Siebzehntes Kapitel.

Siebzehntes Kapitel.

Der Augenblick war kritisch. Er harrte seines Helden, und dieser kam. Die Pelze, mit denen der von allen vergessene Diakon Achilla bedeckt war, gerieten in Bewegung, sie fielen zu Boden, und er selbst, barfuß, im kurzen und engen Soldatenhemd, stürzte auf das Wesen los, das man noch jüngst für den Teufel gehalten hatte, und begann es heftig zu schütteln.

»Zieh dich aus!« kommandierte er, »zieh dich aus und zeige, wer du bist, oder ich reiße dir das alles samt deinem eigenen Fell vom Leibe!«

Ein kurzer Moment – und der Teufel war verschwunden. An seiner Statt zeigte sich den erstaunten Augen des Diakons der frosterstarrte Kleinbürger Danilka.

Achilla riß ihn ans Fenster, steckte den Kopf durch die zerbrochene Scheibe hinaus und rief:

»Ruhe, ihr Schafsköpfe! Das ist Danilka, der sich als Teufel verkleidet hatte! Schaut her!«

Und der Diakon hob den blaugefrorenen Danilka in die Höhe und warf zu gleicher Zeit seine Teufelsausrüstung Stück für Stück auf die Straße hinab:

»Da habt ihr seine Klauen! Und seine Hörner! Und den übrigen Kram! Und jetzt paßt auf: ich will ihn verhören.«

Und der Diakon drehte den Danilka so herum, daß dieser ihm ins Gesicht sehen mußte, und fragte ihn mit ungeheuchelter Freundlichkeit:

»Warum hast du dich so scheußlich verkleidet, du Narr?«

»Vor Hunger,« flüsterte der Kleinbürger.

Achilla rief es dem Volke zu und fuhr dann mit seiner gewaltigen Donnerstimme fort:

»Und jetzt, ihr braven Christenleute, begebt euch nach Hause, denn wenn die hohe Obrigkeit wieder Mut faßt, läßt sie – was Gott verhüten möge – gleich schießen.«

Lachend ging das Volk auseinander.


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