8. Abschleifen der Platte.

8. Abschleifen der Platte.

Die erste Bearbeitung der Platte muß energisch eingeleitet werden, soll die ganze Prozedur nicht allzuviel Zeit in Anspruch nehmen. Bei kleineren Platten ist es am besten, wenn man die ganze Arbeit mit einer breiten Schlichtfeile von mittelfeinem Hieb abfeilt; das geht sehr rasch und schadet der Platte bei geschickter Hantierung nicht. Die Länge der Feile muß die Platte beträchtlich überragen, damit man sie bequem handhaben kann. Bei richtiger Führung der Feile ist eine vom Feilenhieb herrührende Riefung der Oberfläche des Kupfers nicht zu befürchten. Ätzungen auf größeren Platten würden zum Ausfeilen sehr langer Feilen bedürfen; hier arbeitet man besser mit dem Schabeisen. Man beschafft es sich, indem man wieder eine Dreikantfeile (sieheSeite 67) kauft und sie in der schon beschriebenen Weise vom Messerschmied schleifen läßt, jedoch nicht wie beim Polierstahl mit abgerundeten, sondern mit scharfen Kanten. Hohlschliff ist nicht notwendig, ebensowenig ein Polieren des Werkzeuges. Mit den Kanten dieses Instrumentes wird die Ätzung ausgeschabt, jedoch darf nicht vergessen werden, große glatte Stellen (z. B. die Luft und dergl.) auch zu bearbeiten, da sonst die Platte ungleich dick aus der Arbeit hervorgehen würde. Ist die letzte Spur der Striche von der Platteverschwunden, so wird die Arbeit des Schleifens mit Blaustein[6]begonnen. Es ist dies ein in jeder Werkzeughandlung erhältlicher Stein von prismatischer Form, die eine Fläche, mit der man arbeitet, muß absolut eben sein. Neue Steine erfüllen diese Forderung meist nicht, sie müssen erst auf einer anderen, harten Fläche ausgearbeitet werden. Beabsichtigt man im Anfang eine energischere Wirkung, so kann der Blaustein erst mit feinem Bimssteinpulver angewendet werden. Schleift man die Kupferplatte jedoch mit Bimsstein vor, so ist die separate Anschaffung von Bimssteinpulver überflüssig. Das Schleifen mit Bimsstein und Blaustein geschieht auf einem starken Brett mit reichlichem Zuguß von Wasser parallel den Kanten der Platte. Schließlich kommt der Blaustein allein zur Anwendung und die Glätte kann bis zu einem recht hohen Grade getrieben werden; dabei muß die Platte fleißig gespült werden, damit man das gänzliche Verschwinden sämtlicher Ritzen und Kratzer sicher beobachten kann. Der Blaustein wird seiner Längsachse parallel über die Platte geführt und zwar mit einer seiner beiden Breitseiten. Schließlich wird die Platte endgültig gespült und abgetrocknet.

[6]Am schnellsten geht diese Arbeit mit einem prismatischen Karborundstein von statten.

[6]Am schnellsten geht diese Arbeit mit einem prismatischen Karborundstein von statten.

[6]Am schnellsten geht diese Arbeit mit einem prismatischen Karborundstein von statten.

Auf einer anderen, trockenen Unterlage wird nun dieselbe – im rechten Winkel zur letzten Schliffrichtung – mit einer Bürste aus feinem Stahldraht (erhältlich in Eisenhandlungen) weiterbearbeitet. (Abb. 16).

Auch zu den Diagonalen parallel kann gebürstet werden. Die Glätte der Platte steigert sich nun zusehends und kann durch die Anwendung des flachgehaltenen Polierstahles noch gehoben werden; er wird in einer zu sich stets parallelbleibenden, eventuell einer zweiten dazu senkrechten Richtung über die Platte geführt und hinterläßt darauf eine äußerst dichte Strichlage.

Abb. 16. Stahldrahtbürste.

Abb. 16. Stahldrahtbürste.

Endlich werden auch diese Striche getilgt, indem man die Platte mittelst eines mit Filz überspannten Brettchens, einer sogenannten Filzfeile, unter Anwendung von Globuspasta[7]poliert.

[7]In Ermanglung dieser tut es wohl auch eine Pasta aus Öl mit Engelrot, Kohlenpulver oder Schieferpulver.

[7]In Ermanglung dieser tut es wohl auch eine Pasta aus Öl mit Engelrot, Kohlenpulver oder Schieferpulver.

[7]In Ermanglung dieser tut es wohl auch eine Pasta aus Öl mit Engelrot, Kohlenpulver oder Schieferpulver.

Die Platte ist zu neuer Arbeit bereit, bedarf aber behufs Aufbringen des Ätzgrundes noch einer aufSeite 11beschriebenen gründlichen Entfettung.

Wer aus irgend einem Grunde diese Arbeit nicht verrichten kann, der lasse seine Kupferplatte bei einem Messerschmied oder in einer Plattier-Anstalt blank schleifen.


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