Ficus Vogelii.

Tafel 30.Manihot Glaziovii.a) Junger Baum,1/80nat. Gr.b) Zweig mit Blüten,1/4nat. Gr.

Tafel 30.

a) Junger Baum,1/80nat. Gr.

b) Zweig mit Blüten,1/4nat. Gr.

Ficus Vogelii ist ein in ganz Westafrika von Senegambien bis an den Kongo vorkommender Baum mit starkem, stattlichem Stamm, mächtig breiter Krone und großen Blättern. Wegen seiner dichten, schattenspendenden Krone wird er von den Eingebornen gern auf Dorfplätzen angepflanzt. Vögel und Affen fressen seine haselnußgroßen, runden, grünen Früchte.

Der Saft der Ficus Vogelii liefert einen nicht gerade hervorragenden, aber doch gut verkäuflichen Kautschuk; er wird besonders gern mit besseren Sorten gemischt in den Handel gebracht. — In Kamerun hat man angefangen, den Baum in Kultur zu nehmen.

(Tafel 31).

Sie ist eine auch bei uns als Zierpflanze gehaltene und unter dem Namen Gummibaum allgemein bekannte Art der Gattung Ficus. Ihre Heimat ist Südostasien; dort wird sie kultiviert als die in jenen Gegenden beste Kautschukpflanze.

In Togo, Kamerun, Ostafrika und auf Neuguinea macht man in den Pflanzungen Versuche mit dem Anbau der Ficus elastica. Besonders aus Kamerun und Neu-Guinea lauten die Berichte über ihr Gedeihen recht günstig. Der Baum kommt dort selbst auf steinigem Boden und an steilen Abhängen gut fort. Die zahlreichen, fast horizontalen Äste des Baumes ermöglichen eine bequeme Anzapfung. Aus den Ästen wachsen Luftwurzeln und senken sich wieder in den Boden ein. Diese werden so mächtig, daß sie fast die Dicke des Stammes erreichen und wie dieser angezapft werden können. Ein einziger Ast der Ficus elastica lieferte bei einer Anzapfung in drei Tagen 114 gr trocknen Kautschuk.

Tafel 31.Gummibaum(Ficus elastica).a) Alter Stamm mit Tafelwurzeln.b) Säulenwurzel, einen Zweig stützend.c) Junger Baum,1/40nat. Gr.

Tafel 31.

a) Alter Stamm mit Tafelwurzeln.

b) Säulenwurzel, einen Zweig stützend.

c) Junger Baum,1/40nat. Gr.

Die Castilloa elastica ist ein Baumriese des mittel- und südamerikanischen Urwaldes. Sie gehört zur Familie der Moraceen, ist also mit den Feigen- und Maulbeerbäumen verwandt. Einzelne Exemplare des Baumes sollen bis 50 m hoch werden, seine durchschnittliche Höhe ist 20-30 m. Die ovalen, hellgrünen Blätter werden bis 30 cm lang und 18 cm breit. Eigentümlich ist, daß der Baum zweierlei Arten von Zweigen besitzt, von denen die einen, in der Jugend gebildeten, später abgeworfen werden.

Zahlreiche, langjährige Versuche in den verschiedensten Tropengegenden haben die Tatsache ergeben, daß die Castilloa mancherorts eine der sichersten und ergiebigsten Kautschukpflanzen ist. Man hat sie deshalb vielfach in Kultur genommen, zumal die wilden Bestände in Amerika durch den rücksichtslosen Raubbau, der beim Abzapfen des Saftes meist getrieben wird, sich schon jetzt bedenklich vermindern. Die bequemste Art der Kautschukgewinnung besteht nämlich auch hier darin, daß der Baum kurz über der Wurzel gefällt wird. Hierbei gewinnt der Sammler eine fünf mal so große Menge Saft als durch das schonende Anzapfen, das den Baum erhält und eine spätere regelmäßige Wiederholung des Anschneidens möglich macht.

Die größten Kulturen der Castilloa befinden sich in der Heimat des Baumes, in Mittel- und Südamerika. Aber auch nach Afrika und Asien, und so auch in die deutschen Kolonien hat man den Baum unter erheblichen Mühen und Unkosten verpflanzt. Am besten scheint er in dem feuchtwarmen Küstenklima von Kamerun, in Samoa und Neuguinea fortzukommen. In Kamerun haben die Kulturen unter einem Bohrkäfer sehr zu leiden, was für die ganzen Anpflanzungen verhängnisvoll wird. Auf Neuguinea lieferten dagegen die ersten Anzapfungen recht ermutigende Ergebnisse.

(Tafel 32).

Die Hevea ist ein in Brasilien heimischer (daher auch Hevea brasiliensis) hoher, schlanker Waldbaum mit dreigeteilten Blättern, rispenförmigen Blütenständen und großen, dreiklappigen Fruchtkapseln. Dieser Baum liefert den sogenannten Parakautschuk; er wird in größeren Mengen als irgend eine andere Kautschukart gewonnen und liefert den weitaus bedeutendsten Teil des gesamten Weltbedarfes. Auch seine Qualität ist ausgezeichnet. — Die Gewinnung ist eine ähnliche wie bei den oben angegebenen Arten. Der abgezapfte Saft gerinnt jedoch nicht von selber, wird vielmehr durch Räuchern verdickt und dann an der Sonne getrocknet.

Der Hevea-Baum verlangt ein heißes, feuchtes Klima. Wegen seines hohen Wertes hat man ihn nach anderen tropischen Gegenden zu verpflanzen gesucht, und es gibt heute in den Tropen Amerikas, Afrikas und Asien ausgedehnte Hevea-Pflanzungen. In Ceylon und Malakka sind z. B. in den letzten Jahren gegen fünf Millionen Hevea-Bäume angepflanzt worden, auf der malayischen Halbinsel 31/2Millionen.

Auch in unsern Kolonien ist der Baum in Kultur genommen; obgleich die Pflanzungen noch jung und erst wenige Bäume ertragreich sind, lassen sie doch schon jetzt günstige Resultate mit Sicherheit erhoffen. Besonders das Küstengebiet von Kamerun mit seinen vielen Flußarmen und feuchten Niederungen, ebenso Samoa und Neuguinea, auch die Flußtäler Ostafrikas bieten der Hevea günstige Wachstumsbedingungen, und ihr Anbau verspricht dort von großer Bedeutung zu werden.

Tafel 32.Hevea(Hevea brasiliensis).a) Blühender Zweig,2/5nat. Gr.b) Heveastämme, die Art der Anzapfung zeigend.

Tafel 32.

a) Blühender Zweig,2/5nat. Gr.

b) Heveastämme, die Art der Anzapfung zeigend.

Der Verbrauch an Kautschuk ist in den letzten Jahrzehnten in ganz ungeahnter Weise gestiegen durch den beispiellosen Aufschwung, den die Kautschukindustrie genommen hat. Es gibt heute kaum einen Zweig der Industrie, der nicht in irgend einer Form Kautschuk verwendet. „Der Kautschuk begleitet den Menschen tatsächlich von der Wiege bis zum Grabe. Schon der Säugling erblickt in dem Gummisauger den geschätzten Vermittler seines Gedeihens, behaglich streckt er sich auf seiner Gummiunterlage, fröhlich greift er bald zur Gummipuppe und später zum Spielball”. Nicht aufzuzählen sind die Gebrauch-, Sport- und Luxus-Gegenstände aus Kautschuk, die der Mensch im täglichen Leben verwendet. Es sei nur erinnert an Fahrräder und Automobile. Die Chirurgie, Orthopädie, Chemie, Elektrotechnik, Meteorologie, Luftschiffahrt, sie alle brauchen das Gummi in mannigfaltigster Weise.

Diese fast unbegrenzte Verwendbarkeit des Gummi ist erst erreicht worden durch die Entdeckung, daß der Kautschuk Schwefel in sich aufnehmen kann und durch diese Beimischung an Elastizität und Widerstandsfähigkeit gegen hohe Temperaturen bedeutend zunimmt. Man nennt dies Verfahren vulkanisieren. Wird Kautschuk mit wenig Schwefel versetzt und dann kurz, aber stark erhitzt, so entsteht „Weichgummi”, durch Zusatz einer größeren Schwefelmenge und darauf folgendes langandauerndes Erhitzen erhält man „Hartgummi”.

Es ist nur natürlich, daß mit dem gesteigerten Bedarf an Kautschuk auch die Gewinnung mit Riesenschritten vorwärtsgegangen ist. Als im Jahre 1840 der Kautschuk in die Industrie eingeführt wurde, betrug der Jahresverbrauch 400 Tonnen; heute beträgt er 61760 Tonnen im Werte von fast 400 Millionen Mark.

Die Erzeugung von Kautschuk verteilte sich auf die verschiedenen Ausfuhrländer im Jahre 1900 wie folgt:

Die Weltproduktion betrug also im Jahre 1900 rund 50000 Tonnen; 1904 war sie auf 61760 Tonnen gestiegen.

Von der Gesamterzeugung entfielen im Jahre 1906 auf die deutschen Kolonien:

Deutschlands Einfuhr beträgt rund 153 Millionen Mark.

Die Größe der Kautschukpflanzungen in den deutschen Kolonien stellt folgende Übersicht dar.

Es sind bepflanzt:

Die Akazien, deren es etwa 450 Arten gibt, gehören zur Familie der Mimosen. Viele von ihnen sind den Menschen nützlich durch ihren Gummisaft oder den in ihren Rinden, Früchten etc. enthaltenen Gerbstoff. Es sind baum- oder strauchartige Pflanzen mit gefiederten Blättern, kleinen kugligen oder ährenförmigen Blütenständen und Hülsenfrüchten. Man findet Akazien hauptsächlich in Australien, Südasien und Afrika; sie kommen im tropischen und subtropischen, selbst noch im gemäßigten Klima fort und nehmen mit magerem Boden vorlieb.

Die in Afrika zwischen dem 10. und 20.° n. B. heimische Gummiakazie (Acacia senegalensis) liefert das bekannte arabische Gummi (gummi arabicum). Ein gutes Gummi gewinnt man außerdem aus der dreidornigen Akazie (Acacia glaucophylla) in Abessinien, Nubien, dem Somalilande und Arabien, und der abessinischen Akazie. Der Gummisaft der Akazien wird nicht gezapft, sondern er fließt von selber aus und erstarrt sogleich. Bei der Senegal-Akazie wird das Ausfließen bewirkt durch heftige Winde, die die Baumrinde austrocknen und rissig machen; durch diese Risse dringt der Saft an die freie Luft und gerinnt hier alsbald. — Der Gummi wird von den Eingebornen nicht nur an die Europäer verkauft, sondern ist für sie auch ein wichtiges Nahrungsmittel. Die Verwendung des Senegalgummi in der heimischen Industrie ist eine mannigfaltige. Man gebraucht es z. B. in Zeugdruckereien zum Verdicken der Farben, in Kattun- und Seidenfabriken zum Appretieren, als Zusatz zu Tinten und Farben, beim Steindruck, als Kleb- und Bindemittel etc. Deutschlands Bedarf an Gummi und Gummilack stellt jährlich einen Wert von etwa 16 Millionen Mark dar.

In Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika kommen Gummiakazien teilweise wildwachsend vor. Man hat aber außerdem auch nicht-einheimische Arten in Kultur genommen.

(Tafel 33).

Guttapercha ist wie Kautschuk eine Masse, die aus dem Saft verschiedener Baumarten gewonnen wird. Guttapercha liefernde Bäume gibt es aber nicht in so großer Anzahl wie die Kautschukpflanzen. Es sind nur einige Arten der Gattung Palaquium, die für die Gewinnung in Betracht kommen.

Die Heimat dieser Bäume ist die südasiatische Inselwelt. Sie kommen vor auf Borneo, Sumatra und der malayischen Halbinsel. Ganz neuerdings hat man Guttaperchabäume auch in Deutsch-Neuginea gefunden. Es sind Urwaldbäume, die eine Höhe von 20-25 m erreichen. Ihre Blätter sind oval, lederartig, glänzend grün. Aus den Samen pressen die Eingebornen Sumatras ein Speiseöl. Zur Gewinnung des Guttapercha werden fast in allen Fällen die Bäume gefällt, so daß alte, ganz ausgewachsene Bäume immer seltener werden. Die Guttapercha-Erzeugung würde bei diesem System der Ausbeutung in allernächster Zeit ganz bedeutend zurückgehen, wenn nicht durch Anpflanzung junger Bäume für Nachwuchs gesorgt würde. Auch auf den deutschen Südseeinseln sind Pflanzungen angelegt worden, die, da Klima und Bodenbeschaffenheit dem dort ja auch wild vorkommenden Baum zusagen, zu guten Hoffnungen berechtigen.

Der ausfließende Saft gerinnt sofort an der Luft; er wird später durch Kochen und Kneten gereinigt und verdickt, erhärtet bei gewöhnlicher Temperatur zu holzharten Klumpen.

Eine besondere Bedeutung für die Industrie hat Guttapercha durch sein Verhalten zur Elektrizität erlangt: Es ist ein fast vollständiger Nichtleiter der Elektrizität (wie auch der Wärme). Daneben wird es selber aber durch Reiben stark negativ elektrisch. Diese Eigenschaften haben ihm eine ausgedehnte Verwendung in der Elektrizität verschafft. Die ganze Unterseekabelindustrie hängt von der Gutta ab.

Gutta wird in der Wärme nichtplastischwie Ton und Kautschuk, letzterer ist dafür aberelastisch. Gutta wird durch Seewasser nicht verändert, wohl aber Kautschuk.

Tafel 33.Guttaperchabaum(Palaquium gutta).a) Blühender Zweig.b) Frucht.

Tafel 33.

a) Blühender Zweig.

b) Frucht.

Die besten Gerberakazien sind in Australien heimisch. Besonders geschätzt ist die Acacia decurrens, ein in Süd- und Ostaustralien häufig vorkommender, in neuerer Zeit auf Anregung der englischen Regierung auch in Kultur genommener Baum.

Der Gerbstoff ist in der Rinde enthalten; diese wird vom Stamm abgeschält und kommt gemahlen unter dem Namen Mimosarinde in den Handel. Australien produzierte 1893 14730 Tonnen Mimosarinde im Werte von 1859000 Mark allein von der Acacia decurrens.

Auch dieser nützliche Baum findet in unsern Kolonien ein ihm zusagendes Klima. In Ostafrika wird er angebaut, und es ist gegründete Aussicht, daß vor allem in West-Usambara die Kultur der Gerberakazie eine wichtige Rolle spielen wird. Zur Untersuchung eingesandte Rinden haben einen hohen Tanningehalt, nämlich 440/0, aufgewiesen. — Die Bäume brauchen 5-8 Jahre, bis sie die ersten Erträge liefern. Das Abschälen eines Teiles der Rinde kann dann in bestimmten Abständen eine Reihe von Jahren hindurch wiederholt werden.

Diese Akazie kommt in Indien und Birma vor; außerdem ist sie aber auch in einem großen Teile Ost-Afrikas verbreitet, und zwar von Abessinien bis zum Sambesi und von der Küste bis an das Gebiet der großen Seen. Sie ist ein 4-8 m hoher Baum mit brauner, rissiger Rinde, schirmförmiger Krone und Stacheln an den Zweigen. Die Blätter bestehen je aus 40-100 Fiedern, deren jede wieder aus 60-80 sehr kleinen Blättern zusammengesetzt ist. In der Trockenzeit fällt das Laub ab.

Das Holz dieses Baumes enthält einen Gerbstoff, der unter dem Namen Catechu, auch Pegu-Catechu, in den Handel kommt. Zur Gewinnung des Catechu wird der Baum gefällt, das Holz in kleine Späne gehauen in einem Topfe 12 Stunden lang gekocht. Nach Verlauf dieser Zeit hat sich der Gerbstoff mit dem Wasser zu einer dunkelbraunen Brühe verbunden. Diese wird nundurch abermaliges Einkochen verdickt, bis sie „fest” wird. Diese feste Masse wird in Formen getan und bleibt in ihnen bis zur vollständigen Verhärtung. In solchen Klumpen kommt das Catechu in den Handel. Vor dem Gebrauch wird es durch heißes Wasser und Chemikalien wieder aufgelöst.

Der Catechu wird in der Färberei in Massen gebraucht, sowohl als Beize als auch zur Erzeugung von dauerhaften schwarzen, braunen und grünen Farbenschattierungen, und zum Gerben von weichem, geschmeidigem Leder.

Bis jetzt sind nur die Catechu-Bestände in Indien ausgenützt worden und zwar in dem Maße, daß die Gewinnung in den letzten Jahren sehr zurückgegangen ist. (1896 für etwa 5 Millionen Mark). Daraufhin hat jetzt die englische Regierung verfügt, daß die Catechu-Gewinnung geregelt und die Bäume in Kultur genommen werden. Dagegen sind bisher die großen Catechubestände, die in Ostafrika sich finden, noch gar nicht in Benutzung genommen. Besonders im Steppenwalde Deutsch-Ostafrikas kommt der Baum überaus zahlreich vor. Es ist deshalb sicher nur eine Frage der Zeit, daß man diese wilden Bestände nicht nur ausbeutet, sondern auch den Baum, der dort alle seine Wachstumsbedingungen erfüllt findet, anbaut.

(Tafel 34).

Die Mangrovenbäume, zur Familie der Rhizophoraceen gehörig, sind Sumpfpflanzen. Sie kommen vor am Meeresufer, besonders in breiten Flußmündungen. Oft stehen sie unmittelbar im Wasser oder doch so, daß sie wenigstens während der Flutzeit vom Wasser bespült werden. Die Bäume fallen auf durch ihre meist bogenförmigen, oft auch knieartigen Stelzwurzeln und ihre von den Zweigen sich wieder in den Boden senkenden Luftwurzeln.

Das Holz der Mangrovenbäume ist außerordentlich hart und deshalb als Nutzholz in verschiedenster Weise verwendbar. Noch wichtiger ist aber die Rinde; sie enthält Gerbstoff und wird deshalb in immer steigenden Mengen gewonnen und nach Europa ausgeführt.

Mangroven sind über einen großen Teil der tropischen Küstengebiete verbreitet. Auch Deutsch-Ostafrika und Kamerun besitzen große Mangrovenwälder.

Deutsch-Ostafrika führte 1907 für 39000 Mk. Gerbhölzer aus.

Tafel 34.Mangroven(Rhizophora mucronata).a) Mangrovendickicht und junge Pflanzen.b) Blühender Zweig.c) Frucht, am Baum keimend.d) Abfallender Keimling; die untere Spitze bohrt sich in den Schlamm.

Tafel 34.

a) Mangrovendickicht und junge Pflanzen.

b) Blühender Zweig.

c) Frucht, am Baum keimend.

d) Abfallender Keimling; die untere Spitze bohrt sich in den Schlamm.

Der Kampferbaum (Cinnamomum Camphora) ist ein stattlicher, lindenähnlicher Baum mit starkem Stamm und knorrigen Ästen. Besonders im Holz und im Mark finden sich Zellen verteilt, die einen unter bestimmten Umständen zu Kampfer sich umgestaltenden Stoff enthalten.

Die Heimat des Kampferbaumes ist das östliche Asien: Die ostchinesische Küste, Formosa, Japan. Er verlangt warmes Klima und möglichst feuchte Luft.

Zur Gewinnung des Kampfers muß der Baum gefällt werden. Wenn möglich, sucht man hierzu recht kräftig entwickelte Stämme aus; den reichsten Kampfergehalt sollen Bäume im Alter von annähernd 100 Jahren besitzen. Das Holz wird in kleine Späne geschnitten und mittels Wasser destilliert. Durch dies Verfahren wird der Kampfer und das Kampferöl aus dem Holz gezogen.

Die wichtigste Verwendung des Kampfers ist in der Celluloid-Industrie, ferner ist er Bestandteil des rauchlosen Pulvers. Er bildet außerdem ein wichtiges Arzneimittel, das sowohl innerlich als äußerlich in vielen Formen und Zusammensetzungen angewendet wird. Beim Destillieren sondert sich das Kampferöl von dem eigentlichen Kampfer. Ersteres wird darauf noch einmal destilliert und sondert noch wieder Kampfer ab. Der dann zurückbleibende Rest wird gereinigt und findet bei der Lackbereitung Verwendung. — Allein Japan führt jährlich für 12-14 Millionen Mark Kampfer und Kampferöl aus.

In den deutschen Kolonien (Ostafrika, Togo, Kamerun und auf den Südseeinseln) werden Anbauversuche mit dem Kampferbaum gemacht. Von Ernten aus diesen zum Teil recht gut vorankommenden Kulturen kann zur Zeit noch nicht die Rede sein, da der Baum erst in höherem Alter gute Erträge liefert. Man versucht neuerdings Kampfer auch aus den Blättern des Baumes zu gewinnen.

(Tafel 35).

Die Cinchonarinde oder Chinarinde wird gewonnen von verschiedenen, zur Familie der Rubiaceen gehörigen Baumarten, deren Heimat die Gebirge des westlichen Südamerika, vor allem Peru und Bolivia sind. Die Cinchonabäume werden bis zu 30 m hoch; ihre Blätter sind sattgrün, die Blütenstände rispenförmig, die Blüten von weißer oder rötlicher Farbe, ihr Duft erinnert an den der Syringe. Die Frucht besteht aus einer Kapsel, die zahlreiche kleine, geflügelte Samen enthält.

Die Rinde dieser Bäume enthält Alkaloide, die für die Arzneibereitung von außerordentlicher Bedeutung sind. Das wichtigste und bekannteste dieser Alkaloide ist das Chinin, das wegen seiner sicheren Heilkraft gegen das Malariafieber in der Medizin eine große Berühmtheit erlangt hat.

In Südamerika kommt der Baum wild vor und zwar hauptsächlich in solchen Gegenden, die ein warmes und stark feuchtes Klima haben. Da man aber voraussah, daß bei dem großen Bedarf an Chinarinde die wilden Bestände mit der Zeit sich erschöpfen würden, so dachte man rechtzeitig daran, die wertvollsten Arten der Bäume anzupflanzen. Diese Anpflanzungen wurden in größtem Maßstabe auf Ceylon gemacht, später auch auf Java und in Britisch-Indien. Im Jahre 1882 sollen in Ceylon 90 Millionen Cinchonabäume gestanden haben.

Tafel 35.Cinchonarinde.Zweig mit Blüten,1/4nat. Gr.

Tafel 35.

Auch in Deutsch-Ostafrika macht man gegenwärtig Anbauversuche.

Die Gewinnung der Rinde geschieht bei den Indianern derart, daß der Baum gefällt und dann die Rinde vom Stamm und den Zweigen abgeschält wird. Der Baumstumpf treibt bald wieder junge Schößlinge, die im Alter von 6-8 Jahren ebenfalls Erträge liefern. Dies Verfahren ist auch auf manchen Pflanzungen beibehalten worden; es hat den Nachteil, das man nach einer einmaligen Ernte 6-8 Jahre lang bis zur nächsten warten muß. Außerdem entwickeln sich die Schößlinge meist nicht so schnell und nicht so kräftig wie der ursprüngliche Stamm. Ein anderes Verfahren besteht darin, daß man den Baum stehen läßt und nur alljährlich einen Teil seiner Rinde abschält, wodurch er in seinem Wachstum zwar aufgehalten, jedoch nicht zerstört wird. Auf diese Weise erhält man wohl geringere, aber regelmäßig sich wiederholende Ernten.

Die gewonnene Rinde wird getrocknet, zerkleinert und in Säcke oder Ballen verpackt in den Handel gebracht. Die Haupthandelsplätze für Cinchonarinde sind London und Amsterdam. Von hier aus geht aber der weitaus größte Teil aller Chinarinden nach Deutschland, um dort zu Chininsalzen verarbeitet zu werden. Neuerdings wird jedoch das meiste Chinin in Indien und Java in Fabriken gewonnen, die sich inmitten der Pflanzungen befinden. Die Ausfuhr an Rinden geht darum zurück und gibt keinen Maßstab für den Konsum ab. Deutschlands Einfuhr betrug 1906: 3678 Tonnen im Werte von 4781000 Mk. Der größte Teil davon stammt aus Niederländisch Indien, vor allem Java. Die Heimatländer des Cinchonabaumes, Peru, Bolivia stehen in der Erzeugung schon längst an letzter Stelle.

(Tafel 36).

Es gibt etwa 25 Arten der Gattung Strophanthus, die im tropischen Afrika heimisch sind, aber nur wenige von ihnen enthalten das bei der Arzneibereitung verwendete Strophanthin. Das beste Strophanthin liefert der in Togo häufig vorkommende Strophanthus hispidus. Dies ist ein kletternder Strauch mit breit elliptischen Blättern, die unten weich, oben rauher behaart sind. Die Frucht sieht einem langen, an beiden Enden spitzen Kürbis mit tief gefurchter Oberfläche ähnlich. Gewöhnlich sind zwei Früchte nebeneinander. Die Frucht enthält zahlreiche kleine, goldbraun schimmernde, mit filzigem Haar bekleidete Samen.

Die Eingebornen benutzen die Strophanthussamen zur Herstellung von Pfeilgift und auch bei Giftproben („Gottesurteilen”). Es ist sichere Aussicht vorhanden, daß die Samen von Strophanthus hispidus in den vorgeschriebenen Arzneienschatz aufgenommen werden, da gerade diese Art das Strophanthin in reinerer Form als alle bisher bekannten Arten liefert. Die Ausfuhr von Strophanthussamen aus Togo wird dann zweifellos von Bedeutung werden.

Tafel 36.Strophanthus hispidus.a) Zweig mit Blüten,2/5nat. Gr.b) Doppelfrucht,1/4nat. Gr.c) Samen, der obere mit Flugapparat,4/5nat. Gr.

Tafel 36.

a) Zweig mit Blüten,2/5nat. Gr.

b) Doppelfrucht,1/4nat. Gr.

c) Samen, der obere mit Flugapparat,4/5nat. Gr.

Unsere Kolonien besitzen in ihren Baumbeständen, die sich teils in dichten Urwäldern, teils als lichtere Steppenwälder finden, einen großen Reichtum an wertvollen Nutzhölzern. Eine Ausbeutung dieser Schätze findet allerdings erst in geringem Umfange statt, weil die Untersuchungen über die für die Ausfuhr am besten geeigneten Hölzer noch gar nicht abgeschlossen sind. Manche Sorten sind überhaupt noch nicht genauer bekannt. Ein großes Hindernis ist auch der Mangel an Verkehrswegen. An größeren schiffbaren Flüssen fehlt es in den meisten Gegenden. Bevor deshalb nicht Eisenbahnen den Transport der Hölzer an die Küste ermöglichen, wird eine Ausfuhr nach Europa in größerem Umfange ausgeschlossen sein. Allerdings findet schon jetzt eine Ausnützung des Holzes statt in der Weise, daß zu den meisten europäischen Bauten in den Kolonien nur einheimisches Holz verwendet wird, so daß die Holzeinfuhr aus Europa beständig abnimmt.

Um auch für die Zukunft einen ausreichenden Waldbestand zu sichern, sorgt die Regierung für Aufforstung besonders wertvoller Bäume auf geeigneten Landstrecken.

Eine Aufzählung auch nur der wichtigsten Nutzhölzer unserer Kolonien ist schon ihrer großen Zahl wegen hier unmöglich; sie ist auch deshalb schwierig, weil es für die meisten Bäume noch keine allgemein eingeführten Namen gibt. Die Händler bezeichnen die afrikanischen Hölzer meist in Anlehnung an ihnen bekannte Holzarten, mit denen die neu eingeführten gewisse Ähnlichkeiten besitzen, auch ohne mit ihnen irgendwie verwandt zu sein.

Einige der bekanntesten Namen für afrikanische Nutzhölzer sind:

A.

Aufzählung derjenigen pflanzlichen Nutzprodukte aus unseren Kolonien, die gegenwärtig die größten Werte für die Ausfuhr liefern, mit Angabe des Gesamtwertbetrages, in dem sie ausgeführt werden (nach der Statistik von 1906/07).

Es sind nur solche Produkte aufgeführt, die mindestens 100000 Mk. Ausfuhrwert gebracht haben. Hinter jedem Produkt steht das Land, das den größten Teil seiner Ausfuhr geliefert hat, das also Haupterzeugungsland für das betreffende Produkt ist.

Nach den Ergebnissen von 1907 kommen zu dieser Liste noch hinzu:

B.

Es erzeugten an pflanzlichen Nutzprodukten:

(D.-Südwestafrika führte 1907 für 2000 Mk. Pflanzenprodukte aus.)

I.

Ausfuhr von Tieren und tierischen Stoffen.

Diese zerfällt in drei Hauptgruppen:

Bei der Ausfuhr lebender Tiere handelt es sich hauptsächlich um Pferde, Maultiere, Maulesel, Esel, Rindvieh, Kleinvieh (Schafe, Ziegen), Geflügel und wilde Tiere. Die Ausfuhr ist nicht bedeutend, sie geht überdies nur zum kleinsten Teil nach Europa, sondern ist in der Hauptsache ein Handel mit den Grenzländern. Nur wilde Tiere werden gelegentlich an die zoologischen Gärten in Europa verhandelt.

Ganz ähnlich ist es mit tierischen Nahrungsmitteln (Fleisch, Milch, Butter, Eier etc.). Auch sie werden fast nur an die Nachbarländer verkauft.

Dagegen ist die Gewinnung tierischer Rohstoffe von großer wirtschaftlicher Bedeutung, weil es sich hier z. T. um sehr wertvolle Handelsgegenstände handelt, so vor allem Elfenbein und Tierhäute, ferner Wolle, Hörner, Schildpatt, Muscheln, Federn (Straußenfedern), Wachs, Flußpferdzähne etc.

Die Ausfuhr an Tieren und tierischen Produkten erreichte folgende Summen:

[1]Eine von den Chinesen gegessene Seeigelart.

[1]Eine von den Chinesen gegessene Seeigelart.

(Der wichtigste tierische Ausfuhrgegenstand ist bei jedem Lande in Klammern beigefügt.)

Die Gesamtausfuhr aus dem Tierreich stellt also einen Wert dar von

II.

Die Ausfuhr an mineralischen und fossilen Stoffen.

(Der für jedes Land wichtigste Gegenstand ist in Klammern beigefügt.)

III.

Die Ausfuhr an gewerblichen Erzeugnissen.

Unter diese Überschrift fallen Gegenstände, die von den Eingebornen selber angefertigt sind, also Erzeugnisse ihres Gewerbefleißes oder ihrer Kunstfertigkeit; solche Industrieerzeugnisse der Eingebornen sind z. B. Matten, Korbflechtereien, Lederwaren, Gewebe, Holzschnitzereien, Töpferwaren, Metallgeräte.

Ausgeführt wurden aus


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