Chapter 20

[185]Vergl.Maitryup.VI, 25:sarvabhāvaparityāgo yoga ityabhidhīyate.[186]Zukāmasukham,mīḷhasukhametc. cf. derS̀rutiundSmṛti grāmyakāmān, grāmyasukhamwieKuṇḍikop.v. 3 etc. mit Anm. 45. Gegensatzvīrasukham, heroisches Wohl; dann dasasaṉkiliṭṭhaṃ yogakkhemamder 26. Rede: το αθογωτον καλλος des MAKARIOSMG., p. 85. Vergl. auch das klassische luto ludere, wie PLAUTUS, Mil. glor. II, 3 gegen Ende; und BRUNO, Spaccio II, 3 eb.: »Meditantur sua stercora scarabaei.« Die ganze Antinomie hat unser Divus BERNARDUSCLARAEVALLENSISin einen, dem Gehalte wie der Form nach eigenthümlich indisch anmuthenden, Denkspruch gefasst: Modi diligendi sunt quatuor. Carnem amare carnaliter, spiritum carnaliter, carnem spiritualiter, spiritum spiritualiter: Sententiae et Soliloquia fol. 506 ed. Par. 1621. Sie ist schon in dem alten, von PRODIKOSüberlieferten, von LEOPARDIübersetzten Gleichnisse »Herakles am Scheideweg« meisterhaft veranschaulicht.[187]Vergl. Bd. 2. Anm. 30. — Noch spät allgemein indisch, e. g.S̀ukasaptati50:na vaktavyaṃ pāpaṃ dṛṣṭaṃ śrutaṃ... kathāpi khalu pāpānām alam aśreyase yataḥ.— Aehnlich die pythagorische, der THEANOzugeschriebene Maxime: Περι ὡν λεγειν καλον, περι τουτων σιωπαν αισχρον· και περι ὡν αισχρον λεγειν, περι τουτων σιωπαν αμεινον; sowie die andere, von ARISTOXENOSüberlieferte: Μη ειναι προς παντας παντα ῥωτα. Auch von S. FRANCESCOheißt es, bei CELANOI2, 3: Expertus namque fuerat, magnum fore malum, cuncta communicare cunctis. Besonders genau aber entspricht das sechste der Octo punctorum, meditantibus quibus pervenitur ad perfectionem etc., S. BERNARDIl. c. fol. 1755–1756, und ib. die zu Ende des vierten dargelegte salutis via und ihre principia: Fuge, tace, quiesce.[188]Βιας εφη· Μισει το ταχυ λαλειν, μη ἁμαρτῃς· μετανοια γαρ ακολουθει.[189]Subhūtiist Glosse, nachAṉguttaranikāyoI, 14, 2,4. — Einen allgemeinen, κατ’ αθαμβιαν entsprechenden Kommentar zu dieser Rede mit der abschließenden Maxime »Keiner Beachtung würdigen« findet man vielleicht am schönsten im dritten Kapitel des vierten Buches der nikomacheischen Ethik des ARISTOTELESbei Ausführung der Grundsätze Ὁ δε μεγαλοψυχος δικαιως καταφρονει, οἱ δε πολλοι τυχοντως, und Ουδεν γαρ μεγα αυτῳ εστιν, und Ου γαρ μεγαλοψυχου το απομνημονευειν, αλλως δε και κακα, αλλα μαλλον παροραν; und wieder anders und doch sehr ähnlich bei dem großartig versöhnenden Urtheile des aegyptischen ANTONIOSκαι πασι παντα συγχωρητομεν , Vita p. 29, dem wirklich vorgeprägten Stämpel zur berühmten, von SCHOPENHAUERgepriesenen Botschaft in der letzten Szene der Cymbeline »Pardon’s the word to all«, sowie auch in CASTILLEJOSDiálogo entre Memoria y Olvido mit dem Facit:Olvidar es lo mejor.[190]Vergl. Bd. II, Anm. 142. — Der Aufenthalt bei Hafnern, deren Handwerk ja frei von Tadel ist, wird von Asketen bevorzugt: cf. diekulālaśālāin derJābālopaniṣatfine.[191]Liestena viññāṇena kiṃ vijānāti.[192]Das selbe Gleichniss hat PLATON, De Rep. IV, p. 435: Και ταχα αν γαρ’ αλληλα σκοπουντες και τριβοντες, ὡρπερ εκ πυρειων εκλαμψαι ποιησαιμεν την δικαιοσυνην. Cf. Anm. 89.[193]Derāvusovādaccayoist commentatio protreptica.[194]Wer in den langen schmalen indischen Gassen und Höfen nicht sehr auf der Hut ist kann im Gedränge von einer der zahlreichen Kühe leicht unversehens niedergestoßen oder tödtlich verletzt werden. — Wie ein spezieller Kommentar dazu liest sich ein kürzlich vorgekommener Fall, den mir DELORENZOaus Neapel, nach demPungolovom 2. Januar 1902, berichtet: »Ieri sera fu trasportato all’ ospedale dei Pellegrini, con grave commozione generale, un giovanotto diciottenne, ARNALDOMUROLO, ferito con un colpo di corna al petto da una delle vacche, che girano per la città, continuando una usanza barbara per quanto indecente.«[195]Der Schluss der Rede, S. 432, giebt das ächte Που στω an. — Cf. vorherBṛhadāraṇyakamIII. 4; IV, 3,17; 4,16:kim icchan kasya kāmāya.Vergl. noch ECKHART, p. 242: Ohne Dünken und Wähnen und Glauben, p. 284: »Und hier umbe sô bin ich geborn unde nâch mîner gebürtewîse, diu êwic ist, sô enmac ich niemer ersterben. Nâch mîner êwigen gebürtewîse sô bin ich êweclich gewesen unde bin nû unde sol êweclîche belîben. — Dâ bin ich daz ich was, unde dâ nime ich weder abe noch zuo. — Wer dise rede niht verstêt, der bekümber sîn herze niht damite. Wan als lange der mensche niht gelîch ist dirre wârheit, alsô lange wirt er dise rede niht verstên.« Vergl. KANTKRV II, 2,2, 2,9(R. 432): »Die Kausalität der Vernunft im intelligibelen Charakterentsteht nicht, etc.« Der berühmte, von PAPPOSLib. VIII propos. 11 prooem. überlieferte Ausruf Δος μοι που στω και κινω την γην ist von HEATHin seinem schönen Werke über ARCHIMEDES, Cambridge 1897, S. XIX, treulich erörtert. — Noch einige Sigla ähnlicher Gattung werden durch eine Reihe entsprechender Bilder hie und da veranschaulicht: wie etwaAṉguttaranikāyo, Sattakanipātop. 13 ed. Siam.thale tiṭṭhati brāhmaṇo, MajjhimanikāyoNo. 98 v. 42amatogadham anuppatto, Suttanipāto359pāraṉgato ṭhitatto.[196]kālakiriyā, von kālaṃ karotidie Zeit erfüllen, wörtl. »die Zeit machen«, d. i. sterben [Augenblick des Todes]; vergl. das gegenüberstehendekālaṃ gacchatidie Zeit erlangen, wörtl. »in die Zeit gehn«, d. i. keimen [Augenblick der Empfängniss]:ChāndogyopaniṣatII, 13,1.[197]Vergl. Raṭṭhapālo vor König Koravyo, in der 82. Rede;=THEOGNISv. 727/8:ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειαςνουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον[198]ajjhattaṃ sampasādanam=nistaraṉgasamudravan (nirvātasthitadīpavad acalasampūrṇabhāvābhāvavihīnakaivalyajyotir bhavati): MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf.; cf. auch Bd. II, Anmerkung 4.[199]Das Exordium der buddhistischen Lehre, die heilige Wahrheit vom Leiden, S. 435–437 und sonst ausführlich begründet, ist mit anderen Worten als »Heiligthum des Schmerzes« von GOETHEdas Würdigste genannt worden, als »jene letzte Religion, die aus der Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, entspringt«, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Buch, 2. Kap. gegen Ende. Bei uns ist diese erste der heiligen Wahrheiten allerdings nur als Basis rechter Erkenntniss dargestellt, während die vierte ein Zenith erreicht, wo Leiden nicht mehr bestehn kann: »dâ kein leit stat enhât«, wie ECKHART, p. 42, erkannt. — Cf. das Gleichniss vom Pfeilschmidt, in der 101. Rede, S. 19.[200]Vergl.Dhammapadam354a,Sabbadānaṃ dhammadānaṃ jinātiund ähnliche Stellen. Von Asoko auf dem IX. (Girnār-) und XI. Felsenedikt frei wiedergegeben: siehe BÜHLERSAusführungen in der Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Gesellsch. Bd. 48 S. 57 f. In diesem Sinne aber fasst der König seine Gedanken über den Werth des Gebens im allgemeinen zu Ende des kurzen VII. Felsenediktes in die Maxime zusammen: »Denn wer auch eine reiche Gabe nicht geben kann: sich selbst beherrschen, das Herz läutern, erkenntlich und rechtschaffen sein bleibt immer gültig.« —Cuddasabismahapphalataraṃ vadāmiistmicchāvādo, kenacideva pariyāyenainfarciert.[201]Vergl. Anm. 110. —Upapajjītizeigt den Schluss des Berichtes an. Der Kommentar fügt noch ein paar Verse hinzu. —Anāthapiṇḍiko, der Almosenspender, war allmälig der Beiname des gabenreichen und ungewöhnlichen Mannes geworden: von Hause aus hieß erSudatto, d. i. OTTO. Cf. Aṉguttaranikāyo I, 14, 6,2.Das Thema dieser meisterlichen Fugenrede findet man bei ECKHART, p. 14, also wieder: »Wil dîn ouge alliu dinc sehen unde dîn ôre alliu dinc hoeren unde dîn herze alliu dinc gedenken, in der wârheit, in allen disen dingen muoz dîn sêle zerströuwet werden. Dar umbe sprichet ein meister: swenne der mensche ein indewendic werc sol wirken, sô muoz er alle sîne krefte în ziehen, rehte als in einen winkel sîner sêle, unde sich verbergen vor allen bilden unde formen, und aldâ mag er wirken.«Der Garten Anāthapiṇḍikos war, nebenher bemerkt, bei uns, vierzig Jahre nach ECKHARTSTode, von MERSWINdurch die Stiftung des Grünen Werder, auf einer Insel der Ill bei Straßburg, in seiner ganzen Eigenart erstaunlich getreu wiedergeschaffen worden; worüber das Nähere PREGERSGeschichte der deutschen Mystik 3. Band S. 373 einzusehn ist.[202]Nämlich die Ader öffnen.[203]Zu Mahācundos Hypomnem cf. die 140. Rede i. f.; auchKaivalyopaniṣat24:sadasadvihīnas,MahopaniṣatV, v. 69:sadasator madhye paśyati, ja schonChāndogyopaniṣatIII, 11,1:Atha tata ūrdhva uditya naivodetā nāstametā, ekalā eva madhye sthātā. EbensoTao-te-kingKap. 33 i. f., ECKHARTp. 535: »ûf der mite stên.«Das letzte Gespräch Channos und das letzte des ATTICUSmit den Freunden vor seinem freiwilligen Tode zeigt nach Inhalt und Form paarweise Gleichheit, bei CORNELIUSNEPOSXXV, 21. Mythisches Vorbild ist die bhṛguide Wanderung durch den Tod zum Leben (vergl. auch dasBhṛgupatanamBd. 2, Anm. 176); das herakleische Ende; und der Vogel Phoenix. »Mortalis immortalis flere si foret fas, Flerent divae Camoenae Naevium poetam« deutet uns heiter gelassen das altrömische Epitaph an.[204]Zum dreifachen Wissen cf. e. g. Bd. II, S. 456 f.[205]Die westlichen Suner sind in der Legende des zweitenDivyāvadānam, bei Wiedergabe unseres obigen Berichtes, zuS̀roṇāparāntakāsgeworden: in Wirklichkeit aber wird an dieHūnā0,Hūṇā0, dieHunudes Avesta und des PTOLEMÄUSΧουνοι, zu denken sein, zu welchen die Lage von Sāvatthī als Ausgang wohl passt.Es ist bei diesem Dialoge kaum nöthig wiederum auf das berühmte Gespräch des S. FRANCESCOim 8. Fioretto hinzuweisen, wiewohl aufTao-te-kingKap. 13. — Zur kurzen Anleitung S. 464 f., ib. Kap. 58. Vergl. LOTHARSWahlspruch »Ubi mel, ibi fel«, den der vielerfahrene Kaiser vielleicht einst von S. BERNARDvernommen; dann später von HARTMANNim Gregorius v. 284, 286 als »nach liebe leit — daz honec mit der gallen« vorgetragen; zumal aber cf. ECKHART, p. 424: »Allez leit kumet von liebi unt minne; wan minne unt liebi ist leides anevanc unt ûzganc.«[206]Vergl.Dhyānabindūpaniṣatv. 8:vṛkṣaṃ tu sakalaṃ vidyācchāyā tasyaiva niṣkalā.— Den selben Gedankengang oder vielmehr die selbe Anschauung haben alle die großen Griechen mit den Indern gemein: und der welterfahrene, reiflich gewitzigte ARISTOPHANEShat ihr sogar, wie mir scheint, den beredtesten Ausdruck verliehen, Orn. 685/87:φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.[207]Das öfter gegebene Gleichniss von der geschlachteten Kuh ist insbesondere in derAtharvasaṃhitānicht selten anzutreffen. Es spricht für das hohe Alter und die gute Ueberlieferung unserer Texte. Denn spätere Generationen, etwa seit Asokos ersten Felsen-, bez. fünften Säulenedikten vom praktischen Buddhismus bereits mächtig beeinflusst, hätten es, als anachronistisch, nicht mehr anwenden können. Daher galten denn auch derSmṛtidiegavāśanāsalsantyajās, e. g.VyāsīyadharmaśāstreI, 12. — Vergl. Anm. 62; und die unpatriarchalische, tief asketenthümliche Art wie der greise, naive HILARIONin seiner Unterredung mit dem Judenchristen und kyprischen Bischofe EPIPHANIOS, der ihm zu Ehren ein Fleischgericht hatte vorsetzen lassen, der Speiseregel der Mönche unserer 55. Rede wohl entsprechend geantwortet hat: »Ignosce mihi, pater, quia ex quo accepi habitum istum, non manducavi quidquam occisum«, nach den AASS Oct. tom. IX fol. 29 No. 57 i. f.[208]Der Anschauung gemäß betrachtet der Inder die noch zunehmende, bez. eben erst voll gewordene Mondnacht als Kulmination: während wir, ohne Rücksicht auf die Anschauung, die astronomische Tageszeit berechnen; daher fällt in Indien die Feier des Vollmondes in der Regel auf den Vorabend. — Ein anderes Mondgleichniss im 2. Bande S. 635, Lieder der Mönche S. 234: ebenso doppelartig bedeutsam in dem Bilde eines Fra MARIANOda Volterra »SANFRANCESCOè simile alla luna piena per la activa et contemplativa vita«, bei SABATIER, BARTHOLITractatus etc. p. 149.Ein schönes, ob auch tiefer stehendes Gegenstück zum obigen Berichte von Nandako und den Nonnen darf man bei uns wohl in Meister ECKHARTSGesprächen mit Schwester KATREIerkennen: so wenn diese Heilige, nicht unähnlich wie es oben von der geringsten der Nonnen ausgesagt ist, von sich den Bescheid giebt, »daz ich nie hinder mich gesach, sît ich ûf den wec gewîset wart zuo mîner êwigen sêlicheit, unde daz ich keiner crêatûre rât nie gevolgete, wan daz ich allez für mich gienc in eime rehten ernste«, p. 468; oder p. 474 das Wort von der Uebung bis an den Tod; u. a. m.[209]Vergl. Bd. 2. S. 68. 271, 541. — Zunibbindam, überdrüssig, cf. die 74. Rede i. f. und Lieder der Mönche S. 278 Anm. 1; sowie dennirvedasderS̀ruti, namentlich imBṛhadāraṇyakamIII, 4. Dann auch dennivveoderJaināsetc. Bei uns hat Meister ECKHART, p. 374, gesagt: »Ez enist dehein krêatûre sô gelustlich, der mensche möhte sî sô lange anesehen, ez enverdrüzze in.« In einem ähnlichen aber allgemeineren Sinne, mehr objektiv nach außen gewendet, haben wieder andere grübelnde Geister »Cui bonum« gefragt und »Quien querrà la vida si sabe lo que es?«, GRACIAN, Criticòn III, 1, »Wer erfreute sich des Lebens, | Der in seine Tiefen blickt!«, SCHILLER, Kassandra 87/88, etc.Den Ausdruck einer solchen Gesinnung hat vielleicht erhaben wie keine andere die buddhistische Kunst getroffen, zumal auf einer der so fein gearbeiteten Meisterstatuetten aus getriebenem Golde, in Anurādhapura gefunden, jetzt im Museum zu Kolombo, mit dem herrlichen nach rechts geneigten Antlitze, von rein indo-ārischem Typus. Auch die Züge des lysippischen Apoxyomenos gleichwie die verklärteren des glykonischen Herakles und etwa die des lateranensischen St. Hippolytus sind von einem verwandten Geiste belebt; obwohl der letztgenannte kirchlich, also κακιστῳ κομματι.Derpacchāsamaṇo, upaṭṭhāko, antevāsī, der eine, jeweilig andere begleitende Jünger, der dem Meister nachfolgt, ihm aufwartet, wie oben S. 481, 2. Bd. S. 476, 1. Bd. S. 152, passim, reicht bis in die alten Upanischaden hinauf, e. g.BṛhadāraṇyakeVI, 3, Ende:Taṃ haitam Uddālaka Āruṇir Vājasaneyāya Yājñavalkyāyāntevāsina uktvā... etam u haiva Vājasaneyo Yājñavalkyo Madhukāya Paiṉgyāyāntevāsina uktvā... Madhukaḥ Paiṉgyaś Cūḍāya Bhāgavittaye ’ntevāsina uktvādi.So schließt auch bei uns das vorletzte Fioretto nach SANFRANCESCOab, ed. SABATIERNo. 54: »Hanc historiam habuit frater Iacobus de Massa ab ore fratris Leonis, et frater Hugolinus de Monte Sanctae Mariae ab ore dicti fratris Iacobi, et ego qui scripsi ab ore fratris Hugolini viri per omnia fide digni.«Die Gestalt eines so getreuen Jüngers ist in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, und in der Malerei, wie auf den Fresken zu Ajaṇṭā — die Skizze eines derartigen Bildes findet man in FERGUSSONSund BURGESS’ Cave Temples of India, London 1880, p. 311 No. 59 — anmuthig dargestellt: und hat wiederum ein überraschend entsprechendes Gegenstück auf elf der ausgezeichneten sechsundzwanzig theodericischen Mosaiken vom Leben Jesu im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Mag nun dergl. durch zufällige oder nothwendige Anlässe oder etwa durch byzantinische Tradition à la bricole begegnet sein: der Künstler hat da wie dort eine große Anschauung bewundernswürdig groß und gleichartig nachgebildet.Athavā bhavitavyānāṃ dvārāṇi bhavanti sarvatra.Vergl. noch das wohlbekanntesāvakayugam, d. i.SāriputtoundMoggallāno, dasaggam bhaddayugam: ein gleiches auch in der 50. Rede, p. 333; und diecattāri purisayugāni, viermal je zwei erlauchte Jünger, 7. Rede p. 37, passim.Die sinnige Vorstellung, dass in heiliger Nähe auch einer Geisterschaar das abgeklärte Auge aufgehn mag, wie oben Ende des Berichtes S. 485, hat bei uns GOETHEveranschaulicht, wenn der Pater seraphicus den Säligen Knaben seine Augen verleiht und als die eigenen brauchen lässt, »diese Gegend« anzuschauen, und die Säligen nun »in sich nimmt«, ihnen Bäume, Felsen, Wasserstrom liebreich offenbart und sie zu höherem Kreise hinansteigen, durch Geisternahrung immer unvermerkt wachsen lehrt, in den freiesten Aether entfaltet: die »junge Geisterschaar«, die — gleich jener anderen oben S. 481 — erst wie ein Morgenwölkchen durch den Dunkeln Wald herangeschwebt war, mit der Frage:Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,Sag’ uns, Guter, wer wir sind?Glücklich sind wir, allen, allenIst das Dasein so gelind.[210]ChāndogyopaniṣatI, 2,2:te ha nāsikyaṃ prāṇam udgītham upāsāṃ cakrire.Etc. — Και καλως Ἡρακλειτος ειπεν, ὁτι αἱ ψυχαι οσμωνται καθ’ ἁδην, PLUTARCHIDe facie etc. cap. 28 i. f. — Faust v. 6473/78 (Der Hauch des Paris); ib. v. 8265 f. (Das Gruneln des Homunculus), und ebenso W. Ö. Div. I, 16, VIII, 28. In diesem Sinne möchte sich wohl auch dergandharvas,gandhabbo, der Δαιμων, Genius, Keimling — vergl. die 93. Rede gegen Ende — als Duftes lebendige Fühlung, ohne Ferne geflogen und gebannt, wirkend offenbaren: colla parte keine ganz ungehörige, recht artige Probe höherer indo-ārischer Physiologie. Bei uns von GUSTAVJÄGERumfassend erneut.Eine solche Anschauung, die bis zu einem gewissen Grade gültig ist, wird von ECKHARTmit großer Besonnenheit mehrfach beleuchtet, z. B. p. 81 »diu sêle ist in eime ieklîchen gelide alzemâle«, p. 268 »diu sêle ist ganz und ungeteilt alzemâle in dem fuoze und in den ougen«, p. 397 »ist ganz in eime ieglîchen gelide, in den vingern, in den ougen, in dem herzen und in eime ieglîchen teil aller gelide grôzer und kleiner«, p. 537 »diu sêle ist an ir nâtûre alsô gestalt, wâ si iht ist, dâ ist si alzemâle, an ieglîchem lide ist si alzemâle, unt daz ist des schult, swâ der nâtûre iht ist, dâ ist si alzemâle«. KANT: »Ich bin ebenso unmittelbar in der Fingerspitze wie in dem Kopfe. Meine Seele ist ganz im ganzen Körper und ganz in jedem seiner Theile.« ed. ROSENKR. VII, 42.[211]Wenn bei der 120. Rede in anderem Zusammenhange eine kantische Einführung empfohlen sein durfte, so wird hier als Vorschule das 1.-2. Hauptstück des 2. Buches der transscendentalen Dialektik das Verständniss z. Th. erleichtern. Da kommt unser Ergebniss vom »Entstehn und Vergehn des Selbstes« bei der Kritik des 1. Paralogismus zustande: »Denn das Ich ist zwar in allen Gedanken; es ist aber mit dieser Vorstellung nicht die mindeste Anschauung verbunden, die es von anderen Gegenständen der Anschauung unterschiede. Man kan also zwar wahrnehmen, daß diese Vorstellung bey allem Denken immer wiederum vorkömt, nicht aber, daß es eine stehende und bleibende Anschauung sey, worin die Gedanken (als wandelbar) wechselten. Hieraus folgt: daß der erste Vernunftschluß der transscendentalen Psychologie uns nur eine vermeintliche neue Einsicht aufhefte, indem er das beständige logische Subiect des Denkens vor die Erkentniß des realen Subiects der Inhärenz ausgiebt, von welchem wir nicht die mindeste Kentniß haben, noch haben können, weil das Bewustseyn das einzige ist, was alle Vorstellungen zu Gedanken macht, und worin mithin alle unsere Wahrnehmungen, als dem transscendentalen Subiecte, müssen angetroffen werden, und wir, außer dieser logischen Bedeutung des Ich, keine Kentniß von dem Subiecte an sich selbst haben, was diesem, so wie allen Gedanken, als Substratum zum Grunde liegt.« K. R. V.,1S. 350.[212]Zum stillen Niedersitzen, der lautlosen Versammlung, dem heiligen Schweigen cf. Bd. 2, S. 354 u. 391, und die 118. Rede, oben S. 183 f. So hat denn auch S. IOANNESSINAITICUS, der unverzagte asketische Felsenklimmer, auf seiner 3. Klimas den σιωπης βυθον wahrgenommen und auf der 27. Staffel dann wundersam entsprechend erklärt: προερχομενος, ὁ λογῳ ου προερχομενος, ηπιος, αγαπης ὁλος οικς, p. 28 u. 403 der Ausgabe von 1633. — In diesem Sinne hat bei uns CARLYLEgesagt: »Speech is of Time, Silence is of Eternity«, Sartor resartus III, 3.[213]Wie das Vorspiel dieser und ähnlicher Reden lautet der Bericht in CELANOSVita S. FRANCISCI, I, 22: Ingrediente ipso aliquam civitatem, laetabatur clerus, pulsabantur campanae, exultabant viri, congaudebant foeminae, applaudebant pueri, et saepe ramis arborum sumptis psallentes ei obviam procedebant.Diese, zumal im 2. Bande, oft dargestelltecārikā kalyāṇena kittisaddena abbhuggatāist gewissermaaßen einevihārayātrāhöherer Art, oder recht eigentlich einedhammayātrā; und man erinnert sich da gern, dass Asoko gerade den letzteren Ausdruck auf dem VIII. Felsenedikt gebraucht, auch wohl im Gegensatze zur gewöhnlichendevayātrā, um alsdann, ein seltener Herrscher, zufrieden den Schluss zu ziehen, er habe, auf der anderen Seite, dabei, nämlich bei derdhammayātrā, mehr Genuss erfahren als die vorangegangenen Könige bei ihrenvihārayātrās, Prozessionen, Jagdfahrten und sonstigen dergleichen Vergnügungen. — Nb:bhāge aṃñe, bez.bhagi aṃñi, ist loc.: parte alteri; wodurch mit ächt indischem feinsten Humor implicite das ‚bessere Theil‘ bedeutet ist. Aehnlich Säulenedikt VII, 2,9, wo Asoko völlig bewusst des Unzulänglichen selbst seines großartigen Wirkens, das umfassend und allgemein wie es ist zugleich auch die mindesten Einzelheiten zum Schutze der Menschen sowie der zahmen und der wilden Thiere sorgsam vorgesehn hat, endlich — ubique princeps — mit innig melancholischem Lächeln sagt:Tata cu lahu se dhaṃmaniyame, nijhatiyā va bhuye: „Dennoch aber ist wenig gethan mit gerechtem Betragen, Einsicht üben ist wohl mehr.“ Eine solche Mahnung ist übrigens auch bei uns, zwar von keinem Kaiser und König, doch von einem Meister verkündet worden: „Ihr sollt wissen, dassdieLeute die nützesten Uebungen üben. — Wisset, dassdasKönigreich sälig ist, wo der Mensch eins ist innen. Sie schaffen mehr ewigen Nutzes in einem Augenblicke, als alle äußeren Werke, die je auswendig gewirkt wurden“: ECKHART, p. 129; vielleicht also wie kein anderer kühn bekräftigend was der Panagios GREGORIOSPhoster ein Jahrtausend vorher schon an den Abhängen des Ararat gelebt und gelehrt: Ωθελιμωτατον γαρ ὑπαρχει απο παντων των κοσμικων περισπασμων ἡσυχιαν αγειν, και ιδιαζειν, Act. Sanct. Sept. tom. VIII fol. 393 C.Der Bescheid über jene Ehrwürdigen, am Schlusse der obigen Rede, ist eine schlichte Auflösung der bedenklichen Frage JAKOBS, Ep. 4,4, ουκ οιδατε ὁτι ἡ φιλια του κοσμου εχθρα του θεου εστιν; und des paradoxen Spruches, den ECKHARTp. 483 aus einem gleichen Sanctus EXPERGITUSIlluminator beibringt: „Weltliche Ehre und weltliche Freude ist nichts anderes als eine ungerechte Bosheit“; wie denn sogar unser frohgemuthe und doch tiefsinnige Ritter WIRNTebenso gesagt hatte, »daz diu werlt niht fröuden hât, ir hoehstez leben mit grimme stât |«: Wîgâlois v. 11677/78.[214]Cf. zum Eingange dieser Rede einen Ausspruch des DIOGENES, in STOB. Flor. XCV, 19: την πενιαν αυτοδιδακτον κιναι αρετην und, ib. 11, γπικουρηλα προς φιλοσοφιαν. Ebenso der Pythagoriker HIPPODAMOS, ib. XCVIII, 71 i. f.; und noch mancher Große, der uns von SENECAin seinem encomium paupertatis, epist. LXXXVII bei Erklärung desdeesse, vorgeführt wird: eine Reihe, die man beliebig von ARISTOPHANES, Plut. 593: παντ’ εστ’ αγαθ’ ὑμιν εια την πενιαν, bis zu PLOTIN, Enn. III. 2.5: πενιαι συμφορα, und weiter ergänzen und erkunden mag. Ist nun zwar der griechische Begriff der πενια, bez. ανυπαρξια viel kleiner als der indische derśūnyatā, so stellt er doch wohl einen Bruchtheil des letzteren dar; gleichwie auch die povertà des S. FRANCESCOund die armuot MEISTERECKHARTS, zumeist aber die himmlische Oede LAO-TSES. Bei ihnen allen gilt eben BRUNOStiefbedachte Definition: »nessuno può gustar che cosa sia tranquillità di spirito, se non è povero o simile al povero«; und nicht minder was ein alter Barde an DONGOZIMASdem Eremiten naiv gerühmt hat:Mas preçiava el su pobredatQue algun conde su riquedat.[215]an der südöstlichen Gränze von Nepāl, vielleicht im Gebiete von Khajauli, unfern Janakapur, dem altenMithilā.][216]Nach demBṛhadāraṇyakamI, 5,8:manasā hyeva paśyati, manasā śṛṇoti; wo auch II & IV i. f.Pārāśaryasals Altmeister überliefert ist.ZuS. 485, Z. 5 v. o.: Auch Geister und Götter sind bekanntlich dem Entstehn und Vergehn unterworfen. Vergl. Anm. 96 und S. 284. Dieser Begriff der nur lange, nicht ewig bestehenden Götter, wie er in Indien gang und gäbe und unvermuthet wieder bei EMPEDOKLESerscheint, ist mir recht merkwürdig einmal auch bei uns begegnet. Eine muntere Schrättin sagte einst im Gespräch, es war an einem Karfreitage, sehr klug zu mir: »Wie kann Eins denn immer noch an Christus glauben? In so langer Zeit muss er ja längst anders worden sein und aufgelöst.« — »Freilich doch nur was den Leib angeht«, warf ich ein, »aber sein Geist?« — »Auch der, mein’ ich«, sagte sie, »mag nimmer der selbe geblieben und verschwunden sein.« Einem solchen Zeugnisse wohlgesättigten Mutterwitzes ließen sich gelegentlich mancherlei tiefere Stimmen gesellen, wie etwa Anm. 152 von anderen Ripien berichtet ist, deren finale Gestalt uns VERNALEKENaufbewahrt hat. Es sind gewissermaaßen chladnische Klangfiguren; oder historisch betrachtet, versprengte Reste ārischen Glimmers im semitischen Kalke, die heute nur mehr in labyrinthisch verborgen rieselnden Quellen altüberkommener Weissagung, allmälig fast ununterscheidbar zerschliffen, immer weiter zersetzt, hinweggetragen und verschwemmt, kaum reinlich wiedergewinnbar sein werden: und ihnen glücklich nachspüren kann selten gelingen. Noch seltener freilich durch Schlamm und Gerölle, Mergel, Kies und Quarz bis zum Urgebirge vordringen und Edelkrystalle finden und schätzen lernen: »denn die wahren Heiligen sind«, nach des MATTHIASCLAUDIUSeinsichtiger Kleinodienkunde, »die Diamanten gegen die ungeheure Menge Feldsteine.« Am seltensten aber erst KANTergründen und Kopf und Herz buddhistischer Mönche abwägen, dann Gleichmuth in entlegenen Wäldern vollbringen und endlich wortlos in ägyptischer Einöde sich verlieren: wie es ROBERTL’ORANGEgethan.

[185]Vergl.Maitryup.VI, 25:sarvabhāvaparityāgo yoga ityabhidhīyate.

[185]Vergl.Maitryup.VI, 25:sarvabhāvaparityāgo yoga ityabhidhīyate.

[186]Zukāmasukham,mīḷhasukhametc. cf. derS̀rutiundSmṛti grāmyakāmān, grāmyasukhamwieKuṇḍikop.v. 3 etc. mit Anm. 45. Gegensatzvīrasukham, heroisches Wohl; dann dasasaṉkiliṭṭhaṃ yogakkhemamder 26. Rede: το αθογωτον καλλος des MAKARIOSMG., p. 85. Vergl. auch das klassische luto ludere, wie PLAUTUS, Mil. glor. II, 3 gegen Ende; und BRUNO, Spaccio II, 3 eb.: »Meditantur sua stercora scarabaei.« Die ganze Antinomie hat unser Divus BERNARDUSCLARAEVALLENSISin einen, dem Gehalte wie der Form nach eigenthümlich indisch anmuthenden, Denkspruch gefasst: Modi diligendi sunt quatuor. Carnem amare carnaliter, spiritum carnaliter, carnem spiritualiter, spiritum spiritualiter: Sententiae et Soliloquia fol. 506 ed. Par. 1621. Sie ist schon in dem alten, von PRODIKOSüberlieferten, von LEOPARDIübersetzten Gleichnisse »Herakles am Scheideweg« meisterhaft veranschaulicht.

[186]Zukāmasukham,mīḷhasukhametc. cf. derS̀rutiundSmṛti grāmyakāmān, grāmyasukhamwieKuṇḍikop.v. 3 etc. mit Anm. 45. Gegensatzvīrasukham, heroisches Wohl; dann dasasaṉkiliṭṭhaṃ yogakkhemamder 26. Rede: το αθογωτον καλλος des MAKARIOSMG., p. 85. Vergl. auch das klassische luto ludere, wie PLAUTUS, Mil. glor. II, 3 gegen Ende; und BRUNO, Spaccio II, 3 eb.: »Meditantur sua stercora scarabaei.« Die ganze Antinomie hat unser Divus BERNARDUSCLARAEVALLENSISin einen, dem Gehalte wie der Form nach eigenthümlich indisch anmuthenden, Denkspruch gefasst: Modi diligendi sunt quatuor. Carnem amare carnaliter, spiritum carnaliter, carnem spiritualiter, spiritum spiritualiter: Sententiae et Soliloquia fol. 506 ed. Par. 1621. Sie ist schon in dem alten, von PRODIKOSüberlieferten, von LEOPARDIübersetzten Gleichnisse »Herakles am Scheideweg« meisterhaft veranschaulicht.

[187]Vergl. Bd. 2. Anm. 30. — Noch spät allgemein indisch, e. g.S̀ukasaptati50:na vaktavyaṃ pāpaṃ dṛṣṭaṃ śrutaṃ... kathāpi khalu pāpānām alam aśreyase yataḥ.— Aehnlich die pythagorische, der THEANOzugeschriebene Maxime: Περι ὡν λεγειν καλον, περι τουτων σιωπαν αισχρον· και περι ὡν αισχρον λεγειν, περι τουτων σιωπαν αμεινον; sowie die andere, von ARISTOXENOSüberlieferte: Μη ειναι προς παντας παντα ῥωτα. Auch von S. FRANCESCOheißt es, bei CELANOI2, 3: Expertus namque fuerat, magnum fore malum, cuncta communicare cunctis. Besonders genau aber entspricht das sechste der Octo punctorum, meditantibus quibus pervenitur ad perfectionem etc., S. BERNARDIl. c. fol. 1755–1756, und ib. die zu Ende des vierten dargelegte salutis via und ihre principia: Fuge, tace, quiesce.

[187]Vergl. Bd. 2. Anm. 30. — Noch spät allgemein indisch, e. g.S̀ukasaptati50:na vaktavyaṃ pāpaṃ dṛṣṭaṃ śrutaṃ... kathāpi khalu pāpānām alam aśreyase yataḥ.— Aehnlich die pythagorische, der THEANOzugeschriebene Maxime: Περι ὡν λεγειν καλον, περι τουτων σιωπαν αισχρον· και περι ὡν αισχρον λεγειν, περι τουτων σιωπαν αμεινον; sowie die andere, von ARISTOXENOSüberlieferte: Μη ειναι προς παντας παντα ῥωτα. Auch von S. FRANCESCOheißt es, bei CELANOI2, 3: Expertus namque fuerat, magnum fore malum, cuncta communicare cunctis. Besonders genau aber entspricht das sechste der Octo punctorum, meditantibus quibus pervenitur ad perfectionem etc., S. BERNARDIl. c. fol. 1755–1756, und ib. die zu Ende des vierten dargelegte salutis via und ihre principia: Fuge, tace, quiesce.

[188]Βιας εφη· Μισει το ταχυ λαλειν, μη ἁμαρτῃς· μετανοια γαρ ακολουθει.

[188]Βιας εφη· Μισει το ταχυ λαλειν, μη ἁμαρτῃς· μετανοια γαρ ακολουθει.

[189]Subhūtiist Glosse, nachAṉguttaranikāyoI, 14, 2,4. — Einen allgemeinen, κατ’ αθαμβιαν entsprechenden Kommentar zu dieser Rede mit der abschließenden Maxime »Keiner Beachtung würdigen« findet man vielleicht am schönsten im dritten Kapitel des vierten Buches der nikomacheischen Ethik des ARISTOTELESbei Ausführung der Grundsätze Ὁ δε μεγαλοψυχος δικαιως καταφρονει, οἱ δε πολλοι τυχοντως, und Ουδεν γαρ μεγα αυτῳ εστιν, und Ου γαρ μεγαλοψυχου το απομνημονευειν, αλλως δε και κακα, αλλα μαλλον παροραν; und wieder anders und doch sehr ähnlich bei dem großartig versöhnenden Urtheile des aegyptischen ANTONIOSκαι πασι παντα συγχωρητομεν , Vita p. 29, dem wirklich vorgeprägten Stämpel zur berühmten, von SCHOPENHAUERgepriesenen Botschaft in der letzten Szene der Cymbeline »Pardon’s the word to all«, sowie auch in CASTILLEJOSDiálogo entre Memoria y Olvido mit dem Facit:Olvidar es lo mejor.

[189]Subhūtiist Glosse, nachAṉguttaranikāyoI, 14, 2,4. — Einen allgemeinen, κατ’ αθαμβιαν entsprechenden Kommentar zu dieser Rede mit der abschließenden Maxime »Keiner Beachtung würdigen« findet man vielleicht am schönsten im dritten Kapitel des vierten Buches der nikomacheischen Ethik des ARISTOTELESbei Ausführung der Grundsätze Ὁ δε μεγαλοψυχος δικαιως καταφρονει, οἱ δε πολλοι τυχοντως, und Ουδεν γαρ μεγα αυτῳ εστιν, und Ου γαρ μεγαλοψυχου το απομνημονευειν, αλλως δε και κακα, αλλα μαλλον παροραν; und wieder anders und doch sehr ähnlich bei dem großartig versöhnenden Urtheile des aegyptischen ANTONIOSκαι πασι παντα συγχωρητομεν , Vita p. 29, dem wirklich vorgeprägten Stämpel zur berühmten, von SCHOPENHAUERgepriesenen Botschaft in der letzten Szene der Cymbeline »Pardon’s the word to all«, sowie auch in CASTILLEJOSDiálogo entre Memoria y Olvido mit dem Facit:

Olvidar es lo mejor.

Olvidar es lo mejor.

Olvidar es lo mejor.

Olvidar es lo mejor.

[190]Vergl. Bd. II, Anm. 142. — Der Aufenthalt bei Hafnern, deren Handwerk ja frei von Tadel ist, wird von Asketen bevorzugt: cf. diekulālaśālāin derJābālopaniṣatfine.

[190]Vergl. Bd. II, Anm. 142. — Der Aufenthalt bei Hafnern, deren Handwerk ja frei von Tadel ist, wird von Asketen bevorzugt: cf. diekulālaśālāin derJābālopaniṣatfine.

[191]Liestena viññāṇena kiṃ vijānāti.

[191]Liestena viññāṇena kiṃ vijānāti.

[192]Das selbe Gleichniss hat PLATON, De Rep. IV, p. 435: Και ταχα αν γαρ’ αλληλα σκοπουντες και τριβοντες, ὡρπερ εκ πυρειων εκλαμψαι ποιησαιμεν την δικαιοσυνην. Cf. Anm. 89.

[192]Das selbe Gleichniss hat PLATON, De Rep. IV, p. 435: Και ταχα αν γαρ’ αλληλα σκοπουντες και τριβοντες, ὡρπερ εκ πυρειων εκλαμψαι ποιησαιμεν την δικαιοσυνην. Cf. Anm. 89.

[193]Derāvusovādaccayoist commentatio protreptica.

[193]Derāvusovādaccayoist commentatio protreptica.

[194]Wer in den langen schmalen indischen Gassen und Höfen nicht sehr auf der Hut ist kann im Gedränge von einer der zahlreichen Kühe leicht unversehens niedergestoßen oder tödtlich verletzt werden. — Wie ein spezieller Kommentar dazu liest sich ein kürzlich vorgekommener Fall, den mir DELORENZOaus Neapel, nach demPungolovom 2. Januar 1902, berichtet: »Ieri sera fu trasportato all’ ospedale dei Pellegrini, con grave commozione generale, un giovanotto diciottenne, ARNALDOMUROLO, ferito con un colpo di corna al petto da una delle vacche, che girano per la città, continuando una usanza barbara per quanto indecente.«

[194]Wer in den langen schmalen indischen Gassen und Höfen nicht sehr auf der Hut ist kann im Gedränge von einer der zahlreichen Kühe leicht unversehens niedergestoßen oder tödtlich verletzt werden. — Wie ein spezieller Kommentar dazu liest sich ein kürzlich vorgekommener Fall, den mir DELORENZOaus Neapel, nach demPungolovom 2. Januar 1902, berichtet: »Ieri sera fu trasportato all’ ospedale dei Pellegrini, con grave commozione generale, un giovanotto diciottenne, ARNALDOMUROLO, ferito con un colpo di corna al petto da una delle vacche, che girano per la città, continuando una usanza barbara per quanto indecente.«

[195]Der Schluss der Rede, S. 432, giebt das ächte Που στω an. — Cf. vorherBṛhadāraṇyakamIII. 4; IV, 3,17; 4,16:kim icchan kasya kāmāya.Vergl. noch ECKHART, p. 242: Ohne Dünken und Wähnen und Glauben, p. 284: »Und hier umbe sô bin ich geborn unde nâch mîner gebürtewîse, diu êwic ist, sô enmac ich niemer ersterben. Nâch mîner êwigen gebürtewîse sô bin ich êweclich gewesen unde bin nû unde sol êweclîche belîben. — Dâ bin ich daz ich was, unde dâ nime ich weder abe noch zuo. — Wer dise rede niht verstêt, der bekümber sîn herze niht damite. Wan als lange der mensche niht gelîch ist dirre wârheit, alsô lange wirt er dise rede niht verstên.« Vergl. KANTKRV II, 2,2, 2,9(R. 432): »Die Kausalität der Vernunft im intelligibelen Charakterentsteht nicht, etc.« Der berühmte, von PAPPOSLib. VIII propos. 11 prooem. überlieferte Ausruf Δος μοι που στω και κινω την γην ist von HEATHin seinem schönen Werke über ARCHIMEDES, Cambridge 1897, S. XIX, treulich erörtert. — Noch einige Sigla ähnlicher Gattung werden durch eine Reihe entsprechender Bilder hie und da veranschaulicht: wie etwaAṉguttaranikāyo, Sattakanipātop. 13 ed. Siam.thale tiṭṭhati brāhmaṇo, MajjhimanikāyoNo. 98 v. 42amatogadham anuppatto, Suttanipāto359pāraṉgato ṭhitatto.

[195]Der Schluss der Rede, S. 432, giebt das ächte Που στω an. — Cf. vorherBṛhadāraṇyakamIII. 4; IV, 3,17; 4,16:

kim icchan kasya kāmāya.

kim icchan kasya kāmāya.

kim icchan kasya kāmāya.

kim icchan kasya kāmāya.

Vergl. noch ECKHART, p. 242: Ohne Dünken und Wähnen und Glauben, p. 284: »Und hier umbe sô bin ich geborn unde nâch mîner gebürtewîse, diu êwic ist, sô enmac ich niemer ersterben. Nâch mîner êwigen gebürtewîse sô bin ich êweclich gewesen unde bin nû unde sol êweclîche belîben. — Dâ bin ich daz ich was, unde dâ nime ich weder abe noch zuo. — Wer dise rede niht verstêt, der bekümber sîn herze niht damite. Wan als lange der mensche niht gelîch ist dirre wârheit, alsô lange wirt er dise rede niht verstên.« Vergl. KANTKRV II, 2,2, 2,9(R. 432): »Die Kausalität der Vernunft im intelligibelen Charakterentsteht nicht, etc.« Der berühmte, von PAPPOSLib. VIII propos. 11 prooem. überlieferte Ausruf Δος μοι που στω και κινω την γην ist von HEATHin seinem schönen Werke über ARCHIMEDES, Cambridge 1897, S. XIX, treulich erörtert. — Noch einige Sigla ähnlicher Gattung werden durch eine Reihe entsprechender Bilder hie und da veranschaulicht: wie etwaAṉguttaranikāyo, Sattakanipātop. 13 ed. Siam.thale tiṭṭhati brāhmaṇo, MajjhimanikāyoNo. 98 v. 42amatogadham anuppatto, Suttanipāto359pāraṉgato ṭhitatto.

[196]kālakiriyā, von kālaṃ karotidie Zeit erfüllen, wörtl. »die Zeit machen«, d. i. sterben [Augenblick des Todes]; vergl. das gegenüberstehendekālaṃ gacchatidie Zeit erlangen, wörtl. »in die Zeit gehn«, d. i. keimen [Augenblick der Empfängniss]:ChāndogyopaniṣatII, 13,1.

[196]kālakiriyā, von kālaṃ karotidie Zeit erfüllen, wörtl. »die Zeit machen«, d. i. sterben [Augenblick des Todes]; vergl. das gegenüberstehendekālaṃ gacchatidie Zeit erlangen, wörtl. »in die Zeit gehn«, d. i. keimen [Augenblick der Empfängniss]:ChāndogyopaniṣatII, 13,1.

[197]Vergl. Raṭṭhapālo vor König Koravyo, in der 82. Rede;=THEOGNISv. 727/8:ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειαςνουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον

[197]Vergl. Raṭṭhapālo vor König Koravyo, in der 82. Rede;=THEOGNISv. 727/8:

ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειαςνουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον

ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειαςνουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον

ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειαςνουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον

ουδ’ αν αποινα διδους θανατον ουδε βαρειας

νουσους ουδε κακον γηρας επερχομενον

[198]ajjhattaṃ sampasādanam=nistaraṉgasamudravan (nirvātasthitadīpavad acalasampūrṇabhāvābhāvavihīnakaivalyajyotir bhavati): MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf.; cf. auch Bd. II, Anmerkung 4.

[198]ajjhattaṃ sampasādanam=nistaraṉgasamudravan (nirvātasthitadīpavad acalasampūrṇabhāvābhāvavihīnakaivalyajyotir bhavati): MaṇḍalabrāhmaṇopaniṣatII, 3 im Anf.; cf. auch Bd. II, Anmerkung 4.

[199]Das Exordium der buddhistischen Lehre, die heilige Wahrheit vom Leiden, S. 435–437 und sonst ausführlich begründet, ist mit anderen Worten als »Heiligthum des Schmerzes« von GOETHEdas Würdigste genannt worden, als »jene letzte Religion, die aus der Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, entspringt«, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Buch, 2. Kap. gegen Ende. Bei uns ist diese erste der heiligen Wahrheiten allerdings nur als Basis rechter Erkenntniss dargestellt, während die vierte ein Zenith erreicht, wo Leiden nicht mehr bestehn kann: »dâ kein leit stat enhât«, wie ECKHART, p. 42, erkannt. — Cf. das Gleichniss vom Pfeilschmidt, in der 101. Rede, S. 19.

[199]Das Exordium der buddhistischen Lehre, die heilige Wahrheit vom Leiden, S. 435–437 und sonst ausführlich begründet, ist mit anderen Worten als »Heiligthum des Schmerzes« von GOETHEdas Würdigste genannt worden, als »jene letzte Religion, die aus der Ehrfurcht vor dem, was unter uns ist, entspringt«, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Buch, 2. Kap. gegen Ende. Bei uns ist diese erste der heiligen Wahrheiten allerdings nur als Basis rechter Erkenntniss dargestellt, während die vierte ein Zenith erreicht, wo Leiden nicht mehr bestehn kann: »dâ kein leit stat enhât«, wie ECKHART, p. 42, erkannt. — Cf. das Gleichniss vom Pfeilschmidt, in der 101. Rede, S. 19.

[200]Vergl.Dhammapadam354a,Sabbadānaṃ dhammadānaṃ jinātiund ähnliche Stellen. Von Asoko auf dem IX. (Girnār-) und XI. Felsenedikt frei wiedergegeben: siehe BÜHLERSAusführungen in der Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Gesellsch. Bd. 48 S. 57 f. In diesem Sinne aber fasst der König seine Gedanken über den Werth des Gebens im allgemeinen zu Ende des kurzen VII. Felsenediktes in die Maxime zusammen: »Denn wer auch eine reiche Gabe nicht geben kann: sich selbst beherrschen, das Herz läutern, erkenntlich und rechtschaffen sein bleibt immer gültig.« —Cuddasabismahapphalataraṃ vadāmiistmicchāvādo, kenacideva pariyāyenainfarciert.

[200]Vergl.Dhammapadam354a,Sabbadānaṃ dhammadānaṃ jinātiund ähnliche Stellen. Von Asoko auf dem IX. (Girnār-) und XI. Felsenedikt frei wiedergegeben: siehe BÜHLERSAusführungen in der Zeitschr. d. deutsch. morgenländ. Gesellsch. Bd. 48 S. 57 f. In diesem Sinne aber fasst der König seine Gedanken über den Werth des Gebens im allgemeinen zu Ende des kurzen VII. Felsenediktes in die Maxime zusammen: »Denn wer auch eine reiche Gabe nicht geben kann: sich selbst beherrschen, das Herz läutern, erkenntlich und rechtschaffen sein bleibt immer gültig.« —

Cuddasabismahapphalataraṃ vadāmiistmicchāvādo, kenacideva pariyāyenainfarciert.

[201]Vergl. Anm. 110. —Upapajjītizeigt den Schluss des Berichtes an. Der Kommentar fügt noch ein paar Verse hinzu. —Anāthapiṇḍiko, der Almosenspender, war allmälig der Beiname des gabenreichen und ungewöhnlichen Mannes geworden: von Hause aus hieß erSudatto, d. i. OTTO. Cf. Aṉguttaranikāyo I, 14, 6,2.Das Thema dieser meisterlichen Fugenrede findet man bei ECKHART, p. 14, also wieder: »Wil dîn ouge alliu dinc sehen unde dîn ôre alliu dinc hoeren unde dîn herze alliu dinc gedenken, in der wârheit, in allen disen dingen muoz dîn sêle zerströuwet werden. Dar umbe sprichet ein meister: swenne der mensche ein indewendic werc sol wirken, sô muoz er alle sîne krefte în ziehen, rehte als in einen winkel sîner sêle, unde sich verbergen vor allen bilden unde formen, und aldâ mag er wirken.«Der Garten Anāthapiṇḍikos war, nebenher bemerkt, bei uns, vierzig Jahre nach ECKHARTSTode, von MERSWINdurch die Stiftung des Grünen Werder, auf einer Insel der Ill bei Straßburg, in seiner ganzen Eigenart erstaunlich getreu wiedergeschaffen worden; worüber das Nähere PREGERSGeschichte der deutschen Mystik 3. Band S. 373 einzusehn ist.

[201]Vergl. Anm. 110. —Upapajjītizeigt den Schluss des Berichtes an. Der Kommentar fügt noch ein paar Verse hinzu. —Anāthapiṇḍiko, der Almosenspender, war allmälig der Beiname des gabenreichen und ungewöhnlichen Mannes geworden: von Hause aus hieß erSudatto, d. i. OTTO. Cf. Aṉguttaranikāyo I, 14, 6,2.

Das Thema dieser meisterlichen Fugenrede findet man bei ECKHART, p. 14, also wieder: »Wil dîn ouge alliu dinc sehen unde dîn ôre alliu dinc hoeren unde dîn herze alliu dinc gedenken, in der wârheit, in allen disen dingen muoz dîn sêle zerströuwet werden. Dar umbe sprichet ein meister: swenne der mensche ein indewendic werc sol wirken, sô muoz er alle sîne krefte în ziehen, rehte als in einen winkel sîner sêle, unde sich verbergen vor allen bilden unde formen, und aldâ mag er wirken.«

Der Garten Anāthapiṇḍikos war, nebenher bemerkt, bei uns, vierzig Jahre nach ECKHARTSTode, von MERSWINdurch die Stiftung des Grünen Werder, auf einer Insel der Ill bei Straßburg, in seiner ganzen Eigenart erstaunlich getreu wiedergeschaffen worden; worüber das Nähere PREGERSGeschichte der deutschen Mystik 3. Band S. 373 einzusehn ist.

[202]Nämlich die Ader öffnen.

[202]Nämlich die Ader öffnen.

[203]Zu Mahācundos Hypomnem cf. die 140. Rede i. f.; auchKaivalyopaniṣat24:sadasadvihīnas,MahopaniṣatV, v. 69:sadasator madhye paśyati, ja schonChāndogyopaniṣatIII, 11,1:Atha tata ūrdhva uditya naivodetā nāstametā, ekalā eva madhye sthātā. EbensoTao-te-kingKap. 33 i. f., ECKHARTp. 535: »ûf der mite stên.«Das letzte Gespräch Channos und das letzte des ATTICUSmit den Freunden vor seinem freiwilligen Tode zeigt nach Inhalt und Form paarweise Gleichheit, bei CORNELIUSNEPOSXXV, 21. Mythisches Vorbild ist die bhṛguide Wanderung durch den Tod zum Leben (vergl. auch dasBhṛgupatanamBd. 2, Anm. 176); das herakleische Ende; und der Vogel Phoenix. »Mortalis immortalis flere si foret fas, Flerent divae Camoenae Naevium poetam« deutet uns heiter gelassen das altrömische Epitaph an.

[203]Zu Mahācundos Hypomnem cf. die 140. Rede i. f.; auchKaivalyopaniṣat24:sadasadvihīnas,MahopaniṣatV, v. 69:sadasator madhye paśyati, ja schonChāndogyopaniṣatIII, 11,1:Atha tata ūrdhva uditya naivodetā nāstametā, ekalā eva madhye sthātā. EbensoTao-te-kingKap. 33 i. f., ECKHARTp. 535: »ûf der mite stên.«

Das letzte Gespräch Channos und das letzte des ATTICUSmit den Freunden vor seinem freiwilligen Tode zeigt nach Inhalt und Form paarweise Gleichheit, bei CORNELIUSNEPOSXXV, 21. Mythisches Vorbild ist die bhṛguide Wanderung durch den Tod zum Leben (vergl. auch dasBhṛgupatanamBd. 2, Anm. 176); das herakleische Ende; und der Vogel Phoenix. »Mortalis immortalis flere si foret fas, Flerent divae Camoenae Naevium poetam« deutet uns heiter gelassen das altrömische Epitaph an.

[204]Zum dreifachen Wissen cf. e. g. Bd. II, S. 456 f.

[204]Zum dreifachen Wissen cf. e. g. Bd. II, S. 456 f.

[205]Die westlichen Suner sind in der Legende des zweitenDivyāvadānam, bei Wiedergabe unseres obigen Berichtes, zuS̀roṇāparāntakāsgeworden: in Wirklichkeit aber wird an dieHūnā0,Hūṇā0, dieHunudes Avesta und des PTOLEMÄUSΧουνοι, zu denken sein, zu welchen die Lage von Sāvatthī als Ausgang wohl passt.Es ist bei diesem Dialoge kaum nöthig wiederum auf das berühmte Gespräch des S. FRANCESCOim 8. Fioretto hinzuweisen, wiewohl aufTao-te-kingKap. 13. — Zur kurzen Anleitung S. 464 f., ib. Kap. 58. Vergl. LOTHARSWahlspruch »Ubi mel, ibi fel«, den der vielerfahrene Kaiser vielleicht einst von S. BERNARDvernommen; dann später von HARTMANNim Gregorius v. 284, 286 als »nach liebe leit — daz honec mit der gallen« vorgetragen; zumal aber cf. ECKHART, p. 424: »Allez leit kumet von liebi unt minne; wan minne unt liebi ist leides anevanc unt ûzganc.«

[205]Die westlichen Suner sind in der Legende des zweitenDivyāvadānam, bei Wiedergabe unseres obigen Berichtes, zuS̀roṇāparāntakāsgeworden: in Wirklichkeit aber wird an dieHūnā0,Hūṇā0, dieHunudes Avesta und des PTOLEMÄUSΧουνοι, zu denken sein, zu welchen die Lage von Sāvatthī als Ausgang wohl passt.

Es ist bei diesem Dialoge kaum nöthig wiederum auf das berühmte Gespräch des S. FRANCESCOim 8. Fioretto hinzuweisen, wiewohl aufTao-te-kingKap. 13. — Zur kurzen Anleitung S. 464 f., ib. Kap. 58. Vergl. LOTHARSWahlspruch »Ubi mel, ibi fel«, den der vielerfahrene Kaiser vielleicht einst von S. BERNARDvernommen; dann später von HARTMANNim Gregorius v. 284, 286 als »nach liebe leit — daz honec mit der gallen« vorgetragen; zumal aber cf. ECKHART, p. 424: »Allez leit kumet von liebi unt minne; wan minne unt liebi ist leides anevanc unt ûzganc.«

[206]Vergl.Dhyānabindūpaniṣatv. 8:vṛkṣaṃ tu sakalaṃ vidyācchāyā tasyaiva niṣkalā.— Den selben Gedankengang oder vielmehr die selbe Anschauung haben alle die großen Griechen mit den Indern gemein: und der welterfahrene, reiflich gewitzigte ARISTOPHANEShat ihr sogar, wie mir scheint, den beredtesten Ausdruck verliehen, Orn. 685/87:φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

[206]Vergl.Dhyānabindūpaniṣatv. 8:vṛkṣaṃ tu sakalaṃ vidyācchāyā tasyaiva niṣkalā.— Den selben Gedankengang oder vielmehr die selbe Anschauung haben alle die großen Griechen mit den Indern gemein: und der welterfahrene, reiflich gewitzigte ARISTOPHANEShat ihr sogar, wie mir scheint, den beredtesten Ausdruck verliehen, Orn. 685/87:

φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

φυσιν ανδρες αμαυροβιοι, φυλλον γενεᾳ προσομνιοι,

ολιγοδρανεες, πλασματα πηλου, σκιοειδεα φυλ’ αλενθνα,

απτηνες εφημεριοι, ταλαοι βροτοι, ανερες εικελονειροι.

[207]Das öfter gegebene Gleichniss von der geschlachteten Kuh ist insbesondere in derAtharvasaṃhitānicht selten anzutreffen. Es spricht für das hohe Alter und die gute Ueberlieferung unserer Texte. Denn spätere Generationen, etwa seit Asokos ersten Felsen-, bez. fünften Säulenedikten vom praktischen Buddhismus bereits mächtig beeinflusst, hätten es, als anachronistisch, nicht mehr anwenden können. Daher galten denn auch derSmṛtidiegavāśanāsalsantyajās, e. g.VyāsīyadharmaśāstreI, 12. — Vergl. Anm. 62; und die unpatriarchalische, tief asketenthümliche Art wie der greise, naive HILARIONin seiner Unterredung mit dem Judenchristen und kyprischen Bischofe EPIPHANIOS, der ihm zu Ehren ein Fleischgericht hatte vorsetzen lassen, der Speiseregel der Mönche unserer 55. Rede wohl entsprechend geantwortet hat: »Ignosce mihi, pater, quia ex quo accepi habitum istum, non manducavi quidquam occisum«, nach den AASS Oct. tom. IX fol. 29 No. 57 i. f.

[207]Das öfter gegebene Gleichniss von der geschlachteten Kuh ist insbesondere in derAtharvasaṃhitānicht selten anzutreffen. Es spricht für das hohe Alter und die gute Ueberlieferung unserer Texte. Denn spätere Generationen, etwa seit Asokos ersten Felsen-, bez. fünften Säulenedikten vom praktischen Buddhismus bereits mächtig beeinflusst, hätten es, als anachronistisch, nicht mehr anwenden können. Daher galten denn auch derSmṛtidiegavāśanāsalsantyajās, e. g.VyāsīyadharmaśāstreI, 12. — Vergl. Anm. 62; und die unpatriarchalische, tief asketenthümliche Art wie der greise, naive HILARIONin seiner Unterredung mit dem Judenchristen und kyprischen Bischofe EPIPHANIOS, der ihm zu Ehren ein Fleischgericht hatte vorsetzen lassen, der Speiseregel der Mönche unserer 55. Rede wohl entsprechend geantwortet hat: »Ignosce mihi, pater, quia ex quo accepi habitum istum, non manducavi quidquam occisum«, nach den AASS Oct. tom. IX fol. 29 No. 57 i. f.

[208]Der Anschauung gemäß betrachtet der Inder die noch zunehmende, bez. eben erst voll gewordene Mondnacht als Kulmination: während wir, ohne Rücksicht auf die Anschauung, die astronomische Tageszeit berechnen; daher fällt in Indien die Feier des Vollmondes in der Regel auf den Vorabend. — Ein anderes Mondgleichniss im 2. Bande S. 635, Lieder der Mönche S. 234: ebenso doppelartig bedeutsam in dem Bilde eines Fra MARIANOda Volterra »SANFRANCESCOè simile alla luna piena per la activa et contemplativa vita«, bei SABATIER, BARTHOLITractatus etc. p. 149.Ein schönes, ob auch tiefer stehendes Gegenstück zum obigen Berichte von Nandako und den Nonnen darf man bei uns wohl in Meister ECKHARTSGesprächen mit Schwester KATREIerkennen: so wenn diese Heilige, nicht unähnlich wie es oben von der geringsten der Nonnen ausgesagt ist, von sich den Bescheid giebt, »daz ich nie hinder mich gesach, sît ich ûf den wec gewîset wart zuo mîner êwigen sêlicheit, unde daz ich keiner crêatûre rât nie gevolgete, wan daz ich allez für mich gienc in eime rehten ernste«, p. 468; oder p. 474 das Wort von der Uebung bis an den Tod; u. a. m.

[208]Der Anschauung gemäß betrachtet der Inder die noch zunehmende, bez. eben erst voll gewordene Mondnacht als Kulmination: während wir, ohne Rücksicht auf die Anschauung, die astronomische Tageszeit berechnen; daher fällt in Indien die Feier des Vollmondes in der Regel auf den Vorabend. — Ein anderes Mondgleichniss im 2. Bande S. 635, Lieder der Mönche S. 234: ebenso doppelartig bedeutsam in dem Bilde eines Fra MARIANOda Volterra »SANFRANCESCOè simile alla luna piena per la activa et contemplativa vita«, bei SABATIER, BARTHOLITractatus etc. p. 149.

Ein schönes, ob auch tiefer stehendes Gegenstück zum obigen Berichte von Nandako und den Nonnen darf man bei uns wohl in Meister ECKHARTSGesprächen mit Schwester KATREIerkennen: so wenn diese Heilige, nicht unähnlich wie es oben von der geringsten der Nonnen ausgesagt ist, von sich den Bescheid giebt, »daz ich nie hinder mich gesach, sît ich ûf den wec gewîset wart zuo mîner êwigen sêlicheit, unde daz ich keiner crêatûre rât nie gevolgete, wan daz ich allez für mich gienc in eime rehten ernste«, p. 468; oder p. 474 das Wort von der Uebung bis an den Tod; u. a. m.

[209]Vergl. Bd. 2. S. 68. 271, 541. — Zunibbindam, überdrüssig, cf. die 74. Rede i. f. und Lieder der Mönche S. 278 Anm. 1; sowie dennirvedasderS̀ruti, namentlich imBṛhadāraṇyakamIII, 4. Dann auch dennivveoderJaināsetc. Bei uns hat Meister ECKHART, p. 374, gesagt: »Ez enist dehein krêatûre sô gelustlich, der mensche möhte sî sô lange anesehen, ez enverdrüzze in.« In einem ähnlichen aber allgemeineren Sinne, mehr objektiv nach außen gewendet, haben wieder andere grübelnde Geister »Cui bonum« gefragt und »Quien querrà la vida si sabe lo que es?«, GRACIAN, Criticòn III, 1, »Wer erfreute sich des Lebens, | Der in seine Tiefen blickt!«, SCHILLER, Kassandra 87/88, etc.Den Ausdruck einer solchen Gesinnung hat vielleicht erhaben wie keine andere die buddhistische Kunst getroffen, zumal auf einer der so fein gearbeiteten Meisterstatuetten aus getriebenem Golde, in Anurādhapura gefunden, jetzt im Museum zu Kolombo, mit dem herrlichen nach rechts geneigten Antlitze, von rein indo-ārischem Typus. Auch die Züge des lysippischen Apoxyomenos gleichwie die verklärteren des glykonischen Herakles und etwa die des lateranensischen St. Hippolytus sind von einem verwandten Geiste belebt; obwohl der letztgenannte kirchlich, also κακιστῳ κομματι.Derpacchāsamaṇo, upaṭṭhāko, antevāsī, der eine, jeweilig andere begleitende Jünger, der dem Meister nachfolgt, ihm aufwartet, wie oben S. 481, 2. Bd. S. 476, 1. Bd. S. 152, passim, reicht bis in die alten Upanischaden hinauf, e. g.BṛhadāraṇyakeVI, 3, Ende:Taṃ haitam Uddālaka Āruṇir Vājasaneyāya Yājñavalkyāyāntevāsina uktvā... etam u haiva Vājasaneyo Yājñavalkyo Madhukāya Paiṉgyāyāntevāsina uktvā... Madhukaḥ Paiṉgyaś Cūḍāya Bhāgavittaye ’ntevāsina uktvādi.So schließt auch bei uns das vorletzte Fioretto nach SANFRANCESCOab, ed. SABATIERNo. 54: »Hanc historiam habuit frater Iacobus de Massa ab ore fratris Leonis, et frater Hugolinus de Monte Sanctae Mariae ab ore dicti fratris Iacobi, et ego qui scripsi ab ore fratris Hugolini viri per omnia fide digni.«Die Gestalt eines so getreuen Jüngers ist in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, und in der Malerei, wie auf den Fresken zu Ajaṇṭā — die Skizze eines derartigen Bildes findet man in FERGUSSONSund BURGESS’ Cave Temples of India, London 1880, p. 311 No. 59 — anmuthig dargestellt: und hat wiederum ein überraschend entsprechendes Gegenstück auf elf der ausgezeichneten sechsundzwanzig theodericischen Mosaiken vom Leben Jesu im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Mag nun dergl. durch zufällige oder nothwendige Anlässe oder etwa durch byzantinische Tradition à la bricole begegnet sein: der Künstler hat da wie dort eine große Anschauung bewundernswürdig groß und gleichartig nachgebildet.Athavā bhavitavyānāṃ dvārāṇi bhavanti sarvatra.Vergl. noch das wohlbekanntesāvakayugam, d. i.SāriputtoundMoggallāno, dasaggam bhaddayugam: ein gleiches auch in der 50. Rede, p. 333; und diecattāri purisayugāni, viermal je zwei erlauchte Jünger, 7. Rede p. 37, passim.Die sinnige Vorstellung, dass in heiliger Nähe auch einer Geisterschaar das abgeklärte Auge aufgehn mag, wie oben Ende des Berichtes S. 485, hat bei uns GOETHEveranschaulicht, wenn der Pater seraphicus den Säligen Knaben seine Augen verleiht und als die eigenen brauchen lässt, »diese Gegend« anzuschauen, und die Säligen nun »in sich nimmt«, ihnen Bäume, Felsen, Wasserstrom liebreich offenbart und sie zu höherem Kreise hinansteigen, durch Geisternahrung immer unvermerkt wachsen lehrt, in den freiesten Aether entfaltet: die »junge Geisterschaar«, die — gleich jener anderen oben S. 481 — erst wie ein Morgenwölkchen durch den Dunkeln Wald herangeschwebt war, mit der Frage:Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,Sag’ uns, Guter, wer wir sind?Glücklich sind wir, allen, allenIst das Dasein so gelind.

[209]Vergl. Bd. 2. S. 68. 271, 541. — Zunibbindam, überdrüssig, cf. die 74. Rede i. f. und Lieder der Mönche S. 278 Anm. 1; sowie dennirvedasderS̀ruti, namentlich imBṛhadāraṇyakamIII, 4. Dann auch dennivveoderJaināsetc. Bei uns hat Meister ECKHART, p. 374, gesagt: »Ez enist dehein krêatûre sô gelustlich, der mensche möhte sî sô lange anesehen, ez enverdrüzze in.« In einem ähnlichen aber allgemeineren Sinne, mehr objektiv nach außen gewendet, haben wieder andere grübelnde Geister »Cui bonum« gefragt und »Quien querrà la vida si sabe lo que es?«, GRACIAN, Criticòn III, 1, »Wer erfreute sich des Lebens, | Der in seine Tiefen blickt!«, SCHILLER, Kassandra 87/88, etc.

Den Ausdruck einer solchen Gesinnung hat vielleicht erhaben wie keine andere die buddhistische Kunst getroffen, zumal auf einer der so fein gearbeiteten Meisterstatuetten aus getriebenem Golde, in Anurādhapura gefunden, jetzt im Museum zu Kolombo, mit dem herrlichen nach rechts geneigten Antlitze, von rein indo-ārischem Typus. Auch die Züge des lysippischen Apoxyomenos gleichwie die verklärteren des glykonischen Herakles und etwa die des lateranensischen St. Hippolytus sind von einem verwandten Geiste belebt; obwohl der letztgenannte kirchlich, also κακιστῳ κομματι.

Derpacchāsamaṇo, upaṭṭhāko, antevāsī, der eine, jeweilig andere begleitende Jünger, der dem Meister nachfolgt, ihm aufwartet, wie oben S. 481, 2. Bd. S. 476, 1. Bd. S. 152, passim, reicht bis in die alten Upanischaden hinauf, e. g.BṛhadāraṇyakeVI, 3, Ende:Taṃ haitam Uddālaka Āruṇir Vājasaneyāya Yājñavalkyāyāntevāsina uktvā... etam u haiva Vājasaneyo Yājñavalkyo Madhukāya Paiṉgyāyāntevāsina uktvā... Madhukaḥ Paiṉgyaś Cūḍāya Bhāgavittaye ’ntevāsina uktvādi.So schließt auch bei uns das vorletzte Fioretto nach SANFRANCESCOab, ed. SABATIERNo. 54: »Hanc historiam habuit frater Iacobus de Massa ab ore fratris Leonis, et frater Hugolinus de Monte Sanctae Mariae ab ore dicti fratris Iacobi, et ego qui scripsi ab ore fratris Hugolini viri per omnia fide digni.«

Die Gestalt eines so getreuen Jüngers ist in der Skulptur, z. B. der von Sārnāth, und in der Malerei, wie auf den Fresken zu Ajaṇṭā — die Skizze eines derartigen Bildes findet man in FERGUSSONSund BURGESS’ Cave Temples of India, London 1880, p. 311 No. 59 — anmuthig dargestellt: und hat wiederum ein überraschend entsprechendes Gegenstück auf elf der ausgezeichneten sechsundzwanzig theodericischen Mosaiken vom Leben Jesu im Sant’ Apollinare Nuovo zu Ravenna. Mag nun dergl. durch zufällige oder nothwendige Anlässe oder etwa durch byzantinische Tradition à la bricole begegnet sein: der Künstler hat da wie dort eine große Anschauung bewundernswürdig groß und gleichartig nachgebildet.Athavā bhavitavyānāṃ dvārāṇi bhavanti sarvatra.

Vergl. noch das wohlbekanntesāvakayugam, d. i.SāriputtoundMoggallāno, dasaggam bhaddayugam: ein gleiches auch in der 50. Rede, p. 333; und diecattāri purisayugāni, viermal je zwei erlauchte Jünger, 7. Rede p. 37, passim.

Die sinnige Vorstellung, dass in heiliger Nähe auch einer Geisterschaar das abgeklärte Auge aufgehn mag, wie oben Ende des Berichtes S. 485, hat bei uns GOETHEveranschaulicht, wenn der Pater seraphicus den Säligen Knaben seine Augen verleiht und als die eigenen brauchen lässt, »diese Gegend« anzuschauen, und die Säligen nun »in sich nimmt«, ihnen Bäume, Felsen, Wasserstrom liebreich offenbart und sie zu höherem Kreise hinansteigen, durch Geisternahrung immer unvermerkt wachsen lehrt, in den freiesten Aether entfaltet: die »junge Geisterschaar«, die — gleich jener anderen oben S. 481 — erst wie ein Morgenwölkchen durch den Dunkeln Wald herangeschwebt war, mit der Frage:

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,Sag’ uns, Guter, wer wir sind?Glücklich sind wir, allen, allenIst das Dasein so gelind.

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,Sag’ uns, Guter, wer wir sind?Glücklich sind wir, allen, allenIst das Dasein so gelind.

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,Sag’ uns, Guter, wer wir sind?Glücklich sind wir, allen, allenIst das Dasein so gelind.

Sag’ uns, Vater, wo wir wallen,

Sag’ uns, Guter, wer wir sind?

Glücklich sind wir, allen, allen

Ist das Dasein so gelind.

[210]ChāndogyopaniṣatI, 2,2:te ha nāsikyaṃ prāṇam udgītham upāsāṃ cakrire.Etc. — Και καλως Ἡρακλειτος ειπεν, ὁτι αἱ ψυχαι οσμωνται καθ’ ἁδην, PLUTARCHIDe facie etc. cap. 28 i. f. — Faust v. 6473/78 (Der Hauch des Paris); ib. v. 8265 f. (Das Gruneln des Homunculus), und ebenso W. Ö. Div. I, 16, VIII, 28. In diesem Sinne möchte sich wohl auch dergandharvas,gandhabbo, der Δαιμων, Genius, Keimling — vergl. die 93. Rede gegen Ende — als Duftes lebendige Fühlung, ohne Ferne geflogen und gebannt, wirkend offenbaren: colla parte keine ganz ungehörige, recht artige Probe höherer indo-ārischer Physiologie. Bei uns von GUSTAVJÄGERumfassend erneut.Eine solche Anschauung, die bis zu einem gewissen Grade gültig ist, wird von ECKHARTmit großer Besonnenheit mehrfach beleuchtet, z. B. p. 81 »diu sêle ist in eime ieklîchen gelide alzemâle«, p. 268 »diu sêle ist ganz und ungeteilt alzemâle in dem fuoze und in den ougen«, p. 397 »ist ganz in eime ieglîchen gelide, in den vingern, in den ougen, in dem herzen und in eime ieglîchen teil aller gelide grôzer und kleiner«, p. 537 »diu sêle ist an ir nâtûre alsô gestalt, wâ si iht ist, dâ ist si alzemâle, an ieglîchem lide ist si alzemâle, unt daz ist des schult, swâ der nâtûre iht ist, dâ ist si alzemâle«. KANT: »Ich bin ebenso unmittelbar in der Fingerspitze wie in dem Kopfe. Meine Seele ist ganz im ganzen Körper und ganz in jedem seiner Theile.« ed. ROSENKR. VII, 42.

[210]ChāndogyopaniṣatI, 2,2:te ha nāsikyaṃ prāṇam udgītham upāsāṃ cakrire.Etc. — Και καλως Ἡρακλειτος ειπεν, ὁτι αἱ ψυχαι οσμωνται καθ’ ἁδην, PLUTARCHIDe facie etc. cap. 28 i. f. — Faust v. 6473/78 (Der Hauch des Paris); ib. v. 8265 f. (Das Gruneln des Homunculus), und ebenso W. Ö. Div. I, 16, VIII, 28. In diesem Sinne möchte sich wohl auch dergandharvas,gandhabbo, der Δαιμων, Genius, Keimling — vergl. die 93. Rede gegen Ende — als Duftes lebendige Fühlung, ohne Ferne geflogen und gebannt, wirkend offenbaren: colla parte keine ganz ungehörige, recht artige Probe höherer indo-ārischer Physiologie. Bei uns von GUSTAVJÄGERumfassend erneut.

Eine solche Anschauung, die bis zu einem gewissen Grade gültig ist, wird von ECKHARTmit großer Besonnenheit mehrfach beleuchtet, z. B. p. 81 »diu sêle ist in eime ieklîchen gelide alzemâle«, p. 268 »diu sêle ist ganz und ungeteilt alzemâle in dem fuoze und in den ougen«, p. 397 »ist ganz in eime ieglîchen gelide, in den vingern, in den ougen, in dem herzen und in eime ieglîchen teil aller gelide grôzer und kleiner«, p. 537 »diu sêle ist an ir nâtûre alsô gestalt, wâ si iht ist, dâ ist si alzemâle, an ieglîchem lide ist si alzemâle, unt daz ist des schult, swâ der nâtûre iht ist, dâ ist si alzemâle«. KANT: »Ich bin ebenso unmittelbar in der Fingerspitze wie in dem Kopfe. Meine Seele ist ganz im ganzen Körper und ganz in jedem seiner Theile.« ed. ROSENKR. VII, 42.

[211]Wenn bei der 120. Rede in anderem Zusammenhange eine kantische Einführung empfohlen sein durfte, so wird hier als Vorschule das 1.-2. Hauptstück des 2. Buches der transscendentalen Dialektik das Verständniss z. Th. erleichtern. Da kommt unser Ergebniss vom »Entstehn und Vergehn des Selbstes« bei der Kritik des 1. Paralogismus zustande: »Denn das Ich ist zwar in allen Gedanken; es ist aber mit dieser Vorstellung nicht die mindeste Anschauung verbunden, die es von anderen Gegenständen der Anschauung unterschiede. Man kan also zwar wahrnehmen, daß diese Vorstellung bey allem Denken immer wiederum vorkömt, nicht aber, daß es eine stehende und bleibende Anschauung sey, worin die Gedanken (als wandelbar) wechselten. Hieraus folgt: daß der erste Vernunftschluß der transscendentalen Psychologie uns nur eine vermeintliche neue Einsicht aufhefte, indem er das beständige logische Subiect des Denkens vor die Erkentniß des realen Subiects der Inhärenz ausgiebt, von welchem wir nicht die mindeste Kentniß haben, noch haben können, weil das Bewustseyn das einzige ist, was alle Vorstellungen zu Gedanken macht, und worin mithin alle unsere Wahrnehmungen, als dem transscendentalen Subiecte, müssen angetroffen werden, und wir, außer dieser logischen Bedeutung des Ich, keine Kentniß von dem Subiecte an sich selbst haben, was diesem, so wie allen Gedanken, als Substratum zum Grunde liegt.« K. R. V.,1S. 350.

[211]Wenn bei der 120. Rede in anderem Zusammenhange eine kantische Einführung empfohlen sein durfte, so wird hier als Vorschule das 1.-2. Hauptstück des 2. Buches der transscendentalen Dialektik das Verständniss z. Th. erleichtern. Da kommt unser Ergebniss vom »Entstehn und Vergehn des Selbstes« bei der Kritik des 1. Paralogismus zustande: »Denn das Ich ist zwar in allen Gedanken; es ist aber mit dieser Vorstellung nicht die mindeste Anschauung verbunden, die es von anderen Gegenständen der Anschauung unterschiede. Man kan also zwar wahrnehmen, daß diese Vorstellung bey allem Denken immer wiederum vorkömt, nicht aber, daß es eine stehende und bleibende Anschauung sey, worin die Gedanken (als wandelbar) wechselten. Hieraus folgt: daß der erste Vernunftschluß der transscendentalen Psychologie uns nur eine vermeintliche neue Einsicht aufhefte, indem er das beständige logische Subiect des Denkens vor die Erkentniß des realen Subiects der Inhärenz ausgiebt, von welchem wir nicht die mindeste Kentniß haben, noch haben können, weil das Bewustseyn das einzige ist, was alle Vorstellungen zu Gedanken macht, und worin mithin alle unsere Wahrnehmungen, als dem transscendentalen Subiecte, müssen angetroffen werden, und wir, außer dieser logischen Bedeutung des Ich, keine Kentniß von dem Subiecte an sich selbst haben, was diesem, so wie allen Gedanken, als Substratum zum Grunde liegt.« K. R. V.,1S. 350.

[212]Zum stillen Niedersitzen, der lautlosen Versammlung, dem heiligen Schweigen cf. Bd. 2, S. 354 u. 391, und die 118. Rede, oben S. 183 f. So hat denn auch S. IOANNESSINAITICUS, der unverzagte asketische Felsenklimmer, auf seiner 3. Klimas den σιωπης βυθον wahrgenommen und auf der 27. Staffel dann wundersam entsprechend erklärt: προερχομενος, ὁ λογῳ ου προερχομενος, ηπιος, αγαπης ὁλος οικς, p. 28 u. 403 der Ausgabe von 1633. — In diesem Sinne hat bei uns CARLYLEgesagt: »Speech is of Time, Silence is of Eternity«, Sartor resartus III, 3.

[212]Zum stillen Niedersitzen, der lautlosen Versammlung, dem heiligen Schweigen cf. Bd. 2, S. 354 u. 391, und die 118. Rede, oben S. 183 f. So hat denn auch S. IOANNESSINAITICUS, der unverzagte asketische Felsenklimmer, auf seiner 3. Klimas den σιωπης βυθον wahrgenommen und auf der 27. Staffel dann wundersam entsprechend erklärt: προερχομενος, ὁ λογῳ ου προερχομενος, ηπιος, αγαπης ὁλος οικς, p. 28 u. 403 der Ausgabe von 1633. — In diesem Sinne hat bei uns CARLYLEgesagt: »Speech is of Time, Silence is of Eternity«, Sartor resartus III, 3.

[213]Wie das Vorspiel dieser und ähnlicher Reden lautet der Bericht in CELANOSVita S. FRANCISCI, I, 22: Ingrediente ipso aliquam civitatem, laetabatur clerus, pulsabantur campanae, exultabant viri, congaudebant foeminae, applaudebant pueri, et saepe ramis arborum sumptis psallentes ei obviam procedebant.Diese, zumal im 2. Bande, oft dargestelltecārikā kalyāṇena kittisaddena abbhuggatāist gewissermaaßen einevihārayātrāhöherer Art, oder recht eigentlich einedhammayātrā; und man erinnert sich da gern, dass Asoko gerade den letzteren Ausdruck auf dem VIII. Felsenedikt gebraucht, auch wohl im Gegensatze zur gewöhnlichendevayātrā, um alsdann, ein seltener Herrscher, zufrieden den Schluss zu ziehen, er habe, auf der anderen Seite, dabei, nämlich bei derdhammayātrā, mehr Genuss erfahren als die vorangegangenen Könige bei ihrenvihārayātrās, Prozessionen, Jagdfahrten und sonstigen dergleichen Vergnügungen. — Nb:bhāge aṃñe, bez.bhagi aṃñi, ist loc.: parte alteri; wodurch mit ächt indischem feinsten Humor implicite das ‚bessere Theil‘ bedeutet ist. Aehnlich Säulenedikt VII, 2,9, wo Asoko völlig bewusst des Unzulänglichen selbst seines großartigen Wirkens, das umfassend und allgemein wie es ist zugleich auch die mindesten Einzelheiten zum Schutze der Menschen sowie der zahmen und der wilden Thiere sorgsam vorgesehn hat, endlich — ubique princeps — mit innig melancholischem Lächeln sagt:Tata cu lahu se dhaṃmaniyame, nijhatiyā va bhuye: „Dennoch aber ist wenig gethan mit gerechtem Betragen, Einsicht üben ist wohl mehr.“ Eine solche Mahnung ist übrigens auch bei uns, zwar von keinem Kaiser und König, doch von einem Meister verkündet worden: „Ihr sollt wissen, dassdieLeute die nützesten Uebungen üben. — Wisset, dassdasKönigreich sälig ist, wo der Mensch eins ist innen. Sie schaffen mehr ewigen Nutzes in einem Augenblicke, als alle äußeren Werke, die je auswendig gewirkt wurden“: ECKHART, p. 129; vielleicht also wie kein anderer kühn bekräftigend was der Panagios GREGORIOSPhoster ein Jahrtausend vorher schon an den Abhängen des Ararat gelebt und gelehrt: Ωθελιμωτατον γαρ ὑπαρχει απο παντων των κοσμικων περισπασμων ἡσυχιαν αγειν, και ιδιαζειν, Act. Sanct. Sept. tom. VIII fol. 393 C.Der Bescheid über jene Ehrwürdigen, am Schlusse der obigen Rede, ist eine schlichte Auflösung der bedenklichen Frage JAKOBS, Ep. 4,4, ουκ οιδατε ὁτι ἡ φιλια του κοσμου εχθρα του θεου εστιν; und des paradoxen Spruches, den ECKHARTp. 483 aus einem gleichen Sanctus EXPERGITUSIlluminator beibringt: „Weltliche Ehre und weltliche Freude ist nichts anderes als eine ungerechte Bosheit“; wie denn sogar unser frohgemuthe und doch tiefsinnige Ritter WIRNTebenso gesagt hatte, »daz diu werlt niht fröuden hât, ir hoehstez leben mit grimme stât |«: Wîgâlois v. 11677/78.

[213]Wie das Vorspiel dieser und ähnlicher Reden lautet der Bericht in CELANOSVita S. FRANCISCI, I, 22: Ingrediente ipso aliquam civitatem, laetabatur clerus, pulsabantur campanae, exultabant viri, congaudebant foeminae, applaudebant pueri, et saepe ramis arborum sumptis psallentes ei obviam procedebant.

Diese, zumal im 2. Bande, oft dargestelltecārikā kalyāṇena kittisaddena abbhuggatāist gewissermaaßen einevihārayātrāhöherer Art, oder recht eigentlich einedhammayātrā; und man erinnert sich da gern, dass Asoko gerade den letzteren Ausdruck auf dem VIII. Felsenedikt gebraucht, auch wohl im Gegensatze zur gewöhnlichendevayātrā, um alsdann, ein seltener Herrscher, zufrieden den Schluss zu ziehen, er habe, auf der anderen Seite, dabei, nämlich bei derdhammayātrā, mehr Genuss erfahren als die vorangegangenen Könige bei ihrenvihārayātrās, Prozessionen, Jagdfahrten und sonstigen dergleichen Vergnügungen. — Nb:bhāge aṃñe, bez.bhagi aṃñi, ist loc.: parte alteri; wodurch mit ächt indischem feinsten Humor implicite das ‚bessere Theil‘ bedeutet ist. Aehnlich Säulenedikt VII, 2,9, wo Asoko völlig bewusst des Unzulänglichen selbst seines großartigen Wirkens, das umfassend und allgemein wie es ist zugleich auch die mindesten Einzelheiten zum Schutze der Menschen sowie der zahmen und der wilden Thiere sorgsam vorgesehn hat, endlich — ubique princeps — mit innig melancholischem Lächeln sagt:Tata cu lahu se dhaṃmaniyame, nijhatiyā va bhuye: „Dennoch aber ist wenig gethan mit gerechtem Betragen, Einsicht üben ist wohl mehr.“ Eine solche Mahnung ist übrigens auch bei uns, zwar von keinem Kaiser und König, doch von einem Meister verkündet worden: „Ihr sollt wissen, dassdieLeute die nützesten Uebungen üben. — Wisset, dassdasKönigreich sälig ist, wo der Mensch eins ist innen. Sie schaffen mehr ewigen Nutzes in einem Augenblicke, als alle äußeren Werke, die je auswendig gewirkt wurden“: ECKHART, p. 129; vielleicht also wie kein anderer kühn bekräftigend was der Panagios GREGORIOSPhoster ein Jahrtausend vorher schon an den Abhängen des Ararat gelebt und gelehrt: Ωθελιμωτατον γαρ ὑπαρχει απο παντων των κοσμικων περισπασμων ἡσυχιαν αγειν, και ιδιαζειν, Act. Sanct. Sept. tom. VIII fol. 393 C.

Der Bescheid über jene Ehrwürdigen, am Schlusse der obigen Rede, ist eine schlichte Auflösung der bedenklichen Frage JAKOBS, Ep. 4,4, ουκ οιδατε ὁτι ἡ φιλια του κοσμου εχθρα του θεου εστιν; und des paradoxen Spruches, den ECKHARTp. 483 aus einem gleichen Sanctus EXPERGITUSIlluminator beibringt: „Weltliche Ehre und weltliche Freude ist nichts anderes als eine ungerechte Bosheit“; wie denn sogar unser frohgemuthe und doch tiefsinnige Ritter WIRNTebenso gesagt hatte, »daz diu werlt niht fröuden hât, ir hoehstez leben mit grimme stât |«: Wîgâlois v. 11677/78.

[214]Cf. zum Eingange dieser Rede einen Ausspruch des DIOGENES, in STOB. Flor. XCV, 19: την πενιαν αυτοδιδακτον κιναι αρετην und, ib. 11, γπικουρηλα προς φιλοσοφιαν. Ebenso der Pythagoriker HIPPODAMOS, ib. XCVIII, 71 i. f.; und noch mancher Große, der uns von SENECAin seinem encomium paupertatis, epist. LXXXVII bei Erklärung desdeesse, vorgeführt wird: eine Reihe, die man beliebig von ARISTOPHANES, Plut. 593: παντ’ εστ’ αγαθ’ ὑμιν εια την πενιαν, bis zu PLOTIN, Enn. III. 2.5: πενιαι συμφορα, und weiter ergänzen und erkunden mag. Ist nun zwar der griechische Begriff der πενια, bez. ανυπαρξια viel kleiner als der indische derśūnyatā, so stellt er doch wohl einen Bruchtheil des letzteren dar; gleichwie auch die povertà des S. FRANCESCOund die armuot MEISTERECKHARTS, zumeist aber die himmlische Oede LAO-TSES. Bei ihnen allen gilt eben BRUNOStiefbedachte Definition: »nessuno può gustar che cosa sia tranquillità di spirito, se non è povero o simile al povero«; und nicht minder was ein alter Barde an DONGOZIMASdem Eremiten naiv gerühmt hat:Mas preçiava el su pobredatQue algun conde su riquedat.

[214]Cf. zum Eingange dieser Rede einen Ausspruch des DIOGENES, in STOB. Flor. XCV, 19: την πενιαν αυτοδιδακτον κιναι αρετην und, ib. 11, γπικουρηλα προς φιλοσοφιαν. Ebenso der Pythagoriker HIPPODAMOS, ib. XCVIII, 71 i. f.; und noch mancher Große, der uns von SENECAin seinem encomium paupertatis, epist. LXXXVII bei Erklärung desdeesse, vorgeführt wird: eine Reihe, die man beliebig von ARISTOPHANES, Plut. 593: παντ’ εστ’ αγαθ’ ὑμιν εια την πενιαν, bis zu PLOTIN, Enn. III. 2.5: πενιαι συμφορα, und weiter ergänzen und erkunden mag. Ist nun zwar der griechische Begriff der πενια, bez. ανυπαρξια viel kleiner als der indische derśūnyatā, so stellt er doch wohl einen Bruchtheil des letzteren dar; gleichwie auch die povertà des S. FRANCESCOund die armuot MEISTERECKHARTS, zumeist aber die himmlische Oede LAO-TSES. Bei ihnen allen gilt eben BRUNOStiefbedachte Definition: »nessuno può gustar che cosa sia tranquillità di spirito, se non è povero o simile al povero«; und nicht minder was ein alter Barde an DONGOZIMASdem Eremiten naiv gerühmt hat:

Mas preçiava el su pobredatQue algun conde su riquedat.

Mas preçiava el su pobredatQue algun conde su riquedat.

Mas preçiava el su pobredatQue algun conde su riquedat.

Mas preçiava el su pobredat

Que algun conde su riquedat.

[215]an der südöstlichen Gränze von Nepāl, vielleicht im Gebiete von Khajauli, unfern Janakapur, dem altenMithilā.]

[215]an der südöstlichen Gränze von Nepāl, vielleicht im Gebiete von Khajauli, unfern Janakapur, dem altenMithilā.]

[216]Nach demBṛhadāraṇyakamI, 5,8:manasā hyeva paśyati, manasā śṛṇoti; wo auch II & IV i. f.Pārāśaryasals Altmeister überliefert ist.ZuS. 485, Z. 5 v. o.: Auch Geister und Götter sind bekanntlich dem Entstehn und Vergehn unterworfen. Vergl. Anm. 96 und S. 284. Dieser Begriff der nur lange, nicht ewig bestehenden Götter, wie er in Indien gang und gäbe und unvermuthet wieder bei EMPEDOKLESerscheint, ist mir recht merkwürdig einmal auch bei uns begegnet. Eine muntere Schrättin sagte einst im Gespräch, es war an einem Karfreitage, sehr klug zu mir: »Wie kann Eins denn immer noch an Christus glauben? In so langer Zeit muss er ja längst anders worden sein und aufgelöst.« — »Freilich doch nur was den Leib angeht«, warf ich ein, »aber sein Geist?« — »Auch der, mein’ ich«, sagte sie, »mag nimmer der selbe geblieben und verschwunden sein.« Einem solchen Zeugnisse wohlgesättigten Mutterwitzes ließen sich gelegentlich mancherlei tiefere Stimmen gesellen, wie etwa Anm. 152 von anderen Ripien berichtet ist, deren finale Gestalt uns VERNALEKENaufbewahrt hat. Es sind gewissermaaßen chladnische Klangfiguren; oder historisch betrachtet, versprengte Reste ārischen Glimmers im semitischen Kalke, die heute nur mehr in labyrinthisch verborgen rieselnden Quellen altüberkommener Weissagung, allmälig fast ununterscheidbar zerschliffen, immer weiter zersetzt, hinweggetragen und verschwemmt, kaum reinlich wiedergewinnbar sein werden: und ihnen glücklich nachspüren kann selten gelingen. Noch seltener freilich durch Schlamm und Gerölle, Mergel, Kies und Quarz bis zum Urgebirge vordringen und Edelkrystalle finden und schätzen lernen: »denn die wahren Heiligen sind«, nach des MATTHIASCLAUDIUSeinsichtiger Kleinodienkunde, »die Diamanten gegen die ungeheure Menge Feldsteine.« Am seltensten aber erst KANTergründen und Kopf und Herz buddhistischer Mönche abwägen, dann Gleichmuth in entlegenen Wäldern vollbringen und endlich wortlos in ägyptischer Einöde sich verlieren: wie es ROBERTL’ORANGEgethan.

[216]Nach demBṛhadāraṇyakamI, 5,8:manasā hyeva paśyati, manasā śṛṇoti; wo auch II & IV i. f.Pārāśaryasals Altmeister überliefert ist.

ZuS. 485, Z. 5 v. o.: Auch Geister und Götter sind bekanntlich dem Entstehn und Vergehn unterworfen. Vergl. Anm. 96 und S. 284. Dieser Begriff der nur lange, nicht ewig bestehenden Götter, wie er in Indien gang und gäbe und unvermuthet wieder bei EMPEDOKLESerscheint, ist mir recht merkwürdig einmal auch bei uns begegnet. Eine muntere Schrättin sagte einst im Gespräch, es war an einem Karfreitage, sehr klug zu mir: »Wie kann Eins denn immer noch an Christus glauben? In so langer Zeit muss er ja längst anders worden sein und aufgelöst.« — »Freilich doch nur was den Leib angeht«, warf ich ein, »aber sein Geist?« — »Auch der, mein’ ich«, sagte sie, »mag nimmer der selbe geblieben und verschwunden sein.« Einem solchen Zeugnisse wohlgesättigten Mutterwitzes ließen sich gelegentlich mancherlei tiefere Stimmen gesellen, wie etwa Anm. 152 von anderen Ripien berichtet ist, deren finale Gestalt uns VERNALEKENaufbewahrt hat. Es sind gewissermaaßen chladnische Klangfiguren; oder historisch betrachtet, versprengte Reste ārischen Glimmers im semitischen Kalke, die heute nur mehr in labyrinthisch verborgen rieselnden Quellen altüberkommener Weissagung, allmälig fast ununterscheidbar zerschliffen, immer weiter zersetzt, hinweggetragen und verschwemmt, kaum reinlich wiedergewinnbar sein werden: und ihnen glücklich nachspüren kann selten gelingen. Noch seltener freilich durch Schlamm und Gerölle, Mergel, Kies und Quarz bis zum Urgebirge vordringen und Edelkrystalle finden und schätzen lernen: »denn die wahren Heiligen sind«, nach des MATTHIASCLAUDIUSeinsichtiger Kleinodienkunde, »die Diamanten gegen die ungeheure Menge Feldsteine.« Am seltensten aber erst KANTergründen und Kopf und Herz buddhistischer Mönche abwägen, dann Gleichmuth in entlegenen Wäldern vollbringen und endlich wortlos in ägyptischer Einöde sich verlieren: wie es ROBERTL’ORANGEgethan.


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