiegten Völker im Triumphe nach dem großen Tempel von Cuzco, wo sie als die Macht der beschützenden Gottheit des Reiches zeigende Trophäen aufgestellt wurden, und das Volk behandelte man mit Milde und unterwies es in der Religion der Eroberer, um den Ruhm zu haben, die Zahl der Sonnenanbeter zu vermehren. Wenn auch diese reinen und altväterischen Gebräuche der Peruaner im sechszehnten Jahrhundert sie innerlich zu einem glücklichen Volke gestalteten, so war ihre materielle Macht doch sehr beschränkt. Da ihre Bedürfnisse mit den Erzeugnissen des Bodens gedeckt waren, wußten sie durchaus nichts vom Handel und ihre Gestade waren allen übrigen Völkern unbekannt, und sie kannten weder die Schifffahrt noch andere Länder, noch andere Menschen, noch andere Sitten, noch andere Götter, noch andere menschliche Sinnesänderungen. Wenn sie auch mit den umliegenden Stämmen Krieg geführt hatten, war ihnen doch die Herstellung und der Gebrauch von Hieb- und Stichwaffen durchaus unbekannt; ihre zahlreichenHeere wußten nichts von Taktik und Strategie der Bewegungen, die Anzahl und die Tapferkeit, nicht die künstlichen Hülfsmittel der europäischen Heere, verhalfen ihnen zum Siege; und die Verwendung von Infanterie, Artillerie und Kavallerie und die Zuflucht der militärischen Bewegungen waren für die Peruaner jenes Jahrhunderts viel höhere Dinge, was sie bei aller Kriegskunst nicht einmal zu fassen vermocht hätten.

Die Spanier im Gegentheil waren, in achthundert Jahren der Kämpfe mit den Sarazenen an den Krieg gewohnt, von auf den Schlachtfeldern und in den Schiffbrüchen abgehärtetem Körper, in jenem Jahrhundert der Schrecken ganz Europas. Mit Helm und Panzer ausgerüstet, die sie gegen die schwachen Pfeile und Speere der Peruaner unverwundbar machten, ausschließliche Besitzer in jenen Gegenden, der schrecklichen Wirkung der Entzündung des Pulvers, mit einiger Artillerie versehen, gewandt und taktisch in den militärischen Bewegungen, sandten sie auf zweihundert Schritte den Tod aus ihren Waffen, wobei der Knall der Kanone dem Donner glich, der ihren Feinden den Zorn ihres Gottes anzeigte; kurz, Alles gab denselben in jenen Gegenden eine solche Ueberlegenheit, daß sich jeder Abenteurer ein Gott däuchte, welcher in seinem Zorne das ganze Reich der Inkas fürchterlich bedrohte.

Andrerseits haben wir bereits den Einfluß gesehen, den bei der Eroberung Mexikos die Prophezeihungen hatten, welche anzeigten, daß von Osten Kommende dem Reiche große Umwälzungen brächten, und in Peru waren ähnliche Prophezeiungen darüber, daß von OstenKommende dem Lande neue Gesetze geben würden, vorhanden. So schnell wie Pizarro im Reiche landete, war die Prophezeihung, daß andere Söhne der Sonne den göttlichen Auftrag hätten, dem Lande neue Gesetze zu geben, in Erfüllung gegangen. Der Schrecken, welcher sich in Mexiko Montezumas bemächtigte, erstarrte auch Atahulpa (den Inka von Peru) und sein ganzes Reich, und die moralische Macht, welche diese Prophezeihungen Pizarro verliehen, setzten ihn, wenn er seinen geheiligten Charakter zu wahren wußte, in die vortheilhafteste Lage.

Ebenfalls haben wir die religiöse Scheu beobachtet, womit die Peruaner die Familie und das Geschlecht der Inkas betrachteten, weil sie als Abkömmlinge Manco Capacs und Mama Ocollos Söhne der Sonne, Söhne Gottes waren, den sie anbeteten; und da die von Osten Kommenden auch für Söhne der Sonne gehalten wurden, mußten die Peruaner es als eine Entheiligung ansehen, sie anzugreifen und mit Pfeilen zu beschießen, die stets machtlos gegen die eisernen Panzer und Waffen der Spanier sie mehr und mehr in der Voreingenommenheit bestärkten, daß sie als Söhne ihres Gottes unverwundbar waren. Die Eindringlinge im Gegentheil, gewohnt, auf jedem Festlande der neuen Welt kupferfarbene Menschen, bartlos, wie sie waren, und fast wie sie die Natur erschaffen hatte, anzutreffen, welche entsetzt beim Knall der Gewehre flohen, verschmähten beinahe, sie für Menschen anzusehen und hielten sie eher für Thiere, die dazu geboren waren, ihren Ehrgeiz und ihren Hochmuthzu sättigen. Andrerseits rottete, in den blutigen, düstern Deckmantel religiösen Fanatismus eingehüllt, das sechszehnte Jahrhundert mit Feuer und Schwert alle Glaubenslehren, welche von der des Kreuzes abwichen, aus; und wenn in Europa die Gläubigen Muhameds wüthend verfolgt wurden, so tilgte man auf dem amerikanischen Festlande erbarmungslos die Sonnenanbeter und alle andern Gottheiten aus, da die Fanatiker des sechszehnten Jahrhunderts so vor denAugenihres Gottes, den sie als ebenso barbarisch wie ihr Jahrhundert hinstellten, wohlgefällige Werke zu verrichten glaubten. Die Peruaner glaubten daher, mit unverwundbaren Göttern zu kämpfen. Die Eindringlinge mit verächtlichen Wesen in Menschengestalt, deren Schweiß undBlutKarls V. mächtiger Thron und der auf der Schädelstätte gestorbene Gott beanspruchte.

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