[113]Vergl.MantrabrāhmaṇamI, 4,6(=ṚgvedasX, 184,1):Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,āsiñcatu Prajāpatir,Dhātā garbhaṃ dadhātu te.Komm.:Prajāpatiḥ:prajānāṃ pālako devaḥ.Etc. Es wird also hier, derS̀rutigemäß, derCattāro mahābrahmāṇogedacht sein: dieLokapālākommen erst später.[114]pakatiyā sīlavatī; vonsīlam- ηθος, suetum, Sitte: es ist das συγγενες ηθος PINDARS(Ol. XIII, 13), die angeborene Art.[115]Vgl.BhāgavatapurāṇamX, 2,20, passim. — Eine schwangere Maria, in deren durchsichtigem Schooße man das strahlende Knäblein erblickt, ist kunstvoll geschnitzt auf dem linken Flügel des inneren 500 Jahre alten Kirchenportals zu Irrsdorf (einem kleinen Weiler neben Straßwalchen, auf bedeutsamen römischen Ueberresten errichtet), neuerdings kopiert auf dem Kapellenthore der Burg Kreuzenstein bei Stockerau dargestellt; vom Volke um Kindersegen angegangen. Ein Freskobild dieser Art hat RHYSDAVIDSerwähnt gefunden, Buddhist Birth Stories S. 65 Anm. Dergl. Kunstwerke mögen zunächst auf eine im Mittelalter beliebte, sinnige Vorstellung zurückweisen: cf. Band 2, Anm. 125; und von da wohl auf AUGUSTINUS, wie Meister ECKHARTbemerkt hat, S. 411 i. f., eigentlich schon auf MAKARIOSMG., ed. BLONDELp. 216: Ὡς γαρ εις ὑγροτητα καταβαινων ἡλιος ουχ ὑγροτητα δεχεται ουδε πηλωδης εὑρισκεται, την δ’ὑγροτητα του πηλου ξηραινων στεγανοι αυτος ὁλως την αυγην ουκ αποθολουμενος· οὑτως ὁ Θεος Λογος, ων ἡλιος νοητος, εις σαρκα κατελθων κτλ. — Nb. noch das »Marienglas«, lapis specularis.Vielleicht lassen sich solche spezifisch ārische Begriffe, um nicht Dogmen zu sagen, zuletzt in den ṛgvedischenHiraṇyagarbhasohne Mühe und heiter auflösen, von dem der Seher, X, 121, 1, singt:Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.Als jüngsten Spross der langen Ahnenreihe hätten wir da in unseren Tagen RICHARDWAGNERSRheingold zu begrüßen.[116]An dem Orte, wo die Legende das Ereigniss stattfinden lässt, in einem Haine nahe dem DorfeLuṃminī(cf. Bd. II, Anm. 237), hat Asoko unter anderem eine Denksäule errichten lassen, mit der Inschrift: »Hier wurde der Erhabene geboren.« Vergl. auch die plastischen Darstellungen der Szene, auf Ruinen aus Sārnāth etc. — Aehnlich im homerischen Hymnus auf die Geburt des Apollo, wo es, in der Uebersetzung GOETHES, v. 106–109 heißt:. . . . es nahte Letos Entbindung.Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die FüßeStemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. MächtigSprang ans Licht der göttliche Sohn.[117]Diese vier Göttersöhne, die Hüter der WeltgegendenLokapālā, auch die »Vier großen Könige«Cattāro mahārājānogenannt, sind im Christenthum zu den heiligen Drei Königen aus dem Morgenlande geworden. Noch andere, spätere Beziehungen bei SEYDEL, Buddha-Legende, 2. Aufl. S. 35. Aber die älteste christliche Darstellung zeigt richtig Vier huldigende Könige, und zwar auf einem Fresko eingangs der Domitilla-Katakombe. Als dann in der Kirche einer der Könige, etwa der Dreifaltigkeit zuliebe, allmälig verschwunden war, sehn wir doch wieder Vier schützende Erzengel an den Seiten die Tradition unserer Vier großen Könige weiter erhalten: so eben noch in Rom auf einem musivischen Bilde links am Triumphbogen der Santa Maria Maggiore, auch im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Sogar die unbiblische Bartlosigkeit anderer sehr alter, antiker Magiertypen verdient einige Beachtung. Cf. DUCHESNEet BAYET, Mémoire sur une mission au Mont Athos, Paris 1876, p. 284–296, wo die Abbildungen nachgewiesen.Noch bei der Königskrönung in der karolingischen Sage von Reinolt etc., ed. PFAFFv. 1201/03,kamen vier engel von her obeniglich in einer tuben wyß geflogenund brachten, das man han solt.[118]Im gleichen Sinne ist die Beata Maria Virgo in der Lauretanischen Litanei als »Mater purissima, Mater intemerata, Mater admirabilis, Vas spirituale, Domus aurea« gepriesen. Letzteres Bild wird zwar auf Lib. Reg. I [III], 6,22gedeutet, gehört aber demMahāmāyāsupinamdesAvidūrenidānamzu, wo es demkanakavimānamentspricht,yam pavisitvā... kucchim paviṭṭhasadiso ahosi bodhisatto:Jātakamvol. I, p. 50. — Die Vermittelung scheint über Mesopotamien erfolgt zu sein. »Omnino nulla fere ecclesia tam constanter et unanimiter anhamartesiam S. Mariae semper docuit, quam syriaca«, sagt BICKELLin seiner Ausgabe der Nisibena p. 29 und fügt p. 30 den zahlreichen ephraemitischen und anderen Sentenzen noch die Stimme eines folgenden Patriarchen hinzu, die gar deutlich demLalitavistarasnachklingt: »Si fuisset in anima Mariae ulla macula aut defectus, aliam utique, eamque immaculatam matrem elegisset sibi Dominus.«[119]Diese mehr oder minder symbolische Taufe kommt bekanntlich schon in den Gṛhyasūtren vor, e. g.GobhilasII, 8,1,saśiraskaṃ kumāram āplāvya; sie reicht übrigens in praehistorische Zeiten hinauf. — Vergl.Iacobi Sarugensis, bei ZINGERLES. 22 f., JESUJordantaufe, »auch die Abgründe erbebten bei deinem Herabkommen, und die Wolken ergossen Wasser.« (JESUEpiphanie hat neuerdings JACOBYausführlich besprochen. Ein bisher unbeachteter apokrypher Bericht über die Taufe Jesu, Straßburg 1902, namentlich S. 43 f.)Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist bei GRÜNWEDEL-BURGESS, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92 wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet behandelt, ib. No. 40, 65, 7. — Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327 Anm. 2.[120]Symbol der Königsmacht:lokajit, yasya chattraṃ sitam, wie es z. B.Ṛtusaṃhāramv. ult. heißt. ImBhāgavatapurāṇamhältHanumāndiesen Schirm zuhäupten des siegreichenRāmasIX. 10.42., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit stereotyp. — Lies mit dem siam. Texteanuhīramāne, vonharati; vorhersattapadavītihārena. Dassāptapadamweist vielleicht schon auf eine symbolische Darstellung dersaptarṣayas(Sieben Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch dastraivikramam. — Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel, ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich, weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte,śvetacchattram, den weißen Schirm, mitśvetacchadas, dem weißen Fittich, verwechselte.[121]Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher verbreiten sieht.[122]Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade an unseren Texten des AUGUSTINUSfeine Bemerkung, Civ. XXI. 4., sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis, desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«[123]Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte Anmerkung. Schon AUGUSTINUShat diese Asketen —Ājīvikās, keineDigambarajainās— richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus per cetera membrorum carent.«[124]Ebenso vom hundertjährigen APOLLONIOS VONTYANAberichtet, bei PHILOSTRATLib. I. cap. X. i. f., De mira eius castitate. Auch MAKARIOS, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον, οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während DOSITHEOSder Kilikier, das Haupt der Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von MAKARIOSMG. ed. BLONDELp. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. — Vergl. noch ECKHART, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten geneigen mügent.«[125]Nec vero saccum HILARION, quo semel amictus est, umquam aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116,48ac 119,66.[126]Vergl.NāradaparivrājakopaniṣatIV, 3:Na sambhāṣet striyaṃ kāṃcit|pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret|kathāṃ ca varjayet tāsāṃ|na paśyellikhitām api. — BONAVENTURA, Vita S. Francisci cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.[127]Cf. SOZOMENIlib. I cap. 13, De S. ANTONIOin AASS l. c. 119,64i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit; sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem, laudavit plurimum. — Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die PAULUSSIMPLICISSIMUSals beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147–148.[128]zugadduGurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √gard=γαργαρειν.Gaddūhanamattam pidann gelegentlich schlechthin ein Ausdruck für »auch noch so gering«. Andadrughnādi, TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.[129]Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische PAULOS, »Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am letzten Tage vom neunzigjährigen ANTONIOSaufgesucht, diesem noch berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen MARIA, nach vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande niedergeschrieben, wie GOETHEsie nach den Acta Sanctorum (Apr. I, 82,38) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer achtzigjähriger Meister, MICHELANGELOin einem Briefe an VASARIuns das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt, wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla morte di chi è ben vissuto.«Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De S. ANTONIOMagno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des IOANNESDAMASCENUS, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem (sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index. Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von PRITIUSbietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei FLOSSp. 63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba, inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex: Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater: Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris, nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris, nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der »wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. — Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister ECKHART.Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich geworden, imAṉguttaranikāyoI, 14, 4,8bestätigt, wo er der gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der Name, ist noch imLalitavistarasI im Anf. erhalten.[130]Der selbe Gedanke oft im MAKARIOS, e. g. Homil. XVII § 3 & XV § 41–42, XXVII § 20.[131]AggivessanoistAciravatosnomen patronymicum, der Zuname.Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im 2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte Landschaft RUISDAELSals nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.Eine Art Auszug der großen Elephantenperipetie, oben S. 261–267, giebt Vers 320–324 desDhammapadam. Cf. auch die anderen Elephantenparabeln, wie z. B. in der 61. u. 66., 27. u. 28. Rede. Das Muster der letzteren ist, nebenbei bemerkt, wörtlich in dasMahābhāratamaufgenommen worden, XII, 63,25:Yathā hastipade padāni saṃlīyante sarvasattvodbhavāni, evaṃ dharmān rājadharmeṣu sarvānetc.Zum Gleichnisse von den gebändigten und den ungebändigten Rossen, S. 258, cf. DIOG. LAERT. II, 69: Ερωτηθεις (Αριστιππος), τινι διαφερουσιν οἱ πεπαιδευμενοι των απαιδευτον, εφη· Ὡσπερ οἱ δεδαμασμενοι ἱπποι των αδαμαστον. Schon SOKRATES, im Gorgias p. 516: Ουκουν οἱ γε δικαιοι ἡμεροι, ὡς εφη Ὁμηρος. Aber geradezu emblematisch genau, bis in die Einzelheiten entsprechend, ist es im unerschöpflichen MAKARIOSwiederzufinden, als Thema seiner 23. Homilie, § 2–3.Ueber die Bedeutung vonsaṉkhalikhitam»Punkt für Punkt«, S. 264, hat neuerdings LUDWIGin der Wiener Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenl. Bd. 15 S. 307–310 geschrieben. Seine durch eine Glosse desViśvalocanasangeregte, recht moderne Ableitung vonśaṉkhas, dem Schläfenschwibbogen, ist nicht ohne Geist, doch bei dem hohen Alter des überliefertenbrahmacariyaṃ saṉkhalikhitamunhaltbar. Eine mögliche Etymologie findet man Ende der 48. Rede Anmerk. 36, Lieder der Mönche S. 336: wahrscheinlich wird aber die in der 3. Anmerkung des 2. Bandes gegebene besser begründet sein. — Als letzten Ausläufer dessaṉkhalikhitamkann man das Muschelabzeichen auch noch unserer heutigen Wallfahrer betrachten: ein längst vergessenes Symbol strenger Asketenschaft, das auf die jakobitischen Mönche des 6. Jahrh. und daher wohl auf ihren Stifter IAKOBOSZANZALOSzurückreicht, der als Eremit in der Fetzenkutte Syrien durchzogen und viele Jünger hinterlassen hatte, Nachfolger in Aegypten, Arabien, Persien bis in die Zeiten der Kreuzzüge; woher dann endlich jenes ursprünglich indische, auf den ältesten Skulpturen schon dargestellte Büßerwappen, freilich arg verkannt, uns überkommen ist. Noch im 17. Jahrh. sind übrigens unter den »Muschelträgern« an sich die »Jakobsbrüder« verstanden worden, so im Simplicissimus; während es im Tasso, vorletzter Auftritt, mehr allgemein anschaulich heißt:Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,Den langen Stab erwählst du dir und gehstFreiwillig arm dahin.cf. auch Hamlet IV. 5, 25 f.By his cockle hat and staffAnd his sandal shoon.[132]Von der Hoffnung im weiteren Sinne handelt die 131.-134. Rede. Gegensatz:ChāndogyopaniṣatVII, 14,2:āśayāsya sarve kāmāḥ samṛdhyanti, amoghā hāsyāśiṣo bhavanti. — THALES: Τι κοινοτατον; ελπις· και γαρ οἱς αλλο μηθεν, αὑτη παρεστι. LUCANUSII, 15: Liceat sperare timenti SHAKESPEARE: The miserable have no other medicine, But only hope: Measure for Measure III, 1.Anacchariyam»unzweifelhaft«, »unerstaunlich«, hat mir HIKKAḌUWESUMAṈGALArecht hübsch alsthokam abbhutamerklärt, SUBHŪTIdagegen künstlich gezwungen alsan-uccāriyam. — Das nur im Pāli, und auch da nur in einigen Reden erhaltene Wortassutapubbam»nie zuvor gehört« hat dem DichterBāṇasgar sehr gefallen, so dass er es in seinHarṣacaritamalsaśrutapūrvatvamaufgenommen. Cf. Anm. 51.[133]Die selbe Gepflogenheit im Umgang mit Menschen von griechischen Weisen oft empfohlen; so von SOLON: Σφραγιζε τουζ μεν λογους σιγῃ. Desgleichen sehr schön von MAKARIOS: Ὁ νεν γαρ σιγων ωφελει, Apophthegm. ed. PRITIUSp. 235. Auch von S. FRANCESCOals Evangelicum silentium der Brüder, »ut videlicet ab omni otioso verbo omni tempore abstinerent sollicite«, wie BONAVENTURAim 5. Kapitel der Vita berichtet. — Cf. Anm. 212.[134]Cf. Bd. II, Anm. 14;MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 4 i. f.:sarvaṃ jagad ātmatvena paśyaṃs tyaktāhaṉkāro brahmāham asmīti cintayann, idaṃ sarvaṃ yad ayam ātmeti bhāvayan, kṛtakṛtyo bhavati. Kurz als Monogramm:sarvatrātmaiveti paśyanti, Bhikṣukop.i. f. — Unter den heiligen Anachoreten der Bergschluchten, in Wald, Fels, Einöde gebirgauf vertheilt, gelagert zwischen Klüften, ertönt aus der tiefen Region des Pater profundus durch seine innig umfassende Naturerschauung zu Beginn der letzten Szene des Faust ein gleicher Vorklang empor:So ist es die allmächtige Liebe,Die Alles bildet, Alles hegt.[135]Cf.ChāndogyopaniṣatIII, 11,6:imām adbhiḥ parigṛhītāṃ dhanasya pūrṇām. Eine gleiche Zonognosie bekanntlich in der Ilias und in der Edda.[136]altvedisches Gleichniss, e. g. imṚkIV, 45,4; cf. GELDNERin PISCHELSVedischen Studien 2. Bd. S. 180.[137]einer der drei begleitenden Mönche, mit welchen Anuruddho, wie eingangs erwähnt, selbviert geladen war.[138]Hiermit vergl. man die ähnlich gesteigerten, immer sublimierter, immer reinlicher befriedigenden Begriffe des sokratischen Eros, im Symposion des PLATONp. 210–212.[139]Vergl.Theragāthā927,Yogacūḍāmaṇyupaniṣatv. 80͠=Theaitetos p. 144.[140]Vergl. Bd. 2, Anm. 70 über dasKevaṭṭasuttantam. Auch die verwandteTripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣatVI i. f., wo derupāsakasimmer höhere Gegenden ersteigend, immer höhere Kreise und Himmel erkundend endlich denĀdinārāyaṇasantrifft, von ihm begrüßt wird »Du bist Brahmā: ich bin Brahmā« — worauf dieser verschwindet und er selbst sich seiner bewusst ist. Ebenso ECKHARTSDarstellung des „Klimmenden Geistes“, p. 275, und den Gang in den eigenen Grund, wo der Mensch einig geworden als vor tausend Jahren und als nach tausend Jahren und als im Nu verkehren und mitwirken mag: »unt daz ist wîsen liuten ze wizzene unde groben ze gloubenne«, p. 189–190. — Vergl. schon das altvedische Aufsteigen zum Sonnenrade, e. g.S̀atapathabrāhm.I, 9, 3,15: und wiederum ECKHARTSFliegen an das Rad der »gewâren sunnen«, p. 303.Zum Gleichnisse von der hell brennenden Oellampe cf.Triśikhibrāhmaṇopaniṣatv. 157:nivātadīpasadṛśaḥund ein Scholion zuMaitryupaniṣatVI i. m.:nirvātadeśasthapradīpaśikhāvadacalatayā’vasthānaṃ samādhiḥ. Aehnlich nochMaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf. (cf. Anm. 198),Yogatattvop.II, 4,BhagavadgītāVI, 19, etc. Auch MAKARIOS, bei FLOSSp. 197: »Sicut lampas splendida in loco tenebroso... sic monachus perfectus in sobrietate et castitate« etc. — Form und Technik der indischen Lampe entspricht genau der griechischen. Von der antiken bis zur modernen Welt hat man die Metapher der Lampe immer gern gebraucht; auch in anderer Gestalt, z. B. in der 43., bez. 146. Rede unserer Sammlung, ferner in den Liedern der Mönche v. 906, der Nonnen v. 116, woselbst weitere Belege angemerkt sind. Wie beliebt solche Gleichnisse in Rom gewesen sein müssen erhellt aus dem 30. Briefe SENECAS, wo er haec non tamquam nova, sed tamquam in rem praesentem perductus mit Wohlgefallen anführt, indem er, ganz wie Lieder der Mönche v. 702, das schöne Bild entwickelt: »Ignis qui valentem materiam occupavit aqua et interdum ruina extinguendus est; ille qui alimentis deficitur sua sponte subsidit.« Vergl. auch das Testament EPHRAEMSim Anf. Aus neueren Zeiten seien hier noch zwei Stellen aus den Relations de la mort de quelques réligieux de l’abbaye de la Trappe, Paris 1702, I. p. 171 u. II. p. 227 gegeben, wo es vom abbé DECHASTILLONheißt »il cessa de vivre comme une lampe qui s’éteint et qui cesse d’éclairer«, und vom frère ACHILLES»on le voioit diminuer de jour en jour et s’éteindre, pour ainsi dire, comme une lampe qui manque d’huile.«[141]»Krieget man mit mir und ich gibe ime als vil worte wider, daz er geswîgen muoz, sô hân ich niht überwunden, sô bin ich überwunden. Aber geswîgen ich von rehter diemüetikeit, sô hân ich überwunden. Mit überwindenne ist man überwunden, überwunden bliben hêt man überwunden.« ECKHART, p. 639. — Zum ersten Verse cf. PERSIUSV, 52–53:Mille hominum species et rerum discolor usus:Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.[142]Bālakaloṇakāragāmo.[143]Aehnlich hat das altlombardische Rittergeschlecht der TRIVULZIOdrei Gesichter, tre volti, im Wappen mit der Legendemens unica. Bemerkenswerth noch, wenn auch vielleicht hyperbolisch, ist was CELANOin seiner Vita S. Francisci, I, 8, genau so von den ursprünglichen Clarissinen berichtet: Praecipue namque ante omnia in eis viget virtus mutuae ac continuae charitatis, quae ita ipsarum in unum copulat voluntates, ut cum quadraginta vel quinquaginta pariter alicubi morentur, idem velle ac idem nolle unum in eis spiritum faciat de diversis. Der eigenen Einsicht aber sei endlich der ausführlichere, wundervolle Bericht über unsere Fünf Gottesfreunde vom Oberlande, um 1370, empfohlen, der wohl das innigste, zarteste, feinste Gegenstück zu den Anuruddhern darbietet und in solcher Vollkommenheit ohnegleichen dasteht: bei PREGER, Gesch. der deutsch. Mystik Bd. III, S. 364–367.[144]Cf. CELANO, l. c. 17: Dicebat enim (fratribus) eis ipse beatus pater, veram obedientiam fore non solum prolatam sed excogitatam, non solum imperatam sed desideratam; hoc est, si frater fratris praelati subditus non solum audiat vocem, sed comprehendat voluntatem, statim ad obedientiam totum se debet colligere ac facere quod eum velle signo aliquo comprehendet. Bald darauf berichtet er weiter: Sic enim eos repleverat sancta simplicitas, sic eos cordis puritas possidebat, ut duplicitatem animi penitus ignorarent; quia sicut una fides, ita unus spiritus erat in eis, una voluntas, una charitas, animorum cohaerentia, semper morum concordia, virtutum cultus, conformitas mentis, et pacis actionum. Ebenso auch schon MAKARIOS, in der III. Homilie: Οφειλουσιν ουν οἱ αδελφοι, ει τι ποιουσι, εν αγαπῃ και χαρᾳ ειναι μετ’ αλληλων, κτλ.[145]dassanañ ca rūpānam:rūpam=ειδος, Bild, Form, Umriss; cf. BÖTHLINGK-ROTH1s. v. 1e. Es ist eine geistige Wahrnehmung der Grundbegriffe, d. i. der Urbilder der Dinge.[146]Wie einst ist auch heute noch schatzgraben in manchen Gegenden, z. B. an den alten, längst unter Wüstensand verschütteten, ehedem so blühenden gräko-buddhistischen Kulturstätten im Taklamakan des östlichen Turkestan gebräuchlich und zuweilen recht ergiebig. Cf. HOERNLESinteressante Belege in seinen Antiquities from Central Asia, Journ. As. Soc. Bengal. Extra No. 1, 1899, p. XXVII.[147]Zum Anblick der Umrisse, der geistigen Wahrnehmung der Urbilder der Dinge, S. 297–303, cf. PLATONSIdeenlehre; sowie Fausts Abstieg in den allertiefsten Grund, zur Gestaltung und Umgestaltung bei den Müttern (Mahāmātaras,Lokamātaras, Μεγαλαι θεαι, Matres materiae; Magna Mater, Mater deum Aestiorum, Nerthus, Nornen); dannTao-te-kingKap. 21. — Vergl. auch die spätere Darstellung der Mütter in den Felsenhöhlen der Tempel, Ruinen und Torsi, so zu Elurā.Es mag nebenher angemerkt sein, dass recht eigentlich hier das nachspürende, aufschürfende, sehr allmälig vordringende Verständniss jüngerer Epochen indischer Architektur und Skulptur, der autochthonen Meisterwerke, — der Dutzenddurchschnitt und die barbarisch, d. i. fremdartig, persisch oder griechisch oder chinesisch behandelte Schablone verdient nur kulturhistorische Betrachtung — einfahren und anbohren muss: weil eben zumal der indische Künstler geheimnissvoll wie die Natur einzig von innen nach außen geschaffen, gebildet, gestaltet hat und so bei all dem Ueberflusse und der unendlichen Fülle noch immer großartig, ja erhaben zu wirken vermag; und nun trotz der scheinbaren Regellosigkeit, die den erstaunten Gast oft wie bei REMBRANDTbefremden wird, wirklich doch eine höhere Einheit und Ordnung erreicht ist. Aber wenn man große Maler ohne Anschauung der Originale kaum verstehn lernen, wenn man sich Pyramiden und Amenophien durch Bilder oder Modelle schwerlich gut vorstellen kann, viel weniger erst die Art und Wirkung jener hindustanischen Denkmale, die gar tief gegründet in der heimischen Erde wurzeln, aus dem Schooße ihrer Felsenklüfte und -grüfte emporgewachsen, hinangewölbt, so zu sagen aus dem Reiche der indischen Mütter an den Tag hervorgestiegen scheinen. Immerhin einen mächtigen Kontrast zur Wirkung dieser Architektur bieten unsere gothischen Dome, in Straßburg, Rheims, in Mailand, Toledo etc., deren felsige Gestalt bekanntlich als freie Weiterentwickelung des hindustanischen Grottenstils anzusehn, uns in Europa von den Arabern und Mauren maskiert übermittelt worden ist. Denn wo der Islam dabei irgend selbständig zuwerke gehn wollte, hat er lediglich zierlich nette Kleinschmiedearbeit zustande gebracht, nicht mehr und nicht weniger, selbst in den ungeheueren Dimensionen der mogulischen Moscheen und Mausoleen zu Delhi und Agra: während schon der erste beste gewöhnliche indische oder gothische Thurm unser Gemüth bedeutsam wie die Natur anspricht, als ein Monolith vor dem Altar der Gabenmutter Demeter oder der unerschöpflich reichen Diana der Epheser. Wenn also SCHOPENHAUERdie, freilich zu seiner Zeit ganz unzulänglich gekannte, hindustanische Skulptur als bloß symbolisch bezeichnet hat, so wäre hier eben bei »des Lebens Bildern, regsam, ohne Leben«, wo »Alles Melodie wird« und Säulenschaft und Triglyphe klingen, vielleicht noch eine höhere, fast unbeschreibliche Aussicht und Einsicht erreichbar und etwa der Erinnerung zu gedenken:Alles VergänglicheIst nur ein Gleichniss.[148]Vergl. BAKCHYLIDES, Theseus v. 42–45: δικας αδικοισιν οφρα μησεται — παντ’ εν τῳ δολιχῳ χρονῳ τελειται. Auch Hamlet I, 5,10–22; namentlich die der Schlussfolge obiger Absätze merkwürdig entsprechende Stelle:. . . . . . confined to fast in fires,Till the foul crimes done in my days of natureAre burnt and purg’d away.[149]Die Opferpriester gefräßigen Hunden vergleichen ist nicht etwa ironische Erfindung unserer Texte, vielmehr schon im 12. Kapitel des 1. Buches derChāndogyopaniṣatmit dramatischem Humor dargestellt, ganz analog der kostbaren Szene in des ARISTOPHANESEirene v. 1043 ff., wann der Mantis Hierokles κατα την κνισαν εισεληλυθεν.[150]Vergl.ChāndogyopaniṣatV, 10, 8 diekṣudrāṇi bhūtāniund ihrjāyasva mriyasvetyetattṛtīyaṃ sthānam.[151]Vergl. diekuṇimāhāraneraiyāderJainās, wieAupapātikasūtre§ 56; wo auch, beiläufig gesagt, unserCūḷasīlamneben anderem sorgsam rezipiert erscheint.[152]Dieser Kampf ums Dasein ist schon imVedaserkannt worden,S̀atapathabrāhmaṇamI, 8, 1,3. — Das Gleichniss von der Schildkröte und der Reuse scheint das Original zu jener mühsäligen, kaum verständlichen Parabel vom Kameel und dem Nadelöhr abzugeben, wie DELORENZOin der Flegrea vom 5. Juni 1901 S. 410 f. des näheren ausführt. Doch was nach indischer Anschauung unschwer begreiflich, ist, durch diverse Medien und Metamorphosen mehr und mehr verdunkelt, im N. T. endlich zu einer Art Hieroglyphe geworden, mit der die Exegese, die sogar einen vikarierenden Elephanten aufgefunden, nicht fertig werden konnte, da ihr eben die ursprüngliche, in der Natur begründete, wenn auch hyperbolische Eikasie unseres Gleichnisses nicht zugänglich war; daher denn auch der sinnige MAKARIOSMG. es vorgezogen hat, καμηλος von καμειν abzuleiten und auf die πενια zu beziehen, ed. BLONDELp. 58/59. Aber in einem der ältesten christlichen Briefe und zwar des BARNABAS, den freilich die Kirchentyrannis gerade seiner unzweideutig überirdischen Gesinnung wegen infam wie PETRUSverleugnet, findet man unsere obige Anschauung unvertrübt wieder, ohne Möglichkeit zu opportunem Missverstehn und theokratischer Umwerthung, in der Mitte des X. Kapitels, wo BARNABASdie Schlechten und Frevler den Polypen und anderen Thieren der Seetiefe vergleicht, ὡς και ταυτα τα ιχθυδια μονα επικαταρατα εν τῳ βυθῳ νηχεται, μη κολυμβωντα ὡς τα λοιπα, αλλ’ εν τῃ γῃ κατω του βυθου κατοικει. — Noch mag hier bemerkt sein, dass bei VERGIL, wann er den ατερπεα χωρον des EMPEDOKLESabbildet, die Stelle von der Schwierigkeit zum Menschenthum zu gelangen wiederkehrt, Aen. VI, 703–751. Bis in die Gegenwart hat sich im Volke ein solches, man möchte sagen metaphysische Gefühl hie und da erhalten. »Ziemlich verbreitet«, erzählt uns z. B. VERNALEKENin seinen Mythen und Bräuchen des Volkes in Oesterreich S. 119 f., »ist in Steiermark die Meinung, dass die Soldaten nicht in den Himmel kämen, sondern die ‚grüne Wiese‘ zu ihrem Sammelplatz hätten. Dort auf der ‚grünen Wiese‘ harren sie, bis der Tag kommt, an welchem sie in der Welt wieder erscheinen werden.« Diese grüne Wiese nun gleicht aber mehr noch als denpratader Aeneis dem ασφοδελος λειμων der Odyssee, und dieser wiederum mehr dem heillos tiefen Sacer Oceanus, aus dem die uralte Schildkröte aufsteigt. Eine wunderbare Ahnung darum hat unseren WOLFRAM, im Titurel Str. 166, von »jâmersôten« reden lassen, nachdem er, Str. 120, das Gleichniss gegeben:Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kielenie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,als mîn herze in jâmer ist versenket.[153]Genau entsprechend sagt SOKRATES, im Gorgias p. 522: Πολλων γαρ αδικηματων γεμοντα την εις Ἁιδου αφικεσθαι παντων εσχατον κακων εστιν.
[113]Vergl.MantrabrāhmaṇamI, 4,6(=ṚgvedasX, 184,1):Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,āsiñcatu Prajāpatir,Dhātā garbhaṃ dadhātu te.Komm.:Prajāpatiḥ:prajānāṃ pālako devaḥ.Etc. Es wird also hier, derS̀rutigemäß, derCattāro mahābrahmāṇogedacht sein: dieLokapālākommen erst später.
[113]Vergl.MantrabrāhmaṇamI, 4,6(=ṚgvedasX, 184,1):
Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,āsiñcatu Prajāpatir,Dhātā garbhaṃ dadhātu te.
Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,āsiñcatu Prajāpatir,Dhātā garbhaṃ dadhātu te.
Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,āsiñcatu Prajāpatir,Dhātā garbhaṃ dadhātu te.
Viṣṇur yoniṃ kalpayatu,
Tvaṣṭā rūpāṇi piṃśatu,
āsiñcatu Prajāpatir,
Dhātā garbhaṃ dadhātu te.
Komm.:Prajāpatiḥ:prajānāṃ pālako devaḥ.Etc. Es wird also hier, derS̀rutigemäß, derCattāro mahābrahmāṇogedacht sein: dieLokapālākommen erst später.
[114]pakatiyā sīlavatī; vonsīlam- ηθος, suetum, Sitte: es ist das συγγενες ηθος PINDARS(Ol. XIII, 13), die angeborene Art.
[114]pakatiyā sīlavatī; vonsīlam- ηθος, suetum, Sitte: es ist das συγγενες ηθος PINDARS(Ol. XIII, 13), die angeborene Art.
[115]Vgl.BhāgavatapurāṇamX, 2,20, passim. — Eine schwangere Maria, in deren durchsichtigem Schooße man das strahlende Knäblein erblickt, ist kunstvoll geschnitzt auf dem linken Flügel des inneren 500 Jahre alten Kirchenportals zu Irrsdorf (einem kleinen Weiler neben Straßwalchen, auf bedeutsamen römischen Ueberresten errichtet), neuerdings kopiert auf dem Kapellenthore der Burg Kreuzenstein bei Stockerau dargestellt; vom Volke um Kindersegen angegangen. Ein Freskobild dieser Art hat RHYSDAVIDSerwähnt gefunden, Buddhist Birth Stories S. 65 Anm. Dergl. Kunstwerke mögen zunächst auf eine im Mittelalter beliebte, sinnige Vorstellung zurückweisen: cf. Band 2, Anm. 125; und von da wohl auf AUGUSTINUS, wie Meister ECKHARTbemerkt hat, S. 411 i. f., eigentlich schon auf MAKARIOSMG., ed. BLONDELp. 216: Ὡς γαρ εις ὑγροτητα καταβαινων ἡλιος ουχ ὑγροτητα δεχεται ουδε πηλωδης εὑρισκεται, την δ’ὑγροτητα του πηλου ξηραινων στεγανοι αυτος ὁλως την αυγην ουκ αποθολουμενος· οὑτως ὁ Θεος Λογος, ων ἡλιος νοητος, εις σαρκα κατελθων κτλ. — Nb. noch das »Marienglas«, lapis specularis.Vielleicht lassen sich solche spezifisch ārische Begriffe, um nicht Dogmen zu sagen, zuletzt in den ṛgvedischenHiraṇyagarbhasohne Mühe und heiter auflösen, von dem der Seher, X, 121, 1, singt:Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.Als jüngsten Spross der langen Ahnenreihe hätten wir da in unseren Tagen RICHARDWAGNERSRheingold zu begrüßen.
[115]Vgl.BhāgavatapurāṇamX, 2,20, passim. — Eine schwangere Maria, in deren durchsichtigem Schooße man das strahlende Knäblein erblickt, ist kunstvoll geschnitzt auf dem linken Flügel des inneren 500 Jahre alten Kirchenportals zu Irrsdorf (einem kleinen Weiler neben Straßwalchen, auf bedeutsamen römischen Ueberresten errichtet), neuerdings kopiert auf dem Kapellenthore der Burg Kreuzenstein bei Stockerau dargestellt; vom Volke um Kindersegen angegangen. Ein Freskobild dieser Art hat RHYSDAVIDSerwähnt gefunden, Buddhist Birth Stories S. 65 Anm. Dergl. Kunstwerke mögen zunächst auf eine im Mittelalter beliebte, sinnige Vorstellung zurückweisen: cf. Band 2, Anm. 125; und von da wohl auf AUGUSTINUS, wie Meister ECKHARTbemerkt hat, S. 411 i. f., eigentlich schon auf MAKARIOSMG., ed. BLONDELp. 216: Ὡς γαρ εις ὑγροτητα καταβαινων ἡλιος ουχ ὑγροτητα δεχεται ουδε πηλωδης εὑρισκεται, την δ’ὑγροτητα του πηλου ξηραινων στεγανοι αυτος ὁλως την αυγην ουκ αποθολουμενος· οὑτως ὁ Θεος Λογος, ων ἡλιος νοητος, εις σαρκα κατελθων κτλ. — Nb. noch das »Marienglas«, lapis specularis.
Vielleicht lassen sich solche spezifisch ārische Begriffe, um nicht Dogmen zu sagen, zuletzt in den ṛgvedischenHiraṇyagarbhasohne Mühe und heiter auflösen, von dem der Seher, X, 121, 1, singt:
Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.
Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.
Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.
Hiraṇyagarbhaḥ samavartatāgre,
bhūtasya jātaḥ patir eka āsīt.
Als jüngsten Spross der langen Ahnenreihe hätten wir da in unseren Tagen RICHARDWAGNERSRheingold zu begrüßen.
[116]An dem Orte, wo die Legende das Ereigniss stattfinden lässt, in einem Haine nahe dem DorfeLuṃminī(cf. Bd. II, Anm. 237), hat Asoko unter anderem eine Denksäule errichten lassen, mit der Inschrift: »Hier wurde der Erhabene geboren.« Vergl. auch die plastischen Darstellungen der Szene, auf Ruinen aus Sārnāth etc. — Aehnlich im homerischen Hymnus auf die Geburt des Apollo, wo es, in der Uebersetzung GOETHES, v. 106–109 heißt:. . . . es nahte Letos Entbindung.Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die FüßeStemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. MächtigSprang ans Licht der göttliche Sohn.
[116]An dem Orte, wo die Legende das Ereigniss stattfinden lässt, in einem Haine nahe dem DorfeLuṃminī(cf. Bd. II, Anm. 237), hat Asoko unter anderem eine Denksäule errichten lassen, mit der Inschrift: »Hier wurde der Erhabene geboren.« Vergl. auch die plastischen Darstellungen der Szene, auf Ruinen aus Sārnāth etc. — Aehnlich im homerischen Hymnus auf die Geburt des Apollo, wo es, in der Uebersetzung GOETHES, v. 106–109 heißt:
. . . . es nahte Letos Entbindung.Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die FüßeStemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. MächtigSprang ans Licht der göttliche Sohn.
. . . . es nahte Letos Entbindung.Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die FüßeStemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. MächtigSprang ans Licht der göttliche Sohn.
. . . . es nahte Letos Entbindung.Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die FüßeStemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. MächtigSprang ans Licht der göttliche Sohn.
. . . . es nahte Letos Entbindung.
Mit den Armen umschloss die Göttin den Palmbaum; die Füße
Stemmte sie gegen das Gras, die Erde lächelte. Mächtig
Sprang ans Licht der göttliche Sohn.
[117]Diese vier Göttersöhne, die Hüter der WeltgegendenLokapālā, auch die »Vier großen Könige«Cattāro mahārājānogenannt, sind im Christenthum zu den heiligen Drei Königen aus dem Morgenlande geworden. Noch andere, spätere Beziehungen bei SEYDEL, Buddha-Legende, 2. Aufl. S. 35. Aber die älteste christliche Darstellung zeigt richtig Vier huldigende Könige, und zwar auf einem Fresko eingangs der Domitilla-Katakombe. Als dann in der Kirche einer der Könige, etwa der Dreifaltigkeit zuliebe, allmälig verschwunden war, sehn wir doch wieder Vier schützende Erzengel an den Seiten die Tradition unserer Vier großen Könige weiter erhalten: so eben noch in Rom auf einem musivischen Bilde links am Triumphbogen der Santa Maria Maggiore, auch im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Sogar die unbiblische Bartlosigkeit anderer sehr alter, antiker Magiertypen verdient einige Beachtung. Cf. DUCHESNEet BAYET, Mémoire sur une mission au Mont Athos, Paris 1876, p. 284–296, wo die Abbildungen nachgewiesen.Noch bei der Königskrönung in der karolingischen Sage von Reinolt etc., ed. PFAFFv. 1201/03,kamen vier engel von her obeniglich in einer tuben wyß geflogenund brachten, das man han solt.
[117]Diese vier Göttersöhne, die Hüter der WeltgegendenLokapālā, auch die »Vier großen Könige«Cattāro mahārājānogenannt, sind im Christenthum zu den heiligen Drei Königen aus dem Morgenlande geworden. Noch andere, spätere Beziehungen bei SEYDEL, Buddha-Legende, 2. Aufl. S. 35. Aber die älteste christliche Darstellung zeigt richtig Vier huldigende Könige, und zwar auf einem Fresko eingangs der Domitilla-Katakombe. Als dann in der Kirche einer der Könige, etwa der Dreifaltigkeit zuliebe, allmälig verschwunden war, sehn wir doch wieder Vier schützende Erzengel an den Seiten die Tradition unserer Vier großen Könige weiter erhalten: so eben noch in Rom auf einem musivischen Bilde links am Triumphbogen der Santa Maria Maggiore, auch im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Sogar die unbiblische Bartlosigkeit anderer sehr alter, antiker Magiertypen verdient einige Beachtung. Cf. DUCHESNEet BAYET, Mémoire sur une mission au Mont Athos, Paris 1876, p. 284–296, wo die Abbildungen nachgewiesen.
Noch bei der Königskrönung in der karolingischen Sage von Reinolt etc., ed. PFAFFv. 1201/03,
kamen vier engel von her obeniglich in einer tuben wyß geflogenund brachten, das man han solt.
kamen vier engel von her obeniglich in einer tuben wyß geflogenund brachten, das man han solt.
kamen vier engel von her obeniglich in einer tuben wyß geflogenund brachten, das man han solt.
kamen vier engel von her oben
iglich in einer tuben wyß geflogen
und brachten, das man han solt.
[118]Im gleichen Sinne ist die Beata Maria Virgo in der Lauretanischen Litanei als »Mater purissima, Mater intemerata, Mater admirabilis, Vas spirituale, Domus aurea« gepriesen. Letzteres Bild wird zwar auf Lib. Reg. I [III], 6,22gedeutet, gehört aber demMahāmāyāsupinamdesAvidūrenidānamzu, wo es demkanakavimānamentspricht,yam pavisitvā... kucchim paviṭṭhasadiso ahosi bodhisatto:Jātakamvol. I, p. 50. — Die Vermittelung scheint über Mesopotamien erfolgt zu sein. »Omnino nulla fere ecclesia tam constanter et unanimiter anhamartesiam S. Mariae semper docuit, quam syriaca«, sagt BICKELLin seiner Ausgabe der Nisibena p. 29 und fügt p. 30 den zahlreichen ephraemitischen und anderen Sentenzen noch die Stimme eines folgenden Patriarchen hinzu, die gar deutlich demLalitavistarasnachklingt: »Si fuisset in anima Mariae ulla macula aut defectus, aliam utique, eamque immaculatam matrem elegisset sibi Dominus.«
[118]Im gleichen Sinne ist die Beata Maria Virgo in der Lauretanischen Litanei als »Mater purissima, Mater intemerata, Mater admirabilis, Vas spirituale, Domus aurea« gepriesen. Letzteres Bild wird zwar auf Lib. Reg. I [III], 6,22gedeutet, gehört aber demMahāmāyāsupinamdesAvidūrenidānamzu, wo es demkanakavimānamentspricht,yam pavisitvā... kucchim paviṭṭhasadiso ahosi bodhisatto:Jātakamvol. I, p. 50. — Die Vermittelung scheint über Mesopotamien erfolgt zu sein. »Omnino nulla fere ecclesia tam constanter et unanimiter anhamartesiam S. Mariae semper docuit, quam syriaca«, sagt BICKELLin seiner Ausgabe der Nisibena p. 29 und fügt p. 30 den zahlreichen ephraemitischen und anderen Sentenzen noch die Stimme eines folgenden Patriarchen hinzu, die gar deutlich demLalitavistarasnachklingt: »Si fuisset in anima Mariae ulla macula aut defectus, aliam utique, eamque immaculatam matrem elegisset sibi Dominus.«
[119]Diese mehr oder minder symbolische Taufe kommt bekanntlich schon in den Gṛhyasūtren vor, e. g.GobhilasII, 8,1,saśiraskaṃ kumāram āplāvya; sie reicht übrigens in praehistorische Zeiten hinauf. — Vergl.Iacobi Sarugensis, bei ZINGERLES. 22 f., JESUJordantaufe, »auch die Abgründe erbebten bei deinem Herabkommen, und die Wolken ergossen Wasser.« (JESUEpiphanie hat neuerdings JACOBYausführlich besprochen. Ein bisher unbeachteter apokrypher Bericht über die Taufe Jesu, Straßburg 1902, namentlich S. 43 f.)Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist bei GRÜNWEDEL-BURGESS, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92 wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet behandelt, ib. No. 40, 65, 7. — Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327 Anm. 2.
[119]Diese mehr oder minder symbolische Taufe kommt bekanntlich schon in den Gṛhyasūtren vor, e. g.GobhilasII, 8,1,saśiraskaṃ kumāram āplāvya; sie reicht übrigens in praehistorische Zeiten hinauf. — Vergl.Iacobi Sarugensis, bei ZINGERLES. 22 f., JESUJordantaufe, »auch die Abgründe erbebten bei deinem Herabkommen, und die Wolken ergossen Wasser.« (JESUEpiphanie hat neuerdings JACOBYausführlich besprochen. Ein bisher unbeachteter apokrypher Bericht über die Taufe Jesu, Straßburg 1902, namentlich S. 43 f.)
Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist bei GRÜNWEDEL-BURGESS, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92 wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet behandelt, ib. No. 40, 65, 7. — Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327 Anm. 2.
[120]Symbol der Königsmacht:lokajit, yasya chattraṃ sitam, wie es z. B.Ṛtusaṃhāramv. ult. heißt. ImBhāgavatapurāṇamhältHanumāndiesen Schirm zuhäupten des siegreichenRāmasIX. 10.42., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit stereotyp. — Lies mit dem siam. Texteanuhīramāne, vonharati; vorhersattapadavītihārena. Dassāptapadamweist vielleicht schon auf eine symbolische Darstellung dersaptarṣayas(Sieben Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch dastraivikramam. — Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel, ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich, weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte,śvetacchattram, den weißen Schirm, mitśvetacchadas, dem weißen Fittich, verwechselte.
[120]Symbol der Königsmacht:lokajit, yasya chattraṃ sitam, wie es z. B.Ṛtusaṃhāramv. ult. heißt. ImBhāgavatapurāṇamhältHanumāndiesen Schirm zuhäupten des siegreichenRāmasIX. 10.42., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit stereotyp. — Lies mit dem siam. Texteanuhīramāne, vonharati; vorhersattapadavītihārena. Dassāptapadamweist vielleicht schon auf eine symbolische Darstellung dersaptarṣayas(Sieben Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch dastraivikramam. — Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel, ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich, weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte,śvetacchattram, den weißen Schirm, mitśvetacchadas, dem weißen Fittich, verwechselte.
[121]Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher verbreiten sieht.
[121]Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher verbreiten sieht.
[122]Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade an unseren Texten des AUGUSTINUSfeine Bemerkung, Civ. XXI. 4., sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis, desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«
[122]Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade an unseren Texten des AUGUSTINUSfeine Bemerkung, Civ. XXI. 4., sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis, desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«
[123]Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte Anmerkung. Schon AUGUSTINUShat diese Asketen —Ājīvikās, keineDigambarajainās— richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus per cetera membrorum carent.«
[123]Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte Anmerkung. Schon AUGUSTINUShat diese Asketen —Ājīvikās, keineDigambarajainās— richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus per cetera membrorum carent.«
[124]Ebenso vom hundertjährigen APOLLONIOS VONTYANAberichtet, bei PHILOSTRATLib. I. cap. X. i. f., De mira eius castitate. Auch MAKARIOS, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον, οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während DOSITHEOSder Kilikier, das Haupt der Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von MAKARIOSMG. ed. BLONDELp. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. — Vergl. noch ECKHART, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten geneigen mügent.«
[124]Ebenso vom hundertjährigen APOLLONIOS VONTYANAberichtet, bei PHILOSTRATLib. I. cap. X. i. f., De mira eius castitate. Auch MAKARIOS, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον, οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während DOSITHEOSder Kilikier, das Haupt der Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von MAKARIOSMG. ed. BLONDELp. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. — Vergl. noch ECKHART, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten geneigen mügent.«
[125]Nec vero saccum HILARION, quo semel amictus est, umquam aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116,48ac 119,66.
[125]Nec vero saccum HILARION, quo semel amictus est, umquam aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116,48ac 119,66.
[126]Vergl.NāradaparivrājakopaniṣatIV, 3:Na sambhāṣet striyaṃ kāṃcit|pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret|kathāṃ ca varjayet tāsāṃ|na paśyellikhitām api. — BONAVENTURA, Vita S. Francisci cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.
[126]Vergl.NāradaparivrājakopaniṣatIV, 3:Na sambhāṣet striyaṃ kāṃcit|pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret|kathāṃ ca varjayet tāsāṃ|na paśyellikhitām api. — BONAVENTURA, Vita S. Francisci cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.
[127]Cf. SOZOMENIlib. I cap. 13, De S. ANTONIOin AASS l. c. 119,64i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit; sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem, laudavit plurimum. — Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die PAULUSSIMPLICISSIMUSals beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147–148.
[127]Cf. SOZOMENIlib. I cap. 13, De S. ANTONIOin AASS l. c. 119,64i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit; sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem, laudavit plurimum. — Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die PAULUSSIMPLICISSIMUSals beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147–148.
[128]zugadduGurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √gard=γαργαρειν.Gaddūhanamattam pidann gelegentlich schlechthin ein Ausdruck für »auch noch so gering«. Andadrughnādi, TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.
[128]zugadduGurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √gard=γαργαρειν.Gaddūhanamattam pidann gelegentlich schlechthin ein Ausdruck für »auch noch so gering«. Andadrughnādi, TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.
[129]Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische PAULOS, »Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am letzten Tage vom neunzigjährigen ANTONIOSaufgesucht, diesem noch berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen MARIA, nach vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande niedergeschrieben, wie GOETHEsie nach den Acta Sanctorum (Apr. I, 82,38) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer achtzigjähriger Meister, MICHELANGELOin einem Briefe an VASARIuns das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt, wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla morte di chi è ben vissuto.«Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De S. ANTONIOMagno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des IOANNESDAMASCENUS, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem (sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index. Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von PRITIUSbietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei FLOSSp. 63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba, inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex: Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater: Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris, nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris, nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der »wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. — Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister ECKHART.Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich geworden, imAṉguttaranikāyoI, 14, 4,8bestätigt, wo er der gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der Name, ist noch imLalitavistarasI im Anf. erhalten.
[129]Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische PAULOS, »Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am letzten Tage vom neunzigjährigen ANTONIOSaufgesucht, diesem noch berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen MARIA, nach vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande niedergeschrieben, wie GOETHEsie nach den Acta Sanctorum (Apr. I, 82,38) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer achtzigjähriger Meister, MICHELANGELOin einem Briefe an VASARIuns das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt, wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla morte di chi è ben vissuto.«
Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De S. ANTONIOMagno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des IOANNESDAMASCENUS, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem (sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index. Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von PRITIUSbietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei FLOSSp. 63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba, inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex: Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater: Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris, nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris, nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der »wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. — Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister ECKHART.
Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich geworden, imAṉguttaranikāyoI, 14, 4,8bestätigt, wo er der gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der Name, ist noch imLalitavistarasI im Anf. erhalten.
[130]Der selbe Gedanke oft im MAKARIOS, e. g. Homil. XVII § 3 & XV § 41–42, XXVII § 20.
[130]Der selbe Gedanke oft im MAKARIOS, e. g. Homil. XVII § 3 & XV § 41–42, XXVII § 20.
[131]AggivessanoistAciravatosnomen patronymicum, der Zuname.Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im 2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte Landschaft RUISDAELSals nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.Eine Art Auszug der großen Elephantenperipetie, oben S. 261–267, giebt Vers 320–324 desDhammapadam. Cf. auch die anderen Elephantenparabeln, wie z. B. in der 61. u. 66., 27. u. 28. Rede. Das Muster der letzteren ist, nebenbei bemerkt, wörtlich in dasMahābhāratamaufgenommen worden, XII, 63,25:Yathā hastipade padāni saṃlīyante sarvasattvodbhavāni, evaṃ dharmān rājadharmeṣu sarvānetc.Zum Gleichnisse von den gebändigten und den ungebändigten Rossen, S. 258, cf. DIOG. LAERT. II, 69: Ερωτηθεις (Αριστιππος), τινι διαφερουσιν οἱ πεπαιδευμενοι των απαιδευτον, εφη· Ὡσπερ οἱ δεδαμασμενοι ἱπποι των αδαμαστον. Schon SOKRATES, im Gorgias p. 516: Ουκουν οἱ γε δικαιοι ἡμεροι, ὡς εφη Ὁμηρος. Aber geradezu emblematisch genau, bis in die Einzelheiten entsprechend, ist es im unerschöpflichen MAKARIOSwiederzufinden, als Thema seiner 23. Homilie, § 2–3.Ueber die Bedeutung vonsaṉkhalikhitam»Punkt für Punkt«, S. 264, hat neuerdings LUDWIGin der Wiener Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenl. Bd. 15 S. 307–310 geschrieben. Seine durch eine Glosse desViśvalocanasangeregte, recht moderne Ableitung vonśaṉkhas, dem Schläfenschwibbogen, ist nicht ohne Geist, doch bei dem hohen Alter des überliefertenbrahmacariyaṃ saṉkhalikhitamunhaltbar. Eine mögliche Etymologie findet man Ende der 48. Rede Anmerk. 36, Lieder der Mönche S. 336: wahrscheinlich wird aber die in der 3. Anmerkung des 2. Bandes gegebene besser begründet sein. — Als letzten Ausläufer dessaṉkhalikhitamkann man das Muschelabzeichen auch noch unserer heutigen Wallfahrer betrachten: ein längst vergessenes Symbol strenger Asketenschaft, das auf die jakobitischen Mönche des 6. Jahrh. und daher wohl auf ihren Stifter IAKOBOSZANZALOSzurückreicht, der als Eremit in der Fetzenkutte Syrien durchzogen und viele Jünger hinterlassen hatte, Nachfolger in Aegypten, Arabien, Persien bis in die Zeiten der Kreuzzüge; woher dann endlich jenes ursprünglich indische, auf den ältesten Skulpturen schon dargestellte Büßerwappen, freilich arg verkannt, uns überkommen ist. Noch im 17. Jahrh. sind übrigens unter den »Muschelträgern« an sich die »Jakobsbrüder« verstanden worden, so im Simplicissimus; während es im Tasso, vorletzter Auftritt, mehr allgemein anschaulich heißt:Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,Den langen Stab erwählst du dir und gehstFreiwillig arm dahin.cf. auch Hamlet IV. 5, 25 f.By his cockle hat and staffAnd his sandal shoon.
[131]AggivessanoistAciravatosnomen patronymicum, der Zuname.
Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im 2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte Landschaft RUISDAELSals nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.
Eine Art Auszug der großen Elephantenperipetie, oben S. 261–267, giebt Vers 320–324 desDhammapadam. Cf. auch die anderen Elephantenparabeln, wie z. B. in der 61. u. 66., 27. u. 28. Rede. Das Muster der letzteren ist, nebenbei bemerkt, wörtlich in dasMahābhāratamaufgenommen worden, XII, 63,25:Yathā hastipade padāni saṃlīyante sarvasattvodbhavāni, evaṃ dharmān rājadharmeṣu sarvānetc.
Zum Gleichnisse von den gebändigten und den ungebändigten Rossen, S. 258, cf. DIOG. LAERT. II, 69: Ερωτηθεις (Αριστιππος), τινι διαφερουσιν οἱ πεπαιδευμενοι των απαιδευτον, εφη· Ὡσπερ οἱ δεδαμασμενοι ἱπποι των αδαμαστον. Schon SOKRATES, im Gorgias p. 516: Ουκουν οἱ γε δικαιοι ἡμεροι, ὡς εφη Ὁμηρος. Aber geradezu emblematisch genau, bis in die Einzelheiten entsprechend, ist es im unerschöpflichen MAKARIOSwiederzufinden, als Thema seiner 23. Homilie, § 2–3.
Ueber die Bedeutung vonsaṉkhalikhitam»Punkt für Punkt«, S. 264, hat neuerdings LUDWIGin der Wiener Zeitschr. f. d. Kunde des Morgenl. Bd. 15 S. 307–310 geschrieben. Seine durch eine Glosse desViśvalocanasangeregte, recht moderne Ableitung vonśaṉkhas, dem Schläfenschwibbogen, ist nicht ohne Geist, doch bei dem hohen Alter des überliefertenbrahmacariyaṃ saṉkhalikhitamunhaltbar. Eine mögliche Etymologie findet man Ende der 48. Rede Anmerk. 36, Lieder der Mönche S. 336: wahrscheinlich wird aber die in der 3. Anmerkung des 2. Bandes gegebene besser begründet sein. — Als letzten Ausläufer dessaṉkhalikhitamkann man das Muschelabzeichen auch noch unserer heutigen Wallfahrer betrachten: ein längst vergessenes Symbol strenger Asketenschaft, das auf die jakobitischen Mönche des 6. Jahrh. und daher wohl auf ihren Stifter IAKOBOSZANZALOSzurückreicht, der als Eremit in der Fetzenkutte Syrien durchzogen und viele Jünger hinterlassen hatte, Nachfolger in Aegypten, Arabien, Persien bis in die Zeiten der Kreuzzüge; woher dann endlich jenes ursprünglich indische, auf den ältesten Skulpturen schon dargestellte Büßerwappen, freilich arg verkannt, uns überkommen ist. Noch im 17. Jahrh. sind übrigens unter den »Muschelträgern« an sich die »Jakobsbrüder« verstanden worden, so im Simplicissimus; während es im Tasso, vorletzter Auftritt, mehr allgemein anschaulich heißt:
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,Den langen Stab erwählst du dir und gehstFreiwillig arm dahin.
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,Den langen Stab erwählst du dir und gehstFreiwillig arm dahin.
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,Den langen Stab erwählst du dir und gehstFreiwillig arm dahin.
Die Pilgermuschel und den schwarzen Kittel,
Den langen Stab erwählst du dir und gehst
Freiwillig arm dahin.
cf. auch Hamlet IV. 5, 25 f.
By his cockle hat and staffAnd his sandal shoon.
By his cockle hat and staffAnd his sandal shoon.
By his cockle hat and staffAnd his sandal shoon.
By his cockle hat and staff
And his sandal shoon.
[132]Von der Hoffnung im weiteren Sinne handelt die 131.-134. Rede. Gegensatz:ChāndogyopaniṣatVII, 14,2:āśayāsya sarve kāmāḥ samṛdhyanti, amoghā hāsyāśiṣo bhavanti. — THALES: Τι κοινοτατον; ελπις· και γαρ οἱς αλλο μηθεν, αὑτη παρεστι. LUCANUSII, 15: Liceat sperare timenti SHAKESPEARE: The miserable have no other medicine, But only hope: Measure for Measure III, 1.Anacchariyam»unzweifelhaft«, »unerstaunlich«, hat mir HIKKAḌUWESUMAṈGALArecht hübsch alsthokam abbhutamerklärt, SUBHŪTIdagegen künstlich gezwungen alsan-uccāriyam. — Das nur im Pāli, und auch da nur in einigen Reden erhaltene Wortassutapubbam»nie zuvor gehört« hat dem DichterBāṇasgar sehr gefallen, so dass er es in seinHarṣacaritamalsaśrutapūrvatvamaufgenommen. Cf. Anm. 51.
[132]Von der Hoffnung im weiteren Sinne handelt die 131.-134. Rede. Gegensatz:ChāndogyopaniṣatVII, 14,2:āśayāsya sarve kāmāḥ samṛdhyanti, amoghā hāsyāśiṣo bhavanti. — THALES: Τι κοινοτατον; ελπις· και γαρ οἱς αλλο μηθεν, αὑτη παρεστι. LUCANUSII, 15: Liceat sperare timenti SHAKESPEARE: The miserable have no other medicine, But only hope: Measure for Measure III, 1.
Anacchariyam»unzweifelhaft«, »unerstaunlich«, hat mir HIKKAḌUWESUMAṈGALArecht hübsch alsthokam abbhutamerklärt, SUBHŪTIdagegen künstlich gezwungen alsan-uccāriyam. — Das nur im Pāli, und auch da nur in einigen Reden erhaltene Wortassutapubbam»nie zuvor gehört« hat dem DichterBāṇasgar sehr gefallen, so dass er es in seinHarṣacaritamalsaśrutapūrvatvamaufgenommen. Cf. Anm. 51.
[133]Die selbe Gepflogenheit im Umgang mit Menschen von griechischen Weisen oft empfohlen; so von SOLON: Σφραγιζε τουζ μεν λογους σιγῃ. Desgleichen sehr schön von MAKARIOS: Ὁ νεν γαρ σιγων ωφελει, Apophthegm. ed. PRITIUSp. 235. Auch von S. FRANCESCOals Evangelicum silentium der Brüder, »ut videlicet ab omni otioso verbo omni tempore abstinerent sollicite«, wie BONAVENTURAim 5. Kapitel der Vita berichtet. — Cf. Anm. 212.
[133]Die selbe Gepflogenheit im Umgang mit Menschen von griechischen Weisen oft empfohlen; so von SOLON: Σφραγιζε τουζ μεν λογους σιγῃ. Desgleichen sehr schön von MAKARIOS: Ὁ νεν γαρ σιγων ωφελει, Apophthegm. ed. PRITIUSp. 235. Auch von S. FRANCESCOals Evangelicum silentium der Brüder, »ut videlicet ab omni otioso verbo omni tempore abstinerent sollicite«, wie BONAVENTURAim 5. Kapitel der Vita berichtet. — Cf. Anm. 212.
[134]Cf. Bd. II, Anm. 14;MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 4 i. f.:sarvaṃ jagad ātmatvena paśyaṃs tyaktāhaṉkāro brahmāham asmīti cintayann, idaṃ sarvaṃ yad ayam ātmeti bhāvayan, kṛtakṛtyo bhavati. Kurz als Monogramm:sarvatrātmaiveti paśyanti, Bhikṣukop.i. f. — Unter den heiligen Anachoreten der Bergschluchten, in Wald, Fels, Einöde gebirgauf vertheilt, gelagert zwischen Klüften, ertönt aus der tiefen Region des Pater profundus durch seine innig umfassende Naturerschauung zu Beginn der letzten Szene des Faust ein gleicher Vorklang empor:So ist es die allmächtige Liebe,Die Alles bildet, Alles hegt.
[134]Cf. Bd. II, Anm. 14;MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 4 i. f.:sarvaṃ jagad ātmatvena paśyaṃs tyaktāhaṉkāro brahmāham asmīti cintayann, idaṃ sarvaṃ yad ayam ātmeti bhāvayan, kṛtakṛtyo bhavati. Kurz als Monogramm:sarvatrātmaiveti paśyanti, Bhikṣukop.i. f. — Unter den heiligen Anachoreten der Bergschluchten, in Wald, Fels, Einöde gebirgauf vertheilt, gelagert zwischen Klüften, ertönt aus der tiefen Region des Pater profundus durch seine innig umfassende Naturerschauung zu Beginn der letzten Szene des Faust ein gleicher Vorklang empor:
So ist es die allmächtige Liebe,Die Alles bildet, Alles hegt.
So ist es die allmächtige Liebe,Die Alles bildet, Alles hegt.
So ist es die allmächtige Liebe,Die Alles bildet, Alles hegt.
So ist es die allmächtige Liebe,
Die Alles bildet, Alles hegt.
[135]Cf.ChāndogyopaniṣatIII, 11,6:imām adbhiḥ parigṛhītāṃ dhanasya pūrṇām. Eine gleiche Zonognosie bekanntlich in der Ilias und in der Edda.
[135]Cf.ChāndogyopaniṣatIII, 11,6:imām adbhiḥ parigṛhītāṃ dhanasya pūrṇām. Eine gleiche Zonognosie bekanntlich in der Ilias und in der Edda.
[136]altvedisches Gleichniss, e. g. imṚkIV, 45,4; cf. GELDNERin PISCHELSVedischen Studien 2. Bd. S. 180.
[136]altvedisches Gleichniss, e. g. imṚkIV, 45,4; cf. GELDNERin PISCHELSVedischen Studien 2. Bd. S. 180.
[137]einer der drei begleitenden Mönche, mit welchen Anuruddho, wie eingangs erwähnt, selbviert geladen war.
[137]einer der drei begleitenden Mönche, mit welchen Anuruddho, wie eingangs erwähnt, selbviert geladen war.
[138]Hiermit vergl. man die ähnlich gesteigerten, immer sublimierter, immer reinlicher befriedigenden Begriffe des sokratischen Eros, im Symposion des PLATONp. 210–212.
[138]Hiermit vergl. man die ähnlich gesteigerten, immer sublimierter, immer reinlicher befriedigenden Begriffe des sokratischen Eros, im Symposion des PLATONp. 210–212.
[139]Vergl.Theragāthā927,Yogacūḍāmaṇyupaniṣatv. 80͠=Theaitetos p. 144.
[139]Vergl.Theragāthā927,Yogacūḍāmaṇyupaniṣatv. 80͠=Theaitetos p. 144.
[140]Vergl. Bd. 2, Anm. 70 über dasKevaṭṭasuttantam. Auch die verwandteTripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣatVI i. f., wo derupāsakasimmer höhere Gegenden ersteigend, immer höhere Kreise und Himmel erkundend endlich denĀdinārāyaṇasantrifft, von ihm begrüßt wird »Du bist Brahmā: ich bin Brahmā« — worauf dieser verschwindet und er selbst sich seiner bewusst ist. Ebenso ECKHARTSDarstellung des „Klimmenden Geistes“, p. 275, und den Gang in den eigenen Grund, wo der Mensch einig geworden als vor tausend Jahren und als nach tausend Jahren und als im Nu verkehren und mitwirken mag: »unt daz ist wîsen liuten ze wizzene unde groben ze gloubenne«, p. 189–190. — Vergl. schon das altvedische Aufsteigen zum Sonnenrade, e. g.S̀atapathabrāhm.I, 9, 3,15: und wiederum ECKHARTSFliegen an das Rad der »gewâren sunnen«, p. 303.Zum Gleichnisse von der hell brennenden Oellampe cf.Triśikhibrāhmaṇopaniṣatv. 157:nivātadīpasadṛśaḥund ein Scholion zuMaitryupaniṣatVI i. m.:nirvātadeśasthapradīpaśikhāvadacalatayā’vasthānaṃ samādhiḥ. Aehnlich nochMaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf. (cf. Anm. 198),Yogatattvop.II, 4,BhagavadgītāVI, 19, etc. Auch MAKARIOS, bei FLOSSp. 197: »Sicut lampas splendida in loco tenebroso... sic monachus perfectus in sobrietate et castitate« etc. — Form und Technik der indischen Lampe entspricht genau der griechischen. Von der antiken bis zur modernen Welt hat man die Metapher der Lampe immer gern gebraucht; auch in anderer Gestalt, z. B. in der 43., bez. 146. Rede unserer Sammlung, ferner in den Liedern der Mönche v. 906, der Nonnen v. 116, woselbst weitere Belege angemerkt sind. Wie beliebt solche Gleichnisse in Rom gewesen sein müssen erhellt aus dem 30. Briefe SENECAS, wo er haec non tamquam nova, sed tamquam in rem praesentem perductus mit Wohlgefallen anführt, indem er, ganz wie Lieder der Mönche v. 702, das schöne Bild entwickelt: »Ignis qui valentem materiam occupavit aqua et interdum ruina extinguendus est; ille qui alimentis deficitur sua sponte subsidit.« Vergl. auch das Testament EPHRAEMSim Anf. Aus neueren Zeiten seien hier noch zwei Stellen aus den Relations de la mort de quelques réligieux de l’abbaye de la Trappe, Paris 1702, I. p. 171 u. II. p. 227 gegeben, wo es vom abbé DECHASTILLONheißt »il cessa de vivre comme une lampe qui s’éteint et qui cesse d’éclairer«, und vom frère ACHILLES»on le voioit diminuer de jour en jour et s’éteindre, pour ainsi dire, comme une lampe qui manque d’huile.«
[140]Vergl. Bd. 2, Anm. 70 über dasKevaṭṭasuttantam. Auch die verwandteTripādvibhūtimahānārāyaṇopaniṣatVI i. f., wo derupāsakasimmer höhere Gegenden ersteigend, immer höhere Kreise und Himmel erkundend endlich denĀdinārāyaṇasantrifft, von ihm begrüßt wird »Du bist Brahmā: ich bin Brahmā« — worauf dieser verschwindet und er selbst sich seiner bewusst ist. Ebenso ECKHARTSDarstellung des „Klimmenden Geistes“, p. 275, und den Gang in den eigenen Grund, wo der Mensch einig geworden als vor tausend Jahren und als nach tausend Jahren und als im Nu verkehren und mitwirken mag: »unt daz ist wîsen liuten ze wizzene unde groben ze gloubenne«, p. 189–190. — Vergl. schon das altvedische Aufsteigen zum Sonnenrade, e. g.S̀atapathabrāhm.I, 9, 3,15: und wiederum ECKHARTSFliegen an das Rad der »gewâren sunnen«, p. 303.
Zum Gleichnisse von der hell brennenden Oellampe cf.Triśikhibrāhmaṇopaniṣatv. 157:nivātadīpasadṛśaḥund ein Scholion zuMaitryupaniṣatVI i. m.:nirvātadeśasthapradīpaśikhāvadacalatayā’vasthānaṃ samādhiḥ. Aehnlich nochMaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf. (cf. Anm. 198),Yogatattvop.II, 4,BhagavadgītāVI, 19, etc. Auch MAKARIOS, bei FLOSSp. 197: »Sicut lampas splendida in loco tenebroso... sic monachus perfectus in sobrietate et castitate« etc. — Form und Technik der indischen Lampe entspricht genau der griechischen. Von der antiken bis zur modernen Welt hat man die Metapher der Lampe immer gern gebraucht; auch in anderer Gestalt, z. B. in der 43., bez. 146. Rede unserer Sammlung, ferner in den Liedern der Mönche v. 906, der Nonnen v. 116, woselbst weitere Belege angemerkt sind. Wie beliebt solche Gleichnisse in Rom gewesen sein müssen erhellt aus dem 30. Briefe SENECAS, wo er haec non tamquam nova, sed tamquam in rem praesentem perductus mit Wohlgefallen anführt, indem er, ganz wie Lieder der Mönche v. 702, das schöne Bild entwickelt: »Ignis qui valentem materiam occupavit aqua et interdum ruina extinguendus est; ille qui alimentis deficitur sua sponte subsidit.« Vergl. auch das Testament EPHRAEMSim Anf. Aus neueren Zeiten seien hier noch zwei Stellen aus den Relations de la mort de quelques réligieux de l’abbaye de la Trappe, Paris 1702, I. p. 171 u. II. p. 227 gegeben, wo es vom abbé DECHASTILLONheißt »il cessa de vivre comme une lampe qui s’éteint et qui cesse d’éclairer«, und vom frère ACHILLES»on le voioit diminuer de jour en jour et s’éteindre, pour ainsi dire, comme une lampe qui manque d’huile.«
[141]»Krieget man mit mir und ich gibe ime als vil worte wider, daz er geswîgen muoz, sô hân ich niht überwunden, sô bin ich überwunden. Aber geswîgen ich von rehter diemüetikeit, sô hân ich überwunden. Mit überwindenne ist man überwunden, überwunden bliben hêt man überwunden.« ECKHART, p. 639. — Zum ersten Verse cf. PERSIUSV, 52–53:Mille hominum species et rerum discolor usus:Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.
[141]»Krieget man mit mir und ich gibe ime als vil worte wider, daz er geswîgen muoz, sô hân ich niht überwunden, sô bin ich überwunden. Aber geswîgen ich von rehter diemüetikeit, sô hân ich überwunden. Mit überwindenne ist man überwunden, überwunden bliben hêt man überwunden.« ECKHART, p. 639. — Zum ersten Verse cf. PERSIUSV, 52–53:
Mille hominum species et rerum discolor usus:Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.
Mille hominum species et rerum discolor usus:Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.
Mille hominum species et rerum discolor usus:Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.
Mille hominum species et rerum discolor usus:
Velle suum cuique est, nec voto vivitur uno.
[142]Bālakaloṇakāragāmo.
[142]Bālakaloṇakāragāmo.
[143]Aehnlich hat das altlombardische Rittergeschlecht der TRIVULZIOdrei Gesichter, tre volti, im Wappen mit der Legendemens unica. Bemerkenswerth noch, wenn auch vielleicht hyperbolisch, ist was CELANOin seiner Vita S. Francisci, I, 8, genau so von den ursprünglichen Clarissinen berichtet: Praecipue namque ante omnia in eis viget virtus mutuae ac continuae charitatis, quae ita ipsarum in unum copulat voluntates, ut cum quadraginta vel quinquaginta pariter alicubi morentur, idem velle ac idem nolle unum in eis spiritum faciat de diversis. Der eigenen Einsicht aber sei endlich der ausführlichere, wundervolle Bericht über unsere Fünf Gottesfreunde vom Oberlande, um 1370, empfohlen, der wohl das innigste, zarteste, feinste Gegenstück zu den Anuruddhern darbietet und in solcher Vollkommenheit ohnegleichen dasteht: bei PREGER, Gesch. der deutsch. Mystik Bd. III, S. 364–367.
[143]Aehnlich hat das altlombardische Rittergeschlecht der TRIVULZIOdrei Gesichter, tre volti, im Wappen mit der Legendemens unica. Bemerkenswerth noch, wenn auch vielleicht hyperbolisch, ist was CELANOin seiner Vita S. Francisci, I, 8, genau so von den ursprünglichen Clarissinen berichtet: Praecipue namque ante omnia in eis viget virtus mutuae ac continuae charitatis, quae ita ipsarum in unum copulat voluntates, ut cum quadraginta vel quinquaginta pariter alicubi morentur, idem velle ac idem nolle unum in eis spiritum faciat de diversis. Der eigenen Einsicht aber sei endlich der ausführlichere, wundervolle Bericht über unsere Fünf Gottesfreunde vom Oberlande, um 1370, empfohlen, der wohl das innigste, zarteste, feinste Gegenstück zu den Anuruddhern darbietet und in solcher Vollkommenheit ohnegleichen dasteht: bei PREGER, Gesch. der deutsch. Mystik Bd. III, S. 364–367.
[144]Cf. CELANO, l. c. 17: Dicebat enim (fratribus) eis ipse beatus pater, veram obedientiam fore non solum prolatam sed excogitatam, non solum imperatam sed desideratam; hoc est, si frater fratris praelati subditus non solum audiat vocem, sed comprehendat voluntatem, statim ad obedientiam totum se debet colligere ac facere quod eum velle signo aliquo comprehendet. Bald darauf berichtet er weiter: Sic enim eos repleverat sancta simplicitas, sic eos cordis puritas possidebat, ut duplicitatem animi penitus ignorarent; quia sicut una fides, ita unus spiritus erat in eis, una voluntas, una charitas, animorum cohaerentia, semper morum concordia, virtutum cultus, conformitas mentis, et pacis actionum. Ebenso auch schon MAKARIOS, in der III. Homilie: Οφειλουσιν ουν οἱ αδελφοι, ει τι ποιουσι, εν αγαπῃ και χαρᾳ ειναι μετ’ αλληλων, κτλ.
[144]Cf. CELANO, l. c. 17: Dicebat enim (fratribus) eis ipse beatus pater, veram obedientiam fore non solum prolatam sed excogitatam, non solum imperatam sed desideratam; hoc est, si frater fratris praelati subditus non solum audiat vocem, sed comprehendat voluntatem, statim ad obedientiam totum se debet colligere ac facere quod eum velle signo aliquo comprehendet. Bald darauf berichtet er weiter: Sic enim eos repleverat sancta simplicitas, sic eos cordis puritas possidebat, ut duplicitatem animi penitus ignorarent; quia sicut una fides, ita unus spiritus erat in eis, una voluntas, una charitas, animorum cohaerentia, semper morum concordia, virtutum cultus, conformitas mentis, et pacis actionum. Ebenso auch schon MAKARIOS, in der III. Homilie: Οφειλουσιν ουν οἱ αδελφοι, ει τι ποιουσι, εν αγαπῃ και χαρᾳ ειναι μετ’ αλληλων, κτλ.
[145]dassanañ ca rūpānam:rūpam=ειδος, Bild, Form, Umriss; cf. BÖTHLINGK-ROTH1s. v. 1e. Es ist eine geistige Wahrnehmung der Grundbegriffe, d. i. der Urbilder der Dinge.
[145]dassanañ ca rūpānam:rūpam=ειδος, Bild, Form, Umriss; cf. BÖTHLINGK-ROTH1s. v. 1e. Es ist eine geistige Wahrnehmung der Grundbegriffe, d. i. der Urbilder der Dinge.
[146]Wie einst ist auch heute noch schatzgraben in manchen Gegenden, z. B. an den alten, längst unter Wüstensand verschütteten, ehedem so blühenden gräko-buddhistischen Kulturstätten im Taklamakan des östlichen Turkestan gebräuchlich und zuweilen recht ergiebig. Cf. HOERNLESinteressante Belege in seinen Antiquities from Central Asia, Journ. As. Soc. Bengal. Extra No. 1, 1899, p. XXVII.
[146]Wie einst ist auch heute noch schatzgraben in manchen Gegenden, z. B. an den alten, längst unter Wüstensand verschütteten, ehedem so blühenden gräko-buddhistischen Kulturstätten im Taklamakan des östlichen Turkestan gebräuchlich und zuweilen recht ergiebig. Cf. HOERNLESinteressante Belege in seinen Antiquities from Central Asia, Journ. As. Soc. Bengal. Extra No. 1, 1899, p. XXVII.
[147]Zum Anblick der Umrisse, der geistigen Wahrnehmung der Urbilder der Dinge, S. 297–303, cf. PLATONSIdeenlehre; sowie Fausts Abstieg in den allertiefsten Grund, zur Gestaltung und Umgestaltung bei den Müttern (Mahāmātaras,Lokamātaras, Μεγαλαι θεαι, Matres materiae; Magna Mater, Mater deum Aestiorum, Nerthus, Nornen); dannTao-te-kingKap. 21. — Vergl. auch die spätere Darstellung der Mütter in den Felsenhöhlen der Tempel, Ruinen und Torsi, so zu Elurā.Es mag nebenher angemerkt sein, dass recht eigentlich hier das nachspürende, aufschürfende, sehr allmälig vordringende Verständniss jüngerer Epochen indischer Architektur und Skulptur, der autochthonen Meisterwerke, — der Dutzenddurchschnitt und die barbarisch, d. i. fremdartig, persisch oder griechisch oder chinesisch behandelte Schablone verdient nur kulturhistorische Betrachtung — einfahren und anbohren muss: weil eben zumal der indische Künstler geheimnissvoll wie die Natur einzig von innen nach außen geschaffen, gebildet, gestaltet hat und so bei all dem Ueberflusse und der unendlichen Fülle noch immer großartig, ja erhaben zu wirken vermag; und nun trotz der scheinbaren Regellosigkeit, die den erstaunten Gast oft wie bei REMBRANDTbefremden wird, wirklich doch eine höhere Einheit und Ordnung erreicht ist. Aber wenn man große Maler ohne Anschauung der Originale kaum verstehn lernen, wenn man sich Pyramiden und Amenophien durch Bilder oder Modelle schwerlich gut vorstellen kann, viel weniger erst die Art und Wirkung jener hindustanischen Denkmale, die gar tief gegründet in der heimischen Erde wurzeln, aus dem Schooße ihrer Felsenklüfte und -grüfte emporgewachsen, hinangewölbt, so zu sagen aus dem Reiche der indischen Mütter an den Tag hervorgestiegen scheinen. Immerhin einen mächtigen Kontrast zur Wirkung dieser Architektur bieten unsere gothischen Dome, in Straßburg, Rheims, in Mailand, Toledo etc., deren felsige Gestalt bekanntlich als freie Weiterentwickelung des hindustanischen Grottenstils anzusehn, uns in Europa von den Arabern und Mauren maskiert übermittelt worden ist. Denn wo der Islam dabei irgend selbständig zuwerke gehn wollte, hat er lediglich zierlich nette Kleinschmiedearbeit zustande gebracht, nicht mehr und nicht weniger, selbst in den ungeheueren Dimensionen der mogulischen Moscheen und Mausoleen zu Delhi und Agra: während schon der erste beste gewöhnliche indische oder gothische Thurm unser Gemüth bedeutsam wie die Natur anspricht, als ein Monolith vor dem Altar der Gabenmutter Demeter oder der unerschöpflich reichen Diana der Epheser. Wenn also SCHOPENHAUERdie, freilich zu seiner Zeit ganz unzulänglich gekannte, hindustanische Skulptur als bloß symbolisch bezeichnet hat, so wäre hier eben bei »des Lebens Bildern, regsam, ohne Leben«, wo »Alles Melodie wird« und Säulenschaft und Triglyphe klingen, vielleicht noch eine höhere, fast unbeschreibliche Aussicht und Einsicht erreichbar und etwa der Erinnerung zu gedenken:Alles VergänglicheIst nur ein Gleichniss.
[147]Zum Anblick der Umrisse, der geistigen Wahrnehmung der Urbilder der Dinge, S. 297–303, cf. PLATONSIdeenlehre; sowie Fausts Abstieg in den allertiefsten Grund, zur Gestaltung und Umgestaltung bei den Müttern (Mahāmātaras,Lokamātaras, Μεγαλαι θεαι, Matres materiae; Magna Mater, Mater deum Aestiorum, Nerthus, Nornen); dannTao-te-kingKap. 21. — Vergl. auch die spätere Darstellung der Mütter in den Felsenhöhlen der Tempel, Ruinen und Torsi, so zu Elurā.
Es mag nebenher angemerkt sein, dass recht eigentlich hier das nachspürende, aufschürfende, sehr allmälig vordringende Verständniss jüngerer Epochen indischer Architektur und Skulptur, der autochthonen Meisterwerke, — der Dutzenddurchschnitt und die barbarisch, d. i. fremdartig, persisch oder griechisch oder chinesisch behandelte Schablone verdient nur kulturhistorische Betrachtung — einfahren und anbohren muss: weil eben zumal der indische Künstler geheimnissvoll wie die Natur einzig von innen nach außen geschaffen, gebildet, gestaltet hat und so bei all dem Ueberflusse und der unendlichen Fülle noch immer großartig, ja erhaben zu wirken vermag; und nun trotz der scheinbaren Regellosigkeit, die den erstaunten Gast oft wie bei REMBRANDTbefremden wird, wirklich doch eine höhere Einheit und Ordnung erreicht ist. Aber wenn man große Maler ohne Anschauung der Originale kaum verstehn lernen, wenn man sich Pyramiden und Amenophien durch Bilder oder Modelle schwerlich gut vorstellen kann, viel weniger erst die Art und Wirkung jener hindustanischen Denkmale, die gar tief gegründet in der heimischen Erde wurzeln, aus dem Schooße ihrer Felsenklüfte und -grüfte emporgewachsen, hinangewölbt, so zu sagen aus dem Reiche der indischen Mütter an den Tag hervorgestiegen scheinen. Immerhin einen mächtigen Kontrast zur Wirkung dieser Architektur bieten unsere gothischen Dome, in Straßburg, Rheims, in Mailand, Toledo etc., deren felsige Gestalt bekanntlich als freie Weiterentwickelung des hindustanischen Grottenstils anzusehn, uns in Europa von den Arabern und Mauren maskiert übermittelt worden ist. Denn wo der Islam dabei irgend selbständig zuwerke gehn wollte, hat er lediglich zierlich nette Kleinschmiedearbeit zustande gebracht, nicht mehr und nicht weniger, selbst in den ungeheueren Dimensionen der mogulischen Moscheen und Mausoleen zu Delhi und Agra: während schon der erste beste gewöhnliche indische oder gothische Thurm unser Gemüth bedeutsam wie die Natur anspricht, als ein Monolith vor dem Altar der Gabenmutter Demeter oder der unerschöpflich reichen Diana der Epheser. Wenn also SCHOPENHAUERdie, freilich zu seiner Zeit ganz unzulänglich gekannte, hindustanische Skulptur als bloß symbolisch bezeichnet hat, so wäre hier eben bei »des Lebens Bildern, regsam, ohne Leben«, wo »Alles Melodie wird« und Säulenschaft und Triglyphe klingen, vielleicht noch eine höhere, fast unbeschreibliche Aussicht und Einsicht erreichbar und etwa der Erinnerung zu gedenken:
Alles VergänglicheIst nur ein Gleichniss.
Alles VergänglicheIst nur ein Gleichniss.
Alles VergänglicheIst nur ein Gleichniss.
Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichniss.
[148]Vergl. BAKCHYLIDES, Theseus v. 42–45: δικας αδικοισιν οφρα μησεται — παντ’ εν τῳ δολιχῳ χρονῳ τελειται. Auch Hamlet I, 5,10–22; namentlich die der Schlussfolge obiger Absätze merkwürdig entsprechende Stelle:. . . . . . confined to fast in fires,Till the foul crimes done in my days of natureAre burnt and purg’d away.
[148]Vergl. BAKCHYLIDES, Theseus v. 42–45: δικας αδικοισιν οφρα μησεται — παντ’ εν τῳ δολιχῳ χρονῳ τελειται. Auch Hamlet I, 5,10–22; namentlich die der Schlussfolge obiger Absätze merkwürdig entsprechende Stelle:
. . . . . . confined to fast in fires,Till the foul crimes done in my days of natureAre burnt and purg’d away.
. . . . . . confined to fast in fires,Till the foul crimes done in my days of natureAre burnt and purg’d away.
. . . . . . confined to fast in fires,Till the foul crimes done in my days of natureAre burnt and purg’d away.
. . . . . . confined to fast in fires,
Till the foul crimes done in my days of nature
Are burnt and purg’d away.
[149]Die Opferpriester gefräßigen Hunden vergleichen ist nicht etwa ironische Erfindung unserer Texte, vielmehr schon im 12. Kapitel des 1. Buches derChāndogyopaniṣatmit dramatischem Humor dargestellt, ganz analog der kostbaren Szene in des ARISTOPHANESEirene v. 1043 ff., wann der Mantis Hierokles κατα την κνισαν εισεληλυθεν.
[149]Die Opferpriester gefräßigen Hunden vergleichen ist nicht etwa ironische Erfindung unserer Texte, vielmehr schon im 12. Kapitel des 1. Buches derChāndogyopaniṣatmit dramatischem Humor dargestellt, ganz analog der kostbaren Szene in des ARISTOPHANESEirene v. 1043 ff., wann der Mantis Hierokles κατα την κνισαν εισεληλυθεν.
[150]Vergl.ChāndogyopaniṣatV, 10, 8 diekṣudrāṇi bhūtāniund ihrjāyasva mriyasvetyetattṛtīyaṃ sthānam.
[150]Vergl.ChāndogyopaniṣatV, 10, 8 diekṣudrāṇi bhūtāniund ihrjāyasva mriyasvetyetattṛtīyaṃ sthānam.
[151]Vergl. diekuṇimāhāraneraiyāderJainās, wieAupapātikasūtre§ 56; wo auch, beiläufig gesagt, unserCūḷasīlamneben anderem sorgsam rezipiert erscheint.
[151]Vergl. diekuṇimāhāraneraiyāderJainās, wieAupapātikasūtre§ 56; wo auch, beiläufig gesagt, unserCūḷasīlamneben anderem sorgsam rezipiert erscheint.
[152]Dieser Kampf ums Dasein ist schon imVedaserkannt worden,S̀atapathabrāhmaṇamI, 8, 1,3. — Das Gleichniss von der Schildkröte und der Reuse scheint das Original zu jener mühsäligen, kaum verständlichen Parabel vom Kameel und dem Nadelöhr abzugeben, wie DELORENZOin der Flegrea vom 5. Juni 1901 S. 410 f. des näheren ausführt. Doch was nach indischer Anschauung unschwer begreiflich, ist, durch diverse Medien und Metamorphosen mehr und mehr verdunkelt, im N. T. endlich zu einer Art Hieroglyphe geworden, mit der die Exegese, die sogar einen vikarierenden Elephanten aufgefunden, nicht fertig werden konnte, da ihr eben die ursprüngliche, in der Natur begründete, wenn auch hyperbolische Eikasie unseres Gleichnisses nicht zugänglich war; daher denn auch der sinnige MAKARIOSMG. es vorgezogen hat, καμηλος von καμειν abzuleiten und auf die πενια zu beziehen, ed. BLONDELp. 58/59. Aber in einem der ältesten christlichen Briefe und zwar des BARNABAS, den freilich die Kirchentyrannis gerade seiner unzweideutig überirdischen Gesinnung wegen infam wie PETRUSverleugnet, findet man unsere obige Anschauung unvertrübt wieder, ohne Möglichkeit zu opportunem Missverstehn und theokratischer Umwerthung, in der Mitte des X. Kapitels, wo BARNABASdie Schlechten und Frevler den Polypen und anderen Thieren der Seetiefe vergleicht, ὡς και ταυτα τα ιχθυδια μονα επικαταρατα εν τῳ βυθῳ νηχεται, μη κολυμβωντα ὡς τα λοιπα, αλλ’ εν τῃ γῃ κατω του βυθου κατοικει. — Noch mag hier bemerkt sein, dass bei VERGIL, wann er den ατερπεα χωρον des EMPEDOKLESabbildet, die Stelle von der Schwierigkeit zum Menschenthum zu gelangen wiederkehrt, Aen. VI, 703–751. Bis in die Gegenwart hat sich im Volke ein solches, man möchte sagen metaphysische Gefühl hie und da erhalten. »Ziemlich verbreitet«, erzählt uns z. B. VERNALEKENin seinen Mythen und Bräuchen des Volkes in Oesterreich S. 119 f., »ist in Steiermark die Meinung, dass die Soldaten nicht in den Himmel kämen, sondern die ‚grüne Wiese‘ zu ihrem Sammelplatz hätten. Dort auf der ‚grünen Wiese‘ harren sie, bis der Tag kommt, an welchem sie in der Welt wieder erscheinen werden.« Diese grüne Wiese nun gleicht aber mehr noch als denpratader Aeneis dem ασφοδελος λειμων der Odyssee, und dieser wiederum mehr dem heillos tiefen Sacer Oceanus, aus dem die uralte Schildkröte aufsteigt. Eine wunderbare Ahnung darum hat unseren WOLFRAM, im Titurel Str. 166, von »jâmersôten« reden lassen, nachdem er, Str. 120, das Gleichniss gegeben:Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kielenie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,als mîn herze in jâmer ist versenket.
[152]Dieser Kampf ums Dasein ist schon imVedaserkannt worden,S̀atapathabrāhmaṇamI, 8, 1,3. — Das Gleichniss von der Schildkröte und der Reuse scheint das Original zu jener mühsäligen, kaum verständlichen Parabel vom Kameel und dem Nadelöhr abzugeben, wie DELORENZOin der Flegrea vom 5. Juni 1901 S. 410 f. des näheren ausführt. Doch was nach indischer Anschauung unschwer begreiflich, ist, durch diverse Medien und Metamorphosen mehr und mehr verdunkelt, im N. T. endlich zu einer Art Hieroglyphe geworden, mit der die Exegese, die sogar einen vikarierenden Elephanten aufgefunden, nicht fertig werden konnte, da ihr eben die ursprüngliche, in der Natur begründete, wenn auch hyperbolische Eikasie unseres Gleichnisses nicht zugänglich war; daher denn auch der sinnige MAKARIOSMG. es vorgezogen hat, καμηλος von καμειν abzuleiten und auf die πενια zu beziehen, ed. BLONDELp. 58/59. Aber in einem der ältesten christlichen Briefe und zwar des BARNABAS, den freilich die Kirchentyrannis gerade seiner unzweideutig überirdischen Gesinnung wegen infam wie PETRUSverleugnet, findet man unsere obige Anschauung unvertrübt wieder, ohne Möglichkeit zu opportunem Missverstehn und theokratischer Umwerthung, in der Mitte des X. Kapitels, wo BARNABASdie Schlechten und Frevler den Polypen und anderen Thieren der Seetiefe vergleicht, ὡς και ταυτα τα ιχθυδια μονα επικαταρατα εν τῳ βυθῳ νηχεται, μη κολυμβωντα ὡς τα λοιπα, αλλ’ εν τῃ γῃ κατω του βυθου κατοικει. — Noch mag hier bemerkt sein, dass bei VERGIL, wann er den ατερπεα χωρον des EMPEDOKLESabbildet, die Stelle von der Schwierigkeit zum Menschenthum zu gelangen wiederkehrt, Aen. VI, 703–751. Bis in die Gegenwart hat sich im Volke ein solches, man möchte sagen metaphysische Gefühl hie und da erhalten. »Ziemlich verbreitet«, erzählt uns z. B. VERNALEKENin seinen Mythen und Bräuchen des Volkes in Oesterreich S. 119 f., »ist in Steiermark die Meinung, dass die Soldaten nicht in den Himmel kämen, sondern die ‚grüne Wiese‘ zu ihrem Sammelplatz hätten. Dort auf der ‚grünen Wiese‘ harren sie, bis der Tag kommt, an welchem sie in der Welt wieder erscheinen werden.« Diese grüne Wiese nun gleicht aber mehr noch als denpratader Aeneis dem ασφοδελος λειμων der Odyssee, und dieser wiederum mehr dem heillos tiefen Sacer Oceanus, aus dem die uralte Schildkröte aufsteigt. Eine wunderbare Ahnung darum hat unseren WOLFRAM, im Titurel Str. 166, von »jâmersôten« reden lassen, nachdem er, Str. 120, das Gleichniss gegeben:
Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kielenie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,als mîn herze in jâmer ist versenket.
Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kielenie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,als mîn herze in jâmer ist versenket.
Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kielenie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,als mîn herze in jâmer ist versenket.
Ez ’n wart ûf mer geworfenûzkocken noch ûz kiele
nie anker alsô swaerederze tal durch wâc sô tiefe geviele,
als mîn herze in jâmer ist versenket.
[153]Genau entsprechend sagt SOKRATES, im Gorgias p. 522: Πολλων γαρ αδικηματων γεμοντα την εις Ἁιδου αφικεσθαι παντων εσχατον κακων εστιν.
[153]Genau entsprechend sagt SOKRATES, im Gorgias p. 522: Πολλων γαρ αδικηματων γεμοντα την εις Ἁιδου αφικεσθαι παντων εσχατον κακων εστιν.