3.Man spricht drin von Sichtodtstechen und SterbenUnd von vielem Weinen, wovon die Augen verderben;Und eigentlich verspritzt man doch kein Blut,Und die Augen verbleiben klar und gut.
3.
Man spricht drin von Sichtodtstechen und SterbenUnd von vielem Weinen, wovon die Augen verderben;Und eigentlich verspritzt man doch kein Blut,Und die Augen verbleiben klar und gut.
Man spricht drin von Sichtodtstechen und Sterben
Und von vielem Weinen, wovon die Augen verderben;
Und eigentlich verspritzt man doch kein Blut,
Und die Augen verbleiben klar und gut.
4.Da läßt man’s an Pretiosen nie fehlen,Da sind die Menge Perlen und JuwelenUnd süßer Nektar und AmbrosiaUnd Gold aus Peru und Arabia.
4.
Da läßt man’s an Pretiosen nie fehlen,Da sind die Menge Perlen und JuwelenUnd süßer Nektar und AmbrosiaUnd Gold aus Peru und Arabia.
Da läßt man’s an Pretiosen nie fehlen,
Da sind die Menge Perlen und Juwelen
Und süßer Nektar und Ambrosia
Und Gold aus Peru und Arabia.
5.Da finden sich Mündchen von Karmin und Korallen,Und Aeuglein heller wie geschliffne Krystallen,Hälse von Alabaster und Elfenbein,Herzen von Demant und Marmorstein.
5.
Da finden sich Mündchen von Karmin und Korallen,Und Aeuglein heller wie geschliffne Krystallen,Hälse von Alabaster und Elfenbein,Herzen von Demant und Marmorstein.
Da finden sich Mündchen von Karmin und Korallen,
Und Aeuglein heller wie geschliffne Krystallen,
Hälse von Alabaster und Elfenbein,
Herzen von Demant und Marmorstein.
6.Man spricht von Sympathien und Magneten,Anziehenden Kräften und Elektricitäten,Und bei jedem dieser physischen Dinge hatEine besondere mysteriöse Deutung statt.
6.
Man spricht von Sympathien und Magneten,Anziehenden Kräften und Elektricitäten,Und bei jedem dieser physischen Dinge hatEine besondere mysteriöse Deutung statt.
Man spricht von Sympathien und Magneten,
Anziehenden Kräften und Elektricitäten,
Und bei jedem dieser physischen Dinge hat
Eine besondere mysteriöse Deutung statt.
7.Da gibt’s Veilchen, Rosen und schöne Nelken,Vergißmeinnichtchen, die nie verwelken,Tausendschön, Maiblümelein, Jasmin,Sonnenblumen und die schwere Meng’ Immergrün.
7.
Da gibt’s Veilchen, Rosen und schöne Nelken,Vergißmeinnichtchen, die nie verwelken,Tausendschön, Maiblümelein, Jasmin,Sonnenblumen und die schwere Meng’ Immergrün.
Da gibt’s Veilchen, Rosen und schöne Nelken,
Vergißmeinnichtchen, die nie verwelken,
Tausendschön, Maiblümelein, Jasmin,
Sonnenblumen und die schwere Meng’ Immergrün.
8.Bei etwa geringern LiebesprogressenSpricht man jämmerlich von Myrten und Cypressen,Von Todtenkränzen, Ysop und bitterm Wermuth,Und was man bei Leichen gebrauchen thut.
8.
Bei etwa geringern LiebesprogressenSpricht man jämmerlich von Myrten und Cypressen,Von Todtenkränzen, Ysop und bitterm Wermuth,Und was man bei Leichen gebrauchen thut.
Bei etwa geringern Liebesprogressen
Spricht man jämmerlich von Myrten und Cypressen,
Von Todtenkränzen, Ysop und bitterm Wermuth,
Und was man bei Leichen gebrauchen thut.
9.Es kommen auch nach der allgemeinen RegelDrin vor allerlei Gethiere und Gevögel,Vorzüglich die bekannte Philomel’Ist darin des Sommers ohne Fehl.
9.
Es kommen auch nach der allgemeinen RegelDrin vor allerlei Gethiere und Gevögel,Vorzüglich die bekannte Philomel’Ist darin des Sommers ohne Fehl.
Es kommen auch nach der allgemeinen Regel
Drin vor allerlei Gethiere und Gevögel,
Vorzüglich die bekannte Philomel’
Ist darin des Sommers ohne Fehl.
10.Item, anmuthig girrende Turteltäubchen,Auch Sperlinge, Hänflinge, Männchen und Weibchen,Auch wol ein Zeisig oder Distelfink,Imgleichen mancher bunter Schmetterling.
10.
Item, anmuthig girrende Turteltäubchen,Auch Sperlinge, Hänflinge, Männchen und Weibchen,Auch wol ein Zeisig oder Distelfink,Imgleichen mancher bunter Schmetterling.
Item, anmuthig girrende Turteltäubchen,
Auch Sperlinge, Hänflinge, Männchen und Weibchen,
Auch wol ein Zeisig oder Distelfink,
Imgleichen mancher bunter Schmetterling.
11.Zuweilen gar grausame LöwinnenUnd unbarmherzige Tigerinnen,Aber doch meist manch Schäfchen und Lamm,Sanftmüthig, dumm, geduldig und zahm.
11.
Zuweilen gar grausame LöwinnenUnd unbarmherzige Tigerinnen,Aber doch meist manch Schäfchen und Lamm,Sanftmüthig, dumm, geduldig und zahm.
Zuweilen gar grausame Löwinnen
Und unbarmherzige Tigerinnen,
Aber doch meist manch Schäfchen und Lamm,
Sanftmüthig, dumm, geduldig und zahm.
12.Sogar Geschöpfe aus höhern Regionen,Engel und Sylphen zu Millionen,Und selbst der kleine blinde Gott Amor —Kommen in derlei Briefen oft vor.
12.
Sogar Geschöpfe aus höhern Regionen,Engel und Sylphen zu Millionen,Und selbst der kleine blinde Gott Amor —Kommen in derlei Briefen oft vor.
Sogar Geschöpfe aus höhern Regionen,
Engel und Sylphen zu Millionen,
Und selbst der kleine blinde Gott Amor —
Kommen in derlei Briefen oft vor.
13.Sonne, Kometen, Nordlicht und SterneGebraucht man in den Liebesbriefen auch gerne;Besonders aber wird der liebe SilbermondAm wenigsten von allen Planeten geschont.
13.
Sonne, Kometen, Nordlicht und SterneGebraucht man in den Liebesbriefen auch gerne;Besonders aber wird der liebe SilbermondAm wenigsten von allen Planeten geschont.
Sonne, Kometen, Nordlicht und Sterne
Gebraucht man in den Liebesbriefen auch gerne;
Besonders aber wird der liebe Silbermond
Am wenigsten von allen Planeten geschont.
14.Noch tausend und mehr andre Hieroglyphen,Sehr gebräuchlich in Liebesbriefen,Trifft man in jedem bekannten RomanDer ältern und neueren Zeiten an.
14.
Noch tausend und mehr andre Hieroglyphen,Sehr gebräuchlich in Liebesbriefen,Trifft man in jedem bekannten RomanDer ältern und neueren Zeiten an.
Noch tausend und mehr andre Hieroglyphen,
Sehr gebräuchlich in Liebesbriefen,
Trifft man in jedem bekannten Roman
Der ältern und neueren Zeiten an.
15.Man hält es auch nicht für sehr uneben,Seiner Schönen einen zartern Namen zu geben,Oder, ist etwa der Taufname zu dumm,So ändert man ihn wol ganz und gar um.
15.
Man hält es auch nicht für sehr uneben,Seiner Schönen einen zartern Namen zu geben,Oder, ist etwa der Taufname zu dumm,So ändert man ihn wol ganz und gar um.
Man hält es auch nicht für sehr uneben,
Seiner Schönen einen zartern Namen zu geben,
Oder, ist etwa der Taufname zu dumm,
So ändert man ihn wol ganz und gar um.
16.Da sagt man zum Exempel stattKaroline Line,Statt Leopoldine Poldchen oder Dine,Imgleichen Trina statt Katarein,Item Beta statt Elsabein.
16.
Da sagt man zum Exempel stattKaroline Line,Statt Leopoldine Poldchen oder Dine,Imgleichen Trina statt Katarein,Item Beta statt Elsabein.
Da sagt man zum Exempel stattKaroline Line,
Statt Leopoldine Poldchen oder Dine,
Imgleichen Trina statt Katarein,
Item Beta statt Elsabein.
17.Da kommt oft vor: Stella, Minna, Reta,Imgleichen: Bella, Zinna und Meta;Namen, welche bisher in DeutschlandAußer in Romanen, sind unbekannt.
17.
Da kommt oft vor: Stella, Minna, Reta,Imgleichen: Bella, Zinna und Meta;Namen, welche bisher in DeutschlandAußer in Romanen, sind unbekannt.
Da kommt oft vor: Stella, Minna, Reta,
Imgleichen: Bella, Zinna und Meta;
Namen, welche bisher in Deutschland
Außer in Romanen, sind unbekannt.
18.Ferner lieset man statt Klara Kläre,Und wie im gegenwärt’gen Casus, statt Esther Stehre,Statt Wilhemina, Mina und sofort,Wie zu sehen am gehörigen Ort.
18.
Ferner lieset man statt Klara Kläre,Und wie im gegenwärt’gen Casus, statt Esther Stehre,Statt Wilhemina, Mina und sofort,Wie zu sehen am gehörigen Ort.
Ferner lieset man statt Klara Kläre,
Und wie im gegenwärt’gen Casus, statt Esther Stehre,
Statt Wilhemina, Mina und sofort,
Wie zu sehen am gehörigen Ort.
1.In dem vorherbeschriebenen KraftstileKlagte nun auch der Baron seine GefühleUnd der vorstehenden Trennung UngemachMit untermengtem manchen Oh! und Ach!
1.
In dem vorherbeschriebenen KraftstileKlagte nun auch der Baron seine GefühleUnd der vorstehenden Trennung UngemachMit untermengtem manchen Oh! und Ach!
In dem vorherbeschriebenen Kraftstile
Klagte nun auch der Baron seine Gefühle
Und der vorstehenden Trennung Ungemach
Mit untermengtem manchen Oh! und Ach!
2.Denn er hatte viele Romane studiret,Hier und da auch vielleicht excerpiret,Wo er was Herzzerbrechendes las,Und dieses kam ihm nun trefflich zu paß.
2.
Denn er hatte viele Romane studiret,Hier und da auch vielleicht excerpiret,Wo er was Herzzerbrechendes las,Und dieses kam ihm nun trefflich zu paß.
Denn er hatte viele Romane studiret,
Hier und da auch vielleicht excerpiret,
Wo er was Herzzerbrechendes las,
Und dieses kam ihm nun trefflich zu paß.
3.Esther aber, nicht in dergleichen belesen,Machte mit ihren Briefen weniger Wesen,Und antwortete gewöhnlich kurz nur,Ohne Kunst, blos nach der Natur.
3.
Esther aber, nicht in dergleichen belesen,Machte mit ihren Briefen weniger Wesen,Und antwortete gewöhnlich kurz nur,Ohne Kunst, blos nach der Natur.
Esther aber, nicht in dergleichen belesen,
Machte mit ihren Briefen weniger Wesen,
Und antwortete gewöhnlich kurz nur,
Ohne Kunst, blos nach der Natur.
4.Hier erfolgen einige genaue Copeien;Der Leser wird mir dieses hoffentlich verzeihen,Weil mancher verliebter junger MannSie als Briefmuster weiter gebrauchen kann.
4.
Hier erfolgen einige genaue Copeien;Der Leser wird mir dieses hoffentlich verzeihen,Weil mancher verliebter junger MannSie als Briefmuster weiter gebrauchen kann.
Hier erfolgen einige genaue Copeien;
Der Leser wird mir dieses hoffentlich verzeihen,
Weil mancher verliebter junger Mann
Sie als Briefmuster weiter gebrauchen kann.
5.„Ach, meine Stehra! Auserwählte! Geliebte!Denke, wie mich der Donnerantrag betrübte:Meine Eltern sagten mir gestern, ich soll michTrennen, o wer weiß wie lange? von Dich!
5.
„Ach, meine Stehra! Auserwählte! Geliebte!Denke, wie mich der Donnerantrag betrübte:Meine Eltern sagten mir gestern, ich soll michTrennen, o wer weiß wie lange? von Dich!
„Ach, meine Stehra! Auserwählte! Geliebte!
Denke, wie mich der Donnerantrag betrübte:
Meine Eltern sagten mir gestern, ich soll mich
Trennen, o wer weiß wie lange? von Dich!
6.Mir ist zugleich der Blitzbefehl ernstlich geschehen:Dein Engelsgesicht nicht mehr so oft zu sehen —Dich, meine Beste! — Du Einzige!Gar nicht mehr persönlich zu sprechen — Au weh!
6.
Mir ist zugleich der Blitzbefehl ernstlich geschehen:Dein Engelsgesicht nicht mehr so oft zu sehen —Dich, meine Beste! — Du Einzige!Gar nicht mehr persönlich zu sprechen — Au weh!
Mir ist zugleich der Blitzbefehl ernstlich geschehen:
Dein Engelsgesicht nicht mehr so oft zu sehen —
Dich, meine Beste! — Du Einzige!
Gar nicht mehr persönlich zu sprechen — Au weh!
7.Aber ich will’s hoch und theuer beschwören,Dich ewig zu lieben, soll mir niemand wehren,Und meines Herzens treue SympathieSoll für Dich — Du Himmlische! verlöschen nie.“
7.
Aber ich will’s hoch und theuer beschwören,Dich ewig zu lieben, soll mir niemand wehren,Und meines Herzens treue SympathieSoll für Dich — Du Himmlische! verlöschen nie.“
Aber ich will’s hoch und theuer beschwören,
Dich ewig zu lieben, soll mir niemand wehren,
Und meines Herzens treue Sympathie
Soll für Dich — Du Himmlische! verlöschen nie.“
8.Antwort: „Mein Schatz! Was Du mir hast geschrieben,Thut mich innerlich in der Seele betrüben;Denn ich halte der künft’gen Trennung GrausGewißlich keine acht Tage Dir aus.
8.
Antwort: „Mein Schatz! Was Du mir hast geschrieben,Thut mich innerlich in der Seele betrüben;Denn ich halte der künft’gen Trennung GrausGewißlich keine acht Tage Dir aus.
Antwort: „Mein Schatz! Was Du mir hast geschrieben,
Thut mich innerlich in der Seele betrüben;
Denn ich halte der künft’gen Trennung Graus
Gewißlich keine acht Tage Dir aus.
9.Mein Herz ist krank und meine Augen fließen,Ich thue Dich hunderttausendmal begrüßenUnd bleibe immer und ewig dabei:Lieber gestorben als ungetreu.“ —
9.
Mein Herz ist krank und meine Augen fließen,Ich thue Dich hunderttausendmal begrüßenUnd bleibe immer und ewig dabei:Lieber gestorben als ungetreu.“ —
Mein Herz ist krank und meine Augen fließen,
Ich thue Dich hunderttausendmal begrüßen
Und bleibe immer und ewig dabei:
Lieber gestorben als ungetreu.“ —
10.„O mein Engel! Mein Seraph! Meine Stehre!Vormals schwamm ich in ’nem Wonnemeere,Und ein Blick aus den blauen Augen von DirWar mehr als Gold und Seligkeit mir.
10.
„O mein Engel! Mein Seraph! Meine Stehre!Vormals schwamm ich in ’nem Wonnemeere,Und ein Blick aus den blauen Augen von DirWar mehr als Gold und Seligkeit mir.
„O mein Engel! Mein Seraph! Meine Stehre!
Vormals schwamm ich in ’nem Wonnemeere,
Und ein Blick aus den blauen Augen von Dir
War mehr als Gold und Seligkeit mir.
11.Aber bald, ach bald soll ich Dich verlassen,Mein banges Herz vermag dies nicht zu fassen,Es tobt wüthend, und ich erliege fastUnter dieser schweren Centnerlast.
11.
Aber bald, ach bald soll ich Dich verlassen,Mein banges Herz vermag dies nicht zu fassen,Es tobt wüthend, und ich erliege fastUnter dieser schweren Centnerlast.
Aber bald, ach bald soll ich Dich verlassen,
Mein banges Herz vermag dies nicht zu fassen,
Es tobt wüthend, und ich erliege fast
Unter dieser schweren Centnerlast.
12.Draußen wall’ ich in Wäldern auf und nieder,Horche nicht mehr auf der Vögel zärtliche Lieder,Mir duftet nicht mehr das Blümchen im Thal,Mir lächelt nicht mehr der freundliche Mondstrahl.“
12.
Draußen wall’ ich in Wäldern auf und nieder,Horche nicht mehr auf der Vögel zärtliche Lieder,Mir duftet nicht mehr das Blümchen im Thal,Mir lächelt nicht mehr der freundliche Mondstrahl.“
Draußen wall’ ich in Wäldern auf und nieder,
Horche nicht mehr auf der Vögel zärtliche Lieder,
Mir duftet nicht mehr das Blümchen im Thal,
Mir lächelt nicht mehr der freundliche Mondstrahl.“
13.Antwort: „Wenn der ganze Himmel Papier wäre,Und alle Sterne Schreiber und Secretäre,Und schrieben fort bis zum jüngsten Gericht,So klecksten sie doch zur Beschreibung meiner Liebe nicht.
13.
Antwort: „Wenn der ganze Himmel Papier wäre,Und alle Sterne Schreiber und Secretäre,Und schrieben fort bis zum jüngsten Gericht,So klecksten sie doch zur Beschreibung meiner Liebe nicht.
Antwort: „Wenn der ganze Himmel Papier wäre,
Und alle Sterne Schreiber und Secretäre,
Und schrieben fort bis zum jüngsten Gericht,
So klecksten sie doch zur Beschreibung meiner Liebe nicht.
14.Darauf kannst Du Dich gar sicher verlassen;Wir wollen uns also in Geduld fassen;Du bleibest trotz aller Trennung mein,Und ich will ewig Deine Stehra sein.“ —
14.
Darauf kannst Du Dich gar sicher verlassen;Wir wollen uns also in Geduld fassen;Du bleibest trotz aller Trennung mein,Und ich will ewig Deine Stehra sein.“ —
Darauf kannst Du Dich gar sicher verlassen;
Wir wollen uns also in Geduld fassen;
Du bleibest trotz aller Trennung mein,
Und ich will ewig Deine Stehra sein.“ —
15.„O wie war die Nacht so schlaflos, so traurig!Wie heulte der Sturm draußen so schaurig!In meiner geängstigten Seele brülltEin Sturm, noch weit schauriger und wild.
15.
„O wie war die Nacht so schlaflos, so traurig!Wie heulte der Sturm draußen so schaurig!In meiner geängstigten Seele brülltEin Sturm, noch weit schauriger und wild.
„O wie war die Nacht so schlaflos, so traurig!
Wie heulte der Sturm draußen so schaurig!
In meiner geängstigten Seele brüllt
Ein Sturm, noch weit schauriger und wild.
16.Ach, meine einzige Göttin! meine Cythere!Du, mir mehr als Himmel! meine Stehre!Schwebst im reizenden Bilde immer vor mir —Ach, wär’ ich heute ein Stündchen bei Dir — —
16.
Ach, meine einzige Göttin! meine Cythere!Du, mir mehr als Himmel! meine Stehre!Schwebst im reizenden Bilde immer vor mir —Ach, wär’ ich heute ein Stündchen bei Dir — —
Ach, meine einzige Göttin! meine Cythere!
Du, mir mehr als Himmel! meine Stehre!
Schwebst im reizenden Bilde immer vor mir —
Ach, wär’ ich heute ein Stündchen bei Dir — —
17.Ich wollte gerne, um Dich persönlich zu sehen,Durchs Feuer und über Eisgebirge gehen — —Denn Dein lieblich lächelndes AngesichtErquickt mich mehr als des Monds Silberlicht.“
17.
Ich wollte gerne, um Dich persönlich zu sehen,Durchs Feuer und über Eisgebirge gehen — —Denn Dein lieblich lächelndes AngesichtErquickt mich mehr als des Monds Silberlicht.“
Ich wollte gerne, um Dich persönlich zu sehen,
Durchs Feuer und über Eisgebirge gehen — —
Denn Dein lieblich lächelndes Angesicht
Erquickt mich mehr als des Monds Silberlicht.“
18.Antwort: „Mein Liebster! Freilich die Nacht war böse,Ich hörte auch des Sturms Brüllen und Getöse,Und ich habe auch, wie Du, die ganze NachtAn Dich denkend schlaflos zugebracht.
18.
Antwort: „Mein Liebster! Freilich die Nacht war böse,Ich hörte auch des Sturms Brüllen und Getöse,Und ich habe auch, wie Du, die ganze NachtAn Dich denkend schlaflos zugebracht.
Antwort: „Mein Liebster! Freilich die Nacht war böse,
Ich hörte auch des Sturms Brüllen und Getöse,
Und ich habe auch, wie Du, die ganze Nacht
An Dich denkend schlaflos zugebracht.
19.Komme heute Abend um eilf Uhr in’n Garten,Da will ich Dich mit offnen Armen erwarten;Brauchst da nicht über Eisgebirge zu gehn,Denn der Weg dahin ist grün und schön.“
19.
Komme heute Abend um eilf Uhr in’n Garten,Da will ich Dich mit offnen Armen erwarten;Brauchst da nicht über Eisgebirge zu gehn,Denn der Weg dahin ist grün und schön.“
Komme heute Abend um eilf Uhr in’n Garten,
Da will ich Dich mit offnen Armen erwarten;
Brauchst da nicht über Eisgebirge zu gehn,
Denn der Weg dahin ist grün und schön.“
20.„Amor hüpft um mich mit seinen Gehilfen,Göttliches Mädchen! mich umtanzen Sylphen,Und wie der silberne Wasserquell,Ist nun meine düstre Seele hell.
20.
„Amor hüpft um mich mit seinen Gehilfen,Göttliches Mädchen! mich umtanzen Sylphen,Und wie der silberne Wasserquell,Ist nun meine düstre Seele hell.
„Amor hüpft um mich mit seinen Gehilfen,
Göttliches Mädchen! mich umtanzen Sylphen,
Und wie der silberne Wasserquell,
Ist nun meine düstre Seele hell.
21.Der heil’ge keusche Mond wird uns lächeln,Zephyr wird uns in den Abendstunden fächeln;Ich eile auf der Liebe schnellem FittichUnd bin um eilf Uhr präcis bei Dich.
21.
Der heil’ge keusche Mond wird uns lächeln,Zephyr wird uns in den Abendstunden fächeln;Ich eile auf der Liebe schnellem FittichUnd bin um eilf Uhr präcis bei Dich.
Der heil’ge keusche Mond wird uns lächeln,
Zephyr wird uns in den Abendstunden fächeln;
Ich eile auf der Liebe schnellem Fittich
Und bin um eilf Uhr präcis bei Dich.
22.Hoch pocht mein Herz voll von tausend Dingen,Ich kann Dir mein’ Gefühle nicht alle singen;Aber dann sink’ ich für seligen Schmerz,Du meine Auserwählte! an Dein Herz.“
22.
Hoch pocht mein Herz voll von tausend Dingen,Ich kann Dir mein’ Gefühle nicht alle singen;Aber dann sink’ ich für seligen Schmerz,Du meine Auserwählte! an Dein Herz.“
Hoch pocht mein Herz voll von tausend Dingen,
Ich kann Dir mein’ Gefühle nicht alle singen;
Aber dann sink’ ich für seligen Schmerz,
Du meine Auserwählte! an Dein Herz.“
23.Antwort: „Ich hoff’, es werd’ nicht an Gelegenheit fehlen,Mich langsam aus dem Pfarrhause zu stehlen.Es bleibet dabei, mein Schatz! komm nurIm Garten zu mir um eilf Uhr.“ —
23.
Antwort: „Ich hoff’, es werd’ nicht an Gelegenheit fehlen,Mich langsam aus dem Pfarrhause zu stehlen.Es bleibet dabei, mein Schatz! komm nurIm Garten zu mir um eilf Uhr.“ —
Antwort: „Ich hoff’, es werd’ nicht an Gelegenheit fehlen,
Mich langsam aus dem Pfarrhause zu stehlen.
Es bleibet dabei, mein Schatz! komm nur
Im Garten zu mir um eilf Uhr.“ —
24.„Schon in beinah anderthalb bangen TagenHabe ich’s Dir mündlich nicht können sagen,Wie, meine Grazie! Dein göttliches BildMeine liebevolle Seele erfüllt.
24.
„Schon in beinah anderthalb bangen TagenHabe ich’s Dir mündlich nicht können sagen,Wie, meine Grazie! Dein göttliches BildMeine liebevolle Seele erfüllt.
„Schon in beinah anderthalb bangen Tagen
Habe ich’s Dir mündlich nicht können sagen,
Wie, meine Grazie! Dein göttliches Bild
Meine liebevolle Seele erfüllt.
25.Kronen und Reiche wollte ich gerne hingeben,Um mit Dir ewig verbunden zu leben,Und weder Teufel noch die ganze Höll’Tilget Dein Bild aus meiner Seel’ — —
25.
Kronen und Reiche wollte ich gerne hingeben,Um mit Dir ewig verbunden zu leben,Und weder Teufel noch die ganze Höll’Tilget Dein Bild aus meiner Seel’ — —
Kronen und Reiche wollte ich gerne hingeben,
Um mit Dir ewig verbunden zu leben,
Und weder Teufel noch die ganze Höll’
Tilget Dein Bild aus meiner Seel’ — —
26.Ach, die Fühllosen! Ach, die Tyrannen!Die mich von Deiner Seite wollen verbannen!!Aberposito, man trennte auch Dich und mich,So schlägt doch immer mein Herze für Dich — —“
26.
Ach, die Fühllosen! Ach, die Tyrannen!Die mich von Deiner Seite wollen verbannen!!Aberposito, man trennte auch Dich und mich,So schlägt doch immer mein Herze für Dich — —“
Ach, die Fühllosen! Ach, die Tyrannen!
Die mich von Deiner Seite wollen verbannen!!
Aberposito, man trennte auch Dich und mich,
So schlägt doch immer mein Herze für Dich — —“
27.Antwort: „An Deiner Liebe hab’ ich keinen Zweifel,Aber ich bitte Dich, sprich nicht so viel vom Teufel;Denn mir grauset jedesmal recht sehr,Wenn ich seinen Namen nur nennen hör’.
27.
Antwort: „An Deiner Liebe hab’ ich keinen Zweifel,Aber ich bitte Dich, sprich nicht so viel vom Teufel;Denn mir grauset jedesmal recht sehr,Wenn ich seinen Namen nur nennen hör’.
Antwort: „An Deiner Liebe hab’ ich keinen Zweifel,
Aber ich bitte Dich, sprich nicht so viel vom Teufel;
Denn mir grauset jedesmal recht sehr,
Wenn ich seinen Namen nur nennen hör’.
28.Hoffnung auf künftige günstige ZeitenSoll uns in der Liebe immer begleiten;Das übrige sag’ ich diesen Abend mündlichUnd erwarte am gewöhnlichen Orte Dich.“ —
28.
Hoffnung auf künftige günstige ZeitenSoll uns in der Liebe immer begleiten;Das übrige sag’ ich diesen Abend mündlichUnd erwarte am gewöhnlichen Orte Dich.“ —
Hoffnung auf künftige günstige Zeiten
Soll uns in der Liebe immer begleiten;
Das übrige sag’ ich diesen Abend mündlich
Und erwarte am gewöhnlichen Orte Dich.“ —
29.„Morgen — ach! Morgen droht die fürchterliche Stunde,Lange Trennung unserm zärtlichen Bunde;Denn, himmlisches Mädchen! ach! es istAlles zur Abreise zugerüst’t.
29.
„Morgen — ach! Morgen droht die fürchterliche Stunde,Lange Trennung unserm zärtlichen Bunde;Denn, himmlisches Mädchen! ach! es istAlles zur Abreise zugerüst’t.
„Morgen — ach! Morgen droht die fürchterliche Stunde,
Lange Trennung unserm zärtlichen Bunde;
Denn, himmlisches Mädchen! ach! es ist
Alles zur Abreise zugerüst’t.
30.Laß mich noch einmal beim keuschen MondlichteSehn Dein unvergeßlich Seraphinsgesichte,Und gib, weil es nun so sein muß,Mir zur Stärkung den Abschiedskuß.“
30.
Laß mich noch einmal beim keuschen MondlichteSehn Dein unvergeßlich Seraphinsgesichte,Und gib, weil es nun so sein muß,Mir zur Stärkung den Abschiedskuß.“
Laß mich noch einmal beim keuschen Mondlichte
Sehn Dein unvergeßlich Seraphinsgesichte,
Und gib, weil es nun so sein muß,
Mir zur Stärkung den Abschiedskuß.“
31.Antwort: „Ach, ach! werd’ ich’s auch können ertragen,Dir das letzte Lebewohl mündlich zu sagen,Ohne daß mein empfindliches Herze nichtIn hunderttausend Stücke zerbricht!!
31.
Antwort: „Ach, ach! werd’ ich’s auch können ertragen,Dir das letzte Lebewohl mündlich zu sagen,Ohne daß mein empfindliches Herze nichtIn hunderttausend Stücke zerbricht!!
Antwort: „Ach, ach! werd’ ich’s auch können ertragen,
Dir das letzte Lebewohl mündlich zu sagen,
Ohne daß mein empfindliches Herze nicht
In hunderttausend Stücke zerbricht!!
32.Indessen, mein Geliebter! ich will im GartenDich zur gewöhnlichen Stunde erwarten,Und da nehm’ ich, weil’s so sein muß,Deinen zärtlich getreuen Abschiedskuß.“
32.
Indessen, mein Geliebter! ich will im GartenDich zur gewöhnlichen Stunde erwarten,Und da nehm’ ich, weil’s so sein muß,Deinen zärtlich getreuen Abschiedskuß.“
Indessen, mein Geliebter! ich will im Garten
Dich zur gewöhnlichen Stunde erwarten,
Und da nehm’ ich, weil’s so sein muß,
Deinen zärtlich getreuen Abschiedskuß.“
33.Es sind dergleichen Billetsdoux noch mehreGewechselt zwischen dem Baron und seiner Stehre;In des Barons seinen war lauter Unsinn,Und in Stehrens ihren nicht viel Vernünftiges drin.
33.
Es sind dergleichen Billetsdoux noch mehreGewechselt zwischen dem Baron und seiner Stehre;In des Barons seinen war lauter Unsinn,Und in Stehrens ihren nicht viel Vernünftiges drin.
Es sind dergleichen Billetsdoux noch mehre
Gewechselt zwischen dem Baron und seiner Stehre;
In des Barons seinen war lauter Unsinn,
Und in Stehrens ihren nicht viel Vernünftiges drin.
34.Ich will also diese Materie endenUnd mich lieber zu einer andern wenden,Und verweise allenfalls über dies StückAuf Siegwart, Werther und Consorten zurück.
34.
Ich will also diese Materie endenUnd mich lieber zu einer andern wenden,Und verweise allenfalls über dies StückAuf Siegwart, Werther und Consorten zurück.
Ich will also diese Materie enden
Und mich lieber zu einer andern wenden,
Und verweise allenfalls über dies Stück
Auf Siegwart, Werther und Consorten zurück.
1.Nicht immer kann man in Rosen sich baden,Man muß auch oft durch dick und dünne waten;Denn so ist es auf unsrer LauseweltLeider von Alters her bestellt.
1.
Nicht immer kann man in Rosen sich baden,Man muß auch oft durch dick und dünne waten;Denn so ist es auf unsrer LauseweltLeider von Alters her bestellt.
Nicht immer kann man in Rosen sich baden,
Man muß auch oft durch dick und dünne waten;
Denn so ist es auf unsrer Lausewelt
Leider von Alters her bestellt.
2.Das heißt: wir können manch angenehmen BissenIn unserm Erdenleben hier und da genießen,Und der thut gar nicht übel dran,Der’s Gute mitnimmt, wenn er’s kriegen kann;
2.
Das heißt: wir können manch angenehmen BissenIn unserm Erdenleben hier und da genießen,Und der thut gar nicht übel dran,Der’s Gute mitnimmt, wenn er’s kriegen kann;
Das heißt: wir können manch angenehmen Bissen
In unserm Erdenleben hier und da genießen,
Und der thut gar nicht übel dran,
Der’s Gute mitnimmt, wenn er’s kriegen kann;
3.Aber es ist uns auch manches bitteres Essen,Mancher Kummer, manches Leid zugemessen,Und da ist nun mein Rath unmaßgeblich,Daß man geduldig drin ergeb’ sich.
3.
Aber es ist uns auch manches bitteres Essen,Mancher Kummer, manches Leid zugemessen,Und da ist nun mein Rath unmaßgeblich,Daß man geduldig drin ergeb’ sich.
Aber es ist uns auch manches bitteres Essen,
Mancher Kummer, manches Leid zugemessen,
Und da ist nun mein Rath unmaßgeblich,
Daß man geduldig drin ergeb’ sich.
4.Auf diese sehr vernünftigen ReflexionenHat mich zum Glück die Abreise des BaronenUnd seine Trennung von Stehre gebracht;Ich hätt’ sie sonst nicht aus mir selbst gemacht.
4.
Auf diese sehr vernünftigen ReflexionenHat mich zum Glück die Abreise des BaronenUnd seine Trennung von Stehre gebracht;Ich hätt’ sie sonst nicht aus mir selbst gemacht.
Auf diese sehr vernünftigen Reflexionen
Hat mich zum Glück die Abreise des Baronen
Und seine Trennung von Stehre gebracht;
Ich hätt’ sie sonst nicht aus mir selbst gemacht.
5.In der Nacht vor seiner AbreiseHatte er und seine Geliebte verstohlnerweiseNoch eine Zusammenkunft zuguterletzt,Wie wir oben gehört haben, angesetzt.
5.
In der Nacht vor seiner AbreiseHatte er und seine Geliebte verstohlnerweiseNoch eine Zusammenkunft zuguterletzt,Wie wir oben gehört haben, angesetzt.
In der Nacht vor seiner Abreise
Hatte er und seine Geliebte verstohlnerweise
Noch eine Zusammenkunft zuguterletzt,
Wie wir oben gehört haben, angesetzt.
6.Da gab’shinc indeein Gewimmer, ein Gewimmer,Ein Gewimmer, wie es vielleicht nimmerZwischen zwei Verliebten je geschehn,Welche sich zu Nacht alleine sehn.
6.
Da gab’shinc indeein Gewimmer, ein Gewimmer,Ein Gewimmer, wie es vielleicht nimmerZwischen zwei Verliebten je geschehn,Welche sich zu Nacht alleine sehn.
Da gab’shinc indeein Gewimmer, ein Gewimmer,
Ein Gewimmer, wie es vielleicht nimmer
Zwischen zwei Verliebten je geschehn,
Welche sich zu Nacht alleine sehn.
7.Ich vermag’s nichtin extensozu beschreiben,Wie weinerlich es sie allda mochten treiben,Meine Augen würden dabei zu naß,Und zu leer an Tinte mein Tintenfaß.
7.
Ich vermag’s nichtin extensozu beschreiben,Wie weinerlich es sie allda mochten treiben,Meine Augen würden dabei zu naß,Und zu leer an Tinte mein Tintenfaß.
Ich vermag’s nichtin extensozu beschreiben,
Wie weinerlich es sie allda mochten treiben,
Meine Augen würden dabei zu naß,
Und zu leer an Tinte mein Tintenfaß.
8.Es ward da noch einmal mit den feierlichsten EidenDie ew’ge Treue befestigt zwischen beiden,Und Frau Echo mit ihrem WiderhallBekräftigte alles dazu noch dreimal.
8.
Es ward da noch einmal mit den feierlichsten EidenDie ew’ge Treue befestigt zwischen beiden,Und Frau Echo mit ihrem WiderhallBekräftigte alles dazu noch dreimal.
Es ward da noch einmal mit den feierlichsten Eiden
Die ew’ge Treue befestigt zwischen beiden,
Und Frau Echo mit ihrem Widerhall
Bekräftigte alles dazu noch dreimal.
9.Auch hat man unverbrüchlich abgesprochen,Sich Briefe zu schreiben wenigstens alle vier WochenDurch die bishero gebrauchte Adress’,Damit einer den andern nicht vergess’.
9.
Auch hat man unverbrüchlich abgesprochen,Sich Briefe zu schreiben wenigstens alle vier WochenDurch die bishero gebrauchte Adress’,Damit einer den andern nicht vergess’.
Auch hat man unverbrüchlich abgesprochen,
Sich Briefe zu schreiben wenigstens alle vier Wochen
Durch die bishero gebrauchte Adress’,
Damit einer den andern nicht vergess’.
10.Schon öffnete die alte Jungfer AuroreDroben die schönblauen HimmelsthoreUnd erschien im Rosenkleide hübsch und fein,Und Herr Phöbus kutschirte hinterdrein;
10.
Schon öffnete die alte Jungfer AuroreDroben die schönblauen HimmelsthoreUnd erschien im Rosenkleide hübsch und fein,Und Herr Phöbus kutschirte hinterdrein;
Schon öffnete die alte Jungfer Aurore
Droben die schönblauen Himmelsthore
Und erschien im Rosenkleide hübsch und fein,
Und Herr Phöbus kutschirte hinterdrein;
11.Das ist verdolmetschet in der gewöhnlichen Sprache:Man blieb beisammen bis der Morgen anbrache,Und endlich unter vielem Ach und WehErfolgte das schmerzlichste Adieu.
11.
Das ist verdolmetschet in der gewöhnlichen Sprache:Man blieb beisammen bis der Morgen anbrache,Und endlich unter vielem Ach und WehErfolgte das schmerzlichste Adieu.
Das ist verdolmetschet in der gewöhnlichen Sprache:
Man blieb beisammen bis der Morgen anbrache,
Und endlich unter vielem Ach und Weh
Erfolgte das schmerzlichste Adieu.
12.Ach, ach! das letzte Küssen und UmarmenWar eine Scene jämmerlich und zum Erbarmen,Bis zuletzt ein jeder für sichMit rothgeweinten Augen nach Hause schlich.
12.
Ach, ach! das letzte Küssen und UmarmenWar eine Scene jämmerlich und zum Erbarmen,Bis zuletzt ein jeder für sichMit rothgeweinten Augen nach Hause schlich.
Ach, ach! das letzte Küssen und Umarmen
War eine Scene jämmerlich und zum Erbarmen,
Bis zuletzt ein jeder für sich
Mit rothgeweinten Augen nach Hause schlich.
13.Als hernach, circa ein Viertel nach neun auf der Uhre,Der junge Baron von Ohnewitz wegfuhreUnd Esther ihm im Wagen nachsah,Fiel sie in eine Ohnmacht beinah.
13.
Als hernach, circa ein Viertel nach neun auf der Uhre,Der junge Baron von Ohnewitz wegfuhreUnd Esther ihm im Wagen nachsah,Fiel sie in eine Ohnmacht beinah.
Als hernach, circa ein Viertel nach neun auf der Uhre,
Der junge Baron von Ohnewitz wegfuhre
Und Esther ihm im Wagen nachsah,
Fiel sie in eine Ohnmacht beinah.
14.Sie ist auf ihr Zimmer alleine gegangen,Thränen rollten reichlich von ihren Wangen,Ein Schnupftuch verhüllte Stirn und GesichtUnd sie aß und trank den ganzen Tag nicht.
14.
Sie ist auf ihr Zimmer alleine gegangen,Thränen rollten reichlich von ihren Wangen,Ein Schnupftuch verhüllte Stirn und GesichtUnd sie aß und trank den ganzen Tag nicht.
Sie ist auf ihr Zimmer alleine gegangen,
Thränen rollten reichlich von ihren Wangen,
Ein Schnupftuch verhüllte Stirn und Gesicht
Und sie aß und trank den ganzen Tag nicht.
15.Klagte auch schrecklich über KopfschmerzenUnd winselte über Drücken und Noth am Herzen,Sodaß ihr Bruder fast drob erschrak,Obgleich er merkte, was dahinter stak.
15.
Klagte auch schrecklich über KopfschmerzenUnd winselte über Drücken und Noth am Herzen,Sodaß ihr Bruder fast drob erschrak,Obgleich er merkte, was dahinter stak.
Klagte auch schrecklich über Kopfschmerzen
Und winselte über Drücken und Noth am Herzen,
Sodaß ihr Bruder fast drob erschrak,
Obgleich er merkte, was dahinter stak.
16.Auch der junge Herr im ReisewagenWarsimilitersehr zu beklagen,Denn man sah’s ihm gar deutlich an,Es sei ihm innerlich was angethan.
16.
Auch der junge Herr im ReisewagenWarsimilitersehr zu beklagen,Denn man sah’s ihm gar deutlich an,Es sei ihm innerlich was angethan.
Auch der junge Herr im Reisewagen
Warsimilitersehr zu beklagen,
Denn man sah’s ihm gar deutlich an,
Es sei ihm innerlich was angethan.
17.Ich selbst habe ihn zwar nicht gesehen,Doch kann ich es wol von selbst verstehen,Und jeder andrer Vernünftiger schließt diesAus den vorhergegangenenPrämissis.
17.
Ich selbst habe ihn zwar nicht gesehen,Doch kann ich es wol von selbst verstehen,Und jeder andrer Vernünftiger schließt diesAus den vorhergegangenenPrämissis.
Ich selbst habe ihn zwar nicht gesehen,
Doch kann ich es wol von selbst verstehen,
Und jeder andrer Vernünftiger schließt dies
Aus den vorhergegangenenPrämissis.
18.Indessen bekam er bald wieder Courage,Denn er hatte eine schöne EquipageUnd gutes Reisewetter, und saß bequem,Und hatte in seiner Chatoulle noch außerdem
18.
Indessen bekam er bald wieder Courage,Denn er hatte eine schöne EquipageUnd gutes Reisewetter, und saß bequem,Und hatte in seiner Chatoulle noch außerdem
Indessen bekam er bald wieder Courage,
Denn er hatte eine schöne Equipage
Und gutes Reisewetter, und saß bequem,
Und hatte in seiner Chatoulle noch außerdem
19.Nicht allein baares Geld wie Häcksel,Sondern auch noch manche wichtige Wechsel,Sammt und sonders so eingericht’t,Daß sie gleich bezahlt wurden nach Sicht;
19.
Nicht allein baares Geld wie Häcksel,Sondern auch noch manche wichtige Wechsel,Sammt und sonders so eingericht’t,Daß sie gleich bezahlt wurden nach Sicht;
Nicht allein baares Geld wie Häcksel,
Sondern auch noch manche wichtige Wechsel,
Sammt und sonders so eingericht’t,
Daß sie gleich bezahlt wurden nach Sicht;
20.Ja sogar schriftliche RecommandationenAn viele hohe und berühmte Personen;Und so hätte ich ohne eigenes GeldMit ihm reisen mögen durch die halbe Welt.
20.
Ja sogar schriftliche RecommandationenAn viele hohe und berühmte Personen;Und so hätte ich ohne eigenes GeldMit ihm reisen mögen durch die halbe Welt.
Ja sogar schriftliche Recommandationen
An viele hohe und berühmte Personen;
Und so hätte ich ohne eigenes Geld
Mit ihm reisen mögen durch die halbe Welt.
1.Hier könnte ich nun vieles herleiernVon seinen auf der Reise gehabten Abenteuern,Und was er in jeder fremden StadtMerkwürdigs gehört und gesehen hat.
1.
Hier könnte ich nun vieles herleiernVon seinen auf der Reise gehabten Abenteuern,Und was er in jeder fremden StadtMerkwürdigs gehört und gesehen hat.
Hier könnte ich nun vieles herleiern
Von seinen auf der Reise gehabten Abenteuern,
Und was er in jeder fremden Stadt
Merkwürdigs gehört und gesehen hat.
2.Ich könnte, um dieses Kapitel gemächlich zu füllen,Aus manchen alten und neuen ReisepostillenUnd aus Berkenmeyer und BüschingHervorsuchen manch geographisches Ding.
2.
Ich könnte, um dieses Kapitel gemächlich zu füllen,Aus manchen alten und neuen ReisepostillenUnd aus Berkenmeyer und BüschingHervorsuchen manch geographisches Ding.
Ich könnte, um dieses Kapitel gemächlich zu füllen,
Aus manchen alten und neuen Reisepostillen
Und aus Berkenmeyer und Büsching
Hervorsuchen manch geographisches Ding.
3.Ich könnte erzählen, daß er zum VergnügenIn der Schweiz die gefährlichen Gletscher bestiegen,Und daß er in diesem arkadischen LandManche reizende Alpenschäferin fand.
3.
Ich könnte erzählen, daß er zum VergnügenIn der Schweiz die gefährlichen Gletscher bestiegen,Und daß er in diesem arkadischen LandManche reizende Alpenschäferin fand.
Ich könnte erzählen, daß er zum Vergnügen
In der Schweiz die gefährlichen Gletscher bestiegen,
Und daß er in diesem arkadischen Land
Manche reizende Alpenschäferin fand.
4.Ich könnte erzählen von prächtigen Kunstwerken,Welche damals in Rom waren zu bemerken,Ob sie gleich von den Herrn Franken nachderhandWurden nach Paris ins Museum gesandt.
4.
Ich könnte erzählen von prächtigen Kunstwerken,Welche damals in Rom waren zu bemerken,Ob sie gleich von den Herrn Franken nachderhandWurden nach Paris ins Museum gesandt.
Ich könnte erzählen von prächtigen Kunstwerken,
Welche damals in Rom waren zu bemerken,
Ob sie gleich von den Herrn Franken nachderhand
Wurden nach Paris ins Museum gesandt.
5.Ich könnte erzählen von Cardinälen und Prälaten,Von schönen Sängerinnen und von Castraten,Von dem großen Sanct-Peters-DomUnd raren Antiquitäten in Rom.
5.
Ich könnte erzählen von Cardinälen und Prälaten,Von schönen Sängerinnen und von Castraten,Von dem großen Sanct-Peters-DomUnd raren Antiquitäten in Rom.
Ich könnte erzählen von Cardinälen und Prälaten,
Von schönen Sängerinnen und von Castraten,
Von dem großen Sanct-Peters-Dom
Und raren Antiquitäten in Rom.
6.Ich könnte erzählen von den Pontinischen SümpfenUnd von den italienischen FreudennymphenUnd vom feuerspeienden Vesuv,Alle drei im ungesunden und schmutzigen Ruf.
6.
Ich könnte erzählen von den Pontinischen SümpfenUnd von den italienischen FreudennymphenUnd vom feuerspeienden Vesuv,Alle drei im ungesunden und schmutzigen Ruf.
Ich könnte erzählen von den Pontinischen Sümpfen
Und von den italienischen Freudennymphen
Und vom feuerspeienden Vesuv,
Alle drei im ungesunden und schmutzigen Ruf.
7.Ich könnte erzählen von Redouten und Maskeraden,Wozu man ihn zum öftern eingeladen,Und von Gondelfahrten und vom CarnevalUnd manchem prächtigen Concert und Ball.
7.
Ich könnte erzählen von Redouten und Maskeraden,Wozu man ihn zum öftern eingeladen,Und von Gondelfahrten und vom CarnevalUnd manchem prächtigen Concert und Ball.
Ich könnte erzählen von Redouten und Maskeraden,
Wozu man ihn zum öftern eingeladen,
Und von Gondelfahrten und vom Carneval
Und manchem prächtigen Concert und Ball.
8.Ich könnte erzählen von großen Bibliotheken,Von gelehrten Denkmälern und alten Schartäken,Welche er im Lande ItaliaOder sonstwo mir nichts dir nichts besah.
8.
Ich könnte erzählen von großen Bibliotheken,Von gelehrten Denkmälern und alten Schartäken,Welche er im Lande ItaliaOder sonstwo mir nichts dir nichts besah.
Ich könnte erzählen von großen Bibliotheken,
Von gelehrten Denkmälern und alten Schartäken,
Welche er im Lande Italia
Oder sonstwo mir nichts dir nichts besah.
9.Ich könnte erzählen, wie er nach anderthalb JahrenErst nach Frankreich, dann nach England gefahren,Und wie er nach manchem begafften DingSo klug als vorher wieder nach Hause ging.
9.
Ich könnte erzählen, wie er nach anderthalb JahrenErst nach Frankreich, dann nach England gefahren,Und wie er nach manchem begafften DingSo klug als vorher wieder nach Hause ging.
Ich könnte erzählen, wie er nach anderthalb Jahren
Erst nach Frankreich, dann nach England gefahren,
Und wie er nach manchem begafften Ding
So klug als vorher wieder nach Hause ging.
10.Ich würde noch viel mehr erzählen können;Allein ich muß es offenherzig bekennen,Daß ich während seiner ganzen Reis’Von dem jungen Herrn nichts weiter weiß,
10.
Ich würde noch viel mehr erzählen können;Allein ich muß es offenherzig bekennen,Daß ich während seiner ganzen Reis’Von dem jungen Herrn nichts weiter weiß,
Ich würde noch viel mehr erzählen können;
Allein ich muß es offenherzig bekennen,
Daß ich während seiner ganzen Reis’
Von dem jungen Herrn nichts weiter weiß,
11.Als daß er fleißig an seine Stehre geschrieben,Ihr auch abwesend immer getreu verblieben,Und daß in langer Zeit kein andrer MenschEtwas erfuhr von dieser Correspondensch.
11.
Als daß er fleißig an seine Stehre geschrieben,Ihr auch abwesend immer getreu verblieben,Und daß in langer Zeit kein andrer MenschEtwas erfuhr von dieser Correspondensch.
Als daß er fleißig an seine Stehre geschrieben,
Ihr auch abwesend immer getreu verblieben,
Und daß in langer Zeit kein andrer Mensch
Etwas erfuhr von dieser Correspondensch.
1.Jedoch fiele einmal von ohngefähreEin Brief des Barons an seine liebe StehreDem alten Herren in seine Hand,Und da wurde die Correspondenz bekannt.
1.
Jedoch fiele einmal von ohngefähreEin Brief des Barons an seine liebe StehreDem alten Herren in seine Hand,Und da wurde die Correspondenz bekannt.
Jedoch fiele einmal von ohngefähre
Ein Brief des Barons an seine liebe Stehre
Dem alten Herren in seine Hand,
Und da wurde die Correspondenz bekannt.
2.Er mußte drin mit großem Verdrusse lesen,Daß alles noch war, wie es vormals gewesen,Und daß der Briefwechsel, je länger je mehr,Die Liebe des einen zur andern nähr’.
2.
Er mußte drin mit großem Verdrusse lesen,Daß alles noch war, wie es vormals gewesen,Und daß der Briefwechsel, je länger je mehr,Die Liebe des einen zur andern nähr’.
Er mußte drin mit großem Verdrusse lesen,
Daß alles noch war, wie es vormals gewesen,
Und daß der Briefwechsel, je länger je mehr,
Die Liebe des einen zur andern nähr’.
3.Der Veteran Jürgen mußte sein VergehenVorab bereuen und umständlich gestehen,Und kam zum LiebesbotenlohnMit achttägigem Arreste davon.
3.
Der Veteran Jürgen mußte sein VergehenVorab bereuen und umständlich gestehen,Und kam zum LiebesbotenlohnMit achttägigem Arreste davon.
Der Veteran Jürgen mußte sein Vergehen
Vorab bereuen und umständlich gestehen,
Und kam zum Liebesbotenlohn
Mit achttägigem Arreste davon.
4.Um aber den fernern Briefwechsel bei StehrenFür die Zukunft völlig abzuwehren,Beschloß man, dieselbe heimlich allsofortZu verschicken an einen andern Ort.
4.
Um aber den fernern Briefwechsel bei StehrenFür die Zukunft völlig abzuwehren,Beschloß man, dieselbe heimlich allsofortZu verschicken an einen andern Ort.
Um aber den fernern Briefwechsel bei Stehren
Für die Zukunft völlig abzuwehren,
Beschloß man, dieselbe heimlich allsofort
Zu verschicken an einen andern Ort.
5.Zwölf Meilen von Ohnwitz lag ein kleinesGütchen, nahe am Ufer diesseit des Rheines,Wo, mit dem Ohnwitzer Hause verwandt,Frau von Rudelsburg sich seßhaft befand.
5.
Zwölf Meilen von Ohnwitz lag ein kleinesGütchen, nahe am Ufer diesseit des Rheines,Wo, mit dem Ohnwitzer Hause verwandt,Frau von Rudelsburg sich seßhaft befand.
Zwölf Meilen von Ohnwitz lag ein kleines
Gütchen, nahe am Ufer diesseit des Rheines,
Wo, mit dem Ohnwitzer Hause verwandt,
Frau von Rudelsburg sich seßhaft befand.
6.Dahin ward dann Esther recommandiret(Ihr Herr Bruder selbst hat sie escortiret)Als eine Jungfer Gesellschafterin,Und Esther ergab sich geduldig drin.
6.
Dahin ward dann Esther recommandiret(Ihr Herr Bruder selbst hat sie escortiret)Als eine Jungfer Gesellschafterin,Und Esther ergab sich geduldig drin.
Dahin ward dann Esther recommandiret
(Ihr Herr Bruder selbst hat sie escortiret)
Als eine Jungfer Gesellschafterin,
Und Esther ergab sich geduldig drin.
7.Ob alle Fehde sich hiemit geendet,Oder das Blatt sich etwa anders gewendet,Und was sonst Wichtiges noch geschehn,Das alles wird man in der Folge sehn.
7.
Ob alle Fehde sich hiemit geendet,Oder das Blatt sich etwa anders gewendet,Und was sonst Wichtiges noch geschehn,Das alles wird man in der Folge sehn.
Ob alle Fehde sich hiemit geendet,
Oder das Blatt sich etwa anders gewendet,
Und was sonst Wichtiges noch geschehn,
Das alles wird man in der Folge sehn.
1.Nichts ist wunderlicher als das menschliche Glücke,Es verändert sich oft in einem Augenblicke,Es ist, nach dem Sprüchwort, kugelrund,Und bald oben, bald unten, bald weiß, bald bunt.
1.
Nichts ist wunderlicher als das menschliche Glücke,Es verändert sich oft in einem Augenblicke,Es ist, nach dem Sprüchwort, kugelrund,Und bald oben, bald unten, bald weiß, bald bunt.
Nichts ist wunderlicher als das menschliche Glücke,
Es verändert sich oft in einem Augenblicke,
Es ist, nach dem Sprüchwort, kugelrund,
Und bald oben, bald unten, bald weiß, bald bunt.
2.Das haben besonders seit ein halb Dutzend JahrenViele große Herren hier und da erfahren,Könige, Prinzen, Grafen und DücsFühlten bekanntlich den Wechsel des Glücks.
2.
Das haben besonders seit ein halb Dutzend JahrenViele große Herren hier und da erfahren,Könige, Prinzen, Grafen und DücsFühlten bekanntlich den Wechsel des Glücks.
Das haben besonders seit ein halb Dutzend Jahren
Viele große Herren hier und da erfahren,
Könige, Prinzen, Grafen und Dücs
Fühlten bekanntlich den Wechsel des Glücks.
3.Es erniedrigt und stürzt bald jenen, bald diesen,Macht Sprachmeister aus ehmaligen MarquisenUnd aus Comten, Chevaliers und MessieursTanzmeister, Friseurs und Serviteurs.
3.
Es erniedrigt und stürzt bald jenen, bald diesen,Macht Sprachmeister aus ehmaligen MarquisenUnd aus Comten, Chevaliers und MessieursTanzmeister, Friseurs und Serviteurs.
Es erniedrigt und stürzt bald jenen, bald diesen,
Macht Sprachmeister aus ehmaligen Marquisen
Und aus Comten, Chevaliers und Messieurs
Tanzmeister, Friseurs und Serviteurs.
4.Es necket Großmeister, Dogen und Hohepriester,Favoritinnen und fromme Staatsminister,Und es ist ihm durchaus einerlei,Weß Standes oder Würden jemand sei.
4.
Es necket Großmeister, Dogen und Hohepriester,Favoritinnen und fromme Staatsminister,Und es ist ihm durchaus einerlei,Weß Standes oder Würden jemand sei.
Es necket Großmeister, Dogen und Hohepriester,
Favoritinnen und fromme Staatsminister,
Und es ist ihm durchaus einerlei,
Weß Standes oder Würden jemand sei.
5.Ja wahrlich, man muß billig erstaunenUeber der Frau Fortunens Wechsellaunen;Wir machen indessen nur hievonAuf Herrn Pfarrer Jobs Application.
5.
Ja wahrlich, man muß billig erstaunenUeber der Frau Fortunens Wechsellaunen;Wir machen indessen nur hievonAuf Herrn Pfarrer Jobs Application.
Ja wahrlich, man muß billig erstaunen
Ueber der Frau Fortunens Wechsellaunen;
Wir machen indessen nur hievon
Auf Herrn Pfarrer Jobs Application.
6.Daß dieser ein wahrer Glücksball gewesen,Haben wir im ersten und zweiten Theile gelesen,Und dasselbe ist nun abermalIm jetzigen dritten Theile der Fall.
6.
Daß dieser ein wahrer Glücksball gewesen,Haben wir im ersten und zweiten Theile gelesen,Und dasselbe ist nun abermalIm jetzigen dritten Theile der Fall.
Daß dieser ein wahrer Glücksball gewesen,
Haben wir im ersten und zweiten Theile gelesen,
Und dasselbe ist nun abermal
Im jetzigen dritten Theile der Fall.
7.Nämlich es war damals die Epoche der Ohnehosen,Und in Deutschland hausete ein Heer von Franzosen;Auch predigte man zu derselbigen ZeitUeberall von Freiheit und Gleichheit.
7.
Nämlich es war damals die Epoche der Ohnehosen,Und in Deutschland hausete ein Heer von Franzosen;Auch predigte man zu derselbigen ZeitUeberall von Freiheit und Gleichheit.
Nämlich es war damals die Epoche der Ohnehosen,
Und in Deutschland hausete ein Heer von Franzosen;
Auch predigte man zu derselbigen Zeit
Ueberall von Freiheit und Gleichheit.
8.Auch in Ohnwitz schien unter einigen LeutenSich der Sansculottismus hier und da zu verbreiten,Und Herr von Ohnwitz fürchtete für sein TheilDaraus endlich ein großes Unheil;
8.
Auch in Ohnwitz schien unter einigen LeutenSich der Sansculottismus hier und da zu verbreiten,Und Herr von Ohnwitz fürchtete für sein TheilDaraus endlich ein großes Unheil;
Auch in Ohnwitz schien unter einigen Leuten
Sich der Sansculottismus hier und da zu verbreiten,
Und Herr von Ohnwitz fürchtete für sein Theil
Daraus endlich ein großes Unheil;
9.Hat drum dem Herrn Pfarrer Jobs aufgetragen,Auf der Kanzel einmal der Gemeinde zu sagen,Sie sollten sehn den biblischen Spruch an:Ein jeder sei der Obrigkeit unterthan.
9.
Hat drum dem Herrn Pfarrer Jobs aufgetragen,Auf der Kanzel einmal der Gemeinde zu sagen,Sie sollten sehn den biblischen Spruch an:Ein jeder sei der Obrigkeit unterthan.
Hat drum dem Herrn Pfarrer Jobs aufgetragen,
Auf der Kanzel einmal der Gemeinde zu sagen,
Sie sollten sehn den biblischen Spruch an:
Ein jeder sei der Obrigkeit unterthan.
10.Dieser hat dann auch dergestaltenBald drauf eine scharfe Predigt gehalten,Welche, als einzig stark in ihrer Art,Gleich auch im Drucke gegeben ward.
10.
Dieser hat dann auch dergestaltenBald drauf eine scharfe Predigt gehalten,Welche, als einzig stark in ihrer Art,Gleich auch im Drucke gegeben ward.
Dieser hat dann auch dergestalten
Bald drauf eine scharfe Predigt gehalten,
Welche, als einzig stark in ihrer Art,
Gleich auch im Drucke gegeben ward.
11.Nicht allein in der Ohnwitzer Gemeine,Sondern auch in der ganzen Gegend am RheineWurde dieselbe verbreitet im Land,Folglich auch den Herren Franken bekannt.
11.
Nicht allein in der Ohnwitzer Gemeine,Sondern auch in der ganzen Gegend am RheineWurde dieselbe verbreitet im Land,Folglich auch den Herren Franken bekannt.
Nicht allein in der Ohnwitzer Gemeine,
Sondern auch in der ganzen Gegend am Rheine
Wurde dieselbe verbreitet im Land,
Folglich auch den Herren Franken bekannt.
12.Sie haben sich diesesad notamgenommen,Und als sieex postnach Ohnwitz gekommen,So hieß es: „Le diable emporteraLe curé d’Ohnwitz, ce coquin là!“
12.
Sie haben sich diesesad notamgenommen,Und als sieex postnach Ohnwitz gekommen,So hieß es: „Le diable emporteraLe curé d’Ohnwitz, ce coquin là!“
Sie haben sich diesesad notamgenommen,
Und als sieex postnach Ohnwitz gekommen,
So hieß es: „Le diable emportera
Le curé d’Ohnwitz, ce coquin là!“
13.Kaum konnte er in diesen dringenden NöthenSich eilig genug aus dem Dorfe rettenUnd brachte nichts auf der Flucht davonAls mit genauer Noth seine eigne Person.
13.
Kaum konnte er in diesen dringenden NöthenSich eilig genug aus dem Dorfe rettenUnd brachte nichts auf der Flucht davonAls mit genauer Noth seine eigne Person.
Kaum konnte er in diesen dringenden Nöthen
Sich eilig genug aus dem Dorfe retten
Und brachte nichts auf der Flucht davon
Als mit genauer Noth seine eigne Person.
14.Hätte man ihn damals selbst gefangen,Er wäre guillotinirt oder aufgehangen,Doch vorläufig plünderte man das PfarrhausVon oben bis unten rein und gar aus.
14.
Hätte man ihn damals selbst gefangen,Er wäre guillotinirt oder aufgehangen,Doch vorläufig plünderte man das PfarrhausVon oben bis unten rein und gar aus.
Hätte man ihn damals selbst gefangen,
Er wäre guillotinirt oder aufgehangen,
Doch vorläufig plünderte man das Pfarrhaus
Von oben bis unten rein und gar aus.
15.Auch Herr von Ohnwitz war damals inGroßer Gefahr mit seiner Gemahlin,Denn auch ihm wenigstens hätte manVielleicht am Halse was angethan.
15.
Auch Herr von Ohnwitz war damals inGroßer Gefahr mit seiner Gemahlin,Denn auch ihm wenigstens hätte manVielleicht am Halse was angethan.
Auch Herr von Ohnwitz war damals in
Großer Gefahr mit seiner Gemahlin,
Denn auch ihm wenigstens hätte man
Vielleicht am Halse was angethan.
16.Aber seine Unterthanen wagten Leib und Leben,Für ihre gute liebe Herrschaft hinzugeben,Und retteten sie mit Gewalt für diesmal;Denn der Franken war keine große Zahl.
16.
Aber seine Unterthanen wagten Leib und Leben,Für ihre gute liebe Herrschaft hinzugeben,Und retteten sie mit Gewalt für diesmal;Denn der Franken war keine große Zahl.
Aber seine Unterthanen wagten Leib und Leben,
Für ihre gute liebe Herrschaft hinzugeben,
Und retteten sie mit Gewalt für diesmal;
Denn der Franken war keine große Zahl.
17.Indessen war keine Zeit zu verlieren,Herr und Frau mußten schleunig emigriren,Und höchstens ein paar hundert Gulden baarWar alles, was noch mitzunehmen war.
17.
Indessen war keine Zeit zu verlieren,Herr und Frau mußten schleunig emigriren,Und höchstens ein paar hundert Gulden baarWar alles, was noch mitzunehmen war.
Indessen war keine Zeit zu verlieren,
Herr und Frau mußten schleunig emigriren,
Und höchstens ein paar hundert Gulden baar
War alles, was noch mitzunehmen war.
18.Die Franken sind bald stärker wiedergekommen,Haben die Ohnwitzer erschrecklich mitgenommen,Und auf dem Schlosse ward unversäumtAlles, was vorräthig war, ausgeräumt.
18.
Die Franken sind bald stärker wiedergekommen,Haben die Ohnwitzer erschrecklich mitgenommen,Und auf dem Schlosse ward unversäumtAlles, was vorräthig war, ausgeräumt.
Die Franken sind bald stärker wiedergekommen,
Haben die Ohnwitzer erschrecklich mitgenommen,
Und auf dem Schlosse ward unversäumt
Alles, was vorräthig war, ausgeräumt.
19.Auch wurde ein Freiheitsbaum aufgepflanzetUnd lustig ein’ Runde darum her getanzet,Und jeder im Dorfe nahm alsdannTheils gern, theils ungerne theil daran.
19.
Auch wurde ein Freiheitsbaum aufgepflanzetUnd lustig ein’ Runde darum her getanzet,Und jeder im Dorfe nahm alsdannTheils gern, theils ungerne theil daran.
Auch wurde ein Freiheitsbaum aufgepflanzet
Und lustig ein’ Runde darum her getanzet,
Und jeder im Dorfe nahm alsdann
Theils gern, theils ungerne theil daran.
20.Auch alle übrige Güter und SchlösserDes Herrn von Ohnwitz hatten’s nicht besser,Man machte es überall, in groß und klein,Wo er was besaße, besemrein.
20.
Auch alle übrige Güter und SchlösserDes Herrn von Ohnwitz hatten’s nicht besser,Man machte es überall, in groß und klein,Wo er was besaße, besemrein.
Auch alle übrige Güter und Schlösser
Des Herrn von Ohnwitz hatten’s nicht besser,
Man machte es überall, in groß und klein,
Wo er was besaße, besemrein.
1.Weil Herr von Ohnwitz sich im neutralen LandeMit seiner Gemahlin bald sicher befandeUnd nun auch, wie gesagt, mit einem paarHundert Gulden baar noch versehen war:
1.
Weil Herr von Ohnwitz sich im neutralen LandeMit seiner Gemahlin bald sicher befandeUnd nun auch, wie gesagt, mit einem paarHundert Gulden baar noch versehen war:
Weil Herr von Ohnwitz sich im neutralen Lande
Mit seiner Gemahlin bald sicher befande
Und nun auch, wie gesagt, mit einem paar
Hundert Gulden baar noch versehen war:
2.So wollen wir diesmal von ihm abbrechenUnd nur vorerst vom Herrn Pfarrer Jobs sprechen,Denn dieser war bei seiner Flucht durchausSo blutarm wie eine Kirchenmaus.
2.
So wollen wir diesmal von ihm abbrechenUnd nur vorerst vom Herrn Pfarrer Jobs sprechen,Denn dieser war bei seiner Flucht durchausSo blutarm wie eine Kirchenmaus.
So wollen wir diesmal von ihm abbrechen
Und nur vorerst vom Herrn Pfarrer Jobs sprechen,
Denn dieser war bei seiner Flucht durchaus
So blutarm wie eine Kirchenmaus.
3.Er setzte tagtäglich seinen Wanderstab weiter,Blieb aber dabei immer ruhig und heiter,Schlief sanft und tröstete damit sich:Der Himmel läßt die Seinen nicht im Stich.
3.
Er setzte tagtäglich seinen Wanderstab weiter,Blieb aber dabei immer ruhig und heiter,Schlief sanft und tröstete damit sich:Der Himmel läßt die Seinen nicht im Stich.
Er setzte tagtäglich seinen Wanderstab weiter,
Blieb aber dabei immer ruhig und heiter,
Schlief sanft und tröstete damit sich:
Der Himmel läßt die Seinen nicht im Stich.
4.Erst besuchte er auf der Reise hin und wiederDie Herren Geistlichen als seine Amtsbrüder,Aber fast alle schickten ihn ohne Geld und Kost fort,Blos mit einem geistlichen Trostwort.
4.
Erst besuchte er auf der Reise hin und wiederDie Herren Geistlichen als seine Amtsbrüder,Aber fast alle schickten ihn ohne Geld und Kost fort,Blos mit einem geistlichen Trostwort.
Erst besuchte er auf der Reise hin und wieder
Die Herren Geistlichen als seine Amtsbrüder,
Aber fast alle schickten ihn ohne Geld und Kost fort,
Blos mit einem geistlichen Trostwort.
5.Drum suchte er hernächst die Priester und LevitenAuf seiner Wanderung möglichst zu verhüten,Denn er traf durchgehends beim SamaritanGrößers Mitleid und mehr Theilnahme an.
5.
Drum suchte er hernächst die Priester und LevitenAuf seiner Wanderung möglichst zu verhüten,Denn er traf durchgehends beim SamaritanGrößers Mitleid und mehr Theilnahme an.
Drum suchte er hernächst die Priester und Leviten
Auf seiner Wanderung möglichst zu verhüten,
Denn er traf durchgehends beim Samaritan
Größers Mitleid und mehr Theilnahme an.
6.Auch fand er in kleinen ländlichen Hütten,Ohne lange drum zu betteln und zu bitten,Ein freundlicher Gesicht und besser QuartierAls beim reichen Bürger oder Cavalier.
6.
Auch fand er in kleinen ländlichen Hütten,Ohne lange drum zu betteln und zu bitten,Ein freundlicher Gesicht und besser QuartierAls beim reichen Bürger oder Cavalier.
Auch fand er in kleinen ländlichen Hütten,
Ohne lange drum zu betteln und zu bitten,
Ein freundlicher Gesicht und besser Quartier
Als beim reichen Bürger oder Cavalier.
7.Zwar versäumte er nicht, in Schlössern und StädtenBei Vornehmen anfänglich einzutreten,Und bote seine Dienste als KapellanOder etwa als Informator an.
7.
Zwar versäumte er nicht, in Schlössern und StädtenBei Vornehmen anfänglich einzutreten,Und bote seine Dienste als KapellanOder etwa als Informator an.
Zwar versäumte er nicht, in Schlössern und Städten
Bei Vornehmen anfänglich einzutreten,
Und bote seine Dienste als Kapellan
Oder etwa als Informator an.
8.Aber er hat nirgend Aufnahme gefunden,Man hielt ihn vielmehr für ’nen Vagabunden,Fragte nach seinem Reisepaß,Und sagte ihm, ich weiß nicht alles was.
8.
Aber er hat nirgend Aufnahme gefunden,Man hielt ihn vielmehr für ’nen Vagabunden,Fragte nach seinem Reisepaß,Und sagte ihm, ich weiß nicht alles was.
Aber er hat nirgend Aufnahme gefunden,
Man hielt ihn vielmehr für ’nen Vagabunden,
Fragte nach seinem Reisepaß,
Und sagte ihm, ich weiß nicht alles was.
9.Am sechzehnten Tage der Jobsischen HegireKam er Nachmittags zwischen drei und viereBei einem an der Thür sitzenden alten MannHungrig und durstig in ’nem Dorfe an.
9.
Am sechzehnten Tage der Jobsischen HegireKam er Nachmittags zwischen drei und viereBei einem an der Thür sitzenden alten MannHungrig und durstig in ’nem Dorfe an.
Am sechzehnten Tage der Jobsischen Hegire
Kam er Nachmittags zwischen drei und viere
Bei einem an der Thür sitzenden alten Mann
Hungrig und durstig in ’nem Dorfe an.
10.Der hat ihn sehr treuherzig invitired,Ihn zu seiner Gattin ins Häuslein geführet,Und diese machte freundlich alsbaldZu seiner Erquickung einige Anstalt.
10.
Der hat ihn sehr treuherzig invitired,Ihn zu seiner Gattin ins Häuslein geführet,Und diese machte freundlich alsbaldZu seiner Erquickung einige Anstalt.
Der hat ihn sehr treuherzig invitired,
Ihn zu seiner Gattin ins Häuslein geführet,
Und diese machte freundlich alsbald
Zu seiner Erquickung einige Anstalt.
11.Er bekam Milchsuppe, Brod und gekochte Eier,Erzählte mittlerweile seine Abenteuer,Und sowol der Mann als seine FrauHorchten drauf, was er erzählte, genau.
11.
Er bekam Milchsuppe, Brod und gekochte Eier,Erzählte mittlerweile seine Abenteuer,Und sowol der Mann als seine FrauHorchten drauf, was er erzählte, genau.
Er bekam Milchsuppe, Brod und gekochte Eier,
Erzählte mittlerweile seine Abenteuer,
Und sowol der Mann als seine Frau
Horchten drauf, was er erzählte, genau.
12.Beide waren schon grau von Haaren,Hatten selbst manches Ungemach erfahrenUnd lebten höchst einförmig und knappVon dem, was ihre kleine Hufe gab.
12.
Beide waren schon grau von Haaren,Hatten selbst manches Ungemach erfahrenUnd lebten höchst einförmig und knappVon dem, was ihre kleine Hufe gab.
Beide waren schon grau von Haaren,
Hatten selbst manches Ungemach erfahren
Und lebten höchst einförmig und knapp
Von dem, was ihre kleine Hufe gab.
13.Doch baten sie ihren Gast, sich zu bequemen,Auch das Nachtquartier bei ihnen zu nehmen,Und daß eine sammetweiche MoosstreuIhm in ihrer Hütte schon zu Dienste sei.
13.
Doch baten sie ihren Gast, sich zu bequemen,Auch das Nachtquartier bei ihnen zu nehmen,Und daß eine sammetweiche MoosstreuIhm in ihrer Hütte schon zu Dienste sei.
Doch baten sie ihren Gast, sich zu bequemen,
Auch das Nachtquartier bei ihnen zu nehmen,
Und daß eine sammetweiche Moosstreu
Ihm in ihrer Hütte schon zu Dienste sei.
14.Dies hat er ihnen dann auch zugesaget,Weil ihm ihr Betragen außerordentlich behaget;Ja, es kam ihm natürlich vor, es sei diesEin Paar, wie weilend Philemon und Baucis.
14.
Dies hat er ihnen dann auch zugesaget,Weil ihm ihr Betragen außerordentlich behaget;Ja, es kam ihm natürlich vor, es sei diesEin Paar, wie weilend Philemon und Baucis.
Dies hat er ihnen dann auch zugesaget,
Weil ihm ihr Betragen außerordentlich behaget;
Ja, es kam ihm natürlich vor, es sei dies
Ein Paar, wie weilend Philemon und Baucis.
15.Der fromme Greis mit seinem guten WeibeErzählten ihrem Gaste zum ZeitvertreibeManches aus alter und neuerer Zeit,Auch sprach man von des Dorfes Gelegenheit.
15.
Der fromme Greis mit seinem guten WeibeErzählten ihrem Gaste zum ZeitvertreibeManches aus alter und neuerer Zeit,Auch sprach man von des Dorfes Gelegenheit.
Der fromme Greis mit seinem guten Weibe
Erzählten ihrem Gaste zum Zeitvertreibe
Manches aus alter und neuerer Zeit,
Auch sprach man von des Dorfes Gelegenheit.
16.Besonders vom Schloß Schönhain, das man in der NäheZwischen dem Lindengebüsch auf’m Hügel dort sähe,Und daß allda der vorige SchössermannDen Bauern viel Herzeleid angethan.
16.
Besonders vom Schloß Schönhain, das man in der NäheZwischen dem Lindengebüsch auf’m Hügel dort sähe,Und daß allda der vorige SchössermannDen Bauern viel Herzeleid angethan.
Besonders vom Schloß Schönhain, das man in der Nähe
Zwischen dem Lindengebüsch auf’m Hügel dort sähe,
Und daß allda der vorige Schössermann
Den Bauern viel Herzeleid angethan.
17.Aber der jetzige Herr AmtsschösserSei kein solcher Schinder noch Bauernfresser;Sondern, grade als wenn man Seinesgleichen sei,Könne jeder Bauer mit ihm sprechen frei.
17.
Aber der jetzige Herr AmtsschösserSei kein solcher Schinder noch Bauernfresser;Sondern, grade als wenn man Seinesgleichen sei,Könne jeder Bauer mit ihm sprechen frei.
Aber der jetzige Herr Amtsschösser
Sei kein solcher Schinder noch Bauernfresser;
Sondern, grade als wenn man Seinesgleichen sei,
Könne jeder Bauer mit ihm sprechen frei.
18.Als Herr Jobs nach dem Gutsbesitzer gefraget,Haben die alten Leutchen ihm zur Antwort gesaget,Eine Dame von gar vortrefflichem SinnSeie davon die Besitzerin.
18.
Als Herr Jobs nach dem Gutsbesitzer gefraget,Haben die alten Leutchen ihm zur Antwort gesaget,Eine Dame von gar vortrefflichem SinnSeie davon die Besitzerin.
Als Herr Jobs nach dem Gutsbesitzer gefraget,
Haben die alten Leutchen ihm zur Antwort gesaget,
Eine Dame von gar vortrefflichem Sinn
Seie davon die Besitzerin.
19.Sie erzählten zu ihrem Ruhme und LobeManche preiswürdige schöne Probe,Versicherten ihm dabei zugleich,Man halte sie für unermeßlich reich.
19.
Sie erzählten zu ihrem Ruhme und LobeManche preiswürdige schöne Probe,Versicherten ihm dabei zugleich,Man halte sie für unermeßlich reich.
Sie erzählten zu ihrem Ruhme und Lobe
Manche preiswürdige schöne Probe,
Versicherten ihm dabei zugleich,
Man halte sie für unermeßlich reich.
20.Aber leider sei sie schon lange kränklichUnd ihr Zustand werde täglich mehr bedenklich,Und schon habe man ein Vorgeschäft gesehn,Daß sie bald würde von hinnen gehn.
20.
Aber leider sei sie schon lange kränklichUnd ihr Zustand werde täglich mehr bedenklich,Und schon habe man ein Vorgeschäft gesehn,Daß sie bald würde von hinnen gehn.
Aber leider sei sie schon lange kränklich
Und ihr Zustand werde täglich mehr bedenklich,
Und schon habe man ein Vorgeschäft gesehn,
Daß sie bald würde von hinnen gehn.
21.Herr Jobs spürte die herzlichste TheilnahmeAn dem Schicksale dieser so würdigen DameUnd nahm sich alsbald fest für,Morgen einen Besuch zu machen bei ihr.
21.
Herr Jobs spürte die herzlichste TheilnahmeAn dem Schicksale dieser so würdigen DameUnd nahm sich alsbald fest für,Morgen einen Besuch zu machen bei ihr.
Herr Jobs spürte die herzlichste Theilnahme
An dem Schicksale dieser so würdigen Dame
Und nahm sich alsbald fest für,
Morgen einen Besuch zu machen bei ihr.