II.
Wir haben es also jetzt mit der Arbeit einer späteren Zeit zu thun. Es liegt in dem ganzen Charakter derselben begründet, dass wir mit ihren Erzeugnissen mehr auf das Gebiet der Vermutungen als der sicheren Ergebnisse gestellt sind. Denn dieselben haben es meist nicht mit der Gegenwart, sondern mit der Zukunft, und zwar alle mit derselben Zukunft, nämlich mit „jenem Tage“, zu thun. Sie sind daher meist zu wenig zeitgeschichtlich bestimmt, als dass man für die Frage nach ihrer Herkunft unumstösslich festen Boden gewinnen könnte.
Das gilt auch von den nichtjesajanischen Stücken unseres Buches. Es wäre vergebliche Mühe, wenn man aus den einzelnen Stücken Schlüsse auf Verfasser und Herkunft ziehenwollte. Ebenso würde es zu nichts führen, wenn man, wie wir es bei den jesajanischen Stücken unseres Buches gethan haben, die Frage aufwerfen wollte, ob die einzelnen Stücke resp. welche unter einander in Zusammenhang stehen. Sie behandeln alle das eine Thema: die goldene Zukunft, und dieses würde sie unter einander ebenso sehr und ebenso wenig verbinden, wie sie selbst in sich dadurch verbunden sind. Ob man z. B. c. 29,16–24 mit c. 30,18–26 zu einem Stück vereint oder jedes der beiden in zwei oder mehr Stücke teilt, macht für ihren Inhalt und Gedankengang nichts aus.
Um daher für die nichtjesajanischen Stücke unseres Buches bezüglich ihrer Herkunft und Zeitansetzung zu einem einigermassen sicheren Ergebnisse zu gelangen, müssen wir einen anderen Weg der Untersuchung einschlagen.
Wir werden zunächst das Verhältnis dieser Stücke zu den jesajanischen Partieen ins Auge fassen. Es wird festzustellen sein, welche unter ihnen sich als unmittelbare und beabsichtigte Fortsetzungen jesajanischer Partieen geben, und welche etwa selbstständig daneben stehen.
Sodann haben wir zu untersuchen, ob sie unter einander auf denselben oder mehrere Verfasser schliessen lassen. Dann erst können wir nach Anzeichen einer genaueren Zeitbestimmung fragen.
Endlich wird dann aus den gewonnenen Resultaten eine Uebersicht über Zweck, Art und Zeit der Zusammenstellung unseres Buches zu geben sein.
Es wird sich zeigen, dass wir auf diesem Wege zu einem annähernd sicheren Resultate über die Entstehungsgeschichte unseres Buches werden gelangen können.
Das erste Stück, mit welchem wir es zu thun haben, ist c. 28,5 f. Dieses ist ganz deutlich zum Zwecke der Fortsetzung von v. 1–4 komponiert. Das zeigt erstens die Anknüpfung an das Vorhergehende durch die Worte: ביום ההוא und zweitens die Wahl der Bilder und Ausdrücke,die aus dem Vorhergehenden genommen sind. Die Bilder, die Jesaia vorher von Samaria und dessen trunkenen Grossen gebraucht hat, werden hier in geschmackloser Nachahmung auf Jahwe angewendet vgl. v. 5 mit v. 1 und 3.
Ob wir in c. 29,5 ff. eine einfache Fortsetzung des jesajanischen Stückes v. 1–4 oder eine Umarbeitung einer ursprünglich jesajanischen Fortsetzung haben, ist nicht mehr sicher zu entscheiden. v. 4b ist spätere Parallele zu 4a, v. 8 zu v. 7, und zu dem Stücke v. 1–4 fehlt der Schluss. Jedenfalls ist klar, dass v. 5–8 kein selbstständiges Stück für sich bildet, sondern entweder als Fortsetzung oder als Umarbeitung von einem späteren an v. 1–4a angeschlossen ist.
Aehnlich ist es mit c. 31,5 ff. Der Anschluss an v. 1–4 ist dadurch hergestellt, dass der Verfasser neben das Bild vom knurrenden Löwen das andere von den flatternden Vögeln gestellt hat, das ihm als Bild des Schutzes jedenfalls geeigneter erscheinen musste.
Ob er im Folgenden jesajanische Ueberreste mit benutzt hat, lässt sich hier noch weniger feststellen, da sich kein Vers mehr als ursprünglich jesajanisches Gut zu erkennen giebt; nur ist wahrscheinlich, dass v. 4 einst eine erläuternde Fortsetzung gehabt hat, und möglich, dass die Hand des Späteren schon in v. 4b verbessernd eingegriffen hat, da das ירד nicht ganz der ersten Hälfte der Vergleichung entspricht. Aber dass v. 5–8 jetzt wirklich die Fortsetzung Von v. 1–4 bilden sollen und dazu hergestellt sind, geht auch sonst aus seinem Inhalt und den gebrauchten Ausdrücken deutlich hervor. v. 6 weist mit seinem Inhalte auf v. 1b, in seiner Form העמיקי auf c. 29,15. Besonders deutlich ist v. 8 eine Nachbildung von v. 3. Dem אדם ולא אל in v. 3 steht gegenüber das לא איש בחרב in v. 8; dem בשר ולא רוח in v. 3 das חרב לא אדם in v. 8. Dass diese Nachbildung des Ausdruckes mit ihrem doppelten חרב und ihrer wunderbaren Vorstellung sehr glücklich wäre, kann man nicht behaupten. Um so deutlicher zeigt sich aber geradedarin die Nachbildung. Hinzuweisen ist auch noch auf das אור v. 9, bei dem man mit Recht an das אריאל c. 29 denkt.
Auch c. 32,15–20 giebt sich als direkte Fortsetzung von v. 9–14. Die Worte עד יערה עלינו רוח ממרום knüpfen mit ihrem עד unmittelbar an das עד עולם in v. 14 an. Dass diese inhaltlich scheinbar unmögliche Verbindung nur von einem Solchen vollzogen werden konnte, dem die eschatologischen Ideen der späteren Zeit dogmatisch feststanden, ist schon im ersten Teile gezeigt worden. Aber Inhalt und Form zeigen auch deutlich, dass auch diese Verse überhaupt erst als Fortsetzung von v. 9–14 entstanden sind. In v. 9–14 wird zuerst die Verwüstung der Gärten und Fruchtgefilde, und dann die Zertrümmerung der menschlichen Wohnungen gedroht; in v. 15–20 wird zuerst verheissen, dass die Wüste zum Fruchtgefild werden soll und dann werden den Menschen sichere Wohnungen in Aussicht gestellt. Zur Entlehnung der Ausdrücke ist vor allem v. 9 f. mit v. 18b zu vergleichen. Die Prädikate der Frauen Jerusalems שאננות und בטחות werden hier auf die Wohnungen übertragen. Vgl. auch v. 17 am Schluss.
In c. 29,9 f. musste es für die Späteren unverständlich sein, was unter dem dort verkündeten Verstockungsgerichte gemeint sei. Der Verfasser von v. 11 f. hat eine Erklärung von v. 9 f. im Sinne der späteren Zeit gegeben. Er sieht darin, dass seinen Zeitgenossen „das Gesicht von dem allen“, d. h. die dem Jesaia gewordenen Offenbarungen wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheint, eine Erfüllung der Weissagung v. 10, und es ist offenbar seine Absicht, durch seine Zusätze den Schleier des Verständnisses zu lüften. Der Anschluss der Verse an die vorhergehenden durch ותהי und die Beziehung von חזות כל auf das Vorangegangene zeigen, dass die Verse keine selbstständige Bedeutung haben können und wollen.
An das kurze Stück c. 29,15 schliesst sich eine längere Auseinandersetzung über eschatologische Dinge an. Der Ausruf: הפככם geht unmittelbar auf die in v. 15 getadelteFrage zurück und steht inhaltlich schon mit v. 14 in Zusammenhang. Der Verfasser fasst die Frage in v. 15 als Verzweiflungsfrage der Elenden seines Volkes auf, und giebt deshalb trostreichen Aufschluss. v. 18, ähnlich wie v. 11 f., geht auf die Worte: והיה במחשך מעשיהם in v. 15 zurück. Zu v. 24 vgl. c. 28,9 f., zu v. 17 c. 32,15. Diese beständige Bezugnahme auf seine Umgebung beweist, dass auch dieses Stück kein selbstständiges Produkt eines andern Autors, sondern erst zum Zwecke der Erläuterung und Fortsetzung von v. 15 und den vorangegangenen Versen geschrieben ist.
Dasselbe gilt auch von dem Stücke c. 30,18–26. Durch ein ולכן ist es eng an das Vorhergehende angeschlossen. Und der, welcher es angeschlossen hat, hat es auch geschrieben.Duhmmeint zwar, dass das „darum“ v. 18 so gänzlich unmöglich als Fortsetzung von v. 17 sei, dass man nur annehmen kann, der Ergänzer habe das Auge mehr auf seinen eigenen früheren Einsatz, als auf den Text des alten Propheten gerichtet gehabt. Man muss aber eben bedenken, dass derselbe auch v. 8–17 unter eschatologischem Gesichtspunkt angesehen hat. Für ihn ist das Volk, zu dem er redet, der in v. 17 genannte Rest. Die Drohung sieht er bereits erfüllt; und grade die Erfüllung derselben ist ihm ein Beweis, dass auch die Erfüllung der Verheissung nahe bevorsteht, dass Jahwe voll Ungeduld ist, seinem Volke Huld zu schenken v. 18.
Und nicht nur v. 18 schliesst sich an das Vorhergehende eng an, auch die übrigen Verse stehen damit in Verbindung. v. 20 stellt Jahwe als Lehrer seines Volkes hin, weil in v. 9 von der תורת יהוה die Rede gewesen ist. v. 21 weist auf den rechten Weg, von dem sie nach v. 11 abgewichen sind; v. 26b nimmt ganz das Bild von v. 13 f. wieder auf. Berg und Hügel in v. 25 sind aus v. 17b; der Tag des grossen Würgens, „wenn Türme fallen“ spielt auf v. 13 f. an.
Es bleiben nun noch vier Stücke übrig, die inhaltlich nicht in so reger Beziehung mit ihrer Umgebung stehen undin sich selbst einen mehr geschlossenen Zusammenhang bilden: c. 28,24–29, c. 30,27–33, c. 32,1–8, c. 33. Diese bedürfen deshalb noch einer besonderen Besprechung.
c. 28,23–29 enthält ein dem Landbau entnommenes Maschal mit einer besonderen, dem Volksliede nachgeahmten Einleitung. Schon um dieser Einleitung willen wird es von den Auslegern als besonderes Stück behandelt, das Jesaia erst bei der Zusammenstellung seines Buches an seine jetzige Stelle gesetzt habe. Dass es indessen nicht von Jesaia sein kann, ist oben bewiesen worden. Sein Inhalt ist rein tröstlicher Natur. Aber grade deswegen nimmt es zu seiner Umgebung bezw. zu den voraufgegangenen jesajanischen Stücken dieselbe Stellung ein, wie die besprochenen unjesajanischen Stücke zu den ihren. Es bringt gegenüber den vorangegangenen Drohungen die Verheissung, indem es zugleich durch seinen Inhalt die Drohung und Strafe erklärt. Dass das Maschal zu den voraufgegangenen Stücken wirklich auch in diese Beziehung gebracht sein will, geht deutlich aus v. 29 hervor. Dieser Vers ist das Gegenstück zu v. 22. In v. 22 heisst es:
כי כלה ונחרצה שמעתי מאת יהוה צבאות
In Vers 29 wird gesagt:
גם זאת מעם יהוה צבאות יצאה
Es ist klar, dass dieser Vers mit seinem גם זאת auf v. 22 zurückweist, dass er also auch erst um dieser Rückbeziehung willen geschrieben ist. Aber damit ist nicht gesagt, dass auch das Maschal erst um der vorangehenden Stücke willen gedichtet worden ist. Bestimmte Bezugnahmen auf das Vorhergehende in Inhalt und Form finden sich in demselben nicht. Wir werden es daher vorläufig als ein besonderes Stück zu betrachten haben. Die Frage, ob es nicht mit den anderen Stücken trotzdem denselben Verfasser haben könne, wird nachher erörtert werden.
Wir kommen zu c. 30,27–33. Auch dieses Stück ist eine besondere Weissagung, welche von dem Erscheinen Jahwes zum Entscheidungskampfe mit „Assur“ handelt. Siebeginnt ohne irgendwelche Anknüpfung an das auch selbst schon unjesajanische Stück v. 18–26 mit dem volltönenden Eingänge:
הנה שם יהוה בא
Das Stück ist aber auch in sofern selbstständig, als es keinerlei Anspielungen und Rückbeziehungen auf die jesajanischen Stücke unseres Buches enthält. Assur wird in denselben nicht einmal erwähnt.
Ohne Anschluss an ihre Umgebung nach vorwärts und rückwärts ist auch die messianische Weissagung c. 32,1–8; auch sie setzt völlig neu ein mit ihrem הן v. 1. Andrerseits ist aber doch hervorzuheben, dass sich in diesem Abschnitte manche Anklänge an jesajanische Stellen unseres Buches finden, die wie Rückbeziehungen und Nachahmungen aussehen, v. 2b erinnert an c. 28,12, v. 3a an c. 29,9 f. 30,10; die Stammler in v. 4 an c. 28,7 ff., 30,10. 2.
Diese Beziehungen sind ja freilich für sich genommen keine zwingenden Beweise dafür, dass das Stück c. 32,1–8 der Herstellung unserer Sammlung seine Entstehung zu verdanken hat; wir werden aber nachher sehen, dass noch andere Gründe stark für diese Annahme sprechen.
c. 33 ist wieder ein für sich selbstständiges Stück. Es ahmt zwar mit seinem הוי in v. 1 den jesajanischen Stücken nach; es schliesst sich aber weder unmittelbar an jesajanische Partieen an, noch ist in seinem Inhalt und seiner Form etwas zu entdecken, was sonst auf dieselben hinwiese und als Erklärung oder Berichtigung derselben aufgefasst werden könnte.
Wir kommen jetzt zur Besprechung des Verhältnisses der unjesajanischen Stücke zu einander. Hierbei ist eigentlich schon im Voraus anzunehmen, dass die Fortsetzungen und Ergänzungen der zusammmengehörigen jesajanischen Partieen von demselben Verfasser herrühren. Denn die Herstellung unseres Buches durch Entnahme jesajanischer Stücke aus einem grösseren Zusammenhange kann nur das Werk eines Mannes sein. Höchstens können spätere Leser hierund da Worte oder Sätze in den Zusammenhang eingeschoben, oder sich schon in dem dem Verfasser vorgelegenen jesajanischen Buche fremde Bestandteile befunden haben. Auf diese letztere Möglichkeit werden wir später noch zurückkommen. Für die meisten dieser Fortsetzungen und Ergänzungen lassen sich aber auch litterar-kritische Gründe aufweisen, die die Herleitung von ein und demselben Verfasser empfehlen.
Hierfür kommt vor allem in Betracht die Gleichartigkeit der schriftstellerischen Form, in der die Stücke hergestellt sind. Alle sind gleichmässig eng und doch sehr äusserlich mit den jesajanischen Stücken verbunden, vgl. das ויהי c. 29,4 und 11; das ולכן c. 30,18; das הפככם c. 29,16; die Gegenüberstellung der verschiedenen Bilder c. 31. Alle Stücke entlehnen bei ihrer Bezugnahme auf die jesajanischen Partieen gleichmässig in ziemlich äusserlicher und wenig geschickter Weise Bilder und Ausdrücke aus denselben, wie oben gezeigt worden ist. Aber auch sonst zeigen diese Stücke unter einander manche Aehnlichkeiten. Das tritt namentlich in den beiden längsten von ihnen, c. 29,16–24 und c. 30,18–26, hervor. Die Anlage von c. 30,18 ff. ist der von c. 29,16 ff. ziemlich ähnlich. Zuerst heisst es c. 30,18, dass Jahwe voll Ungeduld wartet, seine Huld zu offenbaren. Das entspricht dem הלא עוד מעט מזער in c. 29,17. Die Not, von der c. 30,18 redet, ist in c. 29,22 ff. geschildert. c. 30,20 entspricht inhaltlich c. 29,24. Dort ist gesagt, dass die Juden ihren „Lehrer“ Jahwe sehen sollen (es heisst nicht: auf ihn sehen sollen); hier werden sie „die Lehre lernen“; aus Finsternis heraus werden die Augen der Blinden sehen v. 18.
Auch die in beiden Stücken vorausgesetzte Situation scheint dieselbe zu sein. c. 30,20 ist von Brot der Not und Wasser der Drangsal die Rede; das scheint auf erlittene Drangsalierungen und vielleicht sogar Belagerung zu deuten vgl. auch v. 26. Aehnlich ist 29,16 ff. 22 b wohl von äusseren Feinden die Rede, vor denen „Jakob erbleicht“, besonders aber c. 28,6 f., wo gesagt ist, dass Jahwe denen zur Heldenkraft werden soll, „die den Kampf zum Thor zurücktreiben“, vgl. auch 29,8. Endlich ist auch allen diesen Stücken die Stimmung gemeinsam, dass das Volk, zu dem sie reden, die Offenbarungen seiner Apokalyptiker nicht mehr recht glauben will, dass es blind und taub ist (c. 29,81 f., 18, 24. c. 30,20 f.), murrt c. 29,24 und sich unverständig zeigt c. 29,16. Deshalb geben sich auch alle diese Stücke die möglichste Mühe, die Notwendigkeit und Möglichkeit eines baldigen Umschwunges der Dinge zu beweisen c. 29,8. 11 f. 16 f. c. 30,18 f. vgl. auch c. 28,23–29. c. 32,6 f.
Aus allen diesen Gründen zusammen mit der oben hervorgehobenen inneren Wahrscheinlichkeit wird man das Recht haben, alle Fortsetzungen und Ergänzungen der zusammengehörigen jesajanischen Stücke von demselben Verfasser herzuleiten.
Von demselben Verfasser scheint mir auch der Zusatz von c. 28,1–4 herzurühren. Wir haben schon gesehen, dass c. 28,1–4 mit v. 7 ff. schriftstellerisch verbunden ist. Es gehört also jetzt eng zu den zusammengehörigen jesajanischen Stücken unseres Buches. Die Art seines Anschlusses an das jesajanische Stück sowie der Benutzung des darin gebrauchten Bildes und die in v. 7 vorausgesetzte Situation einer Bedrängung resp. Belagerung Jerusalems sind der Art und Stimmung der anderen Stücke ziemlich ähnlich.
Anders ist es mit dem Zusatz zu c. 32,9–14. Zwar ist auch hier die Form des Anschlusses an das jesajanische Stück (durch עד יערה) der der übrigen Stücke völlig analog, und auch die oben besprochene Art der Benutzung von Ausdruck und Inhalt desselben entsprechend. Aber doch hat man den Eindruck, dass c. 32,15–20 nach Form und Inhalt andersartig ist als die übrigen Zusätze. Das Stück ist in seiner ganzen Stimmung nicht so darauf angelegt, den Lesern in tröstlicher und lehrhafter Weise die Gewissheit und den baldigen Eintritt des grossen Umschwunges der Dinge ans Herz zu legen, als dass es vielmehr kompilatorisch undapodiktisch eine Aussage des eschatologischen Dogmas an die andere reiht. Von der Ausgiessung des Geistes, die der Verfasser als bekanntes Dogma einführt, ist nur hier die Rede, obwohl z. B. c. 30,18 ff. und c. 29,18 Gelegenheit geboten hätten, davon zu reden. Sämmtliche Aussagen in v. 15–20 klingen wie Anspielungen und Nachahmungen aus den vorhergehenden Zusätzen. v. 17 setzt deutlich c. 32,1 voraus; v. 18 lehnt sich im Ausdrucke an 32,9 und 30,15 an; v. 20 ist zusammenfassende Nachahmung von c. 30,23–25; v. 15b ist etwas veränderte Wiederholung von c. 29,17. Nun könnte man ja grade aus diesen Anklängen auf denselben Verfasser schliessen; aber die Art und Weise, wie z. B. c. 29,17 in v. 15b wiederholt wird, macht doch wahrscheinlich, dass ein anderer diese Wiederholung vollzogen hat, denn der Sinn in c. 29,17 ist ein völlig anderer als in c. 32,15. Dort ist die völlige Umwandlung der Natur gemeint: der Libanon soll zum Fruchtgefilde, und dieses zum Waldgebirge werden. Hier dagegen soll die einstige Fruchtbarkeit des ganzen Landes in Aussicht gestellt werden: die Wüste soll Fruchtgarten, und dieser Wald werden. Es kommt dadurch natürlich eine etwas verunglückte Klimax heraus, aber das macht gerade um so wahrscheinlicher, dass v. 15b Nachahmung von c. 29,17 ist (Stade), als umgekehrt (Duhm).
Mit c. 32,15–20 steht nun c. 33 im engen Zusammenhange. Das hebt auchDillmannhervor, der wegen der Anklänge von c. 33,5 f. 16 an c. 32,15 f. 18 annimmt, dass derselbe Schriftsteller, der c. 33 überarbeitet hat, auch c. 32,9–20 einer Schlussredaktion unterzogen habe. Für uns geht aus diesen Anklängen nicht die Annahme einer Schlussredaktion, sondern die der Zusammengehörigkeit beider Stücke hervor. Denn mit Jesaia haben c. 32,15 ff. und c. 33 nichts zu thun. c. 33,16 f. erinnert zwar auch stark an 30,20 undDuhmglaubt deshalb, in beiden Stücken dieselbe Hand sehen zu müssen, „v. 17 ff. haben wie c. 29,16 ff. die Tendenz, die Gesetzestreuen zu trösten und zum Ausharren anzufeuern, man erkennt, warum das Büchlein c. 28–33 zusammengestelltist, nicht aus blossem Sammeleifer, um den prophetischen Kanon zu kompletieren, sondern aus demselben Grunde, aus dem das Buch Daniel geschrieben wurde.“[23]Aber eben diese Tendenz war damals für jeden Apokalyptiker die gleiche und lässt deshalb keinen Schluss auf Identität der Verfasser zu; die Art aber, in der hier diese Tendenz vorgetragen wird, ist nicht ganz so lehrhaft wie in c. 29 und 30; und wenn wir in c. 32,15 ff. einen anderen Verfasser erkannt zu haben glauben wie in c. 29 f., so wird dies auch von c. 33 zu gelten haben, das sich mit c. 32,15 ff. berührt.
Ist unsere Annahme richtig, so kämen wir auch von der Betrachtung der nichtjesajanischen Stücke aus zu dem Schlusse, dass c. 32,9 bis c. 33,24 ursprünglich nicht zu dem Buche c. 28 ff. gehört haben, sondern erst später als Nachträge an dasselbe angeschlossen worden sind. Und zwar werden wir zwei solcher Nachträge anzunehmen haben: c. 32,9–20 und c. 33. Denn einmal setzt c. 33 neu ein und ist in seinem Anfange eine äusserliche Nachbildung des „Wehe“-Buches c. 28 ff., und dann erklären sich so auch die angeführten Beziehungen zwischen ihm und c. 32,15 ff. am besten.
Betrachten wir nun noch die drei noch übrigen nichtjesajanischen Stücke unseres Buches. Den Abschluss desselben bildet die messianische Weissagung in c. 32,1–8.Duhmwill dieses Stück mit c. 2,2–4 und c. 11,1–8 in ursprünglichen Zusammenhang bringen. Da auch diese Stücke uns nicht als jesajanisch gelten[24], so wäre das auch für uns möglich. Aber gerade der Umstand, denDuhmals ein starkes Hindernis für nachexilische Ansetzung geltend macht, dass nämlich ein nachexilischer Dichter nicht so trocken von dem Messias hätte sprechen können, wie c. 32,1 ff. thut, macht es doch unmöglich, das Stück mit c. 11,1 ff. von demselben Verfasser abzuleiten, der in c. 11,1 ff. so begeistert und poetisch redet. Vielmehr passt gerade die trockene undlehrhafte Art unseres Stückes ausgezeichnet zu den übrigen nichtjesajanischen Partieen unseres Buches, und da, wie wir gesehen haben, unser Stück namentlich in v. 3–5 beständig auf die vorhergehenden Partieen Bezug nimmt, so ist es höchst wahrscheinlich, dass der Zusammensteller unseres Buches das Stück selbst als Abschluss desselben gedichtet hat. Der messianische Anfang und die Aehnlichkeit im Versbau mit c. 11,1 ff. erklärt sich vielleicht daraus, dass der Verfasser das mit c. 11,1 ff. schliessende Buch gekannt hat und seinem Buche einen ähnlichen Abschluss geben wollte.
Wegen seines lehrhaften Charakters ist man nun auch berechtigt, das Maschal in c. 28,23–29 dem Hersteller unseres Buches zuzuschreiben. Wir haben gesehen, dass es durch v. 29 eng als Erklärung und Ergänzung der jesajanischen Partieen in c. 28,7–22 vom Verfasser des Buches an das Vorhergehende angeschlossen ist, dass sich aber aus dem Text keine Anknüpfungspunkte dafür ergeben, dass es erst zu diesem Zwecke gedichtet sei. Aber sein lehrhafter Inhalt und die trockene, lehrhafte Form, in welcher derselbe vorgetragen wird (namentlich v. 23. 25. 28) passt vorzüglich zu der sonstigen Art unseres Verfassers, namentlich auch zu c. 32,7 f. Sodann spricht ein Umstand dafür, dass das Maschal in unserm Zusammenhange seine ursprüngliche Stelle hat, nämlich der, dass es keine selbstständige Nutzanwendung hat und wahrscheinlich nach seinem ganzen Bau niemals gehabt hat, dass es also auf einen derartigen Zusammenhang, wie den unsern, angewiesen ist. Endlich könnte man auf den Vergleich von v. 25 mit 29,17 hinweisen. In beiden Fällen wird in schulmässig lehrhafter Weise mit dem Fragewort הלא eine argumentatio e concessis eingeführt. Auch erinnert das לא לנעה in v. 28 dem Sinne nach an das עוד מעט מזער c. 29,17 und an das בכו לא תבכה c. 30,19: du sollst nicht immerfort weinen.
Es bleibt nun nur noch c. 30,27–33 übrig. Dieses Stück ist in sich vollkommen selbstständig und hat zu den jesajanischen Partieen unseres Buches gar keine innere undäussere Beziehungen. Es unterscheidet sich aber auch in Form und Inhalt vollständig von den nichtjesajanischen Stücken desselben. Statt der lehrhaften Auseinandersetzungen haben wir hier schwülstige Schilderungen und groteske Bilder. Es ist schon deshalb kaum anzunehmen, dass es von demselben Verfasser herrührt wie die anderen Stücke. Zudem folgt es auf ein nichtjesajanisches Stück, und man dürfte wohl annehmen, dass der Verfasser seine eigene Fortsetzung mit dem Vorhergehenden in etwas engere Beziehung gesetzt haben würde. Auch inhaltlich unterscheidet sich das Stück von den anderen nichtjesajanischen Stücken. Während es in den vorhergehenden Stücken darauf ankam, das Volk über sein Unglück zu belehren und auf das baldige Eintreten der goldenen Zukunft zu vertrösten, wird hier ein Schlachtlied wider „Assur“ angestimmt. Nur c. 31,8 f. hat ähnlichen Inhalt. Es ist aber auch ganz deutlich, dass diese beiden Verse von unserm Stücke abhängen und auf dasselbe Bezug nehmen. Denn Assur wird in c. 31,8 als bekannt eingeführt, der Fels erinnert an c. 30,29b; endlich das Feuer und der Backofen in Jerusalem v. 9b ist eine Anspielung auf c. 30,33, wonach das feindliche Heer auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden soll. c. 31,8 f. ist nun ohne Zweifel vom Hersteller des Buches als Fortsetzung und Ergänzung von v. 1–4 verfasst (v. 8 ist Nachbildung von v. 3). Das beweist nun aber eher gegen als für die Identität des Verfassers von c. 30,27 ff. und c. 31,8 f. Denn es ist nicht anzunehmen, dass der Verfasser sich selbst so ausgeschrieben und auf seine eigene Dichtung als auf den „Spruch Jahwes“ hingewiesen haben sollte, wie v. 8 f. thun. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Hersteller des Buches das Stück c. 30,27–33 für jesajanisch gehalten und darum in seine Sammlung aufgenommen hat.
Der Sammler hat nun das Stück entweder schon in dem grösseren Zusammenhange, aus dem er seine jesajanischen Stücke entnommen hat, vorgefunden, oder er hat es, wie c. 28,1–4 als ein besonderes Orakel besessen. Bei der letzteren Annahme lässt sich allerdings kein genügenderGrund entdecken, warum er das Stück dann in den jesajanischen Zusammenhang vor c. 31,1–4 eingeschoben hätte; es hätte auch nach c. 31 seinen guten Platz gehabt, während es an seiner jetzigen Stelle mit seiner Umgebung nach vorn und hinten ohne Zusammenhang steht. Daher werden wir wohl anzunehmen haben, dass der Sammler das Stück in dem von ihm benutzten geschichtlichen Zusammenhange schon vorgefunden hat. Diese Annahme bereitet auch gar keine Schwierigkeiten, wenn man bedenkt, wie z. B. in den geschichtlichen Anhängen des Jesaia-Buches, c. 36–39, auch nachträglich noch grössere Stücke, wie c. 38,10–20 eingeschoben werden konnten. Ja, wir werden a priori anzunehmen haben, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich die von Jesaia verfasste geschichtliche Darstellung bis zu der Zeit, in welcher der Verfasser unseres Buches schrieb, völlig rein von fremdem Gute gehalten haben sollte.
Ueberblicken wir jetzt noch einmal den Gang unserer Untersuchung über die nichtjesajanischen Stücke des Buches c. 28–33, so haben wir folgende Resultate gewonnen:
1) Diejenigen Stücke, welche sich als Fortsetzungen oder Ergänzungen der jesajanischen Partieen unseres Buches geben, rühren alle von demselben Verfasser her. Es sind dies folgende Abschnitte: c. 28,5 f. c. 29,4–8. c. 29,11 f. c. 29,16–24. c. 30,18–26. c. 31,4–8. Ausserdem gehören dem Hersteller unseres Buches wahrscheinlich noch an: das Maschal c. 28,23–29 und die messianische Weissagung c. 32,1–8.
2) c. 30,27–33 ist eine Weissagung über die Vernichtung Assurs von unbekannter Hand, die aber der Hersteller unseres Buches für jesajanisch gehalten und jedenfalls auch schon im Zusammenhange der jesajanischen Stücke vorgefunden hat.
3) c. 32,15–20 und c. 33 sind sammt dem dazu gehörigen jesajanischen Stücke spätere Nachtragungen und Ergänzungen, wahrscheinlich auch von anderer Hand.
Es käme nun noch darauf an, für die Abfassung der einzelnen Stücke eine genaue Zeitangabe zu ermitteln. Das ist nun aber bei ihrer Beschaffenheit ganz unmöglich. Denn die eschatologischen Weissagungen der nachexilischen Zeit schweben in der Luft, handeln von der Zukunft, ohne die Gegenwart zu berücksichtigen. Vollkommen ist dies freilich nicht möglich; aber der geschichtliche Hintergrund, den sie widerspiegeln, ist so allgemein, dass er auf Jahrhunderte, ja auf das ganze nachexilische Judentum passt. „Die jüdische Hoffnung hatte nicht den realistischen Charakter der alten Weissagung. Keine Brücke leitete von der Gegenwart hinüber in die Zukunft, das Reich Davids sollte plötzlich durch das Eingreifen eines deus ex machina in die Welt gesetzt werden. Die Ereignisse der Zeit führten den Tag Jahwes nicht herbei, sondern waren nur Symptome, dass er nahe.“[25]
Der Charakter der Zeit, aus der diese Weissagungen stammen, spiegelt sich fast nur in der Stimmung wieder, die sie beseelt. Aber auch diese Stimmung war für das nachexilische Judentum nahezu immer dieselbe. Es klingt fast wie eine Charakterisierung unserer Stücke, wennWellhausen[26]darüber schreibt: „Die Stimmung, die wir bei den heimgekehrten Verbannten fanden, blieb permanent, weil der Widerspruch nicht aufhörte, dass das messianische Heil längst fällig war und doch nicht eintrat. Die Befreiung aus dem Exil hatte die bitter empfundene Fremdherrschaft doch nicht beseitigt. Nachdem das Gefängnis längst gewendet war, musste die Bitte: „Wende das Gefängnis!“ noch immer wiederholt werden. Sion war zwar wieder gebaut, doch im Drucke der Zeiten. Die Frömmigkeit war Traurigkeit; erst von der Zukunft wagte man zu hoffen, dass dann die Opfer dem Herrn gefallen würden.“
Wollen wir eine einigermassen sichere Zeitbestimmung für unsere Weissagungen finden, so müssen wir mehr dieTheologie und die Form derselben zu Rate ziehen; der allenfalls erkennbare zeitgeschichtliche Hintergrund kommt erst bestätigend in zweiter Linie in Betracht.
Wir haben daher vor allem das Verhältnis unserer Stücke mit anderen Erzeugnissen des alttestamentlichen Schrifttums ins Auge zu fassen. Da ist es nun von vornherein als bemerkenswerte Thatsache hinzustellen, dass unsere Stücke mit den Schriften der vorexilischen Periode weder in Form noch Inhalt in irgend einer Beziehung stehen, dass sie dagegen nach beiden Seiten das engste Verwandtschafts- und Abhängigkeitsverhältnis mit anerkannt nachexilischen Schriften aufweisen.
Im einzelnen ist ja darauf schon bei der Besprechung dieser Stücke im ersten Teile dieser Abhandlung eingegangen worden. Hier seien nur noch einmal die Berührungspunkte mit Deutero- und Trito-Jesaja zusammengestellt, die in unseren Stücken besonders stark hervortreten:
Vergleiche dazu: c. 29,16 mit 45,9. c. 29,18 mit 42,18. c. 29,29 mit 41,16. c. 30,26 mit 65,17. c. 32,6–8 mit 58,7–10. c. 32,20 mit 58,11. c. 33,3 mit 66,6. c. 33,5 mit 40,22. 66,1. c. 33,14 mit 66,24. c. 33,24 mit 60,21.
Bedeutsam tritt vor allem die Abhängigkeit des grösseren Stückes c. 29,16 ff. von Deuterojesaja hervor. Man wirdDuhm[27]beistimmen können, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Nachahmung des Deuterojesaja nach c. 29,16 ff. nicht ganz unbewusst geschehen sei, so dass die Möglichkeit vorliegt, dass der Verfasser den Deuterojesaja für jesajanisch gehalten habe. Mit Bestimmtheit lässt sich das freilich nicht sagen. Jedenfalls steht aber die Abhängigkeit fest. Ebenso lässt sich ein Abhängigkeits- und Verwandtschaftsverhältnis unserer Stücke mit den spätesten Psalmen und Propheten, wie Deutero-Sacharja und Joel, nachweisen, wie im ersten Teile gezeigt worden ist.Daraus geht hervor, dass wir mit der Zeitansetzung unserer Stücke bis ins zweite Jahrhundert hinabzugehen haben.
Auf diese Zeit passen nun auch die Anspielungen auf die Gegenwart, die sich in ihnen, namentlich in c. 33 finden. Aus ihnen hatDuhmwahrscheinlich gemacht, dass dieses Kapitel ungefähr aus dem Jahre 162 stammt[28]. Diese Zeitansetzung unserer Stücke in die erste Hälfte des zweiten Jahrhunderts findet nun auch aus c. 30,27 ff. und c. 31,7 f. eine weitere Bestätigung.
Diese beiden Stücke wenden sich gegen „Assur“. Was konnte aber ein nachexilischer Schriftsteller für ein Interesse daran haben, gegen das Assur Jesaias eine Drohweissagung zu schreiben, das es doch gar nicht mehr gab? Unter „Assur“ kann hier nur Syrien, das „Assur“ des zweiten Jahrhunderts, verstanden werden.
In diese vielbewegte Zeit der Seleuzidenherrschaft passen nun auch die in den anderen Stücken wahrgenommenen Andeutungen auf Kämpfe und Kriegsnöte. Dahin gehört „das Brot der Not und Wasser der Drangsal“ in c. 30,20, das „Erbleichen“ Jakobs in c. 29,22 und endlich auch c. 28,6b, wo gesagt wird, dass Jahwe denen zur Heldenkraft werden wird, „die den Kampf zum Thore zurücktreiben.“
Es ist demnach aus inneren und äusseren Gründen wahrscheinlich, dass wir als ungefähre Abfassungszeit der nichtjesajanischen Stücke unseres Buches die erste Hälfte des zweiten Jahrhunderts v. Chr. anzunehmen haben. Sollte die AnnahmeDuhms, dass c. 33 aus dem Jahre 162 stammt — was freilich nur eine Vermutung bleiben kann — richtig sein, so hätten wir damit den terminus ad quem der Fertigstellung des Buches c. 28–33 gewonnen. Denn c. 33 setzt, wie wir gesehen haben, das Vorhandensein des übrigen Buches bereits voraus und ist hinter c. 32,9–14 als zweiter Nachtrag an dasselbe angeschlossen worden. Das älteste unjesajanische Stück unseres Buches ist c. 30,27–33. Da es gegen „Assur“gerichtet ist, werden wir für seine Entstehung etwa das Jahr ±200 anzunehmen haben. Die Hauptmasse würde demnach etwa in die Mitte zwischen 200 und 162 fallen, also um das Jahr ±180. Bestimmtere Anhaltspunkte für die Zeitansetzung finden sich nicht.