[1]Devadaham, i. e. Deorum lacuna. Der Ort ist auch imMahāvaṃsoII, v. 16 alsDevadaho, imMahāvastuI, p. 355 f. alsDevaḍaho, undJātakamI, p. 52 alsDevadahanagaramgut überliefert. Noch heute führt die Straße über die Ruinen vonKapilavatthunach Rummin-deī, dem einstigenLuṃminī, und von da ein paar weitere Tagereisen hinauf ins Gebirge bis zur sakkischen Gränzfeste, der stolz emporragenden Burgstadt Deonyagarh, wie sie gegenwärtig heißt. Die Angabe eines chinesischen Pilgers, der Weg vonKapilavatthunachDevadahambetrage 800li(ca. 350 km), von WATTERSim Journal Roy. As. Soc. 1898 p. 547 mitgetheilt, wird daher der Wahrheit ziemlich nahegekommen sein. — Vergl. unser Göttweig, von vicus, wîch: der Götter Hof, hoch auf steilem Felsen, gegenüber Stein an der Donau gelegen; (schott.) Lochnagar, Interlaken, Laach etc., von lacus. Die Ruinen vonDevadahammögen dermaleinst unter dem heutigen Deonyagarh aufgefunden werden, sobald nur erst Männer wie PRINSEPoder CUNNINGHAMwieder am Werke sind. Wenn Babu MUKHERJInoch jüngst nahe bei Rummin-deī danach gesucht, Report on etc. Antiquities in the Tarai etc. (Archaeological Survey of India XXVI 1 Imp. Ser.), Kalkutta 1901, S. 58, so hat er eben den gänzlich unwissenschaftlichen, bloß willkürlichen Behauptungen von Leuten wie Major WADDELLund VINCENTA. SMITHmuthlos gehorcht, ohne auch nur den Versuch eigener Quellenuntersuchung zu wagen: weil ja historisches Forschen und Verstehnlernen mehr noch als dem alten dem modernen Inder versagt ist. Die neu von ihm gelieferten, leider nur spärlichen photographischen Aufnahmen in situ der zumeist schon von dem ehemaligen Jesuiten und trotz der argen Anschuldigungen immerhin verdienstvollen A. FÜHRERentdeckten Reste und Alterthümer aus der sakkischen, künstlerisch ungemein hoch stehenden Periode sollen dagegen mit lebhaftem Danke begrüßt werden. — Auf Tafel XXVIII findet man die in der 109. Anmerkung erwähnte krystallene Phiole sowie die Urne mit der Inschrift nebst den anderen drei im selben Sarkophage (salilanidhanamLeichenschrein) verwahrt gewesenen Reliquiengefäßen photograviert. Die von mir a. a. O. vorgebrachte Hypothese einer geographischen Differenzierung vonSakkoundSakyolässt sich durch unsere Manuskripte und Inschriften doch wohl nicht genügend stützen.[2]»ez ist allez ein vorgewürket dinc«, sagt Meister ECKHART, ed. PFEIFFERp. 487, in Uebereinstimmung mit dieser alten, auch nachAupapātikasūtram§ 129–155 undSarvadarśanasaṃgrahas3. Kap. gegen Ende, von denJaināsangenommenen Upanischadenlehre, die, imBṛhadāraṇyakamnoch als Geheimniss behandelt, später Gemeinplatz wurde, wie e. g. imKathāsaritsāgaras40,113prākkarmopārjitaṃ sarvam eva śubhāśubham, fast wörtlich wie oben ib.41sarvaṃ tiṣṭhati pūrvakarmavaśād eva.[3]Zusallena savisena gāḷhapalepanenacf.ṚgvedasX, 87,23viṣeṇa tigmena śociṣā. — In Griechenland die philoktetischen Pfeile; im HORAZdie venenatis gravida sagittis pharetra, Carm. I, 22. Auch parabolisch: »glühend bittre Pfeile«, wie Faust II im Anf.[4]Puna ca parambisparisodhetiist hier, wo bereits der Mönch dargestellt, übernommene Einschaltung: liesPuna ca param bhikkhave bhikkhu vivicc’ eva kāmehi viviccādi. — Zum vorhergehenden Gleichnisse cf. die 109. Anmerkung.[5]Diese Rede ist eine gründliche, wenn auch nicht allzu leicht verständliche Exposition ideal immanenter Betrachtung gegenüber der real transscendenten der Freien Brüder. Laetus in praesens animus quod ultra est oderit curare. Vergl. auch den 14., 56. und andere verwandte Dialoge.Die Schmerzensaskese der Freien Brüder, Stetigsteher und anderer Büßer findet man insbesondere in der 45. und 57. Rede ausführlich geschildert: Gebräuche, die noch heute in Indien und gelegentlich, en miniature, sogar bei uns üblich sind; wie z. B. die alljährliche Springprozession zu Echternach zeigt. Και ταυτη Ινδων επανεληλυθυια, nach SUIDASüber THEOPHILOS.Zur Lehreāyatim anavassavo»Ferner kein Zufluss« cf. die 67. Rede S. 202 u. d. Anm. 58; auchAnnapūrṇopaniṣatV, v. 71duḥkhasyāvasarasund des apokritischen MAKARIOSθαλαττα του βιου und πελαγος της θνητης ζωης, ed. BLONDELp. 72, des MAKARIOSAigyptios διελθειν και ὑπερβηναι και διαπερασαι την πικραν θαλασσαν της ἁμαρτιας, Homil. XLIV § 6, ed. PRITIUSp. 508.Gute, unseren und den jinistischen Texten entsprechende Darstellungen büßend beharrender Stetigsteher, d. i. Freier Brüder, bieten die zahlreichen Kolossalstatuen in den Felsenwänden und -grotten auf dem Wege zur Gwaliorburg, einer der großartigsten natürlichen Festungen, die ich gesehn. Zumal die Gruppen am östlichen und am südlichen Abhange, ungefähr je zwanzig gewaltige, meist zehn, aber auch bis zwanzig Meter hohe Gestalten, zeichnen sich durch erhabene Schönheit aus; daher denn auch ein Missionar des 16. Jahrh. eine dieser Gruppen, freudig überrascht und nicht blöde, als Christus und seine Jünger beanspruchen wollte —Virtutis verae custos rigidusque satelles.[6]Dieses Gleichniss, das man fast als eine gewisse Humoreske nicht unschicklich ansehn könnte, hat SOKRATESganz ebenso naiv, zu Ende des Gesprächs im Euthyphron, gebraucht: Εμπορικη αρα τις αν ειη τεχνη ἡ ὁσιοτης θεοις και ανθρωποις παρ’ αλληλων. Ja auch ECKHART, p. 34: Diz sint allez koufliute... wan sie wellent daz eine umbe daz ander geben unde wellent alsô koufen mit unserm herren.[7]sā gaddulabandho, »ein Hund mit einem Kehlbande«. Vergl.Saṃyuttakanikāyovol. III. p. 150,taṇhāgaddulam,NiddesoII. p. 11.[8]Der Text hat richtignibbānasappāyam.[9]Cf. die 1. Rede des 1. Bandes. —Tao-te-king, ed. JULIEN, 1. Buches letztes Kap. i. f.Das Erforschen der Vergangenheit und der Zukunft aufgeben ist öfters eingehend behandelt, wieSaṃyuttakanikāyovol. V. p. 263/4, oderTheragāthā397:yathā pure tathā pacchā | yathā pacchā tathā pure|. Vergl. die vedischeGāthā:yad asya pūrvam aparaṃ tad asya | yadvasyāparaṃ tadvasya pūrvam|:AitareyabrāhmaṇamIII, 43. Zu den Antinomien, S. 28 passim, finden sich mancherlei scholastische Beispiele im 3. Kap. desSarvadarśanasaṃgrahas. Näher steht das schöne Wort des DEMONAX: Εξεταζοντων τινων, ει ὁ κοσμος εμψυχος, και αυθις, ει σφαιροειδης· Ὑμεις, εφη, περι δε της ἑαυτων βκοσμιας ου φροντιζετε. Aehnlich SOKRATESin der Einleitung zum Phaidros.[10]liesabhiṇham.— Zur Sache cf. die 77. Rede.[11]diṭṭhipaḷāso,paḷāso=parāśas, von √śaṃs(L’ORANGE).[12]Der Stelle S. 37, »dem Sinne nach und dem Worte nach«,atthato ca vyañjanato ca, entspricht das Ende des dritten Felsenediktes, wo Asoko, an unseren Texten herangebildet, in schlichter Würde und ihm so eigenthümlich gewordener Umsicht bestimmt:Parisā pi yute āñapayisati gaṇanāyaṃ hetuto ca vyaṃjanato ca, »Die Behörden aber werden das Gebührende veranlassen unter den Leuten, der Wirklichkeit nach und dem Worte nach.« — Vergl. den alten SpruchYathāvādī tathākārī, wieTheragāthā1277; oder bei uns im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, II i. f.:Voci vita non discordet:Cum vox vitam non remordetDulcis est symphonia.[13]Unter sumpfiger Ablagerung heute begraben, darüber wahrscheinlich der Weiler Sāma-devī, wie FÜHRERvermuthet, vier bis fünf Stunden südwestlich vor Niglīvā gelegen: cf. Tafel II in dessen Monograph on Buddha Sakyamuni’s Birth Place in the Nepalese Tarai, Allahabad 1897, und ib. p. 37.[14]Das Gleichniss von der Lehre als Kuppelbau, als geistiges Obdach, ein wahres Denkmal, wohl zu hüten, wie es die 89. Rede weiter ausführt, hat uns ARRIANvortrefflich überliefert: Λεγεται δε και ταδε, μνημηια ὁτι Ινδοι τοισι τελευτησασιν ου ποιεουσιν, αλλα τας αρετας γαρ των ανδρων ἱκανας ες μνημην τιθενται τοισν αποθανουσι, και τας ῳδας αἱ αυτοισιν επᾳδονται: Indica § 10.[15]Der Text hat richtigpatissayamānarūpā. — Vergl.MaitryupaniṣatVII, 9 diemūḍhāḥ paṇḍitaṃmanyamānāḥ, i. e.ātmānaṃp0.[16]Zugihipaṭisaṃyuttamcf.tyaktaṃ sannyāsayogena gṛhadharmādikaṃ vratam, Sannyāsopaniṣatv. 89; vergl. auch die Anmerkungen 45 u. 186.[17]Der Ausdruckdhammanetti, Richtschnur der Lehre, S. 47, ist noch imMahāvastugut erhalten, vol. III. p. 234 alsdharmanetrīundsaddharmanetrī, vol. II. p. 373:pralujyamāne jinavaraśāsanasmiṃ | dhāreti śāstu varadharmanetrī. Zunettiin anderer Komposition und allgemein cf. HARDY,Nettipakaraṇamp. VII f. und Lieder der Mönche Anm. zu v. 135.Dersāmukkaṃsiko vinayoder beiden letzten Reden erinnert einigermaaßen an die correptio fraterna, wie sie S. ANTONIO DAPADOVAgeübt wissen wollte. Ist auch natürlich bei ihm jene Klarheit nicht zu finden, so zeigt sich doch eine ähnlich eindringende, sorgfältig abwägende, liebevoll prüfende, mannhaft nüchterne Behandlung von Fall zu Fall wie bei uns, und immer eingedenk des hohen Zieles. Als ein Gegenstück z. B. der Geständnissannahme, oben S. 49, folge hier die korrelate kurze Stelle aus dem Sermo der feria tertia hebdom. tert. in Quadrag., ed DELAHAYE1739 fol. 87: »Debet haec correctio esse de praeterito, admonitio pro futuro, ut scilicet dicatur his verbis, Tale quid commisisti? sed super praeteritum admonitio non cadit: igitur caveas de futuro.«Zum gesammten ursprünglichenvinayo, der radikal einfach gegründet, erst später aus demśrautamūlamzu einemārbudaghoṣadharmaśāstraśākhāntarajāṉgalamentwickelt wurde, cf. die wichtige 65. Rede S. 178 der Uebersetzung, ‚je schlechter der Orden, desto mehr der Regeln‘: ein Motto, das genau einem solchen des TACITUSentspricht, »corruptissima re publica plurimae leges.« Vorher nämlich hatte der große Beobachter der Menschen und Dinge dieses Verhältniss schon ganz in unserem Sinne, eben der indischen und der antiken Anschauung überall gemäß, erklärt: »Vetustissimi mortalium, nulla adhuc mala libidine, sine probro, scelere, eoque sine poena aut coercitionibus agebant, neque praemiis opus erat, cum honesta suopte ingenio peterentur; et ubi nihil contra morem cuperent, nihil per metum vetabantur.« Ab exc. Aug. III, 26, 27. — Cf. dazu die Anm. 62.[18]Zum Reich des Nichtdaseins cf. dieS̀ruti-Stellen, die im 2. Bande Anm. 169 angegeben sind. Ein »demgemäßes Gespräch« hat PLATON, als ein Gleicher Gleiches darstellend, im Parmenides vollendet ausgeführt. Die Hauptstelle darin, p. 160, Ουδεν γαρ ἡτιον γιγνωσκεται τι το λεγομενον μη ειναι, και ὁτι διαφορον των αλλων, begründet nicht nur die logische Berechtigung, sondern quasi die geistige Vorstellbarkeit einer solchen Sphäre: mit höchster poetischer Kraft schon imṚgvedasX, 90,3–4vom Seher gezeigt. Erstaunlich tief erschlossen von ECKHARTin der 99. Rede; vergl. auch den vorhergehenden drittletzten Absatz i. f.: »Ein meister sprichet: der himel hât kein lieht, er ist ze hoch dar zuo.«[19]der siam. Text hat richtigjānamāno; füranupādisesoistsaupādisesozu setzen. — Der Schluss der ärztlichen Rathschläge findet sich ebenso fein in einem Gleichnisse des ARISTOTELESbeobachtet: Ουτε γαρ ιατρος σκοπει ει δει ὑριεινειν η μη, αλλ ει περιπατειν η μη: Ethic. Eudem. lib. II. cap. XI. Zur ärztlichen Kunst, von welcher hier eine hübsche Probe gegeben, cf. auch die 75. Rede und No. 129 Anmerkung 157. — Einer der berühmtesten Aerzte ist bekanntlich unserJīvakogewesen, zugleich ein feinsinnig gebildeter Geist, als den ihn die 55. Rede kundgiebt. Sein offizieller Rang alskaumārabhṛtyas,komārabhaccoist vonkumārasPrinz abzuleiten: also der Prinzenarzt, d. i. der Hofarzt. Kaum nöthig zu betonen, dasskumārasder Titel für Prinz ist; wie denn auch Asoko das Wort nur in diesem Sinne anwendet: cf. Dhauli No. I, 23, II, 1, Säulenedikt VII, 2,6und BÜHLERSAnmerkunglhierzu, Epigraphia Indica II, 274.Kumārasheißt wohl auch »Kind«, aber in demselben höfischen Sinne wie unser kint Ortlieb, Gîselher daz kint, wo erwachsene Prinzen gemeint sind, Nib. 1961, 1098, oder wie altenglisch Childe (cf. Harold).Kaumārabhṛtyasetwa streng fachsimpelhaft als »Kinderarzt« ausweisen, wie noch JOLLY, Medizin p. 68, ist daher nicht anders als ob man D. CARLOS, Infant von Spanien, als »Kind von Spanien« übersetzen wollte. Barbarische Machwerke vom Schlage der BOWER-Mss. etc., die nicht nur den Begriff deskumārasverkannt haben, sind überhaupt für die Kunde der ächten wissenschaftlichen Medizin der Inder recht unfruchtbar, dienen vielmehr als Materialien zu einem Kodex der Quacksalberei, auch der Zaubermittel und Horoskopien, sowie einer indianisch germanistischen Kritiklosigkeit, die alles, altes und neues, meisterhafte Diagnosen wie scharlatanische Alfanzereien kunterbunt durcheinanderstreicht. Die Geschichte der indischen Medizin kann von keinem Philologen und von keinem Arzte, nur von einem, der beides ist und dazu noch ein halbes Gran vom Geiste BICHATSmitbringt, vielleicht einmal geschrieben werden: so nämlich wie COLEBROOKEjetzt vor hundert Jahren mit der indischen Jurisprudenz den Anfang gemacht.[20]Vergl. die 67. Rede S. 205, die 22ste S. 260 der Uebersetzung. Dazu das patristische und dann das klassische Citat im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, III 1 B 4 e: Lubricus est antiquus serpens et, nisi capite teneatur, statim totus illabitur. Et ideo dicit poeta [OVIDIUS]:Principiis obsta; sero medicina paratur,Cum mala per longas convaluere moras.[21]Lies mit dem siam. Textealañ ca me.[22]Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Getast, Gedenken.[23]Eine Parataxis wie sie der zweite Theil der Rede giebt,taṇhā sallam, avijjā visadoso, chandarāgavyāpādena ruppati, erscheint gleichartig in derMaitryupaniṣatVI i. m.,dhanuḥ śarīram, om ityetaccharaḥ, śikhā ’sya manas, tamo lakṣaṇam. Vergl. auch Anm. 173. — Dasnibbānam, die Wahnerlöschung, Wunschlosigkeit, von √van,vana, vani=vāna, vāni, ist, wie ROBERTL’ORANGEerkannt hat, zwar in dieSmṛtialsnirvāṇamübergegangen, wurde aber bald unverständlich, wie z. B. unsere 75. Rede zeigt, und daher später durchbrahmanirvāṇam, i. e.paramanirvāṇam, nach dem Musterbrahmaṃ yānam=paramaṃ yānam, oder auch durchbhoganirvāṇam, wieHarakelināṭakeTaf. II Z. 36, glossiert. ECKHART, p. 578, hat das Selbe, aber positiv, gesagt: »Der allen sînen willen hât unde sînen wunsch, der hât fride.« Das Gleichniss von der Gesundheit findet sich bei ihm wieder, wenn er von uns kranken Leuten, von der kranken Natur und von dieser kranken Welt redet; ausführlich und merkwürdig genau unserem Texte entsprechend schon bei MAKARIOS, dem Jünger des ANTONIOSund ersten christlichen Mönche, unter dessen Namen — bereits ECKHART, p. 366, sagt »die heiligen veter Macharius unde die andern« — uns Aufzeichnungen erhalten sind, De patientia et discretione cap. IX. Auch SOKRATEShat ganz ähnlich im Gorgias gesprochen.[24]Cf. Bd. 2, Anm. 76. Auch im 36.DivyāvadānamalsKalmāṣadamyamerhalten. Vielleicht auf der Humus das heutige Kamasin, imKurukṣetramder Jamna-Ebene, eine Tagesfahrt westlich von Allahabad. Schon bei PTOLEMAEUSist der Ort schlechthin als Καρμαρα, ungenau aber deutlicher als andere, überliefert, Geogr. Lib. VII. cap. I. § 91, No. 7.[25]Lies...upādāya, sabbaṃ rūpam. — Die vier Hauptstoffe sind Erde, Wasser, Feuer, Luft. Vergl. die 28. Rede; besonders die Uebungen der 62sten.[26]Liesnāhaṃ kvacani kassaci kiñcanatasmiṃ, na ca mama kvacani kismiñci: kiñcanaṃ nātthi. — »Er mir niht und ich ime niht« und »unbewegelîcher werden denne niht« sagt ECKHART, p. 508 u. 510.[27]Eine ähnlich wichtige und meisterhafte Darstellung der Gedanken dieser Rede ist imAṉguttaranikāyoX No. 29 theilweise weiter ausgeführt. Vergl. auchSuttanipātov. 759–761.Die abschließende Mahnungmā pamādattha, wie noch in Nr. 8, 19 und 152, entspricht den letzten Worten Gotamos, alsappamādena sampādethaimDīghanikāyoNr. 16 überliefert. Achthundert Jahre später vom großen ANTONIOSdem Eremiten wiederholt als μη εκκακειν εν τῃ ασκησει, nach des ATHANASIOSautoptischer Biographie, p. 56 der Ausgabe von 1611: und noch einmal als frohen Scheidegruß vor seinem Ende, den Jüngern zum Vermächtnisse, treu bewahrt von den andächtigen Freunden, χαιρον διελεγετο και παρηγγειλεν αυτοις· μη ολιγωρειν εν τοις πονοις, μη δε εκκακειν τῃ ασκησει, αλλ ὡς καθ’ ἡμεραν αποθνησκοντας ζῃν, ib. p. 116. — Die vielmehr hindustanische als palaestinensische Natur dieses ächten ANTONIOSder Augenzeugen, der allerdings dem Zerrbilde frommer Lügner, Zeloten und Legendenjäger recht unähnlich sieht, kommt in der Sterbestunde ganz unverkümmert zum Vorschein, wo er allein mit den beiden Hauptjüngern,aggasāvakāmöchte man sagen, MAKARIOSund AMMATAS, wieder auf seine entlegene Bergfeste zurückgezogen die Abmachung trifft, ihn verborgen zu begraben (vergl. Lieder der Mönche v. 919), und ihnen endlich den ebenso unchristlichen als rein buddhistischen Rath ertheilt, ζησατε προσεχοντες ἑαυτοις, και μνημονευοντες ὡν ηκουσατε παρ’ εμου παραινεσεων, l. c. p. 117, d. i.attadīpā viharatha attasaraṇā anaññasaraṇā, dhammadīpā dhammasaraṇā anaññasaraṇā: also die wörtliche Paraphrase eines der letzten Rathschläge Gotamos an Ānando, wiederumDīghanikāyoNo. 16, 2. Abschnitt i. f.[28]»Willst du beschieden sein rechter Nothdurft?« — »Ja.« — »Das ist Brunnen und Brot und ein Rock: das ist rechte leibliche Nothdurft.« ECKHART, p. 461. — Vergl. nochMahābhāratamXIV, 46,23und32.[29]ανθρωποι κενεης οιησιος εμπλεοι ασκοι: TIMONISPHLIASIISillus 14.[30]Die Pforten der Sinne verschlossen haben, sagt ECKHART, p. 624; auch hat er nach den fünf Sinnen das Denken als sechsten Sinn richtig erkannt, p. 109, 590.[31]Cf. Lieder der Mönche Seite 306 Anm. 1. —S̀ukasaptati52:Prajñāvisphāritākṣāṇāṃvidravanti vipattayaḥhastodyatapradīpānāmandhakāra ivāgrataḥ.[32]Ein ganz erstaunliches, bis in die feineren Einzelheiten deutlich erkennbares Spiegelbild dieser Rede stellt PLATONSMenon dar; sogar findet man da, auch gegen Ende des Dialogs, unseren Weg nachRājagahamals Weg nach Larisa, und unseren Wegweiser,maggakkhāyī, als ἡγεμων επι το ορθον wieder.Zum liebevollen Herzen, S. 78 passim, cf. zumal die 62. Rede S. 144 bis 146 und die vier Allegorien der 21. Rede. Dieselben wurden, z. Th. wörtlich, in die S̀ruti aufgenommen; so die zweite, vom weiten, tiefen, unbeschränkten, himmelsraumgleichen Gemüthe, alsvyomavannirupādhikaḥin dieVarāhopaniṣatII, 53. Letzteres Bild auch bei ECKHART, p. 222: »Der himel enmac keinen fremden îndruk enpfangen, ime mac kein pînlîchiu nôt în gedrücket werden daz in entsetze: alsô muoz diu sêle gevestet unde bestêtet sîn« etc. Vergl. noch die 127. Rede, Anm. 134.[33]Lies mit dem Textedhammasāmaggiyā.[34]Im Text ist hier eine Wiederholung von Frage und Antwort interpoliert.[35]Ebenso ECKHART‚hören und behalten‘; fünfmal auf einer Seite, 290.[36]Ein Gleiches berichtet der Doctor seraphicus vom Professor paupertatis, Vita, cap. V. vorletzter Absatz.[37]Και γαρ και τουτο μν μεγα της ασκησεως του Αντωνιου, ὡτι χαρισμα διακρισεως πνευματων εχων, επεγινωσκεν αυτων τα κινηματα· και προς ὁ τις αυτων ειχε την σπουδην ηαι την ὁρμην, τουτο ουκ ηγνοει]: ATHANASIOSp. 113.[38]Vergl. MAKARIOS, Homil. XXXIII fin. & XIV § 6 i. f.: ουτε ... ὁραται τοις σαρκικοις οφθαλμοις, τοις δε πνευματικοις φαινεται, τῳ οφθαλμῳ της καρδιας, και ἡ σατανικη του σκοτους και ἡ φωτεινη της θεοτητος.[39]Νυν δ’ εμοι μεν ὡρα ποι ιεναι: von PLATON, ebenso gern wie bei uns, am Ende gewisser Dialoge idiomatisch gebraucht, bei Menon, Theaitetos, Protagoras, Laches etc.[40]Der Topus vom himmlischen Gehör, S. 88, ist aufChāndogyopaniṣatV, 1,4gegründet:Yo ha vai sampadaṃ veda, saṃ hāsmai kāmāḥ padyante daivāśca mānuṣāśca: śrotraṃ vā va sampat. Ja, er reicht in eine weit fernere Vergangenheit hinauf, da wir schon imSāmavidhānabrāhmaṇam(I, 8) beide Arten der Töne, die himmlischen und die irdischen, die der Götter und die der Menschen, zugleich mit den fünf übrigen der diatonischen Skala, der Reihe nach absteigend bis zu den Geistern, Thieren, Dämonen, Bäumen und Kräutern, als Substrat der ganzen Welt — wie später denpraṇavas (om)oder den pythagorischen αριθμος — genannt hören.Dem einsam nachdenkenden Hüter und Hirten, S. 91, steht der thätig erfahrene Hüter und Hirt der 33. u. 34. Rede gegenüber: ὁ ποιμην ὁ καλος des Ev. Joh. X. 12–18 (Luk. XV, 4–6), der ebenso beliebte als problematische »gute Hirt«, schon auf einem Fresko der Lucina-Krypte zu Rom aus dem Anfange des 2. Jahrh. pompejanisch anmuthig nachgebildet; während auf den etwa 300–350 Jahre älteren asokischen Skulpturen zu Sāñci, Barāhat etc. anstelle der Heerdenbehütung das strengere Motiv der Einsamkeit im Wildparke prototypisch behandelt ist.[41]Das Axiomeso ’ham asmi›Das bin ich‹ kann aufBṛhadāraṇyakopaniṣatI, 4,1so’ham asmietc. Bezug haben;n’etam mama›Das gehört mir nicht‹ ιδιον τε μηδεν ἡγεισθαι, PYTHAGORASbei DIOG. LAERT. VIII, 23. Ebenso »Thou art not thyself«, Measure for Measure III, 1,19. — Die topische Frage und Antwort am Schlusse dieser und ähnlicher Reden (vergl. namentlich die 146ste) ist der Strophe und Gegenstrophe im chorischen Dialog am Schlusse der Perser des AISCHYLOSvollkommen koordinat.[42]Cf.ManusII, 147 f;opapātiko: utpādayati yasmiṃ saḥ. Vergl. bes. nochVasiṣṭhasII, 5.[43]Zumādiśrautamvon der Saat und Ernte cf. die Rede nebst Anm. 176. Bekanntlich in die synoptischen Evangelien aufgenommen; bei uns am schönsten von GOTTFRIEDim Tristan ausgesprochen, ed. pr. v. 12239 f.:Wir muezen snîden unde maejenDaz selbe, daz wir dar gesaejen.Die Bemerkung, dass Gute gleich und ungleich, Schlechte auch nicht gleich und gleich zu erkennen vermögen — ähnlich wie Korinth. I, 2,14, 15eine Vertiefung des antiken Axioms vom Gleichen für Gleiches, das z. B. bei uns im ersten Theile der 105. Rede, S. 56–59, ausgeführt ist — wird von den beiden Asketen gegen Ende des vierten Aktes derS̀akuntalābestätigt,vanaukaso ’pi santo laukikajñā vayam, undna khalu dhīmatāṃ kaścid aviṣayo nāma; bei uns vom ehrwürdigen Illuministen MERSWIN, im Buche von den Neun Felsen p. 115: »dis sint menschen, die der welte unbekant sint, abber die weit ist diesen menschen gar wol bekant.«Das Hauptergebniss, ‚Den Guten gesellt sein‘, eine Erinnerung, die in unseren Texten immer wiederkehrt, ist am Ende der 75. Rede mit lakonischer Meisterschaft entwickelt. Es ist derselbe Satz, den ARISTOPHANESin den Sphekes 1238 citiert, τους αγαθους φιγει, und den der Chor 1457/61 ausführt:το γαρ αποστηναι χαλεπονφυσεος, ὁν εχοι τις αει.Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·ξυνοντες γνωμαις ἑτερονμετεβαλλοντο τους τροπσυς.[44]Analog von DIOGENESdeutlich erkannt, ὁς ελεγε, μητε εν πολει πλουσιᾳ μητε εν οικιᾳ αρετην οικειν δυνασθαι, STOB. Flor. XCIII, 35.[45]gāmadhammogemein, imRāmāyaṇamundBhāratamebensogrāmyadharmas, ein recht zutreffender Ausdruck, wörtlich: dorfartig, d. i. (mhd) doerperlich; nämlich αγροικος, rusticus, villanus, villano, vilain: country matters, wie Hamlet (III, 2) dieselbe Sache ebenso bezeichnend sagt. Dagegenagrāmyatā»Ungemeinheit«, d. i. edle Sitte, hovischeit, kurtoisîe.[46]porīwörtlich: städtisch, πολιτικος; nämlich αστειος, urbanus, also nach heutigem Sprachgebrauche höflich, poli: auch dem bäuerisch u. s. w. widergesetzt, aber nur formal,kṛtrimam, gegenüber dem realen Begriffe,svābhāvikam, der vorangehenden Erklärung.[47]Cf. MAKARIOS, Homil. XXX § 6 i. f.: Η ὡσπερ πετεινον, επαν εν ὑψει πετασθῃ, αμεριμνον εστιν, κτλ. Ein ähnliches Gleichniss von der Seele als einer unbeschwerten Flaumfeder bei ECKHARTp. 360. Vergl. noch Relations etc. de la Trappe, Paris 1702, I. p. 11: »Je suis comme une feuille, que le vent enleve de dessus la terre«; Lieder der Mönche v. 104.[48]Vergl. ATHANASIOSüber ANTONIOS, Vita p. 92: Ουδεποτε γαρ εταραττετο, γαληνιωσης αυτου της ψυχης· ουδεποτε σκυθρωπος εγινετο, χαιρουσης αυτον της διανοιας. Dann CELANO(Vita II, cap. 65 & 68) über S. FRANCESCO: Tutissimum remedium contra mille inimici astutias laetitiam spiritualem sanctus iste firmabat. — Studebat proinde sanctus in iubilo cordis semper existere, servare unctionem spiritus oleumque laetitiae. Morbum accidiae pessimum summa cura vitabat. — Pro generali commonitione in quodam capitulo scribi fecit haec verba: Caveant fratres, ne se ostendant extrinsecus nubilosos et hypocritas tristes, sed ostendant se gaudentes in Domino, hilares et iucundos, et convenienter gratiosos. — Wie sein »lieber herre sant Franciscô« hat in diesem Sinne auch Meister ECKHART(p. 467) gesagt, »daz der mensche nimmer cleglich wort gesprichet... daz er nimmer mê ervrewet wird: er ist selber diu vreude.«[49]τον εσωτεραν ερημον Αντωνιου, p. 68.[50]Der siam. Text hat richtigsamanupassāma. — Zum Topuskataṃ karaṇīyam, »Gewirkt das Werk«, cf. Lieder der Mönche v. 541 Anm.; und die selben Worte S. FRANCESCOSin seinen letzten Tagen: »Ego quod meum est feci.« — Die Unterscheidung, bez. Unterscheidungen, S. 119 passim, entsprechen ganz prachtvoll der ειδοποιος διαφορα, bez. den διαφοραι des ARISTOTELES; auch der platonischen επιστημη διαφορτητος. Vergl. noch p. XXIII-XXV meiner Buddhistischen Anthologie; und die letzte Anmerkung zur 64. Rede. Gegensatz: »Ein ding ân’ underscheide«, wie es bei uns schon GOTTFRIEDals höchsten Begriff der Einheit giebt, Tristan v. 18358. Ueber das Anhangen, bez. die fünf Stücke des Anhangens, ibid., sagte mir einmal ROBERTL’ORANGE: »Die ‚Theologia deutsch‘ enthält das häufig wiederkehrende Wort ‚Annehmen‘, ‚Sich-einer-Sache-annehmen‘, und unter diesem Wort beschreibt der Frankfurter das buddhistischeupādānam.« Ebenso spricht der Hochheimer, der große ECKEHART: »Dir ist nôt vor allen dingen, daz dû dich nihtesniht annemest« p. 22; p. 634 mit dem Gleichnisse vom Hagedorn, der nur glatt geschlichtet durch das Heu dieser kranken Welt ohne anzuhaften hindurchgezogen wird; p. 561: »waz an dir und in dir ist, ez ist allez gar siech unde verdorben.« Etc. Endlich sei noch auf MERSWINSBuch von den Neun Felsen verwiesen, wo p. 105 das ledig und unangenommen stehn erörtert ist.[51]Es ist gleichuḷārabhogakulāzu lesen; vergl. die 96. Rede, ed. Siam. p. 592. — Cf. daskulagṛham,ṚtusaṃhāreVI, 21, zumal diekulīnatā,Harṣacarite2p. 168. Die Liste seltener Wörter aus dem zweitgenannten Werke, die THOMASim Journal Roy. As. Soc. 1899 p. 485–517 zusammengestellt hat, weist denn auch manche lehrreiche Pālizismen auf, wiepiṇḍapātīu. a. Letzteres Wort ist mir nochYogaśikhopaniṣadiI, v. 124 begegnet, ed. Bomb.[52]Dasbāhusaccam, bez.diṭṭhupādānamim allgemeinen, den Hang zur Vielwisserei, hat ROBERTL’ORANGEtreffend erklärt als »die Gelehrtenkünstlerdichterphilosophenweiseneitelkeit, das sich zueignen jeder intellektuellen Eigenschaft, von der falschen, aber blendenden und vor der Welt glänzenden Philosophie desputhujjanobis zur Weisheit desdhammānusārī«.[53]piṇḍapātiko, der von Haus zu Hause schweigend hintritt, einen Brocken, einen Bissen abzuwarten, einzusammeln; cf.Theragāthā849 f. — Vergl. CELANO(Vita II, cap. 17) über S. FRANCESCO: Pater sanctus utebatur eleemosynis ostiatim quaesitis multo libentius quam oblatis; verecundiam mendicandi inimicam saluti dicebat, verecundiam in mendicando eam, quae pedem non retrahit, sanctam esse confirmans.[54]Cf. die 65. Rede, Anfang. — Ησθιεν τε ἁπαξ της ἡμερας: ANTONIIEremitae Vita p. 13.[55]»Sit vobis, fratres, non cibus sed caritas in exemplum«, hat S. FRANCESCOgesagt und es, wie oben, den Brüdern oft wiederholt: »De omni eo quod peccator potest, nemo sibi debet iniquo applausu blandiri. Peccator ieiunare potest, orare, plangere, carnemque propriam macerare; hoc solum non potest, Domino scilicet suo esse fidelis.« BONAVENTURAcap. 5–6; CELANOII, 74. Gleichwohl aber hat auch S. FRANCESCOals guter Mensch die strenge Observanz geübt: cum quandoque corpusculum suum somni beneficio recrearet, sedens saepius nec aliter se deponens dormiebat, pro cervicali ligno vel lapide utens. CELANOI, 19.
[1]Devadaham, i. e. Deorum lacuna. Der Ort ist auch imMahāvaṃsoII, v. 16 alsDevadaho, imMahāvastuI, p. 355 f. alsDevaḍaho, undJātakamI, p. 52 alsDevadahanagaramgut überliefert. Noch heute führt die Straße über die Ruinen vonKapilavatthunach Rummin-deī, dem einstigenLuṃminī, und von da ein paar weitere Tagereisen hinauf ins Gebirge bis zur sakkischen Gränzfeste, der stolz emporragenden Burgstadt Deonyagarh, wie sie gegenwärtig heißt. Die Angabe eines chinesischen Pilgers, der Weg vonKapilavatthunachDevadahambetrage 800li(ca. 350 km), von WATTERSim Journal Roy. As. Soc. 1898 p. 547 mitgetheilt, wird daher der Wahrheit ziemlich nahegekommen sein. — Vergl. unser Göttweig, von vicus, wîch: der Götter Hof, hoch auf steilem Felsen, gegenüber Stein an der Donau gelegen; (schott.) Lochnagar, Interlaken, Laach etc., von lacus. Die Ruinen vonDevadahammögen dermaleinst unter dem heutigen Deonyagarh aufgefunden werden, sobald nur erst Männer wie PRINSEPoder CUNNINGHAMwieder am Werke sind. Wenn Babu MUKHERJInoch jüngst nahe bei Rummin-deī danach gesucht, Report on etc. Antiquities in the Tarai etc. (Archaeological Survey of India XXVI 1 Imp. Ser.), Kalkutta 1901, S. 58, so hat er eben den gänzlich unwissenschaftlichen, bloß willkürlichen Behauptungen von Leuten wie Major WADDELLund VINCENTA. SMITHmuthlos gehorcht, ohne auch nur den Versuch eigener Quellenuntersuchung zu wagen: weil ja historisches Forschen und Verstehnlernen mehr noch als dem alten dem modernen Inder versagt ist. Die neu von ihm gelieferten, leider nur spärlichen photographischen Aufnahmen in situ der zumeist schon von dem ehemaligen Jesuiten und trotz der argen Anschuldigungen immerhin verdienstvollen A. FÜHRERentdeckten Reste und Alterthümer aus der sakkischen, künstlerisch ungemein hoch stehenden Periode sollen dagegen mit lebhaftem Danke begrüßt werden. — Auf Tafel XXVIII findet man die in der 109. Anmerkung erwähnte krystallene Phiole sowie die Urne mit der Inschrift nebst den anderen drei im selben Sarkophage (salilanidhanamLeichenschrein) verwahrt gewesenen Reliquiengefäßen photograviert. Die von mir a. a. O. vorgebrachte Hypothese einer geographischen Differenzierung vonSakkoundSakyolässt sich durch unsere Manuskripte und Inschriften doch wohl nicht genügend stützen.
[1]Devadaham, i. e. Deorum lacuna. Der Ort ist auch imMahāvaṃsoII, v. 16 alsDevadaho, imMahāvastuI, p. 355 f. alsDevaḍaho, undJātakamI, p. 52 alsDevadahanagaramgut überliefert. Noch heute führt die Straße über die Ruinen vonKapilavatthunach Rummin-deī, dem einstigenLuṃminī, und von da ein paar weitere Tagereisen hinauf ins Gebirge bis zur sakkischen Gränzfeste, der stolz emporragenden Burgstadt Deonyagarh, wie sie gegenwärtig heißt. Die Angabe eines chinesischen Pilgers, der Weg vonKapilavatthunachDevadahambetrage 800li(ca. 350 km), von WATTERSim Journal Roy. As. Soc. 1898 p. 547 mitgetheilt, wird daher der Wahrheit ziemlich nahegekommen sein. — Vergl. unser Göttweig, von vicus, wîch: der Götter Hof, hoch auf steilem Felsen, gegenüber Stein an der Donau gelegen; (schott.) Lochnagar, Interlaken, Laach etc., von lacus. Die Ruinen vonDevadahammögen dermaleinst unter dem heutigen Deonyagarh aufgefunden werden, sobald nur erst Männer wie PRINSEPoder CUNNINGHAMwieder am Werke sind. Wenn Babu MUKHERJInoch jüngst nahe bei Rummin-deī danach gesucht, Report on etc. Antiquities in the Tarai etc. (Archaeological Survey of India XXVI 1 Imp. Ser.), Kalkutta 1901, S. 58, so hat er eben den gänzlich unwissenschaftlichen, bloß willkürlichen Behauptungen von Leuten wie Major WADDELLund VINCENTA. SMITHmuthlos gehorcht, ohne auch nur den Versuch eigener Quellenuntersuchung zu wagen: weil ja historisches Forschen und Verstehnlernen mehr noch als dem alten dem modernen Inder versagt ist. Die neu von ihm gelieferten, leider nur spärlichen photographischen Aufnahmen in situ der zumeist schon von dem ehemaligen Jesuiten und trotz der argen Anschuldigungen immerhin verdienstvollen A. FÜHRERentdeckten Reste und Alterthümer aus der sakkischen, künstlerisch ungemein hoch stehenden Periode sollen dagegen mit lebhaftem Danke begrüßt werden. — Auf Tafel XXVIII findet man die in der 109. Anmerkung erwähnte krystallene Phiole sowie die Urne mit der Inschrift nebst den anderen drei im selben Sarkophage (salilanidhanamLeichenschrein) verwahrt gewesenen Reliquiengefäßen photograviert. Die von mir a. a. O. vorgebrachte Hypothese einer geographischen Differenzierung vonSakkoundSakyolässt sich durch unsere Manuskripte und Inschriften doch wohl nicht genügend stützen.
[2]»ez ist allez ein vorgewürket dinc«, sagt Meister ECKHART, ed. PFEIFFERp. 487, in Uebereinstimmung mit dieser alten, auch nachAupapātikasūtram§ 129–155 undSarvadarśanasaṃgrahas3. Kap. gegen Ende, von denJaināsangenommenen Upanischadenlehre, die, imBṛhadāraṇyakamnoch als Geheimniss behandelt, später Gemeinplatz wurde, wie e. g. imKathāsaritsāgaras40,113prākkarmopārjitaṃ sarvam eva śubhāśubham, fast wörtlich wie oben ib.41sarvaṃ tiṣṭhati pūrvakarmavaśād eva.
[2]»ez ist allez ein vorgewürket dinc«, sagt Meister ECKHART, ed. PFEIFFERp. 487, in Uebereinstimmung mit dieser alten, auch nachAupapātikasūtram§ 129–155 undSarvadarśanasaṃgrahas3. Kap. gegen Ende, von denJaināsangenommenen Upanischadenlehre, die, imBṛhadāraṇyakamnoch als Geheimniss behandelt, später Gemeinplatz wurde, wie e. g. imKathāsaritsāgaras40,113prākkarmopārjitaṃ sarvam eva śubhāśubham, fast wörtlich wie oben ib.41sarvaṃ tiṣṭhati pūrvakarmavaśād eva.
[3]Zusallena savisena gāḷhapalepanenacf.ṚgvedasX, 87,23viṣeṇa tigmena śociṣā. — In Griechenland die philoktetischen Pfeile; im HORAZdie venenatis gravida sagittis pharetra, Carm. I, 22. Auch parabolisch: »glühend bittre Pfeile«, wie Faust II im Anf.
[3]Zusallena savisena gāḷhapalepanenacf.ṚgvedasX, 87,23viṣeṇa tigmena śociṣā. — In Griechenland die philoktetischen Pfeile; im HORAZdie venenatis gravida sagittis pharetra, Carm. I, 22. Auch parabolisch: »glühend bittre Pfeile«, wie Faust II im Anf.
[4]Puna ca parambisparisodhetiist hier, wo bereits der Mönch dargestellt, übernommene Einschaltung: liesPuna ca param bhikkhave bhikkhu vivicc’ eva kāmehi viviccādi. — Zum vorhergehenden Gleichnisse cf. die 109. Anmerkung.
[4]Puna ca parambisparisodhetiist hier, wo bereits der Mönch dargestellt, übernommene Einschaltung: liesPuna ca param bhikkhave bhikkhu vivicc’ eva kāmehi viviccādi. — Zum vorhergehenden Gleichnisse cf. die 109. Anmerkung.
[5]Diese Rede ist eine gründliche, wenn auch nicht allzu leicht verständliche Exposition ideal immanenter Betrachtung gegenüber der real transscendenten der Freien Brüder. Laetus in praesens animus quod ultra est oderit curare. Vergl. auch den 14., 56. und andere verwandte Dialoge.Die Schmerzensaskese der Freien Brüder, Stetigsteher und anderer Büßer findet man insbesondere in der 45. und 57. Rede ausführlich geschildert: Gebräuche, die noch heute in Indien und gelegentlich, en miniature, sogar bei uns üblich sind; wie z. B. die alljährliche Springprozession zu Echternach zeigt. Και ταυτη Ινδων επανεληλυθυια, nach SUIDASüber THEOPHILOS.Zur Lehreāyatim anavassavo»Ferner kein Zufluss« cf. die 67. Rede S. 202 u. d. Anm. 58; auchAnnapūrṇopaniṣatV, v. 71duḥkhasyāvasarasund des apokritischen MAKARIOSθαλαττα του βιου und πελαγος της θνητης ζωης, ed. BLONDELp. 72, des MAKARIOSAigyptios διελθειν και ὑπερβηναι και διαπερασαι την πικραν θαλασσαν της ἁμαρτιας, Homil. XLIV § 6, ed. PRITIUSp. 508.Gute, unseren und den jinistischen Texten entsprechende Darstellungen büßend beharrender Stetigsteher, d. i. Freier Brüder, bieten die zahlreichen Kolossalstatuen in den Felsenwänden und -grotten auf dem Wege zur Gwaliorburg, einer der großartigsten natürlichen Festungen, die ich gesehn. Zumal die Gruppen am östlichen und am südlichen Abhange, ungefähr je zwanzig gewaltige, meist zehn, aber auch bis zwanzig Meter hohe Gestalten, zeichnen sich durch erhabene Schönheit aus; daher denn auch ein Missionar des 16. Jahrh. eine dieser Gruppen, freudig überrascht und nicht blöde, als Christus und seine Jünger beanspruchen wollte —Virtutis verae custos rigidusque satelles.
[5]Diese Rede ist eine gründliche, wenn auch nicht allzu leicht verständliche Exposition ideal immanenter Betrachtung gegenüber der real transscendenten der Freien Brüder. Laetus in praesens animus quod ultra est oderit curare. Vergl. auch den 14., 56. und andere verwandte Dialoge.
Die Schmerzensaskese der Freien Brüder, Stetigsteher und anderer Büßer findet man insbesondere in der 45. und 57. Rede ausführlich geschildert: Gebräuche, die noch heute in Indien und gelegentlich, en miniature, sogar bei uns üblich sind; wie z. B. die alljährliche Springprozession zu Echternach zeigt. Και ταυτη Ινδων επανεληλυθυια, nach SUIDASüber THEOPHILOS.
Zur Lehreāyatim anavassavo»Ferner kein Zufluss« cf. die 67. Rede S. 202 u. d. Anm. 58; auchAnnapūrṇopaniṣatV, v. 71duḥkhasyāvasarasund des apokritischen MAKARIOSθαλαττα του βιου und πελαγος της θνητης ζωης, ed. BLONDELp. 72, des MAKARIOSAigyptios διελθειν και ὑπερβηναι και διαπερασαι την πικραν θαλασσαν της ἁμαρτιας, Homil. XLIV § 6, ed. PRITIUSp. 508.
Gute, unseren und den jinistischen Texten entsprechende Darstellungen büßend beharrender Stetigsteher, d. i. Freier Brüder, bieten die zahlreichen Kolossalstatuen in den Felsenwänden und -grotten auf dem Wege zur Gwaliorburg, einer der großartigsten natürlichen Festungen, die ich gesehn. Zumal die Gruppen am östlichen und am südlichen Abhange, ungefähr je zwanzig gewaltige, meist zehn, aber auch bis zwanzig Meter hohe Gestalten, zeichnen sich durch erhabene Schönheit aus; daher denn auch ein Missionar des 16. Jahrh. eine dieser Gruppen, freudig überrascht und nicht blöde, als Christus und seine Jünger beanspruchen wollte —
Virtutis verae custos rigidusque satelles.
Virtutis verae custos rigidusque satelles.
Virtutis verae custos rigidusque satelles.
Virtutis verae custos rigidusque satelles.
[6]Dieses Gleichniss, das man fast als eine gewisse Humoreske nicht unschicklich ansehn könnte, hat SOKRATESganz ebenso naiv, zu Ende des Gesprächs im Euthyphron, gebraucht: Εμπορικη αρα τις αν ειη τεχνη ἡ ὁσιοτης θεοις και ανθρωποις παρ’ αλληλων. Ja auch ECKHART, p. 34: Diz sint allez koufliute... wan sie wellent daz eine umbe daz ander geben unde wellent alsô koufen mit unserm herren.
[6]Dieses Gleichniss, das man fast als eine gewisse Humoreske nicht unschicklich ansehn könnte, hat SOKRATESganz ebenso naiv, zu Ende des Gesprächs im Euthyphron, gebraucht: Εμπορικη αρα τις αν ειη τεχνη ἡ ὁσιοτης θεοις και ανθρωποις παρ’ αλληλων. Ja auch ECKHART, p. 34: Diz sint allez koufliute... wan sie wellent daz eine umbe daz ander geben unde wellent alsô koufen mit unserm herren.
[7]sā gaddulabandho, »ein Hund mit einem Kehlbande«. Vergl.Saṃyuttakanikāyovol. III. p. 150,taṇhāgaddulam,NiddesoII. p. 11.
[7]sā gaddulabandho, »ein Hund mit einem Kehlbande«. Vergl.Saṃyuttakanikāyovol. III. p. 150,taṇhāgaddulam,NiddesoII. p. 11.
[8]Der Text hat richtignibbānasappāyam.
[8]Der Text hat richtignibbānasappāyam.
[9]Cf. die 1. Rede des 1. Bandes. —Tao-te-king, ed. JULIEN, 1. Buches letztes Kap. i. f.Das Erforschen der Vergangenheit und der Zukunft aufgeben ist öfters eingehend behandelt, wieSaṃyuttakanikāyovol. V. p. 263/4, oderTheragāthā397:yathā pure tathā pacchā | yathā pacchā tathā pure|. Vergl. die vedischeGāthā:yad asya pūrvam aparaṃ tad asya | yadvasyāparaṃ tadvasya pūrvam|:AitareyabrāhmaṇamIII, 43. Zu den Antinomien, S. 28 passim, finden sich mancherlei scholastische Beispiele im 3. Kap. desSarvadarśanasaṃgrahas. Näher steht das schöne Wort des DEMONAX: Εξεταζοντων τινων, ει ὁ κοσμος εμψυχος, και αυθις, ει σφαιροειδης· Ὑμεις, εφη, περι δε της ἑαυτων βκοσμιας ου φροντιζετε. Aehnlich SOKRATESin der Einleitung zum Phaidros.
[9]Cf. die 1. Rede des 1. Bandes. —Tao-te-king, ed. JULIEN, 1. Buches letztes Kap. i. f.
Das Erforschen der Vergangenheit und der Zukunft aufgeben ist öfters eingehend behandelt, wieSaṃyuttakanikāyovol. V. p. 263/4, oderTheragāthā397:yathā pure tathā pacchā | yathā pacchā tathā pure|. Vergl. die vedischeGāthā:yad asya pūrvam aparaṃ tad asya | yadvasyāparaṃ tadvasya pūrvam|:AitareyabrāhmaṇamIII, 43. Zu den Antinomien, S. 28 passim, finden sich mancherlei scholastische Beispiele im 3. Kap. desSarvadarśanasaṃgrahas. Näher steht das schöne Wort des DEMONAX: Εξεταζοντων τινων, ει ὁ κοσμος εμψυχος, και αυθις, ει σφαιροειδης· Ὑμεις, εφη, περι δε της ἑαυτων βκοσμιας ου φροντιζετε. Aehnlich SOKRATESin der Einleitung zum Phaidros.
[10]liesabhiṇham.— Zur Sache cf. die 77. Rede.[11]diṭṭhipaḷāso,paḷāso=parāśas, von √śaṃs(L’ORANGE).
[10]liesabhiṇham.— Zur Sache cf. die 77. Rede.
[11]diṭṭhipaḷāso,paḷāso=parāśas, von √śaṃs(L’ORANGE).
[12]Der Stelle S. 37, »dem Sinne nach und dem Worte nach«,atthato ca vyañjanato ca, entspricht das Ende des dritten Felsenediktes, wo Asoko, an unseren Texten herangebildet, in schlichter Würde und ihm so eigenthümlich gewordener Umsicht bestimmt:Parisā pi yute āñapayisati gaṇanāyaṃ hetuto ca vyaṃjanato ca, »Die Behörden aber werden das Gebührende veranlassen unter den Leuten, der Wirklichkeit nach und dem Worte nach.« — Vergl. den alten SpruchYathāvādī tathākārī, wieTheragāthā1277; oder bei uns im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, II i. f.:Voci vita non discordet:Cum vox vitam non remordetDulcis est symphonia.
[12]Der Stelle S. 37, »dem Sinne nach und dem Worte nach«,atthato ca vyañjanato ca, entspricht das Ende des dritten Felsenediktes, wo Asoko, an unseren Texten herangebildet, in schlichter Würde und ihm so eigenthümlich gewordener Umsicht bestimmt:Parisā pi yute āñapayisati gaṇanāyaṃ hetuto ca vyaṃjanato ca, »Die Behörden aber werden das Gebührende veranlassen unter den Leuten, der Wirklichkeit nach und dem Worte nach.« — Vergl. den alten SpruchYathāvādī tathākārī, wieTheragāthā1277; oder bei uns im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, II i. f.:
Voci vita non discordet:Cum vox vitam non remordetDulcis est symphonia.
Voci vita non discordet:Cum vox vitam non remordetDulcis est symphonia.
Voci vita non discordet:Cum vox vitam non remordetDulcis est symphonia.
Voci vita non discordet:
Cum vox vitam non remordet
Dulcis est symphonia.
[13]Unter sumpfiger Ablagerung heute begraben, darüber wahrscheinlich der Weiler Sāma-devī, wie FÜHRERvermuthet, vier bis fünf Stunden südwestlich vor Niglīvā gelegen: cf. Tafel II in dessen Monograph on Buddha Sakyamuni’s Birth Place in the Nepalese Tarai, Allahabad 1897, und ib. p. 37.
[13]Unter sumpfiger Ablagerung heute begraben, darüber wahrscheinlich der Weiler Sāma-devī, wie FÜHRERvermuthet, vier bis fünf Stunden südwestlich vor Niglīvā gelegen: cf. Tafel II in dessen Monograph on Buddha Sakyamuni’s Birth Place in the Nepalese Tarai, Allahabad 1897, und ib. p. 37.
[14]Das Gleichniss von der Lehre als Kuppelbau, als geistiges Obdach, ein wahres Denkmal, wohl zu hüten, wie es die 89. Rede weiter ausführt, hat uns ARRIANvortrefflich überliefert: Λεγεται δε και ταδε, μνημηια ὁτι Ινδοι τοισι τελευτησασιν ου ποιεουσιν, αλλα τας αρετας γαρ των ανδρων ἱκανας ες μνημην τιθενται τοισν αποθανουσι, και τας ῳδας αἱ αυτοισιν επᾳδονται: Indica § 10.
[14]Das Gleichniss von der Lehre als Kuppelbau, als geistiges Obdach, ein wahres Denkmal, wohl zu hüten, wie es die 89. Rede weiter ausführt, hat uns ARRIANvortrefflich überliefert: Λεγεται δε και ταδε, μνημηια ὁτι Ινδοι τοισι τελευτησασιν ου ποιεουσιν, αλλα τας αρετας γαρ των ανδρων ἱκανας ες μνημην τιθενται τοισν αποθανουσι, και τας ῳδας αἱ αυτοισιν επᾳδονται: Indica § 10.
[15]Der Text hat richtigpatissayamānarūpā. — Vergl.MaitryupaniṣatVII, 9 diemūḍhāḥ paṇḍitaṃmanyamānāḥ, i. e.ātmānaṃp0.
[15]Der Text hat richtigpatissayamānarūpā. — Vergl.MaitryupaniṣatVII, 9 diemūḍhāḥ paṇḍitaṃmanyamānāḥ, i. e.ātmānaṃp0.
[16]Zugihipaṭisaṃyuttamcf.tyaktaṃ sannyāsayogena gṛhadharmādikaṃ vratam, Sannyāsopaniṣatv. 89; vergl. auch die Anmerkungen 45 u. 186.
[16]Zugihipaṭisaṃyuttamcf.tyaktaṃ sannyāsayogena gṛhadharmādikaṃ vratam, Sannyāsopaniṣatv. 89; vergl. auch die Anmerkungen 45 u. 186.
[17]Der Ausdruckdhammanetti, Richtschnur der Lehre, S. 47, ist noch imMahāvastugut erhalten, vol. III. p. 234 alsdharmanetrīundsaddharmanetrī, vol. II. p. 373:pralujyamāne jinavaraśāsanasmiṃ | dhāreti śāstu varadharmanetrī. Zunettiin anderer Komposition und allgemein cf. HARDY,Nettipakaraṇamp. VII f. und Lieder der Mönche Anm. zu v. 135.Dersāmukkaṃsiko vinayoder beiden letzten Reden erinnert einigermaaßen an die correptio fraterna, wie sie S. ANTONIO DAPADOVAgeübt wissen wollte. Ist auch natürlich bei ihm jene Klarheit nicht zu finden, so zeigt sich doch eine ähnlich eindringende, sorgfältig abwägende, liebevoll prüfende, mannhaft nüchterne Behandlung von Fall zu Fall wie bei uns, und immer eingedenk des hohen Zieles. Als ein Gegenstück z. B. der Geständnissannahme, oben S. 49, folge hier die korrelate kurze Stelle aus dem Sermo der feria tertia hebdom. tert. in Quadrag., ed DELAHAYE1739 fol. 87: »Debet haec correctio esse de praeterito, admonitio pro futuro, ut scilicet dicatur his verbis, Tale quid commisisti? sed super praeteritum admonitio non cadit: igitur caveas de futuro.«Zum gesammten ursprünglichenvinayo, der radikal einfach gegründet, erst später aus demśrautamūlamzu einemārbudaghoṣadharmaśāstraśākhāntarajāṉgalamentwickelt wurde, cf. die wichtige 65. Rede S. 178 der Uebersetzung, ‚je schlechter der Orden, desto mehr der Regeln‘: ein Motto, das genau einem solchen des TACITUSentspricht, »corruptissima re publica plurimae leges.« Vorher nämlich hatte der große Beobachter der Menschen und Dinge dieses Verhältniss schon ganz in unserem Sinne, eben der indischen und der antiken Anschauung überall gemäß, erklärt: »Vetustissimi mortalium, nulla adhuc mala libidine, sine probro, scelere, eoque sine poena aut coercitionibus agebant, neque praemiis opus erat, cum honesta suopte ingenio peterentur; et ubi nihil contra morem cuperent, nihil per metum vetabantur.« Ab exc. Aug. III, 26, 27. — Cf. dazu die Anm. 62.
[17]Der Ausdruckdhammanetti, Richtschnur der Lehre, S. 47, ist noch imMahāvastugut erhalten, vol. III. p. 234 alsdharmanetrīundsaddharmanetrī, vol. II. p. 373:pralujyamāne jinavaraśāsanasmiṃ | dhāreti śāstu varadharmanetrī. Zunettiin anderer Komposition und allgemein cf. HARDY,Nettipakaraṇamp. VII f. und Lieder der Mönche Anm. zu v. 135.
Dersāmukkaṃsiko vinayoder beiden letzten Reden erinnert einigermaaßen an die correptio fraterna, wie sie S. ANTONIO DAPADOVAgeübt wissen wollte. Ist auch natürlich bei ihm jene Klarheit nicht zu finden, so zeigt sich doch eine ähnlich eindringende, sorgfältig abwägende, liebevoll prüfende, mannhaft nüchterne Behandlung von Fall zu Fall wie bei uns, und immer eingedenk des hohen Zieles. Als ein Gegenstück z. B. der Geständnissannahme, oben S. 49, folge hier die korrelate kurze Stelle aus dem Sermo der feria tertia hebdom. tert. in Quadrag., ed DELAHAYE1739 fol. 87: »Debet haec correctio esse de praeterito, admonitio pro futuro, ut scilicet dicatur his verbis, Tale quid commisisti? sed super praeteritum admonitio non cadit: igitur caveas de futuro.«
Zum gesammten ursprünglichenvinayo, der radikal einfach gegründet, erst später aus demśrautamūlamzu einemārbudaghoṣadharmaśāstraśākhāntarajāṉgalamentwickelt wurde, cf. die wichtige 65. Rede S. 178 der Uebersetzung, ‚je schlechter der Orden, desto mehr der Regeln‘: ein Motto, das genau einem solchen des TACITUSentspricht, »corruptissima re publica plurimae leges.« Vorher nämlich hatte der große Beobachter der Menschen und Dinge dieses Verhältniss schon ganz in unserem Sinne, eben der indischen und der antiken Anschauung überall gemäß, erklärt: »Vetustissimi mortalium, nulla adhuc mala libidine, sine probro, scelere, eoque sine poena aut coercitionibus agebant, neque praemiis opus erat, cum honesta suopte ingenio peterentur; et ubi nihil contra morem cuperent, nihil per metum vetabantur.« Ab exc. Aug. III, 26, 27. — Cf. dazu die Anm. 62.
[18]Zum Reich des Nichtdaseins cf. dieS̀ruti-Stellen, die im 2. Bande Anm. 169 angegeben sind. Ein »demgemäßes Gespräch« hat PLATON, als ein Gleicher Gleiches darstellend, im Parmenides vollendet ausgeführt. Die Hauptstelle darin, p. 160, Ουδεν γαρ ἡτιον γιγνωσκεται τι το λεγομενον μη ειναι, και ὁτι διαφορον των αλλων, begründet nicht nur die logische Berechtigung, sondern quasi die geistige Vorstellbarkeit einer solchen Sphäre: mit höchster poetischer Kraft schon imṚgvedasX, 90,3–4vom Seher gezeigt. Erstaunlich tief erschlossen von ECKHARTin der 99. Rede; vergl. auch den vorhergehenden drittletzten Absatz i. f.: »Ein meister sprichet: der himel hât kein lieht, er ist ze hoch dar zuo.«
[18]Zum Reich des Nichtdaseins cf. dieS̀ruti-Stellen, die im 2. Bande Anm. 169 angegeben sind. Ein »demgemäßes Gespräch« hat PLATON, als ein Gleicher Gleiches darstellend, im Parmenides vollendet ausgeführt. Die Hauptstelle darin, p. 160, Ουδεν γαρ ἡτιον γιγνωσκεται τι το λεγομενον μη ειναι, και ὁτι διαφορον των αλλων, begründet nicht nur die logische Berechtigung, sondern quasi die geistige Vorstellbarkeit einer solchen Sphäre: mit höchster poetischer Kraft schon imṚgvedasX, 90,3–4vom Seher gezeigt. Erstaunlich tief erschlossen von ECKHARTin der 99. Rede; vergl. auch den vorhergehenden drittletzten Absatz i. f.: »Ein meister sprichet: der himel hât kein lieht, er ist ze hoch dar zuo.«
[19]der siam. Text hat richtigjānamāno; füranupādisesoistsaupādisesozu setzen. — Der Schluss der ärztlichen Rathschläge findet sich ebenso fein in einem Gleichnisse des ARISTOTELESbeobachtet: Ουτε γαρ ιατρος σκοπει ει δει ὑριεινειν η μη, αλλ ει περιπατειν η μη: Ethic. Eudem. lib. II. cap. XI. Zur ärztlichen Kunst, von welcher hier eine hübsche Probe gegeben, cf. auch die 75. Rede und No. 129 Anmerkung 157. — Einer der berühmtesten Aerzte ist bekanntlich unserJīvakogewesen, zugleich ein feinsinnig gebildeter Geist, als den ihn die 55. Rede kundgiebt. Sein offizieller Rang alskaumārabhṛtyas,komārabhaccoist vonkumārasPrinz abzuleiten: also der Prinzenarzt, d. i. der Hofarzt. Kaum nöthig zu betonen, dasskumārasder Titel für Prinz ist; wie denn auch Asoko das Wort nur in diesem Sinne anwendet: cf. Dhauli No. I, 23, II, 1, Säulenedikt VII, 2,6und BÜHLERSAnmerkunglhierzu, Epigraphia Indica II, 274.Kumārasheißt wohl auch »Kind«, aber in demselben höfischen Sinne wie unser kint Ortlieb, Gîselher daz kint, wo erwachsene Prinzen gemeint sind, Nib. 1961, 1098, oder wie altenglisch Childe (cf. Harold).Kaumārabhṛtyasetwa streng fachsimpelhaft als »Kinderarzt« ausweisen, wie noch JOLLY, Medizin p. 68, ist daher nicht anders als ob man D. CARLOS, Infant von Spanien, als »Kind von Spanien« übersetzen wollte. Barbarische Machwerke vom Schlage der BOWER-Mss. etc., die nicht nur den Begriff deskumārasverkannt haben, sind überhaupt für die Kunde der ächten wissenschaftlichen Medizin der Inder recht unfruchtbar, dienen vielmehr als Materialien zu einem Kodex der Quacksalberei, auch der Zaubermittel und Horoskopien, sowie einer indianisch germanistischen Kritiklosigkeit, die alles, altes und neues, meisterhafte Diagnosen wie scharlatanische Alfanzereien kunterbunt durcheinanderstreicht. Die Geschichte der indischen Medizin kann von keinem Philologen und von keinem Arzte, nur von einem, der beides ist und dazu noch ein halbes Gran vom Geiste BICHATSmitbringt, vielleicht einmal geschrieben werden: so nämlich wie COLEBROOKEjetzt vor hundert Jahren mit der indischen Jurisprudenz den Anfang gemacht.
[19]der siam. Text hat richtigjānamāno; füranupādisesoistsaupādisesozu setzen. — Der Schluss der ärztlichen Rathschläge findet sich ebenso fein in einem Gleichnisse des ARISTOTELESbeobachtet: Ουτε γαρ ιατρος σκοπει ει δει ὑριεινειν η μη, αλλ ει περιπατειν η μη: Ethic. Eudem. lib. II. cap. XI. Zur ärztlichen Kunst, von welcher hier eine hübsche Probe gegeben, cf. auch die 75. Rede und No. 129 Anmerkung 157. — Einer der berühmtesten Aerzte ist bekanntlich unserJīvakogewesen, zugleich ein feinsinnig gebildeter Geist, als den ihn die 55. Rede kundgiebt. Sein offizieller Rang alskaumārabhṛtyas,komārabhaccoist vonkumārasPrinz abzuleiten: also der Prinzenarzt, d. i. der Hofarzt. Kaum nöthig zu betonen, dasskumārasder Titel für Prinz ist; wie denn auch Asoko das Wort nur in diesem Sinne anwendet: cf. Dhauli No. I, 23, II, 1, Säulenedikt VII, 2,6und BÜHLERSAnmerkunglhierzu, Epigraphia Indica II, 274.Kumārasheißt wohl auch »Kind«, aber in demselben höfischen Sinne wie unser kint Ortlieb, Gîselher daz kint, wo erwachsene Prinzen gemeint sind, Nib. 1961, 1098, oder wie altenglisch Childe (cf. Harold).Kaumārabhṛtyasetwa streng fachsimpelhaft als »Kinderarzt« ausweisen, wie noch JOLLY, Medizin p. 68, ist daher nicht anders als ob man D. CARLOS, Infant von Spanien, als »Kind von Spanien« übersetzen wollte. Barbarische Machwerke vom Schlage der BOWER-Mss. etc., die nicht nur den Begriff deskumārasverkannt haben, sind überhaupt für die Kunde der ächten wissenschaftlichen Medizin der Inder recht unfruchtbar, dienen vielmehr als Materialien zu einem Kodex der Quacksalberei, auch der Zaubermittel und Horoskopien, sowie einer indianisch germanistischen Kritiklosigkeit, die alles, altes und neues, meisterhafte Diagnosen wie scharlatanische Alfanzereien kunterbunt durcheinanderstreicht. Die Geschichte der indischen Medizin kann von keinem Philologen und von keinem Arzte, nur von einem, der beides ist und dazu noch ein halbes Gran vom Geiste BICHATSmitbringt, vielleicht einmal geschrieben werden: so nämlich wie COLEBROOKEjetzt vor hundert Jahren mit der indischen Jurisprudenz den Anfang gemacht.
[20]Vergl. die 67. Rede S. 205, die 22ste S. 260 der Uebersetzung. Dazu das patristische und dann das klassische Citat im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, III 1 B 4 e: Lubricus est antiquus serpens et, nisi capite teneatur, statim totus illabitur. Et ideo dicit poeta [OVIDIUS]:Principiis obsta; sero medicina paratur,Cum mala per longas convaluere moras.
[20]Vergl. die 67. Rede S. 205, die 22ste S. 260 der Uebersetzung. Dazu das patristische und dann das klassische Citat im Speculum monachorum BERNARDICASINENSIS, III 1 B 4 e: Lubricus est antiquus serpens et, nisi capite teneatur, statim totus illabitur. Et ideo dicit poeta [OVIDIUS]:
Principiis obsta; sero medicina paratur,Cum mala per longas convaluere moras.
Principiis obsta; sero medicina paratur,Cum mala per longas convaluere moras.
Principiis obsta; sero medicina paratur,Cum mala per longas convaluere moras.
Principiis obsta; sero medicina paratur,
Cum mala per longas convaluere moras.
[21]Lies mit dem siam. Textealañ ca me.
[21]Lies mit dem siam. Textealañ ca me.
[22]Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Getast, Gedenken.
[22]Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Getast, Gedenken.
[23]Eine Parataxis wie sie der zweite Theil der Rede giebt,taṇhā sallam, avijjā visadoso, chandarāgavyāpādena ruppati, erscheint gleichartig in derMaitryupaniṣatVI i. m.,dhanuḥ śarīram, om ityetaccharaḥ, śikhā ’sya manas, tamo lakṣaṇam. Vergl. auch Anm. 173. — Dasnibbānam, die Wahnerlöschung, Wunschlosigkeit, von √van,vana, vani=vāna, vāni, ist, wie ROBERTL’ORANGEerkannt hat, zwar in dieSmṛtialsnirvāṇamübergegangen, wurde aber bald unverständlich, wie z. B. unsere 75. Rede zeigt, und daher später durchbrahmanirvāṇam, i. e.paramanirvāṇam, nach dem Musterbrahmaṃ yānam=paramaṃ yānam, oder auch durchbhoganirvāṇam, wieHarakelināṭakeTaf. II Z. 36, glossiert. ECKHART, p. 578, hat das Selbe, aber positiv, gesagt: »Der allen sînen willen hât unde sînen wunsch, der hât fride.« Das Gleichniss von der Gesundheit findet sich bei ihm wieder, wenn er von uns kranken Leuten, von der kranken Natur und von dieser kranken Welt redet; ausführlich und merkwürdig genau unserem Texte entsprechend schon bei MAKARIOS, dem Jünger des ANTONIOSund ersten christlichen Mönche, unter dessen Namen — bereits ECKHART, p. 366, sagt »die heiligen veter Macharius unde die andern« — uns Aufzeichnungen erhalten sind, De patientia et discretione cap. IX. Auch SOKRATEShat ganz ähnlich im Gorgias gesprochen.
[23]Eine Parataxis wie sie der zweite Theil der Rede giebt,taṇhā sallam, avijjā visadoso, chandarāgavyāpādena ruppati, erscheint gleichartig in derMaitryupaniṣatVI i. m.,dhanuḥ śarīram, om ityetaccharaḥ, śikhā ’sya manas, tamo lakṣaṇam. Vergl. auch Anm. 173. — Dasnibbānam, die Wahnerlöschung, Wunschlosigkeit, von √van,vana, vani=vāna, vāni, ist, wie ROBERTL’ORANGEerkannt hat, zwar in dieSmṛtialsnirvāṇamübergegangen, wurde aber bald unverständlich, wie z. B. unsere 75. Rede zeigt, und daher später durchbrahmanirvāṇam, i. e.paramanirvāṇam, nach dem Musterbrahmaṃ yānam=paramaṃ yānam, oder auch durchbhoganirvāṇam, wieHarakelināṭakeTaf. II Z. 36, glossiert. ECKHART, p. 578, hat das Selbe, aber positiv, gesagt: »Der allen sînen willen hât unde sînen wunsch, der hât fride.« Das Gleichniss von der Gesundheit findet sich bei ihm wieder, wenn er von uns kranken Leuten, von der kranken Natur und von dieser kranken Welt redet; ausführlich und merkwürdig genau unserem Texte entsprechend schon bei MAKARIOS, dem Jünger des ANTONIOSund ersten christlichen Mönche, unter dessen Namen — bereits ECKHART, p. 366, sagt »die heiligen veter Macharius unde die andern« — uns Aufzeichnungen erhalten sind, De patientia et discretione cap. IX. Auch SOKRATEShat ganz ähnlich im Gorgias gesprochen.
[24]Cf. Bd. 2, Anm. 76. Auch im 36.DivyāvadānamalsKalmāṣadamyamerhalten. Vielleicht auf der Humus das heutige Kamasin, imKurukṣetramder Jamna-Ebene, eine Tagesfahrt westlich von Allahabad. Schon bei PTOLEMAEUSist der Ort schlechthin als Καρμαρα, ungenau aber deutlicher als andere, überliefert, Geogr. Lib. VII. cap. I. § 91, No. 7.
[24]Cf. Bd. 2, Anm. 76. Auch im 36.DivyāvadānamalsKalmāṣadamyamerhalten. Vielleicht auf der Humus das heutige Kamasin, imKurukṣetramder Jamna-Ebene, eine Tagesfahrt westlich von Allahabad. Schon bei PTOLEMAEUSist der Ort schlechthin als Καρμαρα, ungenau aber deutlicher als andere, überliefert, Geogr. Lib. VII. cap. I. § 91, No. 7.
[25]Lies...upādāya, sabbaṃ rūpam. — Die vier Hauptstoffe sind Erde, Wasser, Feuer, Luft. Vergl. die 28. Rede; besonders die Uebungen der 62sten.
[25]Lies...upādāya, sabbaṃ rūpam. — Die vier Hauptstoffe sind Erde, Wasser, Feuer, Luft. Vergl. die 28. Rede; besonders die Uebungen der 62sten.
[26]Liesnāhaṃ kvacani kassaci kiñcanatasmiṃ, na ca mama kvacani kismiñci: kiñcanaṃ nātthi. — »Er mir niht und ich ime niht« und »unbewegelîcher werden denne niht« sagt ECKHART, p. 508 u. 510.
[26]Liesnāhaṃ kvacani kassaci kiñcanatasmiṃ, na ca mama kvacani kismiñci: kiñcanaṃ nātthi. — »Er mir niht und ich ime niht« und »unbewegelîcher werden denne niht« sagt ECKHART, p. 508 u. 510.
[27]Eine ähnlich wichtige und meisterhafte Darstellung der Gedanken dieser Rede ist imAṉguttaranikāyoX No. 29 theilweise weiter ausgeführt. Vergl. auchSuttanipātov. 759–761.Die abschließende Mahnungmā pamādattha, wie noch in Nr. 8, 19 und 152, entspricht den letzten Worten Gotamos, alsappamādena sampādethaimDīghanikāyoNr. 16 überliefert. Achthundert Jahre später vom großen ANTONIOSdem Eremiten wiederholt als μη εκκακειν εν τῃ ασκησει, nach des ATHANASIOSautoptischer Biographie, p. 56 der Ausgabe von 1611: und noch einmal als frohen Scheidegruß vor seinem Ende, den Jüngern zum Vermächtnisse, treu bewahrt von den andächtigen Freunden, χαιρον διελεγετο και παρηγγειλεν αυτοις· μη ολιγωρειν εν τοις πονοις, μη δε εκκακειν τῃ ασκησει, αλλ ὡς καθ’ ἡμεραν αποθνησκοντας ζῃν, ib. p. 116. — Die vielmehr hindustanische als palaestinensische Natur dieses ächten ANTONIOSder Augenzeugen, der allerdings dem Zerrbilde frommer Lügner, Zeloten und Legendenjäger recht unähnlich sieht, kommt in der Sterbestunde ganz unverkümmert zum Vorschein, wo er allein mit den beiden Hauptjüngern,aggasāvakāmöchte man sagen, MAKARIOSund AMMATAS, wieder auf seine entlegene Bergfeste zurückgezogen die Abmachung trifft, ihn verborgen zu begraben (vergl. Lieder der Mönche v. 919), und ihnen endlich den ebenso unchristlichen als rein buddhistischen Rath ertheilt, ζησατε προσεχοντες ἑαυτοις, και μνημονευοντες ὡν ηκουσατε παρ’ εμου παραινεσεων, l. c. p. 117, d. i.attadīpā viharatha attasaraṇā anaññasaraṇā, dhammadīpā dhammasaraṇā anaññasaraṇā: also die wörtliche Paraphrase eines der letzten Rathschläge Gotamos an Ānando, wiederumDīghanikāyoNo. 16, 2. Abschnitt i. f.
[27]Eine ähnlich wichtige und meisterhafte Darstellung der Gedanken dieser Rede ist imAṉguttaranikāyoX No. 29 theilweise weiter ausgeführt. Vergl. auchSuttanipātov. 759–761.
Die abschließende Mahnungmā pamādattha, wie noch in Nr. 8, 19 und 152, entspricht den letzten Worten Gotamos, alsappamādena sampādethaimDīghanikāyoNr. 16 überliefert. Achthundert Jahre später vom großen ANTONIOSdem Eremiten wiederholt als μη εκκακειν εν τῃ ασκησει, nach des ATHANASIOSautoptischer Biographie, p. 56 der Ausgabe von 1611: und noch einmal als frohen Scheidegruß vor seinem Ende, den Jüngern zum Vermächtnisse, treu bewahrt von den andächtigen Freunden, χαιρον διελεγετο και παρηγγειλεν αυτοις· μη ολιγωρειν εν τοις πονοις, μη δε εκκακειν τῃ ασκησει, αλλ ὡς καθ’ ἡμεραν αποθνησκοντας ζῃν, ib. p. 116. — Die vielmehr hindustanische als palaestinensische Natur dieses ächten ANTONIOSder Augenzeugen, der allerdings dem Zerrbilde frommer Lügner, Zeloten und Legendenjäger recht unähnlich sieht, kommt in der Sterbestunde ganz unverkümmert zum Vorschein, wo er allein mit den beiden Hauptjüngern,aggasāvakāmöchte man sagen, MAKARIOSund AMMATAS, wieder auf seine entlegene Bergfeste zurückgezogen die Abmachung trifft, ihn verborgen zu begraben (vergl. Lieder der Mönche v. 919), und ihnen endlich den ebenso unchristlichen als rein buddhistischen Rath ertheilt, ζησατε προσεχοντες ἑαυτοις, και μνημονευοντες ὡν ηκουσατε παρ’ εμου παραινεσεων, l. c. p. 117, d. i.attadīpā viharatha attasaraṇā anaññasaraṇā, dhammadīpā dhammasaraṇā anaññasaraṇā: also die wörtliche Paraphrase eines der letzten Rathschläge Gotamos an Ānando, wiederumDīghanikāyoNo. 16, 2. Abschnitt i. f.
[28]»Willst du beschieden sein rechter Nothdurft?« — »Ja.« — »Das ist Brunnen und Brot und ein Rock: das ist rechte leibliche Nothdurft.« ECKHART, p. 461. — Vergl. nochMahābhāratamXIV, 46,23und32.
[28]»Willst du beschieden sein rechter Nothdurft?« — »Ja.« — »Das ist Brunnen und Brot und ein Rock: das ist rechte leibliche Nothdurft.« ECKHART, p. 461. — Vergl. nochMahābhāratamXIV, 46,23und32.
[29]ανθρωποι κενεης οιησιος εμπλεοι ασκοι: TIMONISPHLIASIISillus 14.
[29]ανθρωποι κενεης οιησιος εμπλεοι ασκοι: TIMONISPHLIASIISillus 14.
[30]Die Pforten der Sinne verschlossen haben, sagt ECKHART, p. 624; auch hat er nach den fünf Sinnen das Denken als sechsten Sinn richtig erkannt, p. 109, 590.
[30]Die Pforten der Sinne verschlossen haben, sagt ECKHART, p. 624; auch hat er nach den fünf Sinnen das Denken als sechsten Sinn richtig erkannt, p. 109, 590.
[31]Cf. Lieder der Mönche Seite 306 Anm. 1. —S̀ukasaptati52:Prajñāvisphāritākṣāṇāṃvidravanti vipattayaḥhastodyatapradīpānāmandhakāra ivāgrataḥ.
[31]Cf. Lieder der Mönche Seite 306 Anm. 1. —S̀ukasaptati52:
Prajñāvisphāritākṣāṇāṃvidravanti vipattayaḥhastodyatapradīpānāmandhakāra ivāgrataḥ.
Prajñāvisphāritākṣāṇāṃvidravanti vipattayaḥhastodyatapradīpānāmandhakāra ivāgrataḥ.
Prajñāvisphāritākṣāṇāṃvidravanti vipattayaḥhastodyatapradīpānāmandhakāra ivāgrataḥ.
Prajñāvisphāritākṣāṇāṃ
vidravanti vipattayaḥ
hastodyatapradīpānām
andhakāra ivāgrataḥ.
[32]Ein ganz erstaunliches, bis in die feineren Einzelheiten deutlich erkennbares Spiegelbild dieser Rede stellt PLATONSMenon dar; sogar findet man da, auch gegen Ende des Dialogs, unseren Weg nachRājagahamals Weg nach Larisa, und unseren Wegweiser,maggakkhāyī, als ἡγεμων επι το ορθον wieder.Zum liebevollen Herzen, S. 78 passim, cf. zumal die 62. Rede S. 144 bis 146 und die vier Allegorien der 21. Rede. Dieselben wurden, z. Th. wörtlich, in die S̀ruti aufgenommen; so die zweite, vom weiten, tiefen, unbeschränkten, himmelsraumgleichen Gemüthe, alsvyomavannirupādhikaḥin dieVarāhopaniṣatII, 53. Letzteres Bild auch bei ECKHART, p. 222: »Der himel enmac keinen fremden îndruk enpfangen, ime mac kein pînlîchiu nôt în gedrücket werden daz in entsetze: alsô muoz diu sêle gevestet unde bestêtet sîn« etc. Vergl. noch die 127. Rede, Anm. 134.
[32]Ein ganz erstaunliches, bis in die feineren Einzelheiten deutlich erkennbares Spiegelbild dieser Rede stellt PLATONSMenon dar; sogar findet man da, auch gegen Ende des Dialogs, unseren Weg nachRājagahamals Weg nach Larisa, und unseren Wegweiser,maggakkhāyī, als ἡγεμων επι το ορθον wieder.
Zum liebevollen Herzen, S. 78 passim, cf. zumal die 62. Rede S. 144 bis 146 und die vier Allegorien der 21. Rede. Dieselben wurden, z. Th. wörtlich, in die S̀ruti aufgenommen; so die zweite, vom weiten, tiefen, unbeschränkten, himmelsraumgleichen Gemüthe, alsvyomavannirupādhikaḥin dieVarāhopaniṣatII, 53. Letzteres Bild auch bei ECKHART, p. 222: »Der himel enmac keinen fremden îndruk enpfangen, ime mac kein pînlîchiu nôt în gedrücket werden daz in entsetze: alsô muoz diu sêle gevestet unde bestêtet sîn« etc. Vergl. noch die 127. Rede, Anm. 134.
[33]Lies mit dem Textedhammasāmaggiyā.
[33]Lies mit dem Textedhammasāmaggiyā.
[34]Im Text ist hier eine Wiederholung von Frage und Antwort interpoliert.
[34]Im Text ist hier eine Wiederholung von Frage und Antwort interpoliert.
[35]Ebenso ECKHART‚hören und behalten‘; fünfmal auf einer Seite, 290.
[35]Ebenso ECKHART‚hören und behalten‘; fünfmal auf einer Seite, 290.
[36]Ein Gleiches berichtet der Doctor seraphicus vom Professor paupertatis, Vita, cap. V. vorletzter Absatz.
[36]Ein Gleiches berichtet der Doctor seraphicus vom Professor paupertatis, Vita, cap. V. vorletzter Absatz.
[37]Και γαρ και τουτο μν μεγα της ασκησεως του Αντωνιου, ὡτι χαρισμα διακρισεως πνευματων εχων, επεγινωσκεν αυτων τα κινηματα· και προς ὁ τις αυτων ειχε την σπουδην ηαι την ὁρμην, τουτο ουκ ηγνοει]: ATHANASIOSp. 113.
[37]Και γαρ και τουτο μν μεγα της ασκησεως του Αντωνιου, ὡτι χαρισμα διακρισεως πνευματων εχων, επεγινωσκεν αυτων τα κινηματα· και προς ὁ τις αυτων ειχε την σπουδην ηαι την ὁρμην, τουτο ουκ ηγνοει]: ATHANASIOSp. 113.
[38]Vergl. MAKARIOS, Homil. XXXIII fin. & XIV § 6 i. f.: ουτε ... ὁραται τοις σαρκικοις οφθαλμοις, τοις δε πνευματικοις φαινεται, τῳ οφθαλμῳ της καρδιας, και ἡ σατανικη του σκοτους και ἡ φωτεινη της θεοτητος.
[38]Vergl. MAKARIOS, Homil. XXXIII fin. & XIV § 6 i. f.: ουτε ... ὁραται τοις σαρκικοις οφθαλμοις, τοις δε πνευματικοις φαινεται, τῳ οφθαλμῳ της καρδιας, και ἡ σατανικη του σκοτους και ἡ φωτεινη της θεοτητος.
[39]Νυν δ’ εμοι μεν ὡρα ποι ιεναι: von PLATON, ebenso gern wie bei uns, am Ende gewisser Dialoge idiomatisch gebraucht, bei Menon, Theaitetos, Protagoras, Laches etc.
[39]Νυν δ’ εμοι μεν ὡρα ποι ιεναι: von PLATON, ebenso gern wie bei uns, am Ende gewisser Dialoge idiomatisch gebraucht, bei Menon, Theaitetos, Protagoras, Laches etc.
[40]Der Topus vom himmlischen Gehör, S. 88, ist aufChāndogyopaniṣatV, 1,4gegründet:Yo ha vai sampadaṃ veda, saṃ hāsmai kāmāḥ padyante daivāśca mānuṣāśca: śrotraṃ vā va sampat. Ja, er reicht in eine weit fernere Vergangenheit hinauf, da wir schon imSāmavidhānabrāhmaṇam(I, 8) beide Arten der Töne, die himmlischen und die irdischen, die der Götter und die der Menschen, zugleich mit den fünf übrigen der diatonischen Skala, der Reihe nach absteigend bis zu den Geistern, Thieren, Dämonen, Bäumen und Kräutern, als Substrat der ganzen Welt — wie später denpraṇavas (om)oder den pythagorischen αριθμος — genannt hören.Dem einsam nachdenkenden Hüter und Hirten, S. 91, steht der thätig erfahrene Hüter und Hirt der 33. u. 34. Rede gegenüber: ὁ ποιμην ὁ καλος des Ev. Joh. X. 12–18 (Luk. XV, 4–6), der ebenso beliebte als problematische »gute Hirt«, schon auf einem Fresko der Lucina-Krypte zu Rom aus dem Anfange des 2. Jahrh. pompejanisch anmuthig nachgebildet; während auf den etwa 300–350 Jahre älteren asokischen Skulpturen zu Sāñci, Barāhat etc. anstelle der Heerdenbehütung das strengere Motiv der Einsamkeit im Wildparke prototypisch behandelt ist.
[40]Der Topus vom himmlischen Gehör, S. 88, ist aufChāndogyopaniṣatV, 1,4gegründet:Yo ha vai sampadaṃ veda, saṃ hāsmai kāmāḥ padyante daivāśca mānuṣāśca: śrotraṃ vā va sampat. Ja, er reicht in eine weit fernere Vergangenheit hinauf, da wir schon imSāmavidhānabrāhmaṇam(I, 8) beide Arten der Töne, die himmlischen und die irdischen, die der Götter und die der Menschen, zugleich mit den fünf übrigen der diatonischen Skala, der Reihe nach absteigend bis zu den Geistern, Thieren, Dämonen, Bäumen und Kräutern, als Substrat der ganzen Welt — wie später denpraṇavas (om)oder den pythagorischen αριθμος — genannt hören.
Dem einsam nachdenkenden Hüter und Hirten, S. 91, steht der thätig erfahrene Hüter und Hirt der 33. u. 34. Rede gegenüber: ὁ ποιμην ὁ καλος des Ev. Joh. X. 12–18 (Luk. XV, 4–6), der ebenso beliebte als problematische »gute Hirt«, schon auf einem Fresko der Lucina-Krypte zu Rom aus dem Anfange des 2. Jahrh. pompejanisch anmuthig nachgebildet; während auf den etwa 300–350 Jahre älteren asokischen Skulpturen zu Sāñci, Barāhat etc. anstelle der Heerdenbehütung das strengere Motiv der Einsamkeit im Wildparke prototypisch behandelt ist.
[41]Das Axiomeso ’ham asmi›Das bin ich‹ kann aufBṛhadāraṇyakopaniṣatI, 4,1so’ham asmietc. Bezug haben;n’etam mama›Das gehört mir nicht‹ ιδιον τε μηδεν ἡγεισθαι, PYTHAGORASbei DIOG. LAERT. VIII, 23. Ebenso »Thou art not thyself«, Measure for Measure III, 1,19. — Die topische Frage und Antwort am Schlusse dieser und ähnlicher Reden (vergl. namentlich die 146ste) ist der Strophe und Gegenstrophe im chorischen Dialog am Schlusse der Perser des AISCHYLOSvollkommen koordinat.
[41]Das Axiomeso ’ham asmi›Das bin ich‹ kann aufBṛhadāraṇyakopaniṣatI, 4,1so’ham asmietc. Bezug haben;n’etam mama›Das gehört mir nicht‹ ιδιον τε μηδεν ἡγεισθαι, PYTHAGORASbei DIOG. LAERT. VIII, 23. Ebenso »Thou art not thyself«, Measure for Measure III, 1,19. — Die topische Frage und Antwort am Schlusse dieser und ähnlicher Reden (vergl. namentlich die 146ste) ist der Strophe und Gegenstrophe im chorischen Dialog am Schlusse der Perser des AISCHYLOSvollkommen koordinat.
[42]Cf.ManusII, 147 f;opapātiko: utpādayati yasmiṃ saḥ. Vergl. bes. nochVasiṣṭhasII, 5.
[42]Cf.ManusII, 147 f;opapātiko: utpādayati yasmiṃ saḥ. Vergl. bes. nochVasiṣṭhasII, 5.
[43]Zumādiśrautamvon der Saat und Ernte cf. die Rede nebst Anm. 176. Bekanntlich in die synoptischen Evangelien aufgenommen; bei uns am schönsten von GOTTFRIEDim Tristan ausgesprochen, ed. pr. v. 12239 f.:Wir muezen snîden unde maejenDaz selbe, daz wir dar gesaejen.Die Bemerkung, dass Gute gleich und ungleich, Schlechte auch nicht gleich und gleich zu erkennen vermögen — ähnlich wie Korinth. I, 2,14, 15eine Vertiefung des antiken Axioms vom Gleichen für Gleiches, das z. B. bei uns im ersten Theile der 105. Rede, S. 56–59, ausgeführt ist — wird von den beiden Asketen gegen Ende des vierten Aktes derS̀akuntalābestätigt,vanaukaso ’pi santo laukikajñā vayam, undna khalu dhīmatāṃ kaścid aviṣayo nāma; bei uns vom ehrwürdigen Illuministen MERSWIN, im Buche von den Neun Felsen p. 115: »dis sint menschen, die der welte unbekant sint, abber die weit ist diesen menschen gar wol bekant.«Das Hauptergebniss, ‚Den Guten gesellt sein‘, eine Erinnerung, die in unseren Texten immer wiederkehrt, ist am Ende der 75. Rede mit lakonischer Meisterschaft entwickelt. Es ist derselbe Satz, den ARISTOPHANESin den Sphekes 1238 citiert, τους αγαθους φιγει, und den der Chor 1457/61 ausführt:το γαρ αποστηναι χαλεπονφυσεος, ὁν εχοι τις αει.Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·ξυνοντες γνωμαις ἑτερονμετεβαλλοντο τους τροπσυς.
[43]Zumādiśrautamvon der Saat und Ernte cf. die Rede nebst Anm. 176. Bekanntlich in die synoptischen Evangelien aufgenommen; bei uns am schönsten von GOTTFRIEDim Tristan ausgesprochen, ed. pr. v. 12239 f.:
Wir muezen snîden unde maejenDaz selbe, daz wir dar gesaejen.
Wir muezen snîden unde maejenDaz selbe, daz wir dar gesaejen.
Wir muezen snîden unde maejenDaz selbe, daz wir dar gesaejen.
Wir muezen snîden unde maejen
Daz selbe, daz wir dar gesaejen.
Die Bemerkung, dass Gute gleich und ungleich, Schlechte auch nicht gleich und gleich zu erkennen vermögen — ähnlich wie Korinth. I, 2,14, 15eine Vertiefung des antiken Axioms vom Gleichen für Gleiches, das z. B. bei uns im ersten Theile der 105. Rede, S. 56–59, ausgeführt ist — wird von den beiden Asketen gegen Ende des vierten Aktes derS̀akuntalābestätigt,vanaukaso ’pi santo laukikajñā vayam, undna khalu dhīmatāṃ kaścid aviṣayo nāma; bei uns vom ehrwürdigen Illuministen MERSWIN, im Buche von den Neun Felsen p. 115: »dis sint menschen, die der welte unbekant sint, abber die weit ist diesen menschen gar wol bekant.«
Das Hauptergebniss, ‚Den Guten gesellt sein‘, eine Erinnerung, die in unseren Texten immer wiederkehrt, ist am Ende der 75. Rede mit lakonischer Meisterschaft entwickelt. Es ist derselbe Satz, den ARISTOPHANESin den Sphekes 1238 citiert, τους αγαθους φιγει, und den der Chor 1457/61 ausführt:
το γαρ αποστηναι χαλεπονφυσεος, ὁν εχοι τις αει.Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·ξυνοντες γνωμαις ἑτερονμετεβαλλοντο τους τροπσυς.
το γαρ αποστηναι χαλεπονφυσεος, ὁν εχοι τις αει.Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·ξυνοντες γνωμαις ἑτερονμετεβαλλοντο τους τροπσυς.
το γαρ αποστηναι χαλεπονφυσεος, ὁν εχοι τις αει.Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·ξυνοντες γνωμαις ἑτερονμετεβαλλοντο τους τροπσυς.
το γαρ αποστηναι χαλεπον
φυσεος, ὁν εχοι τις αει.
Καιτοι πολλοι ταυτ’ επαθον·
ξυνοντες γνωμαις ἑτερον
μετεβαλλοντο τους τροπσυς.
[44]Analog von DIOGENESdeutlich erkannt, ὁς ελεγε, μητε εν πολει πλουσιᾳ μητε εν οικιᾳ αρετην οικειν δυνασθαι, STOB. Flor. XCIII, 35.
[44]Analog von DIOGENESdeutlich erkannt, ὁς ελεγε, μητε εν πολει πλουσιᾳ μητε εν οικιᾳ αρετην οικειν δυνασθαι, STOB. Flor. XCIII, 35.
[45]gāmadhammogemein, imRāmāyaṇamundBhāratamebensogrāmyadharmas, ein recht zutreffender Ausdruck, wörtlich: dorfartig, d. i. (mhd) doerperlich; nämlich αγροικος, rusticus, villanus, villano, vilain: country matters, wie Hamlet (III, 2) dieselbe Sache ebenso bezeichnend sagt. Dagegenagrāmyatā»Ungemeinheit«, d. i. edle Sitte, hovischeit, kurtoisîe.
[45]gāmadhammogemein, imRāmāyaṇamundBhāratamebensogrāmyadharmas, ein recht zutreffender Ausdruck, wörtlich: dorfartig, d. i. (mhd) doerperlich; nämlich αγροικος, rusticus, villanus, villano, vilain: country matters, wie Hamlet (III, 2) dieselbe Sache ebenso bezeichnend sagt. Dagegenagrāmyatā»Ungemeinheit«, d. i. edle Sitte, hovischeit, kurtoisîe.
[46]porīwörtlich: städtisch, πολιτικος; nämlich αστειος, urbanus, also nach heutigem Sprachgebrauche höflich, poli: auch dem bäuerisch u. s. w. widergesetzt, aber nur formal,kṛtrimam, gegenüber dem realen Begriffe,svābhāvikam, der vorangehenden Erklärung.
[46]porīwörtlich: städtisch, πολιτικος; nämlich αστειος, urbanus, also nach heutigem Sprachgebrauche höflich, poli: auch dem bäuerisch u. s. w. widergesetzt, aber nur formal,kṛtrimam, gegenüber dem realen Begriffe,svābhāvikam, der vorangehenden Erklärung.
[47]Cf. MAKARIOS, Homil. XXX § 6 i. f.: Η ὡσπερ πετεινον, επαν εν ὑψει πετασθῃ, αμεριμνον εστιν, κτλ. Ein ähnliches Gleichniss von der Seele als einer unbeschwerten Flaumfeder bei ECKHARTp. 360. Vergl. noch Relations etc. de la Trappe, Paris 1702, I. p. 11: »Je suis comme une feuille, que le vent enleve de dessus la terre«; Lieder der Mönche v. 104.
[47]Cf. MAKARIOS, Homil. XXX § 6 i. f.: Η ὡσπερ πετεινον, επαν εν ὑψει πετασθῃ, αμεριμνον εστιν, κτλ. Ein ähnliches Gleichniss von der Seele als einer unbeschwerten Flaumfeder bei ECKHARTp. 360. Vergl. noch Relations etc. de la Trappe, Paris 1702, I. p. 11: »Je suis comme une feuille, que le vent enleve de dessus la terre«; Lieder der Mönche v. 104.
[48]Vergl. ATHANASIOSüber ANTONIOS, Vita p. 92: Ουδεποτε γαρ εταραττετο, γαληνιωσης αυτου της ψυχης· ουδεποτε σκυθρωπος εγινετο, χαιρουσης αυτον της διανοιας. Dann CELANO(Vita II, cap. 65 & 68) über S. FRANCESCO: Tutissimum remedium contra mille inimici astutias laetitiam spiritualem sanctus iste firmabat. — Studebat proinde sanctus in iubilo cordis semper existere, servare unctionem spiritus oleumque laetitiae. Morbum accidiae pessimum summa cura vitabat. — Pro generali commonitione in quodam capitulo scribi fecit haec verba: Caveant fratres, ne se ostendant extrinsecus nubilosos et hypocritas tristes, sed ostendant se gaudentes in Domino, hilares et iucundos, et convenienter gratiosos. — Wie sein »lieber herre sant Franciscô« hat in diesem Sinne auch Meister ECKHART(p. 467) gesagt, »daz der mensche nimmer cleglich wort gesprichet... daz er nimmer mê ervrewet wird: er ist selber diu vreude.«
[48]Vergl. ATHANASIOSüber ANTONIOS, Vita p. 92: Ουδεποτε γαρ εταραττετο, γαληνιωσης αυτου της ψυχης· ουδεποτε σκυθρωπος εγινετο, χαιρουσης αυτον της διανοιας. Dann CELANO(Vita II, cap. 65 & 68) über S. FRANCESCO: Tutissimum remedium contra mille inimici astutias laetitiam spiritualem sanctus iste firmabat. — Studebat proinde sanctus in iubilo cordis semper existere, servare unctionem spiritus oleumque laetitiae. Morbum accidiae pessimum summa cura vitabat. — Pro generali commonitione in quodam capitulo scribi fecit haec verba: Caveant fratres, ne se ostendant extrinsecus nubilosos et hypocritas tristes, sed ostendant se gaudentes in Domino, hilares et iucundos, et convenienter gratiosos. — Wie sein »lieber herre sant Franciscô« hat in diesem Sinne auch Meister ECKHART(p. 467) gesagt, »daz der mensche nimmer cleglich wort gesprichet... daz er nimmer mê ervrewet wird: er ist selber diu vreude.«
[49]τον εσωτεραν ερημον Αντωνιου, p. 68.
[49]τον εσωτεραν ερημον Αντωνιου, p. 68.
[50]Der siam. Text hat richtigsamanupassāma. — Zum Topuskataṃ karaṇīyam, »Gewirkt das Werk«, cf. Lieder der Mönche v. 541 Anm.; und die selben Worte S. FRANCESCOSin seinen letzten Tagen: »Ego quod meum est feci.« — Die Unterscheidung, bez. Unterscheidungen, S. 119 passim, entsprechen ganz prachtvoll der ειδοποιος διαφορα, bez. den διαφοραι des ARISTOTELES; auch der platonischen επιστημη διαφορτητος. Vergl. noch p. XXIII-XXV meiner Buddhistischen Anthologie; und die letzte Anmerkung zur 64. Rede. Gegensatz: »Ein ding ân’ underscheide«, wie es bei uns schon GOTTFRIEDals höchsten Begriff der Einheit giebt, Tristan v. 18358. Ueber das Anhangen, bez. die fünf Stücke des Anhangens, ibid., sagte mir einmal ROBERTL’ORANGE: »Die ‚Theologia deutsch‘ enthält das häufig wiederkehrende Wort ‚Annehmen‘, ‚Sich-einer-Sache-annehmen‘, und unter diesem Wort beschreibt der Frankfurter das buddhistischeupādānam.« Ebenso spricht der Hochheimer, der große ECKEHART: »Dir ist nôt vor allen dingen, daz dû dich nihtesniht annemest« p. 22; p. 634 mit dem Gleichnisse vom Hagedorn, der nur glatt geschlichtet durch das Heu dieser kranken Welt ohne anzuhaften hindurchgezogen wird; p. 561: »waz an dir und in dir ist, ez ist allez gar siech unde verdorben.« Etc. Endlich sei noch auf MERSWINSBuch von den Neun Felsen verwiesen, wo p. 105 das ledig und unangenommen stehn erörtert ist.
[50]Der siam. Text hat richtigsamanupassāma. — Zum Topuskataṃ karaṇīyam, »Gewirkt das Werk«, cf. Lieder der Mönche v. 541 Anm.; und die selben Worte S. FRANCESCOSin seinen letzten Tagen: »Ego quod meum est feci.« — Die Unterscheidung, bez. Unterscheidungen, S. 119 passim, entsprechen ganz prachtvoll der ειδοποιος διαφορα, bez. den διαφοραι des ARISTOTELES; auch der platonischen επιστημη διαφορτητος. Vergl. noch p. XXIII-XXV meiner Buddhistischen Anthologie; und die letzte Anmerkung zur 64. Rede. Gegensatz: »Ein ding ân’ underscheide«, wie es bei uns schon GOTTFRIEDals höchsten Begriff der Einheit giebt, Tristan v. 18358. Ueber das Anhangen, bez. die fünf Stücke des Anhangens, ibid., sagte mir einmal ROBERTL’ORANGE: »Die ‚Theologia deutsch‘ enthält das häufig wiederkehrende Wort ‚Annehmen‘, ‚Sich-einer-Sache-annehmen‘, und unter diesem Wort beschreibt der Frankfurter das buddhistischeupādānam.« Ebenso spricht der Hochheimer, der große ECKEHART: »Dir ist nôt vor allen dingen, daz dû dich nihtesniht annemest« p. 22; p. 634 mit dem Gleichnisse vom Hagedorn, der nur glatt geschlichtet durch das Heu dieser kranken Welt ohne anzuhaften hindurchgezogen wird; p. 561: »waz an dir und in dir ist, ez ist allez gar siech unde verdorben.« Etc. Endlich sei noch auf MERSWINSBuch von den Neun Felsen verwiesen, wo p. 105 das ledig und unangenommen stehn erörtert ist.
[51]Es ist gleichuḷārabhogakulāzu lesen; vergl. die 96. Rede, ed. Siam. p. 592. — Cf. daskulagṛham,ṚtusaṃhāreVI, 21, zumal diekulīnatā,Harṣacarite2p. 168. Die Liste seltener Wörter aus dem zweitgenannten Werke, die THOMASim Journal Roy. As. Soc. 1899 p. 485–517 zusammengestellt hat, weist denn auch manche lehrreiche Pālizismen auf, wiepiṇḍapātīu. a. Letzteres Wort ist mir nochYogaśikhopaniṣadiI, v. 124 begegnet, ed. Bomb.
[51]Es ist gleichuḷārabhogakulāzu lesen; vergl. die 96. Rede, ed. Siam. p. 592. — Cf. daskulagṛham,ṚtusaṃhāreVI, 21, zumal diekulīnatā,Harṣacarite2p. 168. Die Liste seltener Wörter aus dem zweitgenannten Werke, die THOMASim Journal Roy. As. Soc. 1899 p. 485–517 zusammengestellt hat, weist denn auch manche lehrreiche Pālizismen auf, wiepiṇḍapātīu. a. Letzteres Wort ist mir nochYogaśikhopaniṣadiI, v. 124 begegnet, ed. Bomb.
[52]Dasbāhusaccam, bez.diṭṭhupādānamim allgemeinen, den Hang zur Vielwisserei, hat ROBERTL’ORANGEtreffend erklärt als »die Gelehrtenkünstlerdichterphilosophenweiseneitelkeit, das sich zueignen jeder intellektuellen Eigenschaft, von der falschen, aber blendenden und vor der Welt glänzenden Philosophie desputhujjanobis zur Weisheit desdhammānusārī«.
[52]Dasbāhusaccam, bez.diṭṭhupādānamim allgemeinen, den Hang zur Vielwisserei, hat ROBERTL’ORANGEtreffend erklärt als »die Gelehrtenkünstlerdichterphilosophenweiseneitelkeit, das sich zueignen jeder intellektuellen Eigenschaft, von der falschen, aber blendenden und vor der Welt glänzenden Philosophie desputhujjanobis zur Weisheit desdhammānusārī«.
[53]piṇḍapātiko, der von Haus zu Hause schweigend hintritt, einen Brocken, einen Bissen abzuwarten, einzusammeln; cf.Theragāthā849 f. — Vergl. CELANO(Vita II, cap. 17) über S. FRANCESCO: Pater sanctus utebatur eleemosynis ostiatim quaesitis multo libentius quam oblatis; verecundiam mendicandi inimicam saluti dicebat, verecundiam in mendicando eam, quae pedem non retrahit, sanctam esse confirmans.
[53]piṇḍapātiko, der von Haus zu Hause schweigend hintritt, einen Brocken, einen Bissen abzuwarten, einzusammeln; cf.Theragāthā849 f. — Vergl. CELANO(Vita II, cap. 17) über S. FRANCESCO: Pater sanctus utebatur eleemosynis ostiatim quaesitis multo libentius quam oblatis; verecundiam mendicandi inimicam saluti dicebat, verecundiam in mendicando eam, quae pedem non retrahit, sanctam esse confirmans.
[54]Cf. die 65. Rede, Anfang. — Ησθιεν τε ἁπαξ της ἡμερας: ANTONIIEremitae Vita p. 13.
[54]Cf. die 65. Rede, Anfang. — Ησθιεν τε ἁπαξ της ἡμερας: ANTONIIEremitae Vita p. 13.
[55]»Sit vobis, fratres, non cibus sed caritas in exemplum«, hat S. FRANCESCOgesagt und es, wie oben, den Brüdern oft wiederholt: »De omni eo quod peccator potest, nemo sibi debet iniquo applausu blandiri. Peccator ieiunare potest, orare, plangere, carnemque propriam macerare; hoc solum non potest, Domino scilicet suo esse fidelis.« BONAVENTURAcap. 5–6; CELANOII, 74. Gleichwohl aber hat auch S. FRANCESCOals guter Mensch die strenge Observanz geübt: cum quandoque corpusculum suum somni beneficio recrearet, sedens saepius nec aliter se deponens dormiebat, pro cervicali ligno vel lapide utens. CELANOI, 19.
[55]»Sit vobis, fratres, non cibus sed caritas in exemplum«, hat S. FRANCESCOgesagt und es, wie oben, den Brüdern oft wiederholt: »De omni eo quod peccator potest, nemo sibi debet iniquo applausu blandiri. Peccator ieiunare potest, orare, plangere, carnemque propriam macerare; hoc solum non potest, Domino scilicet suo esse fidelis.« BONAVENTURAcap. 5–6; CELANOII, 74. Gleichwohl aber hat auch S. FRANCESCOals guter Mensch die strenge Observanz geübt: cum quandoque corpusculum suum somni beneficio recrearet, sedens saepius nec aliter se deponens dormiebat, pro cervicali ligno vel lapide utens. CELANOI, 19.